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Seligpreisungen: Verfolgung als Teil des normalen Christenlebens

Matthäus 5,10-12
Matthäus 5,10-5,1222.07.2002
Serie•Teil 18 / 37Matthäus-Evangelium
Diese Predigt beleuchtet die Seligpreisungen und was es bedeutet, um Gerechtigkeit willen verfolgt zu werden. Die Themen reichen von der Bedeutung der eigenen Ungerechtigkeit über den Preis der Treue bis hin zu den verschiedenen Arten der Verfolgung, die echte Christen erwarten können. Was passiert, wenn du dich für ein Leben entscheidest, das nach göttlicher Gerechtigkeit strebt? Bist du bereit, den Preis zu zahlen und dein Kreuz auf dich zu nehmen?

Ein ernüchternder Blick auf das Ende der Apostel

Stirb, Christenhund! Oder was man dir so im Kindergottesdienst nie erzählt hat. Das wird das Thema für heute Morgen sein.
Ich meine, man liest relativ viel über die Apostel und ihre Mitarbeiter, und im Kindergottesdienst bekommt man auch relativ viele Geschichten über Petrus, Paulus und die anderen. Aber habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie eigentlich das Leben der Apostel aufgehört hat? Ihr werdet euch schon denken, dass die meisten nicht im Altersheim irgendwo ihr Leben beendet haben. Aber wenn man sich die Bilanz anschaut, dann stellt man fest: Das ist recht ernüchternd.
Nehmen wir einmal das Beste: Johannes. Der Apostel Johannes stirbt als alter Mann in Ephesus. Schön, denken wir, nett, oder? Aber Johannes ist die Ausnahme. Ich gebe euch ein paar andere Beispiele.
Petrus wird unter Nero mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Andreas stirbt am Kreuz. Jakobus, der jüngere Bruder Jesu, wird vom Tempel gestürzt und dann totgeschlagen. Bartholomäus wird in Armenien bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, und dann kreuzigt man ihn. Thomas wird in Indien gemartert und dann erstochen. Philippus, der Evangelist, stirbt durch Steinigung, seine Töchter gleich dabei. Thaddäus und Simon werden erstochen oder enthauptet oder mit einer Säge zu Tode gemartert. Es gibt da verschiedene Überlieferungen.
Also, auch wenn man nicht immer genau weiß, wie der eine oder andere zu Tode kommt: Der größte Teil derer, die das Evangelium von der Liebe Christi in die Welt hinausgetragen haben, ist eines grausamen, gewaltsamen Todes gestorben.
Und wir lernen daraus ein Prinzip. Das Prinzip lautet: Geistliche Menschen sind einerseits auf eine ganz einzigartige Weise gesegnet, aber sie zahlen dafür einen hohen Preis. Geistliche Menschen sind einzigartig gesegnet, aber sie zahlen dafür einen hohen Preis.
Deswegen ist es auch so wichtig, dass jeder Einzelne, bevor er sich bekehrt, bevor er sagt: Ich möchte ein Jünger Jesu werden, sich das gut überlegt: Will ich das wirklich? In Lukas 14,27 sagt es der Herr Jesus ganz unmissverständlich: Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt – und er meint damit, mir nachfolgt bis ins Leiden hinein –, der kann nicht mein Jünger sein. Es ist eine geistliche Unmöglichkeit, ein Jünger Jesu zu sein und nicht bereit zu sein, ihm zu folgen bis ins Leid, bis in den Tod hinein.
Darum soll es heute Morgen gehen. Wir wollen uns der achten und letzten Seligpreisung zuwenden. Matthäus 5,10-12, für die, die mitlesen wollen. Wenn jemand noch eine Bibel braucht, dann mag er kurz die Hand heben. Es gibt heute keine Folien.
 Matthäus 5,10-12: Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Was Gerechtigkeit mit Glück und Widerstand zu tun hat

Verfolgung als letzter Schritt zum Glück. Glückselig die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten.
Ein ganz zentrales Thema in den Seligpreisungen ist das Thema Gerechtigkeit. In der ersten und zweiten Seligpreisung geht es darum, dass wir unsere eigene Ungerechtigkeit erkennen und wirklich anfangen, darüber zu weinen, wie wir vor Gott dastehen. In den Seligpreisungen drei bis sieben geht es darum, dass wir die Gerechtigkeit Gottes mit allem, was wir haben, suchen und dann, wenn wir sie gefunden haben, dass wir sie widerspiegeln. Dass wir quasi das, was wir an Jesus, an Gerechtigkeit, an gerechtem Leben gesehen haben, wieder darstellen, sodass andere an uns die Gerechtigkeit Gottes erkennen können.
Und hier, in der achten Seligpreisung, da geht es um Leiden um der Gerechtigkeit willen. Das Kennzeichen einer glücklichen Person, also einer Person, die das Glück Gottes teilt, ist Gerechtigkeit. Gerecht sein oder Gerechtigkeit heißt, dass Gott keinen Anklagepunkt hat, dass er mit unserem Leben einverstanden ist. Man könnte es auch andersherum formulieren: Wir leben so, wie Gott es möchte. Und weil das nicht nur richtig, sondern für unser Leben auch sehr gut ist, erfahren wir dann auch das damit verbundene Glück: Glückselig die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten.
Das heißt: Ein Lebensstil, dem es um Gerechtigkeit geht, der unbedingt Gott gehorsam sein will, der allein Gott gefallen will, der keine Abstriche zulässt, der wird automatisch Anlass zur Konfrontation geben. Warum? Weil die Welt, in der wir leben, mit einem Leben nach den Seligpreisungen einfach nicht umgehen kann. Wer die Prinzipien, die wir in den letzten Predigten zu den Seligpreisungen gelernt haben, umsetzt, der wird zweifelsohne an den Punkt kommen, an dem er andere Menschen provoziert. Obwohl er das gar nicht will, wird er provozieren.
Du willst sagen: Ja, ich möchte diese Armut im Geist ausleben. Ich möchte vor Gott hintreten und ihm sagen, was ich für ein schwacher Mensch bin. Und du wirst automatisch die Leute provozieren, die stolz auf ihr Leben sind und meinen, sie könnten es allein. Sie werden mit dieser Haltung nichts anzufangen wissen.
Du sagst: Ich möchte über die Sünde in meinem Leben traurig sein. Ich möchte darüber weinen, wie es manchmal aussieht. Und du triffst auf Leute, die sagen: Ich bin mein eigener Gott, ich mache das, was mir gefällt. Ich bin doch eigentlich okay, ich weiß gar nicht, was du willst. Mit deiner Trauer können wir nichts anfangen.
Du sagst: Ich möchte sanftmütig sein, ich möchte es lernen, auf das Wort Gottes zu hören. Und du triffst auf Leute, die genau das Gegenteil wollen. Die wollen von Gott gar nichts wissen. Die haben gar kein Interesse an der Bibel und an solchen Dingen.
Du sagst: Ich hungere nach der Gerechtigkeit Gottes. Ich möchte endlich von Gott angenommen sein, ich möchte so leben, wie es ihm gefällt. Und du triffst auf Leute, die sich an ihrer Ungerechtigkeit freuen. Ein bisschen Betrug, ein bisschen Ehebruch, ein bisschen dies und das ist doch okay. Was hast du denn mit deiner Gerechtigkeit? Komm, lass mich in Ruhe damit, ich will davon nichts hören.
Du sagst: Ich möchte Barmherzigkeit ausleben, so wie der Herr Jesus Barmherzigkeit ausgelebt hat. Und du triffst auf Menschen, die hart sind, ausbeuterisch sind, die andere Menschen nur kaputt machen wollen.
Du sagst: Ich möchte ein reines Herz vor Gott haben. Er möchte mit meinem ganzen Herzen Gott dienen, keine Show, keine Masken mehr. Und du triffst auf Menschen, die sich an Heuchelei gewöhnt haben, deren Leben Heuchelei ist, vielleicht sogar Christen, deren Leben Heuchelei ist.
Und du eckst an, ganz automatisch. Du sagst: Ich will ein Friedenstifter sein, ich werde das Evangelium predigen, wo ich es kann. Und du triffst auf Menschen, die viel von Frieden reden, aber wenn es darauf ankommt, dann passt ihr Tun überhaupt nicht zu dem, was sie sagen. Dann wollen die Menschen Frieden, aber zu ihren eigenen Konditionen und nicht zu Gottes Konditionen.
Immer wieder wirst du anecken. Du wirst es nicht schaffen, durch diese Welt zu gehen, das Leben Jesu auszuleben und nicht anzuecken. Das geht nicht.

Warum Nachfolge ohne Reibung kaum möglich ist

Und Paulus, der das wusste, kann in seinem wahrscheinlich letzten Brief, dem zweiten Timotheusbrief, nachdem er die Jahre des Leidens und der Verfolgung kurz skizziert, folgenden Grundsatz aufstellen:
 2. Timotheus 3,12: Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.
Das ist ein Ehrensprinzip. Und wir können das eigentlich umdrehen. Wir können sagen: Wenn Christen in einer Gesellschaft nicht verfolgt werden, wobei ich nachher noch einmal zeigen möchte, was das heißt, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass sie sich angepasst haben.
Glaubt mir, der Weg, Verfolgung und Ablehnung zu vermeiden, ist ein ganz leichter. Es ist ganz einfach. Ich will euch kurz zeigen, vielleicht ist der eine oder andere da, der sagt: Jürgen, ich würde gerne mal wissen, wie geht denn das? Ich möchte nicht verfolgt werden. Für euch ist auch etwas in der Predigt.
Ich sage euch mal, wie man leben muss, damit man nicht verfolgt wird, obwohl der Paulus sagt, jeder wird verfolgt. Es gibt einen Weg drum herum. Das ist aber nicht die frohe Botschaft dieser Predigt.
Also, wer den Weg der Verfolgung vermeiden will, der muss einfach nur leben, wie diese Welt lebt, nie groß auffallen. Wenn du das tust, dann kostet dich Christsein gar nichts. Wenn du die Maßstäbe der Welt imitierst, also genau das haben möchtest, was die anderen haben wollen, wenn du nie kritisierst, dann kostet dich Christsein gar nichts.
Wenn du immer deinen Mund hältst, nie das Evangelium predigst, besonders den Teil, da musst du echt darauf achten, dass du den weglässt, wo es darum geht, dass alle Menschen verloren gehen, wenn sie nicht an den Herrn Jesus glauben, wenn du das nie jemandem sagst, dann kostet dich Christsein gar nichts.
Und wenn du überall mitmachst und auch dann noch den Mund hältst, wenn die Witze und das Treiben deiner Umwelt sich über Gott lustig machen, wenn wir uns schämen, öffentlich für Christus aufzutreten, obwohl wir innerlich genau wissen, wir müssten jetzt etwas sagen, wenn das so ist, dann kostet dich Christsein gar nichts.
Am Ende des ersten Jahrhunderts war das Römische Reich bis an die Grenzen der damals bekannten Welt gewachsen, und die Einheit des Römischen Reiches wurde immer mehr und mehr zum Problem. Man hat damals zur Stabilisierung des Reiches ein Gesetz erlassen, wonach der Kaiser angebetet werden musste.
Jeder Untertan des Römischen Reiches musste ein einziges Mal im Jahr sich vor ein Standbild des römischen Kaisers hinstellen und ihn mit dem Satz „Der Kaiser ist Herr“ anbeten. Wenn er das getan hat, dann bekam er so eine kleine Urkunde. Da stand, das Ding hieß Libellus. Da stand drauf, der hat das richtig gemacht, und dann durfte er für den Rest des Jahres anbeten, wen er wollte.
Also konntest du jeden Gott anbeten für den Rest des Jahres, aber ein einziges Mal im Jahr musstest du dich öffentlich hinstellen und den Kaiser anbeten. Tja, was denkt der, was haben die Christen gemacht? Einmal im Jahr, das ist ja fast, fast kein Mal, oder? Lohnte es sich, für ein Mal im Jahr ein Fass aufzumachen? Also ein Mal einen fremden Gott anbeten, das ist schon okay, oder? Ich meine, dafür kann ich ja den Rest des Jahres Gott anbeten, das ist doch keine große Sache. Oder ist es vielleicht doch so, dass, wenn ich einmal einen fremden Gott anbete, das schon Götzendienst ist und dass ich im Kern an der Stelle das Evangelium zerstöre?
Die Christen damals hatten eine ganz klare Stellung. Sie verweigerten dem Kaiser die Anbetung. Sie wurden dafür als Verräter behandelt, sie wurden enteignet, ins Gefängnis geworfen und oft hingerichtet. Aber sie waren klar: Sie beteten niemand anders an, egal, was es kostet, nicht ein einziges Mal im Jahr. Zero Toleranz, null Ausnahme.
Jetzt fängt natürlich Verfolgung nicht erst da an, wo man jemanden hinrichten will. Unser Text macht das ganz klar, und der Text in Matthäus 5 zeigt uns eigentlich die ganze Bandbreite dessen auf, was man unter Verfolgung verstehen muss.

Die Formen von Verfolgung im Alltag und in der Geschichte

 Matthäus 5 noch einmal, Vers 11: Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.
Wenn man so will, gibt es drei Formen von Verfolgung. Das Erste ist Schmähen. Schmähen heißt so viel wie den anderen beschimpfen, ihn geringschätzig behandeln, ihn verlachen. Und es ist wahrscheinlich die Form, die wir alle als Verfolgung am öftesten und am ehesten erfahren.
Du sagst, ich möchte als Christ leben, und dann bist du in deinem Umfeld. Da kommt der erste Arbeitskollege und sagt: Ja, wir gehen heute ein bisschen früher und schreiben unseren Zeiterfassungsbogen auf eine andere Zeit hinein. Und du sagst: Nö. Alle schauen dich mit wagenradgroßen Augen an und sagen: Was ist denn hier passiert? Das machen wir immer schon so, die letzten dreißig Jahre, das ist unseres hier. Und du sagst: Nö.
Das machst du genau einmal, und du weißt, was Verfolgung bedeutet. Oder in der Jugend: Du willst treu sein und du willst eine Beziehung pflegen zu einem Mädchen, und du sagst: Nee, ich möchte lernen, eine Beziehung zu führen und sie aufzubauen, wirklich so, wie es Gott gefällt.
Ich weiß noch, als Bärbel und ich damals unseren Freunden verklickerten, also wir haben uns jetzt bekehrt, und das heißt unter anderem, dass wir bestimmte Dinge nicht mehr tun. Die dient uns alle für blem blem. Da ist hier oben was durchgebrannt, ja. Sie haben mich wirklich gefragt: Seid ihr noch ganz richtig? Und ich dachte: Ich war nie richtiger.
Leute werden kommen und werden dich verlachen. Und sie werden dir sagen, dass das, was du tust, völliger Blödsinn ist. Und ich möchte eindringlich davor warnen, wenn in unserem Herzen so dieser Gedanke da ist: Ich möchte eigentlich, dass alle Menschen nur gut von mir reden. Die Bibel sagt etwas dazu. Sie sagt in Lukas 6: Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden, denn ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten.
Es ist eine gefährliche Sache, wenn alle Menschen gut von dir reden. Es könnte sein, dass du auf der falschen Seite stehst, nämlich nicht auf der Seite Jesu.
Schmähen, beschimpfen, verlacht werden – ist das etwas, was in unserem Leben da ist? Jesus sagt, es gehört eigentlich dazu. Natürlich bleibt Verfolgung nicht dabei stehen. Wenn man nicht nur wie in unserem Land unsere Ehre angreifen kann, dann beginnt Verfolgung im eigentlichen Sinne.
Ideaspektrum, eine christliche Wochenzeitschrift, hat eine sehr makabre Rubrik, die heißt „Der Gefangene des Monats“. Da wird ein Christ vorgestellt, der im Gefängnis sitzt, um seines Glaubens willen. Im Juli 2002 war das Ayub Masi aus einer Stadt in Pakistan. Sein Mann, etwa so alt wie ich, vierunddreißig, Familienvater, und er wurde von seinem Nachbarn beschuldigt, in einem privaten Streit um Land auf das Buch Satanische Verse von Salman Rushdie verwiesen zu haben. Allein für diese Beleidigung des Propheten Mohammed wurde er im April 98 zum Tod durch Erhängen verurteilt. Seit Dezember 98 sitzt er in einer zwei Quadratmeter großen Einzelzelle ohne Tageslicht und wartet auf seine Berufungsverhandlung.
Ich kann Ihnen nicht schreiben, wie es seiner Frau geht, die sich allein um die Kinder kümmern muss. Ich kann nicht sagen, wie es ihm gesundheitlich geht bei einer schlechten Versorgung. Im Gefängnis hat er bereits zwei Mordanschläge überlebt. Aber ich kann eine Sache sagen: Im August 2000 schreibt dieser Mann aus dieser Zelle: Kann meine Liebe zum Herrn Jesus Christus nicht aufheben.
Der erste Punkt, wie man uns verfolgt, ist, dass man uns schmäht. Der zweite Punkt ist, dass man uns verfolgt. Und dieser Begriff heißt: Man jagt uns wie ein Wild. Es ist der Angriff auf Leben oder auf Dinge, die eng mit dem Leben zusammenhängen: unsere Gesundheit, unsere Freiheit, unser Besitz, unsere Existenzgrundlagen, unser Beruf, unsere Kinder. Auch damit müssen wir rechnen.
Und dann, wenn Menschen nicht an uns herankommen, dann kann man immer noch den Ruf eines Menschen zerstören. Man kann, wie es hier heißt, alles Böse lügnerisch gegen euch reden. Man kann hinter deinem Rücken dich so schlecht machen, und du kannst dich nicht verteidigen.
Und er sagt: Wenn die drei Dinge passieren, sei darauf vorbereitet. Es wird Leute geben, die dich verlachen. Es wird Leute geben, die, wenn sie die Macht dazu haben, dich verfolgen werden, dich jagen werden wie ein Wild. Und es wird Leute geben, die versuchen werden, hinter deinem Rücken schlecht über dich zu reden.
Und natürlich sieht Verfolgung für jeden einzelnen Gläubigen etwas anders aus. Es gibt Kosten der Jüngerschaft, die werden groß sein. Und es gibt andere, die sind klein. Es gibt solche, da weißt du schon bei deiner Bekehrung: Okay, das wird es in meinem Leben nie geben. Und es wird Kosten geben, da wirst du überrascht sein. Wenn sie in dein Leben hineintreten, wirst du erschrecken und wirst im ersten Moment zittern und nicht mehr weitergehen können.
Aber es bleibt eines: Der Herr und auch seine Apostel versprechen uns, dass treue Nachfolge Christi etwas kosten wird. Und jeder echte Christ ist auch dazu bereit, diesen Preis zu bezahlen.
In 1. Petrus 4,12 wird das folgendermaßen formuliert. Da geht es auch um Verfolgung und um Leid, und Petrus muss die verfolgte Gemeinde ermutigen. Und er sagt: „Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes.“
Wenn das passiert, dass man uns verlacht oder dass man uns versucht zu schaden, soweit das geht, dann erschrickt nicht und sagt: Huch, was ist denn jetzt passiert, hätte ich ja nie gedacht. Sondern dann seid ihr einfach darüber im Klaren: Es stimmt, das musste ja irgendwann so weit kommen, irgendwie ganz logisch. Gehört eigentlich dazu, es ist nichts Fremdes, sondern es geschieht zu unserer Prüfung.
Und Prüfung meint hier, dass unser Umgang mit Verfolgungen etwas klar macht. Es macht klar, ob du echt bist. Es macht es dir selber klar und anderen auch. Wenn wir echt sind, wenn unser Glaube echt ist, dann wird auch Verfolgung uns nicht aus der Bahn werfen.

Echtheit des Glaubens unter Druck

Andersherum gibt es auch die andere Seite in der Bibel: Menschen sind total schnell begeistert von geistlichen Dingen, aber dahinter steckt nicht wirklich etwas. Es ist nur eine oberflächliche Begeisterung.
Im vierfachen Ackerfeld, also im Gleichnis vom Sämann, gibt es ein Feld, über das in der Auslegung gesagt wird. Ich lese aus Matthäus 13,20-21:
„Wo aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt. Du erzählst ihm das Evangelium, und er sagt: Boah, super, klasse, das wollte ich schon immer hören, ich komme auch gleich mit in den Gottesdienst, ich bin dabei. Er hat aber keine Wurzel in sich.“
Es ist nur Oberfläche, da ist nichts Tiefes passiert. Es ist pure Oberfläche.
Woher weiß ich, dass das nur Oberfläche ist? Weil er nur ein Mensch des Augenblicks ist. Und wenn Drangsal entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoß.
Es gibt Menschen, die total oberflächliche Christen sind. Du kannst sie anfangs von dem, was sie reden, von ihrer Begeisterung her nicht von anderen unterscheiden. Aber gib ein paar Tropfen Verfolgung in ihr Leben, und du wirst merken, ob da etwas Echtes ist oder nicht.
Meine Frau war Anfang der Ferien weg, dann war ich mit Katrin alleine. Ich hatte hier in der Gemeinde zu tun, und das ist für Katrin dann immer eine sehr unangenehme Sache, weil sie zu Hause bleiben muss, die Hausarbeit machen und dann mit dem Fahrrad hierherkommen muss. Und dann saß sie draußen. Ja, was soll man tun? Sie hat gesagt: „Lies doch was.“
Hm, ja, welches Buch denn? Dann habe ich ihr Finale 1 empfohlen. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Finale ist so ein Endzeitroman. Er beginnt damit, wie es auf der Erde aussieht in dem Moment, wo Entrückung ist. Alle Christen sind weg, weltweites Chaos.
Katrin hat angefangen, das zu lesen. Keine Sorge, sie hat das Buch nicht zu Ende gelesen. Aber auf der Heimfahrt haben wir uns noch unterhalten. Und sie hat mir die Frage gestellt: „Du Papa, glaubst du, dass wir die Entrückung noch erleben werden?“ Ich habe gesagt: „Ja, ich glaube schon.“
Dann hat Katrin gesagt: „Ich hoffe es eigentlich nicht.“ Ich habe gesagt: „Warum hoffst du nicht, dass du die Entrückung noch erlebst?“ Sie hat gesagt: „Weil ich noch nicht weiß, ob mein Glaube schon richtig ist.“ Das war ihre Sorge.
Dann habe ich ihr gesagt: „Weißt du, das kann man aber doch testen, ob dein Glaube richtig ist. Es gibt zwei Kriterien. Das erste Kriterium ist: Um zu testen, ob mein Glaube richtig ist, muss ich testen, ob ich an das Richtige glaube, an den Herrn Jesus. Und das zweite Kriterium ist, dass man ein Leben führt, das dem Glauben entspricht. Und zu diesem Leben gehört eben auch, dass man unter Druck nicht loslässt, dass man auch dann dranbleibt, wenn es etwas kostet, wenn man verlacht wird, wenn man nicht ernst genommen wird.“
Es ist wie bei der Diamantenherstellung: Wenn man Kohle nimmt, ein Stück Kohle, und es unter Druck und Hitze setzt, dann kommt am Ende ein Diamant daraus. So ähnlich ist es bei uns Christen auch. Gott setzt uns unter Druck und Hitze, um uns zu veredeln und um das, was an Schönheit, an Brillanz und an Göttlichkeit, an Gottes Leben in uns drinsteckt, an die Oberfläche zu bringen.
 1. Petrus 2,20-23.
Noch einmal zurück zu den angefochtenen Christen, an die Petrus schreibt. Er sagt: „Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr ausharrt, indem ihr sündigt und geschlagen werdet?“ Wenn ihr eins auf den Popo bekommt, wenn ihr es verdient habt, dann ist das gar nichts. „Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist Gnade bei Gott.“
Halt, warum ist denn Ausharren im Leid Gnade? Die Begründung steht in Vers 21: „Denn hierzu seid ihr berufen worden.“ Wusstet ihr das? Wir sind dazu berufen, unter Verfolgung auszuharren. „Denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt.“
Christus ist uns vorangegangen. Er hat uns ein Beispiel hinterlassen. Und Jesus sagt selber in Matthäus 10, dass wir nicht erwarten können, dass es uns besser geht als ihm. Matthäus 10,24:
„Ein Jünger ist nicht über dem Lehrer und ein Sklave nicht über seinem Herrn. Es ist dem Jünger genug, dass er sei wie sein Lehrer und der Sklave wie sein Herr.“
Jesus hat uns ein Vorbild hinterlassen, wie man leben soll. Und Jesus hat uns gesagt: Wenn wir seinen Lebensstil ausleben, dann werden wir verfolgt werden.
Jesus wurde geschmäht. Man hat ihn einen Fresser und Weinsäufer genannt, einen Freund der Zöllner und Sünder. Und als er am Kreuz hing, hat man sich über ihn lustig gemacht. Wie können wir dann erwarten, dass es uns besser geht?
Jesus wurde verfolgt, man hat ihn geschlagen, man hat ihn gefoltert und letztlich umgebracht. Wie können wir als seine Nachfolger erwarten, dass es uns besser geht?
Jesu Ruf wurde durch böses Reden ruiniert. Man sagt, er sei mit dem Obersten der Teufel, mit dem Beelzebub, im Bund. Er würde die Juden gegen den Kaiser aufhetzen, und seine Auferstehung sei alles nur ein Fake, just forget it, nie passiert. Man hat seinen Ruf ruiniert. Wie können wir erwarten, dass es uns besser geht?
Glaube ist nicht nur, dass man Glaubensgrundsätze als Wahrheiten sagt, ja, ich glaube an irgendeinen Katechismus. Glaube ist ein Lebensstil. Glaube bedeutet, so wie Paulus es formuliert: „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“
Christus kann sein Leben durch mich hindurch leben. Und schaut euch in der Bibel an, wie Christus gelebt hat. Er hat Ablehnung erfahren. Und wenn er sein Leben in uns lebt, dann werden wir genau dieselbe Ablehnung auch erleben.
Aber, und das ist das Schöne: Ablehnung um Christi willen ist etwas, was sich lohnt. Es ist nicht nur negativ, obwohl es natürlich in der Situation selbst eine totale Herausforderung für unseren Glauben und für unser Vertrauen in Gott ist.
Ablehnung lohnt sich. Wenn wir unser Leben in dieser Welt verlieren und es hassen, werden wir das ewige Leben gewinnen.

Der Lohn der Treue und die Perspektive der Ewigkeit

Und Matthäus 5,10 macht deutlich, dass es tatsächlich ein paar handfeste Vorteile gibt, Verfolgung zu erdulden: Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel.
Das Reich der Himmel, das ist die Gemeinschaft mit Gott, mit Gott leben zu dürfen. Das ist das große Geschenk, das wir haben. Und ich will es mal kurz machen: Dieses Geschenk, dieses Reich Gottes, hat drei Aspekte.
Da gibt es einmal das, was wir hier im Jetzt, heute schon erleben. Und jeder, der mit Gott lebt, der zum Reich Gottes dazugehört, der verliert auf der einen Seite. Aber ist es nicht so, dass wir alle miteinander auch gewinnen, wenn wir an Jesus glauben? Oder wie es an einer Stelle im Markus-Evangelium heißt: Wahrlich, ich sage euch, da ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.
Schon irre viel geschenkt bekommen. Wir gehören zum Reich Gottes, wir gehören zu Gott, und wir treffen plötzlich Leute, die gehören auch dazu. Und natürlich, vielleicht verlieren wir Verwandtschaft, die sich von uns abwendet. Aber wie viel gewinnen wir heute schon?
Und es wird so sein: Die Bibel schweigt darüber nicht, dass im tausendjährigen Reich, wenn der Herr Jesus regiert, wir Mitregenten sein werden. Auch das gehört zum Reich Gottes dazu. Und in der Ewigkeit werden wir die Gegenwart Gottes erleben und genießen dürfen, ohne Ende. Das bedeutet, im Reich Gottes zu sein.
Und weil das eine so tolle Verheißung ist, deswegen müssen wir auch lernen, mit Verfolgung richtig umzugehen. Und die Frage ist: Wie gehe ich richtig mit Verfolgung um? Er möchte drei Aspekte nennen, die ersten beiden nicht hier aus dem Text, sondern aus dem Römerbrief.
 Römer 12,14: Du sollst nicht fluchen. Du sollst nicht über jemanden, der dich verfolgt, schlecht reden, sondern du sollst ihn segnen. Du sollst gut über ihn reden, gut zu ihm reden, für ihn beten, für ihn einstehen, ihm Gutes tun und wirken.
Zweitens Römer 12,19: Du sollst dich nicht rächen. Wenn so ein Gedanke hochkommt, jetzt steche ich ihm die Reifen platt oder sonst irgendetwas. Ja, kennt ihr das nicht? Da ist jemand böse auf dich oder macht dich runter, und du denkst dir: Die nächste Besprechung kommt bestimmt. Wir sind schon nicht dumm, wenn es darum geht, Böses auszuhecken. Paulus muss die Römer an anderer Stelle ermahnen, weise zu sein zum Guten, doch einfältig zum Bösen. Ich weiß, bei mir ist es oft umgekehrt. Ich bin sehr klug, wenn es darum geht, Böses zu tun, und mir fällt manchmal nichts Gutes ein, wenn es darum geht, etwas Gutes zu tun.
Also nicht rächen! Auch gar nicht diese Gedanken im Kopf haben: Was könnte ich dem jetzt antun? Wie könnte ich dem eine reinwürgen? Sondern abwarten. Es gibt einen Gott, der gesagt hat: Ich werde Gericht üben. Und das ist nicht deine Sache.
Also nicht fluchen, sondern segnen. Nicht rächen, sondern abwarten. Und ich finde den Spruch von Erich Kästner an der Stelle ganz schön: Man darf nie so weit sinken, dass wir den Kakao, durch den man uns zieht, auch trinken.
Also, man darf nie so weit sinken, dass wir den Kakao, durch den man uns zieht, auch trinken. Äußerlich kann man uns beschmutzen und dreckig machen, wie man will, aber innerlich möchte ich von dem Dreck nichts haben. Innerlich bleiben wir auf der Linie Christi. Und du kannst uns beschimpfen, du kannst uns verfolgen, du kannst unseren Ruf ruinieren, aber wir werden nicht auf dieses Niveau sinken, sondern wir bleiben auf dem Niveau Christi. Und wir begegnen dem Fluch mit Segen, der Verfolgung mit Gutem.
Und wir tun noch etwas: Matthäus 5,12: Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

Freude trotz Schmach und die Linie der Propheten

Das ist das Schwierige. Jemand macht dich runter, in der Klassengemeinschaft, ja. Der, der mit der größten Klappe dasteht, stellt sich vorne hin und macht dich einfach lächerlich vor der ganzen Klasse. Du läufst puderrot an, deine Ohren glühen, und du denkst dir: Jetzt hätte ich gern so ein Loch, wo ich mich verstecken kann. Ich möchte hier raus.
Und Jesus sagt: Freu dich darüber. Er sagt nicht nur einfach: Freu dich, so wie man sich über ein Zeugnis freut, das so halbwegs okay ist, sondern er sagt eigentlich: Juble, jauchze, sei froh, so in diese Richtung. Das ist das, was er eigentlich will.
Und die Apostel haben uns das vorgemacht. In Apostelgeschichte 5 werden die Apostel vor den Hohen Rat, immerhin das höchste Gericht der damaligen Zeit, geführt. Und nachdem man ihnen einen unfairen Prozess gemacht hat, heißt es dann in Apostelgeschichte 5,40: Und als sie die Apostel herbeigerufen hatten, schlugen sie sie. Und sie geboten ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und entließen sie.
Da ist nichts angestellt, die Apostel haben nichts Böses gemacht, und man hatte sich nicht nehmen lassen, sie erst einmal zu züchtigen. Und jetzt schaut euch die Apostel an: Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voll Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden.
Wahnsinn. Das sind Leute, die etwas davon gemerkt haben, wo wirkliches Glück steckt. Sie haben sich darüber gefreut, dass sie den Weg Christi nachzeichnen dürfen. Und diese Freude hat, wenn man will, zwei Fundamente, auf denen sie stehen kann.
Also, wenn ihr sagt: Ja, warum soll ich mich freuen?, dann will ich euch noch zwei Gründe nennen, die in Matthäus 5,12 drinstehen. Der eine Grund lautet: Der Lohn in den Himmeln ist groß.
Lohn in den Himmeln groß – was heißt denn das? Wer von euch hat noch nie einen Wasserkocher gesehen? Kennt ihr alle die Dinger? Man schaltet sie ein, und dann ist da so ein Schalter dran. Und wenn es kocht, dann geht der aus. Und wenn es kocht und es noch kalt ist, dann kommt vorne so eine Dampffahne raus.
Bei den alten Teekesselchen, die man fast nicht mehr verwendet, sieht man das noch besser. Und der Dampf sieht man so zehn, fünfzehn Zentimeter, und dann ist er weg. Der Dampf kommt und ist einfach weg.
Und die Bibel sagt: Genau wie so ein Dampf, der ganz kurz da ist und dann weg, so ist eigentlich unser Leben. Eine kleine Zeit sichtbar, und dann verschwunden. Aber wisst ihr was? Der Himmel besteht in Ewigkeit. Unser Leben ist nur ein Hauch, ein Schnipp, und es ist vorbei. Aber die Ewigkeit ist der Himmel.
Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass Jesus uns auffordert, dass wir uns Schätze im Himmel sammeln sollen, dass wir hier auf der Erde Dinge tun sollen, die geistlich gesehen Dividende bringen.
Und jetzt wirst du sagen: Aber Jürgen, das ist ja eine ganz komische Motivation. Ich soll hier auf der Erde Verfolgung erleiden, damit ich später mal es irgendwie besser habe? Soll ich nicht Gott dienen, weil ich ihn aus meinem ganzen Herzen liebe, und allein aus Liebe soll ich es tun?
Und ich habe das auch so gedacht, es sei irgendwie eine komische Motivation, um des Lohnes willen Gott zu dienen und Verfolgung zu erleiden, bis ich im Hebräerbrief gesehen habe, dass Jesus auch auf das Ziel schaut. Bei Jesus ist es so: Er hatte die Belohnung auch im Blick. Es heißt in Hebräer 12,2, dass er um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete.
Jesus hat gesehen, die Freude, die hinter dem Kreuz liegt, und er hat sich gedacht: Super, die Freude will ich haben. Ich möchte die Freude der Gemeinschaft mit den erlösten Heiligen. Und deshalb bin ich bereit, hier auf der Erde das Kreuz und die Ablehnung zu ertragen.
Und genauso darf es uns auch gehen. Das ist überhaupt nicht egoistisch oder ungeistlich, wenn wir so herangehen und sagen: Ich möchte den Lohn da hinten, den möchte ich haben. Und hier auf der Erde? Okay, das kostet mich was. Hier werde ich nicht der Größte sein, nicht der Reichste, nicht der Angesehenste, nicht der, über den man gut redet. Aber da hinten, den Lohn, auf den freue ich mich.
Und das Zweite: Denn ebenso taten sie den Propheten. Wir stehen in einer guten Linie, möchte ich mal sagen. Wir haben gute Gesellschaft. Wenn man uns verfolgt, dann tut man eigentlich genau das, was man immer auch durch die Bibel hindurch all denen getan hat, die im Namen Gottes geredet haben.
Lasst uns das nicht vergessen. Vielleicht denkst du: Ich bin so ein armer, kleiner, schwacher Mensch, ja, und ich bin eigentlich gar nichts wert. Und dann gibt es im Alten Testament Leute wie Jeremia, ja, die sind auf irgendwelchen Zisternen fast verreckt. Und Elija, Feuer vom Himmel und solche Sachen – du denkst dir, das ist ja so weit weg, damit habe ich nichts zu tun.
Und Jesus sagt: Nein, wenn du bereit bist, um Gottes Willen zu leiden, dann stehst du in einer Linie mit diesen Leuten. Ist das nicht ein interessanter Gedanke?

Ein letzter Ruf zur Bereitschaft und Treue

Kommen wir zum Schluss. Wir fürchten uns alle davor, ausgelacht zu werden. Wir fürchten uns davor, nicht ernst genommen zu werden. Wir fürchten uns vor einem Außenseiterdasein. Und der Gedanke an echte Verfolgung, dass man uns wirklich Gewalt antun könnte, dass man uns vielleicht die Kinder wegnimmt, was in früheren Jahrhunderten ganz normal war, dass man unsere Häuser beschlagnahmt und uns die Existenzgrundlage entzieht, das macht uns Angst.
Und wenn jemand sagt: Bei mir ist das nicht so, dann hast du wahrscheinlich noch nicht lange genug darüber nachgedacht. Deshalb möchte ich euch bitten, zwei Dinge zu tun.
Das eine, worum ich euch bitten möchte, ist, dass ihr euch die Frage stellt, ob wir bewusst die unangenehmen Seiten des Christentums umgehen. Also, ob wir solche sind, die mit ihrem Leben den Herrn Jesus verleugnen. Am Anfang hatte ich gezeigt, wie leicht es ist, Verfolgung zu entgehen, wenn man schweigt. Jetzt möchte ich noch die andere Seite mit einem Vers skizzieren. Ich möchte zeigen, dass man sich nicht nur schuldig macht an unseren Freunden und den Menschen um uns herum, denen wir eigentlich das Evangelium sagen sollten, sondern dass wir auch den Herrn Jesus traurig machen, wenn wir schweigen.
Das heißt in Lukas 9,26: Wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit. Es ist keine kleine Sache, den Mund zuzulassen. Und stell dir vor, der Herr der Herrlichkeit kommt, und du stehst vor ihm. Und er schaut dir in die Augen, schüttelt den Kopf und sagt: Schade, da wäre so viel mehr drin gewesen in deinem Leben. Schade.
Und der zweite Punkt: Wir müssen uns auch auf Verfolgung vorbereiten. Dazu gehört, dass wir ein gutes Bibelwissen aufbauen, dass wir uns geistliches Unterscheidungsvermögen aneignen. Dazu gehört auch, dass wir unser Herz nicht an diese Welt binden, und das ist vor allem eine Sache des Geldes. Die Bibel betont immer wieder: Wer viel Besitz hat, wer es nicht gelernt hat, Geld wegzugeben und in Gottes Reich zu investieren, dessen Herz hängt an dieser Welt. Er ist gefangen von der Welt. Prüft euch an dieser Stelle.
Prüft euch auch, wohin ihr in eurem Leben wollt. Sind das eure Träume, die ihr leben wollt? Große Träume der Karriere, große Ziele, die vielleicht nichts mit dem zu tun haben, was Gott in eurem Leben wirken könnte? Lasst uns vielmehr so leben, dass wir jeden einzelnen Tag bereit sind, dem Herrn Jesus zu begegnen. Wir wissen nicht, wann er wiederkommt. Es könnte sein, dass keiner von uns, der gläubig ist, den Tag heute beendet, weil der Herr Jesus wiederkommt und uns zu sich holt.
Elizabeth Elliot hat es so ausgedrückt: Ein Nachfolger des gekreuzigten Christus zu sein, bedeutet früher oder später die persönliche Begegnung mit dem Kreuz, und das Kreuz bedeutet immer Verlust. Liebe der Herz schenken, dass wir diese Wahrheit verinnerlichen und leben.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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