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Lebt der HEILIGE GEIST in mir?

4 Merkmale
26.05.2023

Kennst du das? Im Leben gibt es Themen, die für jeden irgendwie klar sind – bis zu dem Moment, in dem du sie laut aussprichst. Und dann kannst du beobachten, was passiert.

Genau um so eine Frage geht es heute. Diese Frage habe ich in den letzten Monaten häufiger bekommen, zum Beispiel hier in den Kommentaren. Diese Kommentare sind sehr wertvoll für alle, denn so sehe ich direkt, wo der Schuh drückt und mit welchen Beiträgen ich dir vielleicht helfen kann.

Von daher, Algorithmus hin oder her: Ich kann dich nur ermutigen, deine Themenwünsche gern weiterhin in die Kommentare zu schreiben.

Diese Frage habe ich auch vor Ort in Gottesdiensten und bei Veranstaltungen bekommen. In den letzten Tagen durfte ich zudem die Mitarbeiter einer großen deutschen Kirche in Theologie schulen. Auch sie hatten diese Frage: Woher weiß ich denn, dass der Heilige Geist in mir lebt? Woher weiß ich, dass ich Christ bin?

Einleitung zur Frage nach dem Heiligen Geist und dem Christsein

Na, das ist doch ganz einfach. Es gibt vier klare Merkmale:

Erstens, du hast es geschafft, Wissenschaften und vor allem Logik zu überwinden – Gefühl ist alles.

Zweitens, du hast es geschafft, alle nichtchristlichen Freunde abzuschaffen.

Drittens, du hörst nur noch Worship-Musik und spielst selbst mehrere Instrumente.

Und viertens, direkt sobald du volljährig bist, heiratest du und bekommst so viele Kinder wie nur irgend möglich.

Also, Spaß beiseite: Kann man das an Äußerlichkeiten festmachen?

Jetzt denkst du vielleicht: „Naja, was ist denn, wenn ich getauft bin?“ Okay. Weißt du, in den ersten Jahrzehnten der Christenheit, also im ersten und zweiten Jahrhundert, da wäre das eine heiße Spur gewesen, gebe ich zu. Aber heutzutage, gerade in Europa, wo schon sehr viel Wasser den Rhein runtergeflossen ist, und sehr viel Wasser die Donau runtergeflossen ist, da ist das leider nicht mehr sehr aussagekräftig.

Jetzt denkst du vielleicht: „Markus, wie kannst du sowas sagen? Willst du Menschen etwa ihre Säuglingstaufe absprechen?“

Ich spreche hier niemandem irgendwas ab. Aber als studierter Religionswissenschaftler darf ich dir auf fachlicher Grundlage etwas nahebringen. Das wird dem einen oder anderen vielleicht nicht gefallen.

Warum? Vielleicht wird der eine oder andere mir vor Emotionen auch gar nicht mehr richtig zuhören, weil die Sache nämlich folgende ist: Sobald Leute über Säuglingstaufe diskutieren, nach dem Motto „Oh, wir haben jetzt geheiratet, wir haben ein Baby bekommen, sollen wir das taufen oder nicht taufen? In meiner Familie ist das Tradition, ich bin so aufgewachsen“ und so weiter und so fort – da ist diese Frage der Säuglingstaufe, ehrlich gesagt, wenn wir ganz ehrlich sind, die völlig falsche Frage. Sie ist komplett am Thema vorbei.

Die Bedeutung der Säuglingstaufe und ihre Grenzen heute

Das ist ein bisschen so wie früher in der Schule: Du schreibst einen Aufsatz, und manchmal passiert es, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Dann bekommst du den Aufsatz zurück, und ganz oben steht diese zwei Worte, vor denen jeder Angst hat: Thema verfehlt.

So ist es ehrlich gesagt auch beim Thema Säuglingstaufe. Und ich erkläre dir auch warum – gut aufpassen! Versuch mal, ob du mir sachlich zuhören kannst.

Was hast du, sobald du einen Menschen taufst, der sich nicht reuevoll von seinen Sünden abkehrt, der nicht den stellvertretenden Tod Jesu für sich von Herzen bejaht und der nicht verspricht, in Jesu Nachfolge zu leben? Was hast du, sobald du so jemanden taufst? Die Antwort ist: einen nassen Nichtchristen. Einen nassen Nichtchristen.

Denn was fehlt da? Da fehlt Buße, Reue, Umkehr, Bekehrung und das Versprechen, Jesus nachzufolgen. Und ohne das ist jemand kein Christ. Da kannst du ihn zehnmal taufen, er wird nur nasser.

Fakt ist: Der weiße Theologe sagt dazu, Christ sein ohne Bekehrung ist wie ein Wettrennen ohne Startschuss. Du rennst vielleicht, aber es zählt nicht.

Und nur damit wir uns richtig verstehen: Sowohl Martin Luther, auf den sich die evangelischen Landeskirchen berufen, als auch die offizielle Lehre der römisch-katholischen Kirche bestätigen das. Es können und werden leider sehr wohl Menschen in die Hölle kommen, die getauft sind.

Falls wir also denken, dass Gottes Gericht vor jemandem Halt macht, nur weil der einen Mitgliedsausweis in irgendeiner Gemeinde oder Kirche hat, dann haben wir unsere Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denk mal darüber nach.

Ich persönlich beschäftige mich seit vielen Monaten mit dem Thema Taufe, um demnächst einen großen Beitrag dazu zu geben. Sag mir gern, wie sehr dich das interessiert.

Falls du möchtest, dass ich den Beitrag schon in den nächsten Wochen veröffentliche, kein Thema, alles gut. Drück gern die Glocke hier unten rechts unter diesem Video und schreib einen Kommentar. Dann machen wir das, und ich gebe ihn dir so zeitnah wie möglich.

Äußere Merkmale und die wahre Bedeutung von Christsein

Taufe hin oder her – es gibt einige äußere Anhaltspunkte, an denen Menschen vielleicht sagen: „Na, das ist es, daran kann man es festmachen.“ Doch auch hier müssen wir vorsichtig sein und nicht zu oberflächlich urteilen.

In der Bibel heißt es bereits, dass der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber Gott das Herz betrachtet. Warum ist das so wichtig? Weil wir auf jeden Fall verhindern wollen, dass Jesus am Ende beim Jüngsten Gericht zu dir sagt: „Ich kenne dich nicht.“

Wir möchten unbedingt vermeiden, dass Gott zu dir etwas Ähnliches sagt wie: „Ja, du bist vielleicht in der Gemeinde, aber der Gott, auf den du dein Leben aufbaust und ausrichtest, hat mit mir, dem echten biblischen Gott, nicht viel zu tun.“

Wir wollen auch verhindern, dass Gott sagt: „Ja, du singst vielleicht im Chor und engagierst dich im Kindergottesdienst, aber das heißt nur, dass die anderen dich kennen – ich jedoch nicht.“

Oder dass Gott zu dir sagt: „Ja, du zahlst vielleicht Kirchensteuer oder gibst den Zehnten, aber das bedeutet lediglich, dass das Finanzamt oder der Verein dich kennt – ich nicht.“

Es könnte auch sein, dass Gott sagt: „Andere halten dich für einen Christen, aber du bist nie von neuem geboren worden.“

Oder: „Du bist vielleicht christlich aufgewachsen und warst bei all den Jugend- und Teenagerfreizeiten dabei, aber wir haben keine lebendige Beziehung miteinander.“

Man könnte noch viele weitere Beispiele anführen, aber ich glaube, du verstehst, worauf ich hinauswill.

Selbstprüfung statt Urteil über andere

Also, woran erkenne ich jetzt, dass ich Christ bin, dass ich eine persönliche Beziehung zum lebendigen Gott habe, dass ich gerettet bin und dass der Heilige Geist in mir wohnt?

Was wir jetzt besprechen, ist nicht dafür gedacht, dass du dich über andere erhebst oder herumgehst und Leuten Bescheinigungen ausstellst, wer gerettet ist, wer nicht, oder in wem der Heilige Geist zu wie viel Prozent wohnt. Bitte nicht!

Gottes Wort sagt dazu ganz klar in 1. Korinther 10: Wer meint, er würde feststehen, der soll besonders achtgeben, dass er nicht fällt.

Das, was du und ich jetzt hier machen, dient dazu, dass wir uns selbst überprüfen können. Es ist ein Spiegel für uns beide. Diesen Spiegel halte ich mir selbst genauso schon seit Tagen vor.

Deshalb heißt es in 2. Korinther 13: Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben steht – nicht, ob andere im Glauben stehen.

Damit willkommen beim Bibelfitdienst, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.

Jeden Beitrag verschenke ich mit Übersichten, biblischen Entscheidungshilfen, kompletten Hörbüchern und sogar Online-Kursen. Das gibt es alles gratis auf dieser Website, dank freiwilliger monatlicher Unterstützer – Menschen wie du und ich.

Grundlegendes zur Rettung und Gnade

Ganz grundlegend: Wie werde ich gerettet? Eine Sache ist in der Bibel kristallklar. Jesus selbst sagt: „Was kann ein Mensch geben, um seine Seele zu erlösen?“ Diese Frage ist rhetorisch, denn die Antwort lautet: gar nichts.

In Galater 2 schreibt Paulus ebenfalls, dass kein Mensch vor Gott bestehen kann, indem er versucht, das Gesetz zu halten. Kein Mensch kann durch das Befolgen des Gesetzes oder durch gute Taten gerecht werden vor Gott. Das ist sehr wichtig zu verstehen.

Zu diesem Thema habe ich ein eigenes Video gemacht. Darin erkläre ich, woran du erkennst, ob eine Gemeinde oder ein geistlicher Leiter Züge von geistlich ungesunder oder sogar krank machender Werkgerechtigkeit zeigt – also eine ungesunde Gesetzlichkeit. Falls du möchtest, kannst du die Glocke rechts unter diesem Video drücken. Dann wirst du benachrichtigt, wenn dieses Video veröffentlicht wird.

Einer der wichtigsten Verse in der ganzen Bibel sagt Folgendes: Weil Gott so gnädig ist, hat er euch – gemeint sind du und ich – durch den Glauben gerettet. Danach heißt es ganz klar: Das ist nicht euer eigenes Verdienst, es ist ein Geschenk Gottes. Ihr werdet also nicht aufgrund eurer guten Taten gerettet.

Das ist kristallklar. Es gibt keine Interpretationsspielräume oder Unklarheiten. Das Neue Testament spricht an vielen Stellen darüber: von Jesus als Herrn, von Sündenbekenntnis, Buße, Glauben, Gnade, Wiedergeburt und Nachfolge.

Ich habe dir ein eigenes Video gemacht, in dem all diese Themen in einfachem, klarem Deutsch erklärt werden – ohne die ganzen theologischen Fachbegriffe. So können nicht nur Christen, die sich gut auskennen, sondern auch ganz normale Menschen an der Supermarktschlange das verstehen.

Dieses Video findest du unten unter diesem Beitrag. Außerdem gibt es dort eine Kurzübersicht über die wichtigsten Begriffe der Bibel, einfach erklärt. Das wird dir bei diesem Video sicher sehr helfen.

Alle diese Materialien sind kostenfrei und werden heute schon in Kirchen und Bibelschulen verwendet. Klicke einfach auf den Link unter diesem Video, und du wirst sofort freigeschaltet.

Missverständnisse über gute Früchte und Werkgerechtigkeit

Der Punkt mit der Gnade ist deshalb umso wichtiger, weil es einige Dinge gibt, die Menschen auch heute noch sehr falsch verstehen. Jesus sagt nämlich: Ein guter Baum bringt gute Früchte, und einen Baum erkennt man an seinen Früchten. Das ist auch richtig. Er spricht in diesem Zusammenhang unter anderem von Irrlehrern, falschen Propheten usw., was ein anderes Thema ist.

Aber das Entscheidende ist: In der Geschichte des Christentums gab es immer wieder Menschen – und gibt sie auch heute noch –, die denken, wenn es so aussieht, als ob ich gute Früchte bringe, also wenn mit guten Früchten gute Taten gemeint sind, dann garantiert das quasi, dass ich gerettet bin und in den Himmel komme. Versteht man, was ich meine? Damit sind wir wieder bei diesem komplizierten Thema der Gesetzlichkeit. Es ist die kranke, nicht neutestamentliche, nicht biblische Vorstellung von Werkgerechtigkeit.

Wie ist es aber in der Bibel gemeint? Dort heißt es: Ja, es gibt gute Früchte und gute Taten. Aber es gibt auch viele Menschen, die gute Taten tun können. Das Entscheidende ist, dass Menschen, die wiedergeboren sind, gute Taten tun, aber sie sind nicht die Einzigen, die gute Taten tun.

Das heißt: Menschen, die wiedergeboren sind, tun gute Taten, aber gute Taten sind keine Garantie dafür, dass jemand wiedergeboren ist. Deshalb ist es wichtig, was im Petrusbrief steht. Dort heißt es nämlich, Gott hat uns aus reinem Erbarmen gerettet und nicht, weil wir gute oder gerechte Taten vorweisen konnten.

Sondern durch die Wiedergeburt hat er uns gewaschen, und durch den Heiligen Geist hat er uns erneuert. (1. Petrus 1,3-5)

Die Rolle des Heiligen Geistes in der Wiedergeburt

So, und damit sind wir genau beim Thema Heiliger Geist.

Jetzt gibt es wieder ein Missverständnis. Es gibt einige, die sagen – und ich weiß, dass das auch manche sind, die hier gerade zuschauen –, deswegen sage ich das in Liebe, zumindest versuche ich es: Einige behaupten, nur eine ganz kleine Minderheit von Christen, eine spirituelle Elite, tut die großen Wunder und hat den Heiligen Geist. Alle anderen Christen seien vom Heiligen Geist ausgeschlossen und hätten ihn nicht.

Aber ist das wirklich so? Entspricht das der neutestamentlichen Lehre? Schauen wir kurz hinein: Jesus sagt zum Beispiel in Johannes 14, dass der Heilige Geist euch alles lehren und euch an alles erinnern wird, was er euch gesagt hat.

Weiter heißt es im 1. Korinther 6: Euer Körper – gemeint ist der Körper eines jeden Christen – ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist wohnt in euch, in den Christen, und ihr habt ihn von Gott geschenkt bekommen.

Wenn du zum Beispiel in Römer 8 und ganz besonders in Epheser 1 schaust, steht dort ganz klar, dass jemand, der durch Jesus wiedergeboren ist, den Heiligen Geist hat.

Falls du jetzt sagst, das kennst du alles schon und das ist dir klar – vielen Menschen ist das nicht so klar. Ich sage es deswegen so deutlich, weil es Gemeinden gibt, die behaupten, solange man nicht Sprachengebet oder Zungengebet hat, sei man kein Christ oder stehe noch unter Gottes Gericht. Das ist einfach falsch.

In einem Satz: Es gibt nichts Heilsrelevantes, also nichts, was für deine ewige Rettung beim Jüngsten Gericht wichtig ist, was dir fehlt, solange du nicht in Sprachen betest. Das ist ganz klar.

Und überhaupt, dieses ganze Thema Sprachengebet, Geistesgaben und der Heilige Geist – ich kann dir als Bibelwissenschaftler sagen, dass ich in vielen Gesprächen erlebe, dass viele sich bei der Frage, ob es Geistesgaben, Sprachengebet und so weiter gibt, zu einfach machen. Und zwar in beide Richtungen.

Meine Frau zum Beispiel liegt das Thema besonders am Herzen. Falls du möchtest, dass wir genau dazu einen eigenen Beitrag herausbringen, dann drück gerne die Glocke unter diesem Video und schreibe einen Kommentar. Dann können wir das einplanen.

Diese Vorrede war mir wichtig, weil, wenn wir das Thema schon angehen, müssen wir es auch einigermaßen gescheit machen.

Vier biblische Merkmale des Heiligen Geistes im Leben eines Christen

Woher weiß ich nun, dass ich den Heiligen Geist habe? Hier sind vier Punkte direkt aus der Bibel.

Diese vier Punkte sind jedoch keine abschließende Liste. In der Bibel können durchaus sechs, sieben, acht, neun, zehn oder zwölf Punkte genannt werden. Es können auch Mehrfachzeichen sein, wie zum Beispiel die Sache mit den guten Früchten.

Dennoch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass es ohne diese vier Punkte, über die wir jetzt sprechen, schwierig wird. Wahrscheinlich habe ich ohne diese vier Merkmale nicht den Heiligen Geist, der in mir wohnt.

Merkmal Nummer vier:

Merkmal Nummer vier: Sehnsucht nach Gott

Eine Sehnsucht nach Gott – so heißt es schon in den Psalmen, zum Beispiel in Psalm 42: „Wie der Hirsch nach Wasser dürstet, so sehne ich mich nach dir, mein Gott.“ Dort wird mehrfach betont: „Mich dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“ Weiter heißt es: „Wann darf ich kommen und Gott sehen?“

Einige Psalmen später steht: „Gott, mein Gott, das bist du, nach dir halte ich Ausschau. Durst hat meine Seele, nach dir.“ Im Hebräischen wird sogar betont, dass sich der ganze Mensch nach Gott sehnt, „in einem trockenen Land, ausgedörrt und ohne Wasser.“

Paulus, der einige hundert Jahre später schreibt, beschreibt seine Sehnsucht so: Er sehnt sich danach, nach dem Tod bei Christus zu sein. Auf Deutsch bedeutet das: Ab dem Moment, in dem wir den Heiligen Geist in uns wohnen haben, freuen wir uns darauf, Zeit mit Gott zu verbringen – vor allem die Ewigkeit mit ihm.

Mehr noch: Schon hier und jetzt haben wir eine Sehnsucht nach Gott.

Diese Sehnsucht ist genau die, die dich antreibt, Gemeinschaft mit anderen Christen zu suchen. Es ist dieselbe Sehnsucht, die dich motiviert, Zeit im Gebet mit Gott zu verbringen – das ist sehr wichtig.

Vor allem aber ist es diese Sehnsucht, die dich antreibt, Gott beim Bibellesen näherzukommen und seinen Willen in der Bibel zu studieren.

Wenn ich jetzt jemanden hätte, der total verunsichert ist, wie es nach dem Tod weitergeht, oder falls jemand keine innere Sehnsucht hätte, die Bibel zu studieren, wäre das ein schlechtes Zeichen. Denn der Heilige Geist würde ihn dazu antreiben.

Mehr dazu, was nach dem Tod kommt und wie es für dich weitergeht, findest du hier unter diesem Video verlinkt.

Merkmal Nummer drei.

Merkmal Nummer drei: Jesus als Herr über das Leben

Jesus ist der Herr über mein Leben. Das bedeutet: In dem Moment, in dem du den Heiligen Geist in dir leben hast, möchtest du von dir aus, dass Jesus das letzte Wort hat.

Gott sagt dazu an einer Stelle beim Propheten Hesekiel: „Ich, Gott, werde euch, den Gläubigen, meinen Geist geben, damit ihr nach meinem Gesetz lebt, meine Gebote bewahrt und euch danach richtet.“ Dreimal wird hier das Gleiche gesagt. Im Hebräischen bedeutet es, wenn etwas dreimal mit unterschiedlichen Worten wiederholt wird, dass es besonders betont wird – sozusagen fett gedruckt und unterstrichen.

Im 1. Johannesbrief heißt es dazu: Wie können wir sicher sein, dass wir, die Gläubigen, zu Gott gehören? Es folgt: Wenn wir seine Gebote befolgen. Wichtig ist hier die griechische Konstruktion, die nicht bedeutet, dass du jede einzelne Sekunde jedes Gebot perfekt äußerlich befolgst, sondern dass es um eine Grundhaltung geht – etwas, wonach du dauerhaft strebst.

Ich übersetze weiter: Wer sagt, ich gehöre zu Gott, und befolgt dabei Gottes Gebote dauerhaft nicht, der ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. Aber wer – und hier ist wieder die Grundhaltung gemeint – sein Wort hält, an dem zeigt sich Gottes Liebe in vollkommener Weise. Daran erkennen wir, ob wir in Gott leben, also dauerhaft und als Grundhaltung.

Das heißt für uns: Du möchtest von dir aus, dass Jesus das letzte Wort hat. Das ist das Zeichen. Und du spürst auch, wo Jesus vielleicht nicht das letzte Wort in deinem Leben hat.

Jesus selbst sagt dazu: Wenn der Heilige Geist gekommen ist, wird er die Welt überführen. Er wird den Menschen die Augen öffnen – worüber? Über Sünde, über Gerechtigkeit und das Gericht. Der Heilige Geist lebt in dir. Das heißt laut Jesus, dass du sensibel für Sünden in deinem Leben bist und vor allem sein willst.

Ich wiederhole diesen Punkt, denn er ist wichtig: Du willst eine gewisse Achtsamkeit und Sensibilität, eine geistliche Feinfühligkeit, um auf Sünden in deinem Leben aufmerksam zu sein.

Jetzt habe ich wieder so ein theologisches Wort in den Mund genommen: Sünde. Was heißt denn Sünde? Fragt man drei Christen, was Sünde bedeutet, bekommt man fünf Meinungen. Also der Vorschlag: Fragen wir doch einfach mal Jesus. Was würde Jesus sagen? Was sagt Jesus, wenn wir ihn fragen, was Sünde ist?

Er verweist uns direkt auf die heiligen zehn Gebote als Antwort auf die Frage, was Sünde ist und was ein gutes, sündloses Leben ausmacht.

Die zehn Gebote in heutigem Deutsch, ganz konkret: Missgönne ich Menschen Dinge? Lasse ich Unwahrheit in mein Leben? Erlaube ich Unwahrheit in meinem Leben zu sein? Missachte ich Eigentumsgrenzen – sowohl materielles als auch geistiges Eigentum?

Trage ich dazu bei, dass Familien und Ehen heilig sind, oder ist mir das nicht so wichtig? Ist mir menschliches Leben unverletzlich? Behandle ich Mütter, Väter, die ältere Generation und Autoritäten mit Anerkennung?

Wie ist es mit Ruhe für Körper und Geist? Spreche ich über Gott nur respektvoll? Das ist wichtig, weil Gott das persönlich sehr wichtig ist.

Versuche ich, dem biblischen Gott selbst nachzufolgen, statt irgendwelchen gesellschaftlichen Trends oder persönlichen Wunschfantasien? Und wie ist es damit, dass Gott an erster Stelle in meinem Leben steht und diesen ersten Platz behalten darf – egal, ob Gott dich nächste Woche segnet oder auch zulässt, dass Dinge genommen werden?

Das ist eine vereinfachte Zusammenfassung der heiligen zehn Gebote, aber sie ist nicht falsch.

Falls dir das, was wir gerade aufgezählt haben, egal ist oder du das Gefühl hast, dass das mit dir nichts zu tun hat, ist das vielleicht kein gutes Zeichen. Denn wenn der Heilige Geist in dir wohnt, wird er dich antreiben, Unheiligkeit in deinem Leben zu finden – wie ein Spürhund – und dagegen anzukämpfen.

Theologen oder Christen nennen das manchmal „überführen“.

Noch einmal, um ganz klar zu sein: Das heißt nicht, dass du als Christ keine Sünde in deinem Leben hast. Leider nicht.

Aber es heißt, du spürst, was da ist. Du spürst, sobald etwas in eine destruktive Richtung geht, sobald teuflische Einflüsse wirken oder dich etwas von Gott wegführt – von der Liebe zu Gott an erster Stelle, zu deinen Mitmenschen und zu dir selbst.

Und sobald du das spürst, kämpfst du mit Gottes Hilfe dagegen an.

Deshalb heißt es in einer anderen wichtigen Bibelstelle: Richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt. Und das will ich dir ganz persönlich zusprechen: Richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt – ja, setzt schon mal voraus, dass wir denken –, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten.

Warum? Damit ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist, ob etwas gut ist und ob es Gott gefällt.

Das ist ein Unterschied, denn nicht alles, was sich für einen Moment gut anfühlt, ist tatsächlich das, was Gott will.

Merkmal Nummer zwei.

Merkmal Nummer zwei: Mitleid mit dem Leib Christi

Du hast Mitleid, du hast Mitleid. Gottes Wort sagt etwas ganz Faszinierendes dazu. Es heißt so etwas wie: Jesus ist zwar im Himmel, aber er ist auch ein Stück weit hier auf der Erde. Warum? Damit ist die weltweite Christenheit gemeint. Die Christen überall auf dem Globus – du und ich – sind zusammen der Leib Jesu hier auf der Erde. Ja, wir sind der Leib Jesu, in dem heute Jesu heiliger Geist wohnt.

Aber was hat das mit Mitleid zu tun? Gottes Wort sagt dazu: Genauso wie ein Körper ein einziges Ganzes ist, vom Kopf bis zu den Füßen, und dennoch viele Einzelteile hat – oder andersherum gesagt: Obwohl es viele Körperteile gibt, ist der Körper dennoch eins – so ist es auch bei Christus, so ist es auch beim Messias. Und dann heißt es weiter: Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, dann leiden alle anderen mit.

Ich stelle mir das immer so ein bisschen vor, wie wenn du Zahnschmerzen hast. Menschen sind unterschiedlich sensibel, aber verschiedene Untersuchungen zeigen ganz deutlich: Zahnschmerzen sind ein Ganzkörpererlebnis. Falls du denkst, Zahnschmerzen beschäftigen dich nicht, dann hattest du wahrscheinlich noch nicht genug davon. Sobald du Zahnschmerzen hast, betrifft das vielleicht nur ein paar Zentimeter oder Millimeter eines Backenzahns, der irgendwie schmerzt oder komisch ist. Trotzdem macht dich das am ganzen Körper fertig. Du kannst nicht sagen: „Jo, die restlichen 99 Prozent meines Körpers sind kerngesund.“ In dem Moment, wo du Zahnschmerzen hast, ist Schicht im Schacht.

Was hat das jetzt mit dem Heiligen Geist zu tun? Was hat das mit dem geistlichen Leib Jesu Christi zu tun? Was hat das mit seiner weltweiten Gemeinde zu tun? Ich stelle dir jetzt mal wieder eine harte Frage. Wenn dir das nicht gefällt, kannst du einfach einen Kommentar schreiben, dass du unzufrieden bist oder so.

Die Frage lautet: Was ist deine Reaktion, sobald du vom neuesten Skandal in der Kirche, in der Christenheit hörst – hier in Deutschland, in Europa oder vielleicht weltweit? Ist es für dich eine Art Erleichterung: „Puh, zum Glück ist das nicht in meiner Gemeinde“ oder „Puh, zum Glück ist das nicht in meiner Glaubensrichtung, zum Glück sind das die anderen“? Ist es ein Fingerzeigen auf „die Bösen“ und „wir nicht“? Oder ist es Schadenfreude, so etwas wie: „Ha! Das geschieht ihnen ganz recht, dass das jetzt endlich mal ans Licht kommt und die Richtigen eins draufkriegen“?

Oder spürst du in dir drin ein innerliches Zerknirschen? Denkst du: „Oh nein, der Leib Christi, die Opfer, um die es geht, die Opfer des Skandals, die Gemeinde, von der das kommt, wir alle, wir Christen, uns allen setzt das zu.“ Mal schwarz-weiß gemalt: Zeigst du mit dem Finger auf andere oder spürst du, dass das etwas mit uns allen und auch mit dir persönlich zu tun hat?

Die Bibel ist ganz klar: Die weltweite Christenheit ist der Leib Jesu hier auf der Erde. Und wie geht es diesem Körper? Teilweise gut, aber teilweise gar nicht gut. Vielleicht weißt du es schon: In absoluten Zahlen sind Christen international die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit, mit steigender Tendenz.

Was dazu in Gottes Wort steht, ist vielleicht aktueller und dringender als jemals zuvor. Da heißt es im Hebräerbrief: „Denkt an die Gefangenen, erinnert euch an die Gefangenen“ – und zwar nicht nur intellektuell, so nach dem Motto „Ja, stimmt, es sind Leute im Gefängnis, abgehakt“, sondern erinnert euch so an sie, als wärt ihr selbst mit ihnen im Gefängnis. Und denkt an die Misshandelten, als wäre es euer eigener Körper.

Wenn du schon mal eine starke Verletzung hattest, weißt du, dass du in manchen Momenten an wenig anderes sinnvoll denken kannst. So stark und vereinnahmend dürfen und sollen wir an die Menschen denken, denen gerade großes Leid und Unrecht widerfährt – weil sie Christen sind. Das ist ihr Verbrechen.

Zusammengefasst: Was macht es mit jemandem, in dem der Heilige Geist wohnt und der Teil von diesem Leib Christi ist, der international so stark geschunden wird? Sobald du hörst, dass Christen in Afrika, Indien oder Nordkorea verfolgt werden, weil sie Christen sind, kannst du das nicht einfach als eine humanitäre Katastrophe unter vielen abhaken. Das ist nicht einfach nur eine der schwierigen Situationen auf der Welt. Das macht etwas mit dir auf eine ganz besondere Weise. Denn du weißt: Das sind Leute, die genauso zu Jesus gehören wie du. Das ist ein Teil von dir, der dort leidet.

Oder ganz harmlos gesagt: Sobald Leute hier im Westen sich über das Christentum lustig machen oder Gottes Namen als Kraftausdruck oder Schimpfwort benutzen – zum Beispiel „Oh Gott“, „Oh mein Gott“, „Ach je“, „Herr je“ und so weiter – tut dir das weh. Es macht etwas mit dir. Schon im Psalm heißt es: Wenn man dich, Gott, beschimpft, dann trifft mich das tief. Du kannst sagen: Das nehme ich persönlich.

Oder sobald wieder die Karwoche ist, die Woche vor Ostern, und du dich mit Jesu Passion, mit seinem Leiden und seiner Kreuzigung beschäftigst, oder sobald du ein Kruzifix siehst, lässt dich das nicht kalt. Du weißt: Das ist meinetwegen passiert, das ist für mich passiert. So heißt es beim Propheten Jesaja: „Man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld und ihn wegen unserer Sünden gequält.“

Und Merkmal Nummer eins …

Merkmal Nummer eins: Sorge um andere Menschen

Sorge – sich Sorgen machen. Es gibt manchmal Leute, die sagen, es sei eine Sünde, sich Sorgen zu machen. Das ist interessant und gut gemeint, aber es trifft nicht in jedem Fall zu.

Schau zum Beispiel, was Paulus im 2. Korintherbrief sagt. Dort zählt er eine Reihe von Dingen auf, mit denen er in seinem Leben zu kämpfen hatte und immer noch zu kämpfen hat. Er sagt: „Zu all dem kommt noch das, was täglich auf mich, Paulus, eindringt, die Sorge um alle Gemeinden.“ Damit meint er eine heilige Sorge. Ich ermutige dich, diesen Textabschnitt selbst zu lesen.

Das ist eines der stärksten Zeichen dafür, dass der Heilige Geist wirklich in dir wohnt. Du siehst Menschen in deinem Leben, die nicht bekehrt sind, und das macht etwas mit dir. Warum? Weil du Angst um sie hast, dass sie für ihre Sünden in die Hölle kommen. Im 2. Korintherbrief heißt es dazu: Weil wir die Gläubigen nun wissen, wie sehr der Herr Gott zu fürchten ist, versuchen wir, Menschen vom Evangelium zu überzeugen.

Das bedeutet, du machst dir wirklich Sorgen um Menschen, die nicht gerettet sind. Du betest für sie und sprichst mit ihnen über Jesus und darüber, dass sie Jesus brauchen, um nicht in die Hölle zu kommen. Im Judasbrief heißt es dazu: „Rettet sie, indem ihr sie den Flammen des Gerichts entreißt.“ Das meint die Nichtgläubigen, die Nichtbekehrten, die Menschen, die noch in ihren Sünden leben – so wie wir es alle irgendwann in unserem Leben waren.

Ja, wir Christen sind nicht besser, wir sind nur begnadigt. Das ist ein ganz starkes Merkmal dafür, dass der Heilige Geist in mir wohnt: Ich mache mir Gedanken darum, und nicht nur oberflächlich, sondern tief, tief, wie ich mit anderen Menschen, die Jesus noch nicht kennen, über Jesus sprechen kann.

Vielleicht hast du schon mit vielen Menschen aus deinem Umfeld über Jesus gesprochen, vielleicht sogar mehrfach. Aber nicht nur oberflächlich, zum Beispiel so etwas wie „Jesus war ein cooler Typ“. Nein, es geht um das, was Jesus selbst so sehr am Herzen liegt: dass Menschen Begnadigung, Freispruch und Veränderung durch Jesus brauchen, um nicht für ihre eigenen Sünden beim Jüngsten Gericht in die Hölle zu kommen. Darum geht es.

Dass ich mit anderen Menschen über Jesus sprechen möchte, ist ein ganz starkes Zeichen. Warum? Weil der Heilige Geist mich oder dich dazu antreibt. Das haben wir hier schon häufiger gesagt: Solange du dir keine Sorgen um das ewige Schicksal anderer Menschen machst, solange sind wir alle in brennender Sorge um dein ewiges Schicksal.