Serie•Teil 5 / 13Die Offenbarung des Johannes
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Offenbarung 3,1-16
Und dem Boten der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat. Ich weiß um deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und doch tot bist. Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff ist zu sterben. Denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen vor Gott befunden. Denke also daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße. Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
Du hast auch in Sardes einige wenige Namen, die ihre Kleider nicht befleckt haben; und sie werden mit mir in weißen Kleidern wandeln, denn sie sind es wert. Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens auslöschen. Und ich werde seinen Namen vor meinem Vater und vor seinen himmlischen Boten bekennen. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
Die erste Mahnung an eine schlafende Gemeinde
Also, hier ist Sardes die nächste Gemeinde beziehungsweise der Bote der Gemeinde, der angesprochen wird, aber mit dem Boten auch die ganze Gemeinde.
Sardes: Hier stellt sich der Herr Jesus vor als der, der die Geister Gottes hat, die sieben Geister. Die wurden, wie schon erwähnt, in Kapitel 1 genannt, und wir haben damals schon festgestellt, dass die sieben Geister Gottes die Fülle des Geistes Gottes sind, die Fülle des Heiligen Geistes, die Totalität. Und die sieben Sterne, das sind die sieben Boten, die hat er in seiner Hand. Also hier wird es ja um Wachwerden und Beleben gehen. Deshalb wird hier der Geist betont, und dass die Kraft da ist, wird daran betont, dass Herr Jesus die sieben Boten in seiner Hand hat, die sieben Sterne.
Ich weiß um deine Werke, aber wenn man schläft, gibt es nicht viele Werke, und es werden hier gar keine aufgezählt. Ich weiß halt nur: Ich weiß um deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und du bist tot. Also bei den anderen wurden immer Werke aufgezählt, hier nicht. Dass du den Namen hast, der Name kommt hier mehrmals vor in diesem Abschnitt: Du hast den Namen, du lebst, aber du bist tot.
Jetzt ist es aber so: Wenn diese Gemeinde und dieser Leiter oder Bote der Gemeinde hier angesprochen wird, so ist es doch eine Gemeinde. Ich habe schon Auslegungen gehört, die gesagt haben, das richte sich an eine Gemeinde, die gar keine Gemeinde mehr sei, weil sie tot sei. Aber wenn er Gemeinde sagt und wenn er sie so anspricht und sie noch aufruft zu überwinden, dann müssen wir damit rechnen, dass sie noch leben. Und wenn wir dann weiterlesen, merken wir auch, dass sie noch leben. Aber sie sind irgendwie doch tot, sie schlafen nämlich.
Er sagt: Werde wach. Und zu einem Toten kann man nicht sagen: Werde wach. Aber sie sind wie tot. Sie benehmen sich wie ein Toter. Wenn man nämlich schläft, dann benimmt man sich wie ein Toter, man tut gar nichts. Wir haben ähnliche Stellen im Neuen Testament, zum Beispiel in Epheser 5,14: Wache auf, der du schläfst, und steh auf aus den Toten, und Christus wird dir leuchten. Wache auf, der du schläfst, und steh auf aus den Toten. Hier wird es nebeneinander gestellt, oder? Wachen, also der Tod ist hier wie ein Todesschlaf. Und man soll aufgeweckt werden aus dem Todesschlaf, deshalb: Werde ein Wachender.
Oder auch in Römer 13,11: Es ist Zeit, da wir bereits aus dem Schlaf erwacht sein sollten. Und in 1. Timotheus 5,6: Eine solche Witwe ist tot, obwohl sie noch lebt, sagt er dort von einer Witwe. Die ist tot, obwohl sie noch lebt. Also man merkt, es geht hier um einen bildhaften Ausdruck: So gut wie tot. Und die Gemeinde hier oder dieser Bote, der hier angesprochen wird, und mit ihm auch die ganze Gemeinde, ist tot in dem Sinne, dass sie so gut wie tot sind, aber noch nicht wirklich tot.
Deshalb ist hier also der Aufruf da in Vers 2: Werde wach. Ich weiß nicht, wie das bei euch übersetzt ist. Wie heißt es bei euch? Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff ist zu sterben. Das ist gut. Das ist gut übersetzt. Das ist nicht einfach von meinem Gott erfunden. Ja, das ist bei euch gut übersetzt. Also: Werde wach. Es geht um eine geistliche Auferweckung aus dem Todesschlaf, und stärke das Übrige, festige das Übrige, das sich anschickt zu sterben.
Hier haben wir es: Das Übrige, das sich anschickt zu sterben, das im Begriff ist zu sterben. Sie sind noch nicht wirklich ganz abgestorben, sie sind aber im Begriff zu sterben, also sie sind auf dem Wege zu sterben. Aber sie sind noch lebendig, noch ist wirklich Leben da, und das wird hier angesprochen. Denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen erfunden, also die reichen nicht aus. Diese Werke sind ungenügend. Er prüft ja nach den Werken, der Richter prüft ja immer die Werke, oder? Und er sieht sich die Werke an, und da stellt er fest: Das langt nicht.
Jedenfalls denke daran, wovon du empfangen hast, also denke daran, wie du empfangen und gehört hast. Also nicht hier, nicht nur in Kapitel 2 hatten wir: Denke daran, wovon du gefallen bist. Hier sagt er aber: Denke daran, wie du empfangen hast. Wie haben sie empfangen? Nun, empfangen haben sie mit großer Kraft, mit Frische des Heiligen Geistes. Und von dem Herrn Jesus hatten sie Leben empfangen. Jetzt müssen sie bewahren, was sie bekommen hatten. Also denke daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und ändere deine Gesinnung, tue Buße.
Wieder haben wir das Wort: Tue Buße. Ändere deine Gesinnung mit Konsequenz. Wenn du also nicht wachen wirst, wenn du also nicht wachen wirst, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst gar nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. Also wenn sie nicht wachen, dann werden sie schließlich ganz einschlafen oder ganz absterben, und dann wird das Kommen des Herrn Jesus Christus für sie sein wie das Kommen zu Ungläubigen. Dann sind sie wie Nichtchristen, wie ein Dieb, der herkommt wie ein Dieb, das heißt unerwartet. Hier werden sie dann überrascht vom Dieb, weil sie ja nicht bereit sind. Dann werden sie schrecklich überrascht werden.
Du hast auch in Sardes einige wenige Namen. Hier wieder die Namen: Die Namen stehen für die Person, das hatten wir schon gestern. Der Name steht für die Person. Du hast wenige Namen, heißt: Du hast wenige Personen. Und diese Namen sind ihm genau bekannt, er kennt sie, die Namen. Du hast einige wenige Namen, die ihre Kleider nicht verunreinigt haben. Die anderen haben also ihre Kleider verunreinigt.
Das Schlafen bezieht sich also auf eine Verunreinigung. Schlaftrunken geworden sind sie wegen Sünde, offensichtlich. Da kann man wieder etwas davon lernen, dass Sünde geistlich zum Schlafen bringt und schließlich zum Absterben, wenn man auf dem Weg bleibt und nicht mehr umkehrt. Dann wird man schlussendlich dort landen, wo die Nichtchristen sind, wenn man nichts tut, irgendwann.
Also viele hatten dort ihre Kleider befleckt, aber einige wenige haben sich nicht befleckt. Sie werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern. Hier ist das Bild von der Hochzeit: Der Bräutigam holt seine Braut, und sie wird mit weißen Kleidern bekleidet werden. Hier wird jeder einzelne Christ, wenn er abgeholt wird, mit weißen Kleidern bekleidet werden. Das Bild haben wir später dann auch in Offenbarung 19, wo der Bräutigam kommt und die Hochzeit des Lammes gekommen ist und die Braut mit einem kostbaren Kleid bekleidet ist, hat sich breitgemacht.
Und hier auch dieses Bild von den weißen Kleidern. Weiß, weil sie gewaschen sind. Hier steht Weiß für die Reinheit. Es geht also um die Bereitschaft zu den Herren. Über dich kommen, weil sie würdig sind, heißt es hier. Sie werden mit mir wandeln in Weiß, weil sie würdig sind. Würdig, weil sie festgehalten haben an Christus. Sie sind gereinigt.
Der, der überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden. Hier haben wir wieder den Überwinderspruch, und wieder dem Gläubigen wird vor Augen gestellt, was sie bekommen, wenn der Herr wiederkommt: weiße Kleider, also Reinigung. Wenn sie hier ihre Kleider weiß halten, wenn sie hier ihre Kleider nicht besudeln, dann bekommen sie dort noch ein zusätzliches, praktisch ein neues weißes Kleid.
Was heißt das im Realsinn? Wenn man sich hier rein hält, wenn man sich hier nicht befleckt mit der Welt, mit dem Wesen dieser Welt, dann bekommt man dort eine gereinigte Persönlichkeit, einen völlig gereinigten Charakter. Jesus Christus wird sein Heiligungswerk vollenden dort, in dem Moment, wenn er wiederkommen wird. Also Christusähnlichkeit. Und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens.
Hier also wird die Möglichkeit vorausgesetzt, dass man ausgelöscht werden könnte. Aber wer festhält, wer Buße tut, wer das bewahrt, der wird nicht ausgelöscht aus dem Buche des Lebens. In Jesaja heißt es einmal, Jesaja 56,5: Einen ewigen Namen werde ich ihnen geben, der nicht ausgerottet werden soll, für immer. Werden diese also im Buch des Lebens, dann entsteht ein ewiger Name, eine ewige Existenz, ein ewiges freudiges Sein bei dem Herrn.
Das Buch des Lebens ist das Buch derer, die leben. Im Alten Testament ist es das Buch derer, die jüdisch leben, im Neuen Testament hier das Buch derer, die geistlich leben, das Buch des Lebens. Und ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens im Alten Testament heißt sterben, und ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens im Neuen Testament heißt geistlich sterben. Also das wäre dann wirklich der letzte Schritt zum Tod hin. Sie waren auf dem Weg zum Tode, und wenn sie nicht Buße tun und weitermachen, dann werden sie geistlich wirklich absterben.
Wer überwindet, wird also nicht ausgelöscht werden, wird ewig dort sein. Ich habe mir hier notiert: Wenn du Christ bist, die einzige Bedingung, dass du auch während des Erdenlebens im Buch des Lebens eingetragen bleibst, ist die, die sonst auch im Neuen Testament als einzige Bedingung angegeben wird, nämlich im Glauben bleiben. Es geht um den Glauben, im Glauben bleiben. Der Glaube ist der Schlüssel, wie man hineinkommt ins Buch des Lebens. Der Glaube ist der Schlüssel, wie man drinnen bleibt im Buch des Lebens. Man führt ein Glaubensleben, und das wirkt sich aus. Das Glaubensleben zeigt sich.
Ja, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Dort in Sardes hatten sie vielleicht keinen besonderen Namen und wurden vielleicht verachtet, aber bei Gott werden sie Männer von Namen und Frauen von Namen sein, also berühmte Namen. Wie man das öfter liest im Alten Testament: Männer von Namen, das heißt, das waren die Angesehenen, namhafte Leute, sagen wir ja auch.
Der, der ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Ich denke, das ist recht einfach hier, da müssen wir hier nicht viel erklären. Es ist ja recht einfach und recht klar zu verstehen, hier dieser Text. Der zweite ist ein bisschen das Nächste, also die nächste Botschaft an die nächste Gemeinde ist schon ein bisschen schwieriger, da braucht es ein bisschen mehr Erklärung. Wir lesen Vers 7: Dem Boten der Gemeinde in Philadelphia schreibe. Philadelphia heißt übrigens Bruderliebe. Gemeinde Bruderliebe. Hier ist die Stadt, aber die heißt so. Die Stadt heißt Philadelphia. Wurde nicht von Christen gegründet, sondern einfach so.
Die offene Tür und die kleine Kraft
Philadelphia schreibt: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand schließt, und schließt, und niemand öffnet.
Ich weiß um deine Werke. Siehe, vor dir habe ich eine geöffnete Tür gegeben, und niemand vermag sie zu schließen. Weil du eine kleine Kraft hast und mein Wort bewahrtest und meinen Namen nicht verleugnest.
Also hier die nächste Gemeinde in Philadelphia. Was man hier wissen sollte, vielleicht als Hintergrundwissen: Philadelphia war im Jahr 17 nach Christus von einem Erdbeben zerstört worden. Es gab immer wieder Beben und Nachbeben. Die Leute lebten dort mit dem Wissen, dass jederzeit ein Erdbeben kommen könnte.
Ich erinnere mich, als ich mit meiner Frau in Kalifornien war, da war das auch so. Sie ging in einen Englischkurs, und das Erste, was sie gesagt hat, war, wie man sich bei einem Erdbeben verhält. Das war das erste Wort im Kurs. Die Leute leben dort mit der Angst im Nacken, es wird einmal ein großes Erdbeben geben. Das gab es ja schon, etwa in San Francisco. Jedenfalls hier in Philadelphia auch. Und diese Leute wussten, was es heißt, in Angst und Unsicherheit zu leben.
Und da, in dieser Gemeinde, stellt sich der Herr Jesus vor als der, der den Schlüssel hat. Schlüssel hat ja auch etwas mit Sicherheit zu tun. Der Heilige und Wahrhaftige, also heilig und wahrhaftig, das gehört zusammen. Heilig heißt: Sein abgesondert von den Bösen. Wahrhaftig heißt: treu, echt und wahr in jeder Hinsicht. Dieser Heilige und Wahre hat den Schlüssel Davids.
Nun, um zu verstehen, was der Schlüssel Davids ist, muss man das Alte Testament heranziehen. Im Alten Testament gibt es eine Stelle, da wird der Schlüssel Davids als der Schlüssel des Königshauses beschrieben, des Palastes. Da gab es einen Mann, der über den Palast stand. In Jesaja 22 kommt das vor. Das ist der Palastvorsteher Schebna. Und da gibt es auch das Schatzhaus in dem Palast, und da braucht es einen Schlüssel. Nur einer hat den Schlüssel. Es gab nur einen Schlüssel, und den hat nur einer. Den verwaltet ein Mann, das ist dort der Palastvorsteher oder auch der Schatzmeister.
Und dieser Mann, dieser Schlüsselmann, hat die Autorität, die königliche Autorität zur Verwaltung des Königshauses. Er hat diese Schlüsselgewalt. Wenn er öffnet, dann ist es offen. Wenn er schließt, ist es geschlossen. Und es heißt in Jesaja 22,22: Ich lege den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter; öffnet er, so darf niemand schließen, und schließt er, so darf niemand öffnen.
Also von daher wird dieser Ausdruck, der Schlüssel Davids, genommen. Jesaja 22, das Königshaus Davids: Wer diesen Schlüssel zum Königshaus Davids hat, der bestimmt, wer hineingehen darf und wer nicht.
Jetzt sagt Jesus: Er ist der König, und er hat den Schlüssel zum Königshaus. Und er hat vor den Philadelphia-Christen eine geöffnete Tür gegeben. Das Königshaus, wohin diese Christen hingehen möchten oder sollen oder werden, das ist das himmlische Königshaus. Das ist gemeint. Vor dir habe ich eine Tür geöffnet, denn ich habe den Himmel vor dir aufgeschlossen. Der Himmel ist offen für dich. Vor dir habe ich eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen.
Das ist hier also eine große Verheißung, die hier gegeben wird. Du darfst eintreten. Der Himmel ist durch Jesus Christus aufgeschlossen worden, und er ist jetzt offen. Er bestimmt, wer eintreten darf. Und er sagte dann auch: Der, der überwindet, der wird dann ein Pfeiler im Tempel Gottes sein. Also der Tempel Gottes ist im Himmel, und der hat den Schlüssel. Und der ist sozusagen offen, der ist aufgesperrt, da kann man jetzt hinkommen.
Vor dir habe ich also eine geöffnete Tür gegeben. Aber eines Tages gibt es natürlich, dass die Tür geschlossen wird. Sie ist dann einmal zu, und dann kann niemand mehr eintreten. Es ist dann zu spät, sozusagen. Dann steht man draußen und klopft an, und es geht nichts mehr. Das ist hier gemeint.
Also warum ist die Tür offen? Ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, weil du eine kleine Kraft hast. Eine kleine Kraft: Die Gläubigen in Philadelphia haben nur eine kleine Kraft. Aber darauf kommt es nicht an, wie groß die Kraft ist, sondern es kommt darauf an, dass man sich an Jesus Christus klammert, dass man sich an den Heiligen und Wahrhaftigen hält, der den Schlüssel Davids hat. Der hat die große Kraft.
Weil du also eine kleine Kraft hast und mein Wort bewahrtest und meinen Namen nicht verleugnetest. Also hier werden sie gelobt, diese Gemeinde. Sie wird nicht getadelt, gar kein Tadel.
Siehe, ich gebe aus der Synagoge des Satans die, die von sich selbst sagen, sie seien Juden, und sie sind es nicht. Die Synagoge des Satans, wir haben das schon erwähnt, in Kapitel 2, Vers 9 kamen sie auch vor. Das waren die damaligen Juden. Übrigens, das ist für mich ein Indiz dafür, dass das Buch der Offenbarung doch vor der Zerstörung Jerusalems geschrieben wurde. Denn das Judentum war zwar vor der Zerstörung Jerusalems eine starke Macht, sehr stark. Nach der Zerstörung Jerusalems war die Macht des Judentums irgendwie gebrochen.
Ich habe gesagt, man weiß nicht, wann das Buch der Offenbarung geschrieben wurde. Wurde es erst am Ende des ersten Jahrhunderts geschrieben, oder wurde es schon in den Sechzigerjahren geschrieben? Ich vermute, dass es eher zutrifft, dass es in den früheren, also in den Sechzigerjahren, geschrieben wurde. Weil es noch Juden waren, die hier noch sehr stark waren, die sich sehr stark gemacht haben, die noch immer geprotzt haben mit ihrem Tempel und mit ihren Gottesdiensten usw. Und auch in Asien gab es Juden, auch in Philadelphia gab es Juden, und ihre Synagoge ist eine Satanssynagoge, sagt der Herr Jesus, weil sie den Herrn Jesus abgelehnt haben. Auf diese Weise hat sie dem Widersacher in die Hand gespielt. Das ist ihre Synagoge, Synagoge des Satans.
Sie sagen, sie seien Juden, und sie sind es nicht. Sie sind zwar äußerlich Juden, ja, aber in Wirklichkeit sind sie keine echten Juden. Denn echte Juden sind nur solche Juden, die den Herrn Jesus Christus als Messias angenommen haben. Die gelten als echte Juden. Sie lügen. Mit ihrer Behauptung, sie seien Juden, sie seien Gottes Volk, lügen sie natürlich nicht bewusst, aber mit ihrer Behauptung lügen sie. Sie sagen nicht die Wahrheit, es ist eine Falschaussage, wenn sie sagen, sie sind Gottes Volk.
Siehe, ich werde veranlassen, dass sie kommen und huldigen vor deinen Füßen und zur Kenntnis nehmen, dass ich dich liebe. Eines Tages werden sie da liegen, und dann werden sie zugeben, dass diese Christen, von denen sie behaupteten, Gott hasse sie, dass diese die Geliebten sind. Das ist das geliebte Volk und nicht das fleischliche Judentum.
Die Bewahrung in der kommenden Prüfung
Und dann Vers 10: Weil du das Wort von meiner Geduld bewahrt hast, werde ich auch dich bewahren vor der Stunde der Prüfung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu prüfen, die auf der Erde wohnen.
Das ist jetzt einer der schwierigeren Verse, über den sich auch die Theologen ein wenig streiten und nicht ganz einig sind. Was ist das für eine Stunde der Prüfung, die kommen wird? Sie wird über den ganzen Erdkreis kommen.
Übrigens: Wenn hier bei Ihnen oder bei euch statt Prüfung das Wort Versuchung steht, dann kann dieses Wort tatsächlich auch so übersetzt werden. Die Stunde der Versuchung, ich glaube, in Elberfelder heißt es Stunde der Versuchung, oder? Im Luther auch? Das Wort kann beides heißen, entweder Prüfung oder Versuchung. Da muss der Zusammenhang helfen.
Aber es spricht vieles dafür, dass hier Prüfung gemeint ist und nicht Versuchung. Letztlich ist jede Versuchung eine Prüfung, klar, oder jede Prüfung vielleicht auch eine Versuchung, das weiß ich nicht. Aber es ist besser, hier mit Prüfung zu übersetzen, weil es hier nicht darum geht, dass man zur Sünde verführt werden sollte. Versuchung verbinden wir oft mit einer Versuchung zur Sünde, das ist aber nicht gemeint.
Es wird hier versucht, jemandem zu schaden. In diesem Sinn eine Versuchung, aber das nennen wir eigentlich eine Prüfung. Es soll sich herausstellen, wer wirklich treu ist, oder es soll sich zeigen, wie diese Menschen sind. Vielleicht ist es auch eine Gerichtsprüfung, also das heißt, es wird hier auf Herz und Nieren geprüft, ob der Mensch bestehen kann. Auch das könnte gemeint sein.
Da tappt man ein bisschen im Dunkeln, weil man nicht genau weiß, welche Prüfung das ist. Niemand kann sagen: Genau das und das ist es, weil der Text nichts dazu sagt. Wir können ja nur vermuten, worum es geht. Aber auch da müssen wir wieder an den Zusammenhang denken.
Philadelphia, das waren also Leute, die im ersten Jahrhundert lebten. Und es sollte zu jener Zeit eine ganz große Prüfung über das Weltreich kommen, das heißt über das damals bekannte Weltreich. Was könnte das gewesen sein?
Es könnte einerseits ein großer Krieg sein, der bevorstand. Zum Beispiel wurde die Offenbarung offenbar auch im Jahr 68 geschrieben. Dann stand tatsächlich ein riesengroßer Krieg bevor, nämlich der jüdisch-römische Krieg. Und der hat nicht nur Judäa und Jerusalem betroffen, sondern alle Juden im ganzen Römischen Reich. Das wäre eine Möglichkeit, dass das gemeint ist. Ich weiß es nicht.
Die andere Möglichkeit ist, dass eine große Christenverfolgung gemeint ist. Aber es steht hier eine Prüfung, die über die ganze Welt, über das ganze Weltreich, über den Erdkreis kommen wird, um die zu prüfen, die auf der Erde wohnen. Also alle Menschen werden hier geprüft.
Die dritte Möglichkeit wäre, dass es ein Hinweis ist auf die große Prüfung, die eines Tages kommen wird, wenn der Herr Jesus kommt. Da kommt die ganz große Prüfung, oder? Da wird jeder Mensch geprüft. Die Stunde der Prüfung wäre dann die Stunde des Gerichts. In Kapitel 14 ist davon die Rede, dass die Stunde des Gerichts gekommen ist. Hier: Ich komme schnell. Und dass er sie davor bewahrt, oder in dieser Stunde, so dass sie da bestehen können. Die Christen werden bestehen können. Die, die das Wort bewahren, die werden dort bewahrt werden. Das könnte auch gemeint sein.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was er meint. Es gibt Christen, die meinen, hier sei die Entrückung gemeint. Aber von der Entrückung spricht der ganze Text überhaupt nicht. Die Entrückung ist ein Teil, wenn der Herr Jesus wiederkommt. Dann werden die Gläubigen einfach zu ihm geholt. Da sollte man nicht zu viel in den Text hineinlesen.
Also bleiben wir beim Text selbst. Und der Text selbst sagt einfach, dass die, die treu sind, die das Wort bewahrt haben, bewahrt werden vor der Stunde der Prüfung. Das heißt so, dass diese Prüfungsstunde sie nicht betreffen wird, dass sie nicht darunter kommen, dass sie dann als würdig erachtet werden.
Also, wir wollen das offenlassen, welche Prüfung hier gemeint ist. Entweder eine damalige Prüfung, die über das ganze Römische Reich kam, das könnte ein Krieg gewesen sein, oder die Prüfung, wenn der Herr Jesus kommt. Und weil er sagt: Ich komme bald, und ich komme schnell, war das insofern auch für Philadelphia wichtig. Sie sollten sich auch bereit machen für diese Zeit. Wenn der Herr kommt, dann ist er zu jener Zeit zwar noch nicht gekommen, aber das ist, weil er noch geduldig ist und noch möchte, dass viele Menschen gerettet werden.
Aber er sagt: Siehe, ich komme bald, oder ich komme schnell, mit Schnelligkeit, schnell in der Zeit und schnell in der Handlung.
Festhalten bis zur Krone
Ja, halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme. Halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme. Das ist der Lohn, ja, die Krone ist der Lohn. Und die Krone haben wir im ersten Sendschreiben gesehen, wo ich ja die Krone des Lebens geben werde. Die Krone ist, was nicht, nein, die zweite, in der zweiten Botschaft, Vers 10, die Krone des Lebens. Die Krone ist das Leben, das ewige Leben.
Und jetzt sollen sie festhalten, was sie haben, damit sie nicht ohne Lohn dastehen. Und das würde heißen: ohne ewiges Leben. Damit, wenn ihnen die Krone genommen wird, also dieser Lohn, dann haben sie kein Leben, die Krone des Lebens. Sie sollen also selber etwas beitragen, nämlich das Wort des Ausharrens sollen sie bewahren. Dann wird der Herr sie bewahren. Weil du das Wort vom Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren.
Bewahren geschieht also auch mit Mitarbeit des Christen. Der Christ selber bewahrt sich dadurch, dass er sich an Jesus klammert und an das Wort. Klammern, bei ihm verharrt, auch wenn es schwierig wird, so bewahrt er sich. Das ist also nicht eine Automatik hier. Halte fest, was du hast. Was hast du? Christus, das Leben, die offene Tür, das Wort Gottes, das Ausharren. Halte fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme. Bist du einverstanden, Benaiah? Bist du einverstanden?
Dann der Überwinderspruch, Vers 12: Der, der überwindet, den werde ich zu einem Pfeiler im Tempelheiligtum meines Gottes machen. Und er wird nicht mehr hinausgehen. Das war für diese Leute von Philadelphia ein großer Trost. Sie waren immer in den Häusern, jeden Moment bereit, aus den Häusern rauszulaufen, wenn das Erdbeben kommt. Und dort bist du dann in einem Tempel, da wirst du nie mehr hinauslaufen müssen und auch nie mehr hinausgehen. Da bist du sicher, gegen Sicherheit hier. Also hier werden sie feste Pfeiler sein, feste, sichere Pfeiler im Tempelheiligtum Gottes. Die, die überwinden, wird er zu solchen Pfeilern machen, und die werden nicht mehr hinausgehen.
Und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, die aus dem Himmel von meinem Gott niederfährt. Also der Pfeiler, die Säule im Tempel, war sehr, sehr wichtig. Es gab ja zwei ganz große Säulen im jüdischen Tempel. Das sind die tragenden Säulen gewesen. Sie hatten sogar Namen. Die waren so berühmt, dass jede einen Namen hatte. Die eine hieß Boas und die andere hieß Jachin. Boas heißt: In ihm ist Kraft. Und Jachin heißt: Er wird festmachen, er macht fest, er stärkt. Das ist genau das, was er hier sagt. Feste Zeile werden sie machen. In ihm ist Kraft, nicht in uns. Boas und Jachin, er wird befestigen. 1. Könige 7,2 steht da.
Also die Überwinder werden in diesem neuen geistlichen Tempel bleiben, da wird ewige Sicherheit sein. Er ist der, der zuschließt. Da wird niemand mehr hinausgehen. Der Herr wird seinen Schlüssel nehmen und zuschließen. Sie sind in Sicherheit. Und sie bekommen den Namen auf die Stirn. Ich werde auf ihm schreiben den Namen meines Gottes auf die Stirn. Das steht in Kapitel 14, dann später, dass der Name auf die Stirn aufgeschrieben wird. Hier steht einfach nur: Ich werde auf ihm den Namen schreiben. Gott wird also diese seine Leute kennzeichnen. Die gehören mir, das sind meine Leute.
Das Tier wird auch seine Leute kennzeichnen, die werden gestempelt, die gehören ihm, dem Tier. Diese zwei Bereiche: Die einen sind gestempelt oder sind vom Tier gestempelt, und die anderen sind von Gott beschrieben. Also der Name spricht hier von der Zugehörigkeit. Sie gehören zu Gott, sie tragen den Namen Gottes auf der Stirn, sie sind sein Eigentum, und er ist der, der ihr Denken füllt. Deshalb kommt der Name auf die Stirn drauf. Sie sind göttlicher Natur, sie gehören ihm.
Und den Namen der Stadt wird er auch draufschreiben, wiederum Zugehörigkeit. Die Residenzstadt, das neue Jerusalem, die Residenzstadt der ewigen Schöpfung Gottes, der ewigen neuen Schöpfung Gottes, bekommen die Gläubigen dann auch auf ihre Stirn geschrieben. Sie sind jetzt Bürger dieser Stadt, sie müssen dort auch aus der Stadt nicht mehr hinauslaufen. Und meinen Namen, den neuen Namen. Man fragt sich: Wie ist denn der neue Name von dem Herrn Jesus? Der Name wird mal vorgestellt. In Kapitel 19 wird sein Name genannt. Und der neue Name deshalb, weil er in einem neuen Charakter auftritt, wie er bisher nicht aufgetreten ist. Der Name steht für das Wesen, und der Name heißt, Kapitel 19, Vers 16: „auf seinem Gewand und auf seinem Schenkel den geschriebenen Namen: König der Könige und Herr der Herren.“ Das ist das neue Wesen, in dem er auftritt, als der König aller Könige und Herr aller Herren. Die Gläubigen bekommen den Namen auch beschrieben, sind sie also das Eigentum dieses Königs.
Auch schon in Vers 12: Seine Augen sind wie eine Feuerflamme, auf seinem Haupt viele Kronen, und einen geschriebenen Namen trägt er, den keiner weiß als nur er selbst, weil er bis jetzt nur er selbst in sich das war, aber jetzt wird es offenbar, oder? Dieser Name. Sein Name heißt das Wort Gottes, das Wort Gottes. Das ist, er ist das, was er sagt, das Wort Gottes. Aber dann heißt dieser Name: Er heißt König der Könige, Herr der Herren.
Ja, wer ein Ohr hat, der höre. Interessant, hier steht nicht: Wer ein Auge hat, der sehe, sondern: Wer ein Ohr hat, der höre. Gott, ja, das ist schön, das tut gut, oder? Besseres als Sie. Wer ein Ohr hat, Gott erreicht das Herz des Menschen über das Ohr. Und er spricht das Denken an, das Herz ist das Denken. Und das Mittel ist das Wort, nicht das Bild. Wenn du Gottes Sprechen hören willst, musst du Gottes Wort hören. Gottes Wort ist schon auch mitgeteilt, das ist hier mitgeteilt, ja, und das ist niedergeschrieben. Dann hören wir Gott sprechen.
Ja, das ist jetzt Philadelphia gewesen. Sind dazu Fragen zu Philadelphia? Wenn Schlafnüsse sind auch dann dabei. Da sind natürlich dann alle dabei, wenn er wiederkommt. Sobald er kommt, werden alle, die schon gestorben sind, natürlich auch dabei sein. Das ist klar, das wird hier nicht beschrieben, aber in Kapitel 20 wird das dann beschrieben. Da kommt er dann noch hin, was mit den Toten geschieht. Aber hier sind die Lebenden angesprochen, und ihnen sagt er, sie sollen festhalten und sollen ausharren. Er kommt bald, und die Stunde der Prüfung kommt bald.
Die dritte, da haben wir noch Zeit, das kann man noch schaffen, die dritte: Laodizea. An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Da sagt der Amen, der Amen. Amen heißt: Ja, jawohl, so ist es, und so sei es, und so wird es sein, und so bleibt es. Amen. Er ist der, der sagt: So ist es. Der Treue. Es wird jetzt erklärt: der treue und wahrhaftige Zeuge, der Amen. Das ist eben der treue und wahrhaftige Zeuge, der sagt: So ist es. Und er selber bezeugt die Wahrheit, und er bezeugt sie treu, und er bezeugt sie wahr. Es ist die Wahrheit, es ist nicht etwas Falsches, was er bezeugt.
Er ist der treue und wahrhaftige Zeuge. Und Antipas war auch ein treuer Zeuge in der dritten Botschaft bei Pergamos, das war auch ein treuer Zeuge bis zum Tode. Und so war der Herr Jesus ein treuer Zeuge bis zum Tode. Und der Anfang der Schöpfung Gottes. Hier die Schöpfung, möglicherweise, hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es heißt der Anfang der neuen Schöpfung Gottes, das Neue, das er schafft, oder es wird ein Rückbezug auf die erste Schöpfung überhaupt. Erst der Anfang, Anfang im Sinne von Ursprung, nicht erstes Schöpfungswerk. Die Zeugen Jehovas haben das missverstanden. Der Anfang der Schöpfung heißt der, der am Anfang der Schöpfung steht. Nicht der Erste, der geschaffen wurde, denn der Herr Jesus Christus wurde nie geschaffen. Oder es bedeutet erst der Anfang der neuen Schöpfung, denn Gott wird ja eine neue Schöpfung machen, und durch die Auferstehung ist er der Erste dieser neuen Schöpfung.
Laodizea, vielleicht soll man noch etwas dazu sagen, liegt an der Kreuzung von ganz wichtigen Handelsstraßen, bis in Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung. Wollindustrie, also Kleider aus guter Wolle wurden hergestellt. Eine medizinische Schule für Augenheilkunde gab es dort. Augensalben wurden dort hergestellt. Ein wichtiges Bankzentrum, Geldwechsel, natürlich in einer Handelsstadt sowieso wichtig. Aber wir hatten einen Mangel in Laodizea: Sie hatten kein gutes Wasser. Das Wasser war ein Problem. Aber in der Nähe, 160 m auf einer hohen Felsenterrasse, gab es eine Thermalquelle. Heißes Wasser ist dort hervorgeströmt, und dieses heiße Wasser hat man dann in Kanälen heruntergeleitet in die Stadt. Aber als es in der Stadt angekommen ist, war das Wasser lauwarm, nicht mehr heiß, lauwarm. Und man trinkt ja nicht gerne lauwarmes Wasser, besonders im Sommer nicht. Das schmeckt auch nicht gut, hat sich dann auch mit dem Schmutz vermischt und so weiter.
Und der Herr Jesus geht auf diese Gegebenheiten ein in Laodizea, wenn er hier zu dieser Gemeinde spricht. Er spricht wiederum zur Wiedergeborenen. Er nennt die Gemeinde, er spricht nicht zu einem Mischvolk von Christen und Nichtchristen. Das ist nicht, wie manche Leute heute auslegen dieses Schreiben oder diese Botschaft. Nein, es geht um wiedergeborene Christen. Dass sie wiedergeboren sind, wird bestätigt darin, dass es sagt: Ich züchtige die, die ich lieb habe. Also züchtigen tut man nur die eigenen Kinder, die fremden Kinder tut man nicht züchtigen. Die eigenen Kinder, die man liebt, die züchtigt man. Und das bestätigt, dass die laodizeische Gemeinde wirklich eine Gemeinschaft ist, also eine Gemeinschaft von Christen, eine Gruppe von Christen.
Dieses sagt der treue Zeuge, das muss den Laodizeern hier offensichtlich betont werden, denn einige von ihnen waren nicht so treu. Er war aber treu, und er bleibt auch treu. Ich weiß um deine Werke, Vers 15, ich weiß um deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Dass du doch kalt oder heiß wärst! Also hier haben wir es mit dem Wasser. Das Problem: Kaltes Wasser ist gut, wunderbar, erfrischend, herrlich. Heißes Wasser ist auch gut, wenn es aus der Thermalquelle kommt. Man hat heißes Wasser als Tee, einfach heißes Wasser getrunken, wie wir Tee trinken. Heißes Thermalwasser, sehr köstlich, erfrischend und gut und für die Gesundheit, also einfach gesund. Aber ein lauwarmes Wasser, das ist ekelhaft im Geschmack.
Mir ging es mal so. Ich war so durstig, und da stand eine Mineralflasche, und ich dachte: Jetzt kommt gutes Wasser in meinen Mund. Und ich war so überrascht, als so lauwarmer Brüder war ich fast wieder auszuspucken. Das ist hier gemeint, es geht um Geschmack. Der Herr Jesus sagt: Du bist kein guter Geschmack. Wärst du doch kalt, frisch! Wärst du heiß, wunderbar, Tee, ja. Aber weil du lau bist, lauwarm, werde ich dich aus meinem Munde speien oder spucken. Also kein guter Geschmack. Ekelhaft. Und das sagte Herr Jesus hier zu der Gemeinde und zu diesem Vorsteher oder Leiter der Gemeinde in Laodizea.
Vers 16: So wie es jetzt ist, weil du lau bist und weder kalt noch warm, bin ich daran, dich aus meinem Munde zu speien. Also, er möchte eigentlich auch gern etwas haben von seiner Gemeinde. Er hat ja auch gerne Freude an seinen Gläubigen. Er hat auch gern einen Genuss, nicht nur, dass wir einen Genuss an ihm haben, sondern er möchte auch einen Genuss an uns haben. Das wird hier dieser Gemeinde gezeigt. Aber weil du sagst: Ich bin reich, und ich bin reich geworden, und bedarf nichts, und nicht weißt, dass du der Elende bist und erbärmlich und arm und blind und bloß, weil du hier diese Das Problem der Gemeinde hier, die vorfindet, ist Selbstgenügsamkeit. Sie glauben eigentlich eine Lüge über sich selbst. Ja, wir sind reich, wir sind reich, wir haben ja alles.
Und sie haben sicher sehr fromm geredet: Ja, wir haben in Christus haben wir alles. Ja, in Wirklichkeit hatten sie aber nichts, was ihr Leben beweist. Also geistlich waren sie sehr arm. Was das geistliche praktische Leben betrifft: elend, erbärmlich, blind und bloß. Geistlich arm, geistlich blind und bloß, haben nicht erkannt, wo sie stehen. Nackt, was praktische Gerechtigkeit betrifft. Die Kleider übrigens in der Bibel: Kleider stehen immer für Gerechtigkeit in der Bildersprache. Und hier, die anderen bekommen ein schönes Kleid, ein weißes Kleid. Und hier, die haben, die sind ohne Kleider. Ohne Kleider, also ohne praktische Gerechtigkeit, das fehlt. Das heißt, das Leben, das praktische Christenleben, da hat viel zu wünschen übrig gelassen. Das ist gemeint hier. Und geistlich stolz und selbstzufrieden.
Jetzt, was rät der Herr? Er sagte: Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist. Also kaufen soll man Gold einkaufen. Herr Jesus spricht ja auch in Bildersprache. Was er hier sagt, ist nicht eins zu eins zu nehmen. Wie soll man sich Gold kaufen? Man braucht ja viel Geld, um sich Gold zu kaufen. Aber was meint er? Sie sollen zu Jesus kommen und bei ihm sich bereichern, denn der hat großen Reichtum, und er gibt das Gold ganz günstig her. Man braucht nur kommen und bitten. „Kauf es umsonst“ heißt es bei Jesaja 55,1. Aber wie, was heißt kaufen? Es kostet dich viel, es kostet dich alles, es kostet dich dein ganzes Leben. Gib mir dein Leben, oder? Kauf umsonst, ja, du kriegst alles umsonst, aber es kostet dich alles, es kostet dich dein ganzes Leben, deinen eigenen Willen, deinen Stolz, kostet. Nur so kannst du kaufen.
Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, also ein ganz sauberes, reines Gold, damit du reich bleibst, und weiße Kleider kaufen. Weiße Kleider, das heißt praktische Gerechtigkeit, die Schönheit, die Reinheit des Charakters, den kann man sich kaufen. Wie kauft man sich den? Indem man zu Jesus kommt. Wie, dann kriegst du ganz günstig. Das heißt, wir dürfen von Jesus Christus verändern lassen im Charakter, damit du bekleidet seist und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde. Und salbe deine Augen mit Augensalbe. Die Augensalbe, die gab es dort in Laodizea zu kaufen. Und hier sagt er: Kauf bei mir, dann nimm sie von mir, die Augensalbe. Lass dir die Augen öffnen, heißt er. Lass dir geistlich die Augen aufgetan werden, damit du siehst deine Sündhaftigkeit, dann bring das zum Kreuz, bring die Sache in Ordnung, werde mal realistisch über dich, und dann stell dich dem Ganzen, und dann mache ich dich jetzt schön und gebe dir gut scharfe Augen, dass du einen guten Blick hast zu mir und auf mich schauen kannst. Hier spricht der Herr also sehr ernst.
Der Ruf zur Umkehr und die Tür zur Gemeinschaft
Vers 19: Und ich, so viele ich lieb habe, strafe und züchtige ich.
Er sagt dir: Schau, was ich hier sage, das ist nicht einfach, um dich zu ärgern, sondern um dir zu helfen. Ich liebe dich. Hier ist das Wort gern haben, so viele ich gern habe. Das ist die Bruderliebe, die Zuneigungsliebe. Es gibt ja zwei Wörter: die Agape, das ist das normale Wort für Liebe, Liebe im Sinne von Hingabe, selbstloser Liebe. Und hier das Wort für Zuneigung, die ich zu jemandem habe. Die strafe und züchtige ich.
Sei also eifrig und tue Buße. Immer wieder dieser Bußruf: tue Buße, kehre um, denke um und lass dich verändern. Und denk daran, was es ihn gekostet hat, damit du jetzt kostenlos kaufen kannst.
Wann wird die klare Sicht wieder da sein? In 2. Petrus, nur als Parallelstelle, darf ich hier lesen: 2. Petrus 1,8. Wenn diese Dinge bei euch sind, dann werdet ihr nicht untätig sein, noch unfruchtbar im Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Denn der, bei dem diese Dinge nicht gegenwärtig sind, der ist blind und kurzsichtig. Die Reinigung von den vorigen Sünden hat er in Vergessenheit geraten lassen. Kurzsichtig ist er über das, wovon der Herr ihn gereinigt hat.
Aber jetzt also kauft ihr Augensalbe. Die, die ich liebe, die strafe und erziehe ich, oder züchtige ich. Das Wort heißt erziehen. Züchtigen heißt erziehen. Züchtigung besteht aus Tat und Wort. Das Kind muss erzogen werden, im Wort und in der Tat. Also immer wieder mit dem Wort erklärt, aber dann muss es auch manchmal etwas setzen, damit das Kind weiß: Aha, es hat Konsequenzen, wenn ich nicht gehorsam bin.
Sei also eifrig und tue Buße, ändere deine Gesinnung.
Siehe, ich habe mich vor die Tür gestellt.
Vers 20: Siehe, ich habe mich vor die Tür gestellt und klopfe an. Jetzt ist also er derjenige, der draußen steht und anklopft, und zwar hier am persönlichen Menschen. Wenn jemand meine Stimme hören wird. Jesus steht draußen. Ausgesperrt hat ihn die Gemeinde im praktischen Sinne. Das heißt, sie leben so, als ob er gar nicht da wäre. Es geht alles ganz normal weiter, es gibt Gottesdienst, und alles ist wunderbar. Aber was das wirkliche praktische Leben betrifft, steht Jesus Christus draußen. Sie genügen sich selbst, jeder ist zufrieden mit sich selbst.
Und jetzt stellt er sich an die persönliche Herzenstür jedes einzelnen Christen und klopft an. Er, der der Anfang ist, der Schöpfer von Gott ist, stellt sich hin und klopft an. Er will sich nicht aufdrängen. Er klopft an. Wie klopft er an? Mit einer Stimme. Wenn jemand meine Stimme hören wird, er klopft, er ruft. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür öffnet, werde ich zu ihm hineingehen.
Dieser Vers wird oft falsch verwendet, und man hört ihn immer und immer wieder in der Evangelisation. Immer wieder dieser Vers: Jesus steht vor der Tür und klopft an, und lass ihn ein. Das darf man ruhig so verwenden, aber in dem Zusammenhang hier geht es um die Christen, bitte. Die sind schon Christen, sie sind alle Gemeinde Jesu, und sie sind seine Kinder, die er liebt, die er gern hat und die er züchtigt. Und da steht er im praktischen Sinne draußen. Das heißt, im praktischen Christenleben ist Christus ausgesperrt. Und da klopft er an und möchte Einlass. Und es ist ihm ein großes Anliegen.
Der, der die Schlüssel Davids hat, der eigentlich alle Schlüssel in der Hand hätte, er klopft an. Weil er sich nicht angenommen fühlt. Er ist draußen, er fühlt sich nicht angenommen, und er will sich jetzt nicht aufdrängen. Er will jetzt nicht einbrechen, ja, oder mit Gewalt. Er klopft an, er bittet um Einlass, er zwingt nicht. Diese Liebe will ja Gegenliebe. Er liebt uns, und er möchte Gegenliebe. Und Gegenliebe kann man sich nicht bezwingen, das weiß er. Deshalb klopft er an bei dem Christen, beim einzelnen Christen, dass die Liebe wieder frisch wird, damit er wieder einen guten Geschmack hat, damit dieser Christ für ihn wie frisches Wasser ist oder wie ein heißer Tee, nicht wie lauwarmes Wasser, das man ausspucken muss.
Der Herr möchte auch einen Genuss haben an seinen Gläubigen. Dass die Gläubigen einen Genuss haben wollen, der Herr bereitet ihnen einen Genuss, ein verborgenes Manna usw. Aber hier ist es so, dass der Herr auch einen Genuss haben möchte an den Seinen. Er möchte sich auch freuen an Gemeinschaft mit ihnen. Deshalb klopft er an die Tür, aber er drängt nicht. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich zu ihm hineingehen und mit ihm Mahl halten und er mit mir. Zu ihm, mit ihm und er mit mir – das ist echte Gemeinschaft, die man hier genießt.
Das Ziel Gottes mit dem Menschen ist Gemeinschaft, fröhliche Gemeinschaft, von tiefer Freude erfüllte Gemeinschaft, eine Gemeinschaft der Liebe. Nach dieser sehnt er sich, er wartet auch auf diese Gemeinschaft. Und wenn hier selbstgenügsame Christen sind, jeder denkt: Ich habe ja alles, und man lebt doch sein eigenes Leben wirklich, dann ist es für den Herrn wie lauwarmes Wasser, keine Erquickung.
Und dann kommt der Überwinderspruch, wie die Verheißung:
Vers 21: Der, der überwindet, ihm werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
Der ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt.
Das eine ist Genuss: Der Herr möchte den Seinen genießen. Und das zweite ist Mitregierung: Der Herr möchte die Seinen mit ihm regieren lassen. Das sehen wir dann am Ende der Offenbarung auch noch einmal, wo die Gläubigen mit ihm regieren werden, und zwar alle Gläubigen, allerseits. Nicht wie ich schon gehört habe: die Gemeinde zwischen Pfingsten und Entrückung, die wird mitregieren, und die anderen, die sind da irgendwo draußen im Vorzimmer und sitzen am Bankrand, ich weiß nicht, was sie dann tun. Aber nein, alle Gläubigen sind angesprochen. Die erlöste Gemeinschaft, die mit ihm regiert, wird auf seinem Thron sitzen.
Der Johannes und der Jakobus, die kamen mal zu Jesus. Die Mama war auch dabei und hat gesagt: Ja, Jesus, ich hätte da eine besondere Bitte für meine Erwachsenen, für meine Erwachsenen. Da könnte man doch so machen, in einem Königreich, dass da der eine links und der andere rechts neben dir sitzt. Sie hat gesagt, der Ehrenplatz im Königreich wäre doch etwas Wunderbares für meine Söhne. Der Herr Jesus sagt, dass es für die, für die es bereitet ist.
Jetzt ist die Frage: Für wen ist es bereitet? Für die, die überwinden. Wer überwindet, der wird dort sitzen mit mir, und zwar gerade bei mir auf meinem Thron.
Ja, aber denken wir daran: Die Überwinder, das ist die Botschaft der Offenbarung. Es geht darum, zu überwinden. Und es ist nicht nur die Botschaft der ersten zwei Kapitel, der Kapitel zwei und drei, es ist die Botschaft des ganzen Buches: Überwinden. Es geht um einen Kampf. Und es ist nicht einfach ein Zukunftsbuch, ein Zukunftsbuch, wo man etwas sagt, was in der Zukunft sein wird, fertig. Nein, das ist ein Trostbuch und ein Aufruf zum Überwinden für Christen der damaligen Zeit und Christen der heutigen Zeit, genauso wie die damaligen.
Das Tier und all diese Sachen, die da zu überwinden waren, das war damals da, das ist heute da, und das ist in der Zukunft da. Ein aktuelles Buch. Der Christ soll das lesen. Seliger, der das liest, und der Hörer, der das tut.

