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Anbetung als Bewunderung Gottes (3/4)

Pfingstkonferenz Crivitz 2026
06.11.2026
SerieTeil 3 / 4Anbetung als Bewunderung Gottes
Pfingstkonferenz Kriwitz 2026
Anbetung als Bewunderung Gottes
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.

Pingstkonferenz Kriwitz zwanzigsechsundzwanzig Anbetung als Bewunderung Gottes Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, nachfolge praktisch dein geistlicher Impuls für den Tag.

Der Kern von Anbetung als bewunderndes Reden

Und im dritten Teil nähern wir uns dem Thema Bewunderung. Kommen wir zur Bewunderung, dem Aspekt, der diesem Vortrag ja seinen Titel gegeben hat: Anbetung als Bewunderung Gottes.
Und ja, ich bin für Dank, Jubel, Erinnern und Staunen, keine Frage. Aber im Kern dreht sich die Anbetung Gottes um die Bewunderung Gottes. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass Anbetung die Bewunderung Gottes mit Worten ist.
Ich nehme mir Zeit, ihn zu feiern. Ich richte mich auf Gott selbst aus, auf seine Schönheit, seine Heiligkeit und seine Güte, auf seine Weisheit und Macht, auf seine Treue und Liebe. Und ich finde Worte dafür.

Die Grenze menschlichen Verstehens

So, jetzt haben wir ein Problem: Die Bewunderung Gottes ist gar nicht so einfach, und das hat damit zu tun, dass Gott ganz schön anders ist.
Wenn ich sage, Anbetung ist die Bewunderung Gottes mit Worten, dann bezieht sich das auf ein Wesen, das wir überhaupt nur deshalb kennen, weil es sich uns offenbart hat.
Was will ich damit sagen? Gott kann in seiner Göttlichkeit von seinen Geschöpfen nicht verstanden werden. Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen: Du bist nur Geschöpf, und Gott ist Gott. Das heißt, alles, was wir von Gott verstehen, hängt mit dem zusammen, was man einen ontologischen Sprung nennt. Oder mit meinen Worten: Gott ist Gott, und du bist es nicht.
Das ist dieses: Gott ist wirklich anders. Und er ist für uns Menschen nur insofern begreifbar, als er sich auf eine für uns menschliche Weise offenbart hat. Aber natürlich muss uns klar sein: Das ist eine Form von Offenbarung, die Gott gewählt hat, damit wir überhaupt irgendetwas sagen können. Und das heißt, dass ich etwas Gehaltvolles über Gott sagen kann. Dass ich ihm irgendeine Eigenschaft zuschreiben darf, liegt nur daran, dass er sich auf eine nachvollziehbare Weise mir offenbart hat.
Ohne diese Offenbarung wüssten wir nichts. Wir könnten ein bisschen über die Schöpfung spekulieren und vielleicht über die Geschichte, aber eigentlich würden wir ohne irgendetwas dastehen. Das ist die Andersartigkeit Gottes. Das macht Anbetung so ein bisschen: Ach, ich möchte etwas feiern, und ich merke, ich begegne da jemandem, der ist irgendwie nicht greifbar.

Zwei Gefahren zwischen leeren Worten und bloßer Richtigkeit

So, und jetzt kommen aus dieser Andersartigkeit irgendwie zwei Gefahren. Die eine Gefahr ist, dass wir uns in solchen Allgemeinplätzen und Trivialitäten verlieren. Du bist gut, gut, gut, gut, gut, gut, gut, gut und gut. Stimmt, aber du bist mehr. Ja, also dieses Nicht-richtig-rankommen kann so ein bisschen dazu führen, dass ich dann sage: Na ja, dann sage ich halt ein paar Sachen, die wahr sind, und gut ist es.
Die zweite Gefahr ist: Wir sagen die richtigen Dinge, und wir haben uns vielleicht auch ein Buch über die Eigenschaften Gottes gekauft. Dann fallen uns ein paar mehr Sachen ein. Aber diese Dinge, die wir da über Gott sagen, haben keinen Bezug zu meinem Leben.
Wichtiger Satz: Das Bekennen von Theologie, so richtig sie auch sein mag, ist noch keine Anbetung. Ich sage das noch mal, das ist ein wichtiger Satz. Das Bekennen von Theologie, „Gott, du bist so und so“, auch wenn es richtig ist, ist noch keine Anbetung. Und für alle, die immer noch nicht verstehen, worum es geht: Echte Anbetung ist etwas für Liebhaber, nicht für Theologen.

Ein biblisches Beispiel für echte Bewunderung

Ich muss euch das erklären: Wie funktioniert Anbetung, nein, wie funktioniert Bewunderung?
Zum Glück haben wir dafür ein Buch in der Bibel, das ich sehr schätze. Es zeigt uns, wie Bewunderung funktioniert, nämlich das Hohelied. Genau, es ist dieses ziemlich schmalzige Liebeslied zwischen Salomo und Sulamit. Er himmelt sie an, sie himmelt ihn an, das ist ganz schlimm. Aber der Vorteil vom Hohelied ist: Man kann Bewunderung daran lernen.
Wir schauen uns mal einen kleinen Ausschnitt an: Hohelied 4. Damit ihr einfach eine Idee davon bekommt, was Bewunderung ist. Nochmal: Wir sagen, Gott ist ganz anders, wir wollen Gott bewundern. Wir merken, da ist ein Sprung. Das ist gar nicht so einfach. Wir müssen jetzt trotzdem überlegen: Wie mache ich es denn? Wie mache ich denn, dass das, was ich sage, Inhalt, Substanz und irgendwie auch echt ist?
Also fangen wir ganz abstrakt an: Wie funktioniert Bewunderung?
Okay, Hohelied 4,1. Und wenn ihr das durchlest, solche Passagen gibt es noch ein paar mehr: Siehe, schön bist du, meine Freundin, siehe, du bist schön. Deine Augen leuchten wie Tauben hinter deinem Schleier hervor, dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die vom Gebirge Gilead hüpfen. Deine Zähne sind wie eine Herde frisch geschorener Schafe, die aus der Schwemme heraufkommen. Jeder Zahn hat seinen Zwilling, keinem von ihnen fehlt er. Wie eine karmesinrote Schnur sind deine Lippen, und dein Mund ist anmutig. Und dann geht es immer so weiter.
Also, das ist Bewunderung.

Wie Bewunderung praktisch funktioniert

Jetzt: Wie funktioniert Bewunderung?
Bewunderung ist ganz einfach. Idealerweise hat Bewunderung vier Aspekte.
Erster Aspekt: Ich schaue genau hin. Was sehe ich denn da?
Zweiter Aspekt: Ich finde Worte für das, was ich sehe. Und jetzt ist der Clou dabei: Bei Bewunderung dürfen diese Worte durchaus romantisch sein, sie dürfen übertrieben sein, sie dürfen subjektiv sein, sie dürfen total persönlich sein. Das ist alles erlaubt.
Und dann, wenn ich das habe, wenn ich hinschaue und Worte finde, dann fange ich an, den Partner mit Worten zu feiern. Und idealerweise erkläre ich auch noch, warum das wichtig ist. Ich beziehe das Ganze also auch noch auf mich. Warum empfinde ich meinen Partner ganz persönlich als Wunder, als Quelle der Freude, wenn ich diese Aspekte betone?
Diese vier Dinge machen Bewunderung aus.
Also, ich mache euch das mal vor. Ich bewundere mal meine Frau, okay?
Ich schaue hin und stelle fest: Meine Frau macht anderen Männern keine schönen Augen. Ist wirklich so. So, das schaue ich mir an. Das ist Punkt eins.
Jetzt finde ich dafür Worte, Worte, die das beschreiben. Das könnte sein, ich sage: Sie ist treu oder keusch oder anhänglich oder klug oder geistlich oder rein. Versteht ihr? Ich finde jetzt Worte dafür. Erst habe ich gesehen, was sie tut oder halt nicht tut, und dann: Wie nenne ich das denn?
Und jetzt setze ich mich hin. Und jetzt kommt Punkt drei: Jetzt feiere ich das, was ich sehe, mit Worten.
Das würde sich dann so anhören: Meine Liebe, ich genieße es unglaublich, dass ich noch nie in unserer Ehe eifersüchtig war. Du hast mir noch nie das Gefühl gegeben, dass andere Männer dir wichtig wären.
Und jetzt gehe ich einen Schritt weiter. Jetzt habe ich sie gefeiert, das ist schon gut. Und jetzt legen wir noch einen kleinen Haps drauf. Ich frage mich, warum mich das so begeistert. Das ist der Unterschied vom Theologen zum Liebhaber. Warum ist mir das eigentlich wichtig? Ist mir das überhaupt nur wichtig, mache ich das nur, weil man es halt macht? Oder was resoniert da in meiner Seele, wenn ich meine Frau als eine solche Frau erlebe?
Und deswegen kommt am Schluss ein Satz wie: Deine Treue und deine Anhänglichkeit geben mir Stabilität und Sicherheit, und das ist bei meiner Biografie und meinen Verlustängsten so wertvoll.
Hab vielen Dank. Ich habe hingeschaut, ich habe gesehen, dass sie anderen Männern keine hübschen Augen macht, ich habe Worte gefunden, ich habe sie gefeiert, und ich habe mich gefragt: Warum ist das für mich wirklich so ein Quell der Freude?
So bewundert man eine Frau. Für alle Männer, die das bis jetzt noch nicht wussten: So geht es.
Wenn 16 Mal im Hohelied steht, dass er zu ihr sagt: Du bist schön, dann ist das ja klar, du musst also 16 Mal am Tag ihr sagen: Hey!
Also: hinschauen, Worte finden, den Partner feiern und sich selbst die Frage beantworten: Warum finde ich das toll? Das ist Bewunderung.

Übertragung auf die Anbetung Gottes

Wenn wir jetzt sagen, Anbetung ist die Bewunderung Gottes mit Worten, dann kann ich dieses Prinzip auf Gott übertragen.
Ein Beispiel: Ich könnte sagen, ich schaue hin und stelle in der Bibel fest, dass Gott El Roy genannt wird, der Gott, der mich sieht. Das ist das, was ich sehe. Gott offenbart sich mir in seinem Wort als El Roy, ein Gott, der mich sieht.
Jetzt kann ich Worte finden. Was heißt das, dass Gott mich sieht? Worte, die dazugehören, wären: Gott ist präsent, interessiert, anwesend. Er ist an meiner Seite. Er lässt mich auch in der Wüste nicht im Stich. Das steckt hinter diesem Wort, hinter diesem Begriff El Roy.
Jetzt kann ich das in Bewunderung packen. Jetzt kann ich sagen: Vater im Himmel, du bist ein El Roy, ein Gott, der mich sieht. Ich will dich als den feiern, der mich wahrnimmt, an mir interessiert ist und nicht von meiner Seite weicht.
Und jetzt kommt die Frage: Ist das jetzt nur frommes Blabla, oder warum fasziniert dich das? Dann könnte ich weitermachen und sagen: Deine Präsenz und dein Interesse an mir geben mir Halt und Zuversicht, gerade dann, wenn ich nicht weiß, wie es weitergehen soll. Hab vielen Dank.
Das ist Anbetung, Anbetung Gottes mit Worten. Merkt ihr: gar nicht so kompliziert. Hinschauen, Worte finden, feiern und überlegen, warum mich dieser Aspekt fasziniert.

Echtheit bewahren und Anbetung lernen

Dieser vierte Punkt möchte ich euch wirklich ans Herz legen, ihn nicht wegzulassen. Man braucht ihn nicht, um Anbetung zu formulieren, aber man braucht ihn, damit unsere Anbetung nicht zu bloßem Gerede wird. Er bewahrt uns vor bloßen Gebeten, vor Gebeten, die wir eigentlich nicht ernst meinen, bei denen wir nur irgendetwas über Gott sagen, während innen drin eigentlich keine Begeisterung da ist. Dann ist es nur richtige Theologie.
Um sicherzustellen, dass da wirklich etwas innen drin ist, musst du dir die Frage stellen: Warum fasziniert mich das? Und wenn du merkst, dass dich das eigentlich gar nicht fasziniert, ist das nicht schlimm. Dann musst du schauen: Okay, warum fasziniert mich das eigentlich nicht? Es ist ja ein Lernprozess, dieses Beten.
Gerade dann, wenn wir in der Anbetung mal in eingefahrene Standardwege geraten, also in eine Art Standardanbetung, wenn man nur noch über Gottes Güte, Weisheit und Majestät nachdenkt, dann sollten wir spätestens an diesem Punkt innehalten. Spätestens wenn du über Gottes Zorn und über diese unangenehmen Eigenschaften Gottes beten möchtest, solltest du dir überlegen: Ist das, was ich da sage, eigentlich echt?
Und wenn du Echtheit bewahren möchtest, dann brauchst du diesen vierten Punkt: Was fasziniert mich da eigentlich? Was fasziniert mich an dieser Stelle? Wenn ich über Gottes Zorn, seine Vergeltung, seine Verborgenheit, seine Unveränderlichkeit, seine eifersüchtige Liebe bete, fasziniert mich das wirklich, oder behaupte ich das nur? Und wenn du dir nicht sicher bist, ist der vierte Punkt genau dieses: Was fasziniert mich da eigentlich dran? Warum fasziniert mich dieser Gott? Das ist absolut wichtig.
Und ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ich jetzt so sage: Na ja, am Anfang ist das vielleicht ein bisschen komplexer, aber das wird besser. Man kann das lernen, man muss es einfach üben. Wir sind ja dabei, Anbetung zu lernen. Ihr sitzt ja nicht hier, weil ihr das alle schon könnt, sondern ich möchte euch einfach etwas an die Hand geben.

Abschluss und geistlicher Auftrag

Das war’s für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Thema Anbetung nachzudenken. Was solltest du ändern? Welche Bibelverse könntest du auswendig lernen? Welche Aspekte des Themas müsstest du noch studieren?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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