Gott wird Mensch
Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit. Sie erinnert uns an das Wunder, dass Gott Mensch wird. Dieses Ereignis verändert alles. Es zeigt uns, wie nahe Gott den Menschen kommt und wie sehr er die Welt liebt.
In Jesus Christus begegnet uns Gott selbst. Er bleibt nicht fern, sondern tritt in unsere Wirklichkeit ein. Er teilt unser Leben, unsere Freude und unser Leid. So wird sichtbar, dass Gottes Liebe nicht abstrakt ist, sondern konkret und greifbar.
Wenn wir auf die Geburt Jesu schauen, erkennen wir auch etwas von Gottes Demut. Der allmächtige Gott kommt nicht in Macht und Pracht, sondern in Armut und Einfachheit. Er wird ein Kind, geboren in einer Krippe. Gerade darin liegt die Tiefe seines Handelns.
Diese Botschaft lädt dazu ein, neu über Gottes Nähe nachzudenken. Gott ist nicht fern von unserem Alltag. Er ist da, auch in den stillen und schweren Momenten. Weihnachten erinnert daran, dass Gott sich den Menschen zuwendet und ihnen Hoffnung schenkt.
So bleibt die Botschaft von Weihnachten aktuell: Gott wird Mensch. Er kommt zu uns, damit wir ihn erkennen und sein Licht in unserem Leben erfahren.
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 721
Die Frage nach dem Christus, Teil 1
Die erste Frage, die alles zum Stillstand bringt
Nachdem die Pharisäer, die Herodianer und die Sadduzäer Jesus Fragen gestellt haben, stellt der Herr Jesus nun eine Rückfrage. Während er jede Frage beantworten konnte, lesen wir am Ende von Matthäus 22, Vers 46: Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand von dem Tag an, ihn weiter zu befragen.
Die ganze Fragerei kommt also mit dieser einen Frage zu einem abschließenden Ende. Worum geht es Jesus dabei? Matthäus 22, die Verse 41 und 42: Als aber die Pharisäer versammelt waren, fragte Jesus sie und sagte: Was haltet ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Davids.
Jesus fragt seine Gegner hier, wessen Sohn, im Sinn von Nachfahre, der Christus sein wird. Die einfache Antwort lautet: Davids. Das war allen klar. Der Messias würde ein Nachkomme Davids sein. Die Idee dahinter finden wir in 2. Samuel 7. Gott verheißt David ein ewiges Königtum. 2. Samuel 7, Vers 16: Dein Haus aber und dein Königtum sollen vor dir Bestand haben für ewig, dein Thron soll feststehen für ewig.
Und David versteht genau, was damit gemeint ist. Denn er ist von der Güte Gottes einfach fasziniert. 2. Samuel 7, Vers 19: Und das war noch zu gering in deinen Augen, Herr, Herr, und du hast sogar über das Haus deines Knechtes auf ferne Zukunft geredet, und dies als Weisung für Menschen.
Bei Jeremia lesen wir, Jeremia 23, die Verse 5 und 6: Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken, der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel in Sicherheit wohnen, und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der Herr, unsere Gerechtigkeit.
Merkt ihr: Das prophetische Zeugnis des Alten Testaments ist eindeutig. Der Messias wird ein Nachfahre Davids sein und sich auf den Thron Davids setzen. Deshalb wird der Messias im Neuen Testament auch ganz selbstverständlich als Sohn Davids bezeichnet. Matthäus 1, Vers 1: Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids. Lukas 1, die Verse 32 und 33: Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und der Herrgott wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein. Römer 1, Vers 3: Über seinen Sohn, der aus der Nachkommenschaft Davids gekommen ist, dem Fleisch nach. 2. Timotheus 2, Vers 8: Halte im Gedächtnis Jesus Christus, auferweckt aus den Toten, aus dem Samen Davids nach meinem Evangelium.
Das scheinbare Paradox der davidischen Linie
Jesus ist also der Sohn Davids. Okay, aber dadurch entsteht ein Problem, und auf das kommt Jesus jetzt zu sprechen.
Lukas 20,41-44: Er aber sprach zu ihnen: Wie sagen sie, dass der Christus Davids Sohn sei? Und David selbst sagt im Buch der Psalmen: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. David also nennt ihn Herr, und wie ist er sein Sohn?
Versteht ihr das Problem? Auf der einen Seite ist der Messias Davids Sohn. Das heißt, er kommt aus Davids Linie, er ist der verheißene König aus dem Haus Davids. Genauso haben es die Propheten angekündigt, und genauso bezeugt es das Neue Testament.
Aber auf der anderen Seite gibt es Psalm 110, und dort sagt David: Der Herr sprach zu meinem Herrn. Der erste Herr ist Gott. Aber wer ist der zweite Herr? Jesus sagt: Das ist der Christus, der Messias.
Und jetzt wird es spannend: David nennt den Messias meinen Herrn. Für uns klingt das nicht nach einem Problem, aber für jüdische Ohren ist es das sehr wohl. In der damaligen Denkweise stand der Stammvater nämlich über dem Nachkommen, wenn der Messias einfach nur ein menschlicher Nachkomme Davids ist. Warum nennt David ihn dann Herr?
David ist der große König, der Ursprung der königlichen Linie. Ein späterer Sohn Davids wäre ihm genealogisch nachgeordnet. Aber David spricht von diesem kommenden Messias nicht nur als seinem Sohn, sondern als seinem Herrn. Lukas 20,44: David also nennt ihn Herr. Und wie ist er sein Sohn?
Wie kann das sein, dass der Messias ein Nachfahre, ein Sohn Davids ist, aber David ihn trotzdem Herr nennt? Das ist die Frage, die Jesus stellt. Das ist die Frage, auf die niemand eine Antwort hat. Aber man kommt an dem Text auch nicht vorbei.
Hört noch einmal genau hin: Matthäus 22,43-45. Er spricht zu ihnen: Wie nennt David ihn denn im Geist Herr, indem er sagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege unter deine Füße? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn?
Merkt ihr, hier steht: Wie nennt David ihn denn im Geist Herr? Psalm 110 ist durch den Heiligen Geist inspiriert. Es ist Gott der Geist, der den König David hier prophetisch über seinen bedeutendsten Nachkommen schreiben lässt.
Um welche Szene im Leben Jesu geht es? Es geht um den Abschluss der Himmelfahrt, wenn der Vater den Sohn einlädt, sich auf den Ehrenplatz zur Rechten Gottes zu setzen. Woher wissen wir, dass Jesus heute dort sitzt? Wir wissen es, weil er den Heiligen Geist ausgegossen hat.
Deshalb formuliert Petrus ja an Pfingsten, Apostelgeschichte 2,33-35: Nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er diesen ausgegossen, was ihr seht und hört. Denn nicht David ist in den Himmel aufgefahren; er sagt aber selbst: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.
Die Antwort aus der Prophetie
Tja, wie kann das sein, dass David den Messias Herr nennt? Wir kennen die Antwort. Sie ist nicht schwer.
Hören wir dazu Jesaja: Jesaja 9,5-6.
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, um es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn der Herrscharen wird dies tun.
Hier haben wir die Antwort: Auf dem Thron Davids sitzt nicht einfach ein Mensch, ein Nachfahre Davids, sondern ein starker Gott, der Vater der Ewigkeit und der Fürst des Friedens. Deshalb ist dieser Sohn Davids auch Davids Herr.
Was könntest du jetzt tun? Lies mit deinem Wissen über den Messias einmal in Ruhe Psalm 110 durch und denke über den Text nach.
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für Kranke und chronisch Leidende in deiner Gemeinde und bete für sie.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
