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Jesaja heute predigen

Jesaja29.10.2015
Event•Teil 10 / 11Spurgeon-Konferenz 2015
Wie wird aus Jesaja keine Vorlesung, sondern echte Hilfe für heute? Entscheidend ist, ob du den Text so übersetzt, dass er Kopf, Herz und Alltag trifft – nicht nur dein Wissen füttert.

Dank und Rückblick auf die gemeinsame Zeit

Als wir diese letzte Session beginnen, möchte ich noch einmal kurz mit ein paar Worten der Dankbarkeit beginnen und euch mitteilen, dass ich mich sehr über die letzten Tage gefreut habe. Es ist immer eine Freude, die Gemeinschaft zu haben, die wir zusammen haben. Und ich bin euch nicht nur dankbar für eure Mitarbeit und Anteilnahme hier an dieser Reihe über Jesaja, sondern auch für all die privaten Dinge, die ihr mir aus eurem Leben mitgeteilt habt.
Ihr repräsentiert hier in Deutschland etwas, und ich bete für euch für die Zukunft. Es ist immer eine Freude, wirklich gleichgesinnte Brüder und Schwestern zu treffen, und ich werde voller Freude und Dankbarkeit heimgehen nach England über all das, was ich hier gesehen habe und was ihr hier in Deutschland bewegt.
Jemand unter euch hat mich nach Kommentaren zum Propheten Jesaja gefragt, und zwar auf Englisch. Wenn du dich noch etwas mehr mit dem Propheten Jesaja beschäftigen möchtest, dann möchte ich dir diese drei Autoren vorstellen. Sie sind in einer absteigenden Reihenfolge der Schwierigkeit. Je weiter es heruntergeht, desto einfacher wird es.
Wenn du also auf einem wirklich guten, populären Niveau mit dem Verständnis von Jesaja beginnen möchtest, etwa für deine stille Zeit, dann ist der australische Autor Barry Webb eine sehr gute Empfehlung. Er hat einen sehr erbaulichen Kommentar zum Propheten Jesaja geschrieben. Er ist in der Serie BST, Bible Speaks Today, erschienen. Das Buch heißt The Message of Isaiah.
Ein guter Kommentar, aber nicht zu komplex, mit Blick auf den hebräischen Text, ist der von Alec A. Motyer. Von diesem Autor gibt es einen sehr guten Kommentar, der auch mit dem hebräischen Text arbeitet, aber noch nicht ganz so schwer ist. Dieser Mann war der Lehrer von David Seaman, und er hat ihm auch alles Hebräisch beigebracht, was David heute kann. Der Kommentar ist bei Inter-Varsity Press erschienen und gehört zur Tyndale-Auslegungsreihe.
Aber ich denke, der größte und wirklich hilfreichste Kommentar ist der von John Oswalt. Er gehört zur New International Commentary on the Old Testament, kurz NICOT. Das ist eine zweibändige Ausgabe. Es gibt aber auch einen einbändigen Kommentar in der Reihe, die Zondervan produziert hat, der NIV Application Commentary. Diese Sonderausgabe ist eine sehr gute Einbandausgabe und legt besonderen Wert darauf, biblische Wahrheit auf das heutige Leben anzuwenden. Von diesem Gesichtspunkt her ist sie wirklich sehr hilfreich für Prediger und Lehrer.
Das sind also die drei Empfehlungen, die ich habe, und sie sind in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erhältlich.
Das Thema unseres letzten Vortrags ist, wie wir Jesaja heute predigen können. Ihr seht in den Notizen viele Dinge, über die wir schon gesprochen haben, also werde ich nicht alle Notizen noch einmal durchgehen. Ihr seht in euren Skripten, dass vieles von dem, was wir jetzt besprechen werden, bereits behandelt wurde. Deshalb werde ich mich jetzt nicht so detailliert am Skript entlangarbeiten.
Wenn ihr euch zwei Illustrationen merkt, die wir verwendet haben, dann wäre das sehr gut. Die eine war das Bild vom Auto, das die Straße herunterkommt und euch überfahren würde, sodass ihr jetzt handeln müsst im Licht der Zukunft. Dieses erste Bild erklärt uns, was Prophetie ist. Es ist auch gut, das zweite Bild in Erinnerung zu rufen, nämlich das mit den drei Hügeln: der historische Zustand, was es auf Christus hin zu sagen hat und was der eschatologische, endgültige Aspekt ist. Das ergibt uns sozusagen ein gutes Gerüst für die Prophetie.
Die Arten von Fragen, die wir uns stellen müssen, wenn wir uns mit so einem Text auseinandersetzen, sind die Fragen, die ihr in den Arbeitsblättern bei den Gruppenarbeiten hattet. Woran wir uns erinnern müssen, ist, dass die Propheten aufgrund all dessen kommen, was Gott bereits im Alten Testament offenbart hat. Die Art und Weise, wie Gott sich seinem Volk Israel offenbart hat, war die Grundlage der Bündnisse, nämlich einerseits des Bundes der Gnade, andererseits auch des Bundes des Gesetzes. Die Propheten wurden in ihrer Zeit zum Volk Israel gesendet, um diese Bündnisse dem Volk zu predigen. Sie sind sozusagen Mittler zwischen Gott und Israel, weil sie für Gott zu Israel sprechen. Sie geben aber nicht einfach nur Informationen weiter, sondern sie sind Prediger. Sie wollen Leben verändern.
Unser Problem kann sein, dass wir uns sehr akademisch für den Text interessieren und sehr gebildet sein wollen, aber vergessen, dass Predigen kommuniziert mit den Menschen vor uns. Einer meiner Studenten in London hatte einmal einen Vortrag gehalten, der voller akademischer Details war. Es war ungefähr so, als würde man ein Blatt lesen, bei dem man nach jedem Satz gleich die Fußnote mitliest. Und ich sagte zu ihm: Nun, das war jetzt eine Übungspredigt für den Sonntagsgottesdienst, und wenn ich sonntags im Gottesdienst sitzen würde, könnte ich gar nicht damit klarkommen. Ich wüsste gar nicht, was ich damit anfangen soll. Er sagte darauf: Ja, aber du würdest dann sehen, dass dein Pastor sehr gebildet ist. Also sagte David zu ihm: Tu Buße. Es dreht sich nicht um dich und darum, dass du sehr gebildet bist. Es geht darum, dass du die Gabe der Lehre nutzt, damit du Gottes Brot brichst und austeilst für Gottes Volk.
Die Predigt will immer eine Veränderung im Leben des Volkes Gottes bewirken. Es beginnt natürlich immer mit einer Änderung im Verstand des Menschen, und dann geht dies über in eine Veränderung des Herzens, was sich wiederum praktisch auf das Leben auswirkt. Es ist natürlich möglich, Jesaja so zu verkündigen wie eine akademische Vorlesungsstunde, und das hat auch seine Berechtigung in einem akademischen Kontext. Aber das ist eben nicht der Kontext des sonntäglichen Gottesdienstes.
Manchmal verbringen wir wirklich die Woche mit diesem Text in der Vorbereitung, aber dann vergessen wir dabei, dass die Gemeinde eben nicht diese Vorbereitungszeit hatte. So Jesaja heute zu predigen bedeutet also, dass wir den Text aus der Welt und dem Umfeld Jesajas nehmen und ihn in das heutige Umfeld transportieren, damit die Menschen verstehen, was er für sie bedeutet. Wisst ihr, was die Definition einer Vorlesung ist? Es ist Information, die von den Notizen des Dozenten zu den Notizen der Studenten gelangt, ohne durch den Verstand von einem der beiden zu gehen. Ich war in solchen Vorlesungen, und ich vermute, ihr auch. Der Dozent läuft auf Autopilot, und wir hören auch auf Autopilot zu.
Predigen dagegen engagiert den Verstand, erweicht das Herz und stärkt den Willen. Wenn ich also verstanden habe, was es bedeutet, muss ich darüber nachdenken, wie ich es den Menschen vermitteln kann.
Kann ich mit euch etwas teilen, was vielleicht für euch hilfreich sein kann, die ihr euch als Lehrer und Prediger vorbereitet? Menschen kommen immer wieder zu mir und fragen: Wie lange braucht man denn, bis man so eine Predigt vorbereitet hat? Und David sagt dann immer: Wie viel Zeit hast du denn? Es geht nicht darum, wie viel Zeit du hast, sondern wie gut du deine Zeit nutzt. David hat eine gewisse Methode, mit der er seine Predigten vorbereitet, und sie hilft ihm, und vielleicht hilft sie auch euch. Es ist kein Gesetz Gottes, das er euch jetzt mitteilen wird, aber er hat über die Jahre gesehen, dass das sehr hilfreich ist.
Teile deine Vorbereitungszeit am besten in vier Abschnitte. Wahrscheinlich brauchst du acht bis zehn Stunden für eine gute Predigt. Diese Abschnitte haben dann jeweils etwa zwei bis zweieinhalb Stunden Zeit. Das sind vier Abschnitte.
Wenn du also eingeladen wirst, eine Bibelstunde, eine Predigt oder auch eine Sonntagsschule zu halten, dann schreib dir in deinen Terminkalender nicht nur den Termin, sondern auch deine Vorbereitungszeiten hinein. Denn ich bin mir ziemlich sicher: Wenn du deine Vorbereitungszeit nicht in den Terminkalender schreibst, wirst du sagen, ja, ich nehme mir irgendwann die Zeit zum Vorbereiten, aber du wirst es wahrscheinlich nicht tun und dann schlecht vorbereitet sein. Jesaja heute zu predigen beginnt also mit der Kontrolle über den eigenen Terminplaner. Wann wirst du deine Vorbereitung tun? Das musst du dich fragen.
Wie nutzen wir nun die Zeit der Vorbereitung? Ich würde, wie gesagt, vier Abschnitte von jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden gebrauchen. Im ersten Abschnitt würde ich das machen, was ich Exegese nenne. Exegese heißt sozusagen, aus dem Text diese Wahrheit herauszufiltern, was er bedeutet. Exegese stellt die Frage: Was will mir dieser Text mitteilen? Du gehst also durch den Text, Vers für Vers, schaust, was dort steht, und versuchst, die Bedeutung in deine eigenen Worte zu fassen.
Am Ende deiner zweistündigen Sitzung möchtest du in der Lage sein, deinen Themensatz zu formulieren. Und wir haben das ja bereits in unseren Gruppenarbeiten gemacht; das ist wirklich eine gute Übung, um die Kernaussage des Textes zusammenzufassen. Schließ die Bücher, und geh und tu 24 Stunden lang etwas anderes. Dann betest du am Ende dieser Exegese, schließt deine Bibel und tust für 24 Stunden etwas anderes. Wenn David an einem Sonntag predigt, dann ist das seine Dienstagsaufgabe: zwei Stunden am Schreibtisch sitzen und die Exegese schreiben.
24 Stunden später kommt der zweite Abschnitt, die Exposition, und dann am Tag danach, am Mittwoch, in der zweiten Stunde, kommt sozusagen die Auslegung. Jetzt frage ich nicht mehr: Was bedeutet die Passage? Sondern: Was bedeutet die Passage? Was will sie mir konkret sagen? Am Dienstag frage ich: Was steht da? Und dann frage ich mich bei der Auslegung am Mittwoch: Warum steht es da? Warum steht es da so, wie es geschrieben steht? Warum folgt dieser Satz diesem Satz? Was hatte sich der Autor dabei gedacht, als er diesen Leuten diese Botschaft mitteilte?
Ihr seht schon, da bewegen wir uns dann vom Text hin zur Predigt. Wenn ich Jesaja so predige, wie ein Mensch, der im siebten Jahrhundert vor Christus lebte, dann bin ich kein guter Prediger. Ich lebe nämlich im einundzwanzigsten Jahrhundert und ich spreche zu Menschen, die im einundzwanzigsten Jahrhundert leben. Deshalb muss ich diese Warum-Frage stellen, weil sie mir hilft, den Text den Menschen zu verkündigen. Denn wenn ich verstehe, warum der Text da geschrieben steht, dann verstehe ich auch, warum er für mich im einundzwanzigsten Jahrhundert Bedeutung hat.
Am Ende dieser Auslegung soll sozusagen der Zielsatz stehen, so wie wir es gestern in der Gruppenarbeit gemacht haben. Und der Zielsatz soll das beinhalten, was mein Gebetsanliegen ist: dass Gott durch diese Predigt in seinem Volk, in der Gemeinde, etwas tut. Merkt euch das: Es ist nicht nur das Ziel des Textes, sondern auch das Ziel der Predigt. Die Frage ist also: Warum möchte ich diese Botschaft verkündigen? Was möchte ich, dass Gott dadurch bewirkt?
Dann brauche ich Arbeit und brauche einen Kaffee, und der Hund muss wieder 24 Stunden spazieren. Das bringt uns dann zum Donnerstag. Am Donnerstag möchte ich sozusagen das Gerüst oder die Gliederung der Predigt formulieren. Da stelle ich mir die Frage: Wie ordne ich all diese Informationen und Dinge, die ich in meiner Exegese und Auslegung gelernt habe, so an, dass ich sie in meiner Predigt gut vermitteln kann? Denn ich habe ja dienstags und mittwochs sehr viele Details und Informationen gesehen, und jetzt muss ich das irgendwie in eine 20-Minuten-Predigt packen.
Du hast sehr viele Ideen geboren, Gedankenkinder, die dann sagen: Nimm mich für die Predigt, nimm mich für die Predigt. Und du musst sehr klar zu deinen Kindern sagen: Nein, ich kann euch nicht alle nehmen. Aber wenn du einen Themensatz und einen Zielsatz formuliert hast, dann hilft es dir, herauszufiltern, was wichtig ist und was nicht so wichtig ist. Und es wird dir helfen, am Schluss dieses Arbeitsabschnittes eine Gliederung zu verfassen. Dann kannst du sehen: Vielleicht habe ich zwei Punkte, drei Punkte oder vier Punkte, aber was auch immer der Abschnitt vorgibt, das zeigt mir, wie viele Punkte ich habe.
Und das würde ich dann dazu führen zu sagen: Ja, ich habe zwei, drei oder vielleicht auch vier Punkte, aber letztendlich immer das, was der Abschnitt mir an verschiedenen Gedankengängen sagt. Wenn du nämlich zwölf Punkte hast, dann ist dein Abschnitt etwas zu groß. Du entscheidest natürlich, wie lange du predigen wirst. Zwanzig Minuten, zwanzig bis dreißig Minuten, ist eigentlich das Normale. Ich spreche jetzt in einer Kirche, die nicht an biblische Predigt gewöhnt ist, und deshalb kann ich nicht länger als fünfzehn Minuten sprechen. David ist manchmal in einer Gemeinde, die es nicht gewohnt ist, biblische Predigten zu hören, und deswegen predigt er dort nur etwa fünfzehn Minuten. Das ist auch für mich als älterer Herr eine sehr gute Übung.
Aber es kam schon einmal eine alte Frau zu ihm und sagte: Fünfzehn Minuten, das ist viel zu lang. Als diese alte Dame noch ein junges Mädchen war, hatte ihr einmal ein Prediger gesagt: Niemals länger als elf Minuten predigen. Im christlichen Leben begegnet man manchmal ganz merkwürdigen Menschen, oder?
Aber was du herausarbeiten musst, ist: Was kann ich in dieser Zeit tun? Sagen wir, du hast fünfundzwanzig Minuten. Was kann ich in diesem Zeitraum bewegen? Du musst dir also in deiner Vorbereitung darüber Gedanken machen. Wenn ich fünfundzwanzig Minuten habe und eine Einleitung machen möchte, die die Zuhörer an das Thema heranführt, dann verwende ich dafür etwa drei Minuten. Dann habe ich noch 22 Minuten. Die Schlussfolgerung soll sehr klar und gut ausgearbeitet sein; sie sollte etwa vier Minuten brauchen. Dann habe ich noch 18 Minuten. Und vielleicht habe ich drei Punkte für meine Predigt. Das heißt also, dass ich für jeden Punkt etwa sechs Minuten habe. Vielleicht ist es aber so, dass mein zweiter von den drei Punkten etwas größer, detaillierter und wichtiger ist, sodass ich dort etwas mehr Zeit brauche, vielleicht acht oder neun Minuten. Dann habe ich vielleicht noch viereinhalb Minuten für Punkt eins und Punkt drei.
Du wirst sagen: Das macht mich ganz verrückt. Nein, es macht dich wirklich zu einem sehr klaren Prediger. Denn wenn du dir nicht Gedanken darüber machst, wie viel du in deiner Zeit mitteilen kannst, dann wirst du deine Zeit nicht gut nutzen. Vielleicht habt ihr schon einmal von Winston Churchill gehört. Winston Churchill sagte, dass der Unterschied zwischen einem großen und einem mittelmäßigen Mann darin besteht, dass der große Mann den Unterschied zwischen zehn Minuten und fünf Minuten kennt. Mit anderen Worten: Wenn du ein guter Prediger und ein guter Sprecher werden willst, dann musst du wissen, was du in einer bestimmten Zeit vollbringen kannst.
Ich muss mir aber auch Gedanken darüber machen, wie ich die Hauptpunkte gestalte. Wir haben auf der Konferenz darüber gesprochen, wie ich am Radar unten vorbeikomme. Wie erkläre ich diese Punkte als wirkliche Lehrpunkte und nicht nur als Informationsinhalte? Wir können auf Konferenzen sein, und sie sind sehr gut für uns, aber wenn wir diese Arbeit nicht tun, wird es nie in der Kirche verstanden werden. Wir werden niemals unsere Botschaft wirklich in das Gemeindeleben transportieren. Wir brauchen also genug Liebe für unsere Gemeinde um uns herum, damit wir uns diese harte Arbeit auf uns nehmen und diese Struktur vorher formulieren.
Und nun kommen wir zum Freitagmorgen. Am Freitag denke ich darüber nach, wie ich das ganze Material präsentieren möchte. Da muss ich also erarbeiten, was ich genau sagen möchte, wie ich mein Material mitteilen möchte.
Für mich schreibe ich den größten Teil des Lehrmaterials gern vollständig aus. David schätzt es am liebsten, wenn man den Großteil des Materials ganz ausschreibt. Das gibt ihm Ruhe, weil er weiß, er hat seinen Inhalt vor sich liegen, und er kann sich dann ganz auf die Gemeinde konzentrieren. Er hat nicht das beste Gedächtnis, und wenn er es nicht ganz ausformuliert, kann es sein, dass er wichtige Dinge vergisst. Es entspannt ihn, wenn er weiß: Ja, das habe ich mir erarbeitet, und das liegt jetzt vor mir, wenn ich predige.
Aber nicht jeder funktioniert so. Manche Leute schreiben nicht alles aus. Sie haben vielleicht einfach nur ein Blatt mit ein paar Stichpunkten. Das liegt entweder daran, dass sie sich vorher wirklich sehr, sehr viel Zeit genommen haben, die Dinge durchzudenken und auch ins Gedächtnis zu bekommen, oder es liegt einfach daran, dass sie sehr faul sind und sich gar nicht die Arbeit gemacht haben. Normalerweise kann man das sehr schnell sagen, wenn es bei einem Prediger so ist.
In England ist es gerade angesagt, dass junge Prediger oft ohne Skript predigen. Das wird als sehr gut angesehen, weil man dann ohne Bindung an Papier kommuniziert. Aber wenn ich solchen Predigern zuhöre, höre ich sie dasselbe mehrmals sagen. Und ich weiß, was in ihrem Kopf passiert: Sie denken, was ist das Nächste, was ich sagen will? Und bis mir bewusst wird, was ich als Nächstes sagen wollte, wiederhole ich einfach noch einmal, was ich gerade schon gesagt habe. Und in der Stille schreit dann die Gemeinde: Wie lange noch, wie lange noch?
Es ist also viel besser, wirklich sehr präzise und klar zu sein und seine Gemeinde Stück für Stück durchzuführen. Lehnt es also nicht ab, euch Notizen zu machen; sie können wirklich eine große Hilfe sein. Aber wichtig ist, dass du deine Notizen so schreibst, wie du sie auch mitteilen möchtest. Es ist interessant, dass manche Prediger, die sehr gute Sprecher sind, wenn sie ein Skript schreiben, das, was sie gesagt haben, nicht gut lesen. Also ist es bei manchen guten Predigern so: Wenn du ihr Skript liest, nimmst du überhaupt nicht so viel mit. Wichtig ist, dass du es so niederschreibst, wie du es auch weitergeben möchtest.
Vielleicht sagst du jetzt: Hm, auf der anderen Seite aber auch so. Denn ich möchte eben den Übergang von einem Punkt zum nächsten sehr klar und verständlich machen. Aber jeder von euch muss seinen eigenen Weg finden, wie er sich die Notizen am besten schreibt. Als junger Pastor arbeitete ich unter einem Seniorpastor, der eine einzigartige Weise hatte, seine Notizen zu schreiben. Er schrieb seine Notizen direkt auf den biblischen Text, rund um die Ränder und zwischen die Verse, in farbiger Tinte. Niemand konnte seine Bibel lesen, und niemand konnte seine Notizen lesen, aber er hat einfach brillant damit gepredigt. Also such dir deinen eigenen Weg, wie du es machen kannst. Was funktioniert bei dir?
Wenn wir Jesaja heute predigen möchten, müssen wir also durch diese vier Abschnitte gehen. Wenn du diese vier Schritte gehst, diese vier Arbeitsschritte, dann wirst du ein Skript haben, das wirklich klar und verständlich ist und das dann auch funktioniert.
Manchmal fragen Leute: Ja, aber wann betest du denn in diesen Abschnitten? Und dann sagt David: Ja, immer. Denn all das, was ich hier in meiner Vorbereitung mache, ist die ganze Zeit ein Gespräch mit Gott. Du betest die ganze Zeit. Du sagst: Herr, ich sehe nicht, wie Vers sechs zu Vers sieben passt. Bitte hilf mir, zeig es mir. Und manchmal, wenn da immer noch Unklarheiten im Text für mich sind und es schon Donnerstag oder Freitag ist, dann wird mein Gebet noch viel intensiver und verzweifelter vor Gott.
Aber es ist sehr aufregend, und es ist eine große Reise mit Gott. Und was gibt es Besseres, als sein Leben dafür zu geben, sein Wort zu verstehen und es zu verkündigen? Diese Art von Disziplin bewahrt dich vor dem, worunter viele Prediger leiden, nämlich dem Samstagnachtfieber. Es gibt einen besseren Weg zu leben als das, diese Krise jeden Samstagabend: Was werde ich morgen predigen?
Es gab eine Frage dazu. Welche dieser Punkte nutzt du bei den Kommentaren? Gegen Ende von einem. Ich gehe also nicht zu den Kommentaren, bevor ich nicht so viel wie möglich selbst am Text gearbeitet habe. Wenn ich mich also nur hinsetze und die Passage lese und mich sofort frage, was John Oswalt dazu sagt, dann ist das zu früh. Du lässt Gott zuerst selbst dir mitteilen, was er in dieser Passage sagt. Du hast vielleicht Probleme, die du nicht lösen kannst, und dann kann dir das Kommentar später helfen. Aber wenn du zu schnell zum Kommentar rennst, dann wirst du das Kommentar predigen und nicht mehr Jesaja. Und egal wie gut das Kommentar ist, es ist niemals so gut wie das Wort Gottes.
Vielen Dank für die Frage, das war wirklich sehr wichtig, denn viele junge Prediger verwenden die Kommentare zu früh. Dasselbe gilt auch für Predigten von John Piper und Tim Keller zu deinem Bibeltext. Es ist sehr gut, sich diese Predigten anzuhören, aber nicht zu früh, nicht bevor du selbst durch den Text gegangen bist. Der Grund ist ganz einfach: Du wirst nicht als Prediger wachsen, wenn du dir diese Arbeit nicht selbst aufnimmst. Denn du bist eine individuelle Person, und Gott möchte dich individuell für seine Arbeit gebrauchen.
David war einmal im Urlaub und ging in eine andere Gemeinde, hörte sich dort die Predigt an und dachte: Das ist ja meine Predigt. Der Prediger wusste nicht, dass David in diese Gemeinde gekommen war. Er hatte die Predigt von David im Internet gehört und alle Punkte richtig übernommen. Er hatte sogar Davids Illustration übernommen, als wären es seine eigenen gewesen. Und er hatte es eigentlich auch ganz gut gemacht. Aber danach war er etwas verlegen, als er David sah. Er sagte: Ich wusste gar nicht, dass du in der Gemeinde bist, ich habe dich erst am Schluss gesehen.
Aber ich meine: Das ist nicht wichtig. Es geht nicht um Urheberrechtsfragen. Es geht darum: Wenn du nicht selbst im Text verweilst, wird die Art, wie du predigst, immer zweitklassig sein. Der Punkt ist: Wenn du dich nicht selbst mit dem Text auseinandersetzt, wirst du wirklich immer nur Botschaften aus zweiter Hand weitergeben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir diese Arbeit selbst machen, weil nur dann kommt sie aus unseren Herzen.
Wir verlieren uns hier gerade etwas, ihr dürft gerne mehr Fragen stellen. Manche Prediger haben Montag als ihren Ruhetag. Ich begann am Dienstag, weil ich am Montag meinen Teamtag im Dienst hatte, an dem wir alle zusammenkamen. Als ich Pastor war, hatte ich ein Team von etwa fünf Leuten, und wir trafen uns am Montagmorgen zum Gebet und zum Studium. Nach einem harten Sonntag waren alle müde, und es war ein guter Einstieg in die neue Woche. Dann aßen wir noch gemeinsam zu Mittag, und danach ging jeder seinen Aufgaben nach.
Ja, manche Prediger haben ihren Ruhetag am Montag. David hatte ihn am Samstag, wegen Fußballspielen und Hockeyspielen. Er hatte Kinder und wollte mit ihnen die Fußballspiele und Hockeyspiele anschauen und musste danach auch die ganzen Schulveranstaltungen besuchen. Deshalb war Samstag sein Familientag.
Jonathan hat es manchmal erlebt, dass ihm, nachdem er schon die Exegese und die Auslegung gemacht hatte und schon in den letzten Punkten der Strukturierung und dann auch in der Ausformulierung der Predigt war, noch neue Gedanken gekommen sind. Seine Frage ist dann: Ist es gut, diese Gedanken noch mit in die Predigt aufzunehmen, oder sollte ich sie eher weglassen? David sagt, das ist sehr schwer zu entscheiden. Die Frage, die man sich stellen sollte, ist: Macht diese neue Idee die Botschaft noch schärfer und spitzer, oder ist es einfach nur eine weitere Idee? Und die Struktur ist schon mehrere Tage in deinem Hinterkopf. Natürlich wirst du am Donnerstag viel mehr verstanden haben als am Dienstag. Deshalb würde ich niemals sagen: Oh, das habe ich erst am Donnerstag entdeckt, also kann ich es nicht in meine Predigt aufnehmen. Sie sind nicht voneinander getrennt. Aber du musst dich fragen: Hilft mir das mit meinem Themensatz und meinem Zielgedanken? Macht es das Ganze schärfer und klarer?
Lasst uns die letzten Minuten damit verbringen, auf diese Frage einzugehen, die wir gestern nicht mehr geschafft haben, weil sie zu diesem Thema des Predigens von Jesaja heute passt. Ich glaube, da war noch eine letzte Frage. Gab es noch eine andere Frage? Es tut mir leid, ich habe sie nicht gesehen. Es tut mir leid, Ron.
Ihr wartet in der Predigt darauf, dass der Heilige Geist über euch kommt und dann die Kontrolle des Predigers übernimmt. Wo liegen die Gefahren, wenn man ein solches Verständnis vom Predigen hat? Seht ihr irgendwelche Gefahren, wo das schiefgehen könnte? Ja, seid ihr mit diesem Gedanken vertraut? Ist euch das bekannt, was Ronke gerade gesagt hat? Ja? Nein? Ich nehme einfach einen Satz, um es kurz zu erklären.
Martyn Lloyd-Jones, ein Prediger aus England, glaubte, dass es für den Prediger eine besondere Erfahrung mit der Kraft des Geistes gibt, wenn er predigt. Er nennt das die Salbung des Geistes. Er sagt, dass es von Zeit zu Zeit im Leben eines Predigers passiert, dass er sich einer besonderen Strömung des Geistes durch seine Rede bewusst ist. Und ich denke, in gewisser Hinsicht ist das richtig; ich habe das auch schon so erlebt. Wenn du denkst, in dieser Situation ist es diesmal wirklich besonders, dass Gott durch die Menschen wirkt und sie wirklich zuhören, dann ist das etwas Reales.
Aber wir hatten ja in Jesaja 55 gelesen, dass das Wort Gottes niemals leer zurückkommt. Es vollbringt immer das, wozu es ausgesandt wurde. Der negative Punkt an der Ansicht von Martyn Lloyd-Jones in dieser Frage ist, dass es Brüder im Dienst gibt, für die das ein großes Problem ist. David hat Brüder im vollzeitlichen Dienst getroffen, für die das ein großes Problem war. Sie fragten sich: Warum erfahre ich nicht diese Salbung des Geistes Woche für Woche? Sie beurteilen das Werk ihrer Predigt nach dem subjektiven Gefühl, ob Gott am Werk ist oder nicht. Das kann sogar dazu führen, dass sie sehr depressiv werden, denn wenn ich nicht spüre, dass Gott mich in meinem Dienst so salbt, wo ist dann überhaupt noch der Sinn der Predigt? Warum soll ich noch predigen?
Das Problem an dieser Sache ist, dass sie etwas sehr Besonderes nehmen und es dann für ganz normal erklären. Aber Paulus hat zu Timotheus nicht gesagt: Warte, bis du die Salbung des Geistes bekommst. Sondern er sagt: Predige das Wort. Also was wir tun müssen, ist, zu Zeit und zu Unzeit das Wort zu predigen, die Wahrheit zu predigen und sie wirklich klar und sauber zu predigen. Und wir müssen wirklich daran glauben, was Jesaja 55 sagt, dass Gottes Wort nicht leer zurückkommen wird, sondern dass es das vollbringen wird, wozu Gott es ausgesandt hat. Und du magst es vielleicht nicht sehen, und du magst es nicht fühlen, aber Gott ist treu. Du magst es nicht fühlen, aber Gott steht zu seinen Verheißungen.
Die Frage ist also, welches Endzeitmodell David für das plausibelste hält, und warum? Er kann sich noch daran erinnern, dass er gestern glücklicherweise von der Uhr gerettet wurde, weil es schon neun geschlagen hatte. Das Endzeitmodell, das David bevorzugt oder an das er glaubt, ist das, was wir meistens Amillennialismus nennen. Das ist wirklich nur seine persönliche Ansicht, und die einzige Autorität, die er dafür hat, sind die Schlüsse, zu denen er selbst gekommen ist.
Das Millennium wird nur in einem Kapitel erwähnt, nämlich in Offenbarung 20. Die meisten von euch wissen, dass der Begriff Millennium tausend Jahre bedeutet. Die Frage ist also: Wird Christus vor dem letzten Gericht auf die Erde kommen, mit seinem Volk tausend Jahre lang regieren? Was bedeuten diese tausend Jahre in Offenbarung 20?
Nun, man muss das Buch der Offenbarung in seinem Zusammenhang sehen. Es ist ein apokalyptisches Buch, und das Genre der Apokalyptik bedeutet, dass es voller Zeichen und Symbole ist. Dort wird von Tieren berichtet, die aus dem Meer steigen und viele Köpfe haben. Das sollten wir natürlich nicht wörtlich nehmen. Es ist ein symbolisches Bild. Und die Zahlen, die in diesem Buch verwendet werden, sind ebenfalls symbolische Zahlen. Die Zahl des Volkes Gottes ist 144.000. Die Zeugen Jehovas nehmen das sehr wörtlich, aber das kann nicht wörtlich gemeint sein, weil es heute und durch die Geschichte hindurch klar Millionen und Abermillionen von Gottes Volk auf der ganzen Welt gibt.
Die 144.000 sind also eine symbolische Zahl: zwölf mal zwölf mal tausend. Zwölf ist sozusagen die Zahl der Vollständigkeit. Zwölf sind die Stämme Israels, zwölf Apostel gab es. Wenn du also zwölf und zwölf hast, dann hast du Vollendung und Vollendung, und das mal tausend. Das bedeutet die 144.000. Das heißt: Das Volk Gottes ist unzählbar, und er wird keines davon verlieren. Also nehme ich auch diese Zahl Tausend sehr symbolisch. Sie meint eine sehr lange Zeit. Nach meinem Verständnis haben wir bereits zweitausend Jahre des Millenniums. Denn ich denke, dass es dabei um Christus geht, um das Evangelium und darum, wie er die Welt durch sein Volk verändert. Dementsprechend denke ich, dass es die Kirchengeschichte meint, also von der Himmelfahrt Christi bis zu seinem Wiederkommen.
Das Neue Testament lehrt klar, dass Christus leiblich vom Himmel kommen wird. Der Engel sagte zu den Aposteln, dass dieser Jesus, den ihr habt in den Himmel auffahren sehen, auf dieselbe Weise aus dem Himmel wiederkommen wird. Und wenn er kommt, dann wird er sein Volk mit sich bringen; das steht in 1. Thessalonicher 4. Denn wenn wir sterben, dann kommen wir sofort zu Christus, und jeder bereits gestorbene Christ lebt also beim Herrn, aber noch nicht im Auferstehungsleib. Wenn er mit seinen Heiligen zur Erde kommt, werden die, die in Christus gestorben sind, zuerst auferstehen.
Wenn Christus also wiederkommen wird vom Himmel auf die Erde, dann werden die, die in Christus gestorben sind, als Erste auferweckt. Er spricht hier nicht von verschiedenen Menschen, sondern von Geist und Körper. Der Körper ist vielleicht begraben oder verbrannt oder im Meer, aber die Seelen von Gottes erlöstem Volk werden nun mit ihren neuen, erlösten Körpern verbunden werden, Körpern, die bereit sind, in der neuen Schöpfung, im neuen Himmel und auf der neuen Erde zu leben.
Paulus sagt zu den Korinthern und zu den Philippern, dass unser Körper so herrlich sein wird wie die Herrlichkeit des Körpers Christi. Und wir wissen ja vom verherrlichten Leib Christi, dass er erscheinen und wieder verschwinden konnte. Die Jünger konnten die Wunden in seinen Händen sehen und wussten: Ja, das ist derselbe Jesus. Und doch kam er durch die verschlossene Tür in den Raum, konnte den Emmausjüngern erscheinen und am See von Galiläa Essen braten. Sein Auferstehungsleib ist nicht an die Begrenzungen gebunden, die unser menschlicher Körper hier hat. Am Ende werden auch wir diesen Auferstehungsleib bekommen, und unsere Seelen und unsere Auferstehungskörper werden sich für immer verbinden. Das lässt mich daraus schließen, dass das Nächste, was kommen wird, das himmlische Jerusalem ist, das vom Himmel herabkommt.
Eine weitere Frage, die man sich stellen muss: Hat Gott besondere Segnungen für das Volk Israel? Ich denke, dass im Neuen Testament der Begriff Israel generell verwendet wird, um die Gemeinde zu beschreiben, denn Galater 6 spricht von gläubigen Christen als dem Israel Gottes. Und es ist wahr, dass wir alle Söhne und Töchter Abrahams sind, wenn wir Glauben an Jesus Christus haben.
Wenn wir uns also wieder die Frage stellen, was für einen Unterschied es macht, dass Christus kam, dann ist die Antwort: Wir haben einen neuen Bund, mit denselben Prinzipien wie der alte, aber in einer neuen Weise wirksam. Ich denke also, dass wir einen neuen Bund haben, der die gleichen Prinzipien wie der alte Bund hat, aber auf neue Weise operiert. Das bedeutet, dass all die Verheißungen, die Gott den Söhnen Abrahams damals gemacht hat, im alten Israel nun dem wahren geistlichen Israel gelten. Es scheint also, dass die ganze Geschichte Israels, das Gute und das Schlechte, letztendlich auf den fokussierenden Punkt Christus hinweist.
Denn seht ihr, die Verheißung war an Abraham und seinen Samen gegeben, nicht an viele Samen. Und das Argument, das der Apostel Paulus im Galaterbrief gebraucht, ist, dass hier der Begriff Same im Singular steht und nicht im Plural. Es meint einen Samen, nicht viele Menschen. Ja, alle Segnungen Gottes finden in Jesus Christus ihr Ja und Amen. Denn wenn du in Christus bist, dann bist du auch ein Nachkomme Abrahams. Jesus ist der eine Nachkomme Abrahams, der all diese Verheißung erfüllt.
So ist meine Ansicht, dass all diese Verheißungen an Israel geistlich durch Christus in seinem Volk erfüllt werden, in gewissem Maß jetzt und in voller Weise in der Ewigkeit. David glaubt, dass alle Segnungen und Verheißungen ihre Erfüllung in Christus finden und dadurch auf das Volk Christi übergehen, und zwar in gewissem Maß schon jetzt, aber dann vollendet in der Ewigkeit.
Wird noch ein großes Werk unter dem jüdischen Volk geschehen? David hofft es. Werden viele, viele Menschen zu ihrem Messias umkehren und auf den Herrn Jesus vertrauen? Wir beten, dass sie es tun. Und wird es also noch einmal eine Zeit in der Zukunft geben, in der wirklich ganz, ganz viele Menschen aus dem Volk Israel umkehren und Jesus als ihren Herrn annehmen werden? David bittet und betet darum. Aber dasselbe Gebet sollten wir auch für die Menschen in Deutschland oder England haben. Denn wir sind ja alle eins in Christus; da gibt es keinen höheren Rang von Juden über Heiden.
Es ist immer sehr traurig, wenn man Christen trifft, die sich wünschen, selbst Juden zu sein, weil sie nicht richtig verstanden haben, was Christus für sie getan hat, nämlich dass er sie in seine Familie aufgenommen hat. Ja, ich denke sehr wohl, dass wir das Evangelium den jüdischen Menschen predigen sollten. Es gibt nur einen Weg in das Reich Gottes, und das ist Jesus. Das müssen wir ihnen mitteilen.
Selbst wenn sie den Tempelberg in Jerusalem wieder einnehmen sollten, wo momentan noch eine Moschee steht, und selbst wenn sie dort wieder einen Tempel bauen und Opfer darbringen würden, würde sie das dann wieder zu Gott bringen? Dann lies am besten den Hebräerbrief. Nein, das wird einen Menschen nicht zu Gott bringen, denn es gibt ein besseres Opfer, es gibt einen besseren Bund. Also lasst uns den Herrn Jesus erheben und klar machen, dass er alles verändert hat und dass all diese großen Verheißungen in der Gemeinde hier und in der Ewigkeit erfüllt werden.
Die Frage war sehr hilfreich formuliert. In wenigen Worten, denke ich: Ja, zwei oder drei Argumente. Vielen Dank für eure Geduld beim Zuhören über mehr als nur wenige Worte. Und das ist kein Thema, bei dem wir uns in schlechter Weise uneinig sein müssen. Wir müssen nicht sagen: Ich glaube das, du glaubst jenes. Aber es ist wichtig, dass jeder von uns in seinem eigenen Denken überzeugt ist. Und es ist eine sehr gesunde Sache unter Brüdern und Schwestern, über diese Dinge zu diskutieren, weil wir ja alle im Verständnis der Bibel wachsen wollen.
Die Frage war, ob das Gebet, das du eben erwähnt hast, auch Menschen in Rumänien und anderen Ländern betrifft. Ganz gewiss, ja, jedes Land der Welt. Seine Gnade ist so weit, und unser Gebet sollte so groß sein.
Ich glaube, wir sind vielleicht am Ende des Weges auf diesem Punkt angekommen. Oh nein, wir sind noch nicht fertig, wir haben noch einige Fragen. Gut.
Kann man dafür Analogien oder etwas Ähnliches sagen? Ja, okay. Die Frage ist, er habe einmal einen Pastor über Jesaja sprechen hören als eine Analogie der ganzen Bibel, weil Jesaja 66 Kapitel habe und die Bibel 66 Bücher, und was noch? Ja, und die Teilung sind die 39. Ja, und die Teilung sind die 39. Es ist sehr interessant, nicht wahr? Neununddreißig Kapitel spiegeln die neununddreißig Bücher des Alten Testaments wider, und dann die zweite Hälfte, siebenundzwanzig Kapitel, und wir haben siebenundzwanzig Bücher im Neuen Testament. Dann sage ich: Was? Du könntest sagen, dass Jesaja sozusagen eine Zusammenfassung der Gesamtbotschaft hat, dass Jesaja die Gesamtbotschaft der Bibel schon enthält. Aber diese Kapiteleinteilungen sind nun einmal sehr menschlich; sie sind nicht von Gott inspiriert. Deshalb denke ich nicht, dass es da wirklich eine tiefere geistliche Bedeutung gibt.
Wie viel Zeit sollte man sich für das Studium von Gottes Wort nehmen, jetzt in der Predigtvorbereitung oder auch außerhalb davon? Man hat ja auch andere Verpflichtungen: Hausbesuche, Seelsorgegespräche, Organisation. Gibt es da vielleicht einen Richtwert, wo man sagt, das sollte so kurz und sinnvoll sein, weil die Verkündigung unsere Hauptaufgabe ist und so viel Zeit sollte man dafür anlegen?
Aber du redest jetzt nur von Bibelstudium im Gemeindekontext, also im Vorbereitungskontext, nicht für die persönliche stille Zeit. Allgemein ist es auch eine Zurüstung als Christ, also es geht nicht nur speziell um diese zehn Stunden, sondern allgemein sollte man diese Zeit so einplanen.
Okay, für einen Mann im vollzeitlichen Dienst gibt es viele Aufgaben und viele verschiedene Dienste, aber der Hauptdienst ist, das Wort Gottes zu dienen. Was denkst du, wie viel Prozent dieser Zeit sollte man für die Vorbereitung und das Studium des Wortes Gottes verwenden?
Ich denke, dass du sehr richtig liegst damit, dass die Hauptaufgabe des vollzeitlichen Dieners ist, das Wort Gottes zu predigen. In meinem eigenen Studium habe ich über die richtige Balance nachgedacht. David hat für sich herausgefunden, dass vier Morgen, manchmal drei statt zwei Stunden, für ihn ideal sind. Denn manchmal musst du es unterbrechen; dein Telefon klingelt, es gibt eine Krise, jemand ist gestorben, und du musst als Pastor zu deinen Leuten gehen. Aber das, würde ich denken, ist eher die Ausnahme als die Regel. Wenn du dieses Muster etablierst, gibt es deiner Woche eine Struktur.
Ich denke, wenn du dich also an diese Struktur hältst, an diese vier Punkte, dann gibt dir das auch eine Struktur für deine Woche. Und du musst dann einfach auch deiner Gemeinde sagen: Das ist die Art und Weise, wie ich euch am besten dienen kann. Sie werden zustimmen. Und es gibt nichts Besseres als gute Lehre, um eine Gemeinde aufzubauen. Menschen kommen, weil das Wort Gottes effektiv gepredigt wird. Das gilt für Nichtchristen ebenso wie für Christen.
Selbst wenn wir jetzt hier davon reden, wie wir unsere Zeit einteilen, dann geht es auch darum, dass die Predigtvorbereitung das Wichtigste dabei ist. Aber die Versuchung, die man manchmal haben kann, ist, dass man mehr Zeit in die Dinge investiert, die von den Menschen sichtbar sind, damit die Leute einen mehr wertschätzen. Wenn du viele Menschen besuchst und in England mit ihnen eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen in ihrem Haus trinkst und ständig seelsorgerlich unterwegs bist, dann wirst du ein sehr beliebter Pastor sein. Aber wenn du ihnen nicht das Wort gibst, dann werden sie ein hungerndes Volk sein.
Also dient ein großer Teil deiner pastoralen Arbeit deiner Predigt, und deine Predigt tut die pastorale Arbeit. Letztendlich, egal was ich in meiner Arbeit als Pastor tue, ich tue es mit dem Wort. Wenn ich also eine Gemeindeleiterversammlung habe, dann ist es meine Aufgabe, das Ganze auf das Wort Gottes zu fokussieren. Wenn du jemanden besuchst, der krank ist, wenn du mit jemandem sprichst, der traurig ist oder Seelsorge braucht, dann versuchst du ihm immer das Wort Gottes mitzuteilen. Das ist alles eine Aufgabe mit dem Wort. Ja, du hast recht, das ist die große Priorität.
Vielen Dank für all die Fragen und die Mitarbeit, und ich hoffe, dass Gott das hier gebrauchen wird, um euch zu stärken. Wenn ihr wissen wollt, was wir in England tun, dann gibt euch die Website des Proclamation Trust viele Informationen und Ressourcen, die ihr herunterladen könnt. Soll ich es hier aufschreiben?
Ja, was David in England tut, kann für euch eine gute Hilfe sein, wenn ihr die Homepage des Proclamation Trust besucht. Dort könnt ihr auch Hilfsmittel und Ressourcen finden, vielleicht für euren Dienst. Ihr findet sie unter proctrust.org.uk. Dort gibt es viele hilfreiche Ressourcen für Prediger, Blogs, Downloads, Vorträge und allerlei Dinge. Schaut dort ruhig einmal vorbei. Es wird euch auch in eurem Englisch helfen, wenn ihr es lernt, aber mehr noch wird es euch geistlich helfen.
Ich möchte zum Abschluss noch beten.
Vater, wir möchten dich preisen dafür, dass du uns dein Wort gegeben hast und dass du mit diesem Wort alles vollbringst, dass es genügsam ist, um dein Werk in deiner Gemeinde zu tun. Und ich danke dir dafür, dass wir in den letzten Tagen aus dem Propheten Jesaja hören durften. Wir danken dir für den Dienst, den du durch David an uns getan hast, und möchten dich bitten, dass diese Samen, die heute oder in den letzten Tagen ausgesät wurden, wirklich viel Frucht tragen in unseren persönlichen Diensten, dass wir das mitnehmen können in unsere Gemeinden, damit wir auch in unserem Land, in Deutschland, wieder starke Gemeinden haben können und mehr Gemeinden haben, in denen dein Wort im Zentrum steht. Amen.