Liebe Freunde,
Vor ein paar Monaten stand im Spiegel" ein Artikel mit der Überschrift:
Die Menschheit ist am Ende. Der Verfasser, Herbert Gruhl, gibt den
Bewohnern des blauen Planeten keine Chance mehr. Seiner Meinung nach, die
er mit vielen wissenschaftlichen Argumenten untermauert, ist es für alles
zu spät. Alle wollen alles, aber dafür fehlt es an Energie, an Rohstoffen,
an Trinkwasser, an Nahrungsmitteln und an Siedlungsraum und so weiter. Er
schreibt: Die menschliche Gattung ist am Ende mit ihrer Weisheit. Sie hat
sich den Erdball rücksichtslos unterworfen, sie kann sich nicht zügeln und
sie wird das nie können." Was uns bevorsteht, ist deshalb seiner Meinung
nach die Himmelfahrt ins Nichts. Das ist der Titel seines neuesten Buches.
Der abschließende Kommentar des Spiegel" zu Gruhls Gruselstory lautet: Es
wird immer ungemütlicher werden."
Ist die Welt am Ende? – Gott macht am Ende alles neu.
Das hat die Bibel schon immer gesagt. Sie sagt nicht nur, dass unsere Welt
eines Tages krachen geht, sondern dass es vorher drunter und drüber geht.
Und in diesem drunter und drüber sind wir ja jetzt mittendrin.
Nur die Blinden, das heißt die Uninformierten freuen sich noch auf einen
gemütlichen Lebensabend unseres guten alten Planeten. Der Spiegel" hat
Recht: es wird immer ungemütlicher werden. Und die Bibel hat erst recht
Recht, wenn sie zu diesem Thema eine ganze Reihe von ungemütlichen Aussagen
macht. Nur haben die Menschen das, was die Bibel über das Weltende sagt,
schon immer bespöttelt, bezweifelt oder gleich als Pessimismus abgetan. Was
heißt hier Pessimismus? Wenn die Bibel und neuerdings die Wissenschaft vom
Ende der Welt redet, dann ist das nichts weiter als Realismus. Trotzdem
gibt es keinen pessimistischeren Buchtitel als diesen: Himmelfahrt ins
Nichts".
Und wenn der Spiegel", das größte deutsche Nachrichtenmagazin, auf
Pessimismus macht, dann möchte ich euch darauf hinweisen, dass die Bibel
als das größte weltweite Nachrichtenmagazin da nicht mitmacht. Dort ist
nicht von einer Himmelfahrt ins Nichts die Rede, sondern von einem neuen
Himmel und eine neue Erde. Offenbarung 21: Ich sah einen neuen Himmel und
eine neue Erde[1]. Es gibt keinen optimistischeren Satz als diesen Satz aus
der Bibel. Sicher, wer den Spiegel" liest, der weiß mehr. Aber wer die
Bibel liest, der sieht mehr, der kriegt die richtige Sicht der Dinge. Die
Perspektive auf Gottes neue kommende Welt hilft uns in den
Katastrophenmeldungen und Katastrophenzuständen dieser Welt überhaupt, eine
Orientierung zu finden.
Leute, das Beste, das kommt noch, und was auf uns zukommt, das ist nicht
eine unsichere Zukunft, sondern das ist der wiederkommende Christus. Wir
gehen nicht in das Nichts sondern wir gehen in das Reich Gottes.
Jedenfalls sind wir alle durch Ihn eingeladen. Die Frage ist nur, ob wir
alle dort eintreffen. An der Hochzeitstafel in Gottes Reich ist für jeden
hier ein Platz gedeckt. Dort steht für jeden von euch ein Stuhl bereit. Die
Frage ist bloß: Bist du bereit? Bist du sicher, dass du auch dort
hinkommst? Das ist heute unser Thema. Und ich kann euch versprechen: Es
wird kein gemütlicher Abend werden.
Drei biblische Wahrheiten.
Ich stelle an den Anfang drei biblische Grundwahrheiten. Erstens: Nicht
jeder, der stirbt, kommt automatisch in das Reich Gottes, sondern jeder
Mensch, der stirbt, kommt erst einmal in das Gericht Gottes und dort wird
entschieden, wo du deine Ewigkeit verbringst, bei Gott oder nicht bei Gott.
Die Entscheidung hängt davon ab, ob du in deinem Leben hier auf dieser Erde
mit Gott gelebt hast oder nicht.
Zweitens: Die Gottlosen kommen nicht in das Reich Gottes. Gottlose sind
Menschen, die Gott los sein wollen, die also mit Ihm nichts zu tun haben
wollen, die seine Gebote nicht halten wollen. Die kommen in die Hölle, und
das ist das furchtbarste, was es gibt. In der Offenbarung lesen wir:
Furchtbar wird es denen ergehen, die mich verleugneten und die von mir
abgefallen sind, den Mördern, den Ehebrechern, denen, die okkulte Praktiken
ausüben und sich ihre Götzen und Idole geschaffen haben, den Lügnern und
Betrügern.(…) Sie alle werden für immer von Gott getrennt.[2]
Wenn du zu dieser Gruppe gehörst, die hier in der Bibel geschildert wird,
da kann ich dich nur bitten und für dich bitten, dass du das sofort
änderst! Ändere dein Leben, kehr um! Bekehre dich und gib Gott die Ehre.
Drittens: in das Reich Gottes kommen nur die Christen, aber nur die wahren
Christen, die Kinder Gottes. Es gibt nämlich auch falsche und halbe
Christen. Und um die geht es hauptsächlich heute Abend.
Bevor ich weiter rede, möchte ich an euch einmal eine Frage stellen und die
beantwortest du bitte für dich ganz allein, im Stillen. Wie schätzt du dich
selber ein? Bist du ein ganzer oder eine halber Christ? Ein ganzer Christ
bist du ja nicht, wenn du vollkommen bist und keine Sünden mehr hast,
sondern ein ganzer Christ bist du, wenn du dich voll und ganz auf die
Vergebung von Jesus verlässt, mit deinen Sünden. Ein ganzer Christ bist du,
wenn du Jesus ganz gehörst.
Also frage ich dich jetzt: Gehörst du Jesus ganz oder gibt es in deinem
Leben noch andere Autoritäten, auf die du auch hörst oder mehr hörst?
Gehorchst du noch ganz anderen, richtest du dich noch nach anderen Leuten?
Findest du es übertrieben, dich nur an Jesus zu orientieren, findest du es
einseitig, wenn du nur nach der Bibel leben sollst?
Von den halben Christen.
Mir begegnen immer wieder Menschen, die sagen: Na klar bin ich Christ, na
klar lese ich die Bibel, aber was ich da lese, zum Beispiel über Ehe und
über Ehebruch und über das letzte Gericht und über Wahrhaftigkeit und die
Verdammnis und so, also was Jesus da sagt, das kann man doch so nicht mehr
sagen und das kann man doch heute nicht mehr so sagen. Meiner Meinung nach
geht das heute so alles nicht mehr!" Das ist die Sprache der halben
Christen. Die Glauben nur noch die Hälfte von dem, was Jesus sagt. Und die
machen nur noch die Hälfte von dem was Jesus sagt und die lassen nur noch
die Hälfte gelten von dem, was die Bibel sagt. Solche Leute gibt es ganz
bestimmt in jeder Versammlung, also jetzt auch heute Abend hier.
Und die Frage ist, was wird denn mit denen? Was wird Jesus mit den halben
Christen machen? Und um die Frage zu beantworten, da brauchen wir uns
selber gar keine Gedanken machen, da brauchen wir nur die Bibel
aufzuschlagen. Jesus hat sich ganz eindeutig dazu geäußert, und zwar in
einer ganz scharfen Ausdrucksweise. In der Offenbarung sagt er: Ich weiß,
dass ihr weder kalt noch warm seid. Wenn ihr nur eines von beiden wärt!
Aber ihr seid weder warm noch kalt. Ihr seid lauwarm. Das ekelt mich, und
deswegen werde Ich euch aus meinem Munde ausspucken[3]. Das heißt also:
Jesus kotzen halbe Christen an.
Die zehn Mädchen und das Öl.
Und genauso scharf wie hier hat Er sich in einem Gleichnis ausgedrückt,
worüber ich heute Abend reden will. Matthäus-Evangelium, Kapitel 25: Dann,
am Tage des Gerichts, wenn der Menschensohn seine Herrschaft antritt, wird
es sein, wie bei den zehn Mädchen, die bei einer Hochzeit als Brautjungfern
mit ihren Lampen den Bräutigam abholen sollten. Aber nur fünf von ihnen
waren so klug, sich mit ausreichend Öl für ihre Lampen zu versorgen. Die
anderen waren dumm und dachten überhaupt nicht daran, genügend Öl
mitzunehmen. Als sich die Ankunft des Bräutigams verzögerte, wurden sie
alle müde und schliefen ein. Plötzlich, um Mitternacht, wurden sie mit
Geschrei aufgeweckt: der Bräutigam kommt! Steht auf und begrüßt ihn! Da
sprangen die Mädchen auf und brachten ihre Lampen in Ordnung. Die fünf, die
nicht genügend Öl hatten, baten die anderen: Gebt uns von eurem Öl, unsere
Lampen gehen aus! Aber die Klugen antworteten: Unser Öl reicht gerade für
uns selber. Geht doch in den Laden und kauft euch selber Öl. In der
Zwischenzeit kam der Bräutigam, und die Mädchen, die genügend Öl für Lampen
hatten, gingen mit ihm in den Festsaal. Dann wurde die Tür verschlossen.
Später kamen auch die fünf anderen. Sie standen draußen und riefen: Herr,
mach uns die Tür auf! Aber er erwiderte: Was wollt ihr denn? Ich kenne euch
nicht! Deshalb seid wachsam und haltet euch bereit, denn ihr wisst weder an
welchem Tag, noch zu welchem Zeitpunkt Ich kommen werde.
Mit diesem Gleichnis spielt Jesus auf die Hochzeitsbräuche seiner Zeit an,
wo der Bräutigam von den Brautjungfern abgeholt wurde, und da dies am Abend
passierte, waren dazu Lampen nötig.
Im Gleichnis bedeutet die Hochzeit das Reich Gottes, der Bräutigam ist
Jesus, die zehn Mädchen sind wir alle, die Gemeinde, die Kirche, die Lampe
ist das Zeichen der Kirchenzugehörigkeit. Also bis dahin ist alles klar.
Wer aber sind die Dummen und die Klugen und woran erkennt man die? Sie
haben alle eine Lampe. Das heißt, sie gehören alle zu Jesus. Sie machen
alle ihre Lampen betriebsfertig, das heißt, sie warten alle auf Jesus. Sie
sind alle eingeschlafen, das heißt: Sie sind alle gestorben. Es geht ja
hier um ein Gleichnis, das nach dem Tod passiert. Sie sind alle
aufgestanden, als der Bräutigam kam, das heißt: Sie sind alle auferweckt
worden. Bis dahin kann man sie rein äußerlich gar nicht unterscheiden. Die
große Scheidung kommt erst im Gericht. In diesem entscheidenden Augenblick
fehlt ihnen das Öl, das ihre Lampen zum Brennen bringen kann. Das heißt, es
fehlt ihnen der rettende Glaube. Für sie ist der Glaube an Jesus eine
Formsache ohne Feuer. Sie zahlen Kirchensteuer, aber sie haben kein inneres
Verhältnis zu Jesus. Es sind Leute, die kommen sich unheimlich clever vor,
weil sie nicht aus der Kirche austreten, die aber auch nicht in jedem Falle
für Jesus eintreten. Für sie ist der Glaube eine theoretische Richtigkeit,
aber keine praktische Wichtigkeit. Sie machen alles in der Kirche mit, aber
sie machen auch alles andere Mögliche mit. Das sind die Leute, die auf
allen möglichen Hochzeiten tanzen. Und die werden gerade bei der Hochzeit,
um die es hier geht, nicht mit dabei sein. Sie kennen Jesus, sie finden Ihn
womöglich klasse, aber sie finden immer wieder Ausreden, um Ihm nicht 100-
prozentig nachfolgen zu müssen.
Clevere Leute sind manchmal dumm vor Gott.
Solche cleveren Leute nennt Jesus – dumm! Das hat Er schon in seiner
berühmten Bergpredigt so gemacht. Am Schluss der Bergpredigt hat Er gesagt:
Klug ist, wer meine Worte hört und tut. Dann sagt er: Wer meine Worte hört,
und nicht danach handelt, der ist dumm[4]. Dumm meint ja nicht fehlende
Intelligenz, sondern meint fehlende Konsequenz, wenn jemand nicht die
entsprechenden Folgerungen aus der Nachfolge zieht.
Der ist dumm, sagt Jesus. Wir würden es natürlich nie wagen, so etwas zu
sagen, weil das ja intolerant klingt. Nun ja, es ist ja auch intolerant.
Jesus ist in diesem Punkt intolerant. Er hat keine Hemmungen,
Andersgläubige oder Andersdenkende in diesem Punkt als dumm zu bezeichnen.
Und was Er sich als der Sohn Gottes herausnimmt, das hat sein Vorfahr, der
König David sich im Psalm 14 schon längst heraus genommen, wo er
geschrieben hat: Die Gottlosen sagen in ihrem Herzen: Es gibt keinen
Gott.[5] Nur die Dummen sprechen in ihrem Herzen: Es gibt keinen Gott. So
eine Ausdrucks-weise ist ja schon gegenüber den Außenstehenden schockierend
genug, aber das schockierende ist ja, dass Jesus sagt: Die Dummen gibt es
nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Gemeinde. Und weil unsere
Geschichte zeigt, dass die Dummen nicht in das Reich Gottes kommen, heißt
das: Nicht alle, die zu Kirche gehören, kommen in das Reich Gottes, sondern
manche von denen kommen in die Hölle.
Und um euch davor zu bewahren, deshalb sind wir in dieser Kirche heute
zusammengekommen. Ich sage kein Wort gegen die Kirchenzugehörigkeit. Um zu
Hochzeitsgesellschaft dazuzugehören, war die Lampe nötig, sie war unbedingt
nötig. Ohne Lampe lief nichts. Und um zu Jesus zu gehören, da ist die
Kirchenzugehörigkeit nötig, sie ist unbedingt nötig. Wenn du nicht zur
Kirche gehörst, wenn du nicht zur Kirche gehst, wenn du nichts für die
Kirche tust, bist du ganz bestimmt kein Christ.
Wenn du weiter nichts bist, als ein eingetragenes Kirchenmitglied, weiter
nichts vorzubringen hast als deinen Taufschein, dann denke nicht, dass du
dich im Gericht ausgerechnet darauf berufen kannst.
Dein Taufstein, den du einmal als Entlastung anbringen wirst, der wird dich
in Wirklichkeit belasten, denn als getaufter Christ hast du ja versprochen,
dass dein ganzes Leben vollständig Christus gehören soll. Der Taufstein,
auf den du dich berufst, der wird für dich im Gericht zur Anklageschrift,
wenn du dich auf ihn berufst. Es hat mal einer gesagt: Halbe Christen, das
sind die, die glauben, sie brauchten am Sonntag nicht zur Kirche zu gehen,
und auch die, die am Sonntag in die Kirche gehen, aber nur mit halben Ohr
hinhören, und nur halb tun, was Gott ihnen sagt. Halbe Christen, das sind
die, die Glauben haben, aber keine Tat in der Liebe tun, und auch die, die
Taten der Liebe tun, ohne Glauben zu haben.
Ein anderer hat gesagt: Die Klugen ging in den Bräutigam mit beiden Händen
entgegen. Die eine Hand trug die Lampe, die andere die Ölkanne. Die Dummen
dachten, eine Hand genügt.
Und ich frage dich: Wo ist deine andere Hand, wem gibst du sie, wen
wimmelst du damit ab? Wonach streckst du deine andere Hand aus? Jesus will
keine Halbheiten. Er will keine halben Christen. Und Er hat damals mit
beiden Armen am Kreuz gegangen. Er hat nicht so lässig mit einer Hand daran
gehangen, sondern mit beiden Händen, mit beiden Armen. Und Er hat sein
ganzes Leben gegeben, und nicht nur so ein bisschen. Und weil Jesus keine
halben Sachen gemacht hat, will Er, dass auch du keine halben Sachen
machst. Er will, dass du mit Ihm ganze Sache machst. Alles andere ist
sinnlos. Und wie sinnlos ein halber Christ ist, das siehst du ja an der
Geschichte, die Jesus hier erzählt. Dass die Halben am Schluss genauso in
der Hölle landen wie die ganz Gottlosen.
Zwei Mädchen entscheiden sich – nicht.
Vor ein paar Wochen kamen nach so einer Abendveranstaltung zwei Mädchen zu
mir. Sie gingen beide zur Kirche. Sie waren beide getauft, beide
konfirmiert, eine war sogar die Tochter eines Predigers, beide hatten am
Abend auf der Bühne gestanden und im Chor mitgesungen - es war dennoch
alles nur Show, frommer Selbstbetrug. Denn das, was sie gerade gesungen
hatten: Oh glücklicher Tag, als Jesus meine Sünden abgewaschen hat" (O
happy day, when Jesus washed my sins away), das hatten sie ja noch gar
nicht erlebt. Das stand ja erst noch vor ihnen als Erlebnis. Die standen
dicht vor ihrer Bekehrung. Aber sie trauten sich nicht, diesen Schritt zu
tun, weil sie Jesus ihr Leben nicht ganz ausliefern wollten. Das Gespräch
eierte ungefähr eine Stunde hin und her, und da habe ich gesagt: So,
Schluss jetzt, nun gibt es eine Hausaufgabe. Ihr geht nach Hause, nehmt ein
weißes Blatt Papier, und macht in der Mitte einen großen Strich und links
schreibt ihr hin was dafür spricht, dass ihr Christen werdet, rechts, was
dagegen spricht, dass ihr euch bekehrt."
Am nächsten bei Abend traten die beiden wieder an, sie hatten ihre
Hausaufgaben gemacht. Ich sage euch, sie hatten einen Zettel produziert,
der einfach traumhaft war. Links stand alles drauf, was zu einem Christen
gehört, also das Leben in der Gemeinde, bis zum ewigen Leben, also in
Religion eine eindeutige Eins. Auf der rechten Seite stand dann solches
Zeug wie: Disco, Jungs, Freiheit, in der Liebe selber bestimmen und so. Ich
sagte: Das ist euch wichtiger als eine Ewigkeit mit Gott?"
Wieder das Rumgeeiere, wieder keine Entscheidung – weil sie Jesus nicht
ganz gehören wollten, sondern eben bloß halb. Sie dachten gar nicht daran,
aus der Kirche auszutreten, aber sie bedachten nicht, dass halbe Christen
am Schluss draußen vor der Türe stehen, wenn Jesus sagt: Ich kenne euch
nicht!
Ohne Öl in der Kanne haut dich Jesus in die Pfanne.
Möchtet ihr etwa, dass Jesus das einmal am Ende zu euch sagt? Ich möchte
nicht wissen, wie viele halbe Christen heute Abend hier sind. Aber ich
möchte euch bitten, seid klug. Das heißt: gebt Jesus euer Leben ganz und
bleibt ein ganzes Leben bei Ihm. Dieses dranbleiben, das ist das Öl, von
dem hier die Rede ist.
Das Öl in unserem Gleichnis deutet ja darauf hin, dass dich bei dem Leben
mit Jesus dauernd etwas verbraucht. Es reicht nicht, einmal in die Kirche
einzutreten und es reicht nicht, sich einmal taufen zu lassen und es reicht
nicht, sich einmal zu bekehren und dann zu sagen: So, das war's."
Das war ja gerade der Fehler, den diese Mädchen gemacht haben. Sie waren
bekehrt, aber seit der Bekehrung war Ruhe. Da hat sich nichts mehr
abgespielt, da lief nichts mehr, sie hatten kein Öl nachgefüllt. In der
Bibel ist Öl unter anderem Bild für den heiligen Geist. Und die Bibel sagt
einmal: Werdet voll heiligen Geist[6]. Ein geisterfülltes Leben, das
bedeutet nicht irgendein Herumgetobe mit erhobenen Händen und verdrehten
Augen, sondern nüchterner Gehorsam im Alltag. Das nennt die Bibel
Heiligung. Und die Bibel sagt: Ohne Heiligung wird niemand den Herrn
sehen[7]. Und das ist diesen fünf dummen Mädchen passiert. Sie konnten
Jesus nicht sehen. Die Tür blieb zu. Kein Einlass! Und der Grund: Kein Öl,
keine Heiligung, kein Glaubenstraining, kein Glaubenswachstum, keine
Glaubenskraft, keine Glaubenserfahrung.
Was nützt denn dir deine Glaubenserfahrung, die du vor fünfzehn Jahren bei
deiner Bekehrung gehabt hast, wenn du heute keine Erfahrungen mit deinem
Gott machst.
Wenn du erst einmal leer gelaufen bist, dann nützt es dir nichts mehr,
draußen rumzulaufen, wie diese dummen Mädchen. Du kannst nicht die
Erfahrungen anderer Menschen anzapfen, du kannst nicht erst anfangen, einen
Glaubenskurs zu besuchen und Nachhilfeunterricht zu nehmen, wenn es darauf
ankommt.
Wenn Jesus zum Gericht kommt und du hast kein Öl in der Kanne, dann haut Er
dich in die Pfanne. Die Tür bleibt verschlossen, du bleibst draußen stehen.
Also bring das vorher in Ordnung. Und dazu hast du jetzt ja Gelegenheit.
Öffne Jesus dein Leben, lass Ihn ein, bezeuge Ihn, lebe mit Ihm, und lass
Ihn nie wieder los. Wenn du jetzt nicht auf die Stimme von Jesus hören
willst, der dich in das Reich Gottes einlädt, dann wirst du die Stimme von
Jesus hören müssen, wenn Er dich aus dem Reich Gottes ausschließt: Ich
kenne dich nicht! Das könnte dir passieren, dass Er das einmal zu dir sagt.
Aber heute, da sagt Er zu dir: Ich kenne dich und Ich liebe dich und Ich
rufe dich und Ich brauche dich. Und wenn du darauf halbherzig reagierst,
dann wird Er zu dir sagen: Ich kenne dich nicht. Denn wenn das schon Leuten
passieren kann, die zur Kirche gehören, dann wird es erst recht jenen von
euch passieren, die nicht zur Kirche gehören. Und ich frage euch: Wollt ihr
denn wirklich riskieren, dass der Einzige, der euch in das Reich Gottes
einlassen kann, die Türe vor euch zuhält und zu euch sagen muss: Ich kenne
euch nicht! Wollt ihr wirklich am Schluss vor der verschlossenen Tür
stehen?
Jesus ist kein Nachtportier.
Heute steht die Tür vor jeden von euch offen. Bedenkt aber bitte, dass das
nicht immer so ist und dass Jesus nicht immer dort für dich zu Verfügung
steht. Der Nachtportier vom Hotel muss immer zur Verfügung sein, um noch
dem letzten Hotelgast die Türe zu öffnen. Aber Jesus muss das nicht. Und Er
sagt uns hier selber, dass Er das auch nicht tun wird. Sondern Er sagt, Er
wird nur die reinlassen, die Ihm ganz gehört haben. Und dann bleibt die Tür
zu. Wie lange noch willst du deine ganze Lebensübergabe hinausschieben?
Jesus zieht aus der ganzen Geschichte hier eine einzige Konsequenz: Deshalb
seid wachsam und haltet euch bereit. Denn ihr wisst weder an welchem Tag
noch zu welchem Zeitpunkt Ich kommen werde.[8] Das heißt: Lebt jeden Tag
so, als ob es der letzte Tag in eurem Leben sein könnte. Seid an jedem Tag
bereit, vor das Gericht Gottes zu treten. Jetzt kannst du ja noch umkehren.
Wenn Jesus wiederkommt, dann ist es zu spät. Es gibt auch ein Zu spät" –
das ist die schreckliche Essenz dieser schrecklichen Geschichte, die Jesus
ist deshalb erzählt hat, und die ich deshalb nacherzähle, um dich aus
deiner Halbheit aufzuschrecken. Denn so sicher wie es ist, dass es ein Zu
spät" gibt, so sicher ist es, dass es jetzt, heute Abend noch nicht zu spät
ist. Pass auf, jetzt – so heißt der Spruch für den heutigen Sonntag – Jetzt
ist der Tag des Heils. Jetzt ist die Zeit der Gnade![9]
Du kannst jetzt zu Jesus kommen und Jesus hat versprochen und gesagt: Wer
zu mir kommt, den schicke Ich nicht wieder weg.[10]
Also komm zu Jesus, und nimm Ihn beim Wort.
___
[1] Vers 1
[2] Offenbarung 21, 8
[3] Offenbarung 3, 15
[4] Matthäus 7, 26
[5] Psalm 14, 1
[6] Epheser 5, 18
[7] Hebräer 12, 14
[8] Vers 13
[9] 2. Korinther 6,2
[10] Johannes 6,37
