Zum Inhalt

Bewertung Alternative Heilmethoden - Teil 2/2

11.06.2007
SerieTeil 3 / 6Alternative Heilmethoden
Krankheit hat in der Bibel nicht nur eine Ursache: Schuld, Druck, Zufall oder sogar ein Angriff. Die entscheidende Frage ist: Was will Gott dir damit zeigen?

Einleitung: Ursachen von Krankheit im biblischen Denken

Und da seid ihr dran. Nach Möglichkeit nennt mir eine Ursache, die in der Bibel vorkommt, und nennt mir dazu auch gleich ein Beispiel. Also ihr müsst jetzt nicht gleich den Bibelvers nennen, aber zumindest dann die Geschichte, in der das vorkommt.
Also: Wo nennt die Bibel uns Ursachen von Krankheiten? Verschiedenartige. Fangen wir irgendwo an. Ja, ganz genau, da merken wir deutlich: Ungehorsam. Ich würde Ungehorsam mal zusammenfassen mit dem Begriff Sünde. Und dann ist eine Form von Sünde Ungehorsam. Oder wir könnten ja auch bei David sagen: Ehebruch, Mord, das ist dann auch Ungehorsam, das ist Sünde. Und Sünde kann Krankheit zur Folge haben. Und zwar gehen wir jetzt mal aus von Krankheit, die man auch körperlich äußerlich sehen kann. Denn wir könnten ja auch sagen: Sünde hinterlässt natürlich Spuren im geistlichen Bereich, nur sieht man das nicht immer so deutlich.
Aber es kann dann auch direkt körperliche Erkrankungen zur Folge haben. Ein Beispiel wäre dieses. Bei Miriam wäre ein anderes: der Aufruhr gegen ihren Bruder Mose, und dann wird sie mit Aussatz geschlagen.
Wir finden das auch im Neuen Testament. Denken wir an Ananias und Saphira. Was die genau für eine Erkrankung haben, lesen wir ja nicht. Das könnte ein Hirnschlag gewesen sein, das könnte ein Herzschlag gewesen sein oder sonst irgendetwas. Jedenfalls: sofort tot. Aber ein körperlicher Eingriff, das heißt: geistliche Ursache, hier Sünde, und körperliche Auswirkung.
Wir lesen auch im 1. Korinther 11 bei den Einleitungsworten zum Abendmahl, dass es manche gab, die krank wurden und andere, die entschlafen sind, weil sie das Mahl des Herrn nicht unterschieden haben. Der Zusammenhang geht ja darum, dass sie das Abendmahl als Sättigungsmahl aufgefasst haben. Sie sind da hingekommen, um sich richtig den Bauch vollzuschlagen. Bei unserem Abendmahl würde das ja meistens gar nicht gehen, da gibt es ja nur so ein paar Bröckchen, da wird man dann nicht satt davon. Aber die haben das also scheinbar gemacht, und das war eine Sünde, weil das war ja nicht dazu da, um sich satt zu essen, sondern das war da, um sich zu erinnern, dass Jesus für uns gestorben ist. Hier wird diese Sünde bestraft mit Krankheit und manchmal sogar mit Tod, steht da. Aber der Ursprung war hier Sünde.
Wir merken also: Im Alten wie im Neuen Testament finden wir Sünde als eine Ursache von körperlicher, also sichtbarer Erkrankung. Das ist aber in der Bibel nicht die einzige Ursache. Es gibt auch andere Ursachen. Der Sündenfall selbst führte ja zum Tod, und das ist Krankheit total, und das ist nicht das göttliche Urkonzept.
Ganz genau! Ich möchte das einmal so bezeichnen: Das eine ist die individuelle Sünde, das heißt, ich sündige und habe dann eine Auswirkung in Krankheit davon. Das andere würde ich bezeichnen als strukturelle Sünde. Das heißt: Die ganze Struktur der Welt, in der wir leben, ist von Sünde gekennzeichnet. Zum Beispiel, dass die Bakterien uns krank machen, ist erst seit dem Sündenfall so. Vorher waren die lieb und nett, keine Ahnung, was die für eine Aufgabe gehabt haben. Aber wir wissen ja auch, dass es nette Bakterien gibt aus unserem Darm, die dann für das Überdauern mitsorgen und all solche Sachen, oder die dann, was weiß ich, irgendwelche Blätter zersetzen, die da draußen sind. Also dass die Bakterien auch mal zu uns böse sind, ist eine Folge des Sündenfalls. Genauso zum Beispiel meine Kurzsichtigkeit oder die von einigen von euch. Das war ja nicht bei Adam so, der brauchte keine Brille. Sondern dann irgendwann bei unseren Vorfahren gab es mal eine Mutation, dass sich ein Erbgut verändert hat bezüglich von Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit, und jetzt wird das immer wieder weitergegeben und vererbt. Und jetzt hat deine Kurzsichtigkeit nichts mit deiner individuellen Sünde zu tun, sondern damit, dass wir in einer vom Sündenfall gekennzeichneten Welt leben. Dadurch gibt es diese Erkrankungen. Also nicht meine persönliche Sünde, sondern die Welt, in der wir leben, die von der Sünde gekennzeichnet ist.
Das ist sozusagen die natürliche Erkrankung, die wir als natürlich ansehen, die aber nur existiert für diese Zeit unseres irdischen Lebens, die nicht am Anfang der Welt sein wird und in der neuen, von Gott geschaffenen Welt auch nicht da sein wird. Also das ist dann eine weitere Ursache von Sünde, von Krankheit. Jetzt haben wir zwei.
Was gibt es sonst noch für Ursachen von Krankheit? Das heißt hier, das sind ja häufig physische Dinge, die dann geschehen. Hier könnten wir wiederum sagen: Hat das zum Teil mit Sünde zu tun? Wir könnten sagen: Zum Teil einfach durch körperliche Einwirkungen. Da schlägt mich einer, was weiß ich, aufs Bein, das ist dann gebrochen oder schlimmer. Und das kann auch eine Auswirkung davon sein. Also andere Menschen, die auf mich einwirken.
Okay, jetzt haben wir also schon das Dritte. Erstens war Sünde, zweitens also individuelle, zweitens strukturelle Sünde, drittens so rein physische Ursachen, viertens haben wir den Satan. Also das heißt, der Teufel kann Krankheit bewirken. Mit welchem Ziel? Genau, Menschen von Gott wegzuziehen.
Beispiel aus der Bibel, wo der Teufel Krankheiten verursacht? Hiob ist das typische Beispiel dafür, denn da wird es uns sogar expressis verbis genannt. Da wird gesagt, der Satan ist vor Gott gekommen, hat darum gebeten, dass er den Hiob strafen kann, und das tut er dann auch mit. Natürlich leidet er, dass seine Kinder sterben, sein Hab und Gut den Bach runtergeht und dass er auch körperlich krank wird. Also hier körperliche Erkrankung, Ursache: nicht die Sünde von Hiob, sondern hier Anfechtung, Versuchung des Teufels. Also das ist wieder eine Ursache.
Und wir merken: Bei all diesen Ursachen müssen wir versuchen, ein Stück weit zu rekonstruieren. Denn dann müssen wir auch unterschiedlich mit der Erkrankung umgehen, je nachdem, wo die Ursache ist. Typisches Beispiel: Wenn du gesündigt hast und Gott deshalb eine Krankheit zulässt oder die sogar benutzt, um dich darauf aufmerksam zu machen, dann ist der Weg, wie wir diese Krankheit bewältigen, welcher? Genau: dass wir die Sünde erkennen und dann bekennen, so wie in 1. Johannes 1,9, glaube ich, ist das, 8 oder 9. So wie: Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Das heißt: Hier Sündenvergebung braucht es, und das heißt Sündenbekenntnis. Alles andere wird nicht helfen.
Wenn eine Krankheit da ist aufgrund von Sünde, nehmen wir die beim Abendmahl, dann wird die nicht beseitigt, indem wir irgendwelche Pillen schlucken. Denn dadurch kann keine Sünde beseitigt werden. Dann wird es höchstens so sein, dass Symptome unterdrückt werden und plötzlich an einem anderen Ende die Probleme auftauchen. Dann müssen wir das bewältigen.
Natürlich, wenn das jetzt eine Krankheit ist, die mit der strukturellen Sünde zu tun hat, das wäre in Sünde leben, meinetwegen meine Kurzsichtigkeit, dann kann ich so viele Sünden bekennen, wie ich will, ich werde sie behalten bis zum Ende meines Lebens, weil eben die Welt, in der ich lebe, und auch mein Körper davon gekennzeichnet sind. Und deshalb werden ja auch Gläubige sterben und auch Gläubige werden krank, auch ohne dass sie sündigen.
Wenn jetzt der Teufel eine Krankheit verursacht hat, wie wir bei Hiob sehen, wie müssen wir dann damit umgehen? Jetzt können wir ja sagen: Jetzt bekennen wir massenhaft unsere Sünde, wären wir dadurch gesund? Erstmal nicht, weil die Sünde ja nicht die Ursache der Krankheit ist. Was machen wir dann? Beten, dass Gott eingreift. Was noch? Ausharren vielleicht auch, also in dem Leiden bleiben und nicht dem Ziel des Teufels nachgehen, dass er uns von Gott trennen kann. Und dann müssen wir sehen: Irgendwann hat das Leiden ein Ende, weil Gott auch dem ein Ende setzt. Er mutet uns nicht mehr zu, als wir tragen können. Und dann ist irgendwann ein Ende, dann merken wir: Oh, jetzt ist es vorbei, wir sind in der Nähe Gottes geblieben.
Manchmal kann die Erkrankung dann auch plötzlich aufhören, wenn nämlich der Teufel zu seinem Ziel gekommen ist. Wir sagen dem Glauben ab, ich will damit nichts mehr zu tun haben, plötzlich geht es dir besser und du denkst dir auch so: Da ist ja im Glauben wohl nichts dran, Gott hat ja nicht eingegriffen. Aber in Wirklichkeit liegt es daran, weil der Teufel sein Ziel erreicht hat, das dich von Gott getrennt hat.
Also, wir haben jetzt verschiedene Ursachen genannt, zählen wir noch welche auf. Wir haben ja individuelle Sünde, strukturelle Sünde, körperliche Einwirkungen, so mechanische Einwirkungen haben wir gehabt, und jetzt haben wir gerade noch gehabt den Teufel, der eingreift. Es gibt noch mehr.
Ja, andere Menschen. Das heißt, das kann dann mit der Sünde der anderen Menschen zu tun haben, kann ein mechanischer Einfluss sein, aber andere Menschen, klar. Und hier müssen wir wieder sehen: Wie können wir darauf reagieren? Hier müssen wir versuchen, die Beziehungen zu verändern, diesen Menschen auszuweichen, wenn es nicht anders geht, vielleicht einen Moderator einschalten, der uns dabei hilft, mit dem Menschen zurechtzukommen. Aber durchaus: andere Menschen.
Es gibt hygienische Vorschriften der Liebe, die vor Krankheit schützen wollen. Genau, die treffen in welchem Fall nicht bei Sünde, sondern bei rein körperlichen Dingen. Da helfen die. Das heißt zum Beispiel wird da beschrieben bei dem Lager, was man da aufbauen sollte: Wenn du deine Notdurft verrichten sollst, dann gehst du so und so viele Schritte außerhalb des Lagers, grab ein Loch, mach da rein und mach es wieder zu. Hygienische Vorschriften, die den Leuten gut taten. Denn sonst hätten sie wahrscheinlich von Verunreinigung von Trinkwasser, was weiß ich, da große Probleme gehabt. Also das sind dann solche, die mit dem rein innerweltlichen Materiellen zu tun haben, in erster Linie, nicht nur, aber in erster Linie.
Wenn wir noch bei den Ursachen bleiben: weitere Ursachen von Krankheit, das heißt falsch beurteilen, hier wieder geistliches, falsches Verhalten, falsches Beurteilen kann zu, jetzt kommt doch an was mit Schwachheit deuten, aber zumindest das führt dann zu erkennbaren Einschränkungen. Die können psychisch sein, das wird ja nicht genau definiert, können auch körperlich sein, durchaus. Also hier hätten wir wieder ein Beispiel dafür: geistliche Ursache, Auswirkung im körperlichen Bereich.
Wir haben auch in einigen Fällen so, dass es eine Andeutung ist, dass auch Sünde der Vorfahren kann manchmal Auswirkungen haben. Denken wir: Gott sucht heim die Missetat der Väter bis ins dritte und vierte Glied. Oder denken wir an Achan, der dort das versteckt, und dann ist zwar keine Krankheit, aber das Volk wird mitbestraft, dass sie nun nicht weiterkommen in ihrer Eroberung des Landes Kanaan. Also manchmal gibt es das. Allerdings müssen wir dann auch sagen: Dadurch, dass wir bekehrt sind, dass wir uns zu Jesus hinwenden, wird das auch unterbrochen. Das geht nicht unendlich weiter. Wir müssen doch nicht bei jeder Krankheit endlos danach suchen, ob wir irgendwelche Sünden bei den Vorvätern haben. Aber interessanterweise: Es gibt das schon, dass die Bibel nennt, dass Sünden der Väter heimgesucht werden bis ins dritte und vierte Glied. Da ist ja auch die Frage bei dem Blindgeborenen der Jünger: Wer hat gesündigt, er oder seine Eltern? Und dann ist die Antwort: weder noch. Da kommen wir ja gleich noch drauf. Zumindest Jesus korrigiert sie aber nicht, denn damals war es durchaus im Kopf der Menschen ja: Es kann sein, dass bei Krankheit auch Sünde der Eltern eine Rolle spielt.
Wir finden das ja manchmal, dass sich das fast vererbt im indirekten Sinne. Nehmen wir mal die Trunksucht. Da wächst jemand auf in einem Haushalt, wo dauernd getrunken wird. Und dann ist die Gefahr groß, dass eben auch die Kinder anfangen zu trinken oder auch Drogen zu konsumieren, weil sie davon aufwachsen. Zum Teil genetisch, zum Teil erziehungsmäßig, zum Teil könnte man sagen auch Strafe Gottes. Wir sollen da nicht zu viel spekulieren. Es gibt auch Spezialisten, die ja versuchen, alles dabei auszudeuten. Ich wollte es nur erwähnt haben, die Bibel nennt so etwas auch ansatzweise.
Und dann kann es aber, ich würde hier auch deutlich betonen: Wenn wir zu Jesus gehören, ist da erst mal ein Bruch, da ist eine Grenze gelegt, Gott vergibt uns, Gott erneuert. Da sind wir generell erst mal nicht unter dieser Belastung, generell. Aber gerade bei jemandem, der nicht gläubig ist, kann das natürlich stärker auch der Fall sein.
Wenn wir bei dem, ja? Also bei Elia würde ich das doppelt einordnen. Und zwar als Erstes würde ich es als seelische, psychische Erkrankung einordnen. Man würde das heute Erschöpfungsdepression nennen. Denn wenn wir mal sehen: Der hat ja vorher eine richtig stressige Aufgabe gehabt dabei, und jetzt muss er noch zum König gehen, er muss damit rechnen, dass er festgenommen wird, getötet wird. Und jetzt erlebt er, dass Gott ihn segnet, dass Gott sich zu ihm stellt, aber statt dass er das genießen kann, kommt die Königin und sagt: Ich werde dich umbringen, so alles, was mir in der Hand liegt. Und dann kommt diese Depression, dieser Zusammenbruch. Also das würde nach heutiger Diagnose am ehesten zu einer Erschöpfungsdepression führen.
Allerdings sehen wir auch eine Komponente, nämlich ein geistliches Problem bei ihm. Das geistliche Problem ist, er schaut jetzt nicht mehr, wie er das vorher gesehen hat, nur auf den Wirten Gottes. Denn dann hätte er ja gesagt: Gott hat mich bisher bewahrt, er wird mich auch in der Zukunft bewahren. Sondern jetzt scheint er auf seine eigene Kraft zu schauen, und die reicht nicht. Und deshalb der Zusammenbruch. Und deshalb ja hinterher auch am Berg Gottes, wahrscheinlich an dem Horeb, dort diese Gotteserfahrung, dass Gott ihm begegnet, erst mal körperlich wieder aufgebaut und dann diese geistlichen Probleme gelöst. Also das heißt: Hier würde ich das als Erstes als psychische, aber mit einer geistlichen Komponente, die dabei dahintersteht, benennen, bei ihm als Ursache.
Bleiben wir bei dem von mir gerade genannten Blindgeborenen. Was ist denn da Ursache von Krankheit? Ja, und aus welchem Grund? Genau, das heißt, es gibt manchmal Erkrankungen, die haben nichts mit meiner Sünde zu tun, nichts mit der Sünde anderer zu tun, nichts mit der strukturellen Sünde des Sündenfalls zu tun, die haben nichts zu tun, ob etwas korrigiert werden soll oder sonst was, sondern die sind einzig und allein da, dass Gott sich daran verherrlicht. Und das ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Motive, mit denen wir zurechtkommen.
Wir sind ja eher darauf ausgerichtet: Ja gut, wenn ich schuld bin an etwas, das verstehen wir noch. Okay, schuld, dann bin ich bereit, hier loszuwerden. Hier ist er aber gar nicht schuld, der kann gar nichts dafür, der hat vielleicht ganz vorbildlich gelebt und trotzdem ist er krank. Und hier merken wir: Gott hat manchmal eine ganz andere Perspektive als wir. Gott ist nämlich nicht in erster Linie Dienstleister für dich und mich. Gottes erste Aufgabe ist es nicht, dafür zu sorgen, dass ich möglichst gut so lebe. Das ist eine vollkommen falsche Auffassung. Sondern alles dient dazu, dass Gott verherrlicht wird. Mein Leben soll dafür dienen. Selbst meine Errettung ist nicht in erster Linie dafür da, damit es mir gut geht.
Gerade der moderne Mensch, der sehr anthropozentrisch ist, wie man das sagt, das heißt ganz auf den Menschen ausgerichtet. Auch die ganze Theologie heute ist mehr Anthropologie, das heißt auf den Menschen ausgerichtet. Biblisch gesehen vollkommen falsch, sondern in der Bibel ist es alles, was Gott tut, selbst sein Tod am Kreuz ist in erster Linie nicht für mich, sondern in erster Linie zur Verherrlichung da, für ihn selbst. Und als Nebeneffekt davon auch, dass ich gerettet werde. Und über den freuen wir uns ja sehr. Aber wir dürfen das nicht vergessen. Denken wir auch daran: das Gleichnis Jesu mit dem treuen Knecht. Da sagt er, der hat den ganzen Tag gearbeitet, dann kommt er am Abend nach Hause und dann ist die Frage Jesu: Ja, sagt er jetzt, setz dich hin, ich bediene dich? Nein, das, was du getan hast, das ist recht und gut, das ist deine Pflicht. Gar nicht, jetzt musst du den Herrn bedienen, und am Ende kannst du sagen: Okay, jetzt kannst du ja noch was nehmen, und du bekommst keinen Dank dafür. Das denken wir: Was, wie ungerecht! Aber dann müssen wir sehen, vielleicht ist unser Gottesbild falsch. Denn Gott nicht als Dienstleister für mich, sondern alles, was hier geschieht, als Verherrlichung Gottes.
Und hier merken wir das an einem Punkt: Es kann sein, der ist jetzt sein Leben lang bisher blind gewesen, keine Schuld, sondern einfach Gott will jetzt sich verherrlichen, um ihn gesund zu machen. Und wir finden das an manchen Stellen auch noch anders. Manchmal verherrlicht sich Gott, um den Menschen gesund zu machen, nach einer längeren Phase des Leidens, um zu sagen: So groß bin ich. Manchmal finden wir das auch, und zwar lesen wir das im 2. Korinther, ich meine, es ist Kapitel 4, lesen wir auch noch einen Hinweis, dass nämlich in Vers 7: Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns. Dann wird erwähnt: Wir sind überall bedrängt und werden nicht erdrückt, wir kommen in Verlegenheit, wir werden verfolgt usw. Also hier sind alle möglichen Leiden erwähnt. Und dann wird gesagt, die sind da, damit die überragende Kraft von Gott sei.
Was steckt dahinter für ein Gedanke? Hier leiden Menschen, unter anderem sind sie krank, und Gott verherrlicht sich dadurch, dass er ihnen hilft, das Leid zu tragen. Das gibt es auch. Das heißt, Gott verherrlicht sich manchmal, indem das Leid überwunden wird, das ist für Blindgeborene. Manchmal verherrlicht sich Gott dadurch, dass ein Mensch im Leiden ist, und hier gibt Gott die Kraft, Leid zu tragen, was normalmenschlich nicht möglich wäre. Hier sehen die Menschen daran: Das macht er nicht aus eigener Kraft, sondern das macht er aus der Kraft Gottes. Das sehen wir dann dabei.
Da könnten wir ein typisches Beispiel nehmen, zum Beispiel auch die Joni, die in manchen von euch bekannt ist. Würde diese Joni als normales Mädchen aufgewachsen sein, wahrscheinlich hätte keiner von ihr je von uns gehört. Sie hätte irgendjemanden geheiratet in Amerika, kleines Einfamilienhäuschen, ein paar Kinder, das wär's. Dadurch, dass sie diese Lähmung hat, ist sie weltbekannt geworden. Und weltbekannt geworden wodurch? Weil Gott ihr geholfen hat, dieses schwere Leid zu tragen. Auch daher hat Gott sich verherrlicht, in ihrer Krankheit, in ihrem Leiden ihr Kraft zu geben, das zu ertragen, was menschenunmöglich erst mal sehr, sehr schwierig vorstellbar ist, sondern Gott greift dort ein.
Hier etwas Ähnliches, und ich glaube, das ist das, was hier im 2. Korinther 4,7 steht, wenn wir nämlich glücklich leben, zufrieden leben und sagen: Gott, gib mir diese Zufriedenheit und Glücklichkeit! Da würde jeder ja sagen: Wenn es mir so ginge wie dir, dann wäre ich auch glücklich. Wenn ich den festen Beruf hätte, eine super Frau, mit der ich glücklich bin, liebe und anständige Kinder und sonst gesundheitlich gut, dann wäre das ja kein Problem. Aber jetzt da ist jemand im Leiden, und der steht trotzdem bei Gott und der ist trotzdem glücklich. Das kann er nicht aus eigener Kraft, das kann er nur aus der Kraft Gottes. Also hier, deshalb steht auch: damit die Kraft nicht von uns, sondern von Gott sei. Die Menschen erkennen: Das machen wir nicht aus uns heraus, sondern von Gott.
Also eine Ursache: Gott will sich verherrlichen, dadurch, dass er die Krankheit wegnimmt oder dadurch, dass er uns Kraft gibt, im Leiden diese Krankheit zu tragen. Auch das ist eine Ursache.
Das stimmt, ich schaue hier mal gerade, ob ich das hier finde, das ist nämlich auch im 2. Korintherbrief, das, was du meinst. Da steht eben, dass er sich nicht überheben will. Ich suche dort mal die Stelle. Aber wir kennen das ja, da steht eben der Engel, der ihn geschlagen hat. Das kommt, nachdem er beschreibt von seiner Vision, da wo er in den Himmel erhoben worden ist. Und dann sagt er, dreimal hat er den Herrn gebeten, dass er dieses Leiden von ihm nehme, und dann ist das nicht von ihm genommen worden. Und dann sagt er, jetzt bittet er Gott nicht mehr darum, denn er hat erkannt, dass dieses Leiden ihn vor Überheblichkeit schützen soll.
Das ist ja dieser Hintergrund. Und hier merken wir auch wiederum: Krankheit kann manchmal von Gott dazu benutzt werden, aus pädagogischen Gründen, pädagogisch uns abzuhalten von Sünde, falschem Verhalten, Abhängigkeit ihm gegenüber oder Überheblichkeit, wie das hier steht.
Ja, und damit ich mich nicht wegen der außerordentlichen Offenbarung nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll, und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen vollkommen. Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne usw. Dann zählt er ja auch noch auf, das kommt auch noch vorher in Kapitel 11, wo dann alles steht, was er erlitten hat um Christi willen. Aber hier deutlich: Er hat irgendein Leiden. Bis heute streiten sich die Ausleger darüber, was das für ein Leiden ist. Deshalb halte ich hier mein Ungewissen auf, was das nun ist, dieser Pfahl im Fleisch. Manche sagen, es sei eine körperliche Erkrankung, einige deuten es auf Sehprobleme, er schreibt ja auch in einem Brief, dass er es womit großer Schrift unterschreibt, dass er wahrscheinlich schlechter sehen konnte oder was er an Sekretär gehabt hat, der für ihn geschrieben hat. Wäre möglich, muss nicht so sein. Ja genau, aber was dieser Engel Satans bewirkt, das weiß man eben nicht ganz genau.
Das heißt, hier der Satan ist der Auslöser, aber Gott benutzt dieses Leiden, was es auch immer sei, nämlich dafür, dass er nicht überheblich ist. Sonst würde Gott es wieder wegnehmen. Und hier ist eine Art pädagogische Wirkung der Krankheit, nämlich es schützt vor falschem Verhalten. Und der Satan, der löst das jetzt aus, aber Gott lässt es zu, und zwar nicht als Strafe, nicht als Versuchung wie bei Hiob, sondern hier als pädagogisches Mittel. Und deshalb bittet er nicht mehr darum, weil er weiß: Das tut ihm gut, diese Erkrankung. Sie hält ihn über, er bleibt mit beiden Füßen auf der Erde, er wird nicht überheblich.
Das kann genauso auch sein, dass manche Erkrankungen, mit denen wir zu tun haben, ebenfalls pädagogische Wirkung haben. Das heißt, wir sollten dann in diesem Fall nicht um jeden Preis versuchen, diese Krankheit zu überwinden, sondern zu erkennen, wo sie uns positive geistliche Wirkung zum Beispiel zur Folge hat.
Wir merken, dieses ganze Denken widerstrebt ja unserem unmittelbaren Empfinden. Unser unmittelbares Empfinden ist vom Zeitgeist geprägt, ob wir das wollen oder nicht, und unser unmittelbares Empfinden sagt erst mal: Krankheit ist schlecht, und zwar generell. Deshalb widerstreben solche Sachen uns. Oder wir sind auch eher geprägt: Krankheit muss doch materiell sein, da muss doch irgendwas sein, er hatte etwas Falsches gegessen, er hatte etwas Falsches gemacht. Und hier merken wir: Nein, das ist nicht immer so biblisch. Sondern da ist manchmal Gott dahinter, manchmal der Teufel dahinter, manchmal die Sünde dahinter. Und deshalb betone ich das ja auch so stark, denn wir müssen das erst begreifen. Denn dann lernen wir erst richtig, mit Krankheit und Gesundheit umzugehen, richtig alternative Heilmethoden zu bewerten, richtig die anderen medizinischen Fragen zu beurteilen, wenn wir diesen biblischen Blickwinkel darauf haben.
Jetzt haben wir eine ganze Menge von möglichen Erkrankungen besprochen, also möglichen Ursachen von Erkrankungen. Fällt euch noch eine ein in der Bibel? Das ist doch eine schöne Perspektive, wenn man es als Krankheit geschenkt. Aber manchmal ist das, glaube ich, tatsächlich so, dass es vielleicht in Ansätzen so ähnlich ist wie bei Paulus, nur der hat dauerhaft damit zu tun. Bei ihm ist es pädagogisch, dass er sich nicht überhebt. Jetzt könnte ich sagen: In deinem Fall ist es vielleicht so, dass Gott sagt, mach mal eine Ruhepause, du machst sie nicht, dann kommt die Krankheit, jetzt musst du sie machen. Dass Gott uns eine Krankheit schenkt, weil er es gut mit uns meint. Manchmal können auch irgendwelche Warnsignale des Körpers sagen: Hier ist Schluss, jetzt muss mal Pause sein, ehe du dich ganz kaputt machst. So Warnsignale. Und die macht Gott uns liebevoll uns gegenüber, weil wir vielleicht nicht erkennen, dass wir hier über unsere Kräfte hinausgehen. Das gibt es durchaus auch. Ich würde das mit fassen auch unter dem Pädagogischen, also Gott pädagogisch aus Liebe zu uns. Zweitens: Hier sind Grenzen, pass auf. Und das kann bei Leuten verschieden sein. Bei dem einen, der dann vielleicht eine Grippe bekommt, et cetera, was weiß ich, bei dem anderen, der einen Gehirnsturz bekommt, und das merkt er also: Jetzt, aber jetzt ist höchste Eisenbahn, mach mal Pause. Und manche Leute, die an dem Bett liegen müssen und so, das kann auch sein. Und das ist dann eher eine Krankheit aus Liebe Gottes und vor größerem Schaden zu bewahren.
Ja, noch etwas?
Um mitfühlen zu können, andere trösten zu können.
Aha, das ist ja auch ein interessanter Gedanke. Hast du da ein Beispiel für? Mir gefällt es zu trösten.
Ja, durchaus. Wir könnten auch noch weinen mit den Weinenden, lachen mit den Lachenden, was ja auch damit zusammenhängt: Wir müssen uns damit identifizieren können. Und wir werden das erleben, wenn ihr in ein Krankenbett kommt, ich erlebe das manchmal. Gerade jetzt habe ich häufiger ein Ehepaar besucht, die hier auch im letzten Jahr in der Freizeit gewesen waren. Die Frau hatte im Herbst einen Rückfall für Brustkrebs und ist jetzt medizinisch gesehen im Endstadium dieses Brustkrebs. Das ist natürlich eine schwierige Situation. Manches Mal habe ich sie jetzt besucht, ein paarmal, und da ist etwas ganz anderes, wenn ich mit ihr spreche, weil ich selbst Krebs gehabt habe, im Krankenhaus war, Chemotherapie nachempfinden kann, wie das dort läuft. Hier würde ich sagen, das kommt dann auf diese Ebene, wobei ich nicht glaube, dass Gott mir den Krebs gegeben hat, um dann hinterher Menschen trösten zu können, aber das ist eine Nebenwirkung, wobei ich natürlich nicht in Perspektiven Gottes immer denken kann. Aber hier ist etwas ganz anderes. Wenn du etwas erlebt hast, kannst du dich viel besser hineinversetzen und Menschen wirklich Hilfe bieten, als wenn du solche Sachen nie erlebt hast. Wobei Christus da für uns auch ein Vorbild gewesen ist, in dem, was er litt, dass wir leben, auch.
Bestimmt, bestimmt! Ja, also das wäre auch noch ein Beispiel. Was noch? Wir brauchen uns auch jetzt nichts mehr so aus dem Hirn heraus zu quetschen, ich will hier einfach Beispiele dafür nennen, und ich glaube, die wichtigsten Ursachen für Krankheit haben wir hier jetzt genannt. Da ist einer das Materielle, ein anderer ist der Sündenfall, das heißt: In dem Leben, in dem wir leben, kommen einfach Krankheit und Tod vor. Und das sind häufig die Ursachen, die die klassischen Mediziner allein sehen. Das sind die alleinigen Ursachen: die strukturelle Sünde, in der wir leben, das heißt die Welt, oder die rein mechanischen Ursachen.
All die anderen Dinge, die wir genannt haben, die kommen bei der klassischen Medizin immer nur am Rande vor. Und dann müssen wir uns nicht wundern, weshalb die klassische Medizin den vielen, vielen Menschen eben nicht wirklich helfen kann, weil viele Ursachen von vornherein ignoriert werden, und dann kann man natürlich endlos gegen einzelne Symptome kämpfen und trifft nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung. Wie gesagt, ich betone nochmals, das werde ich immer wieder tun: Das heißt nicht, dass die klassische Medizin schlecht ist, die kann in vielen Punkten uns wirklich weiterhelfen, aber sie ist eben nicht alles. Sie ist nur ein Faktor dabei, ein durchaus wichtiger, bei dem wir uns freuen können, aber sie ist nicht alles.
Nun möchte ich auch noch auf den nächsten Bereich zu sprechen kommen, nach den Krankheitsursachen, und zwar ist das die Sache mit dem Heil und der Heilung. Ich habe hier erwähnt, dass Krankheit und Tod im Gegensatz zur ursprünglichen Schöpfung Gottes stehen. Ich habe im Alten Testament es genannt, im Sündenfall wird es erwähnt. Im Neuen Testament, Offenbarung 21,4 wird gesagt, dass Krankheit einmal ihr Ende finden wird. Darüber hinaus ist es auch so, dass ja Gott sich selbst als Arzt bezeichnet, dass Menschen Gott um Heilung bitten dürfen, es sogar sollen. Das wird im Alten Testament und im Neuen Testament erwähnt. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch, zum Beispiel. Und Sorgen sind ja auch Krankheiten. Also Krankheiten sollen wir uns zuerst an Gott wenden, das ist ganz eindeutig.
Aber natürlich heißt das auch, wenn wir eine Ursache von Krankheit erkennen, die versuchen mit zu bewältigen. Prinzipiell können wir davon ausgehen, dass Gott uns von Krankheit befreien will. Nur kann es jetzt sein, wenn diese Krankheit irgendeine Ursache hat, wie zum Beispiel die Sünde, dann will uns Gott davor befreien, aber die soll uns auf Sünde aufmerksam machen, und deshalb will er uns darauf hinleiten, dass wir Sünde bekennen, und dann nimmt er auch gerne wieder die Krankheit weg. Also wir müssen da: Das Bild dürfen wir nicht gewinnen eines sadistischen Gottes, der sich irgendwie daran freuen würde, wenn Menschen leiden. Das dürfen wir nicht haben, sondern Gott leidet mit. Gott weiß auch, wie es uns geht, wenn wir leiden. Er ist ja selbst Mensch geworden, hat gelitten wie wir, im Hebräerbrief lesen wir: Er ist uns gleich geworden in allen Dingen, er wurde versucht wie wir, nur ohne Sünde. Das heißt, er weiß auch, wie es uns geht, er steht uns dabei. Aber manchmal ist eben diese Sünde, diese Krankheit ein Begleitumstand dieser Welt, der mit dazu gehört. Und das soll uns jetzt nicht dazu führen, dass wir uns dann von Gott distanzieren. Wir müssen sehen: Seine Liebe, seine Gnade und seine Macht, die ist da, und die kann auch Krankheit überwinden.
Wir sehen das ja unter anderem daran, dass Jesus Menschen heilt, und zwar in großer Menge. Wir müssen natürlich auch sehen: In erster Linie ist Jesus an dem seelischen Wohl der Menschen interessiert. Das merken wir, ich finde es sehr schön an, ich glaube, es ist Lukas 5, dem Beispiel der Geschichte von dem Lahmen, der durchs Dach gelassen wird. Zuerst sagt Jesus zu ihm: Deine Sünden sind dir vergeben. Und als zweites sagt er dann: Nimm auf, also steh auf, nimm dein Bett und geh. Damit ich hier keine falsche Stelle nenne, ich schlage sie gerade mal auf, ist es jetzt Kapitel 4, Verkündigung in der Synagoge? Nein, das ist 5, 5, ab Vers 17, also Lukas 5,17. Und dann eben zuerst Sündenvergebung.
Und wir sehen später auch immer wieder, wenn Jesus umherreist, da steht immer, er predigte und heilte. Das Predigen war ja für die Seele in erster Linie, das heißt, die Menschen sollen Gott erkennen und den Weg der Befreiung von Sünde und den Weg zu Gott erkennen. Das andere ist dann die körperliche Heilung. Die Leute, die körperlich geheilt worden sind, sind irgendwann auch gestorben, so keiner von denen hat ewig gelebt. Zumindest nicht irdisch. Aber Jesus wie auch Gott sieht sowohl das Geistliche wie auch das Körperliche. Deshalb bitten wir im Vaterunser ja auch: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, führe uns nicht in Versuchung. Aber wir bitten auch: Unser tägliches Brot gib uns heute. Da ist das Materielle angesprochen. Das heißt, Gott sorgt sowohl für unser materielles als auch unser körperliches Wohl, auf der anderen Seite auch für unser geistliches Wohl. Das Geistliche ist das letztendlich Entscheidende, weil Krankheit kommt und geht. Das irdische Leben ist aus der biblischen Sicht eine kurze Zeit, die vorbeigeht, und das sagt Paulus auch im 2. Korinther, ich meine, es sei auch Kapitel 4 oder Kapitel 5, ich lese das gerade noch einmal, 2. Korinther 4, und zwar ja, 2. Korinther 4,16-17: Darum lassen wir uns nicht entmutigen, sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, Krankheit und Tod, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert, denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.
Hier wird gesagt, das Leiden ist leicht und vorübergehend, schnell vorübergehend. Was meint Paulus damit? Ja, diese paar Jahrzehnte, die wir auf der Erde leben, das ist doch leicht und schnell vorübergehend in Hinsicht auf die Ewigkeit. Denn er stellt ja Ewigkeit gegenüber irdischem Leben. Das sagt dann Vers 18 auch noch: Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, ist ewig. Also hier diese Gegenüberstellung, und dann merken wir: Das ist die Perspektive. Heute in einer Zeit, wo wir sehr gestresst sind, da haben wir eher die Perspektive: Na ja, kurz heißt fünf Minuten vielleicht, und lang, na ja, das sind dann zwei Stunden vielleicht. Die Bibel hat etwas ganz anderes: Kurz sind 50 Jahre, lang sind Ewigkeit. Das ist ein ganz anderes Denken, und da müssen wir sehen, dass wir uns auch Denken prägen lassen, nicht von der Fast-Food-Gesellschaft, sondern dann prägen lassen von biblischem Denken und Motiven. Sonst kann es sein, dass wir leicht aufgeben, und die Bibel hat eine ganz andere Perspektive dafür.
Also wie gesagt: Gott will Heilung, aber manchmal dauert das auch eine Zeit lang. Jesus heilt immer wieder. Wir sehen ja Hunderte von Heilungen im Neuen Testament, im Leben Jesu. Das geht auch weiter bei den Jüngern. Die Jünger heilen ja auch in Apostelgeschichte. Denken wir daran: Silber und Gold habe ich nicht, aber was wir haben, geben wir dir: Im Namen Jesu Christi, steh auf und geh. Zum Beispiel. Auch andere Heilungen sehen wir ja. Dem, der aus dem Fenster gestürzt ist, weil er müde war wegen der Predigt und dann hinterher wieder zum Leben erweckt wird, ist es doch auch schön, dass Jesus, Gott eingreift, Erbarmen mit ihm hat. Der wird bestimmt das nächste Mal sich nicht ans Fenster gesetzt haben, wo er zugehört hat, bei der nächsten Predigt. Heute würde man auch sagen: Unfall, Vorschriften, da hätte man ja Geländer bauen müssen oder so etwas. Aber Gott greift ein, er bringt ihn wieder zum Leben. Das finden wir dort auch.
Und so sollten wir die Konsequenz daraus ziehen, auch heute in erster Linie bei Krankheit uns an Gott zu wenden, wenn wir sehen, er kann nicht nur heilen, sondern er heilt tatsächlich auch. Aber wir müssen natürlich auch dafür offen sein, dass Gott uns die Ursache unserer Erkrankung zeigt und dass wir dann zum Beispiel bekennen müssen oder erkennen müssen, dass es zur Verherrlichung Gottes oder sonst irgendetwas ist.
Heilung wird in der Bibel manchmal auch als Beleg von göttlicher Vollmacht verstanden, und manchmal ist es das auch. Da kommen die Jünger des Johannes zu Jesus und sagen eben: Woran erkennen wir, dass du der bist, auf den wir warten? Antwort von Jesus ist: Blinde werden sehend, Lahme werden gehend, den Armen wird das Evangelium verkündigt. Hier die Heilungen sind ein Beleg der göttlichen Sendung Jesu. Auf der anderen Seite sehen wir die Pharisäer, die nach Zeichen und Wundern fragen, und Jesus lehnt ab. Wir sehen dann auch diejenigen, die Zeichen und Wunder getan haben, wie der Simon Magus in der Apostelgeschichte, und die Leute gesagt haben: Die große Kraft Gottes ist in ihm, und es war nicht von Gott. Also wir müssen immer vor Augen haben: Übernatürliche Heilung ist nicht automatisch ein Zeichen für Gott. Es gibt auch dämonische Heilungen übernatürlicher Art, das müssen wir auch im Kopf haben, von denen spricht die Bibel auch. Sie spricht auch im Matthäus 24 davon, dass am Ende der Zeiten zahlreiche falsche Propheten aufgehen werden und werden viele Zeichen und Wunder tun und werden viele verführen. Ich kann das auch vorlesen. Im Matthäus 24 steht das sogar dreimal in dieser Endzeitrede Jesu. Vielleicht finde ich jetzt auch gerade die Stelle, die ich suche, und zwar so eine ist in Vers 11: Und es werden viele falsche Propheten auftreten, werden viele verführen, und die Gesetzlosigkeit wird Überhand nehmen. Und dann steht noch mal Vers 5: Denn es werden unter meinem Namen viele kommen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. Ihr werdet auch vom Krieg und Kriegsgeschrei hören. Dann gibt es noch eine Stelle in 24. Genau, das ist die Stelle, die ich meinte. Hier sehe ich dreimal die Warnung vor falschen Propheten, und hier stehen große Zeichen und Wunder. Das heißt, die Leute denken sich: Hier bestehen Zeichen und Wunder, zu denen gehören ja aus biblischer Sicht unter anderem Heilungen, und die sind gar nicht von Gott. Also wir müssen hier sehen, deutlich: Es gibt auch durch okkulte Kräfte verursachte Heilungen, die hier auch erwähnt werden.
Wir denken hier auch früher im Matthäusevangelium, ich glaube, es ist Kapitel 7, aber sonst könnt ihr mir auch noch beibeihelfen. Ich denke, da ist ja, dass manche kommen werden und sagen: Haben wir nicht in deinem Namen dieses und jenes getan? Und Jesus sagt dann zu ihnen: Ich kenne euch nicht. An den Früchten werdet ihr erkennen, ist das hier, ja genau. Es werden, genau, Kapitel 7, Vers 22: Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt, weicht von mir, ihr Gesetzlosen. Das heißt: Dämonenaustreibungen, Wundertaten, Weissagungen, alle ohne Gott. Also deshalb: Wir müssen immer darauf achten, Heilungen und Wundertaten sind nicht ein deutlicher Beweis für Gott. Wir müssen nicht nur die Wahrheit dessen prüfen, was die Person redet, sondern wir müssen immer auch sehen: Ist das Leben, was er führt, ist das, was hier gesagt wird, eben über allen Stimmungen der Bibel? Sonst kann es hier auch dämonische, okkulte Heilungen geben, die übernatürlich wirken.
Also Gott will heilen, wir sollen uns an ihn wenden, wir dürfen aber nicht umgekehrt davon ausgehen, dass jede Heilung, die übernatürlich ist, immer gleich von Gott ist. Das ist ein wichtiger Gedankengang, den wir im Kopf haben müssen, wenn wir uns später mit Geistheilern auseinandersetzen, von denen ja manche behaupten, dass sie in der Kraft Gottes auftreten, und wir dann überprüfen müssen, ob das auch tatsächlich so ist.
Es gibt dann in der Bibel natürlich jetzt auch verschiedene Details, so wie zum Beispiel die Gabe der Krankenheilung, so wie auch das Rufen der Ältesten, da werde ich nachher noch mal darauf eingehen.
Eine Sache, die mir noch wichtig ist: Die Bibel benutzt den Begriff Heil ja auch häufig, und wir benutzen den ja auch im religiösen Umgang mit. Und Heil hängt ja auch mit Heilung zusammen. Jesus wird in der Luther-Übersetzung häufig auch als der Heiland bezeichnet. Das griechische Wort dahinter ist der Soter, der Retter, wobei Retter meint hier sowohl körperliche Rettung wie auch seelische Rettung. Also Jesus als der Retter, als der Heiland, der dafür sorgt, dass wir heil werden. Das ist ja in Deutschland diese interessante Verbindung, die dahinter steckt, die im Griechischen auch zusammengehört: heil werden kann körperlich heil werden und seelisch heil werden bedeuten.
Wir müssen uns das so vorstellen: Der Mensch, der gottlos ist oder der krank ist, da ist etwas zerbrochen, da ist etwas kaputt, wie meinetwegen ein Gefäß, das sich fallen lässt. Und dann kommt jemand hin und macht es heil, klebt das wieder zusammen und hat so Ruhe, dass es besser ist als vorher. Das ist dann die Aufgabe des Heilands. Und hier ist Gott Heiland, Heiland unseres Körpers sozusagen, wobei wir letztendlich erst total heil werden, wenn wir einen neuen Körper bekommen werden in der Ewigkeit bei Gott. Hier auf der Erde wird er ja verfallen. Aber der auch unsere Seele heil macht und unseren Geist heil macht. Das ist also die Aufgabe Gottes, und deshalb auch sollen wir uns an ihn wenden. Und er beseitigt dann die eigentliche Ursache jeder Krankheit, und die eigentliche neben den Unterursachen ist ja diese Loslösung von Gott. Und seitdem gibt es ja erst Krankheit auf der Erde.
Nun, ist es auch so, wenn wir heil gemacht sind, dann können wir auch heilig werden. Auch da ist ja eine Verwandtschaft damit: heilig, ausgesondert für Gott. Wir sind wieder heil geworden, die Verbindung zu Gott ist gekittet, und das ist das, was auch Gott in unserem Leben macht. Wenn wir das vor Augen haben, merken wir allerdings auch: Das primäre Gebet unseres Lebens sollte nicht darum sein: Nehmen wir die Zahnschmerzen oder Kopfschmerzen weg, das ist auch wichtig, sondern: Mach mich heil, dass ich so denke, so fühle, so empfinde, so lebe, wie du es willst. Das sollte das Erste sein, weil das ist das, was uns dauerhaft im Leben bestimmen wird, was uns voranbringen wird. Und das ist auch das, was wir mit in den Himmel hineinnehmen. Unseren Körper lassen wir hier sowieso auf der Erde.
Damit will ich nicht sagen, es sei unwichtig, nur wir müssen lernen, in unserer Gesellschaft die Prioritäten zu beachten. Und diese Prioritäten sind eben nicht der Körper zuerst, sondern zuerst der Geist. Deshalb lesen wir auch solche Sachen wie: Die körperliche Übung ist zu wenig nütze. Da steht ja nicht, die ist unnütz, auch nicht, dass wir keinen Sport machen sollen, das steht in der Bibel ja nicht. Da steht nur, sie ist im Vergleich zu dem Geistlichen, was wir erreichen, wenig nütze. Wer sein Leben also nur daran verschwendet, seinen Körper schön gesund zu pflegen, jeden Tag Bodybuilden, schön eincremen, Solarium, das ist alles nicht schlecht. Aber häufig ist der Nebeneffekt, dass das Geistliche vernachlässigt wird, weil einfach die Zeit dafür fehlt, das Geld dafür fehlt, was weiß ich. Und dann ist es falsch. Also körperliche Übung ja, aber nicht das Primäre. Und da merken wir: Das ist dann wieder gegen den Trend unserer Zeit. Der Trend unserer Zeit sagt: Der Körper ist alles, alles, was dahinter kommt, das ist nicht so wichtig.
Das schaut einmal in der Werbung ja für die Seele, da wird doch nicht viel vorgesorgt, und für den Geist schon gar nicht. Das kommt so nebenher mit. Wo im Unterricht in der Schule beschäftigt man sich damit? Das kommt praktisch gar nicht vor. Im täglichen Leben auch nicht, stattdessen man auch Geld damit verdienen kann, irgendwelche Psychokurse verkaufen oder so. Aber sonst kümmert sich kein Mensch da oben, sondern erstens das Körperliche, das muss stimmen, ja.
Ich möchte hier noch erwähnen: Die zehn Aussätzigen, da kam einer zurück und dankte und gab Gott die Ehre. Und da sagt Jesus Christus: Ist denn nur einem geholfen worden? Für die Neuen war die Hilfe in der letzten Konsequenz Gericht, wenn es dabei geblieben ist, und für den einen war das eine Hilfe für Zeit und Ewigkeit, wie es unser Verhalten nach erlebter Hilfe, großlustig und langfristig.
Auch das ist ein guter Hinweis, denn tatsächlich: Krankheit führt nicht automatisch dazu, wenn wir geheilt werden, dass wir näher zu Gott kommen, das sehen wir an diesen zehn Aussätzigen, sondern es kann auch dazu führen, wir nehmen die Gesundheit gerne an und leben weiter wie vorher. Und dann hilft es uns letztendlich nichts. Wir fühlen uns in dem Moment natürlich besser, wir sind glücklicher, aber es hilft uns nicht wirklich weiter. Hier auch wieder diese Verschränkung: Gott greift ein, wie gehen wir damit um.
Lassen wir das einmal jetzt auf sich beruhen. Ich wollte diesen Aspekt noch mit hineinnehmen, den seht ihr in meinem Buch ja noch ausführlicher, könnt ihr danach lesen: Krankheit und Gesundheit. Ich habe dann auch noch einen ganzen Teil darüber: Was tut der Christ, wenn er in Krankheit hineinkommt? Das ist im Buch ab Seite 34. Das werde ich jetzt mal ein bisschen schnell durchgehen, und zwar habe ich gesagt: Zuerst einmal halte ich es für wichtig, ein Christ ist krank, er drückt sein Vertrauen Gott gegenüber aus, er bittet Gott um Heilung, er dankt Gott für sein Eingreifen auch öffentlich, wenn er das Eingreifen erlebt hat. „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“ Das sind 50, das hier, glaube ich, 50,15, das ist eine Auswirkung davon, was der eine getan hat, andere, die jedes Gehalt hat, ebenfalls.
Dann drückt sich das Vertrauen natürlich auch aus, dass ich von Gott erwarte, dass er mir Heilung gibt, und dass, wenn er mir keine Heilung gibt, ich auch bereit bin, diese Antwort von Gott zu akzeptieren. Auch das ist ein Zeichen des Vertrauens. Zeichen des Vertrauens drückt sich auch aus, indem ich andere um Gebetsunterstützung bitte. Vertrauen, Gott wirkt dadurch.
Dann, glaube ich, als Nächstes, wenn ich krank bin, wäre der Weg, Sünde zu bekennen, gerade weil in der Bibel häufig Sünde als Ursache genannt wird. Und Sünde zu bekennen, schadet ja in keinem Fall. Selbst wenn sich hinterher herausstellt, dass die Krankheitsursache wo ganz anders ist. Sünde ist in jedem Fall schädlich. Also würde ich sagen: Durchforste dein Leben bei Krankheit, bekenne die Sünde, hast du mal wieder reinen Tisch gemacht. Das tut gut. So habe ich es auch gemacht. Mit einem Krebs im Krankenhaus habe ich gedacht: Wenn da Sünde ist, die Ursache sein sollte, dann bin ich bereit, die erstmal auszuräumen, habe danach gefragt und nachgedacht, nur darf sie nicht dabei stehen bleiben.
Wenn du jetzt alles bekannt hast, dann sehe: Gott hat vergeben, wo du gebeichtet hast, hat Gott vergeben, das sagt er zu, und dann musst du dem nicht mehr nachgehen. Aber das würde ich jetzt als Nächstes empfehlen.
Dann würde ich sagen, dann erst als Nächstes die Medizin zu nutzen, die etablierte Medizin. Denn Gott kann Wunder ohne die Medizin wirken, und er kann Wunder mit der Medizin wirken. Denn ein Wunder ist ja nicht kleiner, wenn Gott durch einen Arzt wirkt, oder? Denn ein Arzt, ich hoffe, dass ihr nicht in der Illusion erliegt: Ein Arzt kann euch nie eine Garantie für Heilung geben, sondern jede Therapie, die ein Arzt anwirkt, da kann er höchstens sagen: Statistisch gesehen so und so viel Prozent, denen geht es besser, und so und so viel Prozent, die bleiben krank. Als ich mit meinem Krebs gewesen bin, da waren dann auch Statistiken: So und so viel Prozent sterben, und so und so viel Prozent leben noch ein paar Jahre, und so und so viel Prozent werden geheilt. Aber zu welchem Prozent ich gehöre, das kann dann kein Arzt sagen. Und deshalb müssen wir dahinter sehen: Auch eine medizinische Therapie ist nicht die Allmacht des Arztes. Manche Ärzte erwecken den Eindruck, sie wären die Herren über Leben und Tod, was natürlich vollkommen falsch ist aus biblischer Sicht, sondern Gott kann die Arbeit des Arztes gebrauchen oder er kann auch trotz der Arbeit des Arztes sterben lassen. Das merken wir ja auch: Das Krankenhaus ist der Ort, an dem am meisten gestorben wird, nicht? Ja eben, und da müssen wir doch sagen, dann reden wir deutlich: Der Arzt hat nicht das Leben in der Hand, sondern Gott. Trotz aller Bemühung der Ärzte sterben wir trotzdem, also auch im Krankenhaus.
Und damit will ich ja jetzt nicht die Medizin herunterwürdigen und sagen, die Medizin ist schlecht, gar nicht. Die Medizin ist gut. Nur die Medizin ist nicht das Eigentliche, worauf wir vertrauen sollen. Und wenn ihr mal mit einer wirklich schweren Erkrankung im Krankenhaus wart, so mit Krebs, dann merkt ihr auch sehr schnell, dass die Mittel der Medizin ziemlich begrenzt sind. Es gibt ein paar Sachen, die man tun kann, die sind ja auch nicht schlecht. Aber die sind auch schnell ausgeschöpft. Und dann tun die Ärzte zwar noch so, als ob man da noch etwas machen könnte, also hier noch mal eine Diagnose und da noch mal eine Therapie, aber da weißt du, wenn du mal ein bisschen nachliest in der Fachliteratur, das bringt jetzt alles nicht mehr viel. Und dann würden wir sagen: Also ja, Medizin nutzen, ich habe auch deutlich gesagt, die Bibel verurteilt das nicht, aber das ist nicht das Primäre.
Deshalb zuerst Gott vertrauen, beten zuerst, dann als Nächstes Sünden bekennen, dann als Nächstes die Mittel der Medizin nutzen. Dann durchaus auch alternative Heilmethoden probieren. Dazu kommen wir ja gleich noch, wie unterscheiden wir die, wie erkennen wir die. Aber als Christen sollten wir prinzipiell für alternative Heilmethoden offen sein und die auch benutzen, denn in der Bibel findet kein einziger Hinweis: Gott wirkt nur durch die etablierte Medizin des zwanzigsten Jahrhunderts. Steht in der Bibel nirgends, sondern Gott kann genauso auch durch alternative Heilmethoden wirken. Ich komme natürlich noch daher, ich höre jetzt vielleicht schon einige Gedanken, dass einige mehr skeptisch zuhören: Was ist denn das, will der jetzt sagen, wir sollen sofort mit Akupunktur, Homöopathie und was weiß ich alles machen? Nein, das kommt ja später noch. Aber generell sollten wir erst mal offen sein. Warum, werde ich ja gleich noch erklären.
Dann würde ich sagen, als Nächstes ruft die Ältesten, dass sie über dir beten und dich salben, Jakobus 5. Das würde ich nicht sagen sofort, wir müssen nicht wegen jedem Schnupfen die Ältesten holen, sonst haben die einen Vollzeitjob in der ganzen Gemeinde, ständig nur herumzuziehen: Der hat gerade einen Zirpen hier, was weiß ich, im Rücken, und der hat gerade Schnupfen und der hat gerade Schmerzen im großen Zeh. Das sind ja alles durchaus ernsthafte Sachen, aber wir sollten es nicht sofort tun. Erst mal beten, erst mal diese ganzen Sachen und dann Älteste rufen.
Dann würde ich sagen, wenn das alles nicht weiterführt, dann auch die Krankheit ertragen mit der Kraft Gottes. Auch dazu sollten wir bereit sein. Und das ist natürlich auch wieder gegen den Zeitgeist ein ganz anderes Vorgehen, gegen den Zeitgeist zu sehen: Gott will uns Kraft geben, ihm zu ertragen, und auch das ist ein geistlicher Umgang damit. Und zwar soll uns das davor schützen, dass wir endlos nur den Ärzten nachlaufen. Es gibt Menschen, deren ganzes Leben dann nur noch durch ihre Krankheit bestimmt ist. Es müsste nicht so sein, aber ihr ganzes Leben, 90 Prozent ihres Lebens verwenden sie nur darauf, irgendwo nach Gesundheit zu suchen. Und das ist nicht Wille Gottes. Sondern manchmal geht es darum: Jetzt versuche mit Einschränkungen zu leben und trotzdem noch zu sehen, wo Gott dich gebrauchen will. Und das ist in unserer Gesellschaft sehr schwer, weil unsere Gesellschaft eher dazu strebt, Gesundheit als höchstes Gut zu setzen und alles dafür einzusetzen, damit die wiederhergestellt wird. Trotzdem würde ich euch sagen: Versucht die Hoffnung zu erhalten, dass Gott nämlich auch nach jahrelangem Leiden noch eingreifen kann und heilen kann. Also nicht zu sagen: resigniere, sondern Hoffnung erhalten dabei.
Und dann auch noch als Letztes: Leidenden helfen, egal ob Gott dir hilft oder nicht. Anderen Leidenden helfen, denn wir sind auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Und das können wir insbesondere da, wo wir selbst Leid erfahren haben in Form von Krankheit, anderen besser verstehen, anderen besser helfen mit ganz konkreten Tipps, vielleicht auch mit Therapien, die wir selbst erfahren haben, wo wir gemerkt haben: Mir hat bei Kopfschmerzen das und das geholfen, probier das auch mal aus. Das wären konkrete Hilfen und natürlich Gebet, das ist ja klar. Auch manchmal nur Mitgefühl, was ich vorhin gesagt habe: weinen mit den Weinenden, lachen mit den Lachenden. Beten, besuchen, Matthäus 25,34 wird gesagt: Wer Kranke besucht, da sagt Jesus, das habt ihr mir getan. Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Da steht ja, den Gefangenen besucht, die Leidenden besucht, zu trinken gegeben und all solche Sachen. Das ist dann auch Dienst für Gott an Leidenden, um ihm zu helfen, mit dem Leid und mit der Krankheit umzugehen.
Nun, jetzt komme ich zu meinem nächsten Thema, es sei denn, ihr habt zu diesem Thema noch ein paar Ergänzungen oder Fragen.
Ja, also ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, dass es verschiedene Ursachen da mit hineinspielt. Also auf der einen Seite habe ich es durchaus als Anfechtung erlebt, und ich denke, hier ist ein Aspekt, den der Teufel benutzt hat dabei. Eine andere Sache ist, dass Gott es auch pädagogisch benutzt hat, was wir von als Ruhepause gesehen haben. Ich hätte natürlich viel besser mir gewünscht, dass eine Ruhepause anders eingetreten wäre, als die ich jetzt für mehrere Monate hatte, und das hieß auch mehrere Monate im Krankenhausbett liegen und nichts anderes tun zu können und nur nachdenken und so. Das war also auch eine geistliche Auseinandersetzung, aber auch diese Ruhepause. Ich habe gemerkt, in den ersten Jahren, als ich an der Bibelschule gewesen war, habe ich keine Ruhepausen mehr gehabt, und das wäre auf Dauer nicht gut gegangen. Weder für mich noch für unsere Familie, und dass Gott hier einen Einschnitt gegeben hat. Das könnte ich mir vorstellen, dass das auch mit einer Ursache ist. Ich sage das vorsichtig. Deshalb habe ich versucht, danach auch einige Sachen umzuorganisieren. Bis heute merke ich, dass es immer noch ein Punkt ist, an dem ich dann immer wieder arbeiten muss, zu sehen, was mache ich, was mache ich nicht. Aber ich habe daraus gelernt aus solchen Dingen. Ich glaube also einerseits Anfechtung, andererseits dieser Aspekt.
Natürlich müssen wir bei solchen Diagnosen immer auch eine gewisse Vorsicht walten lassen. Ich würde auch immer sagen: Wenn jemand krank ist, versucht nicht, außer wenn ihr eine direkte Offenbarung habt, zu sehr dem anderen vorzuschreiben, was dahinter liegen könnte, denn das kann auch sehr daneben gehen. Aber wir können Menschen zumindest anbieten, zu sagen: Also hier, sieh mal, das und das und das und das sind Ursachen, die die Bibel nennt, denk darüber nach, lass dir das von Gott zeigen, und dann können wir das durchgehen.
Und so habe ich das auch für mich gemacht, verschiedene Faktoren durchgegangen, könnte das sein. Zum Beispiel mit der Sünde habe ich ja gesagt: Einfach mal alle Sünden bekennen. Dann ist mir keine so aufgefallen, wo ich gedacht habe, das könnte es wohl sein. Da habe ich gedacht: Gott hat mir das nicht gezeigt, also habe ich die Sünden bekannt, die mir eingefallen sind, und habe weitergesucht. Denn dass wir jetzt andere diagnostizieren, das kann häufig sein, dass wir dann auch vielmehr unsere Ideen in das Leben eines anderen hineintragen. Denn wir müssen schon echt nach Gott fragen.
Ein Fall, der für mich da besonders abschreckend wirkt, ist: Ich habe vor ein paar Jahren eine Freizeitleitung gemacht, von einer Freizeit in Skandinavien. Und dann war da eine junge Frau, auch ein junger Mann, die waren verheiratet, und die hatte gerade ein paar Monate vorher eine Fehlgeburt gehabt. Das Kind war schon in fortgeschrittener Entwicklung, ich weiß jetzt nicht, war es dritter, vierter Monat, also nicht ganz am Anfang. Und dann kam jemand in der Gemeinde auf die Frau zu und hat gesagt: Du hast das Kind verloren wegen deines Hochmuts, Gott wollte dir deine Demut zeigen. Sonst warst du so viel über das Kind geredet, dass du so glücklich warst, das ist Hochmut und deshalb hast du das Kind verloren.
Und jetzt war neben dem, dass diese Frau total frustriert war wegen der Fehlgeburt, war sie noch mehr frustriert, weil sie jetzt überlegt hat: Ja, bin ich wirklich so hochmütig, war das wirklich die Strafe Gottes? Nach dem Gespräch mit ihr habe ich den Eindruck, dass diese Diagnose falsch war. Aber die wirkt dann eher noch, dass das Leiden noch schlimmer ist. Hier war das, was weiß ich, vielleicht eher, dass jemand sich selbst ein Kind gewünscht hat und jetzt jemand anders das gesagt hat oder jemand sauer auf die Person war oder sonst was, ich weiß nicht, was dahinter stand. Aber wir sollten auch mit unserer Ferndiagnose manchmal etwas vorsichtig sein.
Die Bibel nennt uns Ursachen, aber ehe wir sowas sagen, sollten wir uns schon ziemlich sicher sein. Und wenn, dann würde ich sagen: Immer im Gespräch mit dem anderen höchstens anbieten zu sein: Die Bibel zeigt das, die Bibel zeigt das, die Bibel zeigt das. Lasst uns gemeinsam überlegen, bete du darüber, dass Gott es dir zeigt, es sei denn, Gott macht es dir ganz deutlich.
Nein, heilen gar nicht! Es geht ja darum, dass Gott mir zeigt, wo die mögliche Ursache ist, und Gott kann durch andere Menschen sprechen und kann durch mich selbst sprechen. Aber wenn wir wie bei einem Arzt, ein Arzt muss ja auch erst die Symptome ganz genau untersuchen, ehe er mit einer Diagnose kommt. Und das kann ich erst, wenn es hier geistliche Sachen sind, indem ich den anderen ein bisschen geistlich durchchecke. Und das geht eben nicht so, dass ich hinkomme, zack, das ist das. Sondern dann heißt es erst mal Seelsorge üben, mal genau anhören, wie ist das mit dem Leben, und dann das mit durchgehen. Und dann kann Gott so etwas offenbaren und zeigen. Aber das geht wie gesagt nicht mit einer Fünf-Minuten-Diagnose.