Zum Inhalt

Nimm den besten Treibstoff

2. Korinther 12,9-1013.07.2008
Serie•Teil 1 / 3Aus Gottes Kraft leben
Die Bibel ist kein Deko-Buch fürs Regal. Wenn das, was dort steht, wirklich stimmt, gibt sie dir Halt, Orientierung und Kraft – gerade dann, wenn dein Leben wackelt.

Ein Psalm als kunstvoller Auftakt

Der Text zur Predigt steht in Psalm 119, die Verse 1 bis 16. Psalm 119 ist ein sehr langer Psalm; es ist der längste Psalm überhaupt, und er ist sehr kunstvoll aufgebaut. Immer acht Verse beginnen mit denselben Buchstaben, schön der Reihenfolge nach des hebräischen Alphabets.
Das hebräische Alphabet besteht aus 22 Buchstaben. Wenn ich also die ersten 16 Verse vorlese, dann deckt das die ersten beiden Buchstaben des hebräischen Alphabets ab. Der Abschnitt, den ich vorlese, macht sozusagen zwei Zweiundzwanzigstel vom Psalm aus oder ein Elftel. Das ist nicht viel, könnte man meinen, aber bei so einem langen Psalm ist das doch schon eine ganze Menge, eine richtig gute Tankfüllung.
Also Psalm 119,1-16.
Ein Loblied auf Gottes Gesetz
Wie glücklich ist, wer stets unsträflich lebt und jederzeit das Gesetz des Herrn befolgt! Wie glücklich ist, wer Gottes Weisung ausführt und mit ganzem Herzen nach ihm fragt. Bei solchen Menschen findet sich kein Unrecht, weil sie in allem Gottes Willen tun.
Du, Herr, hast deine Vorschriften gegeben, damit man sich mit Sorgfalt danach richtet. Ich möchte unbeirrbar dabei bleiben, mich deinen Ordnungen zu unterstellen. Dann brauche ich nicht mehr beschämt zu sein im Blick auf die Gebote, die du gabst. Was du entschieden hast, präge ich mir ein und preise dich dafür mit reinem Herzen. An deine Ordnungen will ich mich halten. Steh du mir bei und lass mich nicht im Stich.
Wie kann ein junger Mensch sein Leben meistern? Indem er tut, was du gesagt hast, Herr. Von ganzem Herzen frage ich nach deinem Willen. Bewahre mich davor, ihn zu verfehlen. Was du gesagt hast, präge ich mir ein, weil ich vor dir nicht schuldig werden will. Ich muss dir immer wieder danken, Herr, weil du mich deinen Willen kennenlehrst. Was du nach deinem Recht entschieden hast, das sage ich mir immer wieder auf.
Genau nach deinen Weisungen zu leben erfreut mich mehr als alles Gut und Geld. Ich denke über deine Regeln nach, damit ich deinen Weg für mich erkenne. Herr, deine Ordnungen sind meine Freude. Ich werde deine Worte nicht vergessen.

Zwischen Begrüßung und Thema

Also, die Ferien haben da eingeschlagen. Das ist immer so: Die einen gehen, und die anderen kommen dann, die sonst nicht da sind, weil sie dann hier in die Schweiz kommen oder wie auch immer.
Auf jeden Fall: Alle herzlich willkommen. Auch die, die immer kommen, die muss man ja auch mal besonders begrüssen, weil die werden ja immer so ferne liefen. Ja, die sind jetzt eh da. Also herzlich willkommen auch ihr, die ihr immer jeden Sonntag kommt. Wir freuen uns auch, dass ihr da seid. Natürlich auch alle Gäste.
Mit dieser kleinen Sommerserie „Aus Gottes Kraft leben“ setzen wir uns mit einem Thema auseinander, das mich persönlich auch immer wieder beschäftigt. Selbst erlebe ich in meinem Leben eher Schwachheit, eher Versagen als Gelingen. Und das Leben in dieser Welt scheint auch für uns Christen nicht von Sieg zu Sieg zu eilen.
Wie kommt denn Gottes Kraft in meinem Leben zum Tragen? Habt ihr euch auch schon gefragt: Bin ich dann wirklich ein Christ, wo die Kraft Gottes zum Tragen kommt? Oder noch etwas konkreter gefragt: Wie kommt Gottes Kraft in meinem Leben zum Tragen? Dieser Frage wollen wir in dieser Serie ein bisschen nachgehen.
Paulus selbst empfand sich oft als schwach. Er hatte viele Widerwärtigkeiten zu ertragen. Er sass einigemal im Gefängnis, wurde geschlagen, gesteinigt, dreimal hat er Schiffbruch erlitten, einmal ist er eine Nacht und einen Tag im tiefen Meer getrieben. Für mich ist schon der Gedanke ein Horror, dass ich ins Meer muss. Und dann noch der Gedanke, dass ich in einem Meer treibe, wo es Haifische hat und weiss ich was alles, die mich da angreifen könnten.
Wo war da die Kraft Gottes in seinem Leben? Und gegen Ende seines Lebens musste er sogar feststellen, dass die Christen in Asien ihn im Stich liessen. Dem Timotheus schreibt er: Du weisst, dass alle Gläubigen in der ganzen Provinz Asien mich im Stich gelassen haben, auch Phygelus und Hermogenes. Sie haben ihn verlassen.
Keine sichtbare Erfolgsbilanz. Er hat gearbeitet und gearbeitet, hat so viel eingesteckt und muss am Schluss sagen: Sie haben mich im Stich gelassen. Das ist eine Katastrophe. Wo ist da die Kraft Gottes in seinem Leben?

Schwachheit als Ort göttlicher Kraft

Paulus hatte nicht nur Widerwärtigkeiten zu ertragen, er hatte auch gesundheitliche Schwierigkeiten. Was das genau war, wissen wir nicht. Aber er bat Gott dreimal darum, ihn davon zu befreien. Doch Gott wollte das nicht. Er antwortete ihm: Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.
Also nicht das, was wir erwarten, wenn wir Gott um Hilfe bitten. Wenn wir darum beten, dass er uns eine Last abnimmt, erwarten wir doch, dass er das nicht ablehnt, sondern dass er es tut. Für uns ist doch, oberflächlich gesehen, die Definition der Kraft Gottes, dass mir Gutes geschenkt wird von Gott, dass diese Kraft sichtbar in meinem Leben zum Tragen kommt. Ich bete: Herr, mach mich frei von dem, und er macht mich frei von dem, und das ist Kraft Gottes.
So ist das doch in unseren Köpfen registriert, wenigstens in vielen. Und wenn das nicht eintrifft, dann ist die Kraft Gottes nicht am Wirken. Ja nun, war Paulus enttäuscht über diese Antwort? Hat er sich überlegt: Wenn Gott es nicht für nötig hält, mir meine Schwachheit zu nehmen, dann höre ich auch auf, ihm zu dienen? Das stinkt mir. Wie sollen die Leute sehen, dass die Kraft Gottes am Wirken ist? Ich sitze im Gefängnis, ich treibe auf dem Meer, die Schiffe, mit denen ich fahre, erleiden Schiffbruch. Dann werde ich noch gesteinigt, sodass ich fast sterbe. Ich werde geschlagen, neununddreißig Schläge. Was für eine Demütigung für einen Mann, in der Öffentlichkeit dermaßen geschlagen und gedemütigt zu werden. Herr, wo ist die Kraft? Und jetzt habe ich noch ein Leiden, und du lehnst das noch ab.
Nein, Paulus stellte seinen Auftrag nicht in Frage. Seine Reaktion auf diesen eher negativen Bescheid von Gott ist erstaunlich. Daher will ich nun mit größter Freude, um mehr als alles andere, meine Schwachheit rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt.
Und übrigens: Nach diesen drei Bitten hat er das akzeptiert und dann aufgehört, für diese Sache zu beten. Er hat nicht ein Leben lang dafür gebetet. Er hat es akzeptiert, dass Gott jetzt nicht heilen will und dass er mit dem zu leben hat. Und jetzt sagt er: Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen. Das will er selbst dann tun, wenn er in ganz schwierigen Situationen steckt und diese ertragen muss. Er sagt: Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus mit Schwachheit lebe und Misshandlungen, Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss. Denn gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark. Ich ertrage das. Denn wenn mich die Welt von außen als schwach betrachtet, gerade dann bin ich stark.
Wir sehen: Das Leben aus Gottes Kraft hat nicht in erster Linie etwas mit Erfolg und schon gar nichts mit Macht zu tun. Diese Sommerserie soll uns helfen, dieser Lebensweise aus der Kraft Gottes auf die Spur zu kommen. Wie leben wir aus der Kraft Gottes? Diese Frage möchte ich versuchen, in diesen drei Predigten zu beantworten. Wie können wir die Kraft Gottes in unserem Leben erfahren?
Wie die meisten schon bemerkt haben, sind die Themen der einzelnen Predigten etwas energielastig. Also: Nimm den besten Treibstoff, fülle einen Tank regelmäßig und verwandle den Treibstoff in Kraft. Zugegeben, das Thema erinnert stark ans Autofahren und leider auch an die teuren Treibstoffpreise, die wir heute zu bezahlen haben. Aber wie gesagt: Das Cola ist teurer als das lebendige Wasser, das uns Gott schenkt.
Aber lassen wir uns von diesen Überschriften nicht ablenken. Es ist einfach ein Versuch, dieses Quattro mit diesen bildlichen Begriffen etwas greifbarer zu machen, damit ihr euch vielleicht besser daran erinnern könnt. Manchmal sagt man: Ja, das war eine super Predigt. Und dann fragt man: Über was hat er gepredigt? Oh ja, ich weiß gar nicht mehr, aber ich weiß nur noch, dass es super war. Und vielleicht denkt ihr dann: Ah ja, genau, das nimmt den besten Treibstoff. Und was ist der beste Treibstoff? Dann kann man das ein bisschen besser rekonstruieren.
Es geht ja nicht darum, dass wir nur Predigten anhören und sie gut oder schlecht finden, sondern es geht darum, dass Gott in unser Leben hineinspricht, uns hilft, uns führt, uns stärkt. Also heute beschäftigen wir uns mit dem besten Treibstoff, und ich sage es ohne Umschweife: Was ich damit meine, welches der beste Treibstoff ist, es ist nämlich die Bibel. Vielleicht dachten einige, es sei der Heilige Geist. Das könnte man auch so bezeichnen. Aber ich sage jetzt heute mal: Es ist die Bibel. Sie ist der beste Treibstoff.
Ich werde nicht über den Psalm predigen. Der Psalm hat uns einfach gezeigt, was für eine Bedeutung das Wort Gottes im Leben eines Menschen haben kann. Die Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens und unseres Lebens. Alle notwendigen Informationen, die wir für unseren Glauben brauchen, die wichtig sind, entnehmen wir der Bibel. Darauf stützen wir uns ab. Und deshalb ist es schon wichtig, dass wir uns ab und zu wieder einmal über die Bibel Gedanken machen, über ihre Bedeutung, über ihre Wichtigkeit.

Warum die Frage nach der Wirklichkeit entscheidend ist

Wir könnten über die Bibel natürlich eine ganze Predigtreihe machen, was ich auch schon im Jahr 2005 getan habe. Wenn ihr euch nicht mehr daran erinnert oder das noch einmal nachhören wollt, könnt ihr bei sermononline.de die Predigten unter dem Titel Das heilige Buch herunterladen. Dort habe ich eine ganze Reihe über die Bibel gehalten.
Heute geht es mir um einen wichtigen Aspekt, nämlich um die Historizität der Bibel. Sind in der Bibel einfach schöne Geschichten wiedergegeben, oder ist die Bibel Geschichte? Die meisten Leute sind der Meinung, die Bibel sei ein Buch voller Geschichten, aber das, was darin geschrieben steht, habe sich nicht so ereignet, wie es dort steht. Wenn ihr auf der Straße fragt, ob die Bibel ein Geschichtsbuch ist und ob das wahr ist, was hier geschrieben wird, dann werden die meisten Leute antworten: Nein, das waren fehlbare Menschen und so weiter.
Diese Meinung haben die Leute nicht aus der Luft gegriffen. Es sind die Theologen und Universitäten, die nicht müde werden, den Leuten diese, und leider kann ich es nicht schöner betiteln, bösartigen Lügen einzutrichtern, und zwar endlos. Ihr könnt Interviews von Theologen im Radio und im Fernsehen hören, ihr könnt die Illustrierten lesen, in denen sich Theologen äußern. Pausenlos hämmern sie den Leuten ein, dass das, was hier drinsteht, keine Geschichte und nicht die Wahrheit sei, sondern irgendetwas, was Menschen zusammengebastelt haben. Und so ist nun auch die Meinung der Menschen geprägt.
Aber wenn die Bibel nur Geschichten und nicht Geschichte beinhaltet, ist sie völlig, komplett bedeutungslos. Wir könnten dieses Buch wirklich wegwerfen. Gut, man könnte es noch ein bisschen lesen, man könnte sicher das eine oder andere daraus lernen, vielleicht etwas über die Geschichte oder darüber, wie die Leute gedacht haben. Aber für das Leben, für unser Leben, vor allem auch für unser Leben nach dem Tod, hätte die Bibel absolut gar nichts von Bedeutung. Es wäre ein Buch wie jedes andere. Es würde nichts in unserem Leben bewirken, aber auch gar nichts. Vielleicht würden wir uns an die eine oder andere Regel halten, das würde vielleicht im Zusammenleben helfen, aber mehr auch nicht. Für das wirkliche Leben würde nichts helfen.

Das Zeugnis der ersten Christen

In der Bibel selbst sehen wir an verschiedenen Stellen, wie wichtig es für unseren Glauben ist, dass das, was die Bibel berichtet, wirklich geschehen ist. Einen Abschnitt wollen wir heute nun genau betrachten. Es ist der Anfang des Lukasevangeliums.
Lukas schreibt: Schon viele haben die Aufgabe in Angriff genommen, einen Bericht über die Dinge abzufassen, die in unserer Mitte geschehen sind, und die wir von denen erfahren haben, die von Anfang an als Augenzeugen dabei waren und dann Diener des Wortes geworden sind.
Also: Viele Menschen haben das schon in Angriff genommen, Berichte über die Dinge abzufassen, die in unserer Mitte geschehen sind. Das bezieht sich jetzt auf das Neue Testament, auf das Leben von Jesus. Die haben die Leute gefragt. Was für Leute? Leute, die etwas gehört haben. Woher haben sie die Informationen beschafft? Von Augenzeugen, die als Augenzeugen dabei waren.
Die waren nicht interessiert, irgendwelche Märchen oder Mythen zu sammeln. Die wollten wissen, was da geschehen ist. Die wollten Geschichte festhalten. Sie haben die Augenzeugen befragt, die Jesus gesehen haben, die die Wunder miterlebt hatten. Sie wollten authentische Berichte haben von dem, was geschehen war.
Und dann gab es ja sehr viel Material. Im Johannesevangelium, das ist der letzte Vers des Johannesevangeliums, sagt Johannes, es gäbe noch vieles andere zu berichten, was Jesus getan hat. Wenn alles einzeln aufgeschrieben würde, ich glaube, die Welt wäre zu klein, um all die Bücher zu fassen, die man dann schreiben müsste. Also: Jesus hat viel getan, viel erzählt, viel gelehrt.
Und Lukas muss aus diesen Berichten auswählen, welche Ereignisse er weitergeben möchte. Es ging ihm darum, einem gewissen Theophilus, der offensichtlich im christlichen Glauben unterwiesen worden war, zu zeigen, auf welchem Fundament sein Glaube basiert. Er schreibt: Darum hielt auch ich es für richtig, nachdem ich allem, bis zu den Anfängen, sorgfältig nachgegangen bin, diese Ereignisse für dich, hochverehrter Theophilus, in geordneter Reihenfolge niederzuschreiben.
Warum? Damit du erkennst, wie zuverlässig all das ist, worin du unterrichtet worden bist. Damit du erkennen kannst, dass das, was du glaubst, auf einem Fundament steht. Das sind keine Märchen. Das ist in Zeit und Raum geschehen.
Er soll wissen, dass Jesus wirklich gelebt hat, dass er die Wunder tat. Er soll wissen, wie er gekreuzigt wurde und wie es mit der Auferstehung ging. Er soll erfahren, welche Geschichten Jesus erzählte, um die Menschen zu lehren. Theophilus soll sehen, dass sein Glaube auf einer wahren Geschichte basiert. Es ist keine religiöse Idee, die jemand verbreitet hat.
Guck doch mal, was die Leute heute nachlaufen: Das sind Lehren, die irgendjemand mal irgendwann verbreitet hat. Da ist keine Geschichte dahinter. Das ist einfach hohl, das ist nur ein Mensch. Aber hier haben wir Geschichte, die sogar vom Alten Testament her schon vorgezeichnet worden ist.

Glaube braucht ein historisches Fundament

Wäre all das nicht auf dieser Erde geschehen, was wir hier in der Bibel lesen, dann hätte der Glaube des Theophilus und auch unser Glaube an Jesus Christus keine relevante Bedeutung. Der Glaube wäre für uns einfach eine religiöse Beschäftigung, mit keinerlei nennenswerten positiven Auswirkungen auf unser Leben.
Glücklicherweise bringt Paulus das einmal ganz deutlich auf den Punkt, im Zusammenhang mit der Auferstehung: Wenn Christus nicht auferstanden ist – und damit meint er leiblich, nicht nur als eine Idee in unseren Köpfen –, dann ist es sinnlos, dass wir das Evangelium verkünden, und sinnlos, dass wir daran glauben. Das ist dann fertiger Blödsinn. Zeitverschwendung.
Wenn wir der Bibel die Historizität aberkennen, dann wird alles ad absurdum geführt. Dann sind wir einer großen Lüge verfallen. Wir wären irregeleitete Menschen. Dann könnte man sagen, wir seien Spinner, man könnte uns zu Recht anhängen, wir seien Sektierer. Denn unser Leben würde auf Fabeln, Märchen und Lügen basieren, aber nicht auf der Wahrheit.
Paulus präzisiert seine Aussage einige Verse weiter: Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist euer Glaube eine Illusion. Die Schuld, die ihr durch eure Sünden auf euch geladen habt, liegt dann immer noch auf euch. Wenn Christus also nicht leiblich auferstanden ist, dann gibt es keine Hoffnung, es gibt keine Lösung für uns Menschen, und die Sünde, die uns in die Hölle bringt, bleibt bei uns. Punkt. Das ist absolut bedeutungslos.
Geben wir also nicht leichtfertig nach, wenn Leute behaupten, die Bibel sei nicht zuverlässig. Es wäre auch gar nicht so wichtig, ob das, was da drin steht, so geschehen ist oder nicht. Und wie schnell sind wir in der Diskussion und sagen: Ja, ja, das ist auch nicht so wichtig, wichtig ist ja Jesus. Ja, was für ein Jesus? Wenn der Jesus, der uns in der Bibel überliefert wird, dann nicht zuverlässig ist, von was für einem Jesus sprechen wir dann?
Nein, was geschrieben ist, ist geschrieben, und das ist die Wahrheit. Und diese Wahrheit hat Kraft, und nichts anderes. Ich finde, es tut gut, wenn wir Christen die Hinteren wieder einmal nach vorne nehmen und hinstehen und sagen: Jawohl, wir sind überzeugt, was da steht, ist die Wahrheit.
Und es ist eben doch wichtig, ob es geschehen ist oder nicht. Wenn es nicht geschehen ist, dann hat es keine Bedeutung. Dann sind wir einfach Frömmler, Frömmler, nur Frömmler, da wird das religiöse Umplappern. Es hat nur eine Bedeutung, wenn das die Wahrheit ist und wenn es so geschehen ist, wie es geschrieben steht.

Gegen den Strom der Beliebigkeit

Unvorstellbar, welche Schulen, Theologen und Universitäten sich aufladen, die unermüdlich den Leuten erzählen, die Bibel sei kein ernstzunehmendes geschichtliches Buch. Es sei wichtiger, oder jedenfalls nicht wichtig, ob Jesus leiblich auferstanden sei oder nicht. Das sei ja nur die Meinung des Paulus.
Unvorstellbar, was für eine Schuld Menschen auf sich laden, wenn sie dermaßen das verdrehen, was uns die Bibel schildert. Man wird ja heute belächelt, wenn man betont, dass man der Bibel Glauben schenkt und dass man der Überzeugung ist, dass die Überlieferungen der Wahrheit entsprechen. Doch die Bibel kann nur dann der beste Treibstoff für unser Leben sein, wenn sie uns das berichtet, was wirklich geschehen ist.
Und ich bin davon felsenfest überzeugt, dass das, was hier geschrieben ist, geschehen ist, sowohl im Alten wie im Neuen Testament. Ob ich alles genau verstehe, das ist ein anderes Thema. Aber wenn ich etwas nicht verstehe, heißt das noch lange nicht, dass es nicht wahr ist. So wie es geschrieben ist, so ist es geschehen, ob ich es verstehe oder nicht. Da bin ich felsenfest überzeugt. Und deshalb bin ich auch genauso felsenfest überzeugt, dass die Bibel der beste Treibstoff für unser Leben ist.
Leute, die die Bibel und deren Überzeugungen belächeln, folgen oft scheinbar intelligenten Gedanken, die keinerlei Fundamente haben. Sie behaupten zum Beispiel, nach dem Tod sei es einfach fertig. Und sie verlangen von uns den Beweis, warum es nach dem Tod weitergeht. Ja, bitte sehr, dann sollen sie uns mal beweisen, warum es nicht weitergeht. Sie sollen uns mal sagen, auf welcher Basis sie ihre Meinung abstützen. War das Hinz, mein Klassenkamerad auf der rechten Seite? Oder Kunst, der auf der linken Seite, der mir das gesagt hat? Oder war das irgendein Philosoph, der einmal eine Idee gehabt hat?
Wir lassen uns als Christen so schnell einschüchtern mit so intelligenten Aussagen. Dabei haben die weder Hand noch Fuß. Die Leute wissen nicht einmal, woher sie ihre Meinung haben. Wir wissen wenigstens, woher wir unsere Meinung haben. Wir können das denen sagen, und das ist dann nicht nichts. Eine Bibel, da müsst ihr dann meine Reihe mal angucken, das heilige Buch, das ist dann nicht nichts. Dass wir heute die Bibel noch haben, ist ein Wunder in sich. Und die Bibel ist das einzigartige religiöse Buch, das gibt es gar nicht. Die anderen religiösen Bücher, die sind vor allem Lehren und Weisheiten, wo man fast nicht weiß, wie man sie einordnen soll. Aber hier haben wir Geschichte, wir haben auch Weisheiten und Lehren. Aber die Basis unseres Glaubens ist Geschichte und Zeit und Raum.
Dann sollen uns doch mal die anderen erklären, warum sie so sicher sind, dass es so ist, wie sie denken. Fordern wir die Leute mal heraus. Sie sollen uns das mal belegen und nicht nur immer von uns die Belege fordern, wenn wir sagen: In der Bibel steht es. Und dann sagen: Ja, das können wir nicht ernst nehmen. Dann sage ich: Ja, was dein Nachbar da an deinem Tisch gesagt hat, das kann ich auch nicht ernst nehmen. Der lebte erst vierzig Jahre. Wie will er wissen, wie die Welt funktioniert?
Gott sagte einmal zu Jeremia: Diese Leute, die sich für weise halten, werden bestürzt und sprachlos dastehen, wenn das Unheil sie trifft und sie gefangen weggeführt werden. Sie haben mein Wort verachtet, und da wollen sie auf Weisheit Anspruch erheben. Natürlich ist das im geschichtlichen Kontext von Israel, aber das gilt auch für heute vom Prinzip her. Die Leute hören nicht auf das, was Gott sagt, und sie werden einmal perplex dastehen und staunen und erschüttert sein, dass das jetzt nun doch wahr ist, was die Bibel uns überliefert hat.
Und sie werden sehen, dass ihre Weisheit, mit der sie sich für gescheit und intelligent hielten und die Christen für blöd, weil sie sich an das Buch halten, keine Weisheit war. Wie will eine Weisheit Weisheit sein, wenn sie Gottes Wort, wenn sie das, was unser Schöpfer übermittelt, verwirft? Das kann nie Weisheit sein, das muss immer in Blödheit enden, in Dummheit.
Wir lassen uns so schnell von Weisheiten blenden, aber wahre Weisheit ist immer verbunden mit den Gedanken Gottes. Wer die Wahrheit ablehnt, wird mit seinen klugen Gedanken zugrunde gehen, früher oder später. Ich vertraue lieber dem, was uns durch die Bibel überliefert wird. Es ist Gott, der sich durch die Geschichte uns Menschen zu erkennen gegeben hat, und mit der Bibel hat er uns eine perfekte Orientierung gegeben für unser Leben.
Die Botschaft der Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens. Sie ist der Treibstoff, der uns die Informationen gibt, die wir glauben, um zu leben. Und es ist wichtig, dass unser Leben auf einem guten Fundament steht, sonst nützt das schönste Leben nichts, wenn das Fundament nicht hält.
Dieser schiefe Turm von Pisa, der hat ein schlechtes Fundament. Das sieht man sofort. Er ist zwar schön, aber manchmal darf man nicht einmal mehr auf den Turm, weil die Gefahr ist, dass er kippt. Wir stehen oft schief im Leben, weil das Fundament nicht stimmt. Da kann man auf einem falschen Fundament wunderbare Kunstwerke bauen. Sie werden staunen und sagen: Ja, wunderbar.
Bei diesen Unwettern sehen wir ja, was schlechte Fundamente sind. Da werden riesige Häuser einfach weggeschwemmt. Es ist unglaublich, man glaubt es fast nicht, wenn man diese Bilder sieht, dass das möglich ist: ganze Häuser einfach weg. Und so kann unser ganzes Leben einfach verschwinden, weggeschwemmt werden, weil wir das falsche Fundament haben und weil wir das, was die Bibel sagt, in unserem Herzen ablehnen.
Das Fundament ist entscheidend, und das ist die Bibel, Treibstoff für unser Leben.

Ein Wort, das Leben schafft

Mahatma Gandhi soll einmal gesagt haben: Ihr Christen besitzt ein Dokument, das genug Sprengstoff enthält, um die Gesellschaft in die Luft zu sprengen, die Welt auf den Kopf zu stellen und unserem vom Krieg zerrissenen Planeten Frieden zu bringen. Aber ihr behandelt es, als wäre es nichts als ein Stück Literatur. Und ein bisschen wird darüber philosophiert: Ja, das hat Paulus geschrieben, das ist paulinisch. Das hat Johannes geschrieben, das ist johannisch. Der hat halt die Situation gehabt und hat es halt so gesehen. Der war ein bisschen so extrem, der andere so extrem. Wie Literatur, aber nicht das Wort Gottes.
Leider hat er ein Stück weit recht. Denn wenn wir die Bibel nur als ein Stück Literatur behandeln, entfaltet sie ihre Kraft in unserem Leben nicht. Wer sich hingegen auf die Aussagen dieses Buchs verlässt, und auf dieses Buch kann man sich verlassen, wenn es uns die Wahrheit sagt, dann erfahren wir Gottes Kraft.
Petrus schreibt einmal etwas ganz Interessantes: Ihr seid doch als neue Menschen wiedergeboren worden, aber diesmal nicht gezeugt durch den Samen von sterblichen Menschen, sondern durch das Wort Gottes, das lebt und für immer bestehen bleibt. Neues Leben wird durch das Wort Gottes bewirkt. Wir sind wiedergeboren aus dem lebendigen Wort Gottes.
Und natürlich kann man jetzt sagen: Ja, das ist natürlich Jesus gemeint, weil Jesus das Wort ist, das lebendig gewordene Wort Gottes. Das ist nicht ganz falsch, das kann man so stehen lassen. Aber wir müssen beachten, und das freut mich eigentlich bei Petrus, dass er weiterfährt. Er meint mit diesem lebendigen Wort nicht einfach nur die Person Jesus, sondern er spricht von der Botschaft.
Ihr wisst ja: Alle Menschen sind vergänglich wie das Gras. Mit all ihrer Herrlichkeit ergeht es ihnen wie den Blumen auf der Wiese. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort des Herrn bleibt für ewig in Kraft. Und dieses Wort ist euch als die gute Nachricht verkündigt worden.
Natürlich ist es das Wort von Jesus Christus, um das sich die ganze Bibel dreht, vom Alten bis ins Neue Testament. Das ist die Botschaft, die euch verkündigt wurde. Wer auf diese Botschaft baut, der wird von Neuem geboren. Wer sich auf diese Botschaft verlässt, der bekommt neues Leben. Wer den Aufruf, seine Schuld zu bekennen und Jesus nachzufolgen, ernst nimmt, der wird neues Leben bekommen. Der wird die Kraft Gottes, die in diesem Buch liegt, erfahren.
Auf diesen Zusammenhang werde ich noch genauer eingehen, ein anderes Mal, übernächstes Mal.

Orientierung, die bleibt

Jesus sagt: Was ich verkündige, ist nicht meine Lehre, sondern die Lehre dessen, der mich gesandt hat.
Jetzt wird es ganz interessant: Wenn jemand bereit ist, Gottes Willen zu erfüllen, wird er erkennen, ob das, was ich lehre, von Gott ist oder ob ich aus mir selbst heraus lehre.
Wenn wir das tun, was uns in der Bibel übermittelt wird, werden wir erfahren, dass es absolute Wahrheit ist. Wir werden die Kraft erfahren, die von diesem Buch ausgeht.
Warum denkt ihr, dass so viele Christen dieses Buch lieben? Weil sie erleben, dass da die Kraft Gottes am Werk ist. Weil sie erleben, dass hier die Wahrheit gesagt wird. Weil sie erleben, dass sie neues Leben bekommen, wenn sie ihr Leben Jesus anvertrauen, so wie es in der Bibel steht. Weil sie erleben, dass, wenn wir umkehren und Jesus in unser Leben einladen, der Heilige Geist in unser Leben kommt, der uns auch wieder zum Wort hinführt.
Weil dieses Buch für uns nicht nur ein Buch ist, sondern eine Quelle der Kraft und des Lebens. Deshalb sind uns Bibeln wichtig.
Deshalb gibt es Menschen, die befürchten, habe ich kürzlich gehört, dass ihnen die Bibeln weggenommen werden. Was machen sie? Sie lernen sie auswendig. Sie sagen: Ich weiß nicht, ob man mir die Bibel wegnimmt. Ich lerne sie auswendig.
Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die die Bibel auswendig gelernt haben, weil sie damit rechnen müssen, dass man sie ihnen wegnimmt. Und sie kennen die Kraft dieses Wortes. Gerade in der Verfolgung, gerade im Leiden gibt ihnen das Kraft.
Wir werden erkennen, dass es keinen besseren Treibstoff für unser Leben gibt. Wer sein Leben auf diesem Fundament aufbaut, der kommt hundertprozentig ans Ziel, und der wird die Kraft Gottes erleben.
Und jeder, der Christ geworden ist, auch wenn er jetzt denkt: Ja, jetzt bin ich schon jahrelang Christ und ich merke nichts von der Kraft Gottes, dem sei gesagt: Schon dass er genau weiß, wer Jesus ist, dass er gestorben ist am Kreuz, dass er auferstanden ist, dass du glauben kannst, dass er leiblich auferstanden ist und keinen Zweifel daran hast, das allein ist schon die Kraft Gottes, die das in dir bewirkt. Das kannst du nicht aus dir herausnehmen. Das kann nur Gott schenken.
Wenn du noch kein neues Leben hast, dann kann ich dich nur einladen: Vertraue dem, was hier steht. Du kannst dem vertrauen. Und wenn du es tust, wenn du dein Leben Jesus anvertraust, wie es hier in diesem Buch steht, dann wirst du erfahren, dass du es nicht mit Literatur zu tun hast, sondern dass du es mit Gottes Wort und Gottes Kraft zu tun hast.

Schlussbild und Gebet

Der Leuchtturm, an dem sich der Kapitän eines Schiffes orientiert, steht ausserhalb des Schiffes. Er bleibt dort stehen, er weicht keinen Schritt zur Seite, auch wenn der Sturm und die Wellen das Schiff noch so weit von ihm wegtreiben. Und nur in dieser absoluten Standhaftigkeit ermöglicht dieser Leuchtturm hilfreiche Orientierung für die Schiffsleute.
Genauso verhält es sich mit der Bibel. Was uns hier berichtet wird, ist zuverlässig. Was uns berichtet wird, behält seine Gültigkeit, auch wenn wir sie nicht beachten. Sie steht felsenfest in der Brandung unseres Lebens. Und ich kann heute, wenn ich andere höre, was sie lehren, was sie über Gott sagen usw., in der Bibel nachschauen und sehen, ob das wirklich Hand und Fuss hat, was sie sagen, oder nicht.
Es ist wie ein Felsen in der Brandung unseres Lebens und unseres Glaubens. Wenn wir Orientierung wollen, haben wir sie in der Bibel. Und ich kann es nicht ertragen, wenn Christen zu der Weise tendieren, dass sie schlussendlich sagen: Es ist egal, was eigentlich in der Bibel steht, ich habe das so erlebt. Nein, es ist nicht egal, was in der Bibel steht. Das Fundament ist wichtiger als das, was wir erleben. Wenn das, was wir erleben, dem Fundament widerspricht, dann müssen wir über die Bücher gehen, Erlebnis hin oder her.
Jesus sagt: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Gottes Wort wird Bedeutung haben bis in alle Ewigkeit. Was Gott versprochen hat, wird erhalten bleiben, und er wird es tun, ob es uns gefällt oder nicht.
Was meint Jesus? Der wichtigste und beste Treibstoff für unser Leben ist die Bibel, das Wort Gottes. Sie besitzt unbeschreibliche Kraft, denn Gott spricht durch sie zu uns. Gott selbst sagte einmal zu Jeremia: Mein Wort brennt wie Feuer, es ist wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt.
Wir können uns beglückwünschen, dass wir dieses Wort Gottes haben und kennen und dass wir es lesen können, dass wir es verstehen können. Man kann es heute überall mittragen, da komme ich dann nächstes Mal noch dazu. Und wir können gespannt sein, welche Auswirkungen dieses Wort noch in unserem Leben haben wird. Eins ist klar: Das Wort hat Kraft, um zu leben und zu sterben. Unbeschreibliche Kraft.
Ich bete mit uns.
Ich möchte dir danken, Vater, für das Vorrecht, dass wir die Bibel kennen, dass du überhaupt dieses Buch entstehen liessest. Wie würden wir uns orientieren, wenn das nicht so wäre? Wir wären auf Menschen angewiesen, und wir könnten nie kontrollieren, nie nachsehen, ob das, was sie uns erzählen, von ihnen oder von dir kommt.
Du hast uns dein Wort gegeben, das steht wie ein Felsen in der Brandung unseres Lebens. Daran haben wir uns orientieren können, und schenke, dass wir die Kraft, die auch von diesem Wort ausgeht, in unser Leben hinein erfahren, dass wir das wieder neu entdecken können, neue Freude bekommen an deinem Wort.
Bewahre uns davor, dass wir in den Kanon einstimmen, dass es nicht so wichtig sei, ob das stimmt oder nicht stimmt, was da steht. Natürlich ist es wichtig, denn nur die Wahrheit wird uns freimachen, nur die Wahrheit wird uns Kraft geben, nur die Wahrheit wird uns ans Ziel bringen.
Ich danke dir. Amen.