Einleitung und Predigttext
Das bleibt mir unverständlich, wie es Menschen in dieser Welt gibt, die
ohne Jesus leben können. Ich kann mir solch ein Leben nicht mehr
vorstellen. Für mich ist es ein hoffnungsloses und trostloses Leben. Wie
wollen Sie das namenlose Leid, das diese Welt in sich schließt, überhaupt
bewältigen, wenn Sie sich nicht in der Vaterliebe Gottes bergen können.
Wir haben heute als Predigttext Lukas 9, 10-17, die Speisung der 5000.
Jesus hatte die Jünger ausgesandt, zum Predigen, zum Heilen und zum
Austreiben der bösen Geister und das Reich Gottes zu verkündigen. Und dann
kommen sie wieder zurück und haben viele große Erlebnisse zu berichten. Da
heißt es:
10 Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie
getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich mit ihnen allein in die
Stadt zurück, die da heißt Bethsaida.
Es ist eine der wenigen Städte, die noch nicht ausgegraben ist. Der
Schutthügel von Bethsaida liegt noch am See Genezareth. Jesus hat ja diese
Stadt verflucht, weil sie sein Evangelium nicht aufgenommen hat, ebenso wie
Korazin und Kapernaum. Alles drei sind Trümmerstädte, die nie mehr
aufgebaut wurden, alle anderen Städte wurden durch die Jahrhunderte immer
wieder aufgebaut, auch Bethsaida nicht.
11 Als die Menge das merkte, zog sie ihm nach. Und er ließ sie zu sich und
sprach zu ihnen vom Reich Gottes. Und machte gesund, die der Heilung
bedurften. 12 Aber der Tag fing an sich zu neigen, da traten die Zwölf zu
ihm und sprachen: Lass das Volk gehen, damit sie hingehen in die Dörfer
und Höfe ringsum, und Herberge und Essen finden kaufen, denn wir sind hier
in der Wüste." 13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen!" Sie
sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote..." – Das waren keine 2 ½
Pfünder. Ich glaub', dass das ist so eine - Wie sagen Sie? – dass es so
eine Stulle war, oder ein Fladen, wie die Israeltitten das immer essen, so
ein Vesperbrot, ein Lunchpaket, was so ein Bursche essen kann zum Mittag.
Ne? Ein Lunch, ein Lunchpaket. – ... fünf Brote und zwei Fische. Es sei
denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen." 14
Denn es waren etwa 5000 Mann. Es sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie
sich setzen in Gruppen zu je Fünfzig!" 15 Und sie taten das. Und ließen
alle sich setzen. 16 Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische. Und sah
auf zum Himmel auf und dankte und brach sie gab sie den Jüngern, damit sie
dem Volk austeilten. 17 Und sie aßen und wurden alle satt. Und es wurde
aufgesammelt, was sie an Brocken übrig ließen, - zwölf Körbe voll!
Sie kennen doch die Geschichte vom Hans:
Wenn der Hans zur Schule ging,
sein Blick am Himmel hing
Nach den Dächern Wolken Schwalben,
schaut er aufwärts allenthalben.
Vor die eignen Füße dicht,
ja, da schaut der Bursche nicht.
Also dass ein jeder ruft:
Seht, den Hans guck in die Luft.
Es ist nicht von Goethe, nicht von Schiller aber doch ein Stück deutscher
Literatur: Vom Struwwelpeter. Die jüngeren unter uns wachsen gar nicht mehr
mit dieser alternativen Pädagogik auf, mit der man uns geschockt hat
früher.
Aber man hat das oft den Christen zum Vorwurf gemacht: Guck, Guck, das
sind die Christen! Das sind doch Träumer, das sind doch Phantasten."
Ich weiß nicht, wie oft mir das entgegengerufen wurde: Wir wollen doch
Leute sein, die in dieser Welt leben, die sich mit den Dingen dieser Welt
beschäftigen.
Und das schallt uns ja auch heute überall in der Kirche entgegen: Lass uns
mal tüchtig mit der Welt beschäftigen!"
Also, wenn ich die Bibel lese, dann führt uns Jesus immer in die Welt und
zum Menschen hin. Wer sich mit Jesus und mit dem Wort Gottes ganz ernsthaft
beschäftigt, wird immer zur Welt hingeführt. Ich habe aber den Eindruck,
dass viele, die den Christen solche Vorwürfe machen, am meisten Hans-Guck-
in –die –Luft sind. Das sind Menschen, die Träume und Illusionen haben über
diese Welt, und sich Gedanken und Ideologien zusammen zimmern, die alle
doch mit dem wirklichen Leben nicht zusammen stimmen und übereinstimmen.
Auch dieses Wort heute morgen führt uns mitten in diese Welt. In eine Welt,
wo gehungert wird.
Und Jesus hat mit Vorliebe in den Jahren Seines Erdenlebens immer wieder
dort halt gemacht, wo ein Trauerzug vorbei ging, wo ein Friedhof war, wo
Verzweifelte und zusammengebrochene Menschen heulten und klagten und nicht
mehr wussten, wie ihr Leben weitergehen soll.
– Er hat Menschen gesehen, die zusammengebrochen waren unter ihrer Schuld.
Das ist das Thema, wir sollen uns damit beschäftigen.
Unser Glaube ist kein Träumen von irgendwelchen hohen Dingen.
Ich kann Sie immer nur wieder bitten: Leben Sie Ihren Glauben ganz
praktisch!" Mit den Schwierigkeiten, die Gott in den Weg legt.
Wir wollen alles vermeiden, dass das am Sonntag jetzt so ein frommes Getto
wird, wo wir aus unserem Werktag herausflüchten.
Sondern das soll nur eine Zurüstung sein, damit wir das alles wieder
praktizieren können, wenn Sie im Gedränge Ihres Berufes stehen.
Wenn Sie mit Sorgen überhäuft sind und nicht mehr weiter wissen.
Darum mein 1. Punkt: Wir müssen diese Welt besser kennenlernen!
Wir müssen diese Welt besser kennenlernen!
Dazu hält uns Jesus an. Es ist interessant, wenn wir einen Blick tun in die
Welt: Manche die jetzt unterwegs sind und reisen, die sind fasziniert von
der Schönheit der Welt und der Kultur, was Menschen geschaffen haben.
Die Welt hat ja immer eine bezaubernde Ausstrahlung für uns alle, Mensch,
was ist die Welt, 5 Milliarden Menschen (6.633.889.542 Menschen am 22-7-
2007 Weltbevölkerungsuhr), und die Macht des Geldes.
Wie das bezirzen kann.
Ich verstehe gut-
Und die Bibel ist wirklich ein Buch, mit dem man die Welt besser versteht –
Dass das gleich anfing in den ersten Generationen der Menschen, dass die
Menschen sagten: Ach, wir können aus dieser Welt was machen. Einen Namen
machen wir uns. Und wir bauen einen Turm, mit technischer Großleistung.
Bis heute ist das das Thema. Dass Mensche sagen: Wir brauchen keinen Gott,
wir Menschen wir wollen entschlossen was tun und was schaffen. Ich kenne
viele Menschen, die leben so: Lass mich mal los ich möchte die Welt
gestalten, die Welt verändern!"
Es wird bestimmt noch die größte Herausforderung werden, wenn sich alle
Völker der Welt einmal vereinen in einem großen Welteinheitsreich.
– Und sich gegen das Evangelium Jesus auflehnen, und sagen:
Wir brauchen nicht das Thema der Schuld, wir sind selbst Manns genug das
Gute zu wollen und zu vollenden. Wir brauchen keinen Gott, wir brauchen
keine Gnade, wir brauchen keine Barmherzigkeit."
Aber dann ist's immer wieder so, dass man im tagtäglichen Leben auf die
Nöte stößt, die wir nicht lösen können. Gehen Sie jetzt einmal durch die
Krankenhäuser – in jedem Zimmer liegen sie und sagen: Was ist jetzt? Wir
hofften, dass mein Leben so schön werden sollte. Und jetzt bi ich krank,
unheilbar krank.
Die Fragen des Lebens sind viel komplizierter als sie unserer Technik lösen
kann, als sie unsere Weltpolitik lösen kann.
Und die Warum-Frage, die immer wieder kommt, die ist nicht eine Frage gegen
Gott. Warum Gott das zulassen kann." Nein ich will immer wieder sagen:
Warum habt Ihr so ein verrücktes Weltbild, so eine verrückte
Weltanschauung, wo man immer wieder meint, diese Welt die schreitet fort zu
einem großen Paradies der Vollendung. Und die Welt die lebt aus den
unerschöpflichen Kräften ihrer Evolution. Und wird immer besser und wird
mit allen Schwierigkeiten immer fertig.
Ich sehe genau das Gegenteil.
Ich sehe wie Menschen zerbrechen.
In einer Ehe,
unter Kollegen,
in der Schule.
So schwach sind wir, so begrenzt ist unsere Kraft.
Es ist eine Versuchung, dass man immer wieder diese großen Zukunftsentwürfe
für die Welt diskutiert. Aber mit den kleinen Lebensschwierigkeiten nicht
mehr fertig wird.
Denken Sie doch einmal darüber nach, dass Ihr Leben einmal so schließt,
dass Ihre Kraft immer weniger wird. Und Sie vielleicht sich ganz von
anderen versorgen lassen müssen. Was ist mein Leben? Was ist diese Welt?
Was ist denn da los?
Die meisten denken: Das ist ein Sonderfall, warum passiert gerade mir
das?" Und dabei muss jeder durch diese Tiefen hindurch, durch die
Krankheit, durch die Ohnmacht, durch das Versagen, durch das Sterben.
Kennen wir die Welt eigentlich richtig?
Und ich bin so froh, dass uns Jesus immer wieder die Welt zeigt, wie sie
wirklich ist.
Selbst diese Jünger, die nun ganz erfüllt zurückkamen und sagten: Herr
Jesus, 5 Kranken geheilt!" Der Nächste: 7 Kranke geheilt! Ah, es war ganz
groß, unheilbar Kranke, Wunder über Wunder!"
Und im nächsten Augenblick stehen sie doch wieder in einer Situation, wo
sie nichts mehr können. Und auch nicht mehr weiter wissen. Sie sind
hilflos. Als 5000 Menschen in der Wüste sitzen und kein Brot ist da. In
dieser Welt fehlt es immer. Und wenn Sie meinen, wenn ich diese Prüfung
geschafft habe, dann bin ich aus dem Gröbsten raus. Und wenn mal unsere
Kinder groß sind. Und wenn ich mal im Ruhestand bin. Und wenn sich alles
gelöst hat, wenn sich meine finanziellen Schwierigkeiten gelöst haben, dann
bin ich durch. Nein! Dann kommt das Nächste.
Mir sagen das Menschen das immer so freimütig, die dann sagen: Ja, jetzt
hofften wir, jetzt sei alles gut und dann kommt ganz unerwartet diese
Krankheit."
Das gehört zu unserer Welt. Diese Welt ist keine vollkommene Welt. Keine
Welt, die sich in sich immer zum Guten entwickelt, sondern eine leidende,
kranke Welt.
Eine Welt, der die Mitte fehlt. Brechen sie mal aus einem Rad mit den
Speichen in der Mitte die Narbe raus und dann wundern Sie sich, warum das
Rad nicht mehr läuft. Was unserer Welt fehlt ist die Mitte, der Schöpfer,
Gott fehlt doch.
Und ein herrlicher Sommertag, den wir heute genießen und die Fülle der
Gaben, des Wohlstands, die unserer deutschen Nation und unserem deutschen
Volk in einer Überfülle gegeben ist, wie keinem Volk auf der Welt.
Wir haben es vielleicht am allermeisten vergessen, dass nicht die Dinge das
Leben sind und nicht das Haben und das Raffen. Sondern ob den lebendigen,
ewigen Gott hat. Und diese Menschen die dort zu Tausenden Jesus nachlaufen,
sie kamen und sie liefen ihm nach und sie drängten ihn. Die haben entdeckt,
dass unserem Leben das Beste und das Wichtigste fehlt, wenn man Gott nicht
hat.
Den ewigen Herrn.
Vielleicht können Sie es noch gar nicht in Worte kleiden, was sie an Jesus
suchen, aber Sie spüren, das sind Worte, von denen lebt man.
Und die verändern die Not und hier bekommt man Antwort auf alle Fragen.
Und das ist mir das Wichtigste jetzt am Anfang der Predigt.
Ich möchte das einmal ganz klar sagen. Es geht nicht nur um die Speisung.
Es geht nicht nur drum, dass man einen vollen Bauch hat und nicht mehr der
Magen knurrt. Das ist nicht die Botschaft Jesu. Sondern unter den Wundern
will er Zeichen seiner Liebe geben. Er möchte auf Menschen zugehen und
ihnen zeigen, dass der Mangel des Lebens nur von ihm behoben wird.
Und ich bin froh, wenn ich oft an Betten von schwerkranken Menschen stehe,
wo ich gar nicht die Illusion nähren muss, als ob noch einmal alles wäre
wie früher. Sondern darf ich sagen: Wenn mir gleich Leib und Seele
verschmachtet, so bist du doch Gott allezeit meines Herzens Trost und mein
Teil. Suche Jesus und sein Licht, alles andre hilft dir nicht!"
Und wir wollen immer dran denken, dass es Jesus so wichtig war nicht bloß
einen Körper zu reparieren. Die Menschen wurden ja nachher doch wieder
krank. Und selbst ein Lazarus stirbt wieder. Es ging ihm gar nicht nur um
dieses Wunderzeichen, das er tut, sondern, dass Menschen über diesem
Wunderzeichen entdecken, dass Jesus diese kranke Welt heilt. Und darum hat
der diese Jünger ausgesandt, das Reich Gottes aufzurichten. Das heißt doch,
überall Menschen zu verkünden: Gott der Herr richtet jetzt seine
Gottesherrschaft auf, da wo Du lebst, wo Du Bedrückung erfährst. Da kannst
Du erfahren, wie nahe er Dir kommt. Du kannst das erleben in den Tiefen der
Welt, in den Ängsten, im finsteren Tal. Er ist da. So wie er dort in der
Wüste seine Wunder tut. Vertrau Dich ihm an und gib Dich ganz in seine
Hände.
Und dann sieh' Du drauf, dass zwischen Dir und Gott – wirklich das
Verhältnis versöhnt ist, dass Du mit Gott im Frieden bist, dass Schuld
vergeben ist. Und dass Du Gott zum Freund hast. Dann kannst Du durch die
Welt gehen und auch durch alle Not und durch alle Leiden dieser Welt. Und
Du bist ein geborgener, fröhlicher, reicher Mensch.
Das sagt uns auch diese Geschichte. Wo Jesus von den Menschen gesucht wird,
die ihm nachlaufen zu Tausenden.
Wir sollten die Welt besser kennen lernen! Die Welt mit ihren Nöten, darauf
weißt Jesus uns hin.
Wir sollten keine weltfernen Träumer sein.
Sondern als Christen überall uns dort einfinden, wo Menschen
zusammenbrechen unter den Lasten ihres Lebens. Und dann ihnen sagen: Jesus
ist da. Und er ist Dein Heiland und er ist dein Helfer! Und suche ihn, er
allein kann Dein Leben erfüllt machen."
Aber jetzt lernen wir noch etwas anderes in der Geschichte: Wer sind wir eigentlich?
Wer sind wir eigentlich?
Wer sind wir?
Was die Welt ist mit ihrer Not, das lernen wir kennen. Aber uns selber
besser einzuschätzen. Jesus fordert ja die Jünger auf und sagt: Gebt ihr
ihnen zu essen!
Das ist doch gemein! Was sollen die armen Jünger machen. Die hatten schon
große Pläne entworfen. Und die Jünger stammten ja aus der Gegend vom See
Genezareth. Und ich sehe direkt wie sie schon im Geiste Logistik betreiben
und sagen: Da hat's zwei Bäckereien in Bethsaida und eine in Kapernaum
und da kann man vielleicht kaufen. Und wenn die noch mal nachbacken, dann
käme man vielleicht hin. Lass die Leute doch los, dass sie jetzt sich mit
Proviant versorgen.
Jesus sagt: Nö. Ihr sollt ihnen doch was geben."
Warum kam eigentlich keiner der Jünger darauf, dass sie ja Wunder tun
könnten. Jesus hat sie ja vorher mit der Gabe ausgerüstet, Wunder zu tun.
Es ist ja sehr interessant, dass das so gezeigt wird, wie die Jünger das
nie so verstanden haben. Als ob man jetzt nicht mehr seinen täglichen
Berufsaufgaben nachgehen müsste. Und wie so einen Zauberstab käme das Brot
vom Himmel geflogen. Dass Gott Wunder tut, das können Sie erleben und dass
Gott Gebet erhört.
Es ist wahr, aber dennoch kommen Jesus Jünger in sehr brenzlige
Situationen, wo sie nicht mehr weiter wissen. Und es ist gut, dass man
merkt: Ich kann's nicht!"
Wir haben ja immer gern die Geschichten gelesen, wie ein August Hermann
Franke und ein Jorge Miller in Bristol ein Waisenhaus gebaut hat ohne Geld
zu haben und Gott vertraut hat.
Wir wollten ehrlich sein, und das immer wieder festhalten. Es ging durch
große, wir sagen Anfechtungen durch – das waren Glaubenskrisen. Ob das
wirklich so ist.
Wir sind nicht die Alleskönner.
Das gilt auch von unserer Gemeinde. Es werden viele Menschen sich
enttäuscht von uns abwenden. Erst recht von den Angestellten und von mir
als Pfarrer. Die sagen: Ich bin enttäuscht ich hab' auch auf den gehofft
und gewartet. Und der hat mich nicht besucht. Und er hat's auch nicht
gemerkt, dass ich schon krank bin. Und so:
Wir versagen in Vielem.
Es wäre so schön, wir könnten allen geben, die warten. Und wir hätten
angesichts der großen Weltnöte die Lösung.
Es stört mich oft, wenn Christen heute das Maul aufreisen und so tun, als
wenn sie überall die Lösung hätten. Wir haben sie nicht.
Jesus sagt: Gebt Ihr ihnen doch zu essen!"
Aber wir haben doch so wenig!"
Und dann kommt einer drauf und sagt: Wir haben doch dieses Lunchpaket da!
Fünf Brote und..."
Auch mit den zwei Fischen muss ich ihnen doch sagen, was das ist.
Touristen pflegen am See Genezareth einen Petrusfisch zu essen. Wenn man
zum zweiten Mal hingeht, lässt man den Spaß schön bleiben. Das ist ein
großes Auge und ein paar Gräten. Also solche Fische waren das.
Die sagen: Herr Jesus, das sind doch bloß Gräten, was ist das unter 5000
Menschen? Wenn man da die Haut abzieht, da bleibt doch nicht mehr übrig!"
Was können wir schon der Welt anbieten. Gut, wenn wir wissen: Das ist
nicht viel!" Wenn unsere Waldheimhelfer in diese Tage hineingehen, werden
sie auch oft erleben, wie sie der Aufgabe nicht gewachsen sind.
Ich bin froh, dass ich in meinem Dienst oft erlebe: Ich kann's nicht! Und
ich weiß nicht, wie ich's bewältigen soll. Und ich denke, das interessiert
Sie jetzt auch. Sie meinen, das sei nur bei Ihnen so. Nein, das war bei den
Jüngern schon so.
Wir werden in vielen Notsituationen sein und nichts tun können und nichts
vermögen. Das waren die Jünger, die gerade noch die Wunder erlebt haben und
jetzt plötzlich stehen sie schon wieder hilflos da.
Wir stehen in einer notleidenden, kranken Welt, in der Hunger und Leid
geschieht, aber in der auch die großen Weltfragen nicht gelöst sind. Kommen
die Menschen aus den Religionen und fragen uns nach Lösungen: Was habt ihr
uns zu bieten?"
Wir wollten den Menschen doch so gerne den Menschen das Wort bieten, das
sie satt macht. Und wir haben nichts, wir können's nicht. Wie oft haben wir
schon reden wollen zu anderen hier in unserer Stadt.
Wir haben gespürt, dort ist ein Mensch, der verlangt nach - einer Antwort,
in seinen Zweifeln und wir konnten ihn nicht satt machen.
Darum das Letzte: Wenn Jesus segnet
Wenn Jesus segnet
Es ist eine tolle Wundergeschichte. Aber der Punkt liegt dort, wo Jesus das
Wenige nimmt und darüber betet.
Wissen Sie, dass Gott Sie so nimmt, mit Ihrer Schwäche, mit Ihrer Ohnmacht.
Sie liegen dauernd mit Gott im Streit und sagen: Ich, ich wollte gerne
mehr!" – Lassen Sie, er weiß es. Er will das Wenige benützen.
Gott hat seine großen Taten immer getan durch schwache Menschen. Mit
vorliebe hat er die ausgesucht, weil die sich nicht rühmen. Und keine
großen Sprüche machen. Nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel
Gelehrte sind es. Sondern schwache Kreise, schwache Gemeinden, schwache
Menschen.
Ich darf damit rechnen, dass Gott das Wenige das ich bin und habe benützt.
Dann ist das Scherflein, das einer gibt reich gesegnet.
Ich habe durch meine Tätigkeit bei Hilfe für Brüder auch immer viel damit
zu tun, Menschen zu danken, nicht um Menschen wohl zu tun. Sondern über
jedem Pfennig zu wissen: Herr ohne Dich ist's verloren." Und selbst 1000
und 10.000 DM sind nichts, wenn Gott nicht segnet.
Aber jedes Scherflein, kann unendlich viel Menschen satt machen, wenn er
wirkt und das ist das Wunder, wenn er wirkt. Und das ist das Wunder.
Und das ist gut so, dass am Ende nicht ein paar strahlende Jünger dastehen
du sagen: Wie haben wir das wieder geschmissen! Wir sind doch Kerle: Wir
können Wunder tun."
Sondern am Ende stehen sie beschämt da: Wie klein ist unser Glaube, Wir
sollten mehr mit Jesus rechnen."
Und das will ich sagen. Da können Sie nicht – groß genug denken. Ich bin
überzeugt, dass Sie tolle Dinge erleben in Krankheitsnöten.
In Alter und Schwachheit,
in Berufsproblemen,
in Ehekrisen,
wo Sie mitten drin stecken im Elend. Sie können erleben, wie Jesus wirkt
und segnet und wie er Wunder tut.
Ist das nicht ein Märchen. Ist das vielleicht eine Legende, die die Jünger
gedichtet haben? – Nein.
Die wäre sinnlos, wenn's nicht so wäre.
Aber sie können es erfahren und erleben: Geben Sie sich ganz in die Hand
Jesu.
Er will Sie benützen um durch Sie viele Menschen satt zu machen.
Satt zu machen in äußerer Not,
satt zu machen mit Lebensbrot, mit himmlischen Gütern.
Er will sie vielen Menschen zum Segen setzen.
Und Jesus kann das, dass aus dem Geringem viel wird.
Amen.

