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Der reiche Jüngling – Teil 6

Jesu Leben und Lehre, Teil 640/692
18.11.2025Matthäus 19,22-23
SERIE - Teil 640 / 692Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema der geistlichen Bindungen

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 640: Der reiche Jüngling, Teil 6, Matthäus 19, Verse 22 und 23.

Als aber der junge Mann das Wort hörte, ging er betrübt weg, denn er hatte viele Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: „Wahrlich, ich sage euch, schwer wird ein Reicher in das Reich der Himmel hineinkommen.“

Kommen wir zu einem Thema, das so gar nicht in unsere Zeit passen will. Es geht darum, dass es reichen Menschen schwerfällt, in das Reich Gottes hineinzukommen. „Wahrlich, ich sage euch, schwer wird ein Reicher in das Reich der Himmel hineinkommen.“

Wir sind es gewohnt, dass die Errettung eines Menschen eine ganz einfache, leichte Sache ist. Aber einmal mehr scheint der Herr Jesus bei diesem Thema anderer Meinung zu sein. Der Schöpfer weiß, wie sehr das Herz eines Menschen am Wohlstand hängt – mehr, als man vielleicht wahrhaben will.

 Lukas 18, Vers 24: „Als aber Jesus sah, dass er sehr betrübt wurde, sprach er: Wie schwer werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes hineinkommen!“

Die Problematik der Herzensbindung

Die Reaktion des reichen Jünglings ist bedeutsam für das zugrundeliegende Problem. Da gibt es jemanden, dessen Herz gebunden ist – in diesem Fall an seine vielen Besitztümer. Damit wir das nicht missverstehen: Der reiche Jüngling ist der Prototyp eines Problems.

Niemand sollte denken, dass eine solche destruktive Herzensbindung nur durch Geld entstehen kann. Wenn ich mich umschaue, fallen mir sofort weitere Beispiele ein, die auf ähnliche Weise ein Leben versklaven können.

Wie ist es mit der Unternehmerin, die ihre Identität am beruflichen Erfolg festmacht? Oder dem Büroleiter, der sich ein Leben ohne Luxusreisen nicht vorstellen kann? Oder dem Teenager, der völlig abhängig von seinem Online-Status und den Likes ist? Oder dem Ehepaar, das unbedingt ein Haus im Grünen haben muss? Oder der Witwe, die ständig Angst hat, ob die Rente noch reicht? Oder dem alleinstehenden Mitvierziger, der immer bequemer und geistlich träger wird? Oder dem Kreativen, der von einem unstillbaren Drang nach Individualität und Selbstverwirklichung dominiert wird?

Oder der Sportstudentin, die sich nur lebendig fühlt, wenn sie sich körperlich verausgabt? Oder der alleinerziehenden Mutter, die von ihren Sorgen aufgefressen wird? Oder dem Ehemann, der seine Familie vernachlässigt, weil er so gern an seinem Oldtimer schraubt?

Es spielt keine Rolle, was uns versklavt. Wir müssen einfach verstehen, dass wir in einer Welt leben, die voller Angebote ist. Diese Angebote müssen wir als Christen weitgehend ablehnen, weil wir die damit verbundene geistliche Bindung scheuen. Diese Bindung zieht unser Herz vom Reich Gottes und von der Liebe zu Gott weg.

Prüfung und Versuchung des Glaubens

In der letzten Episode habe ich am Ende die Frage gestellt: Was müsste Gott mir nehmen, damit ich den Glauben hinschmeiße? Man könnte auch alternativ fragen: Womit müsste mich der Teufel bestechen, damit ich meinen Glauben aufgebe?

Machen wir uns bitte nichts vor: Gott wird unseren Glauben prüfen, und der Teufel wird uns versuchen. Seien wir besser auf beides vorbereitet.

Egal, ob Gott uns prüft oder der Teufel uns versucht – im Kern geht es dabei immer um dieselbe Frage: Woran hängt mein Herz wirklich? Liebe ich Jesus mehr als mein eigenes Leben? Bin ich bereit, alle Bereiche meines Lebens Gott zu opfern? Und zwar einfach deshalb, weil ich weiß, dass dieses Opfer völlig logisch ist, wenn ich Gottes Güte und Barmherzigkeit im Umgang mit mir einmal begriffen habe.

 Römer 12,1: Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.

Die Grundlage eines gesunden geistlichen Lebens

Erster Petrus 2,1-3: Legt nun ab alle Bosheit, allen Trug, alle Heuchelei, Neid und alles üble Nachreden. Seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Rettung, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.

Im Zentrum eines gesunden geistlichen Lebens steht das Wissen um Gottes Güte und Barmherzigkeit. Denn Gott meint es gut mit mir und hat mich geliebt, als ich noch Sünder war.

Deshalb ist es völlig logisch, dass mein ganzes Leben ein lebendiges, heiliges und gottwohlgefälliges Dankopfer sein muss. Wer wirklich geschmeckt hat, dass Gott es nur gut mit ihm meint, will nicht länger sündigen. Er will auch nicht länger nur für sich leben.

Das wiederum bedeutet, dass ich mein Leben einer größeren Sache widme. Das Ziel meines Lebens besteht nämlich nicht nur darin, ein irgendwie geartetes christliches Leben zu führen.

Das Ziel meines Lebens besteht darin, Christus nachzufolgen. Es besteht darin, den Auftrag anzunehmen, ein Botschafter seines Evangeliums zu sein, und diesen Auftrag zu Gottes vollster Zufriedenheit zu erfüllen.

Die Herausforderung für Reiche und die Realität vieler Christen

Und Jesus blickte umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes hineinkommen!

Wir müssen diesen Ausspruch Jesu ernst nehmen. Es ist nicht leicht, ins Reich Gottes hineinzukommen, wenn man reich ist.

Wahrscheinlich wird man sagen müssen, dass viele Christen in Deutschland keine wirklichen Christen sind. Einfach deshalb nicht, weil es in ihrem Leben Götzen gibt, denen sie nie wirklich abgeschworen haben. Ihr Leben dreht sich daher nicht zuerst um Gottes Reich und seine Gerechtigkeit, sondern um eigene irdische Ziele und Ideen.

Ihr Fokus liegt auf Beruf, Familie, Sorgen, Status, Freizeitgestaltung und Gemeinde. Ich führe hier bewusst auch die Gemeinde mit auf, weil mir genug Christen begegnet sind, die kaum beten, eigenwillig leben, wenig über das Wort Gottes nachsinnen und Jesus über die Jahre auch nicht ähnlicher werden. Trotzdem arbeiten sie in ihrer Gemeinde mit und halten sich genau deshalb für Christen.

Dabei scheint es mir bei vielen zu derselben Verschiebung im Denken zu kommen, die wir auch bei dem reichen Jüngling beobachten: vom Sein zum Tun, obwohl das Herz nicht wirklich an Gott hängt. Man tut gute Werke und definiert sich darüber.

Die Entscheidung für die Nachfolge und das ewige Leben

Es ist schwer, als Reicher ins Reich Gottes hineinzukommen. Es ist nicht leicht. Man könnte auch sagen, es ist schwer, alles für Jesus aufzugeben. Diese Entscheidung trifft man nicht einfach so nebenbei.

Natürlich macht sie Sinn. Es gibt nichts Besseres als ein Leben in der Nachfolge. Es gibt nichts Wertvolleres als das ewige Leben. Aber ich muss einen Preis bezahlen: ein Leben für ein Leben. Jesus gibt seins für mich, und ich gebe meins für ihn.

Das mag ein wenig pathetisch klingen, doch das ewige Leben ist für diejenigen, die Gott lieben. Und Liebe ist irgendwie immer ein wenig pathetisch, irrational, verrückt und einseitig.

Abschluss und Ermutigung

Was könntest du jetzt tun? Frage dich, ob du dir sicher bist, dass du das ewige Leben hast. Trau dich, fröhlich Ja zu sagen, aber schau auch genau hin.

Das war's für heute. Wenn du sie noch nicht hast, lade dir gern die Frogwords-App herunter.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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