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Die Frau in der Gemeinde - Teil 2/2

23.09.2001
SerieTeil 2 / 2Die Frau in der Gemeinde
Mutige Frauen warten nicht auf perfekte Momente: Sie bauen Beziehungen, teilen ihren Glauben und tun Gutes im Alltag. Die Frage ist nicht Können?, sondern: Nutzt du deine Chance?

Ein mutiges Zeugnis im Alltag

Also, jetzt kommen wir zum nächsten Bereich: Die Frau in der Gemeinde, eine mutige Bekennerin.
Irgendwo hörte ich einmal den Satz: „Gerettet sein bringt Rettersinn.“ Gott braucht Frauen, die anderen weitersagen, was sie persönlich mit Gott erlebt haben und wie sie Gott kennengelernt haben. Die Frau am Jakobsbrunnen ist mir diesbezüglich ein großes Vorbild.
In Johannes 4,39 lesen wir: „Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritern an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“ Welch ein Segen ging von dieser Frau aus, Segen für eine ganze Stadt!
Willst du dich von ihrem Zeugenmut anstecken lassen? Dann darfst du dich nicht von deinen ungläubigen Bekannten in deinem Umfeld zurückziehen. Dann musst du Beziehungen bauen. Mit betendem Herzen kannst du Kontakt zur Arbeitskollegin, zur Nachbarin, zur Mutter der Kindergartenfreundin oder zum Schulfreund pflegen. Unerschöpfliche Möglichkeiten schließen sich uns da auf.
Ich möchte ein paar Beispiele aus meinem Leben erzählen. Früher habe ich viele Urlaubskarten an gläubige Geschwister geschrieben, das mache ich heute nicht mehr. Ich schreibe die Urlaubskarten besonders an meine ungläubigen Kontakte, um Beziehungen zu pflegen. Geburtstagsgrüße mit einem Bibelwort oder einem kleinen Büchlein erweisen sich schon als ganz unaufdringliche Zeugnisgelegenheit.
Fahrgemeinschaften in die Schule und in den Kindergarten ermöglichen den Aufbau von Beziehungen. Die Mutter von Amelies Kindergartenfreund in Mannheim gewann durch diese Fahrgemeinschaft so viel Vertrauen zu uns, dass sie mich um die Betreuung ihres Sohnes einmal in der Woche bat. Schulfreunde einzuladen hilft, Kontakte zu knüpfen. Immer wieder ergibt sich dadurch auch ein kurzes Gespräch mit der Mutter, die ihr Kind bringt.
Wir sind ja noch nicht lange in Hünfeld bei Fulda, aber ich freue mich, dass sich die Mutter von Amelies Schulfreundin bereits zum Kaffee einladen ließ und die Mutter von Benjamins Schulfreund mich zum Kaffee einlud. Das ist für mich dann das Trittbrett, sie auch zu anderen evangelistischen Veranstaltungen in die Gemeinde einzuladen beziehungsweise evangelistische Kassetten oder Bücher als Mitbringsel zu überreichen.
Am Ende der Grundschulzeit unseres Sohnes machten wir uns als Familie darüber Gedanken, wie wir in seiner Klasse noch ein Zeugnis von Jesus Christus hinterlassen könnten. Wir packten für alle Eltern von Benjamins Schulfreunden ein evangelistisches Büchlein und für die Kinder ein christliches Abenteuerbuch ein. Mein Mann fuhr dann mit Benjamin den ganzen Ort ab und verteilte die Literatur. Einige riefen hinterher an und bedankten sich, und wir hoffen, dass diese ausgestreute Saat vielleicht da und dort zu Gottes Zeit aufgehen darf.
Da sind wir auch schon bei der Möglichkeit, regelmäßig gute Schriften zu verteilen. An jedem Wohnort, an dem ich bis jetzt als Christin lebte, wusste ich mich von Gott auch als Zeugin hingestellt. Deswegen fühle ich mich immer auch für meine Nachbarschaft verantwortlich. Da es mir schwerfällt, in Gesprächen so frontal auf Jesus zu sprechen zu kommen, nutze ich gerne den verlängerten Abend der Evangelisation und verteilte eine monatlich erscheinende gute evangelistische Schrift. Zuerst war ich mit dem Kinderwagen unterwegs, und später begleitete mich mein Sohn mit seinen Inlinern zum Verteilen.
Ein Ehepaar kam auf diesem Weg zu uns in den Hauskreis nach Mannheim. Als wir im Sommer 2000 umzogen, entwarf ich einen Abschiedsbrief. Mit einer evangelistischen Kassette und einem Traktat verabschiedete ich mich dann persönlich von meinen Nachbarn und meinen ungläubigen Bekannten in Ilvesheim.
„Mich prägte immer so das Wort: Rein von aller Blut, sagt Paulus, gehe ich nun zu den Heiden. Und irgendwo, wenn man dann die Möglichkeit nicht hatte, zum Gespräch so auf Jesus hinzuweisen, dann hat man doch die Möglichkeit, ein Büchlein zu hinterlassen. Und wenn das dann auch vielleicht Jahre liegen bleibt, wenn der Betreffende vielleicht einmal in eine Notsituation kommt, greift er vielleicht doch zu dieser Kassette oder zu dem Buch. Und ich bin von meiner Verantwortung, ohne jetzt irgendwie Druck auf uns zu bringen, ja, aber es entlastet, wenn ich weiß: Doch, ich habe ihm auch ein Zeugnis von Jesus dagelassen.“
In Hünfeld begrüßten wir in der Weihnachtszeit alle Neueingezogenen. Wir waren nämlich mit unserem schnellen Fertighäuslein bei den Ersten, mit einem Teller Plätzchen. Dann konnten sie wenigstens für die Plätzchen danken, und dazu gab es einen evangelistisch eingepackten Kalender. Ja, zu zwei Nachbarn haben wir nun schon sehr guten Kontakt. Eine Frau ließ sich sogar zu allen Abenden einer evangelistischen Veranstaltung einladen und hat jetzt auch zugesagt, in unseren neu begonnenen Hauskreis zu kommen. Jetzt, vor ein paar Tagen, kam sie, hat sich entschuldigt, dass sie nicht kam, und gedacht: Na, das ist schon etwas.
Ja, und im August haben wir dann alle Nachbarn zu einem Nachbarschaftsfest eingeladen, und sage und schreibe, es kamen 40 Erwachsene und 25 Kinder, die dann auf unserem Hof zum Grillen waren. Das war so ein herzliches Kennenlernen. Mein Mann hat das wirklich in einer feinen Art gemacht. Wir sind jetzt mit allen per Du, und vor dem Grill hat er dann auch noch gebetet. Sie wissen um unsere Einstellung, aber es ist jetzt immer ein herzliches Winken, und jetzt sehen wir mal, was der Herr daraus macht. Das ist eine Langzeitwirkung. Es muss natürlich Vertrauen wachsen, aber wir möchten uns gern durch gute Werke, jetzt vor allem dann nicht so viel reden, aber durch gute Werke in irgendeiner Form auch dann als Christen bewähren, wo wir Möglichkeiten haben. Es muss dann der Herr schenken.
Wir beten für alle Nachbarn wöchentlich an unserem Gebetsvormittag, während alle Nachbarn so rundum namentlich vor den Herrn gebracht werden. Um eine Zeugin Jesu zu sein, brauchen wir keine großartigen Begabungen. Wir brauchen ein Herz voll Retterliebe und einen Blick für die Verlorenen. Ich denke mir manchmal wirklich: Ist uns bewusst, dass der Nachbar daneben, der Arbeitskollege, die Frau, dass die wirklich in die Hölle kommen, in ewiger Gottesferne bleiben müssen, wenn sie das Evangelium nicht annehmen? Uns ist manchmal der Ernst in unserem Vielerlei wirklich untergegangen. Wenn wir aber für die Leute beten, kann uns der Herr das immer wieder wach halten, diesen Ernst auch der Ewigkeit.
Wir gehen wieder von innen nach außen. Frauen, denen es ein großes Bedürfnis ist, dass Menschen das Evangelium hören, werden diese Gesinnung dann auch in ihre Gemeinde einbringen.

Dienste, die aus der Gemeinde heraus wirken

Im Gemeindeleben lassen sich auch Dienstgruppen bilden, die sich die Evangelisation zum Schwerpunkt gesetzt haben. Zum Beispiel arbeiteten in Mannheim, wo wir zuvor zehn Jahre lang waren, Frauen beim evangelistischen Büchertisch in der Stadt mit. In großer Treue standen sie vierzehntägig in der Fußgängerzone und versuchten, mit Menschen, die am Büchertisch stehen blieben, ins Gespräch zu kommen. Andere schwirrten aus und verteilten Schriften und Literaturbestellkarten. Dort konnte man gratis ein Buch bestellen oder eine Bibel bestellen. Wir erhielten immer wieder Reaktionen von Menschen, die daraufhin eine Bibel oder ein Buch bestellt hatten.
Eine kranke Frau, die jetzt wieder ein paar Stunden arbeitet, hat sich zum Ziel genommen, Ortschaften mit Schriftenmaterial zu durchkämen, ganze Ortschaften. Sie holt sich einen Ortsplan und geht dann die Straßen durch. Dabei wirft sie evangelistische Traktate in die Briefkästen. Schon von manchen berühmten Gottesmännern wissen wir, dass sie durch ein Traktat zum Glauben kamen. Auch wenn vieles weggeworfen wird, kann der Herr doch auch diese Saat aufgehen lassen.
Zwei Frauen in der Mannheimer Gemeinde haben ein besonderes Herz für Kranke und alte Menschen. Sie gehen dann in die Krankenhäuser und Altenheime und singen dort. Sie nehmen dann ihre Jungschaler mit, und diese verteilen Schriften. Das ist auch eine Gelegenheit, die Kinder schon in den Zeugendienst mit einzubinden.
Zwei Frauen aus der Gemeinde begannen mit einem evangelistischen Frauenfrühstück, zu dem sie ihre Bekannten einluden. Zuerst gab es Frühstück und dann nur wirklich eine kurze Andacht. Es wurde vielleicht nur aus dem Andachtsbuch etwas vorgelesen. Nach einem Jahr sagte dann die Frau: Wer Interesse hat, das Johannesevangelium mit mir zu lesen, den möchte ich jetzt sehr ermutigen. Jetzt nicht mehr groß mit Frühstück, sondern jetzt wirklich Bibelarbeit zu machen. Das sind einige Frauen, mit denen sie dann angefangen hat, die Bibel zu lesen. Aber zuerst war da dieses Brückenbauen, damit Vertrauen wächst. Das ist heute in dieser Zeit, in der auch die Sekten rundum sind, wichtig. Man muss erst Vertrauen bauen, Vertrauen schaffen.
Eine Frau hat sich aus diesem Kreis bekehrt, und jetzt hat sie mir erzählt, dass sie wieder eine Frauenrunde hat. Und jetzt kam wieder eine Frau zum Glauben. Gerade mit ungläubigen Frauen das Johannesevangelium zu lesen, dazu mache ich euch Mut. Da kann man auch einmal für sich einen Kommentar dazu lesen. William Macdonald kann ich sehr empfehlen. Es ist nicht so schwer, wenn man unsicher ist, sondern man geht einfach den Text entlang und sagt: Wie verstehst du das? Und so weiter. So führt man sie zum Wort hin.
Es gibt aber auch diese guten Kurse von Jean Gibson, Training im Christentum. Den nehme ich jetzt mit einer Frau durch. Es gibt so viel gutes Material, um sich da auch von Gott her gebrauchen zu lassen.
Eine andere Schwester in der Gemeinde bietet einen Bastelkreis an, auch so einen Zubringerdienst, um dann Frauen, auch wenn es evangelistische Veranstaltungen sind, einzuladen. Oder es gibt auch einen Bastelkreis für Kinder, wo ungläubige Kinder aus ungläubigen Häusern kommen. Man kommt doch immer wieder auch mit den ungläubigen Müttern ins Gespräch.
Eine Mutter führt jede Woche eine evangelistische Hauskinderstunde durch, und bis zu zehn Kinder lassen sich dazu einladen. Ich habe auch schon von missionarisch ausgerichteten Mutter-Kind-Gruppen als evangelistischem Angebot gehört. Ich machte auch sehr positive Erfahrungen mit größeren evangelistischen Frauenfrühstückstreffen. Da können viele Frauen ihre Gaben dann einbringen. In Mannheim hatten wir das erste vor zwei Jahren, da kamen dann zwanzig außenstehende Frauen. Und jetzt im März war das zweite, da waren es schon vierzig Frauen. Danach wird immer wieder eine evangelistische Frauenrunde angeboten, und die Interessierten bleiben dann oder kommen zur nächsten Veranstaltung wieder. So kann man die Kontakte immer wieder mit dem Evangelium konfrontieren.
Wichtig ist auch, diesen privaten Kontakt zu pflegen und einfach einmal nur zum Kaffeetrinken einzuladen. Das ist ganz, ganz wichtig. Das haben wir jetzt auch mit Nachbarsfamilien gemacht. Da fehlt kein frommes Wort, nur damit sie sehen: Hoppla, die sind ja auch ganz normale Menschen. Das müssen sie auch erst einmal sehen, dass man mit ihnen ganz normal reden kann, auch über ganz oberflächliche Sachen. Es ist wichtig, wie gesagt, das sind alles Langzeitwege.
Aber lasst euch anspornen, mutige Bekennerinnen für unseren Herrn und Heiland zu sein! Es liegt eine große Würde auf diesem Dienst. Paulus schreibt in 2. Korinther 5,20: So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt. Wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott. Es liegt eine ganz große Würde auf unserem Zeugendienst.
Mit dem Ausspruch einer Missionsfrau möchte ich diesen Punkt abschließen. Sie sagte: Wenn es im Himmel einen Menschen gibt, der Gott dankt, dass ich gelebt habe, dann hat sich mein Leben gelohnt. Wenn es im Himmel einen Menschen gibt, der Gott dankt, dass ich gelebt habe, dann hat sich mein Leben gelohnt.

Ein neuer Schwerpunkt: praktische Liebe im Alltag

Schön, kommen wir zum nächsten Punkt: Die Frau in der Gemeinde, eine fleißige Dienerin.
Mit diesem Bereich möchte ich die Vielfalt der Möglichkeiten, Gutes zu tun, ansprechen. Praktizierte Nächstenliebe bietet ein riesengroßes Betätigungsfeld für die christliche Frau. Dabei geht es in besonderer Weise um ein Leben, das nicht für sich selbst gelebt wird, sondern in Wort und Tat sich anderen Menschen hingibt. Wie schön, wenn ein Leben mit Liebestaten randvoll gefüllt ist!
Einige Bibelworte sollen uns zu Beginn leiten. Von der tüchtigen Frau in Sprüche 31 heißt es: „Ihre Hand öffnet sie dem Elenden und streckt ihre Hände dem Armen entgegen.“ Oder Paulus lobt eine Frau für ihre guten Werke: „In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabea; diese war reich an guten Werken und Almosen, die sie übte.“ Und Jakobus schreibt, was in Wahrheit Gottesdienst ist, das mir in diesem Jahr auch sehr wichtig geworden ist: „Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst ist dieser: Waisen, Witwen in ihrer Drangsal zu besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.“ Besuchsdienst ist in Gottes Augen ein reiner, unbefleckter Gottesdienst. So schätzt Gott den Besuchsdienst.
In 1. Timotheus 5,9-10 werden Frauen beschrieben, die sich in ihrem Leben als Christ einen so guten Ruf erworben haben, dass sie nun im Witwenstand mit der Unterstützung der Gemeinde rechnen dürfen. Eine Witwe soll ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie wenigstens sechzig Jahre alt ist, eines Mannes Frau war, ein Zeugnis in guten Werken hat, wenn sie Kinder auferzogen, wenn sie Fremde beherbergt, wenn sie den Heiligen die Füße gewaschen hat, wenn sie jedem guten Werk nachgekommen ist.
Ein Vortrag nur über diesen Bereich würde nicht ausreichen, um die vielen Möglichkeiten aufzuzählen, die gläubige Frauen haben, um Liebestaten in der so liebesarmen Welt auszustreuen. Keine müsste über Langeweile klagen oder sich sinnlos und nutzlos vorkommen, wenn sie ihre Augen für die Nöte um sie herum offen hält. Aber ich will in Erinnerung rufen, dass unsere guten Werke in der Familie beginnen, die Verwandten mit einbezogen. Doch wieder fängt es mit der Gesinnung im Herzen an, bevor die Liebestaten in der Gemeinde auch durch spezielle Arbeitsgruppen oder Pläne organisiert werden.
Ich will mich auf eine kurze Aufzählung beschränken: Immer gibt es Kranke, die sich auf einen Besuch freuen, Gläubige wie Ungläubige. Es gibt Witwen, die dankbar sind, wenn ihre Einsamkeit durch einen Besuch oder eine Einladung unterbrochen wird. Dem Junggesellen kann man vielleicht die Waschmaschine zur Verfügung stellen oder ihn zum Essen einladen, der überlasteten Mutter die Wäsche bügeln oder mal für ein paar Stunden die Kinder abnehmen. Der Witwe mit einer ganz kleinen Rente mal einen Geschenkkorb mit Leckereien vor die Tür stellen, Einkäufe tätigen, finanziell helfen, vielleicht ein teures Medikament besorgen, bei Sammelaktionen für Russland und so weiter mithelfen.
Jemand sagte, dass die Kraft in der Diakonie in der Zukunft entscheidend für das Wachstum einer Gemeinde sein wird. Die Gastfreundschaft möchte ich nochmals besonders hervorheben. Viele Bibelstellen ermutigen uns zu diesem Dienst. Eine möchte ich zitieren aus Hebräer 13,1, da heißt es: „Die Gastfreundschaft vergesst nicht, denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.“
Nun gehen wir wieder vom privaten Bereich ins öffentliche Gemeindeleben. Wie können dienstwillige Frauen doch eine Gemeinde bereichern? Die Gemeinde in Mannheim hatte ein sozialdiakonisches Team. Wir hatten wirklich, ich werde das dann auf der Folie noch zeigen, das Gemeindeleben, je größer es wurde, dann wirklich mehr und mehr in Teams strukturiert. Neben spontaner Hilfe untereinander hatte jedes Gemeindeglied in seinem Ortsteil einen Ansprechpartner, der dafür zuständig war, praktische Hilfe zu organisieren. War jemand krank, wurde ihm ein Essen gebracht oder sonst je nach Bedarf geholfen. Leider wurde dieses Angebot oft wegen unseres angeborenen Stolzes nicht so häufig in Anspruch genommen.
Da steht uns der Stolz im Wege, jemanden zu bitten, zu sagen: Du, ich bin krank, könntest du doch ... Aber ich sage immer: Wenn wir das in jüngeren Jahren nicht lernen, muss man es im Alter lernen, und dann fällt es doppelt so schwer. Da ist mir immer auch das Vorbild des Herrn Jesus vor Augen. Er hat als Sohn Gottes die Jünger gebeten, mit ihm zu wachen. Er hätte es nicht notwendig gehabt, aber er war nicht zu stolz zu sagen: Bitte wacht mit mir in dieser schwierigen Stunde. Aber wir sind zu stolz, um Hilfe zu bitten. Und das wäre so schön, wenn wir das auch ablegen würden. Also ich bemühe mich mehr und mehr, das abzulegen, zu sagen: Du, ich bräuchte jetzt Hilfe, bitte, oder auch mal die Hilfe oder die Hilfe. Wir dürfen auch nehmen, aber wenn es keiner weiß, dann kriege ich auch keine Hilfe, ja, und dann kann ich nur daheim mich in Selbstmitleid vergraben. Ja, aber es gibt auch Schwestern, die ohne Plan helfen, und das ist auch schön.
Es gibt auch ein Team, das den Liebesdienst des Abholens und Heimfahrens übernahm. Gerade alleinstehende Frauen sind da sehr gefragt. Ein Jahr lang wurden zum Beispiel regelmäßig zwei Frauen aus dem Odenwald abgeholt. Die Fahrer nahmen für eine Strecke 45 Minuten Fahrzeit in Kauf, damit diese zwei Schwestern an der Sonntagsversammlung teilnehmen konnten. Hin 45, zurück 45, ja, da wurde wirklich ein Plan dafür organisiert, also aufgestellt, damit diese zwei Schwestern regelmäßig kommen konnten. Und ich kenne auch Söhne und Töchter, die ihre verwitwete Mutter zur Bibelstunde abholen. Auch als Kind beginnt der Dienst für Gott immer in der eigenen Familie.
Auch praktische Dienste, die im Gemeindeleben anfallen, brauchen fleißige Hände. Man braucht Küchenteams, die die Organisation von Gemeindefesten übernehmen. Und nach den Festen müssen erst recht viele fleißige Helferinnen am Werk sein: putzen, kochen, spülen, abtrocknen, dekorieren, reparieren, kopieren, renovieren, musizieren, Geburtstagsgrüße schreiben, den Gemeindebüchertisch leiten und vieles mehr sind Liebesdienste an der ganzen Gemeinde. Gerade bei den weniger attraktiven Aufgaben muss man sich vor Augen halten, dass sie für den Herrn getan genauso Frucht sind. Lasst euch auch für diese vom Menschen unscheinbaren Dienste ermutigen.
Mir hat da schon oft das Bibelwort zur rechten Perspektive verholfen. In Kolosser 3 heißt es: „Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht dem Menschen; ihr dient dem Herrn Jesus Christus.“ Mit dieser Sichtweise können wir das Kleine tun, als wäre es etwas Großes, und das Große, als wäre es etwas Kleines.
Und wie im privaten Bereich, so ist auch für die Gesamtgemeinde die Gastfreundschaft ein äußerst wichtiger Dienst. Dazu auch einige Beispiele: Die Gemeinde in Mannheim würde nicht existieren, wenn nicht ein Ehepaar und im Besonderen die Hausfrau bereit gewesen wäre, die Gemeinde in ihrem Haus zu beherbergen. Oft ging es so wie im Taubenschlag, ein Kommen und Gehen. Bei mindestens vier Veranstaltungen pro Woche war die ganze Familie sehr gefordert. Heute ist die Gemeinde auf ca. 80 verbindliche Glieder gewachsen. Weil dieses Ehepaar einer ganzen Gemeinde Gastfreundschaft gewährte, konnte Gott in Mannheim seine Gemeinde bauen. Der Herr wird diese Familie im Preisgericht dafür sicher reichlich belohnen.
Ein biblisches Vorbild haben wir diesbezüglich in Aquila und Priscilla, die immer wieder Gemeinden in ihrem Hause beherbergen, nachzulesen in 1. Korinther 16,20 und Römer 16,5. Wenn die Gemeinde viele Glieder hat, besteht die Möglichkeit, die Bibelstunde in Hauskreise zu verlegen. Da braucht es wiederum Geschwister und vor allem Frauen, die Hauskreise beherbergen. Wie wichtig ist da das Geschick einer Hausfrau, die den Gästen eine heimelige Atmosphäre bietet? Ich habe Menschen vor mir, die zuerst nur wegen der gemütlichen Stimmung in den Hauskreis kamen und die herzliche Aufnahme als wohltuend empfanden, bevor sie sich langsam dem Wort Gottes öffneten.
Wir hatten in Mannheim fünf Jahre Hauskreis, und bevor wir gingen, hatten wir noch eine evangelistische Veranstaltung mit Werner Gitt. Und da haben sich dann einige bekehrt, und jetzt, ein Jahr später, hatten wir den Hauskreis zu uns heim eingeladen. Ich sage euch, das war für mich so eine Freude, ich weiß nicht, waren es jetzt acht oder neun, die da waren, und bis auf einen haben sich alle bekehrt, und gerade die Frau. Eine Lehrerin, die auch nur wegen der Atmosphäre kam, hat jetzt vor zwei Monaten ihr Leben Jesus Christus anvertraut und hat mir dann gesagt: Du, ich weiß, ich bin jetzt auch angenommen. So eine Freude! Aber auch Hauskreisarbeit ist Langzeitarbeit. Aber ich war so ermutigt, jetzt haben wir wieder einen Hauskreis, es sind wieder sechs Außenstehende, die jetzt kommen, gerade ungläubige Partner, worüber wir uns sehr freuen, ungläubige Männer von gläubigen Frauen. Aber ich weiß, es wird jetzt wieder Jahre gehen, aber ich habe so Freude durch diese Erfahrung in Mannheim, die der Herr da geschenkt hat.
Und zuletzt möchte ich noch erwähnen, wie sehr alleinstehende Gemeindeglieder die offenen Häuser beziehungsweise Wohnungen der Familien brauchen. Wir haben gerne Gäste, und es bleibt unser Anliegen, besonders alleinstehende Menschen, ob gläubig oder ungläubig, einzuladen. Da mein Mann an den Wochenenden jetzt fast immer unterwegs ist, sitzen nun regelmäßig dienstags und mittwochs alleinstehende Brüder am Essenstisch. Und wenn mein Mann nicht da ist, dann lade ich mir die Leute ein. Also das geht auch. Ich frage dann: Macht sich was aus, wenn mein Mann nicht da ist? Dann kommt auch trotzdem. Also Gastfreundschaft ist auch ganz unabhängig vom Stand, in dem man lebt.
Für einen Bruder in Mannheim wurde sogar ein Essensplan aufgestellt. Rainer ist psychisch krank. In Kinderheimen aufgewachsen, durfte er nie die Geborgenheit einer Familie genießen. Die Familie, in der die Gemeinde entstand, nahm ihn die ersten Jahre jedes Wochenende zu sich auf. Rainer blühte so richtig auf. War die Familie im Urlaub, bestand die Gefahr, dass er eine Psychose bekam. Als wir diese Zusammenhänge erkannt hatten, organisierten wir für Rainer für jeden Sonntag eine Einladung in eine Familie. Rainer hat immer den Plan gemacht, dann haben sich die Leute eingetragen, und er ging dann so reihum sonntags. Und ich kann euch sagen, das machen wir jetzt schon zehn Jahre, und ich hoffe, das wird bleiben. Und erfreulicherweise muss Rainer seitdem nicht mehr in die psychiatrische Klinik.
Das ist Dienst an den Schwachen, so ein wichtiger Dienst: in die Familie aufnehmen und Liebe bewirken, Liebes, was Nettes hinstellen und reden und Gemeinschaft haben. Er ist so bescheiden, das reicht ihm dann schon, er sagt, ich brauche dann auch wieder Zeit für mich, aber gerade dieser Sonntag, der ist für ihn immer der trübste Tag gewesen. Das war für uns auch so eine schöne Erfahrung.
Gewiss ließen sich noch viele Möglichkeiten aufzählen, wo wir durch gute Werke unsere Gottesfurcht unter Beweis stellen können. Aber ich hoffe, dass durch die wenigen Aufzählungen deutlich wurde, dass eine gläubige Frau daheim nie versauern muss, wenn sie dem Gebot, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, nur ansatzweise nachkommen will.
Zusammenfassend können wir uns durch die Aussage in Galater 6,10 zu guten Werken anspornen lassen: „Lasst uns nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das gute Wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens.“
In den ersten drei Bereichen ging es nun um Dienstmöglichkeiten, die für jede gläubige Frau gleichermaßen gelten. Beten, bezeugen, Gutes tun gehört in das Lebensprogramm einer jeden Christin und natürlich auch eines jeden Christen. Im folgenden Bereich geht es nun um die individuelle Begabung, darum heißt der sechste Punkt: Die Frau in der Gemeinde, eine begabte Jüngerin.
Glaubt ihr mir, dass jeder Christ mindestens eine persönliche Geistesgabe geschenkt bekommen hat? Da frage ich jetzt wieder: Glaubt ihr mir, dass jede von euch mindestens eine Gabe geschenkt bekommen hat von Gott? Wenn ja, dann hebt doch mal bitte die Hand, wenn ihr das glaubt. Ja, das stimmt, jede von uns hat eine Gabe bekommen. Das lesen wir in 1. Petrus 4,10: „Wie jeder, auch die Frau, eine Gnadengabe empfangen hat, so dient er miteinander als guter Verwalter der verschiedenartigen Gnadengottes.“
Ich zitiere dazu Gerd Goldmann aus Krefeld, er schreibt zum Thema die Frau in der Gemeinde Folgendes: Die geistgewirkte Verschiedenheit der Gnadengaben zeigt sich auch bei den Frauen. Wenn wir von der Gabe des Apostels und des Vorstehens absehen, wird im Neuen Testament keine Gnadengabe genannt, die nicht auch von Frauen im Segen ausgeübt werden kann. So sehen wir Frauen als Lehrerinnen, Apostelgeschichte 18,26, Titus 2,3, Prophetinnen, Apostelgeschichte 21,9, 1. Korinther 14,11-14, Evangelistinnen, Philipper 4,3, und Dienerinnen, Römer 16,1, Apostelgeschichte 9,36. Wie viel Segen kann in einer Gemeinde fließen, wenn Frauen voll in die Mitarbeit einbezogen sind, und wie viel Potenzial liegt in mancher Versammlung gerade bei den Schwestern brach. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Frauen entsprechend ihren Gnadengaben zum Dienst in der Gemeinde ermutigt werden, so dass sie in dieser Mitarbeit ihre geistliche Erfüllung finden. So weit das Zitat von Gerd Goldman.
Um der Verschiedenartigkeit der Dienstgaben besser Rechnung tragen zu können, wurde das Gemeindeleben in Mannheim in verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt. In allen Teams arbeiten Frauen aktiv mit, manche Teams werden auch von Frauen geleitet. Wir orientierten uns da an dem Gabenkatalog aus Römer 12, da heißt es in Vers 4-8: „Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir die vielen ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, so lasst sie uns auch gebrauchen: es sei Weissagung nach dem Maß des Glaubens, es sei Dienst im Dienen, es sei der Lehrende in der Lehre, es sei der Ermahnende in der Ermahnung, der Mitteilende in Einfalt, der Vorstehende mit Fleiß, der Barmherzigkeit Übende mit Freudigkeit.“
Im Folgenden möchte ich gerne einige dieser Teams vorstellen. Die Aufzählung hört sich nun gewiss gut an, und man möchte vermuten, dass Mannheim eine ganz besonders tolle Gemeinde ist. Dem ist es aber nicht so. Da gibt es auch Probleme. Aber hilfreiche Strukturen können wirklich mithelfen und ein Kanal dafür sein, dass das geistliche Leben besser fließen kann, das heißt, dass auch die Gaben der Einzelnen besser eingebracht werden können.

Verschiedene Gaben in geordneten Diensten

Im Evangelisationsteam sind die Frauen mit der Gabe der Evangelisation. Das Team steht für folgende Dienste zur Verfügung: Büchertisch, evangelistische Einsätze, T-Bus, zum Beispiel evangelistische Hausbesuche, Schriftenverteil-Einsätze, missionarische Frauenkreise, Kinderstunden, Frauenfrühstückstreffen. Möglich wären auch evangelistische Kaffees oder Bücherstuben. Ich kenne zwei evangelistische Bücherstuben, die ganz toll laufen, auch im Ort, und wirklich ein feines Zeugnis für das Evangelium sind.
Im diakonischen Team sind die Frauen mit der Gabe der Barmherzigkeit und des Dienens. Dieses Team führt folgende Dienste durch: Kranken- und Altenbesuche, Hilfestellung für Schwache. Frauen tun sich in dem Bereich mit ihrer warmen und oft herzlicheren Art leichter als Männer. Sie können tiefer mitfühlen, und ein Teil des Teams steht eben auch für Pfarrdienste zur Verfügung.
Im Seelsorgeteam, das merken wir, war es irgendwie schwerer zu organisieren. Das liegt jetzt auch ein bisschen brach. Aber das sind die Frauen mit der Hirtengabe. Viele Frauen haben die Fähigkeit, sich auch besser einzufühlen und Menschen in ihren Nöten zu trösten. Da gibt es auch wirklich viele Möglichkeiten.
Wir hatten so angedacht, dass eben dieses Seelsorgeteam auch wieder für einen bestimmten Bereich zuständig ist und immer wieder anruft: Wie geht es dir? Können wir dir irgendwie helfen? Brauchst du ein Fürbitteanliegen? Und so weiter. Dann war er praktisch ein Ansprechpartner für eine Gruppe von Gemeindegliedern. Aber das hat nicht so richtig, muss ich sagen, nicht so richtig hingehauen. Am Anfang ging das, aber als die Gemeinde größer wurde, war das für die anderen irgendwie dann so übergestülpt. Die erste Haut, sage ich mal, hat das so wirklich fein angenommen und uns als positiv und hilfreich erlebt. Und für manche war das: „Oh, da kommt eben das typisch Menschliche, werde ich da jetzt ausgefragt?“ Es war schade, aber so sind wir halt Menschen, wenn das Vertrauen noch nicht so gewachsen ist.
Von daher war das dann doch schwerer zu organisieren. Aber deswegen sind die Gläubigen, die diese Hirtenseele haben, trotzdem aktiv, nur eben weniger organisiert, sondern dort, wo wirklich Vertrauen vorhanden ist.
Wir haben dann versucht, so ein Beziehungsnetz aufzubauen, also dass jeder in der Gemeinde mindestens einen Ansprechpartner hat. Gerade wenn neue dazukommen sind, haben wir versucht, das dann irgendwie schon zu organisieren und zu sagen: Möchtest du mit jemandem einen Kurs durchmachen, damit der überhaupt in die Gemeinde ein bisschen reingefunden hat? Da muss man auch eine Plattform schaffen für Neue, die dazukommen, besonders wenn es auch Gläubige sind, die vielleicht von irgendwo anders weggezogen sind und dann auch integriert werden müssen.
Im Sonntagsschulteam, das war für mich auch noch eine schöne Erfahrung, haben einige Frauen aus dem Seelsorgeteam ein Seminar zum Thema Depressionen durchgeführt. Daraus ist jetzt eine Gruppe entstanden, die sich gerade um psychisch Schwache kümmert. Und ich sage euch, wir waren erstaunt, wie viele psychisch Schwache es in der Gemeinde gibt und wie die dann jetzt endlich mal sich getraut haben, neudeutsch zu outen, ja, mal zuzugeben, dass sie Depressionen haben oder psychische Nöte haben. Und die ist unser Lichtsucher in den Kreis geworden. Sie treffen sich jetzt jeden Montagabend, nehmen Lebensbilder durch von Menschen in der Bibel, die Depressionen hatten oder Angstzustände oder Themen in der Richtung, und beten füreinander. Da ist eine ganz große Vertrautheit und Offenheit entstanden. Und da freue ich mich ganz arg, dass sie so ein Dienst für Leute, die die Hirtengabe haben.
Dann im Sonntagsschulteam sind die Frauen mit der Lehrgabe. Dieses Team ist einerseits für den biblischen Unterricht in einer der vier Sonntagsschulgruppen zuständig und andererseits arbeiten sie auch mit Junggläubigen oder Jugendlichen Glaubensgrundkurse durch, Gene Gibson zum Beispiel, oder es gibt auch Material für Teenager. Möglich wären auch Frauenstunden oder Mutter-Kind-Kreise in der Richtung.
In mehreren Teams kommt auch die Leitungsgabe der Frauen zum Tragen. So gibt es in Mannheim und in Hünfeld Teamleiterinnen in der Sonntagsschule, Leiterinnen eines Begrüßungsteams, Leiterinnen des Küchenteams, Leiterinnen eines Büchertischs. Möglich wäre auch noch Chorleiterin oder Leiterin einer christlichen Bücherstube.
Die Gabe des Gebens haben wir nicht organisiert, aber es gibt auch Gemeindeglieder, die wirklich diese Gabe haben. Ich denke jetzt an eine Frau, die selber so bescheiden lebt, aber so großzügig gibt, die wirklich die Gabe des Gebens hat und dem Herrn für ihren Lebensunterhalt vertraut, obwohl sie wirklich selber wenig hat.
Natürlich gibt es da noch eine ganze Reihe Teams, die ich jetzt da nicht den Gaben zuordnen kann. Wir haben Musikteam, Technikteam, Kassettenkopierteam, Freizeitteam, Verwaltungsteam. Also das kann man alles ein bisschen strukturieren, und damit kann man eine Gemeinde davor bewahren, dass sie nur Konsumenten züchtet.
Eine Struktur ist nur eine Plattform. Es hängt dann davon ab, welche Leute drin sind und wie die das in die Hand nehmen. Die Struktur ist nicht das Leben. Aber wenn dann nur drei, vier was machen und dann hat man gar keine Möglichkeit, irgendwo mit dazuzugehen, dann werden eher Konsumenten als wirkliche Diener hervorgebracht.
Gott möchte, dass auch die gläubige Frau ihre Geistesgabe erweckt und sie im Laufe ihres Christenlebens zur vollen Entfaltung bringt. Ihr lieben Schwestern, ihr kennt alle das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden. Gott vertraute dem einen zehn Pfund, dem anderen fünf und dem dritten ein Pfund an. Das Bild spricht von der unterschiedlichen Begabung. Jeder von ihnen sollte nun mit dem Anvertrauten handeln, bis der Herr wiederkommt. Die ersten beiden konnten ihre Pfundzahl verdoppeln, der dritte hatte sein Pfund vergraben. Als der Meister zurückkam, lobte er die ersten beiden Knechte. Wofür? Er lobte sie für ihre Treue. Er lobte sie nicht für ihre Begabung, dafür konnten sie nichts. Die Begabung, ob zehn Pfund oder fünf oder ein Pfund, ist ein unverdientes Geschenk. Loben kann der Herr nur unsere Treue, mit der wir unsere Gabe zum Einsatz bringen.
Darf ich wieder persönlich werden: Handelst du mit deiner Gabe, die du vom Herrn bekommen hast? Setzt du dein Pfund treu im Dienst für den Nächsten ein, oder hast du dein Pfund vergraben? Dann heißt es schnell: ausgraben. Liebe von Gott begabte Schwester, lass dich zum Dienst ermutigen. Du wirst durch den Einsatz deiner Gabe Selbsterfüllung finden, obwohl die Gabe nie zum Selbstzweck, sondern immer zum Nutzen für den ganzen Leib, sprich für die Gemeinde, gegeben ist. In 1. Korinther 12,7 heißt es: Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben.
Und wenn wir uns mit den unterschiedlichen Begabungen beschäftigen, kommen wir nicht umhin, uns mit dem Thema Vergleichen zu beschäftigen oder das Thema anzusprechen. Hast du den Eindruck, dass du nicht so begabt bist wie deine Glaubensschwester in der Gemeinde? Fühlst du dich vielleicht zu schwach oder zu minderwertig? Denkst du, dass dein Pfund gar kein Gewicht hat? Dann möchte ich dich bitten, aufmerksam 1. Korinther 12,15-18 zu hören.
Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib, gehört er deswegen nicht zum Leib? Oder wenn das Ohr spräche: Weil ich nicht Auge bin, gehöre ich nicht zum Leib, gehört er deswegen nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn ganz Gehör, wo der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte.
Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht. Oder wieder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. Sondern gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig. Und Gott hat den Leib so zusammengefügt und dabei dem Mangelhafteren größere Ehre gegeben, damit keine Spaltung im Leib sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander hätten.
Ihr Lieben, jeder von uns ist gleich wichtig, ganz egal, ob du schwach oder stark bist, viel leisten kannst oder wenig, unscheinbare Dienste im Hintergrund tust oder deine Gaben sichtbar nach außen sind. Darum stell bitte kein Vergleichen an. Wer sich mit anderen vergleicht und dabei besser abschneidet, wird mit Stolz und Hochmut im Herzen kämpfen müssen. Wer sich mit anderen vergleicht und dabei schlechter abschneidet, wird mit Neid, Eifersucht und Bitterkeit im Herzen kämpfen müssen. Wer mit seinen Gaben nicht zufrieden ist, hadert letztlich mit Gott. Er versündigt sich am Geber aller Gaben.
Lasst euch von fleißigen Frauen im Neuen Testament zum Einsatz eurer persönlichen Gaben ermutigen. Paulus grüßt im Römerbrief Maria, die viel gearbeitet hat, und Persis, die Geliebte, die viel gearbeitet hat im Herrn. Könnte er diese Aussagen auch von uns machen?
Darum bitte ich euch zum Schluss dieses Bereiches nochmals: Handelt mit dem Pfund, das ihr persönlich erhalten habt, und denkt daran, dass Gott die Treue belohnt. Recht so, guter und treuer Knecht, du gute und treue Magd! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen. Geh ein in die Freude des Herrn.

Grenzen im Dienst und die Ordnung der Gemeinde

Wir kommen zum letzten Punkt. Wie viele Minuten haben wir noch? Zwölf? Das kriegen wir gerade hin.
Die Frau in der Gemeinde: eine bewahrte Gehilfin.
Wir zählten nun eine Fülle von Aufgaben auf, die wir Frauen je nach Begabung mit Herz und Seele in der Gemeinde Jesu ausüben können, und es sind sicher bei weitem noch nicht alle Dienstmöglichkeiten. Aber nun kommt eine kleine Einschränkung. Diese Begrenzung leitet sich von der biblischen Stellung der Frau in der Gemeinde ab.
Die Bibel lehrt, dass Mann und Frau vor Gott völlig gleichwertig sind. Im Blick auf das Heil gibt es keinen Unterschied. Da heißt es: Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, weder Mann noch Frau; denn ihr alle seid einer in Christus.
Dennoch gibt es wesensmäßige Unterschiede zwischen Mann und Frau. Gott schuf zuerst den Mann als das Haupt, dann die Frau als seine Ergänzung. So steht es in Epheser 5,23: Der Mann ist das Haupt der Frau. Und 1. Korinther 11 hatten wir schon, denn der Mann wurde nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.
Mein Mann zitiert in seinem Vortrag über die Stellung der Frau gern Richard Haferkamp, einen amerikanischen Missionar in Belgien. Er sagte: Ein Bauer macht Heu und gebraucht einen Pferdewagen. Wer geht zuerst, das Pferd oder der Wagen? Immer das Pferd. Heißt das, dass das Pferd wichtiger ist als der Wagen? Nein. Der Bauer kann sein Heu weder ohne Pferd noch ohne Wagen transportieren, die beiden gehören zusammen. Trotzdem muss das Pferd immer zuerst gehen, aber das macht das Pferd nicht wichtiger. Sie sind beide gleich wichtig, aber sie müssen in richtiger Ordnung stehen.
So ist es auch mit Mann und Frau in der Ehe und in der Gemeinde. Mann und Frau sollten nicht im Wettstreit miteinander liegen, sondern sie sollen sich ergänzen. Diese Stellung bestimmt auch den Dienst der Frau in der Gemeinde.
Ich lese dazu 1. Timotheus 2,11-14: Eine Frau lerne in der Stille, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, noch über den Mann zu herrschen, sondern ich will, dass sie sich in der Stille halte. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung.
Eine Frau durfte damals in der Gemeinde keine Stellung einnehmen, die ihr Autorität über Männer gab. Eine Gegenüberstellung, die ich mir von meinem Mann ausgeliehen habe, veranschaulicht dieses Prinzip: Möglichkeiten und Einschränkungen.
Ja, auch Frauen folgten und dienten Jesus, aber keine von ihnen wurde zum Apostel erwählt. Ja, auch Frauen waren Jüngerinnen, aber keine von ihnen wurde zum Lehrdienst bestimmt. Ja, auch Frauen erhielten Offenbarungen und Weissagungen, aber keine von ihnen wurde mit der Niederschrift des Wortes Gottes betraut. Ja, auch Frauen dienten mit ihren Gaben in der Gemeinde, aber keine von ihnen wurde mit der Leitung einer Gemeinde betraut.
Der biblische Grundsatz, dass eine gläubige Frau keine Autorität über den Mann ausüben darf, gilt heute noch genauso wie damals. Das führt uns zu der konkreten Frage: Vor welchen Diensten will Gott nun die gläubige Frau heute im Gemeindeleben des einundzwanzigsten Jahrhunderts bewahren?
Erstens: Gott bewahrt die Frau vor dem Dienst der lehrhaften Wortverkündigung in gemischten Versammlungen. Konkret bedeutet das, dass eine gottesfürchtige Frau nie den Wunsch haben wird, Predigten, Bibelstunden und Hauskreise zu halten, bei denen Männer anwesend sind.
Zweitens: Gott bewahrt die Frau vor der großen Verantwortung, die Gesamtgemeinde zu leiten. Konkret bedeutet das, dass eine gläubige Frau nie das Ältestenamt anstreben wird. In den Pastoralbriefen finden wir detaillierte Anweisungen, dass Älteste Männer sein sollen.
Ihr lieben Schwestern, wollen wir uns vor dem Einfluss liberaler, religiöser und christlicher Kreise bewahren lassen? Pastorinnen, Pfarrer und Ältestinnen können sich mit ihrer Amtsstellung nicht auf die Bibel berufen. Lasst uns auch in diesem Stück unsere Gottesfurcht unter Beweis stellen, indem wir die biblischen Grenzen unserer Dienstmöglichkeiten ohne Murren und Rebellieren akzeptieren.
Ich möchte nun den sechsten Punkt über die individuelle Begabung mit dem siebten Punkt über die Einschränkungen im Gemeindedienst verknüpfen. Damit komme ich zu folgenden zusammenfassenden Aussagen:
Erstens: Eine gläubige Frau soll ihre persönliche Geistesgabe entdecken und zur vollen Entfaltung bringen.
Zweitens: Eine gläubige Frau kann dieselben Gaben besitzen wie ein Mann, Lehr- und Leitungsgabe eingeschlossen.
Drittens: Eine gläubige Frau wird ihre Gaben ihrer Stellung gemäß, in dem ihr von Gott vorgegebenen Rahmen, einsetzen.
Viertens: Eine gläubige Frau wird die biblischen Grenzen als fürsorgende Bewahrung Gottes akzeptieren.
Wir sind nun ans Ende mit unserer Betrachtung über die Frau in der Gemeinde angelangt. Wir beschäftigen uns mit dem unerschöpflichen Wirkungskreis einer gläubigen Frau als treue Beterin, fleißige Dienerin, mutige Bekennerin und begabte Jüngerin.
Zum Schluss möchte ich unseren Blick nochmals auf unsere Eingangsgedanken richten. Es geht nicht um Aktivismus im frommen Gewand, es geht um Frucht, die Gott durch ein hingegebenes Jüngerleben wirken möchte. Diese Lebensfrucht nehmen wir mit in die Ewigkeit.
Und da schließe ich mit einem Zitat von William Macdonald aus dem Kommentar zum Neuen Testament. Er fasst die wesentlichen Punkte zusammen, die ein Leben mit Ewigkeitswert kennzeichnen.
Erstens: Ein christlich geformter Charakter ist von ewigem Wert. Es ist eines der wenigen Dinge, die wir mit in den Himmel nehmen werden. Wie viel konnte Gott uns hier umgestalten, in das Bild Jesu, in seine Wesensart.
Zweitens: Für Christus gewonnene Seelen sind von bleibender Bedeutung. Sie sind Anbeter des Lammes Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Drittens: Diejenigen, die das Wort der Wahrheit lehren, die junge Gläubige in der Nachfolge begleiten, machen eine Investition in Menschenleben, die für immer bleiben wird.
Viertens: Mütter und Väter, die ihre Söhne und Töchter für den Dienst im Reich Gottes aufziehen, können gewiss sein, dass ihr Werk von Dauer sein wird.
Fünftens: Treue Arbeiter, die ihr Geld für Christus einsetzen, engagieren sich in einem Dienst, der nicht fruchtlos bleiben wird.
Sechstens: Wer sich dem Werk des Gebets widmet, wird eines Tages sehen, dass jedes Gebet nach Gottes Willen zu Gottes eigener Zeit und auf seine Weise erhört worden ist.
Und siebtens: Jeder, der dem Volk Gottes dient, ist mit einer Arbeit von Ewigkeitswert beschäftigt. Der einfachste Diener Christi hat eine klarere Sicht als die klügsten Menschen der Welt, sein Werk wird bleiben, während sich ihres in nichts auflösen wird.
Mit dem Liedvers „Handelt, bis ich wiederkomme, handelt bis zur letzten Frist, handelt bis ich wiederkomme, so spricht Jesus Christ“ möchte ich euch zur Ganzhingabe an unseren Herrn und Heiland und zum treuen Dienst aus Dankbarkeit für sein Erlösungswerk am Kreuz ermutigen.