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Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (5/10)

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?, Teil 5/10
02.04.2026
SERIE - Teil 5 / 10Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Richtig und falsch sind nicht bloß Meinung. Jesus zeigt: Wahres Gutsein beginnt nicht bei Regeln, sondern bei Liebe, die sich selbst zurücknimmt und anderen dient.

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Von Chris Morphew: Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.

Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb gibt es diese exklusive Lesung.

Der Sinn des Lebens und die erste Antwort Jesu

Kapitel fünf

Wofür lebt der Mensch?

Im Matthäusevangelium, einem der vier Biografien Jesu in der Bibel, gibt es die berühmte Szene, in der ein Experte für religiöse Gesetze zu Jesus kommt, um ihn mit einer Frage auf die Probe zu stellen. „Was ist das wichtigste Gebot von allen?“, fragte er ihn. Matthäus 22,36.

Mit anderen Worten: Was ist das Wichtigste von allem, das Gott seinem Volk im Laufe der Geschichte über seine Identität und seine Verhaltensweise beigebracht hat? Diese Frage bedeutet nichts anderes als, leicht verändert, genau die Fragen zu stellen, denen wir hier auf den Grund gehen: Für welchen Zweck wurde der Mensch tatsächlich geschaffen? Was bedeutet es für uns, gut statt böse zu sein? Wenn Gott richtig und falsch definieren darf, nach welchen Kriterien tut er das dann?

Nun, hier ist Jesu Antwort: Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen lieben, mit deiner ganzen Seele und deinem ganzen Verstand. Das ist das erste und wichtigste Gebot. Das zweite ist ebenso wichtig: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Verse 37 bis 39.

Was ist Jesu Worten zufolge der wahre Sinn deines Lebens? Wie kannst du ein guter Mensch sein? Liebe Gott voll und ganz, liebe deine Mitmenschen voll und ganz. Das war’s. Wenn du diese beiden Anweisungen, die eigentlich nur zwei Hälften derselben Anweisung sind, vollständig befolgst, dann, so sagt Jesus, wirst du den Zweck erfüllen, für den du geschaffen wurdest. Vers 40.

Jetzt denkst du vielleicht: Moment mal, willst du mir ernsthaft erzählen, dass ich ganze vier Kapitel durchgelesen habe, nur damit du mir sagst, dass es gut ist, Menschen zu lieben? Vielen Dank, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das schon gewusst habe.

Es mag zwar einfach klingen, aber ich glaube nicht, dass wir das wirklich verstanden haben, bevor wir nicht genau wissen, was Jesus unter Liebe versteht.

Was Liebe im Alltag oft bedeutet

Die Sache ist: Ich liebe Burger. Ich meine, ich liebe sie wirklich.

Meine absoluten Lieblingsburger kommen aus diesem phantastischen Laden, der ganz in der Nähe meiner Wohnung liegt. Die reguläre Speisekarte ist bereits phantastisch, aber was diesen Ort wirklich auszeichnet, ist sein wöchentlich wechselndes Spezialgericht. Zu den bisherigen Hits gehören das Grand-Paba: Rindfleisch-Patty, Speckmarmelade, Provolone-Käse, gebratene Zwiebelringe, geröstete Jalapeños und schwarze Knoblauch-Aioli; Takeschis Castle: Hähnchen-Katsu, geschmorter Schweinebauch, Wasabi-Mayo, japanisches Togarashi-Gewürz, gerösteter Sesam und japanischer Krautsalat; und vielleicht der beste von allen, der fette Elvis: frittierte Hühnerbrust, durchwachsener Speck, karamellisierte Banane, pikantes Satei-Gewürz und gemischte Beerenmarmelade.

Ich weiß, ich weiß, diese Burger klingen verrückt. Ja, sie sind verrückt. Aber sie sind auch so unglaublich und unbeschreiblich lecker, dass ich mich reinlegen könnte. Ich liebe diese Burger aus tiefstem Herzen.

Aber was meine ich damit, wenn ich das so sage? Nun, ich meine, dass diese Burger mich vorübergehend glücklich machen. Ich mag das Gefühl, das ich beim Verzehr verspüre. So nehme ich mir davon, was ich will, bis ich genug habe, und dann lasse ich das, was übrig ist, zurück und lebe mein Leben weiter.

Wenn ich also sage, ich liebe diese Burger, dann drücke ich damit in Wahrheit aus: Ich liebe das, was ich von diesen Burgern bekomme. Das ist schön und gut, solange es um Burger geht.

Doch es wird ein ernsthaftes Problem, wenn wir dieselbe Einstellung in unseren Beziehungen zu Gott oder zu anderen Menschen haben. Wenn du sagst, dass du deine Freunde und deine Familie liebst, dann hoffe ich sehr, dass du damit etwas anderes meinst als: „Ich nehme mir von dir, was ich will, bis ich genug habe, und dann lasse ich dich zurück und lebe mein Leben weiter.“

Tatsächlich bedeutet „Liebe“ für verschiedene Menschen in verschiedenen Situationen verschiedene Dinge. Was genau hat nun Jesus gemeint, als er von Liebe sprach?

Jesu Liebe als Maßstab für Gottes Wesen

Nun, zum Glück hat er nicht nur geredet. In einer anderen Jesusbiografie erhalten wir einen Einblick in das, was Jesus in den Stunden vor seiner Verhaftung und Kreuzigung getan hat.

Jesus hatte sein ganzes Erdenleben lang auf diesen Moment hingearbeitet. Monatelang hatten seine Feinde auf eine Gelegenheit gewartet, ihn zu töten. Nun war endlich die Gelegenheit gekommen. Judas Iskariot, einer der engsten Freunde Jesu, hatte sich bereit erklärt, seinen Lehrer zu verraten. Schon am nächsten Tag um diese Zeit würde Jesus tot und begraben sein.

Immer wieder hatte Jesus seinen Jüngern erklärt, worauf alles hinauslaufen würde. Er machte ihnen deutlich, dass es so kommen musste und dass das alles Teil von Gottes Plan sei, seine verlorenen Kinder zurückzuholen. Doch dieses Wissen um die Zukunft machte das Erleben nicht einfacher.

Wie verbrachte Jesus also die letzte Nacht mit seinen Jüngern? In Johannes 13,1-4 lesen wir: Das Passafest stand jetzt unmittelbar bevor. Jesus wusste, dass die Zeit für ihn gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen. Nun bewies er den Seinen in dieser Welt das ganze Ausmass seiner Liebe. Es war beim Abendessen. Der Teufel hatte Judas, den Sohn von Simon Iskariot, schon zu dem Plan verleitet, Jesus auszuliefern. Jesus aber wusste, dass der Vater ihm uneingeschränkte Macht über alles gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und bald wieder zu Gott zurückkehren würde. Er stand vom Tisch auf.

Stop, halten wir einmal kurz an. Was denkst du, wie dieser Satz weitergeht? Der Autor gibt uns die Information, dass Jesus in diesem Moment genau wusste, was mit ihm geschehen würde. Ebenso wusste er genau, wer er selbst war: der allmächtige Herrscher des gesamten Universums mit Vollmacht und Autorität über absolut alles.

Was hat Jesus mit all diesem Wissen und dieser Macht getan? Jesus aber wusste, dass der Vater ihm uneingeschränkte Macht über alles gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und bald wieder zu Gott zurückkehren würde. Er stand vom Tisch auf, ja was denn nun, und befahl seinen Jüngern, ihm eine Mahlzeit zu servieren? Und stellte eine Armee auf und besiegte seine Feinde? Und setzte sich irgendwo in einem Palast auf den Thron?

Nein. Jesus aber wusste, dass der Vater ihm uneingeschränkte Macht über alles gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und bald wieder zu Gott zurückkehren würde. Er stand vom Tisch auf, zog die Oberkleidung aus und band sich ein Leinentuch um. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füsse zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen, das er sich umgebunden hatte. Verse 3 bis 5.

Was hat Jesus mit all seinem Wissen und seiner Macht getan? Er erniedrigte sich selbst und nahm die Stellung eines Dieners ein. Er kniete sich hin und fing an, den Schmutz von den Füssen seiner Freunde zu waschen, sogar von den Füssen desjenigen, von dem er wusste, dass er den Verrat schon vorbereitet hatte.

Beachte ausserdem Folgendes: Johannes sagt nicht, dass Jesus zwar wusste, dass er Gott ist, aber beschloss, seinen Freunden trotzdem zu dienen. Er kommentiert dieses Ereignis nicht mit den Worten: Dieses Verhalten von Jesus passt gar nicht zu jemandem, der Gott ist. Nein, Johannes erklärt, dass Jesus wusste, dass er Gott ist, und dass er deshalb seinen Freunden diente. Das heisst, weil Jesus Gott ist, diente er seinen Freunden.

Dadurch zeigt Jesus, dass diese Art der wunderbaren und unverdienten Grosszügigkeit, die andere Menschen an die erste Stelle setzt, genau das ausmacht, wer Gott ist. Jesus hat in diesem Moment keine neue Sache ausprobiert. Er ist genau der Gott, der er schon immer war. Genau so hat seine Liebe schon immer ausgesehen.

Manchmal stellen wir uns Gott als distanziert, gefühllos oder sogar gemein vor und fragen uns, ob wir ihm vielleicht nicht wichtig sind. Doch Jesus zeigt uns die Wahrheit: Gott ist Liebe. Wie sieht diese Liebe aus? Diese Liebe zeigt sich darin, dass der allmächtige Herrscher des gesamten Universums, der Vollmacht und Autorität über absolut alles hat, auf dem Boden sitzt und den Schmutz von seinen Freunden wäscht, um sie sauber zu machen.

Und dann sagt Jesus: Handelt genauso. Verse 14 bis 17.

Warum Gottes Liebe die Grundlage für Gut und Böse ist

Wenn wir wissen wollen, was gut ist, müssen wir meiner Meinung nach genau hier ansetzen: bei Gottes vollkommener, unveränderlicher Liebe, der Liebe, die schon vor dem Beginn des Universums existierte.

Dabei geht es nicht darum, dass Gott entscheidet, was gut ist, und es uns dann mitteilt. Vielmehr geht es darum, dass Gottes vollkommene Liebe bereits das vollkommen Gute verkörpert. Die Definition von „gut“ besteht also nicht aus lauter Anweisungen von Gott, sie liegt in Gott selbst. Je mehr unser Leben mit Gottes eigener vollkommener Liebe übereinstimmt, desto mehr können wir es gut nennen. Je weiter sich unser Leben von dieser Liebe entfernt, desto weniger gut ist es.

Jesus zufolge haben wir, wenn wir wissen, wer Gott ist, und wenn wir wissen, wer uns geschaffen hat, die einzig wahre und zuverlässige Grundlage entdeckt, um herauszufinden, was richtig und falsch ist.

Vielleicht denkst du jetzt, das hört sich ja alles ganz nett an, aber das beweist noch lange nicht, dass das, was die Bibel sagt, wahr ist. Okay, richtig, du hast Recht. Nebenbei bemerkt, ich denke, dass es viele überzeugende Beweise dafür gibt, dass die Bibel wahr ist. Dazu habe ich in dieser Reihe schon ein Buch geschrieben, falls du mehr dazu wissen möchtest.

Aber an dieser Stelle möchte ich mich auf eine etwas andere Frage konzentrieren. Welche Art, die Dinge zu verstehen, ergibt den meisten Sinn für die Welt, in der du lebst?

Sieh es mal so: Unabhängig von deinen eigenen Ansichten über richtig und falsch, können wir uns zumindest auf ein paar grundlegende Dinge einigen? Können wir uns auf die Menschenrechte einigen, dass jeder Mensch wichtig und wertvoll ist und Würde und Respekt verdient? Können wir uns auch auf das Konzept einer allgemeinen Menschlichkeit einigen, dass es wichtig ist, freundlich zu den Menschen um uns herum zu sein, auch wenn diese anders sind als du und ich?

Menschenrechte und allgemeine Menschlichkeit. Ich meine, das ist doch der kleinste gemeinsame Nenner, oder?

Aber die Sache ist die: Wenn du glaubst, dass Jesus Recht hatte, wenn du also glaubst, dass es einen Gott der Liebe gibt, der jeden Menschen als kostbar und wertvoll erachtet und der uns erschaffen hat, um in Liebe und Freundschaft mit ihm und mit anderen zu leben, wenn du das glaubst, dann ergeben Menschenrechte und allgemeine Menschlichkeit einen vollkommen logischen Sinn. Denn wenn jemand fragt: Warum sollte ich so leben?, kann ein Nachfolger Jesu antworten: Selbstverständlich sollen wir einander mit Liebe, Wertschätzung und Freundlichkeit behandeln, dazu wurden wir doch erschaffen.

Andererseits: Wenn du nicht daran glaubst, dass es einen Gott gibt, wenn du glaubst, dass wir nicht zu einem bestimmten Zweck, sondern nur zufällig hier sind, und wenn du immer noch den Standpunkt vertrittst, dass die Menschen einheitliche Menschenrechte und allgemeine Menschlichkeit verdient haben, dann solltest du dich fragen, ob das wirklich eine logische Schlussfolgerung aus den Dingen ist, an die du nach eigener Aussage glaubst. Passt dein Glaube an die Menschenrechte und die Menschlichkeit zu deinem Glauben, dass wir nur zufällige Produkte eines sinnlosen Universums sind? Sind einheitliche Menschenrechte und allgemeine Menschlichkeit nicht das komplette Gegenteil dessen, wie unsere Spezies deiner Meinung nach entstanden ist? Warum also müssen wir plötzlich nach diesen Regeln leben? Wenn dich jemand fragt: Warum sollte ich so leben?, was kannst du ihm antworten?

Mit diesen Gedanken will ich nicht sagen, dass nur Menschen, die Jesus folgen, freundliche und moralische Menschen sein können. Das wäre absurd. Aber ich will Folgendes sagen: Wenn du weißt, dass jedes menschliche Wesen den gleichen Wert und die gleiche Würde hat, wenn du weißt, dass jedes menschliche Wesen es verdient, mit Freundlichkeit und Respekt behandelt zu werden, wenn du irgendwo im Inneren weißt, dass diese Ideen nicht nur Meinungen sind, sondern dass sie wahr sind, ergibt das alles dann nicht viel mehr Sinn, wenn es da draußen einen Gott gibt, der es wahr macht?

Abschluss und Segenswunsch

Das war’s für heute.

Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern stattfinden, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade. Und lebe in seinem Frieden! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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