Gefühle und Wahrheit im Glauben unterscheiden
Dann wird es doch nicht dadurch wahr, dass du etwas fühlst. Das ist völlig unabhängig voneinander und hat nichts miteinander zu tun.
Ich fühle etwas, und das Gefühl ist echt und real. Das heißt aber nicht, dass das, worauf sich das Gefühl bezieht, auch echt sein muss.
Um Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit. Schau dir dieses Video bis zum Ende an, denn dort habe ich noch ein kleines Geschenk für dich.
Im letzten Video haben wir uns gemeinsam angeschaut, wie du mit Muslimen über Jesus reden kannst. Was in den Kommentaren und Nachrichten dazu kam, war schon ziemlich wild. Schau dir das Video an, und du wirst verstehen, warum.
Heute wollen wir den Blick wieder nach innen wenden, Nachfolge verstehen und uns Fragen ansehen, die ihr gestellt habt. Eine Frage, die besonders oft von freikirchlichen Frauen kam, ist oder war die Anfrage: „Ich spüre Gott nicht mehr.“
Das wollen wir uns jetzt genauer anschauen, denn ich möchte auf etwas ganz Bestimmtes hinaus. Deshalb schau dir dieses Video bis zum Ende an. An dieser Stelle lade ich dich herzlich ein, diesen Kanal zu abonnieren.
Herausforderungen und Chancen in Freikirchen
Weißt du, in gewisser Weise ist das ein freikirchliches Problem. Ich möchte damit sagen, was ich meine. Ich weiß, dass die meisten Leute in dieser Social-Media-Community auf Instagram und die meisten, die sich hier die Videos anschauen, tendenziell überwiegend freikirchlich sind.
Privat besuche ich seit vielen Jahren hauptsächlich freikirchliche Gottesdienste. Ich wurde sogar schon eingeladen, ob ich Pastor in einer freien Gemeinde sein möchte. Das heißt, ich habe in sehr vielen Punkten Sympathien für diesen Bereich. Für mich persönlich ist es überhaupt keine Frage, dass die Zukunft der Christenheit in Deutschland schlicht und einfach bei den Freikirchen liegt.
Demografisch gesehen ist das sowieso der Fall. Wenn ich mir die Landeskirchen anschaue, sind die Karten überaus schlecht. Aus meiner Sicht ist in vielen Freikirchen das Profil am stärksten inhaltlich ausgeprägt. Deswegen denke ich, dass die Zukunft der Christenheit in Deutschland dort liegen wird.
Also entweder bei den Freikirchen oder aber es kommen noch pseudochristliche Sekten wie die Mormonen und die Zeugen Jehovas, die sich breitmachen. Aber momentan sind wir da noch nicht. Je mehr du dich bibelfest machst – ich sage das immer als Slogan: mach dich Hashtag bibelfit – desto mehr kannst du verhindern, dass im Moment, in dem Mormonen und Zeugen Jehovas kommen, sie mit dir den Fußboden aufwischen.
Das ist eine ganz einfache Sache und steht in engem Zusammenhang. Wie auch immer, weil ich so starke Sympathien für den freikirchlichen Bereich habe, tut es mir auch weh, das jetzt so zu sagen. Die Gefahr, die ich in vielen Freikirchen ganz subjektiv wahrnehme – und da kann ich vollkommen falsch liegen – klingt jetzt vielleicht bitterböse, ist gleichzeitig auch die größte Stärke vieler Freikirchen, nämlich der Eifer.
Die Gefahr der emotionalen Abhängigkeit im Glauben
Vielleicht hast du schon vereinzelt beobachtet, dass diese Emotionalität umschlagen kann. Am Ende des Tages werden wir manchmal zu Dopaminjunkies.
Du kennst vielleicht Adrenalinjunkies – Menschen, die immer einen neuen Kick, neue Aufregung brauchen. Oder Serotoninjunkies – Menschen, die ständig Anerkennung, Bestätigung und Erfolg suchen. Das sehe ich auch selbstkritisch bei mir, um ehrlich zu sein.
Dann gibt es natürlich Dopaminjunkies. Das bedeutet, dass wir immer Abwechslung und etwas Neues wollen, das die Dopaminausschüttung im Gehirn auslöst. Darauf kann man in gewisser Weise fast abhängig werden.
Wir denken oft, dass diese Emotionen – auch das wohlige Gefühl, das wir bei der Oxytocin-Ausschüttung erleben – zum Glauben dazugehören. Dass sie ein Teil des Christseins sind und einfach zur Nachfolge gehören.
Deshalb schreiben manche von euch Nachrichten wie: „Ich spüre Gott nicht mehr, bin ich überhaupt noch Christ?“ Die Antwort darauf ist ganz kurz und klar: Natürlich bist du es. Dein Christsein hängt nicht davon ab, was du gerade fühlst.
Denk doch mal ganz kurz darüber nach.
Wahrheit des Glaubens unabhängig von Gefühlen
Entweder das biblische Christentum ist wahr, oder es ist nicht wahr. Nehmen wir als Beispiel die Kernaussage: die Auferstehung.
Entweder Jesus ist wirklich, echt und tatsächlich lebendig geworden, nachdem er vorher mausetot war. Er ist auferstanden. Wenn das wirklich wahr ist – und davon bin ich überzeugt –, dann wird diese Wahrheit doch nicht dadurch falsch, dass du dabei etwas fühlst, während du dich damit beschäftigst.
Wenn Jesus wirklich auferstanden ist, wird er doch nicht dadurch tot, dass du dich mit ihm beschäftigst. Und umgekehrt: Wenn das biblische Christentum falsch wäre, also wenn die Dinge, die für wahr gehalten werden, in Wahrheit gar nicht so sind, sondern im Gegenteil anders, dann – was ich nicht glaube – wird es doch nicht dadurch wahr, dass du etwas fühlst.
Das ist völlig unabhängig voneinander. Es hat nichts miteinander zu tun.
Ich denke, wir müssen über dieses Stadium hinauswachsen, in dem wir unseren Glauben und unser inneres Leben nur über Emotionen definieren.
Bibellesen als Grundlage des Glaubens
Ich denke, die einfachste Möglichkeit, an deinem Christsein und an dir selbst als Nachfolgerin oder Nachfolger von Jesus zu arbeiten, ist das Lesen der Bibel.
Genau damit tun wir uns jedoch häufig schwer. Oft würden wir sie gern mehr lesen, aber wir finden keinen Zugang dazu. Deshalb habe ich die Bibel-Staathilfe für dich entwickelt. Sie hilft täglich Hunderten Menschen genau dabei. Lade sie dir einfach über den Link in der Videobeschreibung herunter. Es ist mein Geschenk an dich.
Ich verstehe die ganzen Dinge mit den Emotionen gut. Natürlich können Emotionen echt und wahr sein. Aber nur weil das Gefühl wahr ist, bedeutet das nicht, dass auch das, worauf es sich bezieht, wahr sein muss.
Noch einmal: Nur weil das Gefühl echt ist, nur weil ich etwas fühle und das Gefühl real ist, heißt das nicht, dass das, worauf sich das Gefühl bezieht, ebenfalls echt sein muss.
Beispiel Agoraphobie: Gefühle sind real, Bezug kann falsch sein
Agoraphobie ist eine irrationale Geisteshaltung, die manche als psychische Erkrankung bezeichnen. Dabei erleben Betroffene, häufig Frauen im Alter von etwa vierzig bis sechzig Jahren, Panikattacken, sobald sie sich auf großen, offenen Plätzen befinden. Diese Panikattacken sind sehr real und lassen sich auch physiologisch messen.
Die Betroffenen haben instinktiv die Befürchtung, sie könnten sterben, weil sie sich auf einem großen öffentlichen Platz befinden. Sie glauben, dass alle sich über sie lustig machen und sie alle beobachten. Diese Angst ist natürlich irrational.
In dem Moment ist das Gefühl echt, also die Panikattacke ist real. Allerdings bezieht sich die Angst auf etwas, das nicht real ist. Die Angst selbst ist echt, doch das, worauf sie sich bezieht, ist völlig unbegründet.
Es ist sehr wichtig, diesen Unterschied zu verstehen: Nur weil das Gefühl echt ist, bedeutet das nicht, dass das, worauf es sich bezieht, ebenfalls echt ist. Genauso gilt: Nur weil du ein Gefühl nicht hast, heißt das nicht, dass das, worauf sich das Gefühl beziehen würde, wahr oder falsch sein muss.
Emotionen nicht als alleinige Grundlage des Glaubens
Und ich denke, solange wir unser Glaubensleben, unser geistiges Leben, nur über Emotionen und Gefühle definieren, nehmen wir es nicht wirklich ernst.
Ich gebe dir ein Beispiel: Viele Mormonen – nicht alle, das muss man fairerweise sagen, aber viele – antworten, wenn du sie fragst, woher man wissen kann, dass ihr Glaube wirklich wahr ist. Sie sagen, du musst darüber beten. Und wenn du dann ein inneres Gefühl hast, ein "burning in the bosom", dann wird es schon wahr sein.
Stell dir nun vor, ich bete darüber, du betest darüber. Mein Gefühl sagt mir, dass das, was Mormonen sagen, wahr ist. Dein Gefühl sagt hingegen, dass das, was Mormonen sagen, nach dem Gebet falsch ist. Was folgt daraus?
Kann es sein, dass es für dich wahr ist, für mich aber nicht? Entschuldige, aber entweder sind die Dinge tatsächlich real oder nicht.
Ich glaube, solange wir Glaubensinhalte nur auf diese Emotionen reduzieren, nehmen wir den Inhalt der Dinge nicht ernst. Das klingt jetzt vielleicht sehr harsch, aber es ist ein Stück weit peinlich.
Weißt du, solange wir unsere ganze Nachfolge und unser ganzes Christsein nur auf das gründen, was wir dabei empfinden, nehmen wir die Inhalte, das, was wir für wahr halten, überhaupt nicht ernst. Und das ist peinlich.
Nachfolge als Entscheidung und Weltanschauung
Siehst du, Nachfolge ist keine Stimmung, sondern eine Entscheidung und eine gelebte Weltanschauung.
Mal ganz ernsthaft zurückgefragt: Betest du Gott an oder betest du das Gefühl an, das du dabei hast, während du ihn anbetest? Ich wiederhole noch einmal: Betest du Gott an oder das Gefühl, das du dabei hast, ihn anzubeten?
Sobald ich mir manche Worship-Songs anschaue – und ich schaue da auch im freikirchlichen Bereich ganz selbstkritisch rein, denn ich mag Worship sehr – fällt mir auf, dass manche Worship-Songs von Liebesliedern kaum noch zu unterscheiden sind. Da müssen wir als Christen auch selbstkritisch sein.
Die Gefahr besteht, dass wir vielleicht mehr die Emotionen suchen als denjenigen, der die Emotionen ja weckt, nämlich Gott. Und wie gesagt, da nehme ich mich völlig mit ein: Das ist eine echte Gefahr.
Solange unser Christsein, solange unsere Nachfolge nichts ist ohne unsere Emotionen, sollten wir vielleicht lieber mehr an unserem Nachfolger arbeiten als an den Emotionen selbst und daran, wie viele und welche wir davon empfinden, oder?
Einladung zur Bibel-Starthilfe
Ich habe dir versprochen, dass ich noch etwas sehr Cooles für dich habe – und das stimmt auch.
Du kannst dir hier unter diesem Video kostenlos die Bibel-Starthilfe holen, die ich für dich erstellt habe und die bereits hunderten Menschen geholfen hat.
In diesem Videotraining begleite ich dich Schritt für Schritt durch alle biblischen Bücher. Dabei lernst du, wie du die häufigsten Bibellesefehler vermeiden kannst. Außerdem erhältst du einen Überblick über die besten Bibelübersetzungen und hilfreiche Leitfäden.
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