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Stellung und Dienst der Schwestern in der Gemeinde - Teil 2/2

20.07.2002
SerieTeil 2 / 2Stellung und Dienst der Schwestern in der Gemeinde
Wie weit reicht Gottes Ordnung heute noch? Zwischen Schöpfungsordnung, Schweigen und Mitreden ringt die Frage: Was gilt in der Gemeinde wirklich – und was ist nur Tradition?

Die Argumentation zu Ordnung, Anstand und Schöpfung

Wir machen also weiter. Wir waren mittendrin in der Argumentation zu 1. Korinther 11, und Paulus geht ja noch weiter. Er hat es hier gesehen und bringt jetzt noch einmal Argumente. Zunächst begründet er die Ordnung. Zuletzt bringt er das Argument der Autorität, das ist die Sache mit den Engeln. Dann will er Missverständnisse ausschließen, vor allen Dingen in den Versen elf und zwölf: Dennoch ist im Herrn weder die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau. Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau. Alles aber von Gott.
Dann bringt Paulus noch einmal zwei Argumente, um bei seinen damaligen Lesern die Sache so plausibel wie möglich zu machen. Er appelliert an ihr Gefühl für Anstand und an ihr natürliches Empfinden. Und das sind meines Erachtens hier die einzigen Argumente, bei denen man sagen könnte, sie sind zeitgeschichtlich, also aus der damaligen Situation zu erklären. Das ergibt sich aber auch aus dem Zusammenhang.
Vers 13 sagt Paulus: Urteil bei euch selbst. Ist es anständig, dass eine Frau unverhüllt zu Gott betet? Oder lehrt euch nicht selbst die Natur, dass, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Schande für ihn ist, wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist? Denn das Haar ist ihr anstatt eines Schleiers gegeben.
Also ihr Gefühl für Anstand: Sie muss sich verhüllen, es ist nicht anständig. Merkt ihr das nicht? Das wird er heute nicht ziehen. Alle anderen Argumente würden heute auch funktionieren. Und von daher gibt es schon solche zeitgeschichtlichen Argumente, aber die erkennt man dann aus dem Zusammenhang heraus.
Lehrt euch nicht selbst die Natur, das natürliche Empfinden: Also langes Haar ist Schande für einen Mann, langes Haar ist Ehre für eine Frau, denn sie hat es anstelle eines Schleiers. Hier haben wir ein Problem, denn unser Verständnis von Natur ist anders. Wir wissen nicht genau, was Paulus meint. Ich habe jetzt, als ich das noch einmal überlegt habe, vielleicht eine Vermutung: dass er wohl auch schon das Übliche meint. Auch Männer hatten in der damaligen Zeit meist kurzgeschorenes Haar. Für einen Mann war es aber nicht schlimm. Und bei Männern passiert das auch öfter, dass die Haare sehr schnell sehr viel weniger werden.
Theoretisch können Männer genauso lange Haare haben wie Frauen. Wenn wir jetzt streng von Natur reden, verstehen wir wahrscheinlich etwas anderes darunter als Paulus damals. Ich denke, er meinte dies: dass bei einem Mann die Haare allgemein kürzer gehalten wurden, auch wegen Haarausfall, und dass das damals einfach so war und heute auch. Ansonsten ist es nicht richtig zu erklären. Es muss eine andere Bedeutung gehabt haben als für uns heute.
Von daher habe ich diese beiden Argumente, also die Plausibilität der Ordnung für die damaligen Leser. Ich meine, das geht deutlich genug hervor. Wir müssen da auch nicht alles verstehen; es genügt, wenn die das verstanden haben. Man sollte vorsichtig sein, gerade diese Argumente dann auf uns zu beziehen, auf heute. Das wird schwieriger.

Verbindlichkeit für die Gemeinden und die Frage nach dem Reden

Paulus schließt daraus, dass diese Ordnung für alle Gemeinden verbindlich ist. Es war eine in allen Gemeinden gültige Praxis und galt nicht etwa nur für Korinth. Es wäre unsinnig, darüber Streit anzufangen.
Vers 16: Wenn es aber jemand für gut hält, streitsüchtig zu sein, soll er wissen: Wir haben eine derartige Gewohnheit nicht, auch nicht die Gemeinden Gottes.
Es ist also einigermaßen unplausibel, hier anzunehmen, eine derartige Gewohnheit meine das Streiten. Streiten ist keine Gewohnheit in diesem Sinn, sondern die Gewohnheit, sich beim Beten so oder anders zu verhalten. Das meint Paulus hier offensichtlich.
Fassen wir das, was wir für die weiteren Überlegungen brauchen, aus diesem Zusammenhang zusammen.
Erstens: Wir können davon ausgehen, dass unser Text grundsätzliche Aussagen über die göttliche Ordnung beim Beten und Weissagen macht. Daran besteht kein Zweifel. Er sagt aber noch nichts darüber, jedenfalls nicht direkt, in welchem Rahmen das stattfindet oder stattfinden soll. Das heißt zunächst: Wo immer Männer und Frauen miteinander beten oder weissagen, soll es nach dieser Ordnung geschehen. Zunächst heißt das so.
Zweitens: Die göttliche Weisung über die Ordnung der Autoritäten zwischen Mann und Frau wird mit Argumenten im Zusammenhang mit der Schöpfung begründet, also mit Argumenten, die grundsätzlich gelten. Das bedeutet: Die Anweisungen sind keinesfalls nur zeitbedingt für die Korinther. Das heißt, Gott legt auch heute noch Wert darauf, dass wir im Umgang mit ihm seine Ordnungen einhalten.
Drittens: Die Anweisung betrifft unseren Umgang mit der höchsten Autorität, die es im gesamten Weltall gibt, und zwar unser Reden zu Gott hin, das ist Beten, und unser Reden von Gott her im Auftrag Gottes. Das ist Prophezeien oder Weissagen. Das Wort ist im griechischen Text dasselbe, auch im Alten Testament. Da gibt es keinen Unterschied. Weissagen meint: Ich rede im Auftrag Gottes. Gott gibt mir eine Botschaft, und ich sage diese Botschaft weiter. Also betrifft die Anweisung unseren Umgang mit der höchsten Autorität, wenn wir miteinander vor Gott sind. Und darauf sollte man schon Wert legen.
Viertens: Die Anweisung bezieht sich offenbar auf das laut gesprochene, schwerlich auf das gehörte Wort. Paulus denkt hier also nicht an etwas, das man hört und zu dem man Amen sagen kann, sondern er denkt an etwas, was man selbst spricht. Das ist mir wichtig in Bezug auf die Brüdergemeinden. Es ist unsinnig anzunehmen, dass hier gerade in den ersten Versen Beten und Weissagen meinen würde, das Amen zu deiner Weissagung zu sagen oder das Amen zu deinem Gebet. Beten und Weissagen meint in jedem Fall, ein Gebet zu sprechen oder eine Weissagung zu sprechen, zu denen andere durchaus Amen sagen können. Man kann das sowohl bei einer Weissagung machen als auch beim Gebet. Aber beim Gebet ist es sicher.
Und jetzt kommen dann in der Argumentation oft die frommen Argumente, die überzogen sind und biblisch nicht gerechtfertigt sind: Ja, aber was ist denn jetzt, wenn wir beten, ein Bruder betet und ich sage Amen, da bete ich doch mit. Die Frage ist nicht, ob du mitbetest oder nicht, was immer das auch sein mag, was da geschieht vor Gott. Wesentlich ist, was die Schrift sagt. Und die Schrift sagt zum Beispiel in 1. Korinther 14,16: Da unterscheidet er ganz deutlich. Da geht es um Beten auch in Zungen und Weissagen auch in diesem Zusammenhang, und dann sagt er deutlich: Wie kann denn jemand Amen sagen zu deinem Gebet? Das heißt: Ich bete, und du sagst Amen. Du kannst natürlich nur Amen sagen zu meinem Gebet, wenn du es verstanden hast. Aber es ist nicht dein Gebet, sondern mein Gebet. Du bestätigst das aber durch dein Amen.
Das heißt, es ist eine fromme Übertreibung, die im ganzen Bereich der evangelikalen Christenheit so geglaubt wird, die meines Erachtens aber keine biblische Relevanz hat: Wir beten doch mit. Ich würde schon mal fragen, wo sind eigentlich deine Gedanken, wenn der Bruder betet oder in der Gebetsgemeinschaft? Ist das wirklich wahr? Ich denke, da gibt es ein anderes Bild, das ich auch gut aus dem biblischen Begriff herleiten kann. Gebet ist Audienz bei Gott. Und wir haben eine gemeinsame Audienz, aber wir plappern natürlich nicht alle gleichzeitig, wie die Pfingstler das machen, sondern es betet einer, und die anderen bestätigen das. So funktioniert eine Audienz. Es gibt einen speziellen Begriff für Gebet, der auch Audienz bedeutet. Von daher ist es am plausibelsten für eine Gebetsgemeinschaft: Ja, wir bestätigen das schon. Man sollte auch mit den Gedanken dabei sein, aber es wird nicht Gebet genannt.
Das heißt mit anderen Worten: Ich gehe schon mal einen Schritt weiter, warum ich das überhaupt so auseinander positioniere. Ich glaube, die Praxis in den Brüdergemeinden ist weithin falsch. Das wäre nämlich die Konsequenz, dass Schwestern das Haupt bedenken sollen, wenn die Brüder beten. Das hängt an dieser Stelle ja, und man müsste es anders machen. Aber das ergibt sich einfach konsequenter aus. Meint ihr Beten oder Weissagen bloß Amen sagen? Genau das meint es nicht. Da bin ich mir inzwischen sicher.

Die Ordnung in der Gemeindeversammlung und die Rolle der Frauen

So, jetzt können wir eine fünfte Folgerung ziehen. Die Anweisung lautet: Ein Mann darf sein Haupt beim Beten und Weissagen nicht bedecken, eine Frau muss ihr Haupt beim Beten und Weissagen bedecken. Gemeint ist: wenn er ein Gebet spricht, wenn er weissagt, oder wenn sie ein Gebet spricht und sie weissagt.
Sechstens: der Sinn. Man muss sich überlegen, welchen Sinn das hat, warum wird das gesagt? Es geht doch nicht so einfach, weil ich es gesagt habe oder so. Es hat schon Sinn. Paulus bringt ja auch eine Menge Begründungen. Mir scheint, der Sinn der Anweisungen darin zu bestehen, die Ordnung der Autoritäten besonders dann sichtbar zu machen, wenn beide Geschlechter miteinander Umgang haben mit der höchsten Autorität, die es gibt. Wir haben Umgang mit der höchsten Autorität, die es gibt, und gerade dabei sollen wir ja die Ordnungen wahren. Gerade dabei soll es sichtbar werden. Wenn wir es alleine machen, ist das nicht so wesentlich. Da wird auch niemand verletzt, auch keine Ordnung verletzt, denke ich. Andere mögen da weitergehen, und du kannst es auch weitergehend machen, aber man muss vorsichtig sein.
Wir kommen zu einem nächsten Kapitel: 1. Korinther 14. Der Zusammenhang in 1. Korinther 14 handelt vom Sprachenreden beziehungsweise Beten im Gegensatz zum Weissagen und ihren Funktionen in der Gemeinde. Deswegen die abschließende Folgerung in Kapitel 14, Vers 39 und 40: Da, Herr Brüder, eifert danach zu weissagen und hindert das Reden in Sprachen nicht. Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.
Zunächst behandelt Paulus das Thema grundsätzlich und zeigt dann, wie die Gaben in der Gemeindezusammenkunft praktiziert werden sollen. Dann beginnt er ab Kapitel 15 ein neues Thema.
Jetzt schauen wir uns die Folie an, also die Anweisungen des Herrn über die Ordnung. In den Gemeindezusammenkünften erscheint es so zu sein, als ob es zunächst Anordnungen für Brüder gibt. Dass es sich um Gemeindezusammenkunft handelt, ist offensichtlich, das ist auch nicht bestritten. Dass es im ersten Teil dieses Abschnitts nur um Brüder geht, scheint manchen nicht einzuleuchten. Sie argumentieren, und das ist interessant, das dreht sich nämlich schön im Kreis: Nach 1. Korinther 11 ist den Schwestern das Weissagen erlaubt. Also, weil sie sagen, hier ja auch mit in 1. Korinther 14, sind sie eingeschlossen. Das Einzige, was ihnen verboten wäre, sei die Beurteilung der Auslegung.
Nun, diese Meinung lässt sich zwar behaupten, aber sehr schwer beweisen. Es wird im nächsten Monat ein Gespräch zwischen Brüdern genau zu diesem Thema geben, 1. Korinther 11, 1. Korinther 14. Ich muss leider den einen Part spielen, den anderen Part hat Bruder von Wiedenest, und wir treffen uns da zusammen. Ich glaube schon, dass ich recht gute Argumente habe, oder unsere Seite sozusagen. Die Frage ist, was da noch herauskommt bei der ganzen Geschichte. Aber man muss auch einmal ringen um das, was wirklich da steht.
Die nächste Frage ist immer noch: Wie gehorche ich dem? Gehorche ich überhaupt? Das ist aber grundsätzlich. Wir müssen erst einmal feststellen: Was sagt denn die Schrift hier? Was sagt sie wirklich, und zwar so ehrlich und aufrichtig wie möglich?
Also, es geht um Gemeindezusammenkunft, das ist keine Frage. Der Zusammenhang macht deutlich, dass es im ersten Teil von Kapitel 14, also in diesem Abschnitt, den ich hier meine, wirklich um gläubige Männer geht und erst ab Vers 34 um die Frauen. Das habe ich euch ganz am Anfang meiner Bibelarbeit schon begründet. Wenn sozusagen im gleichen Zusammenhang extra von Männern und Frauen die Rede ist, dann meinen Brüder natürlich eindeutig die Männer, also die christlichen Männer, und nicht die Frauen eingeschlossen. Das wäre unsinnig, wenn man das hier darüber stülpt.
Ab Vers 34 sind eindeutig die Frauen gemeint: Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen. Die Frauen sind entweder die Frauen der oben genannten Brüder beziehungsweise alle Frauen in der Gemeindezusammenkunft. Also wahrscheinlich ist in den ältesten Texten das Wort „eure“ gar nicht da, sodass es hier generell um die Frauen gemeint ist. Es wäre auch ein bisschen absurd: Die Ehefrauen sollen schön schweigen, aber die anderen, die jungen und so, die noch nicht verheiratet sind, die dürfen also munter mitreden. Das wäre nicht sehr logisch und sinnvoll.

Schweigen, Lehren und die Grenzen der Auslegung

So, was ist nun, Brüder, wenn ihr, Vers 26: „Wenn ihr zusammenkommt, hat jeder von euch“, und das meint von euch Männern, einen Psalm, hat eine Lehre. Der Zusammenhang macht es also eindeutig. Im griechischen Text ist hier die Form „jeder“ auch in der männlichen Form gebraucht, aber das hängt natürlich an „Brüder“ dran. Das ist also kein strenger Beweis.
Der dritte Beweis aber, dass die Frauen sich im Gottesdienst wirklich nicht einzeln hervortun sollen, liefert der Text ab Vers 34. Paulus nennt die Anordnung für die Frauen in der Gemeindezusammenkunft und macht deutlich, dass dies selbstverständlich für alle Gemeinden gilt.
Ich will das hier ein bisschen überspringen, ihr seht es aber hier geschrieben. Also: Die Anordnung für Brüder. Jeder ist potenziell beteiligt, also potenziell. Er darf prinzipiell, er soll auch bereit sein. Bedingungen für Sprachenredner: höchstens drei, nacheinander, ein Ausleger. Wenn der Ausleger fehlt, schweigen. Drittens die Bedingung für Propheten: zwei oder drei, die anderen lassen urteilen und prüfen. Wenn ein anderer eine Offenbarung empfängt, soll wieder der Erste schweigen, nicht mehr weiterreden. Und die Begründung der Bedingung: nacheinander, damit alle etwas davon haben. Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Gott ist ein Gott des Friedens, voller Ordnung.
Das ist diese Ordnung, die in der Gemeinde ablaufen soll. Und jetzt, ab Vers 34, werden speziell die Frauen angesprochen. Und das gilt für alle Gemeinden. Das muss man schon mal lesen, wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist: sollen eure Frauen in den Gemeinden schweigen. Und damit niemand auf falsche Gedanken kommt, was das Schweigen bedeutet, fügt Paulus Vers 34b hinzu: Denn es wird ihnen nicht erlaubt zu reden. Das meint wirklich zu schweigen. Er sagt mit anderen Worten praktisch nochmals das Gleiche, weil er etwas betonen will.
Und wem diese autoritative Anweisung noch nicht reicht, dem wird eine Normative, die vom Gesetz herkommt, angefügt. Denn diese Anweisung entspricht dem göttlichen Gesetz, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Und wer immer noch nicht zufrieden ist und mit frommen Argumenten jetzt kommt, dass die Schwester doch auch etwas lernen müsse, dem erwidert der Apostel Paulus: Bitte schön. Er sagt das unmissverständlich. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen. Denn es ist schändlich, für eine Frau in der Gemeinde zu reden.
Also, die Anweisung ist eigentlich nicht falsch zu verstehen. Paulus hat mehrfach, auch mit verschiedenen Ausdrücken, immer wieder das Gleiche gesagt. Und jetzt fügt der Apostel Paulus noch vier Gründe an, die inhaltlich genau zu den Erläuterungen passen. Ich habe das hier versucht einmal deutlich zu machen. Das ist mir aufgefallen beim Studium dieses Textes. Ihr seht das: Ich habe dann immer rechts ist gleich kooperativ, so ist es in allen Gemeinden. Ich versuche einmal deutlich zu machen, das finden wir wieder, zwar nicht in der gleichen Reihenfolge, aber alle vier Dinge finden wir wieder. Das entspricht dem Ganzen.
Er fragt sie zunächst autoritativ: Ist das Wort Gottes etwa von euch ausgegangen? Habt ihr die Autorität gehabt? Nein, das war ja nicht so. Ja, aber er fragt mit Autorität. Nicht ihr bestimmt, was Gottes Wort ist, ihr habt es empfangen. Setzt euch jetzt nicht darüber hinweg.
Er fragt sie kooperativ: Ist es etwa zu euch alleine gelangt? Nein, die anderen haben das auch gekriegt. Heißt das, ihr seid nicht die einzigen Gläubigen in der Welt. Alle anderen Versammlungen tun das auch, warum tut ihr das nicht?
Und dann stellt er ihnen das Gebot des Herrn vor die Augen, wie jeder, der den Geist hat, auch erkennen kann. Er argumentiert normativ, von der Norm her: Wenn jemand meint, ein Prophet oder sonst ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, ein Gebot des Herrn ist. Wenn du den Geist hast, wirst du merken, das ist ein Gebot des Herrn, hat sich nicht Paulus erfunden.
Und schließlich wendet sich der Apostel noch einmal gegen die Bestrebungen, sich über die Anweisung hinwegzusetzen. Er argumentiert sozusagen von der Emanzipation her, Vers 38: Wenn aber jemand das nicht erkennt, wird er auch von Gott nicht erkannt.
Also, das ist schon wesentlich. Es gibt in der Gemeinde eine große Vielfalt, aber auch eine klare Ordnung. Und Letzteres ist vor allen Dingen wichtig wegen des Zeugnisses nach außen. Paulus schließt den Abschnitt mit dem Satz: Alles geschehe anständig und in Ordnung.

Das Schweigegebot und seine Reichweite

Weil es zu diesem Schweigegebot doch eine ganze Menge spöttischer Anfragen gibt, etwa ob die Schwester dann auch nicht singen dürfe oder ob sie auch nicht Amen sagen dürfe, müssen wir uns noch ein wenig damit befassen.
Noch einmal: Das dreifache Schweigegebot lautet in Vers 34: Eure Frauen sollen in der Gemeinde schweigen. In Vers 34 heißt es weiter: Es wird ihnen nicht erlaubt zu reden. Und in Vers 35: Es ist schändlich, für eine Frau in der Gemeinde zu reden.
Der Zusammenhang unseres Abschnitts ist: Schweigen steht nicht im Gegensatz zu Singen oder Amen sagen, sondern im Gegensatz dazu, eine Rede zu halten. Und das ergibt sich eindeutig. Jetzt müssen wir das noch einmal deutlich machen. Es ergibt sich eindeutig aus dem Zusammenhang. Der Sprachenredner oder Beter hat gebetet, der Prophet, der prophetisch Begabte, hat geweissagt. Vor den anderen hat er allein etwas gemacht, die anderen haben zugehört. Das war der Sinn. Und dann, wenn hier steht, er soll dann schweigen, dann hört er auf mit dieser Rede. Das ist einfach gemeint. Er hat also öffentlich etwas geredet, öffentlich gebetet, und dann hört er auf damit. Und genau das ist hier letztlich auch gemeint.
Schweigen meint also das Gegenteil von einer Rede halten. Es meint nicht ein absolutes Schweigen, dass man also gar nichts mehr machen dürfte. Das sind solche bösartigen, spöttischen Anfragen, die manchmal gestellt werden. Schweigen heißt also im Zusammenhang für die Frau nicht, dass sie keinen Ton von sich geben darf, sondern dass sie nicht zu den anderen reden oder vor den anderen Geschwistern reden soll, also nicht zu ihnen oder vor ihnen.
Nun beziehen manche das Schweigen aber nur auf das Lehrverbot, sogar noch strenger oder noch geringer: Sie darf nicht die Auslegung der Prophetie vornehmen, sie darf die Prophetie nicht bewerten oder urteilen. Das ist eigentlich nicht gemeint. Das wird durch folgende Beobachtung klar. Es ist auch nicht nur ein Lehrverbot. Der Begriff Reden, lalein, umfasst in 1. Korinther 14 das Sprachengebet, die Weissagung oder Prophetie, die Lehrunterweisung, die Erkenntnisrede und die Offenbarungsrede. Von daher ist es unmöglich, das Reden, das hier plötzlich verboten wird, nur auf das Lehren zu beziehen. Das ist logisch nicht sinnvoll. So legt man eine Schriftstelle nicht aus. Oder es auf die Beurteilung der Prophetie einzuengen, ist ebenfalls eine Variante, die von manchen bibeltreuen Auslegern vertreten wird, die ich kenne. Aber sie hält meines Erachtens dem Zusammenhang nicht stand.
Überlegt doch einmal: Wenn Paulus das gemeint hätte, also dass die Schwester alles darf, dass sie weissagen und in Zungen reden darf, dann hätte er in Vers 34 etwas anderes schreiben müssen. Dann hätte er schreiben müssen, dass die Frauen bei der Beurteilung der Prophetenrede schweigen sollen. Er hätte das auch so schreiben können, er wusste, wie man das formuliert. Er sagt aber: Wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist, sollen eure Frauen in den Gemeinden schweigen.
Dass es wirklich um Schweigen geht, sagt er ja wenig später noch einmal. Wenn es bloß um die Beurteilung der Prophetenrede ginge, also darum, dass die Frauen nicht sagen dürfen: Du hast Mist geredet, um das salopp auszudrücken, dann macht der spätere Hinweis das deutlich. Dort steht nämlich ausdrücklich, dass sie, wenn sie eine Frage hat, eben auch nicht reden soll. Das wäre völlig unsinnig in diesem Zusammenhang, wenn Schweigen nur bedeuten würde, dass sie eine Prophetenrede nicht beurteilen darf. Wozu dann dieser Satz?
Paulus meint: Sie soll nicht öffentlich reden in der Gemeinde. Punkt. Wir kommen dadurch zwar in Schwierigkeiten mit 1. Korinther 11, aber das müssen wir zunächst aushalten. Dieser Text meint das so, da können wir nicht einfach etwas anderes hineinlegen. Wie wir mit diesen Schwierigkeiten fertig werden, werden wir gleich sehen.

Zwischen 1. Korinther 11 und 14: Hilfsannahmen und Gemeindeformen

Ich fasse mal zusammen. Ich will also Folgendes festhalten:
Erstens: Gott will, dass in der Gemeindezusammenkunft die öffentlichen Dienste von Männern getan werden.
Zweitens: Die Frauen sollen in der Gemeindezusammenkunft schweigen, das heißt, sie sollen nicht hervortreten, indem sie zu den anderen reden.
Drittens: Jetzt gehe ich allerdings weit. Das Redeverbot schließt sowohl das Weissagen als auch das öffentliche Beten ein. Ich weiß, hier gehe ich sehr weit. Ich meine, der Zusammenhang ergibt das eigentlich. Ich würde aber nicht darauf dogmatisch festbestehen, weil ich hierfür nur ein paar Indizien habe, nicht eine eindeutige Aussage. Ich kenne Gemeinden, wo das gemacht wird, und da würde ich also nicht auftreten und sagen: Ihr vertretet hier eine Irrlehre oder so. Ich sage das also bewusst mit dieser Einschränkung. Aber so, wie ich den Textzusammenhang verstehe, meine ich, es gehört dazu. Also noch einmal: Das Redeverbot schließt das Weissagen, das öffentliche Beten, natürlich auch die Beurteilung von Weissagungen ein. Aber auch die zum öffentlichen Lehrgespräch gehörende Fragestellung schließt es ein. Damals war Lehren noch ein bisschen etwas anderes als heute. Ihr müsst immer bedenken: Die hatten das Neue Testament noch nicht. Ja, wenn man da Fragen hatte, dann war das also wirklich ein längeres Lehrgespräch, das sich da entwickelte, wobei Fragen oft eine gewichtige Rolle spielen. Das hängt vom Fragesteller ab, wie lang und breit er seine Frage formuliert. Und ihr wisst, er kann da manchmal eine ganz schöne Rede halten.
Viertens: Das Redeverbot bezieht sich nicht auf gemeinsame Äußerungen, in denen die Schwester gar nicht hervortritt, wie Amen sagen oder singen.
Wir müssen eine dritte Stelle anschauen, könnt ihr noch? Oder geben wir auf?
Also, okay, jetzt geht es um Timotheus, 1. Timotheus 2. Gedankengang. Das Kapitel handelt vom Beten der Gemeinde. Das ist unstrittig. Zunächst stellt Paulus die Gebetsanliegen vor, zeigt dann das Erscheinungsbild der Gemeinde bei der Gebetsversammlung auf. Ich will mich jetzt nur auf die wichtigsten Aussagen beschränken, wie wir es hier auf der Folie haben. Und ich lese jetzt die ersten Verse auch nicht mit, aber in 1. Timotheus 2 wird das so ähnlich hier gesagt.
Also, es geht um die Ermahnung an alle Gläubigen der Gemeinde, Gebet für die Gesellschaft, für alle. Der Zweck der Ermahnung: Leben in Gottes Wolke und Ehrbarkeit. Grund der Ermahnung: Gott findet das gut, weil wir alle gerettet werden, weil es nur einen Gott gibt. Und er sagt: Für das Evangelium wurde ich zum Herold gemacht. Das ist mal ganz grob der Zusammenhang.
Jetzt geht es uns eigentlich um den nächsten Teil, und zwar, also ich denke, hier geht es zunächst um das Gebetsanliegen der Gemeinde, Rettung der Gesellschaft. Jetzt im zweiten Teil geht es um das Erscheinungsbild der Gemeinde, ein Beten unter anderem, also Würde, Heiligkeit, geistlicher Schmuck.

Gebet, Haltung und die Frage nach der Rolle der Frau

Vers 8: Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegungen. Ebenso sollen die Frauen sich in würdiger Haltung mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung, sondern mit dem, was Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen, nämlich durch gute Werke.
Mit den heiligen Händen ist im übertragenen Sinn wohl der heilige Wandel gemeint, also das, was man mit den Händen tut. Man hat damals oft so gebetet; es ist übrigens erlaubt, so zu beten. Ich finde es nicht gut, wenn man das bloß dem Pfingstertum überlässt. Man gerät natürlich sofort in Verdacht. Aber wenn man so betet, weil man sagt: Ihr macht ja beim Beten die Augen zu, das steht zwar nicht in der Bibel, von daher merkt er ja nicht, wenn ich so bete, oder? Da steht also, es ist eine Gebetshaltung. Da ist viel Freiheit da, aber es ist eine biblische Gebetshaltung, die wollen wir nicht verachten. Man darf so beten, auf jeden Fall.
Also: heilige Hände der betenden Männer. Was entspricht dem bei der Frau? Halt, hier quietscht wieder etwas. Das muss man erst einmal, ja, mach du mal. Was entspricht dem? Das ist also ein bisschen umstritten, aber ich denke vom Text her ziemlich eindeutig. Ich war auch ganz überrascht, dass selbst Übersetzungen, etwa die Gute Nachricht oder so, das genau in diesem Sinn übersetzen, wie ich Ihnen gleich erklären werde. Also etliche Übersetzungen geben das vielleicht gegen ihre eigene Intention so wieder. Und wenn man ehrlich ist und ehrlich um einen Text ringt, muss man das eigentlich machen. Also den heiligen Händen der betenden Männer entspricht die würdige Haltung der Frauen, die sich durch Gottesfurcht auszeichnen.
Vers 9: Da wird oft argumentiert, das beziehe sich auf das „Ich will“ und nicht auf das Beten, wie manche das meinen. Also die Mahnung geht unmittelbar vom Beten der Männer zum Schmuck der Frauen über. Das hat drei Gründe. Erstens: Das Schmücken in Vers 9 ist vom „Ich will“ abhängig, nicht vom Beten. Auch inhaltlich geht es in den späteren Versen gar nicht mehr ums Beten, sondern um das Schmücken, um den geistlichen Schmuck der Frauen in der Versammlung. Zweitens: Bei den Männern steht der bestimmte Artikel, wodurch dieser Ausdruck bestimmt wird, also bewusst determiniert wird, heißt das. Bei den Frauen steht kein Artikel. Damit will Paulus wohl andeuten – das müssen jetzt die Grammatiker erklären, das habe ich auch bloß übernommen –, dass selbstverständlich die Männer beten. Das war auch keine Frage, das war für ihn nie eine Frage in der Gemeindeversammlung. Drittens: Es steht einfach nicht da, dass die Frauen im Gottesdienst beten. Wenn Paulus das gewollt hätte, hätte er es ohne Weiteres schreiben können. Er wusste, wie das geschrieben wird.
Er meint nicht, dass sie eben so beten und dann sich irgendwie kleiden sollen, sondern einfach, dass diese würdige Haltung der Männer beim Beten der Kleidung der Frauen generell entspricht, also wie sie in der Gemeinde in Erscheinung treten. Und das wird sogar ziemlich ausführlich beschrieben. Manchen Frauen in gewissen Brüdergemeinden, vor allen Dingen älteren, dürfte das durchaus zu schaffen machen, denn sie machen genau das, was hier verboten ist. Tolle Dinger, Aufbauten sind da manchmal drauf, und wenn ich mir den Schmuck in den extremsten Versammlungen ansehe, ist das verrückt.
Naja, Paulus will, dass sich die Frauen grundsätzlich vom öffentlichen Lehrgespräch in der Gemeinde enthalten und sich weder durch Lehren wollen, das heißt im Lehrgespräch gezielte Fragen stellen, noch gar durch Lehraussagen beteiligen und sich so über den Mann stellen. Es ist hier das einzige Mal, dass Paulus ausdrücklich sagt: Ich erlaube nicht. Er kann sich durchaus klar ausdrücken, das sagt er ja.

Das Lehrverbot und die Begründung aus Schöpfung und Fall

Vers elf: Eine Frau lerne in der Stille, in aller Unterordnung.
Hier ist noch einmal eine Bestätigung dessen, was wir in 1. Korinther 14 hatten: Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, noch über den Mann zu herrschen, sondern ich will, dass sie sich in der Stille halte.
Manche behaupten, dass Paulus hier nur ein dominierendes Lehren verbieten würde, also ein autoritatives Eingreifen in das Lehrgut. Kühn zum Beispiel meint das. Der Zusammenhang des Textes und der Gebrauch des Wortes bei Paulus lassen eine solche Deutung jedoch nicht zu. Das ist an den Haaren herbeigezogen.
Es handelt sich um ein allgemeines Lehrverbot für Frauen gegenüber Männern in der Gemeindezusammenkunft. Die Begründung kommt wieder aus dem Schöpfungsbericht und dem Sündenfall. Hier soll der Frau aber nicht die Schuld zugeschoben werden, sondern ihre leichtere Anfälligkeit für Verführungen legt nahe, dass sie keine leitende Funktion übernimmt.
Vers 13: Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung.
Zum Schluss noch ein Trost für die Frau, Vers 15: Sie wird aber durch das Kindergebären gerettet werden, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe mit Heiligkeit und Sittsamkeit.
Der Vers ist äußerst schwierig und wird demnach sehr verschieden ausgelegt. Wenn ihr also Kommentare aufschlagt und dort fünf, sechs, sieben, acht oder zehn verschiedene Auslegungen findet, dann wisst ihr: Niemand weiß es. Das ist meistens so.
Eine Deutung, die ganz gut in den Zusammenhang passt, ist folgende. Man kann verschiedene Deutungen probieren, ja, aber sie müssen immer in den Zusammenhang hineinpassen und logisch im Zusammenhang sein. Eine habe ich bei McDonald gefunden, das ist eine Möglichkeit. Er sagt, es gehe um die Errettung ihrer Stellung in der Gemeinde.
Gott hat beschlossen, dass die Aufgabe der Frau vornehmlich in der Familie liegt. Sie hat aber durch die Erziehung ihrer Kinder einen wesentlichen Einfluss in der Gemeinde, vor allem dann, wenn sie die Kinder entsprechend dem Glauben erzieht.
Ich habe das gelesen, und wenn man die Kirchengeschichte überblickt, wird man das auch vielfältig bestätigt finden. So hatten die größten Gottesmänner, die im Laufe der Kirchengeschichte gelebt haben, wohl in vielen Fällen sehr gute Mütter. Das ist auffällig, und das spielt eine große Rolle.
Jemand hat es so gesagt, oder man könnte es so ausdrücken: Die geistliche Frau übt ihren Einfluss in der Stille aus und nicht als Emanze. Böse gesagt: Sie kann schon etwas bewirken und darf das auch, aber in einem bestimmten Sinn.

Grundsätze für den Umgang mit Spannungen in der Schrift

Bevor wir jetzt die Ergebnisse einsammeln und überlegen können, welche Konsequenzen sie für unsere Praxis haben, müssen wir uns noch über zwei Grundsätze einig sein. Die will ich einfach noch nennen. Ich denke, sie sind wichtig. Das ist Nummer vier und fünf.
Ich glaube, das kann man einfach durch Beobachtung bestätigen.
Grundsatz vier: Gottes Wort enthält keine Ausführungsbestimmungen für jeden denkbaren Einzelfall, aber es behält in jedem einzelnen Fall seine geistgewirkte Gültigkeit. Manche sagen: Na ja, hier ist doch nichts gesagt. Oder stellen wir uns ein junges Mädchen vor, das behauptet, die Aussagen gelten ja nur für verheiratete Frauen. Ich werde die Brüder am nächsten Sonntag in der Predigt darüber aufklären müssen. Ja, wenn ein junges Mädchen so einen Satz sagt, wird das schwierig sein. Wer nicht wirklich dem Herrn und seinem Wort gehorchen will, der wird sich sowieso niemals an so etwas halten. Für den sind solche Sätze völlig belanglos.
Ich setze einfach voraus, dass es um Menschen geht, die dem Herrn gehorchen wollen, sowohl um Männer als auch um Frauen. Und wenn ich in dieser Haltung vor Gott bin, frage ich schon, was dieses Wort sinngemäß für mich bedeuten könnte. Das ist dann meine Haltung. Das frage ich mich eigentlich immer. So sollte es sein. Das gilt für Männer, für Frauen, das kann schon für alle zutreffen.
Grundsatz fünf: Und jetzt kommt die Schwierigkeit. Wo die Auflösung einer logischen Spannung in der Schrift nur durch menschliche Hilfsannahmen möglich ist, müssen wir auch verschiedene Lösungsmöglichkeiten anerkennen. Diesen letzten Grundsatz müssen wir auf unser Thema anwenden, der eigentlich prinzipiell nicht beweisbar ist. Aber es ist plausibel, so muss ich hier mal sagen. Wir kommen nicht anders weiter, ansonsten bleiben wir irgendwo hängen.
Wir müssen uns jetzt gleich unser Thema anwenden, und ich will das tun. Ich habe versucht, das auch zunächst so darzustellen: Wir brauchen eine Hilfskonstruktion. Zwischen 1. Korinther 11 und 1. Korinther 14 gibt es Spannungen. 1. Korinther 11 sagt selbstverständlich: Wenn eine Frau betet oder weissagt, setzt das voraus, dass eine Frau betet und weissagt. 1. Korinther 14 sagt unmissverständlich: In der Gemeinde soll die Frau schweigen.
Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, das zu klären. Man sagt entweder: Schweigen ist nicht absolut gemeint, es bedeutet nur das Lehrverbot, vielleicht sogar nur das Verbot der Beurteilung von Prophetie. Das wäre eine Möglichkeit, theoretisch. Die Frage ist, ob das aus 1. Korinther 14 plausibel abzuleiten ist. Ich meine: nein. Es gibt andere Brüder, die meinen: ja, auch Brüder, die ich durchaus sehr schätze.
Umgekehrt neige ich zu dieser Meinung: Man würde dann sagen, okay, dann ist eben in 1. Korinther 11 Beten und Weissagen in einem anderen Sinn gemeint und nicht in der Gemeindeversammlung. Das wäre durchaus plausibel. Ich kann es aber auch nicht sicher beweisen aus 1. Korinther 11. Ich habe, wie gesagt, ein paar Indizien dafür, aber mir fehlt der letzte Beweis.
In beiden Fällen ist das hier, also das, was hier in der Mitte ist und was ich durch die Pfeile dargestellt habe, eine menschliche Hilfsannahme. Ich muss mich für eine von beiden entscheiden, für die, die ich eben am plausibelsten halte. Es mag noch andere Möglichkeiten geben, mit dieser ganzen Schwierigkeit fertig zu werden. Aber prinzipiell sind diese Dinge so.
Wenn wir jetzt die zweite Möglichkeit ernsthaft ins Auge fassen, kommen wir natürlich in Schwierigkeiten. Wir müssen noch einmal eine Hilfsannahme treffen. Wenn ich also sage, Beten und Weissagen ist nicht in der Gemeindeversammlung, wo ist dann die Grenze zwischen Gemeindeversammlung und Nichtgemeindeversammlung? Und wenn eine Schwester betet und weissagt, da müssen Männer dabei sein. Alleine verletzt sie die Schöpfungsordnung nicht. Man könnte es auch alleine auf sich beziehen, aber es ist eigentlich zwingender, wenn Männer dabei sind.
Wir müssen also klären: Wo ist die Grenze zwischen Gemeindezusammenkunft und anderen Versammlungen der Gemeinde? Diese Grenze wird in der Schrift nicht eindeutig definiert. Wir haben wiederum mehrere Möglichkeiten zu Hilfsannahmen. Es sind deren drei, die hier halbwegs plausibel erscheinen, aber nicht immer sinnvoll.

Gemeindezusammenkunft, Hauskreis und praktische Konsequenzen

Also ist die Gemeindezusammenkunft die Versammlung der Geschwister im Gemeindehaus. Die Konsequenz wäre dann, dass jede Jugend-, Kinder- oder Schwesternstunde, die dort stattfindet, ebenfalls eine Gemeindeversammlung wäre. Diese Annahme scheint nicht besonders sinnvoll zu sein.
Zweite Annahme: Als Gemeindezusammenkunft versteht man eine Versammlung als Gemeinde. Das heißt: Wenn die ganze Gemeinde eingeladen ist, dann gilt dies als Gemeindezusammenkunft. Der Ausdruck „als“ geht zurück auf eine fehlerhafte Übersetzung von 1. Korinther 11,18 in der alten Elberfelder. Das ist dort falsch, also wahrscheinlich nicht richtig übersetzt. Gestützt werden könnte die Annahme dennoch durch eine Definition, die aus Apostelgeschichte 4,42 genommen ist. Sie verharrten in der Lehre der Apostel, im Brotbrechen, in der Gemeinschaft und in den Gebeten. Andere Festsetzungen sind so: Der Ort ist bekannt, die Zeit ist bekannt, alle sind eingeladen, die Kennzeichen von 1. Korinther 11,17-44 sind vorhanden.
Aber wie dem auch sei: Diese Hilfsannahme hätte die Konsequenz, dass dann auch jede Bibel- und Gebetsstunde, jede Missionsversammlung eine Gemeindezusammenkunft wäre, wo die Schwester schweigen müsste. Das ist die Konsequenz. Es wird in den meisten Brüdergemeinden so gesehen, in den alten Brüdergemeinden, die ich hier vor allen Dingen in den alten Bundesländern kennengelernt habe. Aber ich weiß auch, dass sie oft nicht konsequent sind und dass sie dann einfach per Definition sagen: Jetzt haben wir keine Gemeindeversammlung, auch die Missionarin darf etwas sagen. Sie machen es halt so. Wie logisch das ist oder nicht, wir sind nicht immer logisch, das ist halt so bei uns.
Ich würde eine dritte Version vorschlagen: Als Gemeindezusammenkunft versteht man nach 1. Korinther 11,20 und den folgenden Kapiteln die Versammlung, in der auch das Herrenmahl vorkommt. Das ist ganz offensichtlich, ja, das Herrenmahl, damit geht es gleich los, und es kann eigentlich auch nicht getrennt werden. Auch 1. Korinther 14 gehört dazu. Da passiert manches bei uns gerade beim Brotbrechen im Herrenmahl. Und das würde, praktisch gesehen, also da bin ich an der Stelle sehr pragmatisch, unsere Sonntagsstunden meinen. Das, was bei uns also, mal sehr plump gesagt, sonntags läuft, das wäre eine Möglichkeit. Dann wäre eine der Ordnung der Autoritäten angemessene Beteiligung der Schwestern in jeder anderen Versammlung außerhalb des Sonntags möglich. Wenn man dann eine gemeinsame Bibelstunde hat, wäre das auch möglich. Ich kenne Versammlungen, die das praktizieren.
Versteht ihr, aber mit diesem Punkt können wir jetzt endlos streiten. All diese drei Punkte können wir nicht schlüssig beweisen. Von daher ist Streit müßig. Ich habe einen gemeint, der hat es wirklich so geraten: Macht das doch mal so. Vielleicht kriegt ihr Ruhe rein. Es gab Streit deswegen, wegen dieser Frage. Vielleicht hilft es euch. Es ist eine praktische Regelung, andere haben andere Regelungen gefunden.
So, jetzt komme ich zu meinem letzten Punkt: Ergebnissen und Folgerungen, Konsequenzen für das Ganze. Aber versteht ihr, ich hätte euch das Letzte natürlich gleich sagen können, wie ich darüber denke. Dann hättet ihr gesagt: Na, der Karl Heinz van Heyden, der sagt das so. Darauf kommt es mir nicht an. Es ist auch nicht wichtig, was ich sage. Wichtig ist, dass man das erkennt und von der Schrift her belegen kann. Man sollte auch wissen, wo die Schwachstellen sind, auch die Schwachstellen dieser Auslegung. Manche Dinge kann ich mit großer Sicherheit verteidigen, weil ihr gemerkt habt, dass ich bei manchen Dingen abwägen muss. Vielleicht ist es so, oder es ist mir am plausibelsten so. Ja, das ist halt unsere Schwierigkeit.
Ich will nur wiedergeben, was sich meiner Meinung nach aus dem biblischen Wort im Zusammenhang mit den umstrittenen Stellen ergibt. Ich rede auch nicht von Ausnahmesituationen, die man in der Bibel ja auch findet, sondern vom Regelfall. Und es ist für mich eine Art Minimalforderung, die man recht gut aus dem Neuen Testament beweisen kann. Natürlich kann der Einzelne in seiner persönlichen Glaubenshaltung darüber hinausgehen. Also eine Schwester kann die schweigende Teilnahme am Gebet durchaus als Gebet verstehen, und sie darf ihr Haupt dabei bedecken. Da tut sie keine Sünde. Aber ich würde das niemals in der Gemeinde lehren, das ist der Unterschied. Du darfst mehr tun, wenn du das deiner Meinung nach in jeder Hinsicht für richtig hältst, aber du darfst es nicht lehren, denn das geht zu weit. So steht es nicht da, jedenfalls nach meiner Auffassung dieser ganzen Dinge hier.

Zusammenfassung der Folgerungen für die Praxis

So, ich denke, ich will das einfach noch einmal zusammenfassen. Es sind für mich sieben Punkte. Die habe ich jetzt nicht auf Folie; sie ergeben sich einfach aus dem Ganzen.
Erstens: Eine Schwester ist genauso wie ein Bruder berechtigt, persönlichen Umgang mit der höchsten Autorität zu haben. Das ist wirklich völlig gleich.
Zweitens: In Frauenversammlungen, Schwesternstunden, in der Kinder- und Jugendarbeit kann sie von diesem Recht jederzeit freien Gebrauch machen. Denn das ist jetzt meine Meinung; das ergibt sich aus einer Sache. Darüber kann man auch unterschiedlicher Meinung sein. Aber ich denke, das ist mein Grund: Sie verletzt durch ihr Hervortreten beim Beten und Weissagen die Schöpfungsordnung Gottes nicht. In der Sonntagsschule verletzt sie das nicht, weil sie Kinder belehrt. Die Jugendstunde ist vielleicht ein Grenzfall, aber in der Kinderstunde zum Beispiel nicht. Auch durch ihre Lehrtätigkeit verletzt sie das nicht, in Frauenstunden auch nicht. Aber ich denke, es bezieht sich wohl auf gemischte Versammlungen, wenn wir das schon einmal so auseinanderklamüsern wollen.
Drittens: Wenn sie also in gemischten Versammlungen von ihrem Recht Gebrauch macht, soll sie aufzeigen, dass sie die von Gott gegebene Ordnung in der Autorität achtet, indem sie einem Mann die Führungs- und Leitungstätigkeit überlässt. In gemischten Versammlungen.
Viertens: In der Gemeindezusammenkunft, ich meine hier gemischte Versammlungen, also auch Hauskreis, auch Jugendstunde unter Umständen, das wäre so ein Grenzfall. Aber jetzt viertens: In der Gemeinde, wenn sie zusammenkommt, wird sie durch den Dienst des Schweigens bekunden, dass sie sich unterordnet. Es ist das Schweigen der Ehrfurcht vor der Gegenwart Gottes in der Versammlung. Wir haben gestern darüber gesprochen, im ersten Teil, ja: Geistesleitung, also die Gegenwart Gottes in der Versammlung, ist wirklich auch da. Es wird auch durch die Schrift immer wieder bestätigt. Und ich habe diesen Ausdruck gefunden: Den Dienst des Schweigens hat interessanterweise Charlotte von Kirschbaum geprägt. Das war eine Mitarbeiterin von Karl Barth, von diesem bekannten Schweizer Theologen. Dass sie als Frau – das finde ich sehr bemerkenswert – diese Formulierung aufgezeichnet hat, aufgrund der biblischen Aussagen.
Fünftens: Also in anderen gemischten Versammlungen, Hauskreisen, Jugendstunden, wenn sie mit dem Bruder zusammen vielleicht Kinderstunde hält, wird sie ihr Haupt bedecken, wenn sie betet oder weissagt. Weissagen bedeutet also, etwas im Auftrag des Herrn weiterzusagen, eine Botschaft für die anderen zu haben.
Sechstens: Mit diesem Zeichen ihrer Vollmacht demonstriert die Frau, dass sie sich unter die von Gott gegebenen Autoritäten stellt, obwohl sie zu einem bestimmten Dienst hervortritt. Da halte ich also, das ist für mich eigentlich ein starker Sinn. Wenn eine Schwester etwas tut, wenn sie sich in meinen Teilen, wie wir es manchmal ausdrücken, zum Mund der Versammlung macht oder einer bestimmten Versammlung, wenn sie betet, tritt sie wirklich hervor, das ist ganz offensichtlich. Um aber zu demonstrieren: Ich stelle mich dabei nicht außerhalb der Schöpfungsordnung, ist das Kopftuch durchaus angebracht, sinnvoll. Dann darf sie es gerade tun in bestimmten Versammlungen, wohl nicht in der Gemeindeversammlung nach meiner Meinung, aber das hat diese Schwierigkeiten dazwischen. Ja, das halte ich also für die sinnvollste Sache. Sie stellt sich, sie macht deutlich: Ja, ich stelle mich unter die von Gott gegebenen Autoritäten. Auch wenn sie noch nicht verheiratet wäre, würde sie das damit demonstrieren: Ich werde das tun, ich will das tun. Ja, das ginge genau so.
Siebtens, und das wäre für mich eine ganz praktische Folgerung: Deswegen meine ich, die Schwester muss die Kopfverdeckung nicht tragen, wenn sie in öffentlichen Versammlungen ja selbst nicht hervortritt zum Gebet oder zur Weissagung, wie das in vielen Brüdergemeinden gefordert wird. Ich glaube, das geht zu weit.

Warnung vor Gesetzlichkeit und Liberalismus

In allen Einzelfragen verweise ich noch einmal auf diesen Grundsatz Nummer vier. Da schauen wir uns jetzt als letztes Bild noch einmal an. Insgesamt sind mir diese Grundsätze schon wichtig geworden.
Grundsätze für die geistliche Praxis, Nummer vier: Gottes Wort enthält keine Ausführungsbestimmungen für jeden denkbaren Einzelfall. Wie ich gestern schon gesagt habe, etwa wenn es um die Allianz ging, gibt es keine Listen nach dem Motto: Das und das und das ist erlaubt. Wir hätten das gern so, wir hätten gern Schwarz und Weiß. Was Gott möchte, glaube ich, ist, dass wir jede Minute in der Abhängigkeit von Gott leben und uns immer wieder fragen: Herr, was ist jetzt richtig vor dir? Egal, wo ich bin, egal, was ich mache. Das ist viel schwerer, aber das ist eigentlich geistliches Leben. Er gibt durchaus Hinweise oder Ähnliches. Also: keine Ausführungsbestimmung für jeden denkbaren Einzelfall, sondern das Wort behält in jedem einzelnen Fall seine Gültigkeit, natürlich.
Fünftens: Damit ist meine Frage hinter der Frage, warum das immer schief ist, also wo die Auflösung einer logischen Spannung, das haben wir schon gesagt, nur durch menschliche Hilfsannahmen möglich ist, müssen wir verschiedene Lösungsmöglichkeiten anerkennen.
Sechstens: Die Verantwortung der einzelnen Gemeinden und des einzelnen Gläubigen darf weder durch Einzelgesetze noch durch falsche Zugeständnisse aufgelöst werden. Denn gerade bei diesem Thema sind mir die zwei Gefahren immer wieder bewusst geworden, von denen der Ausleger des Wortes bedroht wird. Man kann dem Zeitgeist nachgeben, das ist die eine Seite, und die klaren Aussagen des Wortes Gottes ungültig machen. Denn wenn wir 1. Korinther 14 nicht mehr ernst nehmen, welcher Grund besteht dann eigentlich noch, 1. Korinther 15 ernst zu nehmen? Wir können doch nicht das eine ernst nehmen und das andere nicht. Mit welchem Recht unterscheiden wir das eine vom anderen? Wenn wir 1. Timotheus 2 als eine Marotte des angeblichen Frauenfeindes Paulus betrachten, aus welchem Grund sollten wir dann seine Aussagen über Älteste in 1. Timotheus 3 ernst nehmen? Das passt nicht. Wenn wir die erste Hälfte von 1. Korinther 11 nur als zeitgebunden ansehen wollen, warum tun wir das dann nicht auch bei den Anweisungen des Herrn für das Mahl des Herrn, beim zweiten Teil? Versteht ihr also: Wenn man so etwas machen will, wenn man dem Zeitgeist nachgibt und sagt, das ist zeitgebunden, das spielt keine Rolle, dann greift man willkürlich Dinge heraus.
Ich habe gesagt, es gibt zeitgebundene Argumente, auch bei Paulus. Das geht aber immer eindeutig aus dem Zusammenhang hervor. Ich sage auch: In 1. Korinther 11 sind am Anfang zeitgebundene Argumente dabei, aber die meisten nicht, eindeutig nicht. Bei diesem Thema ist mir aufgefallen, wie schnell wir einerseits in den Liberalismus abgleiten können, nämlich dann, wenn wir das Wort nicht mehr ernst nehmen. Die Geschichte der Freikirchen lehrt das ganz deutlich. Ich weiß noch, als wir noch DDR-Zeit hatten, da waren wir mit den Baptisten in einem Bund. Wir waren auch bei Bundeskonferenzen mit, und da gab es dann immer Protokolle oder so. Ich habe dann mal irgendwo so ein Buch erwischt, das über die Geschichte der Baptisten berichtet, und habe ein paar Protokolle aus früherer Zeit gelesen. Und ich dachte: Das kann doch nicht wahr sein, die haben die gleichen Aussagen über den Dienst der Frau drin wie wir auch. Das war aber 1905 oder so, oder 1920, ich weiß nicht mehr, also irgendwie aus ganz früher Zeit. Die haben die gleichen Dinge gesagt, und sie haben sie damals von der Schrift abgeleitet. Wir machen das heute noch so. Warum sagen sie das nicht mehr? Die Schrift hat sich seitdem nicht geändert. Du kannst es in allen Freikirchen beobachten. Es gibt leider so eine Bewegung immer zum Schlechteren hin.
Andererseits dürfen wir nicht über die Schrift hinausgehen. Wer biblischer sein will als die Bibel, gerät in Gefahr. Der stellt menschliche Gebote auf und versucht, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, was weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten, wie es Petrus einmal ausdrückt. Ich will damit nicht sagen, dass eine Gemeinde natürlich keine bestimmte Regel haben kann. Aber die Gemeinde soll dann sagen: Wir haben aus dem und dem Grund diese Regel. Weil wir uns nicht immer darüber streiten können, muss einmal Schluss sein, und wir müssen uns einigen: Wir machen es jetzt so, Punkt. Oder wir stellen es grundsätzlich frei. Aber es gibt bestimmte Dinge, die kann man nicht freistellen. Da muss man irgendeine Meinung haben, und dann sollen sich alle unterordnen. Das wäre das Sinnvollste. Aber versteht ihr: Wir wollen nicht festlegen, so muss das gemacht werden, und das, und das, und das, und das. Das ist gefährlich. Man muss sich also hüten, dass man nicht über die Schrift hinausgeht. Man darf bestimmte Ordnungen haben, wie man seine Stühle stellt, meint Halben, oder wie man sonst etwas macht. Bloß muss man wissen: Das ist keine biblische Ordnung. Oder man sagt an der Stelle: Wir wissen es nicht genau, aber wir meinen, es ist so, und deswegen machen wir das. Also ja nicht. Das ist die größte Gefahr, wenn man ein menschliches Gebot, eine menschliche Hilfsannahme oder irgend so etwas zu einem Gebot Gottes hochstilisiert. Da ist der Tod im Topf, das wird Gesetzlichkeit. Das hat damals der Eva das Genick gebrochen, bildlich gesagt.
Ich schließe mit einem letzten, mir sehr wichtigen Grundsatz: Wer versucht, über die Schrift hinauszugehen, gerät in den Sumpf des Pharisäismus. Wer aber hinter ihr zurückbleibt, geht in der Wüste des Liberalismus zugrunde.
Ihr seht, dieses Thema ist schon sehr komplex. Und alle, die darüber sprechen, werden irgendwie mit diesem Konflikt fertigwerden müssen. Vielleicht haben sie nicht alle die gleiche Lösung, wie ich sie euch angeboten habe. Ich meine aber, man kann wenigstens versuchen, diese Lösung nachzuvollziehen. Ich kann sie begründen, ich weiß, wo die Schwachstellen sind. Von daher weiß ich, an welchen Stellen ich sozusagen ein bisschen geduldig wäre, vielleicht sogar tolerant wäre, weil ich weiß, das ist nur eine Hilfsannahme. Es gibt aber andere Stellen, da würde ich nicht nachgeben. Wenn jemand behauptet, eine Frau soll lehren, eine Frau kann Pastor oder Prediger werden, ist für mich eindeutig die Grenze überschritten, denn das kann man nicht verdrehen. Es gibt bestimmte Dinge. Beim Beten würde ich mich nicht darum streiten. Wenn man mich fragt, kann ich das erklären, und so habe ich es euch jetzt erklärt. Aber bei anderen Dingen, die eindeutig sind, da muss man auch eindeutig bleiben.
Das ist halt die Schwierigkeit, in der wir stecken, und in der wir auch gesteckt haben beim gestrigen Thema. Manche Dinge kann ich nur dadurch regeln, dass ich immer wieder den Herrn frage und manchmal eine Entscheidung treffe oder auch manchmal die Brüder frage. Und wenn ich die hinter mir habe, sage ich: Probier es mal, dann mache ich es halt. Ob es beim nächsten Mal wieder so ist, muss ich dann erneut fragen. Es gibt solche Dinge leider in unserem Leben, wie wir es wissen. Aber es gibt auch Dinge, die sind absolut klar, und da darf man keinen Millimeter weichen. Das, was die Schrift sagt, eindeutig sagt, ist klar. Und das wollen wir auch festhalten und nicht darüber hinausgehen.
Ich danke für eure Geduld mit mir, und wenn ihr noch mehr Geduld habt, dann könnt ihr noch fragen, wie ihr wollt jetzt. Ich übergebe erst einmal wieder, wie eine theologische Fakultät.

Praktische Rückfragen zur Lehre, zum Hauskreis und zur Gemeindeordnung

Ja, ja, also ich denke, die Schwester sollte nicht lehren, also biblische Lehre in der Weise an andere Männer weitergeben oder so. Wenn es Kinderarbeit betreffen würde, würde mich das nicht stören, wenn die Schwester zum Beispiel Kinderarbeit unterrichtet, also wie man das macht. Oder wenn die Schwester rein sachliche Fächer macht, wie Deutsch oder so etwas.
Ich habe von einer Schwester gelesen, die das auf einer Bibelschule gemacht hat. Sie hat also voll unterrichtet, zunächst wie ein Bibelschullehrer. Sie hat sich aber wirklich mit diesen Stellen auseinandergesetzt und zuletzt immer weniger gemacht, bis sie dann letztlich gesagt hat, sie sollte das eigentlich gar nicht machen. Aber ich würde es nie anstreben. Zum Beispiel bei Burgstädt, wir haben eine Bibelschule. Ich käme nicht auf die Idee, das anzustreben. Erstens gibt es genügend Brüder an der Stelle.
Es gibt große Bibelschulen, die durchaus eine Schwester haben, die Deutsch unterrichtet, Englisch, solche Sachen, ganz sachliche Dinge, manchmal sogar Griechisch. Da gibt es für manche Schwestern dann selbst die Aussage: Okay, hier überschreite ich schon die Grenze. Aber manche sehen es eben nicht so weit. Sie haben aber den wesentlichen Grund: Wir haben so eine große Bibelschule, wir haben so eine große Lehrerschaft und keine einzige Schwester, die sich auch seelsorgerlich um die Schülerinnen kümmern kann. Es ist eine ganze Menge da. Das ist für mich ein praktischer Grund, den ich akzeptieren würde. Aber es sollte jetzt wirklich nicht biblische Lehre direkt weitergeben. Das wäre für mich eine klare Überschreitung.
In Bezug auf Frauen als Autorinnen würde ich sagen: Ja, weil wir haben das am Anfang gesehen, und das war auch so in Israel. Es gab ja Prophetinnen, die haben durchaus auch Männern etwas gesagt, aber das war immer im privaten Bereich. Aquila und Priscilla: Da wird auch einmal, wenigstens oder sogar mehrmals, die Priscilla an erster Stelle genannt. Die Frau hat den beiden wirklich geholfen, und auch die Frau unter Umständen sogar als Führende, die den Apollos unterwiesen haben, aber im privaten Bereich. Das ist voll okay.
Dazu würde es also durchaus passen, wenn deine Schwester ein Buch schreibt, das du dann für dich liest. Oder wenn sie ein Lied schreibt. Ja, manche gehen dann so weit und sagen: Ja, die darf das nicht. Wir haben in unserem Liederbuch Lieder von Schwestern, da darf man gar nicht singen. Das ist hanebüchen. Man macht sich also lustig. Das ist ein Ausdruck. Man macht sich lustig über biblische Anweisungen und versucht, sie zu karikieren. Aber aus dem biblischen Zusammenhang geht es eigentlich eindeutig hervor. Da hätte ich also keinerlei Probleme damit.
Ich wäre ein bisschen vorsichtig, wenn sie jetzt Dogmatiken schreiben würde oder so. Auch Brüdergemeinden haben eine gute Tradition. Ihr habt hier so ein dickes Buch, dort liegt es, glaube ich, auch. Nein, das ist es nicht. Aber es gibt so ein ähnliches dickes von der Gertrud vom Wasserzug, die durchaus gelehrt hat. Wie bitte? Ja, hat auch da gelehrt, lange, ja, ja. Also es ist eine Frage, aber okay, sie ist beim Herrn. Ja, was denn? Ich bin der Überzeugung, sie ist wirklich beim Herrn und deswegen nicht verloren gegangen. Wird da nichts mehr aufgenommen? Ja, okay. Oder vorsichtig, bitte.
Natürlich wird sich die Schwester da beteiligen, an Fragen oder so. Wenn sie betet, würde ich sagen, es wäre gut, wenn sie ihr Haupt bedeckt. Gerade um so ein Prinzip deutlich zu machen: Ich stehe jetzt vor Gott. Wenn sie eine Botschaft weitergibt, also gemeint ist wohl bei Prophetie irgendwie eine, also nicht so sehr eine lehrmäßige Botschaft, sondern eine Botschaft, die eher seelsorgerlich ist oder die die Zuhörer persönlich treffen soll.
Der Prophet war im Alten Testament immer der Sprecher Gottes. Der hat weitergesagt, was Gott ihm für das Volk aufgetragen hat, und das war praktisch fast immer ein Bußruf, zum Beispiel, dass sie umkehren sollen. Manchmal hat er auch Dinge für die Zukunft geweissagt gesagt, das hing damit meistens zusammen. Manchmal hat er auch schöne Verheißungen sagen können, aber das Wesentliche ist immer der Bußruf gewesen, also die Anrede an die Leute. Und ich denke, das ist auch heute Weissagung, dass man das zwar nicht von Gott unmittelbar bekommt, sondern mittelbar durch sein schriftlich gegebenes Wort.
Also ist es ein klein wenig anders als in der allerersten Zeit der Christenheit, wo Weissagung auch noch direkt war wie im Alten Testament, weil es zur Entstehung des Neuen Testaments auch zum Teil beigetragen hat. Also im Hauskreis hätte ich keine Probleme. Es ist wirklich schwierig, wir haben die Praxis dann auch erlebt, wenn aus dem Hauskreis Gemeinde wird. Also bis heute haben alle munter mitgemacht, und jetzt sagen wir: Jetzt sind wir Gemeinde, und jetzt geht es auf einmal nicht mehr. Das ist sehr schwierig, so ein Übergang. Da muss man sich gut überlegen, wie man das klärt und macht.
Ich weiß auch, dass in einer Gemeinde mir jemand erzählt hat, wo Schwestern einen Hauskreis geleitet haben, zwei Schwestern, und sich wirklich schwarz geärgert haben, als dann sozusagen Gemeinde daraus wurde und sie nichts mehr zu sagen haben sollten, und sehr rebelliert haben dagegen. Deswegen ist meine Haltung zur Schrift äußerst wichtig. In welcher Haltung gehe ich überhaupt? Grundsätzlich: Will ich denn gehorchen oder will ich es nicht? Okay, weitere Fragen.

Fragen, Grenzen und die praktische Steuerung von Gesprächen

Wenn die Gemeinde das so sagt, ist das in Ordnung. Wenn die verantwortlichen Mütter sagen: Ja, wir möchten jetzt, dass die Schwestern das tun, dann tritt sie nicht in irgendeiner Weise hervor, sodass sie sagt, sie bete. Sie erzählt etwas von sich, sie will auch nicht etwas steuern, was man durch gezielte Fragen sehr wohl machen kann.
Ich halte es für möglich, aber es ist so ein Grenzfall. Das muss die Gemeinde entscheiden. Es ist genauso, wie eine Missionarin einmal von ihrer Arbeit berichtet hat. Manche Gemeinden sagen dann eben: So, jetzt haben wir keine Versammlung gewollt, dass sonst donnerstags oder in der Bibel, schon wann ihr Tag ist, würden sie es nicht erlauben, und da machen sie es halt.
Wir sind manchmal inkonsequent, ja, aber das sind wir alle. Auch unsere Sprache und alles ist manchmal inkonsequent. Aber ich möchte wenigstens, dass man weiß, was die großen Linien sind, und dass man sich befleißigt, so gut wie möglich daran festzuhalten, ohne sich wie die Pharisäer alle möglichen Zusatzregeln auszudenken. Das ist für mich ein Horror, weil nämlich die Pharisäer sich immer gleichzeitig auch ausgedacht haben, wie man sie umgehen kann. Das kommt dann immer automatisch, und das geht sehr weit weg vom Herrn. Dann hat man noch schematische Regeln, aber man ist nicht mehr wirklich beim Herrn und seinem Wort.
Okay, noch Fragen. Ja, bitte!
Das mit der Kopfbedeckung kommt eigentlich näher zu dem Raum, wo eine gemischte Gruppe zusammen ist, weil da die Schöpfungsregeln sozusagen beachtet werden müssen. Aber wenn keine gemischte Gruppe zusammen ist, dann bleiben die Schöpfungsregeln allein.
Also, ich habe das wirklich irgendwie nicht ganz. Wenn keine gemischte Gruppe, wenn eine Frau alleine betet oder wenn sie in der Kinderschule am Schluss oder am Anfang betet, da ist die Schöpfungsaussage von Herrn es genauso.
Okay, ich verstehe. Das ist meine Meinung, und dieses Argument, das du jetzt hast: Die Ordnung ist prinzipiell natürlich da, aber sie verletzt sie nicht. Sie stellt sich nicht über andere. Wenn aber Männer da sind, in einer gemeinsamen Versammlung, sollten die Männer das leiten. Wenn die Frau das dennoch macht, soll sie deutlich machen: Ich stelle mich nicht darüber, sondern ich stelle mich hinein.
Aber okay, du kannst das auch so machen. Manche sagen auch das Argument mit den Engeln um der Engel willen, was keiner richtig erklären kann, schlüssig ist eine der schwierigsten Stellen, auch abgesehen von der Vollmacht. Ja, aber die sagen ja, die Engel sehen ja trotzdem, auch wenn ich alleine bete. Es ist keinesfalls ein Fehler, wenn du es alleine machst. Für mich ist es am plausibelsten, das ist mein Grund, ja, wenn es ist, wenn Männer und Frauen zusammen sind. Aber wenn du es machst und da auch deine Haare bedeckst aus dem Grund, ich will die Schöpfungsordnung da auch wahren, okay. Ich würde das nicht unbedingt für nötig halten, aber ich würde es niemals als einen Fehler ansehen.
Alles klar, danke.
Ja, okay, gut. Ja, bitte.

Lehrgespräch, Fragen und die Grenze zur Steuerung

Hier ist mir die Frage, ob das wirklich eine zeitgeschichtliche Sache ist, noch mit diesen Fragen damals, weil das eine viel größere Rolle spielte als heute. Das Lehrgespräch in einer Gemeinde, ihr müsst euch vorstellen: Korinth hatte ja fast noch nichts.
Wenn ich noch einmal auf die Chronik verweise, in dem nächsten Buch, das ich schreiben möchte, an dem ich eigentlich jeden Tag arbeite, will ich mal versuchen, das deutlich zu machen. Vielleicht gebe ich mal ein Neues Testament heraus, in einer Übersetzung, in der es wirklich chronologisch angeordnet ist, alle Briefe, alle Schriften. Dann sieht man einmal, wenn man den ersten Korintherbrief liest, welche Schriften damals überhaupt schon in der Christenheit vorhanden waren, also überhaupt schon geschrieben waren. Und selbst wenn sie geschrieben waren, ist das noch kein Beleg dafür, dass sie auch schon in Korinth waren.
Das heißt: Vielfach sind die Versammlungen so abgelaufen, dass man über viele Dinge noch nicht Bescheid wusste. Man hat wiederholt, was die Apostel gesagt hatten. Das hatte man aber nur mündlich, aus der Zeit, als Paulus am Anfang einmal dort war. Dann hatte man das Alte Testament. Darin konnte man studieren, aber man musste es auch anwenden. Predige mal über Jesus nur aus dem Alten Testament. Das geht bei Jesaja 53 ganz gut, aber bei anderen Stellen wirst du schon Schwierigkeiten haben.
Und da spielten Fragen noch eine große Rolle. Ihr habt ja jetzt auch Fragen, wie ist dies und jenes? Man möchte manche Einzelfallregelungen haben, die man nicht immer geben kann. Und damals war das noch schwerer. Es ist bis heute eine Regel: Bei einer Gesprächsführung wird durch Fragen ein Gespräch gesteuert, und es geht in die Richtung, in die man fragt. Das spielte damals auch in dieser Weise eine große Rolle.
Bei den Juden, als der Herr Jesus noch klein war, ging er ja in die Synagogenschule, und die anderen auch. Die Lehrmethode war so, dass der Lehrer sehr bald die Schüler, nachdem sie dann natürlich lesen konnten oder so, wenn der Schüler eine Frage gestellt hat, nicht selbst antwortete, sondern einen anderen Schüler antworten ließ. Und dann brachte wieder jemand ein Gegenargument, ein anderer Schüler. Die haben also miteinander richtig diskutiert. Dadurch hat sich eine Lehre herauskristallisiert.
In dieser Weise hat zum Beispiel der zwölfjährige Jesus im Tempel mit den Schriftgelehrten gesprochen. Der hat sie gefragt, und die staunten über seine Weisheit und auch über seine Antworten. Das war also eine Lehrmethode, die damals ganz typisch war, und ich vermute, dass das dahinter steckt.
Wir haben es also in der Praxis in einer kleinen Gemeinde, in der ich längere Zeit war, so gemacht, dass wir gesagt haben: Natürlich kann die Schwester eine Frage stellen, jetzt in der Bibelstunde, nicht am Sonntag. Und wir sprechen darüber. In Hammerbrücke machen wir es so, das ist eine große Gemeinde, da ist es nicht üblich, da machen wir das auch nicht. Aber da haben wir einen Fragekasten. Und wir ermuntern auch dazu.
Ich hatte mal ein Thema, da ging es, ich habe es gestern erwähnt, um die Taufe, weil die Kindertaufe da wieder irgendwie Stimmung gemacht hatte im Dorf von der evangelischen Kirche her. Dann sagen wir: Gut, wir reden mal drüber. Ich sage auch: Ich predige mal drüber, aber ich möchte eure Fragen haben. Ich möchte wirklich euer Wissen, worüber ich, oder was ich ansprechen soll bei diesem Thema. Gebt mir die bitte schriftlich oder tut sie in den Kasten oder wie auch immer.
Ja, auf diese Weise geht es auch. Man kann es ganz elegant lösen. Man kann auch zu Hause den Mann fragen, und er fragt in der nächsten Bibelstunde. Botswenni hat mal gesagt: Leute, das ist gar nicht so dumm. Und die haben sich schon überlegt, also die biblischen Ordnungen haben immer sehr viel mehr Wert als alles, was wir uns ausdenken. Auch wenn man sich streng daran hält, also im wörtlichen Sinne, so wie man es halt versteht, da entsteht die Frage: Ja, und was ist, wenn die Frau intelligenter ist als der Mann? Das kommt vor einer Ehe vor. Und sie merkt, und der Mann kann ihre Frage gar nicht beantworten. Sie soll ihn dennoch fragen, sagt Wotschmini, und sie soll ihn wieder fragen, wenn er nächstens die Antwort nicht weiß. Sie bringt den Mann dazu, dass er selber fragt und sich die Antwort holt bei einem Bruder, der mehr weiß als er, und dann die Antwort bringt.
Sie ist dem Mann ein großer Segen gewesen. Sie hat ihn nicht bloßgestellt: Du bist zu dumm, mir die Frage zu beantworten. Sondern sie hat ihm geholfen, dass er weiter gelernt hat. Das finde ich überhaupt nicht dumm und nicht lächerlich, wenn man so handelt. Wer also die Haltung vor Gott hat, der wird das Richtige tun, denke ich.
Ja, also gut, so würde ich es handhaben. In einer kleinen Gemeinde war all dies in der Bibelstunde oder im Hauskreis sowieso möglich. Ja, es geht ja um diese Versammlung. Das ist jetzt die Frage. Wenn diese Version so stimmt, wie ich sie dargestellt habe, dass in einer Gemeindeversammlung das nicht sein soll, und was man jetzt als Gemeindeversammlung definiert. Da gibt es aber Unterschiede in den Gemeinden, und von daher wird es an diesem Punkt dann auch die entsprechenden Unterschiede geben.
Im Hauskreis. Im Hauskreis. Im Hauskreis.
Und jetzt geht es sich ja so, dass ich keine Frage stelle, ob die Antwort ergab, dass ich keine Frage stellte, was zu tun hat. Möchtest du einen Einfluss ausüben, der vermutlich nicht besonders geistlich ist? Du willst etwas Bestimmtes erreichen. Das wäre die Frage, ob das okay ist.
Man kann unter Umständen also, das geht eigentlich um Lehrgespräch, dann ja. Und was ich gesagt habe, steht so nicht in der Schrift. Da steht: Fragen. Das andere ist jetzt Auslegung von mir. Das sollte jetzt nicht so auf die Goldwaage gelegt werden. Wirklich, wir müssen das unterscheiden. Ich meine, das aus der damaligen Zeit heraus erklären zu können, aber es ist nicht das Wort selbst. Das Wort sagt: Wenn Sie etwas wissen wollen, sollen Sie zu Hause Ihre Männer fragen. Punkt.
Das bezieht sich aber jetzt auf die Gemeindeversammlung, also wo alle zusammen sind. Das würde sich nach meiner Meinung nicht auf Hauskreise beziehen. Und man sollte sowieso nie ungeistlich sein und in eine böse Richtung steuern.
Ja, ich verstehe. In der Jugendstunde ist das ein ganz legitimes Prinzip. In der Jugendstunde, sage ich. In der Bibelstunde würde ich es meiner Frau nicht empfehlen. Da übernimmst du eindeutig eine Führung oder so. Ich würde mich zumindest zurückhalten, wenn ich das nicht verstanden hätte. Ich würde auch niemals so eine Frage stellen. Also wenn ich in der biblischen Stunde leide, glaube ich schon, dann kann ich Fragen stellen, die auch ein bisschen provozieren, um die Leute herauszulocken.
Wenn irgendein Teilnehmer das macht, reißt er automatisch die Leitung an sich in diesem Gespräch. Da hätte ich schon ein bisschen Bedenken. Ich würde es nicht empfehlen, würde es auch nicht gut finden, wenn eine Schwester das macht. Denn ich will provozieren. Also in der Jugendstunde habe ich eindeutig die Leitung, das ist für mich kein Problem, auch wenn eine Schwester das macht. Ja, um die Leute herauszulocken.
In der Bibelstunde, wo andere Männer das, und eigentlich andere die Leitung haben sollten, da wäre ich schon sehr viel zurückhaltender, würde ich jedenfalls nicht empfehlen. Prinzipiell kann man es machen, aber wenn man sowieso die Leitung hat. Für Teilnehmer finde ich das in jedem Fall blöd, wenn sich jemand an einem Gespräch beteiligt und nur eine Frage stellt, um zu provozieren. Das ist dann so in dieser Steuerungsrichtung.
Also ich hätte Bauchschmerzen dabei, mir wäre nicht wohl. Ich würde versuchen, das irgendwie, ich weiß nicht, was ich da machen würde, irgendwie hinzukriegen.

Danke!

© 2024 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 2024.08);

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