Willkommen zurück zum finalen Kapitel dieses Dreiteilers, in dem wir über die zehn Gebote sprechen.
Zunächst möchte ich mich für die bewegenden Rückmeldungen zu den ersten beiden Videos bedanken. Jesus alle Ehre! Es ist spürbar, wie viel Gebet von vielen Menschen hier hineingeflossen ist. Danke euch allen, auch dir, wenn du mitgebetet hast.
Mein persönliches Gebet ist, dass du durch diese Videoreihe positiv verändert wirst und am Ende geistlich gestärkt daraus hervorgehst. Ich bete, dass der Heilige Geist diese drei Beiträge – vielleicht diesen heute ganz besonders – nutzt, um an dir und auch an mir zu arbeiten. Ich brauche das genauso.
Ein persönliches Scheitern und die Suche nach dem richtigen Verständnis
Heute schließen wir ab, indem wir ein vergessenes, kostbares Geheimnis im Neuen Testament enthüllen: Wofür du als Christin oder Christ die Gebote, insbesondere die zehn Gebote, nutzen kannst, um tatsächlich und nachhaltig am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.
Um das zu verdeutlichen, möchte ich eine Situation aus meinem Leben erzählen, in der ich komplett gescheitert bin und mit meinem Latein am Ende war.
Zum Kontext: Ich bin als Nichtchrist unter Nichtchristen aufgewachsen. Bis zu meinem jugendlichen Alter hatte ich keine zwei Kirchen von innen gesehen. Später, als Gott mich als junger Mann zu sich gerufen hat, bekehrte ich mich und ließ mich taufen. Ich war sehr begeistert von Jesus und erzählte fast jedem in meinem Umfeld von ihm, nach dem Motto: „Viel hilft viel.“
Eines Tages hatte ich im Bekanntenkreis ein Gespräch mit einem jungen Mann, den ich Patrick nenne. Ich kürze es ab: Ich erzählte Patrick mehrfach von Jesus, erklärte ihm, dass er ein Loch in seinem Herzen habe, das nur Jesus füllen könne. Dann fragte ich ihn, ob er in den Himmel kommen wolle und ob ich mit ihm ein Übergabegebet sprechen dürfe. Das taten wir auch. So wurde Patrick der erste Mensch, den ich jemals zu Jesus geführt hatte – dachte ich zumindest.
Bald darauf zog ich zum Studium weg, und wir verloren uns aus den Augen. Viele Jahre später fuhr ich zufällig nachts mit der Bahn durch dieselbe Stadt. Und wer stieg plötzlich ein? Patrick! Er war ziemlich überrascht, mich zu sehen, sogar etwas aufgeregt. Ich wusste jedoch noch nicht warum.
Wie klein die Chance war – eins unter wie vielen Tausend –, dass dieses Zufallstreffen ausgerechnet an diesem Ort und an diesem Tag stattfand, weiß ich nicht. Aber so ist manchmal unser Gott.
Patrick und ich setzten uns nebeneinander, da wir ein gutes Stück in die gleiche Richtung fuhren. Wir tauschten uns aus über das, was in den letzten Jahren passiert war. Natürlich wollte ich wissen, wie es um sein Christsein stand. Doch er wich meinen Fragen aus und hatte einen seltsamen Blick.
Nach einer Weile, als unsere gemeinsame Strecke sich dem Ende näherte, sagte er sinngemäß, dass er mir etwas beichten müsse. Er erzählte, dass er gerade vom Friedhof komme, wo er sich zu einem One-Night-Stand verabredet hatte – einem einmaligen sexuellen Treffen mit einem anderen Mann auf dem Friedhofsgelände. Von diesem Treffen kehrte er in der Nacht gerade zurück.
Während er das erzählte, schien er sich nicht gut zu fühlen.
Ich war in der Situation total baff. Wer rechnet denn mit so etwas? Soweit ich mich erinnere, versuchte ich in meiner Verlegenheit, ihm nahezubringen, dass solche Treffen gesundheitlich keine gute Idee seien oder etwas Ähnliches. Patrick meinte nur, dass er das wisse und es selbst nicht gut finde. Als Arzt wolle er das auch nicht immer so machen.
Wir verabschiedeten uns im Guten, und einer von uns stieg um.
Während ich weiterfuhr, war ich immer noch komplett baff. Als ich ihn später auf Social Media suchte, fand ich ihn tatsächlich. Dort hatte er sich satanistische Nutzernamen gegeben. Das fand ich fast noch krasser als die Sache mit dem Friedhof.
Ich dachte: Welcher Christ hat nachts auf einem Friedhof einen One-Night-Stand mit einem anderen Mann und gibt sich in sozialen Medien satanistische Spitznamen?
Meine Gedanken rasten. Ich dachte: Aber Patrick hatte doch einen Moment, in dem er Jesus in sein Leben aufgenommen hatte. Er hatte doch damals vor all den Jahren das Übergabegebet gesprochen. Ich saß neben ihm, er muss doch Christ sein!
Vielleicht merkst du es schon: Ich war damals ein Stück weit wie in einer Schockstarre. All das passte in meinem Denken überhaupt nicht zusammen.
Ich fasse es ab jetzt ab: Mein Denken darüber, wie Bekehrungen funktionieren, war tatsächlich falsch. Ich wusste zu wenig darüber.
Erst viel später wurde mir schmerzhaft klar, dass nirgendwo im Neuen Testament das zu finden ist, was ich damals gemacht hatte – nach dem Motto: „In deinem Herzen ist ein Loch, das nur Jesus füllen kann.“ Das gibt es nirgendwo im Neuen Testament.
Ebenso gibt es dort kein Schnellgebet, bei dem man sagt: „Bevor du es dir anders überlegst, danach ist alles egal.“ Das gibt es nicht.
Stattdessen finden wir im Neuen Testament Berichte von Menschen, die sich selbst als Christen bezeichneten, deren Lebenswandel aber überhaupt nicht dazu passte (Titus 1). Wir finden Berichte von Menschen, die vergeblich zum Glauben kommen (1. Korinther 15). Und wir finden Jesus, der sagt, dass nicht alle, die zu ihm „Herr, Herr“ sagen, im Reich Gottes sein werden.
Das habe ich damals in meinem Kopf nicht zusammenbekommen. Ich dachte immer: Hauptsache die Zielgerade, das Übergabegebet, alles andere und auch alles danach ist egal.
Schmerzhaft musste ich einsehen: So ist es nicht. Das spiegelt weder die Praxis wider noch steht es so in der Bibel.
Die Bedeutung der Gebote im Neuen Testament und ihre Rolle in der Evangelisation
Und damit willkommen beim überkonfessionellen Bibelfit-Dienst! Um Christen in der Nachfolge zu stärken, erstellen wir kostenfreie Infomaterialien. Zieh gern alles aus diesem Video heraus, was du nur kannst. Da kommt eine Menge vor. Vor allem aber werden dir die Infomaterialien auf dieser Website hier helfen.
Diese Materialien begleiten jeden Tag Menschen, die neu im Glauben sind, aber auch schon Tausende, die seit Jahrzehnten Jesus nachfolgen. Alles steht gratis für dich bereit. Dafür kannst du den freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich.
Wer möchte, dass Videos wie dieses hier in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt gern die Glocke drücken. Diese findest du unten rechts unter diesem Video.
Vielen Dank an alle Unterstützer, ob mit dieser Glocke, mit Geld oder mit Gebet. Das haben wir hier bei diesen Videos so gespürt: Es macht einen echten Unterschied. Und dieses Video ist für dich.
Jesus sagt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Also lasst uns doch mal kurz bei den Früchten gut gemeinter Evangelisationsansätze bleiben, die in der Praxis, na ja, sagen wir mal, an ihre Grenzen stoßen.
Grenzen bekannter Evangelisationsansätze
Zum Beispiel Nummer eins, was mir damals als Atheist immer wieder gesagt wurde: Christen haben mir mit guter Absicht gesagt, Markus, du lebst in Trennung von Gott. Stimmt, Gott spielte in meinem Alltag keine Rolle. Dann sagten sie: Wenn du so weiterlebst, wirst du die Ewigkeit von Gott getrennt sein.
Das ist jetzt gut und darüber könnte man diskutieren. Aber was bei mir im Kopf abging, war Folgendes: Wenn ich jetzt schon getrennt von Gott bin und später auch getrennt von Gott sein werde, dann bleibt es ja so, wie es ist. Es geht im Grunde also weiter wie bisher. Ist das okay für mich? Ja, eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meinem Leben. Von daher: Danke für den Hinweis und einen schönen Tag noch.
Ansatz Nummer zwei ist ebenfalls gut gemeint, hat in der Praxis aber häufig nicht den gewünschten Effekt.
Ansatz Nummer zwei lautet: Leb einfach ein moralisches Leben. Leb so, dass Leute dich fragen, warum du so lebst. Ein konkretes Beispiel: Ein Ältester aus einer Gemeinde erzählte mir, dass er die letzten fünfundzwanzig Jahre versucht hat, ein moralisches Leben zu führen. Er saß vor mir und sagte, er versteht nicht, warum sein Nachbar immer noch Kommunist ist und sich nicht längst bekehrt hat.
Meine Rückfrage an ihn war: Du hast also die letzten fünfundzwanzig Jahre ein moralisches Leben geführt. Wie häufig hat das denn schon funktioniert? Wie viele aus deinem Umfeld, konkret in deiner Nachbarschaft, haben sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren dadurch bekehrt, dass du dir nichts zu Schulden kommen hast lassen? Wie viele wurden getauft? Wer ist heute aktives Gemeindemitglied, der dich in dieser Zeit beobachtet hat?
Er schaute mich daraufhin etwas verlegen an, als ob ihm klar wurde, dass da etwas nicht stimmt. Mal logisch ausbuchstabiert – und ich weiß, das ist ein bisschen hart, aber bleib kurz bei mir: Es stimmt, Menschen beobachten, dass in zehn Jahren nie das Vollstreckungsamt vorbeigekommen ist, weil du bei der Steuererklärung keinen Blödsinn gemacht hast. Okay. Aber deswegen sollen sie plötzlich denken: Ach ja, vor zweitausend Jahren ist Gott Mensch geworden in Jesus Christus, geboren von einer Jungfrau, getötet, in Jerusalem von den Toten auferstanden. Und jeder, der in diesem Leben all seine Hoffnung auf diesen Jesus setzt und ihn zum Herrn über sein Leben macht, wird beim kommenden Jüngstengericht gerettet? Ist das logisch?
Du siehst, da führt nicht wirklich ein Weg von hier nach da. Römer 10,14 sagt: „Wie sollen sie denn den anrufen, an den sie nicht glauben? Und wie sollen sie denn an den glauben, den sie nicht gehört haben? Wie sollen sie denn hören, wenn ihnen keiner die Botschaft bringt?“ Das Evangelium ist Information. Diese Information muss transportiert und ausbuchstabiert werden. Das kann ich nicht einfach vorspielen.
Ansatz Nummer drei: Einfach Leuten ins Gesicht zu brüllen „Jesus liebt dich“ und das Evangelisation zu nennen. Ich weiß, viele wollen das nicht hören. Ich will das auch nicht hören. Aber es gibt das in der Bibel nicht. Das ist unbiblisch. Es gibt das nirgendwo in der gesamten Bibel, in keinem einzigen biblischen Buch.
Was gibt es stattdessen? Nur ein Beispiel: Schau dir die Stelle an, wo der reiche Jüngling zu Jesus kommt und fragt: „Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?“ Was antwortet Jesus?
Ich überspitze es mal flapsig: Sagt Jesus dann „Schnell, sprich dieses Gebet auf, bevor du deine Meinung änderst, fahr zu einer Freizeit, wo wir basteln und Outdoorsport machen, tritt unserem Musikerteam bei, gestalte mal einen Kindergottesdienst, back Blätterteigtaschen fürs Gemeindefest und geh einmal im Monat in die Gottesdienste, wo du mit sentimental inhaltlosen Predigten über Kalendersprüche und das politische Tagesgeschehen abgespeist wirst. Dann bist du einer von uns.“?
Wirklich? Sagt Jesus das? Er könnte es sagen, aber er sagt es nicht. Mal ehrlich: Mir macht das auch keinen Spaß. Ich lache hier aus einer peinlichen Berührtheit und Verlegenheit heraus. So läuft es doch häufig in unseren Gemeinden, oder? Das ist doch ein bisschen das, was wir uns manchmal wünschen. Und manchmal sogar leben, oder?
Aber das ist nicht, was Jesus gemacht hat. Jesus geht mit dem reichen Jüngling durch die zehn Gebote durch.
Ich lade dich ein: Lies dir einfach mal selbst die sechzehn evangelistischen Predigten in der Apostelgeschichte durch. Du musst mir nichts glauben, sondern lies selbst nach, worüber die Apostel mit den Menschen gesprochen haben, die sie aus dem Reich der Finsternis retten wollten.
Sie haben ihnen nicht „Jesus liebt dich“ oder „Gott will eine Beziehung mit dir“ oder „Nur bei Jesus findest du Erfüllung“ an den Kopf geworfen. Das gibt es kein einziges Mal. Stattdessen sprechen sie über das Gericht, über Sündenvergebung und Umkehr.
Dafür ist es entscheidend, dass wir die Sünde beim Namen nennen. Und damit sind wir bei den Geboten.
Die zentrale Rolle der Gebote im Neuen Testament und Gottes Charakter
Weißt du, wenn die Gebote angeblich egal wären, warum haben sich die ersten Christen dann daran gehalten? Wie ich dir aus dem Brief des Plinius vorgelesen habe, trafen sich die Christen einmal in der Woche. Sie verpflichteten sich dabei mit einem Eid, bis zum nächsten Treffen – also bis zum nächsten Gottesdienst – die Gebote einzuhalten.
Das sind die Zehn Gebote. Warum haben sie das getan? Warum werden die Zehn Gebote in den Gemeinden der Mitarbeiter der Apostel so hochgehalten? Warum finden wir die Zehn Gebote auch in den nicht-paulinen Briefen, also in den Texten im Neuen Testament, die nicht von Paulus stammen?
Warum werden die Gebote bei Paulus so hochgehalten? Warum finden wir sie auch bei den Aposteln in der Apostelgeschichte? Warum werden die Gebote im Neuen Testament dutzende Male wiederholt? Warum wurden die Zehn Gebote von Jesus bestätigt?
Warum ist es so, dass Gesetzlosigkeit in der Bibel nie positiv dargestellt wird? In der Bibel ist zum Beispiel von dem Menschen der Gesetzlosigkeit die Rede. Das ist keine lobende oder auch nur neutrale Beschreibung, oder?
Damit wir das besser verstehen und ich gleich zu einer phantastisch guten Botschaft kommen kann, möchte ich vorher kurz über Gott sprechen. Das ist wichtig, damit wir das verstehen.
Gottes biblische Grundeigenschaften
Wie ist Gott? Der Gott der Bibel hat acht grundlegende biblische Eigenschaften. Natürlich besitzt er noch weitere Eigenschaften, aber ohne diese acht ist das, worüber wir sprechen, nicht der biblische Gott.
Was sind diese Eigenschaften? Erstens: Der biblische Gott ist absolut, das heißt, es gibt nur ihn als einzige Gottheit. Zweitens: Er ist nicht räumlich gebunden, das heißt, er ist an allen Orten gleichzeitig. Drittens: Er ist nicht zeitlich gebunden, er ist ewig, steht über der Zeit.
Darüber hinaus ist er unheimlich mächtig. Er ist die unverursachte Ursache, der Schöpfer von allem. Er ist heilig, der moralische Maßstab für Gut, Böse und Gerechtigkeit. Er ist persönlich und in Jesus von Nazaret verkörpert. Außerdem hat er Jesus von Nazaret von den Toten auferweckt.
Das ist ein großes Thema, auf das wir in dem Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ eingegangen sind. Hier möchte ich nur einen Aspekt herausgreifen: Gott ist die Gerechtigkeit in Person.
Das heißt, wenn es einen Gott der Gerechtigkeit gäbe, dann wäre das der Gott der Bibel – hundertprozentig gerecht, wie wir es manchmal im Lied singen: vollkommen gerecht und vollkommen gut. Hundertprozentige Gerechtigkeit bedeutet, dass du und ich nicht einfach sündigen können, ohne dass etwas passiert. Das wäre nicht gerecht, so funktioniert das nicht.
Deshalb heißt es an etlichen Stellen in der Bibel – ich nehme nur eine kleine Auswahl heraus –, dass Gott die Schuldigen nicht freisprechen wird. Das geht nicht, das kann er gar nicht. Es gibt Dinge, die Gott nicht kann: Er kann nicht sterben, er kann nicht lügen. Das sind alles Dinge, die seinem Wesen widersprechen. Und Gott kann auch Schuldige nicht freisprechen, weil das seinem Wesen widerspricht.
Im 2. Timotheusbrief heißt es, Gott kann sein eigenes Wesen nicht verleugnen. Er bleibt sich selbst treu und deshalb bleibt er gerecht und immer derselbe.
Gott ist auch heilig. Was bedeutet heilig? Heilig heißt, dass wir Gott eine ganz besondere Ehrerbietung entgegenbringen wollen.
Ein konkretes Beispiel, um das ins Verhältnis zu setzen: Vor einiger Zeit hat meine Frau Elisa eine Auszeichnung erhalten. Bei der Verleihung traf sie auf den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Das war ein großes Ereignis, bei dem auch Familienmitglieder dabei waren.
Da stellt sich natürlich die Frage: Wie kleidet man sich, wenn man dem Bundespräsidenten begegnet? Wahrscheinlich nicht in Jogginghose, kurzer Hose oder Flipflops. Man überlegt sich, was für eine so hohe Persönlichkeit angemessen ist. Das ist eine besondere Ehrerbietung.
Ähnlich ist es, wenn man den US-Präsidenten, den König oder die Königin von England treffen würde. Wie würde man sich kleiden, wenn man Jesus oder Gott begegnet?
Heiligkeit bedeutet auch eine besondere Kostbarkeit und Reinheit. Viele von uns denken dabei an ein neugeborenes Baby – so kostbar und rein.
Stell dir vor, jemand mit einer Alkoholfahne möchte dieses neugeborene Baby hochheben. Das passt nicht zusammen, oder? Wahrscheinlich empfinden viele, besonders Mütter, das als unangenehm. Es würde uns aufstoßen, weil es nicht passt.
Wahrscheinlich würden die meisten auch keinen Aschenbecher neben ein neugeborenes Baby stellen – selbst wenn keine Zigaretten mehr darin wären. Weil das Baby so kostbar und rein ist, passt das nicht zusammen.
Gott ist noch viel heiliger. An mehreren Stellen der Bibel heißt es: Heilig, heilig, heilig ist Gott. Im Hebräischen bedeutet die dreifache Nennung eine ultimative Unterstreichung, die größte Steigerung – also der allerheiligste.
Im Psalm 24 heißt es: Wer darf auf dem Berg des Herrn stehen? Wer darf seinen heiligen Ort betreten? Die Antwort lautet: Derjenige, der unschuldige Hände und ein reines Herz hat.
Jeder andere kann vor dem heiligen Gott nicht bestehen. Das passt nicht zusammen, so wie der Aschenbecher und die Alkoholfahne neben dem Neugeborenen oder das Treffen mit dem Bundespräsidenten in abgewetzten Jeans und Flipflops. So funktioniert das nicht.
Das ist etwas, das wir intuitiv gut verstehen können: Wer darf auf dem Berg des Herrn stehen und seinen heiligen Ort betreten? Derjenige, der unschuldige Hände und ein reines Herz hat. Jeder andere kann vor Gott nicht bestehen.
Im Psalm 5 heißt es außerdem: Nein, du bist kein Gott, der sich an Unrecht erfreut. Wer Böses tut, besteht nicht vor dir. Und in Levitikus 20 steht, dass wir heilig sein müssen, um zu Gott gehören zu können.
Aber sind wir das?
Was ist der Zweck der Gebote? Schauen wir dazu in den 1. Johannesbrief Kapitel 3. Dort heißt es: Sünde ist Gesetzlosigkeit.
Was bedeutet Gesetzlosigkeit? Der Duden definiert das ganz klar als Missachtung von Gesetzen.
Um also zu wissen, was Sünde ist, müssen wir erst einmal das Gesetz kennen.
Die Gebote als Spiegel unserer Sünde und die Notwendigkeit der Umkehr
Hier nun der überarbeitete Text:
Mein Gedanke ist folgender: Wenn du auf YouTube manchmal Umfragen siehst, bei denen Leute in der Stadt von Evangelisten gefragt werden, woran Christen glauben, dann sind die Antworten oft interessant. Manche sagen zum Beispiel: Christen glauben, dass schlechte Menschen in die Hölle kommen und gute Menschen in den Himmel.
Und die Sache ist: Das ist tatsächlich so. Es ist auch wirklich einfach. Die Frage ist nur, zu welcher Gruppe du gehörst. Bist du einer von diesen guten Menschen?
Deshalb eine Frage an alle, die sich für gute Menschen halten: Das ist ein Gedankenexperiment, und ja, es ist zugespitzt. Mal angenommen, ich biete dir hundert Euro, echte hundert Euro. Dafür sollst du ein rechtsgültiges und verbindliches Dokument unterschreiben. Mit deiner Unterschrift verzichtest du für alle Ewigkeit darauf, dass dir jemals irgendeine Sünde vergeben werden kann.
Mal angenommen, deine Unterschrift schließt Vergebung kategorisch und für immer aus. Würdest du das tun? Ich meine, du bekommst hundert Euro dafür. Und wenn du eh ein guter Mensch bist, brauchst du ja niemals Vergebung, oder?
Oder zögerst du? Warum? Hundert Euro sind hundert Euro. Schreib gerne in die Kommentare, wie du dazu stehst. Aber wenn es dir geht wie mir: Ich würde das nie tun, auf gar keinen Fall.
Oft sind wir Menschen Weltmeister der Ausreden. Manchmal kommen Ausreden wie: „Ich bin vielleicht kein guter Mensch, aber die anderen sind es auch nicht.“ So wie im Paradies: Adam zeigt auf Eva und sagt, sie war es. Eva zeigt auf die Schlange und sagt, die war es. Keiner will Schuld übernehmen.
Eine Beobachtung: Wenn jeder krank ist, nennen wir das nicht mehr eine Seuche, sondern „Natürlich“. Wenn jeder sündigt, nennen wir das nicht mehr falsche Entscheidungen, sondern „Kultur“.
Aber Jesus hat kein Blatt vor den Mund genommen. Er hat das Kind beim Namen genannt. Auch diese Ausrede „Aber die anderen sind auch schlecht“ hat er klar zurückgewiesen.
Mal ganz kurz dazu: Falls du denkst, dass diese Ausrede beim Jüngsten Gericht etwas bringt, stell dir ernsthaft vor, du hast etwas sehr Schlechtes getan und deine Ehefrau betrogen. Das fliegt auf, und du musst dich erklären.
Und du kommst mit folgender Ausrede: „Aber Schatz, bei der letzten Weihnachtsfeier ist mein Kollege Jan auch mit derselben Sekretärin ins Bett gegangen. Der hat das auch gemacht.“ Glaubst du wirklich, das beruhigt deine Frau? Ernsthaft? Damit wäre alles geklärt? Mach dich nicht lächerlich.
Nochmal für die Techniker unter uns: Es geht nicht um eine relative Skala wie bei einem Fitnesswettbewerb, bei dem du den Preis bekommst, solange du fitter bist als andere.
Wir reden hier von einer absoluten Skala. Es geht nicht darum, wer mehr oder weniger verschuldet ist, sondern darum, wer schuldenfrei ist.
Ein einfaches Beispiel: In meinem letzten Job, als ich für eine Leitungsposition in Betracht gezogen wurde, musste ich mehrere Assessmentcenter und Tests durchlaufen. Fachliche Tests, kommunikative Tests, gesundheitliche Tests. Außerdem musste ich einer Überprüfung zustimmen, ob ich Vorstrafen habe.
Ich sage nicht, dass diese Vorgehensweise richtig ist. Menschen können sich ändern. Auch wir im Bibelfit-Dienst sind offen dafür, Menschen mit Vorstrafen einzustellen, wenn wir Mitarbeiter suchen.
Aber damals war es so: Hätte ich auch nur eine Vorstrafe gehabt, hätte das Unternehmen mich laut ihren Regeln nicht einstellen dürfen. Egal, ob es ein Diebstahl, Drogendelikte, Sachbeschädigung oder sogar Körperverletzung war.
Eine Vorstrafe hätte gereicht. Das ist wie bei einer Kette mit zehn Gliedern: Reißt ein Glied, fallen alle in den Abgrund.
John MacArthur sagt dazu (übersetzt): Gottes Gesetz ist geeint. Es hängt alles zusammen, es ist unteilbar. Es ist, als ob du ein Fenster mit einem Hammer einschlägst. Du schlägst vielleicht nur an einer Stelle zu und nicht mit voller Kraft, aber das ganze Glas ist zerbrochen.
In Jakobus 2,10 heißt es dazu (frei übersetzt): Was nützt es, wenn ihr alle anderen Gebote Gottes genau einhaltet, aber gegen eines seiner Gebote verstoßt? Dann habt ihr das Gesetz insgesamt übertreten.
Es ist wie beim Weitsprung in der Schule: Ein Übertritt ist ein Übertritt. Es spielt keine Rolle, ob es fünf, zwanzig oder nur ein Zentimeter sind.
Darum geht es. Die Frage ist nicht, wer weniger schlecht ist, sondern wer gut genug ist.
Die Gebote als Spiegel persönlicher Erfahrungen und Herausforderungen
Gebote haben auch eine andere Wirkung. Dazu möchte ich eine konkrete Situation aus meinem Leben schildern, die dir vielleicht harmlos vorkommt, für mich damals aber alles andere als harmlos war.
Anfang der 2010er Jahre war ich noch in meinen zarten Zwanzigern, naiv und grün hinter den Ohren. Ich hatte mich beruflich in Vollzeit selbständig gemacht. Eine super Kombination – was sollte da schon schiefgehen? Selbständig zu sein bedeutet, dass man sein eigener Arbeitgeber ist. Man ist also gleichzeitig Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das heißt zum Beispiel für die Krankenversicherung: Man muss sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil bezahlen.
Um das berechnen zu können, muss man in regelmäßigen Abständen alle Geldflüsse der Krankenkasse offenlegen, damit diese den Beitrag festlegen kann. Wie gesagt, wenn man selbständig ist, macht man andere Erfahrungen. Ich glaube, ich habe mich gerade am Anfang der Selbständigkeit nicht besonders schlau angestellt. Sobald man sich um über zweihundert Dinge gleichzeitig kümmern muss und meist kaum Einnahmen hat – ich zumindest hatte da keinen Überblick.
Eines Tages bekam ich einen Anruf von der Krankenkasse. Nach ein bisschen Vorrede kam die Nachricht: „Herr Voss, wir haben uns Ihre Situation angeschaut und sind bereit, Ihnen 300 Euro zu erlassen. Vielleicht waren es auch 700 Euro, auf jeden Fall mehrere hundert Euro.“ Ich war völlig verwirrt und verstand überhaupt nicht, was die von mir wollten. Ich muss gestehen, dass ich das nicht hätte tun sollen, aber ich wurde sogar wütend und sagte der Dame am Telefon: „Was erlauben Sie sich? Was wollen Sie überhaupt von mir?“
Ich hatte wirklich unglaubliches Glück, denn ich hatte eine sehr geduldige Frau am Telefon. Sie erklärte mir geduldig die Paragraphen und Gesetze, so dass ich sie schließlich nachvollziehen konnte. Nach einem langen Gespräch begriff ich langsam, dass sie Recht hatte. Ich schulde der Krankenkasse tatsächlich eine Summe von etwa 1500 Euro, die ich bis dahin überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Und ich dachte: Woher soll ich das nehmen? Nicht stehlen, ach du Schande!
Plötzlich war ich dankbar für die Information, die sie mir ganz am Anfang gegeben hatte: dass sie eine Lösung gefunden hat, die mir mehrere hundert Euro von einer Schuld erlässt, von der ich bis eben gar nicht wusste, dass ich sie hatte. Ich entschuldigte mich bei der Frau, dass ich sie so angefahren hatte. Mir hatte einfach diese wichtige Information gefehlt. Wenn ich sie von Anfang an gehabt hätte, hätte sich alles verändert.
Was hatte sich also durch diese Information verändert? Das konkrete Wissen um meine Schuld, um meine Verpflichtungen – das hat alles verändert.
Das erinnert mich an die Israeliten in Exodus 19. Dort heißt es ganz am Anfang, bevor sie die zehn Gebote erhalten: Das ganze Volk antwortete einmütig: „Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun.“ Mose überbrachte dem Herrn die Antwort des Volkes. Ich übersetze das mal ganz einfach: „Na klar, wir halten uns an Gottes Gebote, das ist gar kein Problem.“
Dann aber kommen die zehn Gebote, und das Volk wird damit konfrontiert. In Exodus 20 heißt es: „Als die Israeliten das Donnern und den Posaunenschall hörten, die Blitze sahen und den Rauch, der vom Berg Sinai aufstieg, zitterten sie vor Angst und blieben in einiger Entfernung stehen.“ Am Anfang sagen wir immer: „Ja, alles kein Problem.“ Doch sobald wir mit den konkreten Verpflichtungen und unseren Verfehlungen konfrontiert werden, sieht alles anders aus.
Das erinnert mich auch an zwei andere Stellen in der Bibel, zum Beispiel beim Propheten Hesekiel und in der Offenbarung, wo Johannes die Schriftrolle isst. Es klingt erst einmal gut, es schmeckt erst einmal gut, aber sobald es im Bauch ist, sobald es verdaut wird und seine Wirkung entfaltet, fühlt es sich ganz anders an. Von außen sieht es anders aus als von innen.
In den Sprüchen heißt es: „So mancher hält seinen eigenen Weg für richtig, der doch zum Tod führt.“ Im Buch Deuteronomium steht: „Die Gebote sind dafür da, ein Zeuge zu sein, ob wir Gott angemessen gelebt haben.“ Die Gebote sollen also ein Zeuge sein, ob wir Gott angemessen gelebt haben.
Im Hebräerbrief heißt es: „Kein Geschöpf ist vor Gottes Augen verborgen, sondern alle Dinge liegen nackt und offen vor seinen Augen, vor dem auch wir Rechenschaft ablegen müssen.“
Du und ich müssen Rechenschaft ablegen – aber worüber? Über unsere Entscheidungen. Welche Entscheidungen hast du getroffen? Welche Entscheidungen habe ich getroffen? Entscheidungen sind der Knackpunkt.
Was passiert, sobald die Gebote als Zeuge gegen dein und mein Leben auftreten? Ich möchte kurz ein paar Highlights aus meinem Leben nennen, die alle von Gott aus nächster Nähe gesehen wurden. Gott hat alles gesehen.
Während ich das jetzt mit dir durchgehe, empfehle ich, für jeden, der es noch nicht hat: Nimm dir gern eine Übersicht über die zehn Gebote. Dort hast du alles, was du brauchst, auf einen Blick mit sämtlichen Quellenangaben. Diese Übersicht steht jetzt bereit, damit du sie direkt für dieses Video nutzen kannst. Klicke dafür einfach auf den ersten Link unter dem Video und nimm sie dir gleich mit.
Wer die Übersicht für Familie, Gemeinde, Hauskreis oder Unterrichtsstunden nutzen oder einfach zu Hause aufhängen möchte, ist herzlich eingeladen. Dafür haben wir sie gemacht.
Persönliche Beispiele zu den Geboten
Gott sagt, du darfst nichts begehren, was zu deinem Mitmenschen gehört. Thema Neid. Wie oft habe ich früher gejammert! Ich war so ein richtiger Waschlappen, ein echter Jammerlappen. Wie oft habe ich insgeheim anderen Menschen ihr Leben missgönnt – das ist direkt Neid. Zack, Gebot Nummer neun: Du darfst kein falsches Zeugnis geben.
Eine einfache Frage an jeden von uns, auch an dich und mich ganz persönlich: Mehr als zehntausend oder weniger als zehntausend – wie viele Lügen haben du und ich in unserem Leben erzählt? Wie häufig haben wir Gerüchte weitererzählt? Wie oft habe ich gelästert? Wie oft habe ich andere Dinge, auch Sachen von mir, abschreiben lassen und sie als ihre ausgegeben?
Gebot Nummer acht: Du darfst nicht stehlen! Angenommen, du würdest mir das Portemonnaie stehlen, dann bist du vor dem Gesetz in beiden Fällen ein Dieb – egal, ob zwanzig Euro oder zweihundert Euro drin sind. In beiden Fällen ist es eine Straftat. Das hängt nicht vom Inhalt des Portemonnaies ab, es ist unabhängig vom Wert. Wie häufig haben wir uns schon Sachen angeeignet, die nicht unsere sind?
Meine Kumpels und ich damals als Teenager – wir waren Computerfreaks. Wir hätten im Leben nicht für einen Film bezahlt, wenn es irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, ihn im Internet gratis zu sehen. Und wir haben etliche Computerspiele gestohlen, indem wir sie illegal heruntergeladen haben.
Gebot Nummer sieben: Die Ehe darfst du nicht brechen. Weißt du, wenn du und ich einen Verein gründen wollten, der behauptet, dass sexuelle Entscheidungen wie Ehebruch, Sex ohne Ehe oder Pornos angeblich keine Konsequenzen für das Jüngste Gericht hätten, dann sollten wir wissen, dass der historische Jesus und die Apostel aus diesem Verein austreten würden. Das sollte uns zu denken geben.
Gebot Nummer sechs: Du darfst nicht morden. Jesus sagt, wer schon Aggressionen hegt, hat Mord in seinem Herzen begangen. Wie ist es bei mir? Thema Aggression im Herzen: Früher habe ich meinem Bruder einen Zahn ausgeschlagen. Und das ist kein Witz.
Gebot Nummer fünf: Ehre deinen Vater und deine Mutter. Mit all dem, was ich vorher schon getan habe – klar, welche Eltern wären da nicht stolz? Allein mit meinen Sünden bis hierhin habe ich meine Eltern schon entehrt.
Gebot Nummer vier: Denk an den Sabbattag, dass du ihn heiligst. Das ist ein Sonderthema, das wir in einem separaten Video behandeln. Deshalb gehe ich an dieser Stelle ausnahmsweise mal weiter.
Gebot Nummer drei: Du darfst den Namen des Herrn, deines Gottes, nie leichtfertig nutzen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen leichtfertig nutzt. In meiner nichtchristlichen Zeit habe ich wahrscheinlich ab und an gespürt, dass es falsch war. Ich kann mich an ein paar Situationen erinnern, aber trotzdem.
Gebot Nummer zwei: Du darfst dir kein Gottesbild machen. Ich habe etliche, etliche Gottesbilder und falsche Gottesbilder über die Jahre gehabt. Sogar noch schlimmer: Als liberaler Theologe habe ich damals falsche Gottesbilder gelehrt und verbreitet. Ich habe das sogar noch stark gemacht.
Und Gebot Nummer eins, wo Gott sagt: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Haus der Sklaverei in Ägypten geführt hat. Es darf für dich keine anderen Götter geben, die über mir stehen würden. Ich sage dir, wie es ist: Der Gott in meinem Leben heißt häufig Markus Voss – und Hauptsache, der ist zufrieden.
Einige haben hier in den Kommentaren gefragt, was ein Götze ist. Ich sage dir, was ein Götze ist: Ein Götze ist das, was du solche Angst hast zu verlieren, dass du dafür bei der Nachfolge Abstriche machst. Nochmal: Ein Götze ist das, was du solche Angst hast zu verlieren, dass du dafür bei der Nachfolge Abstriche machst.
Schau dazu einfach mal, was meine Frau neulich Kluges gesagt hat. Sie hat gesagt: Ist es das Ziel deiner Gebete, dass Gott zu dir Amen sagt oder dass du zu ihm sagst? Kannst du wirklich aus vollem Herzen sagen – und tust du es überhaupt – „Dein Wille geschehe“? Mit Gott im Gebet zu ringen und zu argumentieren ist ja wie in jeder guten Beziehung normal und auch gut so. Aber die Frage ist eben: Wer darf am Ende das letzte Wort haben? Und da ist Gott nun mal Gott.
Nicht umsonst sagen wir auch „Herr“, und er ist nicht primär in dem Moment dein Freund oder Partner auf Augenhöhe. Mal angenommen, jetzt mal wieder so ein klapsiges Gedankenexperiment, weil die helfen uns, die helfen uns, klar zu sehen: Mal angenommen, du würdest fünftausend Euro bekommen für jeden Morgen, an dem du deine Bibel um zwei Kapitel weiterliest. Hand aufs Herz, mal ganz ehrlich – musst du nicht in die Kommentare schreiben, einfach nur für dich: Würdest du dann häufiger Bibel lesen als jetzt? Wenn ja, dann liebst du Geld mehr als Gott. Einfach mal sacken lassen.
Und für alle von uns, die in irgendeiner Form geistliche Ämter innehaben, die lehren, Pastoren, Älteste sind oder sich im Reich Gottes engagieren: Bitte hört mir zu! Das steht bei mir ganz groß, ganz fett über dem Schreibtisch, weil ich hoffe, wenn ich es häufig genug sehe, dass ich es nicht vergesse. Und ich will es dir weitergeben: Bitte hör mir an dieser Stelle zu.
Deine Beziehung zu Gott ist wichtiger als dein Dienst für Gott. Nochmal: Deine Beziehung zu Gott ist wichtiger als dein Dienst für Gott.
Ganz grundsätzlich gilt für alle von uns: Solange wir festlegen, was gut und was böse ist, spielen wir Gott. Und genau das ist eine Folge des Durcheinanderbringers, genau das ist eine Folge des Diabolos, des Teufels. Dass nicht mehr jeder auf seinem Platz steht, sondern alles durcheinandergeht. Alles fängt doch damit an, dass ich Gottes Ruf folge, dass ich Markus von Gottes Thron heruntergehe, dass ich wieder Gott die Gesetze machen lasse, dass ich ihm das Urteil sprechen lasse.
Jakobusbrief 4 sagt: Erniedrigt euch vor Gott, dann wird er euch erhöhen.
Aber was heißt dieses Kurzresümee jetzt bei mir? Klartext: Es heißt, durch meine Entscheidungen bin ich ein Neider geworden, durch meine Entscheidungen bin ich ein lügnerischer Dieb geworden, ein Ehebrecher und Mörder im Herzen. Ich habe meine Eltern entehrt, Gott gelästert, Götzen gedient und dem einzig wahren König Anbetung und Ehre willentlich verweigert – und das immer und immer wieder.
Soll das ein guter Mensch sein?
Hebräerbrief 4 sagt, ich übersetze es mal ein bisschen freier: Die Absichten des Herzens und die Gedanken werden von Gottes Wort beurteilt. Das schärfste, geschliffene Messer ist nicht so scharf wie Gottes Wort, das mitten durch die Seele und das Herz eines Menschen hindurchdringt. Gottes Wort ist voller Kraft und heute lebendig wie damals.
Du siehst also an diesen Highlights aus meinem Leben: Wenn ich mir das angucke, da sehe ich doch schon, ich habe gegen jedes der zehn Gebote verstoßen – wenn nicht tatsächlich, dann zumindest im Herzen. Und ich merke, ich passe einfach nicht an Gottes Seite.
Wie Jesaja das sagt, als er im Thronsaal Gottes steht: „Weh mir, ich bin verloren, ich bin ein unwürdiger Sünder.“
Soll denn der unbestechliche Gott der Gerechtigkeit all meine Verbrechen gegen seine Gesetze einfach wegwischen, als wäre nie etwas geschehen? Was wäre daran fair gegenüber den Opfern?
Hast du mal überlegt, was Gott jeden Tag sehen muss? Wie viele tausend Male jeden Tag sein Name respektlos in den Mund genommen wird? Wie viele Millionen Frauen – auch Männer, aber auch Frauen –, Arme Menschen, Kranke jeden Tag unterdrückt, ausgebeutet und missbraucht werden? Was ist mit dem Thema Tierquälerei? Allein 2022 wurden nur in deutschen Laboren vier Millionen zweihunderttausend Tiere für Tierversuche verwendet oder getötet.
Und was ist mit Menschen? Weißt du, jedes Jahr töten wir 546 andere Menschen durch Kriege, Morde und Überfälle. Jedes Jahr werden 73 Millionen Kinder durch Abtreibung getötet – in 19 von 20 Fällen sind Mutter und Kind kerngesund.
Denkst du wirklich, dass ein allwissender, allgegenwärtiger Gott unsere Verbrechen nicht sieht? Glaubst du das?
Wenn wir nicht verstehen, wenn wir nicht verstehen wollen, warum Gott zornig sein könnte, dann haben wir ein viel zu naives Bild von der Realität und ein viel, viel, viel zu mildes Bild von Gott.
Beim Jüngsten Gericht wird Jesus die Täter in einer Weise zur Rechenschaft ziehen, die sie nie für möglich gehalten haben.
Ein nichtchristlicher Dichter hat dazu mal sinngemäß gesagt: „Wenn ich vor Gott stehe, dann wird Gott mir vergeben, denn das ist sein Beruf.“ So ein Blödsinn!
So ein Blödsinn, schreibt Pastor Wilhelm Busch in „Jesus unser Schicksal“. Er schreibt, es fehlt uns allen die Angst, dass wir in die Hölle kommen können, dass Gott wirklich ernst macht, dass Gott auf seinen Geboten besteht.
Gott heißt es immer wieder in der Bibel: Er richtet nach Taten. Er richtet nach Taten.
Das ist nicht leicht zu hören, nicht leicht zu akzeptieren, nicht leicht sich vorzustellen. Und ich spüre, wie sich in dem einen oder anderen ein unglaublicher Widerstand dagegen regt. Ich höre das schon auf der Tastatur klackern, wie der eine oder andere schreiben will: „Aber was ist denn, wenn alle aufgrund von Taten schuldig sind?“
Du, jetzt mal kurz alle Emotionen beiseite – wir holen sie gleich wieder raus –, wir tun sie nur mal ganz kurz beiseite.
Wenn wirklich alle aufgrund ihrer Taten schuldig sind, was wird Gott denn tun? Du kennst die biblische Antwort: Dann wird Gott alle richten, dann wird Gott alle bestrafen, wie bei der Sintflut, wie bei Sodom und Gomorra.
Das muss uns einfach mal klar sein: Dieser Liebesgott des ersten Johannesbriefs ist gleichzeitig der Gott der Genesis, der Gott vom Buch Joel und vom Buch Jesaja, der Gott, der Sodom und Gomorra vernichtet hat und die Sintflut über die Welt gebracht hat.
Das ist der gleiche Gott, der im Neuen Testament zwei Menschen tötet, weil sie eine Lüge erzählt haben.
Im Galaterbrief heißt es: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten.“
Und wegen der Sünde hat Gott die Welt schon einmal zerstört. Wir leben auf der Erde 2.0.
Gott meint das ernst. Das ist für Gott kein Spaß.
Deswegen ganz klar ausbuchstabiert, weil auch Jesus das ganz klar ausbuchstabiert: Wer in seinen Sünden stirbt, der kommt in die Hölle. Darauf gibt Jesus Christus persönlich sein Wort.
Jesus sagt in Johannes 8: „Ihr werdet in euren Sünden sterben.“ Ja, es ist so: Solange ihr nicht an mich glaubt und durch diesen Glauben, durch dieses Sich-an-Jesus-Festklammern gerettet werdet, solange wird es so sein, dass ihr in euren Sünden sterbt.
Römer 2 sagt: Ihr kommt nicht zur Einsicht, ihr wollt euch einfach nicht ändern, und damit häuft ihr ständig noch mehr Schuld auf und bereitet euch selbst das Verderben, das am Tag der Abrechnung über euch hereinbricht. An dem Tag, an dem Gott sich als Richter offenbart und ein gerechtes Gericht hält.
Psalm 7 sagt: Gott ist ein gerechter Richter, und Gott ist wütend auf die Bösen jeden Tag.
Jesus sagt dazu: Fürchtet euch nicht vor solchen, die den Körper töten, die aber die Seele nicht töten können. Fürchtet vielmehr den einen Gott, der Körper und Seele verderben und der Hölle übergeben kann.
Jetzt stell dir einfach mal vor, um das ein bisschen anschaulicher und konkreter zu machen: Stell dir vor, du bist jetzt in Ostafrika, am Horn von Afrika. Es ist gerade Gottesdienst, ihr macht vielleicht gerade Lobpreis, Anbetung, Musik. Plötzlich sind alle aufgeregt und rennen durcheinander. Warum? Weil die Terroristen kommen.
Du guckst hinter dich, siehst diese Männer und bekommst den Schreck deines Lebens. Und dann kommt Jesus und sagt: „Markus, im Vergleich zu Gott brauchst du vor diesen Männern keine Angst zu haben, weil Gott so viel bedrohlicher ist als sie. Was Gott dir antun kann, ist so viel schlimmer als alles, was diese Männer sich ausdenken könnten.“
Wir leben in einer sehr besonderen Phase der Menschheitsgeschichte und der Weltgeschichte, auch im 21. Jahrhundert. Nur ein Beispiel: Wir erleben gerade, wie die letzten Nazikriegsverbrecher, die letzten Schoah-Mittäter, die letzten Holocaust-Mittäter, die Beihilfe zum Massenmord geleistet haben, vor Gericht gestellt werden. Gleiches gilt für andere Genozide, wie zum Beispiel in Ruanda.
Wir als Menschheit verfolgen sehr häufig Kriminelle bis ans Ende der Erde, um sie auch Jahrzehnte später noch zu fassen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Das zeigt, wie wichtig uns als Menschen Gerechtigkeit ist.
Wenn uns das egal wäre, bräuchte es diese Strafverfolgung nicht, bräuchte es auch die Strafe nicht.
Wir machen es, auch wenn es Abermillionen Euro kostet, auch wenn es Jahrzehnte später ist und auch wenn es die Opfer nicht mehr lebendig macht.
Beispiel Osama bin Laden: Allein der Zweistundeneinsatz, um ihn zu töten, wird auf circa 50 Millionen US-Dollar geschätzt. Die Suche nach ihm hat die USA und ihre Verbündeten zehn Jahre gekostet, mehrere Milliarden Euro, die teuerste Suchaktion der Weltgeschichte. Und das schon zu einem Zeitpunkt, als Bin Laden kaum noch Einfluss oder militärische Befugnisse hatte.
Trotzdem haben sie ihn bis ans Ende der Erde verfolgt und keine Kosten und Mühen gescheut.
Die meisten von uns können das gut verstehen. Warum? Weil uns Gerechtigkeit wichtig ist. Warum? Weil wir im Ebenbild Gottes geschaffen sind und einen tiefen Sinn für Gerechtigkeit haben, der nicht ruhen wird, bis ein Täter bestraft ist.
Das sieht man auch daran, wie sehr uns das betrifft, sobald ein verurteilter Sexualstraftäter wegen irgendeiner bürokratischen Formalie unbehelligt bleibt. Da schreit alles in uns auf: „Das kann doch nicht sein!“
Und so wird es auch nicht bleiben.
Apostelgeschichte 7,31 sagt: Gott hat schon einen Tag festgesetzt, an dem er über die ganze Menschheit Gericht halten und ein gerechtes Urteil sprechen wird. Zum Richter hat er einen Mann bestimmt, den er für alle dadurch beglaubigte, dass er ihn von den Toten auferweckt hat.
Das heißt mal ausbuchstabiert: So sicher, wie Jesus am 9. April des Jahres 30 auferstanden ist, so sicher ist auch das Jüngste Gericht mit einem kommenden Datum. Der Termin steht schon fest.
Zurück zu uns allen, zu dir und mir und den Geboten.
Jesus sagt dazu in Johannes 5: Denkt nicht, dass ich, Jesus, euch beim Vater verklagen werde, sondern es gibt einen, der euch verklagt – Mose. Mose! Damit meint Jesus die Gebote, die zehn Gebote.
Genau das, was Sünder hoffen werden, dass es sie beim Jüngsten Gericht retten wird – ihre Taten, das Halten des Gesetzes – genau das wird der Stein sein, auf dem sie zertrümmert werden.
Also nochmal ganz hart auf den Punkt gebracht: Niemand wird in der Hölle sein, ohne zu wissen, wofür. Niemand wird in der Hölle sein, ohne zu wissen, wofür.
Deswegen werden ja die Bücher aufgetan, deswegen werden Menschen nach ihren Taten gerichtet, weil die Taten beurteilt werden und das Strafmaß festgelegt wird.
Gottes Wort sagt zum Sünder: Gott wird dich suchen und er wird dich finden.
Die Sintflut und Golgatha zeigen brutal und übergroß, wie ernst Gott das meint.
In Golgatha entlädt sich der Zorn der Sintflut – und sogar noch mehr und noch größer – Gottes ganze zerstörerische Macht.
Ich glaube, unsere Generation, vor allem die unter Vierzigjährigen – ich nehme mich mal mit rein – hat das Evangelium völlig falsch verstanden. Ich glaube, wir haben es komplett rückwärts, komplett auf den Kopf gestellt.
Weißt du, nicht dass der liebe „zarte Jesus“ aus der Kinderbibel Gericht halten wird – das ist nicht der Schock. Nicht, dass ein liebender Gott Menschen verurteilt, ist der Schock.
Nein, der wahre Schock ist, dass der heilige, unbestechliche Gott des Alten Testaments – der sich nicht ablenken lässt und sich nicht umstimmen lässt – einen Weg geschaffen hat, durch den Sünder begnadigt werden können.
Das ist der wahre Schock.
Dazu heißt es beim Propheten Maleachi: „Ihr habt dem Herrn viel Schmerz bereitet mit euren Worten, in denen ihr gesagt habt: Jeder, der Böses tut, ist doch gut in den Augen des Herrn.“
Wir sollen unparteiisch sein, Leute nicht besser reden, als sie sind, sondern bei der Wahrheit bleiben.
Und ganz kurzer Nebensatz: Gerade weil das unbiblische Wohlstandsevangelium immer moderner wird und auch bei uns in Mitteleuropa scheinbar beliebter zu werden scheint – dass es angeblich um Gesundheit, Ruhm, Ansehen und Reichtum in diesem Leben geht – wirklich, wirklich?
Schau doch mal rein in den 1. Korinther 15, eines der wichtigsten Kapitel der ganzen Bibel. Da heißt es ganz klipp und klar: Solange wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, sind wir die bedauernswertesten aller Menschen.
Weil das nicht funktionieren wird. Es geht nicht hauptsächlich um dieses Leben.
Unsere Sünden sind nicht hauptsächlich etwas, was uns davon abhält, diesseits zu genießen, sondern unsere Sünden werden uns beim Jüngsten Gericht verurteilen.
Darum geht es.
Die Gesellschaft will dir einreden, das Allerwichtigste sei, dass du lebst, bevor du stirbst.
Aber Jesus sagt: Das Allerwichtigste ist, dass du lebst, nachdem du stirbst.
Und das größte Problem der Menschheit ist das Sündenproblem. Das ist die Ursache für alle anderen Probleme.
Deshalb brauchen wir Jesus, damit er uns das Sündenproblem, unsere persönlichen Sünden wegnimmt.
Dafür brauchen wir Jesus.
Auf den Punkt gebracht: Hebräer 12 sagt, es geht nicht um deine Vergnüglichkeit, es geht um deine Heiligkeit. Es geht nicht um deine Glücklichkeit, sondern um deine Rechtschaffenheit.
Diese Gebote gehen direkt durch den Schleier unserer Ausreden und Selbstrechtfertigungen.
Diese Gebote treffen direkt unser Gewissen.
Unser Verstand ist vielleicht von Sünde verfinstert. Diese Erfahrung hat jeder schon gemacht, der versucht, anderen Leuten von Jesus zu erzählen, das Evangelium weiterzugeben.
Da hat man manchmal das Gefühl, man versucht, durch eine Käseglocke durchzukommen.
Sünde kann den Verstand verfinstern, definitiv. Aber unser Gewissen – ja, die Ewigkeit ist in unser Herz gelegt, unser Gewissen ist empfänglich für Gott.
Dieses Gewissen ist dein stärkster Verbündeter, sobald du Menschen von Jesus erzählen willst.
Und was passiert dann häufig, sobald wir Menschen Gottes Gebote sagen? Es macht sie sprachlos.
Denk einfach mal an die ersten zwei Videos dieser Reihe. Denk an die Reaktion meines Kollegen Tom, der Prostituierte aufgesucht hat. Denk an die Reaktion meines Chefs Peter, der Gottes Namen als Kraftausdruck gebraucht hat. Denk an die Frau Lena in ihrer Küche. Denk an Julia, die zu ihren katholischen Ahnen gebetet hat.
Sie waren sprachlos.
Genau dieser Effekt, genau diese Folge haben die Gebote: Sie lassen einen Sünder sprachlos zurück.
Und genau das sagt der Apostel Paulus prophetisch voraus.
Er sagt es in Römer 3: Mit den Geboten, mit dem Gesetz Gottes wird jeder Mund zum Schweigen gebracht.
Mit den Geboten wird jeder Mund zum Schweigen gebracht.
Also zusammengefasst für diesen Teil dieses Videos: Römer 3,20 sagt: Je besser wir Gottes Gesetz kennen, desto deutlicher erkennen wir, dass wir schuldig sind.
In meinen Worten: Gottes Königreich, Gottes Königsherrschaft in meinem Leben kann nur da anfangen, wo ich aufhöre, mich selbst zu rechtfertigen.
Das Grenzschild für Gottes Reich in meinem Leben ist die Flagge seines Wortes, wo seine Worte gelten dürfen.
Deshalb heißt es schon in Johannes 3: Wer den Sohn nicht hat, bei dem bleibt Gottes Zorn.
Das ist nicht eine Strafe dafür, dass man kein Christ ist oder so etwas. Das stimmt überhaupt nicht. Sondern er bleibt, weil er schon da ist.
In 2. Korinther 5 heißt es: „Wir flehen euch an, lasst euch versöhnen mit Gott.“ Was heißt das? Das heißt einerseits, wir sind noch nicht versöhnt, aber es heißt auch: Versöhnung ist möglich.
Ein Gedanke, der dir vielleicht hilft: Die Bibel ist zu drei Vierteln das Alte Testament und zu einem Viertel das Neue Testament. Das hat historische Gründe, klar.
Aber überleg doch mal: Wenn Gott gewollt hätte, hätte er das auch anders führen und fügen können.
Vielleicht wollte Gott, dass wir erst durch die Gesetzesbücher, die Schriften, die Propheten verstehen – in der Tiefe verstehen – was die enorme Not der Menschheit ist: unser Sündenproblem.
Bevor er uns dann im Neuen Testament den Lösungsweg ausbuchstabiert.
Nur ein Gedanke.
Ich kann schon förmlich hören, wie jemand in den Kommentarspalten tippt: „Aber Christus ist doch des Gesetzes Ende.“
Weißt du, gerade weil das Gesetz und die Gebote so wichtig sind, kann der Satan sie nicht stehen lassen.
Er muss sie immer übertreiben, um sie uns auf die eine oder andere Weise abspenstig zu machen.
Meine Beobachtung – und mir darf gerne widersprochen werden – ist, dass es zwei Arten von Übertreibungen gibt:
Entweder teuflische Übertreibung Nummer eins: Es gibt angeblich keine Gesetze, Christen könnten angeblich vogelfrei, ohne Rücksicht auf Verluste leben, und Jesus wäre das angeblich schnurzegal.
Das nennt man umgangssprachlich oder in der Theologie manchmal Hypergrace – übermäßige Gnade.
Und um das nochmal auszubuchstabieren: Diese Behauptung von Hypergrace passt überhaupt nicht zu dem enormen Stellenwert der Gebote im Christentum, im Neuen Testament und in der Verkündigung der Apostel und von Jesus selbst.
Das ist hoffentlich durch die letzten zwei Videos dieser Reihe überdeutlich geworden. Sonst schau sie bitte noch mal an.
Oder teuflische Übertreibung Nummer zwei: Werkgerechtigkeit.
Dass du glaubst, du müsstest angeblich nur genug machen und dich damit im Endeffekt selbst erlösen.
Das ist richtig antichristlich, weil du damit sagst, es ist nicht Jesus und sein Opfer, das dich erlöst, sondern du selbst.
Falls du wirklich in dir selbst fühlst, dass du über Taten in den Himmel kommst – und falls diese unbiblische Vorstellung bei dir irgendwo im Kopf herumspukt oder jemand von wo auch immer zuhört, der meint, das könnte tatsächlich der Ausweg sein – dann hör mir gut zu:
Gute Taten können Böse nicht aufwiegen.
Das ist, als ob du ohne Fallschirm aus einem Hubschrauber fällst und sagst: „Aber ich habe doch Tomatensuppe gegessen.“
Das funktioniert nicht, das hat beides nichts miteinander zu tun.
Hör mir an diesem Punkt gut zu: Gute Taten helfen nicht gegen schlechte. Tomatensuppe hilft nicht gegen die Schwerkraft.
Diese komplett irreführende Wunschfantasie findet sich nirgends in der gesamten Bibel.
Dann ist da natürlich der Klassiker aller schlechten Ausreden: „Ja, ich habe schon böse Dinge getan, aber das war ja in der Vergangenheit. Jetzt gebe ich mir Mühe.“
Junge, alles liegt in der Vergangenheit. Jedes Verbrechen, das jemals von irgendjemand begangen wurde, jedes Unrecht, das dir auch angetan wurde, liegt auch in der Vergangenheit.
Versuch das nur mal vor einem weltlichen Gericht: „Ja, Herr Richter, ich habe Steuern hinterzogen, ich bin meiner Frau fremdgegangen, ich habe Betriebsgeheimnisse meines Chefs an Konkurrenten weitergegeben, ich habe meine Eltern und meine Kinder enterbt, ich bin in die Wohnung der Oma von gegenüber eingebrochen und ja, ich habe diesen einen Augenzeugen erschossen, damit er mich nicht verpetzen kann. Ja, das stimmt schon, aber seien Sie doch bitte nicht kleinlich, Herr Richter. Das war doch alles nur letzte Woche. Jetzt habe ich mich ja verändert, jetzt gebe ich mir Mühe und versuche, so etwas möglichst nicht wiederzutun.“
Glaubst du wirklich, das zieht?
Vor Gericht kannst du das komplett vergessen. Noch dazu bei einem Richter, vor dem eintausend Jahre wie ein Tag sind.
Schau, was Gott höchstpersönlich dazu sagt.
In Hesekiel 18 heißt es: Wenn ein vorher rechtschaffener Mensch sich von seiner Rechtschaffenheit abwendet und Gesetzlosigkeiten begeht, also gegen die Gebote verstößt, soll er leben? All die Rechtschaffenheit, die er vorher getan hat, wird nicht mehr erinnert, sondern wegen der Untreue, derer er schuldig geworden ist, und wegen der Sünden, die er begangen hat, wird er sterben.
Und genau das ist der Punkt: Nur Gerechte werden ewig leben.
Was ist dann also mit allen von uns, die nicht gerecht sind?
Römer 2 sagt: Wenn es irgendeinen anderen Weg für Sünder zu Gott gäbe, dann wäre Jesus Christus umsonst gestorben.
Das heißt: Falls dir irgendjemand eingeredet hat, wie zum Beispiel bei den Zeugen Jehovas oder Mormonen, du müsstest immer nur genug gute Taten tun, weil du sonst nicht gerettet wärst, dann hätte Jesus nicht sterben müssen. Dann hätte das Kreuz, Golgatha, Karfreitag nicht ausgereicht.
Was soll Gott dann noch tun?
Galater 5 sagt: Wenn ihr durch das Gesetz, also durch das Halten der Gebote, durch gute Taten vor Gott bestehen wollt, dann habt ihr euch von Christus getrennt.
Klarer geht es nicht. Absolute, knallharte Absage gegen Werkgerechtigkeit.
Im Gegenteil: Diese guten Taten, um sich damit den Himmel zu verdienen, sind in Gottes Augen, wenn wirklich die Absicht ist, sich dadurch den Himmel zu verdienen, nur Bestechungsgeschenke.
Im Propheten Jesaja heißt es: „Wir alle sind mit Unrecht befleckt, selbst unsere gerechtesten Taten sind besudelt wie ein schmutziges Gewand.“
Im hebräischen Grundtext steht da noch etwas Derberes, aber lassen wir es bei „schmutzigem Gewand“.
Deshalb: Versuch es nicht über gute Taten, versuch es nicht, die Gebote ein bisschen besser zu halten und Ähnliches.
Du wirst damit deine Sünden nicht los.
Versuch es nicht auf diesem Weg, durch eigene Kraft.
Versuch es nicht durch diesen Weg aufs Recht.
Pastor Wilhelm Busch schreibt dazu: „Liebe Freunde, ich möchte mich vor Gott nicht aufs Recht berufen, sondern ich weiß, dass ich gerade bei der Berufung aufs Recht in größter Lebensgefahr bin.“
Und weißt du, Ergänzung: Es geht hier nicht nur um deinen Job oder wen du heiratest – das sind schon große Themen –, sondern hier steht deine Ewigkeit auf dem Spiel.
Darum ist die Bibel ja voller juristischer Sprache, weil es fundamental um einen juristischen Sachverhalt geht: Wie stehst du vor Gott?
Christsein ist kein Gefühl, Christsein ist ein rechtlicher Status vor Gott – nämlich schuldig, aber begnadigt.
Deshalb sind diese klaren, objektiven, faktischen, gottgegebenen, unumstößlichen Gebote so absolut zentral fürs Christsein.
Schau dazu mal, was völlig zu Recht die Autorin Nicola Vollkommer sagt: „Ich glaube, es fängt an mit der Erkenntnis, wo ich bin ohne ihn – rettungsbedürftig. Ich greife nicht nach dem Rettungsring, wenn ich nicht merke, dass ich ertrinke.“
Ich glaube, da fängt es an, dieses Wort „Sünde“, das so aus der Mode gekommen ist.
Aber ich glaube, du kannst Gott nicht loben, du kannst nicht leidenschaftlich sein, ohne zu erkennen, wo du wärst ohne ihn und was er getan hat.
Und es hat wenig mit Gefühlen zu tun, es ist einfach eine logische Antwort auf seine Initiative.
Und genau so ist es.
Dafür brauchen wir auch heute dringend die Gebote, damit wir verstehen, wo wir ohne die Gebote, wo wir ohne Gottes Gesetz sind.
Römer 7 sagt: „Ich wüsste doch gar nicht, was Sünde ist, wenn das Gottesgesetz, wenn die Gebote es nicht sagen würden.“
Warum? Weil wir Menschen Weltmeister im Ausreden finden und Schönreden sind.
Galater 3 sagt: „Was für einen Sinn hat dann das Gesetz, was für einen Sinn hat dann das Gebot? Es wurde hinzugefügt, um die Gesetzesübertretungen sichtbar zu machen.“
Und mehr noch: Römer 5 sagt: „Das Gesetz ist gekommen, um die Tragweite der Übertretungen deutlich zu machen.“
Einer der Spitzensätze in diesem ganzen Video, wahrscheinlich einer der Spitzensätze der Bibel überhaupt, ist Galater 3:
„So war das Gottesgesetz unser Erzieher, der uns zum Messias hinführt, damit wir von ihm, dem Messias, freigesprochen werden können.“
Das ist so wichtig, das muss ich noch mal wiederholen:
So war das Gottesgesetz unser Erzieher, als wir damals noch nicht Christen waren, der uns zum Messias hinführt, damit wir vom Messias freigesprochen werden können.
Sobald du das verstanden hast, stößt du überall in der Bibel auf dieses Prinzip.
Um nur mal eine Stelle herauszugreifen, wo es ganz wörtlich ist, jetzt im hebräischen Grundtext: Psalm 19 heißt es dort, Torah Adonai, temimah mischweth nefesh.
Das heißt wörtlich übersetzt: Das Gesetz des Herrn, das Gebot des Herrn ist vollkommen darin, die Seele zum Umkehren zu bringen.
Worin ist das Gesetz des Herrn vollkommen? In der Fähigkeit, die Seele zum Umkehren zu bringen.
König David hat das damals so niedergeschrieben, in diesem 19. Psalm.
Tausend Jahre später ist das mit Jesus genau so in Erfüllung gekommen.
Jesus hat das Gesetz gebraucht, es wurde genau dazu gebraucht, um Menschen zur Umkehr zu rufen.
Schau, wenn du gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst: Womit fangen die Evangelien an? Mit Johannes dem Täufer.
Was macht er? Er macht die Sündenerkenntnis so groß und weist dann auf Jesus, den Retter, hin.
Schau, was Jesus selbst gemacht hat: Denk an den reichen Jüngling, der selbstgerecht war und letztlich gar nicht wirklich bereit, Jesus nachzufolgen.
Was macht Jesus mit ihm? Jesus geht mit ihm die Gebote durch, um ihm zu zeigen, dass er doch kein so guter Mensch ist, wie er sich denkt.
Denk an die Emmaus-Jünger, Lukas 24, wo es heißt, dass Jesus ihnen danach in der ganzen Schrift alles erklärte, was sich auf ihn bezog.
Und jetzt wird es spannend: Er fing bei Mose an und ging durch sämtliche Propheten.
Mose ist damals der Oberbegriff für die Gebote.
Also Jesus fing bei den Geboten an und zeigte, wie die Propheten, wie das gesamte, was wir heute Altes Testament nennen, auf Jesus hinweisen.
So entscheidend ist das beim Christsein.
Sobald wir anderen von Jesus erzählen, sagt der große Prediger Charles Spurgeon, von dem du viel lernen kannst – er hatte eine große geistliche Tiefe –, Folgendes:
„Setze die Gebote herab und du dimmst das Licht, durch das ein Mensch seine Schuld sieht.“
Er schreibt noch mehr: „Das ist ein schwerwiegender Verlust für den Sünder und kein Gewinn.“
Also nochmal: Spurgeon sagt, über Gebote nicht zu sprechen, ist ein Verlust, kein Gewinn.
Er sagt weiter: „Das Weglassen der Gebote mindert nur die Wahrscheinlichkeit seiner Bekehrung.“
Sobald du die Gebote beiseite legst, hast du das Evangelium seines mächtigsten Werkzeugs beraubt.
Seines mächtigsten Werkzeugs.
Dann heißt es weiter: Man wird die Gnade, also die Begnadigung durch Jesus Christus, nie ganz annehmen, bis man vor dem rechtschaffenden und heiligen Gottesgesetz erzittert.
Die Gebote erfüllen in der Evangelisation einen extrem wichtigen Zweck.
Sie dürfen nicht von ihrem Platz genommen werden.
Der Evangelist William Bright, Gründer von Campus für Christus, sagt dazu:
„Ohne die todbringende Auswirkung der Gebote würde niemand die Not sehen, sich auf Christi Gnade zu stürzen.“
Also noch mal: Ohne die todbringende Auswirkung der Gebote würde niemand die Not sehen, sich auf Christi Gnade zu stürzen.
Das sagt einer der wichtigsten Evangelisten des letzten Jahrhunderts.
Und der hocherfahrene Evangelist Charles Finney, durch dessen Wirken sich damals ganze Landstriche bekehrt haben, die bis heute überwiegend christlich sind – an die 100 Bekehrungen zum Christentum schreiben Historiker seinem Wirken zu – resümiert zum Ende seines Lebens über die Gebote:
„Die Gebote müssen dem Evangelium den Weg ebnen. Die Gebote zu übersehen, während wir Seelen lehren – gemeint ist damit evangelisieren – wird einen falschen Maßstab der christlichen Erfahrung einführen und die Gemeinden mit falschen Konvertiten füllen.“
Ich wiederhole das nochmal, damit es jeder mitschreibt und es hängen bleibt:
Die Gebote müssen dem Evangelium den Weg ebnen. Die Gebote zu übersehen, während wir Seelen lehren, wird einen falschen Maßstab der christlichen Erfahrung einführen und die Gemeinden mit falschen Konvertiten füllen.
Denk an Patrick vom Anfang.
Dann sagt er: „Die Zeit wird das nur bestätigen.“
Heute, hundertfünfzig Jahre später, sehen wir, Finney hatte absolut Recht.
So, das war jetzt viel.
Was macht das mit dir?
Du kannst ja gerne mal in die Kommentare schreiben, was du dazu denkst.
Ich denke dabei an William Booth, Begründer der Heilsarmee.
Er hat vor über hundert Jahren Folgendes geschrieben:
„Ich bin der Überzeugung, dass die größten Gefahren, die dem kommenden Jahrhundert bevorstehen, folgende sind: eine Religion ohne den Heiligen Geist, ein Christsein ohne Christus, eine Vergebung ohne Buße, eine Erlösung ohne Wiedergeburt, Politik ohne Gott und ein Himmel ohne Hölle.“
Und das hat er schon vor über hundert Jahren geschrieben.
Er hat absolut Recht gehabt.
Ich glaube, was uns Christen – ich spreche jetzt mal nur für die junge Generation, die unter Vierzigjährigen – manchmal fehlt, und ich spreche bewusst manche freikirchliche Gemeinden an, ist eine Art Gethsemane-Erfahrung.
Eine Erfahrung, in der wir wirklich unseren Willen freiwillig Gott unterwerfen, in der wir uns wirklich selbst verleugnen.
Ich stelle jetzt einfach mal eine Frage, und ich hoffe, du weißt, dass ich sie nicht gesetzlich meine.
Mir geht es um das, was dahinter steckt, nämlich: Haben du und ich jemals über unsere Sünden geweint?
Haben wir das?
Man muss ja nicht immer äußerlich mit den Augen weinen, aber haben wir jemals innerlich wirklich über unsere eigenen Verfehlungen aus Reue geweint?
Ich habe das. Elisa hat das definitiv.
Und dazu gibt es wirklich etwas Schönes, was dazu im Neuen Testament steht, nämlich 2. Korinther 7.
Paulus schreibt: „Dafür freue ich mich jetzt umso mehr. Natürlich freue ich mich nicht über euren Schmerz, sondern darüber, dass dieser Schmerz euch zur Umkehr gebracht hat. Das Ganze hat euch auf eine Art und Weise wehgetan, die aber Gottes Willen entsprach.“
Noch ein Gedanke dazu, wieder dieses Generationending:
Die gesetzlich aufgewachsene Nachkriegsgeneration von vielleicht Elisas und meinen Eltern musste häufig erst einmal lernen, angesichts ihrer Erlösung freudig wieder zu lachen.
Aber Elisa und meine Generation, die unter Vierzigjährigen, wir heute – mein Eindruck, da darfst du mir gern widersprechen – wir brauchen es, dass wir vielleicht erstmalig überhaupt über unsere Schuld weinen können.
Und das ist ein großer Unterschied.
Ein wichtiger Lehrer aus der alten Kirche, aus der Urchristenheit, ein Mann namens Tertullian, schreibt dazu mit Blick auf das Urteil Gottes:
„In dem Maß, in dem du dich selbst beim Urteilen deiner Taten nicht schonst, in eben dem Maß schont Gott dich.“
Das bitte jetzt nicht gesetzlich verstehen, wie Augustinus das teilweise aufgefasst hat, und auch nicht so gemeint wie im Hochmittelalter mit Busbrüderschaften und Geißeln.
Ich meine das als eine Grundhaltung.
Ich spitze es etwas zu, jetzt komplett in juristischer Sprache, damit es jeder versteht:
Den Freispruch von Jesus gibt es nur, solange du dem Urteil beim Jüngsten Gericht mit deiner eigenen Selbstanzeige zuvorkommst.
Ja, ich wiederhole es nochmal, und Achtung, das ist eine Zuspitzung:
Den Freispruch gibt es nur, solange du dem Urteil mit deiner Selbstanzeige zuvorkommst.
Darum sprechen wir heute darüber.
Gott braucht dein Schuldeingeständnis, um dir durch das Kreuz vergeben zu können.
Ich weiß, es ist eine Vereinfachung, aber im Kern ist das nicht falsch.
Pastor Wilhelm Busch schreibt dazu in seinem großartigen Buch „Jesus unser Schicksal“ – das musst du lesen, gibt es auch als Hörbuch:
„Der erste Lebensschrei eines neuen Lebens – gemeint ist die innere Bekehrung, wenn jemand ein neuer Mensch wird, wenn er wiedergeboren wird – heißt doch: Ich habe gesündigt. Das ist das Erste, was ganz am Anfang steht.“
Dazu ein super interessanter Bibelfakt:
Da, wo in deiner deutschen Bibelübersetzung „Sünden bekennen“ steht – zum Beispiel im 1. Johannesbrief, ganz berühmte Stelle – heißt es: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, eingestehen, dann zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jenem begangenen Unrecht.“
Aber weißt du, was dort im Altgriechischen wörtlich steht? Das haut dich um.
Dort steht das Wort „homologeo“.
Wörtlich übersetzt heißt das: „homos“ – das Gleiche, und „logein“ – sprechen oder auch denken.
Das heißt also: Seine Sünden bekennen heißt wörtlich, das Gleiche über seine Sünden zu sagen, was Gott darüber sagt.
Das heißt, ich denke über meine Taten gleich, wie Gott darüber denkt.
Ich stimme Gott in der Bewertung meiner Sünden zu.
Überall, wo in deiner deutschen Bibel „Sünden bekennen“ oder „Sündenbekenntnis“ oder etwas Ähnliches steht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit im Altgriechischen etwas drin, das bedeutet: Ich stimme Gott in der Bewertung meiner Sünden zu.
Er darf das letzte Wort darüber haben.
Deshalb heißt es an mehreren Stellen in der Bibel: Gott widersteht den Hochmütigen, die ihre Sünden nicht einsehen wollen und sich immer weiter selbst rechtfertigen.
Aber den Demütigen gibt er Gnade.
Das möchte ich jetzt, wenn ich darf, ganz besonders den Demütigen zusprechen, die das hier sehen und hören.
Dieser Vers gilt dir, der du dich gedemütigt hast unter Gott, der du dich gedemütigt hast unter die Gebote.
Denn wozu führt das? Das führt zum Schuldeingeständnis.
Und denen, die in Demut unter die Gebote treten und das Schuldeingeständnis haben, denen gibt Gott Gnade.
Deshalb heißt es gleich dreimal in der Bibel: Aus Brandopfern machst du dir nichts, aber tiefe Reue ist eine Darbringung vor Gott, und ein zerknirschtes Herz wirst du keinesfalls abweisen.
Also nochmal: Ein zerknirschtes Herz weiß Gott nicht ab. Wenn du ein zerknirschtes Herz hast, hast du alles, was du brauchst, um von Jesus angenommen zu werden.
Alles.
Jesus sagt selbst in Lukas 15: Im Himmel gibt es mehr Freude über einen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte.
Ich hoffe wirklich, dass durch die Reichweite, die Gott dem Bibelfürdienst geschenkt hat, der eine Sünder dieses Video sieht, diesen Podcast hört.
Ich freue mich auch über die 99 Gerechten, klar, aber ich hoffe und bete, dass es der eine Sünder hört.
Darum geht es: Reue, Buße, Umkehr. Reue, Buße, Umkehr.
Es geht nicht um äußere Bestätigungen, Zeichen oder Ähnliches.
Ja, ich weiß, es ist super kontrovers, aber wir müssen das an dieser Stelle ansprechen.
Die Bedeutung der Taufe und der echten Umkehr
Thema Taufe
Ja, es tut mir leid, ich bringe es mal wirklich ein bisschen flapsig auf den Punkt, damit es hier wirklich klar wird. Nach dem neutestamentlichen Befund, was im Neuen Testament zur Taufe steht: Was hast du, sobald du einen Menschen taufst, der sich nicht reuevoll von seinen Sünden abkehrt, der nicht den stellvertretenden Tod Jesu für sich von Herzen bejaht und der nicht verspricht, in Jesu Nachfolge zu leben? Was hast du, wenn du einen solchen Menschen taufst? Antwort: einen nassen Nichtchristen. Einen nassen Nichtchristen, weil was fehlt? Es fehlt Reue, Buße, Umkehr und das Versprechen, Jesus nachzufolgen. Ohne das ist jemand kein Christ. Da kannst du ihn zehnmal taufen, er wird nur noch nasser. Das ist ein Fakt.
Der weise Theolemann sagt dazu: Christsein ohne Bekehrung, ohne diese Umkehr, ist wie ein Wettrennen ohne Startschuss. Du rennst vielleicht, aber es zählt nicht. Und genau dafür ist Jesus gekommen. Jesus sagt: Ich bin gekommen, um zu finden und zu retten, was verloren ist.
Ja, nochmal, ich bringe es mal wieder ein bisschen auf den Punkt, ich spritze es wieder ein bisschen zu: Wenn du schon ein guter Mensch wärst, was willst du dann mit Jesus? Jesus ist gekommen, um zu retten und zu finden und vor allem um zu retten, was verloren ist.
Und das wirft die Frage auf: Was genau ist denn diese Rettung? Weißt du, früher war das bei mir so: Früher haben mir Christen immer erzählt, dass Jesus uns errettet hat. Ich habe mich immer gefragt, warum sie sagen, er rettet, und ich gehe „rettet“ – egal. Das war für mich damals ziemlich verwirrend, weil ich zum einen gar nicht wusste, wer ist denn dieses „uns“? Jesus hat uns errettet, aber wer ist denn „uns“? Gehört ich denn als Atheist, der ja gar kein Christ sein wollte, auch dazu?
Zum anderen, als ich früher das erste Mal mit Christen Weihnachten gefeiert habe, da haben sie immer alle gesagt, dass es so eine gute Nachricht ist, dass Jesus geboren wurde. Aber keiner hat gesagt, warum eigentlich. Oder Christen haben von Erlösung gesprochen und dass Jesus der Erlöser ist, aber kaum jemand hat davon geredet, wovon man eigentlich erlöst sein soll. So wurde meine Frage immer mehr: Ja schön, Jesus ist der Erlöser, aber wovon denn bitteschön?
Ich hatte damals das Gefühl, dass ich immer nur die zweite Hälfte mitbekomme, wie wenn du im Kino zu spät reinkommst und nach der Pause nur den zweiten Teil des Films siehst und denkst: Okay, irgendwas passiert hier, aber du verstehst es gar nicht. Es schien mir immer so, als gäbe es da noch eine andere, eine erste Hälfte, ohne die diese zweite Hälfte gar nicht viel Sinn macht. Aber über diese erste Hälfte hat damals bei mir zumindest niemals irgendjemand geredet. Und wenn, dann nur in irgendwelchen kryptischen Andeutungen, so nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Wie soll ich denn da sauber werden?
Ich sage es dir so, wie es ist: Ich war damals auf direktem Weg in die Hölle, weil meine Sünden an mir klebten wie Kaugummi am Hahn. Und die Christen kannten den Weg zum ewigen Leben, aber niemand hat mir auch nur ein Wort gesagt. Und das, obwohl ich gefragt habe, wieder und wieder und wieder und wieder.
Frage an dich und mich: Ist das heute in deiner und meiner Gemeinde auch so, dass jemand wirklich wochenlang in den Gottesdienst gehen kann und es nicht checkt, weil wir es nicht gut erklären? Er fragt nach, und wir kommen mit irgendwelchen frommen Floskeln. Aber wir erzählen immer nur die zweite Hälfte. Ist das vielleicht heute auch noch so?
Was könntest du demjenigen dann antworten, wenn er dich fragt? Du könntest ihm antworten: Jesus rettet! Und wovon? Von deinen Sünden. Von dem, wo du die Gebote gebrochen hast und den Konsequenzen davon am Tag des Jüngsten Gerichts. Punkt. Alles andere – Rettung von Eheproblemen, Rettung von Süchten, Rettung von Krankheiten, Rettung von finanziellen Problemen – alles andere ist dagegen gegen die Rettung von Sünden und die Rettung von den Konsequenzen meiner Sünden am Tag des Jüngsten Gerichts. Alles andere ist dagegen nur eine nette Fußnote. Ohne Rettung von deinen Sünden ist alles nichts. Ist alles nichts.
Dazu heißt es ganz klar im Kolosserbrief Kapitel 1: „Er hat uns gerettet, er hat uns gerettet von der Macht der Dunkelheit, und er hat uns übertragen in das Königreich des Sohnes seiner Liebe, indem wir die Rettung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“ Da ist es ganz klar ausbuchstabiert: Rettung ist Vergebung der Sünden.
Also nochmal: Was hätten die Christen mir damals sagen können, wenn ich sie gefragt habe? Sie hätten sagen können: Markus, Rettung von deinen Sünden. Und mir dann erklären können, was das heißt. Erste Timotheus 1: Jesus Christus kam in die Welt, um Sünder zu retten. Römer 1: Rettung ist immer Rettung von Sünden. Schon ganz am Anfang vom Lukasevangelium heißt es eindeutig: Die Rettung – was ist das? Da steht im griechischen Grundtext „aphesis hamartion“, also die Befreiung von den Sünden. Damit jeder sofort von Seite eins an genau weiß, was Sache ist.
Apostelgeschichte 13: Durch diesen Jesus, das sollt ihr wissen, wird euch Vergebung eurer Schuld angeboten. Das Gesetz von Mose hatte nicht die Kraft, eure Schuld wegzunehmen, aber wer von euch sich an Jesus festklammert, wird vor Gott freigesprochen bestehen können.
Ja, was heißt Sünde? Sünde bedeutet, dass wir schuldig sind, dass wir tot sind in unseren Sünden, dass wir entfremdet sind von Gott, dass wir ohne wahre Orientierung sind für richtig und falsch. Es heißt, dass wir Sklaven der Sünde sind, Feinde Gottes und verloren.
Weißt du, das Leben ist kurz, der Tod ist gewiss, die Sünde ist die Ursache. Aber Christus bringt die Heilung. Im Alten Testament kündigt Gott an, dass er den Tod besiegen wird, und im Neuen Testament zeigt er dir, wie er es gemacht hat.
Deswegen heißt es in Kolosser 2: Den Schuldschein hat er durchgestrichen, den Schuldschein hat Jesus ans Kreuz genagelt. Und deswegen macht es auch total Sinn, was Jesu letzte Worte am Kreuz sind. Da steht im griechischen Grundtext „Tetelestai“, „Tetelestai“, was im Deutschen immer übersetzt wird mit „Es ist vollbracht“. Und das stimmt auch. Es heißt aber noch mehr als das.
„Tetelestai“ hat man damals im Altertum auf eine Rechnung geschrieben, wenn eine Rechnung vollständig beglichen war. Also ein ganz weltliches Beispiel: Als ich damals vor vielen Jahren meinen letzten Studienkredit zurückgezahlt hatte, bekam ich dann auch so eine entsprechende Bestätigung: Nun ist alles beglichen. Toll, ja, jetzt bin ich frei, jetzt ist das nicht etwas, was ich noch mit mir rumschleppe, sondern es ist beglichen.
Und das heißt: „Tetelestai“, die Rechnung ist nun beglichen, es ist jetzt genug, es ist getan, es ist abbezahlt. Das ultimative christliche Bekenntnis ist: Jesus, du bist Gott, rette mich, rette mich! Und wovor? Du hast es gerade gehört: Rette mich vor den ewigen Folgen meiner Sünde.
Und das Tolle ist: Jesus macht das. Er macht das damals, er macht das heute, er macht das auch für dich. Römer 5 sagt: Gott beweist uns seine große Liebe gerade dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren, als wir noch Feinde Gottes waren, als wir noch völlig unversöhnt waren und gegen ihn gelebt haben.
Und das hat bei mir damals so Klick gemacht. Deswegen machen die Christen überall ein Kreuz hin, überall auf ihre Gebäude, an ihre Bücher, in ihre Räumereien. Deswegen machen die das, weil an diesem Kreuz sich alles verändert hat.
Ja, und bei diesem Schuldschein wurde die Adresse gewechselt. Meine Schulden, meine Sünden, die wurden auf Jesus übertragen. Aber der Brief, das will ich noch mal klarstellen, der Brief an sich bleibt bestehen, wie beim Studienkredit. Das ist dann vielleicht nicht mehr ich, der den Studienkredit abbezahlen muss, aber jemand muss dafür geradestehen, jemand muss das bezahlen.
Und deshalb ja auch die Strafe, deswegen ja Golgatha. Wenn es einfach nur gewesen wäre: Ach, die Sünden sind vergeben und gut ist und weg ist, dann hätte es ja das Kreuz nicht gebraucht.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber Karfreitag, da denke ich auch manchmal in der Karwoche sowas wie: Wäre es nicht auch einfacher gegangen, Jesus? Hat es das wirklich gebraucht? Und die Antwort ist: Nee, es ging nicht einfacher, Markus, das hat es wirklich gebraucht.
Das Kreuz gibt es ja genau deswegen, weil Gott zu seinem Gesetz steht und weil Gott Sünde ernst nimmt.
Und jetzt gibt es manchmal Leute, die sagen so etwas wie: „Ja, diesen neutestamentlichen Gedanken der Stellvertretung, dass Jesus stellvertretend deine Schulden auf sich nimmt, dass Jesus stellvertretend für deine Sünden stirbt, das versteht der moderne Mensch von heute angeblich nicht mehr.“ Blödsinn!
Das ist überhaupt nicht schwer zu verstehen. Das ist doch wie bei einem Schaden, den ein Kind anrichtet. Das ist ja auch im deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch so: Wenn ein Kind in einem bestimmten Alter einen Schaden anrichtet, wer muss den begleichen? Die Eltern. Die Eltern haften für die Kinder. Die Eltern haften für die Kinder zum Beispiel im Falle von leiblichen Kindern, aber haften auch für die Kinder im Falle von Adoption oder eingeschränkt natürlich bei Pflegekindern.
Das ist genau dasselbe.
Ja, es ist so ein bisschen wie ein ganz einfaches Beispiel: Du adoptierst ein Kind, und dieses Kind hat eine bestimmte Schuld gegen sich stehen, weil es ein Auto zerstört hat. Einfach ganz einfaches Beispiel. Und das muss jetzt bezahlt werden. Warum? Weil ganz klar: Es ist das Kind in dieser Altersspanne vom BGB. Das heißt, das muss jetzt bezahlt werden. Und in dem Moment, wo du das Kind adoptierst, ist damit ganz klar: Eltern haften für die Kinder, du haftest dann dafür, dass du das Ganze wieder gerade stellst, dass du diesen Preis bezahlst. Und diese Übernahme der Schuld des Kindes, das ist der Preis für die Adoption.
In dem Moment, wo Gott gesagt hat: „Ich adoptiere dich in meine Familie rein“, war damit ganz klar: Er übernimmt deine Schuld. Er übernimmt deine Schuld.
Ja, es ist so ein bisschen auch wie bei einem… Stell dir vor, du heiratest jemanden, der noch einen Studienkredit laufen hat. In dem Moment, in dem ihr heiratet, in dem ihr die Unterschriften setzt und die Standesbeamtin, der Standesbeamte euch für Mann und Frau erklärt – nehmen wir das Beispiel in Deutschland, im deutschen Staat – da ist es so: Dieser Studienkredit von ihr oder von ihm ist automatisch auch deiner. Euer gesamtes Nettogesamtvermögen ist jetzt miteinander verbunden, alles Guthaben, alle Schulden, das ist jetzt wirklich „tutto completo“, alles übernommen. Der Studienkredit gehört jetzt auch zu dir.
Ja, und diese Schuld muss dann auch irgendwann beglichen werden.
Also sieh mir nach als Sohn eines Physikdozenten mal ein stark vereinfachtes Beispiel: Stell dir vor, es ist Weihnachtszeit, und du gehst jetzt mit so einem Wollpulli einkaufen, und der reibt sich elektrostatisch irgendwo auf. Dann hast du da eine Spannung drin. Und diese Spannung muss irgendwann entladen werden, sie muss irgendwann ausgeglichen werden.
Und ich weiß, das Bild hinkt einfach nur zur Vereinfachung: Die Sünde, die wir im Laufe unseres Lebens auf uns geladen haben, auch die muss irgendwann entladen werden, damit die aufgeladene Spannung wieder ausgeglichen ist.
Und das, das ist das, was Karfreitag passiert ist, das ist das, was an diesem Kreuz passiert ist, das ist das, was Golgatha bedeutet. Und das ist der Grund, warum wir feiern: Wir sind befreit, er trug das Urteil. Das ist das Evangelium.
Und deshalb heißt es ja Evangelium, die gute Nachricht, weil es die Lösung ist für eine richtig schlechte vorherige Nachricht: dass wir auf direktem Weg in die Hölle sind, und wir sind nochmal selbst dran schuld.
Und die Antwort darauf ist ja die gute Nachricht, Römer 5: Weil wir gerecht gesprochen, weil wir entlastet, weil wir freigesprochen wurden. Deswegen haben wir nun Frieden mit Gott. Halleluja! Ohne diesen Freispruch durch Jesus gibt es keinen Frieden mit Gott.
Und deshalb braucht es ja ein neues Testament, einen neuen Bund. Warum? Weil du und ich es nicht gebacken bekommen haben, weil wir in unseren Sünden festgesteckt haben und weil wir damit auch noch nicht mal aufgehört haben.
Apostelgeschichte 26: Was ist der Auftrag, den der Apostel bekommen hat? Da heißt es: Du sollst ihnen die Augen öffnen, dass sie umkehren, dass sie aus der Finsternis zum Licht kommen, aus der Gewalt Satans zu Gott. So werden ihnen die Sünden vergeben, und sie erhalten ein ewiges Erbe, zusammen mit denen, die durch das Festklammern an mich, an Jesus, geheiligt sind.
Und in Kolosser 1 heißt es, wie wird dort beschrieben, das Evangelium hören? Da heißt es: Das Evangelium hören heißt, die Gnade Gottes kennenlernen, die Gnade Gottes kennenlernen.
Also zusammengefasst das Evangelium in nur acht Worten – bitte merke dir das, bitte schreib dir das irgendwo auf, schreib es in die Kommentare, wenn es dir hilft, es auswendig zu lernen, es war alles okay – das Evangelium in acht Worten:
Jesus starb für dich, du kannst begnadigt sein.
Nochmal: Jesus starb für dich, du kannst begnadigt sein.
Bitte merke dir das. Leute brauchen das. Leute brauchen das Evangelium. Ihr Leben ist Gott so kostbar, und dein Leben ist so kostbar. Du bist Gott so wichtig, so wichtig, so wichtig, das kannst du dir nicht vorstellen.
Ja, also um dir nur mal so einen Abklatsch, so ein ganz, ganz, ganz einfaches Bild zu malen von Gottes Liebe: Stell dir nur mal vor, es ist nur ein Gedankenexperiment. Stell dir mal vor, du bist Gott. Ja, du hast alles. Du bist der König über die gesamte Schöpfung, das Universum liegt dir zu Füßen, die Erde ist der Schemel deiner Füße, der Schemel deines Throns.
Aber eins hast du nicht: die Menschen. Das, wonach du dich am meisten sehnst – in einer persönlichen, lebendigen Beziehung mit Menschen gemeinsame Sache machen, die Schöpfung zu verwalten. Und warum? Weil du sie so sehr liebst.
Jesus war im Himmel. Er war vorher im Himmel, vor Weihnachten, bevor er geboren wurde, er war im Himmel. Aber er ist lieber durch die Hölle gegangen, als ohne dich zu sein. Und warum? Weil der Himmel kein Himmel ist, solange du nicht dabei bist.
Damit du ewiges Leben hast und nicht verloren gehst, ist für jeden, der sich an Jesus festklammert, von Gott sein einziger Sohn hingegeben worden. So sehr hat Gott die Menschheit geliebt.
Das ist jetzt eine wörtliche Übersetzung aus dem Altgriechischen von Johannes 3,16. Ich wiederhole es nochmal:
Damit du ewiges Leben hast und nicht verloren gehst, ist für jeden, der sich an Jesus festklammert, von Gott sein einziger Sohn hingegeben worden. So sehr hat Gott die Menschheit geliebt.
Einfach mal sacken lassen. Denk mal drüber nach.
Weißt du eigentlich, warum der Satan Menschen versucht? Warum macht er das? Macht der Satan das, um Menschen zu schaden? Sind du und ich dem Satan so wichtig? Nein, nein, du bist dem Satan nicht wichtig. Du störst den Satan überhaupt nicht.
Weißt du warum der Satan das macht? Weil er Gott, Gott will er damit verletzen. Und dafür instrumentalisiert der Satan dich.
Und weißt du warum? Weil du Gott so wichtig bist, weil du Gottes Augapfel bist.
Als deine Eltern noch zwischen einem halben Dutzend Namen hin und her überlegt haben, was mal dein Name werden soll, da warst du schon, und Gott kannte schon deinen Namen. Und bevor deine Eltern überhaupt wussten, dass du entstanden warst, hat Gott dich schon geliebt.
Sagt Jesus dazu: Er sagt, schaut die Lilien an, die Feldblumen, und wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht, sie nähen sich keine Kleider. Und trotzdem war selbst König Salomo in seiner ganzen Pracht nicht so herrlich gekleidet wie sie.
Wenn sich Gott so wunderbar um die Blumen kümmert, die heute aufblühen und morgen schon wieder verwelkt sind, wie viel mehr kümmert er sich dann um euch, um dich! Und du bist Gott so viel mehr wert als die Blumen auf dem Feld und als die Spatzen im Himmel.
Warum nimmt Gott dich dann noch nicht zu sich? Warum noch nicht?
Antwort: Er wartet darauf, dass manche sich noch bekehren. Bis die Zahl der Bekehrten vollständig ist, ist es noch nicht so weit.
Wie sehr liebt Gott dich? Dazu möchte ich dir eine wahre Begebenheit erzählen. Ich nenne jetzt aber den Namen mal nicht.
Also: Eine Frau, eine junge Frau, ist aus nicht ganz einfachem familiärem Hintergrund gekommen. Diese Frau ist dann – es ist eine lange Geschichte – aber sie ist über viele Umstände abgerutscht, in ein Milieu von schlechtem Umgang, in ein Milieu von Drogen, und hat als Prostituierte gearbeitet. Über Wochen, über Monate, über Jahre.
Und sie hat, so hat sie es erzählt, mit über eintausend verschiedenen Männern geschlafen.
Und dann war es so, dass Jesus in einem Prozess in ihr Leben getreten ist. Jesus, der sich nicht verändert, aber der alles verändert. Und der ist in ihr Leben gekommen. Und ihr Leben wurde komplett neu, und sie hat eine komplett neue Identität bekommen – das, was wir immer Bekehrung nennen.
Und es stimmt auch.
Und dann ist es so: Sie ist Kind Gottes geworden und hat ein neues Leben angefangen mit Gottes Hilfe. Sie ist dann in der Gemeinde gewesen, hat sich engagiert, all diese verschiedenen Sachen.
Und ja, eines Tages hat sie jemanden kennengelernt, sie haben sich verliebt und dann haben sie geheiratet.
Und aus der Gemeinde kannten einige, gar nicht wenige, ihre Vorgeschichte.
Und dann wurde diskutiert: Darf diese Frau das? Darf sie heiraten? Darf sie in dieser Gemeinde drin sein? Darf sie vielleicht sogar mitarbeiten? Ja, darf sie das?
Und weißt du, was da diskutiert wurde? Was da auf dem Spiel stand? Das war nicht die Vergangenheit der Ehefrau vor ihrer Bekehrung. Nein, sondern was da in Wahrheit diskutiert wurde, ist: Reicht das Blut Jesu Christi aus, um auch diese Frau von ihren Sünden zu tilgen?
Und die Antwort ist: Ja.
Und falls du möchtest, kann ich das Paar, um das es geht – es gibt sie nämlich wirklich – anfragen, ob sie hier mal für einen Gastbeitrag vorbeikommen und ihre Geschichte mit ihren eigenen Worten erzählen.
Ich denke, die Chance ist 80 Prozent, dass sie ja sagen, wenn ich sie frage.
Also, wenn dich das interessiert, einfach in die Kommentare reinschreiben, die Glocke drücken, in die Kommentare schreiben, dass du gern mehr über diese Geschichte wissen möchtest, und dann frage ich sie an.
Und genau deswegen geht es im Neuen Testament immer wieder um Buße.
Sagt Paulus bei seiner Abschiedsrede in Milet: Er sagt, ich habe immer nur eine einzige Botschaft für Juden wie für Griechen gehabt, also für Leute wie dich und mich: dass die Menschen sich unbedingt von der Sünde abwenden und zu Gott umkehren müssen, dass sie sich festklammern an Jesus Christus, unseren Herrn.
Apostelgeschichte 20.
Das ist das, was Paulus in einem Satz will, was sein Vermächtnis sein soll als wirkmächtigster Missionar der Weltgeschichte.
Und vielleicht kennst du ja die 95 Thesen von Martin Luther, die er der Überlieferung nach an die Wittenberger Schlosskirche angenagelt haben soll – wäre jetzt eine andere Sache. Aber das Spannende ist wirklich, und zu Luther kann man wirklich eine differenzierte Position haben:
Die erste dieser 95 Thesen, das sind Worte für die Ewigkeit, mal erst auf Latein, dann Deutsch. Da schreibt Luther nämlich:
Dominus et Magister Noster, Jesus Christus, dicendo „Penitentiam agite“ etc.
„Om dem vitam fidelium penitentiam esse voluit“, ja auf Deutsch: „Sobald unser Herr und Meister Jesus Christus, sobald er sagt: Tut Buße und ähnliches, dann meint er damit, dass er möchte, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“
Das ganze Leben der Gläubigen soll Umkehr sein.
Also nicht mal rasch zur Beichte gehen und danach so weiterleben wie bisher, sondern dass es um die Änderung geht, um eine grundsätzliche Lebenshaltung.
Und ein bemerkenswertes Beispiel mal aus der Medizin: Da schreibt Hippokrates dazu, auf den der hippokratische Eid zurückgeht. Er schreibt: Bevor du jemanden heilst, frage ihn, ob er bereit ist, das aufzugeben, was ihn krank macht.
Und was Hippokrates hier Ärzten rät für die körperliche Heilung ihrer Patienten, das ist im geistlichen Sinn genauso.
Häufig bitten wir Gott, dass er uns an unserer Seele gesund macht und dass er heilt, was in unserem Leben krank ist. Und das ist auch gut so.
Aber die Kehrseite ist nun mal: Sind du und ich wirklich bereit, dass wir Eigenschaften ablegen, dass wir Gewohnheiten ablegen, dass wir Sünden ablegen, die uns täglich geistlich krank machen und die uns von der Quelle des Lebens wegbringen?
Also um das wirklich noch mal deutlich zu machen: Bekehrung ist nicht nur ein Hin zu Gott – das auch –, aber es ist immer auch ein Weg von der Sünde hin zu Gott und weg von der Sünde.
Weg von und hin zu gleichzeitig.
Ich bin schwer beeindruckt, wie treffend das wieder der Heidelberger Katechismus auf den Punkt bringt, wo es heißt:
Warum lässt uns Gott denn die zehn Gebote so eindringlich predigen, wenn sie doch in diesem Leben niemand halten kann?
Und jetzt kommt die Antwort:
Erstens sollen wir unser ganzes Leben lang unsere sündige Art je länger je mehr erkennen und umso begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christus suchen.
Und zweitens sollen wir unaufhörlich uns bemühen und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten, dass wir je länger je mehr zum Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir nach diesem Leben das Ziel der Vollkommenheit erreichen.
Und dieser Kampf zwischen dem alten Leben und dem neuen Leben, zwischen der alten sündigen Natur und der neuen Natur, der ist auch in der Bibel für Christen ganz klar beschrieben.
Es heißt in Galater 5: Das Fleisch widersteht dem Geist, und der Geist widersteht dem Fleisch. Wer kämpft gegen das Fleisch? Ja, und diese sind einander entgegengesetzt, so dass ich häufig nicht die Dinge tue, die ich doch eigentlich möchte.
Und es gibt mehrere Unterschiede vor der Bekehrung und nach der Bekehrung, aber einer der Unterschiede ist folgendes:
Ein echter Christ, sobald er realisiert, dass er gesündigt hat, in seiner ganzen Aufgewühltheit, in all seiner Schwäche und Unzulänglichkeit, rennt auf Gott zu statt von Gott weg.
Das ist ein Unterschied.
Weißt du, wir Christen sind wie einer dieser beiden Täter am Kreuz, einer der beiden Terroristen, der mit Jesus gekreuzigt wird.
Ja, wir haben beide gesündigt, wir sind beide zu Recht verurteilt, wir beide lästern den Messias mit unseren Gedanken, Taten und Worten, wir sind beide auf dem Weg in Tod und Verdammnis.
Aber wir sind, wenn du auch wiedergeboren bist, der eine von den beiden, der mit Jesus zusammen gekreuzigt ist, der umkehrt.
Und der, der umkehrt, war nicht besser oder weniger schuldig als der andere.
Und so ist es auch mit uns Christen.
Wir Christen sind nicht besser, uns ist nur vergeben.
Wir sind nicht besser, wir sind nur freigesprochen.
Und ich hoffe, du siehst: Ohne die Gebote, ohne die schlechte Nachricht macht die gute Nachricht, macht das Evangelium keinen Sinn.
Sonst ist es wie ich damals versucht habe bei Patrick: Sonst ist es wie der dritte Schritt vor dem ersten.
Und unbeliebte Meinung: Irgendwann im Leben mal ein Übergabegebet zu sprechen, macht aus dir noch nicht automatisch ein wiedergeborenes, gerettetes Kind Gottes.
Ja, und deswegen sage ich es dir einfach, und ich kämpfe dann mit dir, das zu sagen. Ich habe mir das jetzt vorgenommen: Ich möchte das jetzt mit Gottes Hilfe tun.
Gerade für die Eltern, für die Jugendleiter und für die Großeltern, die das hier hören: Redet die Situation bitte nicht schön.
Denk an das, was ich dir am Anfang von Patrick erzählt habe.
Ja, laut der Bibel werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen.
Wenn du einen Apfelbaum erwartest, aber er bringt Kürbisse hervor, dann ist es wahrscheinlich kein Apfelbaum.
Ein Kind Gottes hat auf Dauer Sehnsucht nach Gott, es unterstellt auf Dauer sein Leben immer wieder Jesus, in aller Schwäche, in aller Unzulänglichkeit.
Es hat Mitleid mit verfolgten Geschwistern und es ist in Sorge um verlorene Menschen.
Das sind vier der Früchte des Heiligen Geistes, der in Christen lebt.
Das heißt also: Menschen, die den Heiligen Geist haben, da wirst du auf Dauer auch in aller Schwäche und Unzulänglichkeit diese Früchte feststellen.
Die Gebote als Fundament für das Evangelium und die Nachfolge
Was heißt es also, Christ zu werden, wenn es kein Übergabegebet ist oder zumindest nicht zwangsläufig sein muss? Es bedeutet, ich bereue meine Sünden. Es heißt, ich will nicht so weitermachen. Jesus sagt auch: „Sündige nicht mehr.“ Das steht mehrfach in der Bibel. Das heißt, ich möchte, dass Jesus die Strafe für meine Sünden auf sich nimmt, so wie er es anbietet.
Und das heißt, ich klammere mich ab jetzt für meine Begegnung mit Gott an Jesus fest, wie es im Psalm 71 heißt: „Ich suche Zuflucht bei dir, ich suche Zuflucht bei dir.“
Weißt du, in den letzten Monaten und vor allem Wochen habe ich viel für dich die Bibel zum Thema Heilsgewissheit durchforscht und die Frage untersucht, ob man sein Heil verlieren kann. Ich glaube, ich habe die Antwort gefunden, die mich tatsächlich ein Stück weit überrascht hat – aber anders, als du denkst. Inzwischen habe ich das, was ich vermute gefunden zu haben, mehrfach mit der Schrift abgeglichen und mit respektierten Pastoren und Lehrern besprochen. Sie haben diese Erkenntnisse bestätigt.
Soll ich dir darüber mal ein eigenes Video machen, in dem wir das ausführlicher behandeln? Denn das hier ist schon lang genug. Wenn ja, drücke bitte gern die Glocke unten rechts unter diesem Video und kommentiere einfach „Heilsgewissheit“ oder „Video Heilsgewissheit“. Das reicht schon, dann weiß ich Bescheid und kann das in den nächsten Wochen nachliefern.
Darum die Gebote: Jesus sagt, dass wir uns daran halten sollen. Damit ist die Sache sowieso klar. Die Gebote helfen uns, Gott in seiner Heiligkeit und dem, was ihm wichtig ist, besser zu verstehen. Die Gebote sind buchstäblich die Worte, die Gott mit der Hand geschrieben hat. Welche anderen Worte hat Gott jeweils mit der Hand geschrieben?
Die Gebote decken die Wahrheit über deine und meine Situation auf – und über die Situation von jedem Sünder. Deshalb sind sie so praktisch, nützlich und hilfreich in der Evangelisation. Die Gebote helfen uns, das Evangelium zu verstehen. Sie helfen uns, das Opfer Jesu wertzuschätzen, und sie helfen uns, Jesus dafür anzubeten, was er für dich und für mich getan hat.
Und das ist der finale Punkt – beziehungsweise der vorletzte Punkt –, den ich dir heute mitgeben möchte. Gott hat mich durch die Bibel dieses Jahr ein gutes Stück näher zu ihm gezogen. Mir ist mehr klar geworden, wie sehr Gott in allem im Mittelpunkt steht und wie sehr er auch in deinem und meinem Leben im Mittelpunkt stehen sollte.
Weißt du, die Frage ist nämlich: Warum eigentlich? Ich weiß, das klingt jetzt bescheuert, aber denk mal ganz kurz mit: Warum will ich eigentlich gerettet werden? Warum?
Ja, ich will nicht in die Hölle, das stimmt. Ich will an einen besseren Ort kommen. Und dann ist es eines Dienstagsmorgens passiert, dass ich plötzlich überführt wurde: Um wen geht es mir denn dann eigentlich? Es geht mir um mich. Ich will an einen besseren Ort kommen, und dafür nutze ich Jesus als Mittel zum Zweck.
Ich drücke es jetzt ein bisschen hart aus, ich überspitze es. Und die Frage, die mir da klar geworden ist, lautet: Solange du nur an den besseren Ort kommen willst, solange das wirklich dein einziges Ziel ist – wer sagt dir denn, dass du nicht auch dem Teufel folgen würdest, sobald der dir einen besseren Ort verspricht? Wer garantiert das? Niemand.
Und genau das tun du und ich jedes Mal, wenn wir Versuchungen nachgeben. Um wen geht es mir dann eigentlich? Geht es mir um Gott und um seine Ehre, um seine Majestät? Oder geht es mir nur darum, mir selbst den Hintern zu retten?
Das war für mich an diesem Dienstagmorgen so hilfreich und erleichternd, darüber ein Stück weit mehr Klarheit zu gewinnen. Ich bin ja gar nicht die Hauptperson der Bibel – Gott sei Dank! Wer ist denn die Hauptperson der Bibel? Gott ist die Hauptperson der Bibel.
Ich weiß, das klingt völlig banal, aber das Evangelium ist die wahre Geschichte, in der der Held für die Schurken stirbt. Und die Frage, die sich mir dann aufgedrängt hat, war: Habe ich diesen Geist Jesu Christi, der in mir wohnen will? Habe ich den?
Was ist der Geist Jesu Christi? Das ist einer, der freiwillig auf die Erde kommt, freiwillig sich vom ganzen Himmel entledigt, freiwillig den Himmel verlässt, freiwillig durch die Hölle geht, um selbst in der Strafe am Kreuz Sündern das Evangelium weiterzugeben. Das ist der Geist Jesu Christi.
Ja, und vielleicht baut dir das eine Brücke, um dir klar zu werden: Gott hat schon lange, lange, lange existiert – bevor es dich gab, schon lange, lange, lange bevor es auch mich gab. Ich kann gar nicht so wichtig sein.
Da ist mir auch klar geworden: Häufig bete ich im Gebetsleben sinngemäß so etwas wie: „Ach Gott, gib mir ein bisschen mehr Sprit und einen zusätzlichen Gang, damit ich besser vorankomme.“ Aber das ist etwas ganz anderes, als Gott selbst ans Steuer zu lassen und sich selbst auf die Rückbank zu setzen.
Weißt du, was ich dafür tun muss, um mich auf die Rückbank zu setzen? Dafür muss ich erst mal aussteigen. Und weißt du, was ich dafür tun muss? Ich muss erst mal anhalten.
Ich bete dafür, dass diese Videoreihe für dich ein solcher Stopp wird. Vielleicht, um ein Stück weit mehr anzuhalten und dich ein Stück weit mehr auf den Beifahrersitz oder sogar auf die Rückbank zu setzen und Gott das Steuer in deinem Leben zu überlassen.
Warum wollen wir eigentlich Christen werden? Eigentlich sollte es so sein, dass wir es nicht tun, damit wir Gott in unserem Leben haben, sondern damit Gott uns zurückhaben kann. Das ist die eigentliche, gute Antwort.
Und warum wollen wir Christen von unserem alten Leben umkehren? Auch da die schlichte Antwort: Weil Gott unseren Gehorsam verdient, ja! Das sagt Gott ja selbst in Jesaja 48: „Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es tun, und meine Ehre gebe ich keinem anderen.“
Weil Gott es verdient, angebetet zu werden. Weil Gott es verdient, dass wir ihm in Ewigkeit danken. Und weil Jesus es wert ist, dass sein Opfer sich bei den Menschen seines Wohlgefallens lohnt. Weil sein Reich kommen soll und weil sein Wille geschehen soll.
Dann macht es auch total Sinn, wie es im Neuen Testament heißt, dass Gottes Reich eben nicht Essen und Trinken sein wird, sondern dass es im Himmel Anbetung geben wird.
Damit möchte ich dich heute entlassen mit einem kleinen Ausblick, wie es sein kann, wenn wir – wie es im Lied heißt – von Sünd und Fehl befreit ihn selber schauen in Ewigkeit.
Nämlich ein Blick auf den Thron Gottes aus dem Buch der Offenbarung beim Loblied der Erlösten. Da schreibt Johannes: Da sah ich etwas wie ein Meer aus Glas, in das Feuer untergemischt war. Die Menschen, die als Sieger über das Untier und sein Bild und die Zahl seines Namens hervorgegangen waren, standen an dem Glasmeer. Sie hielten Gottes Harfen in ihren Händen und sangen das Lied von Mose, dem Diener Gottes, und das Lied des Gotteslammes.
Sie sangen: „Gewaltig und wunderbar sind deine Taten, Herr, Gott! Allherrscher, gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Nationen! Wer sollte dir nicht mit Ehrfurcht begegnen, Herr, und deinen Namen nicht verherrlichen? Du allein bist herrlich, ja, alle Nationen werden kommen und sich anbetend vor dir niederwerfen, denn deine Urteile sind jetzt sichtbar geworden.“
Und die Offenbarung schauen wir uns das nächste Mal an.
