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2. Petrus 2,20-22: "Abfall vom Glauben"

2. Petrus 2,20-2,2202.07.2012
Serie•Teil 6 / 82. Petrus
Man kann Jesus kennen und doch wieder absichtlich zurück in den alten Dreck rutschen. Die Frage ist brutal ehrlich: Ist dein Glaube echt – oder nur ein kurzer Hype?

Ein persönlicher Blick auf das, was wirklich schwer wiegt

In dem Maß, wie man älter wird – und ich glaube, das fängt spätestens mit siebzehn an –, stellt man fest, dass es im Leben dumme Dinge gibt, blöde Dinge, frustrierende Dinge und sehr frustrierende Dinge. Und ich glaube, man merkt von Jahr zu Jahr irgendwie mehr: Leben ist eigentlich nicht fair. Man merkt das mal ein bisschen mehr, und dann wieder ein bisschen weniger.
Ich habe mich gefragt, was mich in meinem Leben eigentlich am meisten runterzieht, wenn man so durchs Leben schaut und sagt: Worst Case Study, was ist so richtig blöd? Da sind wir vielleicht alle unterschiedlich. Aber was ist das, wo ich sage: Wenn ich so eine Sache oder zwei Sachen hätte, die würde ich einfach nur so wie bei meiner To-do-Liste löschen? Ich habe einen To-do-Punkt in meinem Rechner, da mache ich einen Haken dran, und dann: plopp, weg. Einfach plopp weg.
Jetzt stell dir vor, du könntest in deinem Leben so einen Haken setzen und irgendwas wäre einfach weg. Was wäre das? Was würdest du gerne aus deinem Leben streichen?
Ich habe festgestellt: Der Punkt, der mich vielleicht am meisten persönlich herunterzieht, ist der, dass ich Christen kenne und liebe, die ich irgendwann am Glauben scheitern sehe. Also: Da ist jemand begeistert für Jesus, er brennt für Jesus, er arbeitet eine Weile in der Gemeinde mit, und dann bekommt seine Biografie so einen ganz merkwürdigen Knick. Meistens merkt man es daran, dass er nicht mehr so regelmäßig zum Gottesdienst kommt, vielleicht auch nicht mehr so regelmäßig im Hauskreis dabei ist, dass er komische Entscheidungen trifft, wo man von draußen sagt: Was machst du da eigentlich?
Wenn man ihn ein bisschen kennt, weiß man: Da driftet einer einfach immer mehr und mehr ab. Und irgendwann passiert das, was die Bibel nennt, dass jemand am Glauben Schiffbruch erlitten hat. Das ist ein Wortspiel, das wir heute so nicht mehr verwenden, aber es ist sehr eingängig. Glaube ist wie ein Schiff, und stellt euch die Titanic vor: Sie läuft gegen so einen Eisberg, und irgendwann blubb, blubb, blubb, blubb, blubb.
Und es gibt das, dass man Menschen kennt und schätzt und liebt und begleitet und einfach merkt, wie es da in ihrem Leben diesen Untergang gibt. Ich gebe gerne zu: Wenn ich bete, dann habe ich Listen, auf denen Namen draufstehen. Und immer mal wieder komme ich dann, weil ich für viele Leute versuche zu beten, bei solchen vorbei, bei denen das gilt: die mal dabei waren, mit denen ich eine Geschichte verbinde.
Es ist eigentlich jedes Mal so, dass es mir persönlich das Herz zerreißt. Es gibt wenig, vielleicht gar nichts, was mich so sehr anzickt. Und wenn ich manchmal so einen Zettel rausnehme und schon weiß, da stehen solche Namen drauf, dann grusele ich mich schon ein bisschen davor, das Gebet anzufangen, weil ich weiß, ich komme an den Punkt, der mir einfach nur weh tut.

Freude und Schmerz im Blick auf den Glauben

Der Clou ist: Es gilt auch das Gegenteil. Im dritten Johannesbrief, vielleicht so einem, den ihr nicht völlig vor Augen habt, gibt es folgenden Vers:
Eine größere Freude habe ich nicht als die, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.
Schönes altes Deutsch. Für Johannes gibt es nichts Schöneres, als wenn er mitbekommt, dass Leute ganz klar mit Jesus leben. Dass sie sich nicht von ihren Trieben leiten lassen, nicht vom Zeitgeist leiten lassen, dass sie bereit sind, für Jesus einfach alles zu wagen. Dass man in ihrem Leben Charakterveränderungen feststellt. Dass sie über Jahre und vielleicht Jahrzehnte hinweg einfach begeistert für Jesus sind, ohne irgendwie engstirnig zu werden, ohne Zyniker zu werden oder ungläubig.
Wo man das mitkriegt, dass da einer über Jahre und Jahrzehnte einfach kontinuierlich gewachsen ist, da hast du den Eindruck: Boah, Wahnsinn! Das ist für mich mit das Schönste, was ich persönlich kenne. Eine absolut geniale Sache, absolut erfrischend, absolut mutmachend für einen selbst, wenn man mal ein bisschen niedergeschlagen ist, dass es so etwas gibt.
Und doch: Es ist möglich, dass Menschen nicht automatisch ein Leben lang brennen und ein Leben lang einfach weitermachen. Es ist möglich, dass Menschen, die mal gebrannt haben, die mal Sünde wirklich in ihrem Leben gehasst haben, die mal ein Vorbild in Sachen Liebe gewesen sind, irgendwie wegdriften.
Man nennt das dann theologisch – es gibt ja immer theologische Begriffe, die man eigentlich im täglichen Leben nicht braucht, und ihr dürft das auch gleich wieder vergessen – die Wiederverlierbarkeit des Heils oder die Frage, ob Gläubige wieder verloren gehen können.
Ich werde dazu heute nichts sagen, oder nicht viel, weil ich glaube, dass die Frage selbst, diese ganze Diskussion, einfach unnütz ist. Unnütz deshalb, weil die Bibel uns ein Spannungsfeld aufzeigt. Wenn wir über die Frage sprechen: Was ist eigentlich Glaube?, dann sagt die Bibel, es gibt verschiedene Sorten von Glauben.
Da gibt es Glauben, der nur eine Zeit lang da ist. Das ist so ein Groupie-Glaube. Also, ich habe so die Groupies, die da am Hotel stehen. Und wenn dann Justin Bieber rauskommt, dann: bah! Fragt die gleichen Groupies mal in zwanzig Jahren, was sie von dem Ereignis hielten. Was dann noch übrig ist, weiß man nicht. Aber in dem Moment sind sie total begeistert.
Und in der Bibel gibt es immer wieder Leute, die total begeistert von Jesus sind. Und sobald die Schwierigkeiten kommen, sobald Christsein etwas kostet, sobald Nachfolge schwer wird, stellen sie sich davon.
Dann gibt es Glauben, der nicht mehr als ein Lippenbekenntnis ist. „Glaubst du?“ – „Aha, wie lange denn schon?“ – „Immer schon.“ Aha. Da sagt einer etwas, und du schaust dir sein Leben an und musst einfach zugeben: Da ist nichts. Das ist so heiße Luft.
Glaube als Lippenbekenntnis, Glaube als Erfahrung, die begeistert, taugt nichts. Ist falsch. Das ist beides nicht rettender Glaube.

Der Weg, der trägt, und die Frage nach der Echtheit

Es gibt echten, rettenden Glauben. Und mit Blick darauf sagt Jesus, dass niemand einen solchen aus seiner Hand rauben kann. Jesus ist einer, der sagt: Wo rettender Glaube drin ist, da packe ich zu. Den lasse ich nie mehr los. Der bleibt.
Der Punkt ist nur: Da muss rettender Glaube drin sein. Dann packt Jesus zu. Dann sagt er: Ich bete für dich, und zwar im Himmel, so wie ich für Petrus gebetet habe, dass sein Glaube nicht aufhört. Das ist die Zuversicht, die wir haben.
Aber die Frage, die wir, und das muss jeder für sich selbst beantworten, ist: Ist denn diese Sorte von Glauben, wo Jesus zupackt und mich hält, in mir drin?
Und heute möchte ich mit euch gar nicht so sehr über diese Kategorien reden, die immer ein bisschen mitschwingen werden, sondern ich möchte weitermachen im zweiten Petrusbrief. Da geht es um die Irrlehre, um Leute, die Quatsch erzählen von der Kanzel. Und ich habe meiner Predigt einen Titel gegeben, und der Titel heißt: oink oink. Klingt irgendwie nach Schwein. Und deswegen ist 2. Petrus 2,22 unser erster Vers.
Also: Viele Irrlehrer, die in der Gemeinde Unsinn erzählen, und über die wird Folgendes gesagt: Es ist ihnen, den Irrlehrern, nach dem wahren Sprichwort ergangen: Der Hund kehrt wieder um zu seinem eigenen Gespei, und die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot.
Petrus sagt: Irrlehrer sind Leute, die haben ein Verhalten, und die legen ein Verhalten an den Tag wie ein Schwein. Das schrubbst du schön ab, ja, und das Schwein steht da und strahlt in der Sonne. Und dann sieht das Schwein da hinten so einen Tümpel, ja, oh, und verzerrt sich einfach, ja. Oder beim Hund, ja, ich weiß nicht, wer von euch mal einen Hund hatte: Hunde sind widerlich, wenn es darum geht, was sie fressen, ja. Der kotzt sich aus, wenn ich das tue, ja, dann möchte ich damit nichts mehr zu tun haben, dann hoffe ich, dass ich noch die Toilettenspülung betätigen kann, ja. Aber wenn du einen normalen Hund hast, dann läuft der so wirklich außen herum. Und wenn du ihn nicht wegziehst und wenn du ein bisschen wartest: genau, was einmal drin war, kann ja nicht schlecht sein.
So machen Tiere das. Und Petrus sagt: Irgendwie sind die Irrlehrer genau wie diese Tiere.
Jetzt drücke ich es mal anders aus: Das Evangelium, das, was Gott uns an froher Botschaft sagt, ist wie ein heilsames Brechmittel und wie ein säuberndes Bad. Aber das Evangelium hilft dem nicht, der sich immer wieder danach ausstreckt und sagt: Ich möchte eigentlich das Erbrochene gar nicht loswerden, ich möchte eigentlich zurück in meinen Dreck.
Wo das in einem Leben da ist, also wo man sagt: Okay, auf der einen Seite, in dem Moment, wo ich zu Gott finde, möchte Gott, dass wir loswerden, was uns kaputt macht. Er möchte wirklich, dass wir das, was in uns drinsteckt und woran wir schon öfter gescheitert sind, wofür wir uns schämen, wo wir sagen: Mann, wenn das nur bloß weg wäre, er möchte, dass wir das wirklich, und verzeiht mir diesen Begriff, dass wir das echt auskotzen und sagen: So!
Und dann möchte er, dass wir uns umdrehen und einen neuen Weg gehen, und dass wir das alte Leben hinter uns lassen. Das Evangelium ist dazu da, dass wir unsere Schuld begreifen und dass wir uns reinigen lassen von dieser Schuld, dass wir unsere Schuld bei Gott abgeben und dass Gott sagt: Ich putze dich. Er möchte, dass du rein vor mir stehst. Das ist Evangelium.
Er möchte nicht, dass wir immer wieder in unseren Gedanken darüber nachdenken: Ach ja, damals, es war doch alles so ...
Und die Irrlehrer, das sind Leute, die haben eine Erfahrung mit Gott gemacht. Das heißt in Vers 21: Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben. Die Leute, die wie Hunde und wie Schweine ja sich quasi immer wieder nach ihrem alten Dreck sehnen, über die sagt Petrus: Es wäre besser gewesen, wenn sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten.
Weg der Gerechtigkeit steht für Christentum. Also Christentum ist der Weg der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit ist richtiges Leben. Es gibt ein Richtig und es gibt ein Falsch. Ich möchte das ganz deutlich von hier vorne sagen, und ich hoffe, dass ich das Zeit meines Lebens predige: Seinem echten Christsein gehört eine moralische Komponente. Die ist einfach unverhandelbar.
Es geht im Christsein um Jesus, richtig. Es geht darum, Jesus aufzunehmen ins eigene Leben, Jesus kennenzulernen, Jesus lieben zu lernen, ein Leben zu starten für diesen Jesus, eine Freundschaft mit Jesus aufzubauen, wo Jesus mir sagen darf: Hey, das wünsche ich mir, und das wünsche ich mir nicht, das schmeißt du mal weg. Warum? Das macht dich kaputt. Und wenn du ehrlich bist, weißt du schon, dass es dich kaputt macht. Du musst dir eigentlich nur dein Leben anschauen.
Jesus sagt: Wer mich liebt, hält meine Gebote. Und wenn ich die Gebote halte, dann bin ich auf dem Weg der Gerechtigkeit.
Ich habe euch das schon mal vorgemacht, und ich mache es jetzt noch mal vor, damit die Gäste das auch sehen: Das hier ist unser Weg der Gerechtigkeit. Und Christsein heißt, auf diesem Weg einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Und jeder Schritt ist eine Entscheidung, weil ich jeden Tag Entscheidungen treffe.
Und ich kann Entscheidungen in die richtige Richtung treffen, dann bleibe ich auf dem Weg der Gerechtigkeit. Oder ich kann Murks-Entscheidungen treffen, so hier rauslaufen, ja, und dann so: Das ist das, was passiert. Ich treffe Mistentscheidungen, und irgendwann stelle ich fest, dass es eine Mistentscheidung war. Weil dann rammt sich so ein Harmonium in meinen Magen.
Aber Gott sagt, wir sollen richtige Entscheidungen treffen, den Weg der Gerechtigkeit gehen. Und bei den Irrlehrern ist das so: Sie wissen das. Sie haben den Weg erkannt. Könnt ihr euch das vorstellen? Das sind Leute, die sind nicht blöd. Sie haben ihn erkannt. Sie wissen eigentlich, wie es richtig ist, und sie sind eine Weile auch diesen Weg mitgelaufen.
Ich lese euch noch mal Vers 21 ganz vor: Denn es wäre ihnen besser gewesen, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als sich, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder abzuwenden von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot.
Einfach mal dieses Wort abwenden. Da hat jemand wirklich was verstanden. Da hat jemand begriffen, dass es Jesus gibt. Er hatte eine Begegnung mit Jesus. Er hatte eine Begegnung mit dem Evangelium. Er hatte eine Begegnung mit Glauben, vielleicht mit Kirche, mit Gottesdienst, mit Bibelstunde, mit irgendwas. Er hat eine gute Begegnung damit gemacht, und diese Begegnung hat ihn verändert, hat ihn irgendwie geprägt.
Ich sage mal: Es sind Leute, die mit Gott etwas erlebt haben. Es sind Leute, die in den Gottesdienst gegangen sind, Leute, die geistliche Bücher gelesen haben, die im Internet sich Predigten angehört haben, die sich bei YouTube Vorträge heruntergeladen haben. Es sind Leute, die dicht rangekommen sind an Gott. Sie haben etwas geschmeckt von dem, was es heißt, mit Gott zu leben.
Sie sind eine Weile vielleicht, jetzt brauche ich mal den Boris. Also, wenn Boris jetzt, ja, Sie sind so eine Weile vielleicht mit einem guten christlichen Freund parallel den Weg gelaufen. Er hat ihn ein Stück mitgenommen, und dann irgendwann haben sie entschieden zu sagen: Nee, ich weiß eigentlich, wo der Weg hingeht. Ich weiß, dass Jesus mir ein neues ewiges Leben anbietet. Ich weiß, was richtig wäre, aber ich will das nicht. Danke.
Und das ist das, was wir auf der praktischen Ebene erleben. Wir gehen mit Leuten ein Stück gemeinsam, und irgendwann, und du schaust dir dann an: Wo ist er denn? Und er hängt irgendwo über dem Harmonium. Er ist irgendwo abgedriftet und kommt irgendwo raus, wo du sagst: Was willst du denn da? Das hilft dir doch nicht vorne und nicht hinten weiter. Du weißt doch eigentlich, dass das falsch ist.

Wenn Menschen den klaren Weg verlassen

Die Irrlehrer haben in ihrem Leben eine Entscheidung getroffen. Und zwar die Entscheidung: Wir wollen nicht mehr so leben, wie Jesus das sagt.
Wenn Christsein heißt, den Weg der Gerechtigkeit zu gehen, dann sagt der Irrlehrer: Dann gehe ich nicht mehr mit. Wenn Christsein heißt, und darüber haben wir uns letztes Mal unterhalten, dass ich nicht schlecht reden soll, maßvoll leben soll, dass ich Sexualität nur genieße in den Grenzen, die Gott vorgibt, dass ich nicht habsüchtig bin, nicht immer mehr haben möchte, sondern meinen Besitz nehme, um ihn in das Reich Gottes zu investieren, wenn das Christsein ist, dann möchte ich nicht mehr weitermachen. Dann ist mir dieser Preis einfach zu hoch. Dann möchte ich mein eigenes Leben nach eigenen Ideen leben.
Und wer so etwas trifft, so eine Entscheidung trifft, der hat in meinen Augen zwei Alternativen. Die eine Alternative ist die, dass er sagt: Na ja, das ist die Alternative der Irrlehrer. Ich passe meine Theologie an. Ich mache einfach aus Schwarz Weiß. Also ich sage: Normalerweise ist der Weg mit Jesus ein schmaler Weg, es ist der Weg der Gerechtigkeit. Mein Weg ist breiter, der geht von hier bis hier, und damit wird plötzlich alles richtig. Das ist das, was die Irrlehrer machen. Da ist etwas schwarz, und die Irrlehrer sagen: Nö, es ist weiß. Und das sollte man nie tun. Tu es einfach nie.
Beim Propheten Jesaja heißt es im Kapitel 5, Vers 20, zu dieser Einstellung: Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zum Licht machen und Licht zur Finsternis. Wehe! Und dieses Wehe ist nie positiv. Also immer dann, wenn Gott sagt: Wehe, wenn du anfängst, wie die Irrlehrer quasi alles für richtig zu erklären, vergiss es. Dann stehst du gegen Gott, dann ist Gott gegen dich, dann stehst du unter dem Fluch Gottes. Wehe ist eine Verfluchung. Tu es einfach nicht.
Aber ich kenne wenig Leute, die diesen Weg gewählt haben. Die meisten Leute, die ich kenne, die irgendwann eine Weile mitgelaufen sind und die dann gesagt haben: Ich möchte nicht mehr, sind einen anderen Weg gegangen. Sie haben einfach die Gemeinde verlassen. In 2. Timotheus 4,10 beschreibt der Apostel Paulus etwas Ähnliches, denn Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf liebgewonnen hat.
Da geht jemand eine Weile mit und sagt: Hey, wir leben für Jesus, Jesus ist unser Ziel. Und das Außenrum, das interessiert uns nicht. Und dann geht er eine Weile mit, und dann irgendwann – und ich habe das Bild schon mal verwendet, Kathrin, als sie ganz klein war. Stellt euch vor: Das erste Mal, ich hatte Karten geschenkt bekommen für den Zirkus Krone, und da gibt es so einen langen Weg hinein in die Hauptmanege. Und da sind davor so abgetrennte Bereiche, da geht auch so ein bisschen der Weg entlang. Und ich habe dieses kleine Mädchen, ich weiß nicht, wie alt sie war, fünf, sechs, sieben, so, und ich wusste: Da hinten ist die Hauptmanege, da geht es richtig zur Sache, so mit Pferden und mit Tigern und mit Löwen, ja, und sie wird heute Abend Dinge sehen, das ist der Hammer! Und sie ist so in meiner Hand, und ich sehe da vorne schon den Eingang zur Hauptmanege, und plötzlich zieht sie weg. Da stand so ein kleiner Plastik-Elefant, wo man so eine Mark reinwerfen kann und ein bisschen rumwubbeln. Sie hatte diesen kleinen bunten Plastikelefanten da in der Ecke stehen sehen, und ich wusste: Das Beste liegt da vorne, da vorne ist Himmel. Aber sie hat nur diesen kleinen Plastikelefanten haben wollen. Total lustig.
Genau das erleben wir im geistlichen Leben. Wir sind mit Leuten unterwegs, und wir wissen: Da vorne ist Himmel. Wir müssen diesen Weg der Gerechtigkeit zu Ende gehen. Und irgendwann wird jemand weggezogen, gewinnt jemand etwas lieb, was nichts mit der Ewigkeit zu tun hat, sondern einfach nur in der Zeit, was jetzt irgendwo relevant ist, was in zwanzig, dreißig Jahren keine Bedeutung mehr hat.
Dem Herrn Jesus ist das auch passiert. In Johannes 6 sagen die Leute: Deine Rede ist hart. Und was fragt Jesus sie dann? Die Jünger: Wollt ihr auch weggehen? Da sind ganz viele Leute einfach weggegangen. In Johannes 6 geht es darum: Wen willst du haben? Möchtest du die Gaben oder den Geber? Ist Jesus für dich nur ein Ticket in den Himmel, oder ist er der Liebhaber deiner Seele? Ist er der, der an deiner Seite kämpft für dein Leben, oder ist er nur einer, wo du so eine App, so einen Download fürs Glück hast? Was ist Jesus für dich?
Und dass die Leute begreifen, dass Jesus sie ganz haben will, nicht nur so halb, nicht nur mal fünf Minuten am Morgen, sondern dass er ihr ganzes Leben haben will, in dem Moment, wo er zu ihnen Dinge sagt wie: Ihr müsst so eine enge Beziehung zu mir aufbauen wie zu eurem Frühstück, ihr müsst mich essen und trinken. Das möchte ich. Ich möchte nicht außen vor bleiben in eurem Leben, ich möchte mitten reinkommen!
In dem Moment, wo er das sagt, sagen die Leute: Nein, Entschuldigung, ja, also ein bisschen, ein bisschen klatschen, wenn du hier reinkommst, ein bisschen für dich sein, irgendwo eine Unterschrift druntersetzen, dass man an dich glaubt, alles kein Problem, von mir aus auch ein bisschen Kirchensteuer, wenn es hart auf hart kommt. Aber dass du in mein Leben hineinkommst und mir sagst, wie ich zu leben habe, boah, boah, boah, boah, boah, ja, also schön entspannt. Und die Leute gehen lieber weg, als dass sie sich auf Jesus einlassen.

Die Entscheidung für oder gegen Jesus

Und es heißt dann, ich lese euch einfach mal Johannes 6, die wenigen Verse vor. Es heißt dann unten: Also Jesus fragt die Jünger: Wollt ihr etwa auch weggehen? Simon Petrus antwortet ihm: Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens, und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.
Wir haben geglaubt und erkannt. Und da, wo man Jesus erkennt, hat das Auswirkungen. Echter Glaube, Jesus erkennen, hat Auswirkungen im Leben. Echter Glaube führt zu echtem Leben, neuer Glaube führt zu neuem Leben. Aus A wird B. Es geht nicht anders. Es geht einfach nicht anders. Es gibt ein Vorher ohne Jesus, und es gibt ein Nachher mit Jesus.
Christsein heißt nicht, jetzt kriegst du noch zehn Regeln drauf. Nein, Christsein heißt, ich treffe ganz persönlich die gewaltigste Person des Universums. Und ich lade den Schöpfer persönlich ein in mein Leben. Und ich sage ihm: Hier bin ich, das bin ich, und ich verdiene dich nicht. Aber ich bitte dich von ganzem Herzen: Komm du in mein Leben hinein, räume den Dreck aus, hilf mir, anders zu leben. Ich möchte von dir lernen. Ich möchte für dich leben. Und ich verspreche dir, ich werde dahingehen, wo du mich hinführst. Ich werde das tun, was du sagst. Einfach weil du Gott bist und ich bin Geschöpf, ich bin Kind. Weil du mich liebst, will ich dir folgen. Weil du für mich an einem Kreuz gestorben bist, möchte ich mein Leben dir weihen.
Ganz einfach: Weil du so viel in mich investiert hast, möchte ich in meinem Leben nur noch einen wirklich lieben. Ich möchte einen auf eins setzen, und das sollst du sein, Herr Jesus.
Die Irrlehrer wissen das. Die wissen das, und sie sagen: Nein. Sie erkennen den Weg der Gerechtigkeit, und sie sagen einfach Nein. Und sie wenden sich ganz bewusst ab. Dieses, wie es im Text heißt, überlieferte heilige Gebot, das ist ihnen einfach zu streng.
Und jetzt das Drama: Wenn ich diesen Weg gehe, gibt Gott mir die Würde, Nein zu sagen. Aber wenn ich den Weg gehe, dann stehe ich am Ende schlechter da als am Anfang. Warum? Na ja, wenn du nicht weißt, wo vorne ist, dann kannst du es lernen. Aber wenn du weißt, wo vorne ist, und du sagst: Ich entscheide mich für hinten, dann kann dir keiner mehr helfen. Und genau das ist hier passiert.
Wir lesen nochmals 2. Petrus 2,20: Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus entflohen sind, aber wieder in diese verwickelt und überwältigt werden, so ist für sie das Letzte schlimmer geworden als das Erste. Denn es wäre ihnen besser gewesen, nie den Weg erkannt zu haben.
Das Letzte ist schlimmer als das Erste. Und das, was Petrus hier deutlich macht: Die Welt macht uns dreckig. Welt ist hier ein Lebensstil, der Lebensstil, der ohne Gott auskommen möchte. Wisst ihr, diese Mischung aus ein bisschen Hormone, ein bisschen Zeitgeist, ein bisschen Lügen, die ich glaube, und schlechten Vorbildern? Vielleicht auch ein bisschen so teuflische Sachen, die da so mit reinspielen.
Und am Ende lebe ich. Und ich glaube, es ist an all denen, die zum Glauben gekommen sind, die wissen: Es gibt Dinge in der Vergangenheit, für die schäme ich mich. Es gehört eigentlich dazu. Ich schäme mich für das, was ich gemacht habe. Ich schäme mich dafür, dass ich nicht gelebt habe, wie es eigentlich richtig gewesen wäre. Ich schäme mich für die Menschen, die ich verletzt habe. Ich schäme mich für das Vorbild, das ich gewesen bin. Ich schäme mich für konkrete Dinge, die ich getan habe. Ich schäme mich für Gedanken, die ich hatte. Ich schäme mich für Beziehungen, die ich ruiniert habe. Ich schäme mich.
Diese Welt, dieses ganz normale Leben, das ist so, als würdest du in so einen Blumentopf reingepackt werden, einfach hier so rein. Und dann: Ja, entschuldigt, das ist das, was diese Welt tut. Sie beschmutzt uns. Das ist das, was passiert. Du lebst nach dem Stil, wie alle leben, und du kommst am Ende dreckig dabei raus. Du stehst nicht da als der Hero, nicht als der Sieger. Du schaust auf ein Leben zurück, wo es Stück für Stück für Stück Dinge gibt, wo du sagst: Boah, möchte ich nicht mehr darüber nachdenken.
Und dann kommt Jesus und sagt genau das: Du hast Dinge in deinem Leben, du bist dreckig. Und ich bin der, der diesen Dreck abwaschen möchte. Ich möchte die Schuld für dich bezahlen. Das möchte ich tun. Ich möchte das wegmachen hier. Ich möchte deine Schuld nehmen und ich möchte dich befreien. Das ist das, was Jesus möchte.
Und die Irrlehre, das sind Leute, die waren dreckig. Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes entflohen sind, sie haben begriffen, dass Jesus Herr und Heiland sein möchte, Chef und Retter, dass Jesus der einzige ist, der ihnen helfen kann mit ihrer Vergangenheit. Und irgendwie ist da eine Beziehung entstanden. Es steht nicht da, wie tief die ist. Und dann irgendwie, irgendwie ist etwas passiert. Und ich weiß nicht, was da passiert ist. Man kann darüber spekulieren, vielleicht war ihr Glaube wirklich nicht echt, kann sein, aber irgendwie hat sich ihre Natur nicht verändert.
Ja, sie haben wie so ein Hund: Du gehst so eine Weile mit auf dem Weg der Gerechtigkeit, und irgendwann: Da war doch was. Irgendwann stellst du fest: Ja, es ist schon schön, sauber zu sein. Ja, aber na, mal so wieder so richtig in den Dreck reinspringen, wäre auch eine coole Sache.
Und Jesus sagt in Lukas 9: Jeder, der die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der immer wieder darüber nachdenkt: Boah, wie schön wäre es, wenn ich noch mal so leben könnte wie früher, der ist nicht tauglich für das Reich Gottes. Die Entscheidung für Jesus ist eine Ganz-oder-gar-nicht-Entscheidung. Es ist eine Entscheidung wie für den Ehepartner. Ich lasse mich ganz darauf ein. Und ich gehe den Weg zu Ende.
Und die Irrlehrer haben irgendwann entschieden: Nein, das will ich nicht mehr. Sie werden verwickelt, heißt es im Text, sie werden überwältigt von Dingen, die sie früher getan haben. Heute würde ich sagen: Wenn es Männer waren, ja, dann sind sie mit Pornos groß geworden, haben sich begehrt oder auch was weiß ich, was da passiert ist, haben damit aufgehört, und irgendwann schleicht sich das da wieder rein.
Und ich rede jetzt nicht über Christen, die sündigen und dagegen kämpfen und fallen und wieder aufstehen. Ich rede über Leute, die einen Lebensstil haben, wo du von außen drauf schaust und sagst: Sag mal, du unterscheidest dich doch gar nicht, du lebst doch wie jeder Heide lebt. Und wenn das in einem Leben so ist, wenn jemand einmal den Weg der Gerechtigkeit erkannt hat und wieder weggeht, dann ist das für ihn schlimmer, als wenn er ihn nie erkannt hätte. Seine Verantwortung ist größer, und du kannst ihm nicht mehr helfen.
Wie willst du so jemandem noch helfen? Willst du dem sagen: Hör mal her, es gibt Jesus? Dann sagt er dir: Ja, weiß ich. Und Jesus ist für dich gestorben? Weiß ich auch. Und Jesus möchte, dass du einen Neuanfang wagst? Ja, weiß ich alles. Was willst du dem noch sagen? Es ist vorbei.
Die Bibel sagt, dass der Heilige Geist uns zu Gott hinzieht, dass er uns überführt von unserer Sünde, von dem Dreck unseres Lebens, dass er uns zeigt, was Jesus für uns getan hat, dass er uns zeigt, dass Gott einmal unser Leben richten wird. Und jetzt stell dir vor, jemand sagt: Ja, weiß ich alles. Ich weiß sogar, wo es in der Bibel steht. Ich habe die Stellen auch mal auswendig gelernt. Ich kann die alle zitieren. Ich weiß es. Ich weiß, dass ich vor Gott ein Sünder bin. Ich weiß, dass ich einmal in der Hölle landen werde. Ich weiß, dass es da nichts gibt, was mich retten wird. Weiß ich alles. Ja, aber es interessiert mich nicht.
Merkst du was? Es ist vorbei. Ein solches Leben ist vorbei. Wenn du zu Gott sagst: Ich will dich nicht, dann will Gott nicht sagen: Ich prügel dich jetzt in den Himmel. Dann wird Gott sagen: Okay, dann nicht. Und das ist das, was hier passiert. Gott lädt uns ein, immer wieder zu einem Kreuz zu kommen und dort unsere Schuld loszuwerden. Wenn du sagst: Das will ich nicht, dann kann ich dir nicht helfen. Dann kann dir niemand helfen. Dann ist dein Leben aus einer Perspektive der Ewigkeit heraus vorbei. Dann kannst du nur noch warten. Warten darauf, dass das, was Jesus gesagt hat, was die Apostel gepredigt haben, dass das stimmt.
Das heißt in Hebräer 10,26: Denn wenn wir mutwillig sündigen, und das ist genau dieser Punkt, wenn wir genau wissen, wo es richtig wäre, und wir tun es nicht, denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern ein furchtbares Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird.
Wenn du sagst, ich kenne den Weg zu Gott, ich weiß, wie ich Frieden mit Gott bekommen kann, ich weiß, wie ich meine Schuld loswerde, ich weiß, wie es einen Neuanfang und ewiges Leben gibt, wenn du das wirklich begriffen hast und wenn du womöglich schon Erfahrungen mit Gott gemacht hast, und irgendwann sagst du: Lasst mich bloß alle in Ruhe, dann gibt es keine Rettung für dich. Dann ist das ein Zustand, aus dem du nicht wieder wirklich rauskommen kannst.

Was sich daraus für das Leben ergibt

So, zum Schluss: Gibt es irgendetwas, was wir aus diesem Text lernen können? Ja, ich hoffe, dass keiner von euch sagt: „Das hat mich ertappt, ich bin so ein Irrlehrer.“ Gut, das wird wahrscheinlich nicht passieren. Vielleicht doch. Wenn ja, dann fühl dich ertappt. Wenn nicht, dann gibt es drei Punkte, die wir alle mitnehmen können.
Erstens: Wenn du erlebst, dass sich in deinem Umfeld jemand bekehrt und zum Glauben findet, aber nicht dabei bleibt, dann möchte ich dir Mut machen, darüber nicht zu verzweifeln. Es gibt wahrscheinlich in meinem Leben nur zwei Punkte, über die ich regelmäßig mit Gott hadere, und das ist einer davon. Ich weiß, wie weh das tut. Aber ich möchte dir Mut machen, für die Menschen weiter zu beten, bei denen du glaubst, dass es noch irgendwie Sinn hat. Und ich möchte dir Mut machen, selbst nicht daran zu verzweifeln. Es ist etwas, das unglaublich schmerzt.
Zweiter Punkt, ganz simpler Punkt: Schau noch einmal nach, ob der Glaube in dir echt ist. Ist es wirklich so, dass du eine ganz bewusste Entscheidung gegen die Sünde für Jesus getroffen hast? Ist das Schwein tot, so will ich das mal sagen, so tot, dass es keine Lust mehr hat, sich im Kot zu wälzen? Ist der alte Jürgen wirklich ein alter Jürgen, der begraben ist und weg? Ist das so bei dir? Hast du eine bewusste Entscheidung für Jesus getroffen, oder gibt es da so ein Liebäugeln? Irgendwie so ein bisschen: Da war doch mal was. Wenn ja, mach ganze Sache mit Jesus, ganz einfach.
Vergiss dabei nicht: Christsein ist mehr als nur eine innere Einstellung. Es ist ein Weg, den wir gehen. Es ist eine Entscheidung für Jesus nach der anderen, und dann wieder ein Schritt in die richtige Richtung, und wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Zwischendrin fallen wir hin, das mache ich euch jetzt nicht vor, und dann stehen wir wieder auf und gehen den nächsten Schritt weiter. Das ist Christsein. Träumt nicht so viel vom Himmel, schaut, dass der nächste Schritt funktioniert. Das ist wahrscheinlich einfacher.
Und der dritte Punkt, und damit möchte ich dann wirklich Schluss machen: tiefe Dankbarkeit. Tiefe Dankbarkeit Jesus gegenüber, dass er uns ermöglicht, diesen Weg zu gehen. Wenn er nicht gewesen wäre, dann würde es den Weg der Gerechtigkeit überhaupt nicht geben. Dann könnten wir ihn nicht gehen, weil wir keine Kraft dazu hätten. Und dann würden wir an unseren Sünden sterben, dann wären wir diejenigen, die nur warten könnten auf das Gericht. Und dass dem nicht so ist, das liegt nicht an uns, das liegt an Jesus. Und dafür sei ihm alle Ehre. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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