Zum Inhalt

Rehabeam

Der Unentschlossene
2. Chronik 10-1208.03.2024
SerieTeil 1 / 3Könige von Juda: Throne, Triumphe und Tragödien
Falscher Rat kann dein Leben spalten. Rehabeam zeigt, wie Stolz und Härte ein Reich zerbrechen lassen — und warum echte Güte mehr trägt als Macht.

Begrüßung, persönlicher Hintergrund und thematische Hinführung

Vielen Dank für so eine liebe Begrüßung. Das ist wirklich Gemeinde Gottes. Ich finde es so faszinierend, dass man in einen Raum kommt, der früher eine Fitnessbude war, und jetzt sind hier Brüder und Schwestern zusammen, bei denen man sich zum Teil sofort zu Hause fühlt. Also am Fitnessstudio kann es nicht liegen, sondern eher an den Leuten, die hierherkommen. Vielen Dank für die freundliche Begrüßung.
Wir freuen uns sehr, hier zu sein, und ich freue mich besonders, dass vier Sechstel meiner Kinder und vor allen Dingen meine bessere Hälfte dabei sind. Das war ganz schön viel Mathe jetzt hier. Gott hat uns sechs Kinder anvertraut, Miriam und mir, und meine liebe Frau Mimi ist mit dabei, ebenso unsere vier Jüngsten. Wobei: Der älteste ist auch schon dreizehn. Die sind hier mit dabei, und wir freuen uns sehr, Bibeltage hier bei euch haben zu dürfen, über ein Thema, das mich in den letzten beiden Jahren ganz stark begeistert und bewegt hat: die Könige von Juda.
Kurz zu meiner Person: Von Hause aus bin ich Jurist, also habe Jura studiert, einen kurzen Ausflug in die Anwaltschaft hinter mich gebracht, um dann 15 Jahre in der Rechtsschutzversicherung zu arbeiten, als Düsseldorfer in Köln. Das ist so ein Teil der Entwicklungshilfe, die wir Rheinländer gerne geben. Und dann habe ich nach 15 Jahren einen Anruf bekommen von Hartmut Jäger von der Christlichen Verlagsgesellschaft. Ich habe mich gefreut, als ich hier reingekommen bin und einen gut bestückten Büchertisch gesehen habe mit aktueller Literatur. Sehr schön, das ist wichtig, das hat mich richtig erfreut. Ich habe auch noch Bücher mitgebracht, habt ihr wahrscheinlich schon gesehen. Das liegt wohl an einer Berufskrankheit. Also das macht man dann einfach.
Seit bald zwei Jahren darf ich jetzt in der Christlichen Verlagsgesellschaft arbeiten, als Lektor und als Projektleiter für ein Jugendbuch. Wir wollen Glaubensgrundsätze für Jugendliche verständlich erklären. Das ist eine große Herausforderung, deswegen schreibe ich das auch nicht selbst. Wenn ein Jurist etwas schreibt, wird es immer kompliziert. Andere Leute schreiben es, und ich trage es zusammen. Die Schriftleitung von der Perspektive habe ich auch draußen ausliegen. Die dürft ihr euch gerne kostenlos mitnehmen. Und ja, dann gibt es noch Referententätigkeiten, dazu zählt auch so ein heutiger Abend. Und das ist eine wirklich schöne Sache.
Also als Jurist bin ich nicht in Berufung gegangen, als der Arbeitsplatzwechsel anstand, aber mit Berufung. Das ist noch besser. So freue ich mich sehr, heute Abend hier zu sein, und möchte euch mitnehmen, damit nach diesem Wochenende ein bisschen der Funke der Begeisterung übergeschlagen ist, was es mit diesen Königen von Juda eigentlich auf sich hat.
Ich habe mich ungefähr mit 14 bekehrt und bin recht schnell in die Jungschararbeit eingestiegen. Vielleicht liegt es auch an dieser Prägung, dass ich Geschichten in der Bibel liebe. So etwas wie David und Goliath, solche Sachen. Begebenheiten, bei denen etwas passiert, wo man sich etwas vorstellen kann, ganz plastisch, eine Erzählung. Irgendwann sind meine Frau und ich im Rahmen der stillen Zeit darauf gestoßen, dass die Könige von Juda ein sehr spannendes Potenzial bieten, sich mit diesen Männern, die da vorgestellt werden, intensiver auseinanderzusetzen.
Wir werden heute, ich habe mal das Thema dabei gebracht: Könige von Juda, Throne, Triumphe, Tragödien. Also es wird immer schöner, das vielleicht schon mal, damit ihr nicht direkt heute Abend sagt, der Rest der Tage lohnt sich nicht mehr. Wir fangen ganz schlecht an, und es wird immer besser. Das als Vorwarnung: Wenn ihr den Abend heute Abend verdaut habt, dann seid ihr auf der richtigen Spur. Tragödien, das ist vor allen Dingen heute der Fall.
Sehr weit weg, glaube ich. Juristen und Technik, perfekt, die Karte erschlägt euch nur. Ihr habt netterweise in euren Buchreihen solche schönen Flyer liegen. Die hat der Henrik extra mitgenommen. Das ist perfekt, da könnt ihr mal so ein bisschen reinschauen. Da ist das wunderbar aufgeteilt in Nordreich und Südreich, und wir werden uns nur drei Könige aus dem Südreich anschauen in diesen drei Tagen. Also nur heute und morgen machen wir ja Könige, und wir beginnen da mit Rehabeam, das ist heute der Fall der Unentschlossenen. Das steht so als Überschrift für heute Abend da. Morgen Nachmittag gucken wir uns dann Usia an, den Korrigierten, und morgen Abend, das ist so das Sahnehäubchen, Manasse, den Umgekehrten oder den, der umgekrempelt wurde, vielleicht kann man es so noch besser sagen.
Auch das hier nur als Schnellüberblick. Ich werde die Folien im Anschluss zur Verfügung stellen, für euch, damit ihr das zu Hause noch einmal in Ruhe nacharbeiten könnt. Aber ich glaube, es ist gut, sich ein paar Eckdaten vor Augen zu führen.

Der Blick auf Rehabeam und die große Zäsur im Reich

Rehabeam war ein König, der 41 Jahre alt war, als er König wurde. Das ist für einen König aus Juda relativ alt. Er regierte zeitgleich mit Jerobeam. Dazu werden wir gleich noch kommen, denn das hat einen bestimmten Grund, warum die beiden nebeneinander regieren.
Zu seiner Zeit gab es Schemaja, einen Propheten in der damaligen Zeit bei Rehabeam. Und das Nordreich und das Südreich, also Juda und Israel, haben sich in dieser Zeit ordentlich verkracht. Wir lesen davon, dass der Krieg nicht aufgehört hat zwischen diesen beiden Völkern.
Vielleicht noch ein paar Eckdaten zu Rehabeam: Er hatte nicht so viele Frauen wie sein Vater, aber immer noch viel zu viele. Es waren 18 Frauen, 60 Nebenfrauen, und daraus entstanden dann 28 Söhne und 60 Töchter. Das ist schon eine Menge.
Wir wollen uns heute Abend im ersten Teil, weil es drei Kapitel im Buch Chronik sind, erst einmal wie in einem Flugzeug über Rehabeams Leben fliegen und uns einzelne Stationen anschauen. Danach werden wir uns ein konkretes Kapitel, nämlich 2. Chronik 11, durchlesen, es uns vor Augen führen und daraus bestimmte Dinge für unser Leben ableiten. Aber zuerst einmal das Leben aus der Vogelschau, aus der Vogelperspektive, von Rehabeam.
Was war Rehabeam für ein Mann? Ihr seht da schon Rat und Reichsteilung. Wenn man Leute fragt, die sich ein bisschen in der Bibel auskennen, was ihnen zu Rehabeam einfällt, dann werden die wahrscheinlich recht schnell sagen: Rehabeam war ein König, bei dem das Königreich Israel in zwei Reiche zerfiel, also eine Trennung.
So etwas kennen wir auch in Deutschland, auch in der jüngeren Geschichte, wenn wir an Ost- und Westdeutschland denken. So etwas Ähnliches ist in Israel passiert. Und wer es verschuldet hat, war eigentlich dieser König Rehabeam. Rehabeam hörte nicht auf den Rat der Älteren, sondern auf den Rat der Jüngeren. Das brachte es mit sich, dass das Königreich Israel in zwei Reiche zerfiel: das Nordreich Israel und das Südreich Juda.
Und damit das noch richtig kompliziert wird, heißen die ersten beiden Könige auch Rehabeam und Jerobeam. Da hätte ich mir gerne einen einfacheren Namen gewünscht. Wenn ich heute Abend zwischendurch Jerobeam meine, meine ich Rehabeam. Das klingt so ähnlich, da kann man sich ganz schnell verplappern.
Ja, ich habe mich da schon beim ersten Punkt, Rat und Ratgeber, gefragt: Womit möchtest du einmal in Verbindung gebracht werden, wenn du hier die Lebensbühne verlässt? Was sollen Menschen über dein Leben sagen, wenn irgendwelche Reden geschwungen werden? Womit werden sie dich in Verbindung bringen? Was wird haften bleiben? Was ist der Eindruck, der bei den Leuten hängen bleibt, wenn sie über dich nachdenken?
Das ist der erste Punkt: Es kommt also zur Reichsteilung. Und diese Reichsteilung ist schrecklich. Dann lesen wir in 2. Chronik 10,18, dass Rehabeam einen Aufseher über die Zwangsarbeit zu den Leuten schickt, um die wieder zurückzuholen. Das war Hadoram. Er wird von Rehabeam ausgeschickt mit dem Ziel: Leute, kommt doch wieder zurück zu meinem Reich. Aber Hadoram haucht sein Leben aus, denn er wird gesteinigt.
Dabei war das vermutlich ein alter Hase. Wenn wir Davids Leben nachlesen und auch Salomos Leben, dann taucht bei beiden Königen dieser Hadoram auf. Deswegen nehme ich an, dass das ein Aufseher war, der die Karriereleiter steil nach oben gestiegen war. Mittlerweile war er Aufseher über die Zwangsarbeit. Er wird losgeschickt, und er wird vom Volk gesteinigt.
Und Rehabeam muss fliehen. Rehabeam muss fliehen vor Jerobeam.
Das ist jetzt schon eine ganz interessante Facette. Gerade dieses Leben der Könige von Juda bringt ganz spannende Parallelen mit sich. Denn Jerobeam, der mittlerweile König des Nordreichs ist, musste auch einmal fliehen vor einem anderen König, nämlich vor Salomo. Das ist also sehr spannend. Er musste nach Ägypten fliehen. Wir kommen nachher noch einmal darauf zurück. Dann wird er aus Ägypten zurückgeholt, als Salomo stirbt, und er bekommt das Königreich, wie es ihm auch von Gott verheißen war.

Zwischen Krieg, Aufbau und geistlicher Sammlung

Nächster Punkt, der auffällt, ist leider ein Brüderkrieg, 2. Chronik 11. Da beginnt es dann mit dem Brüderkrieg. Einhundertachtzigtausend auserlesene Krieger werden unter Jerobeam gesammelt, und er möchte dann gegen Israel kämpfen. Aber da kommt der Mann Gottes, tritt auf den Plan, der Prophet Schemaja, und sagt Rehabeam: Halte ein, das, was du da vorhast, ist nicht gut, sondern von Gott ist diese Sache ausgegangen.
Und was schön ist: Zu diesem Zeitpunkt hört Rehabeam auf die Stimme des Propheten, und er zieht nicht aus. Stattdessen lesen wir, dass Juda auf das Wort des Herrn hörte. Hier in diesem Fall wird der Bürgerkrieg noch abgewendet. Aber wenn wir in 2. Chronik 12,15 reinschauen, lesen wir: Und die Geschichte Rehabeams, die frühere und die spätere, ist sie nicht geschrieben in der Geschichte des Propheten Schemaja und des Seher Iddo? Entschuldigung, 2. Chronik, das war an der falschen Stelle, 12,15. Ach so, da, man muss einfach weiterlesen. Und die Kriege zwischen Rehabeam und Jerobeam dauerten die ganze Zeit an.
Alte Juristenweisheit: immer zwei weiterlesen und zwei davor. Da muss man sich nur selbst dran halten. Die Kriege haben nicht aufgehört. Also die ganze Zeit zwischen Rehabeam und Jerobeam, zwischen Nordreich Israel und Südreich Juda, tobt der Krieg. Und das ist natürlich richtig schrecklich in dieser Zeit und sehr beunruhigend.
Spannend finde ich, dass gerade das Buch Chronik uns aufzeigt, dass Jerobeams Leben sich durch viele gute Aspekte ausgezeichnet hat. Ihr seht das hier: Festung und Vorrat. Das ist ganz interessant. Wenn wir dann 2. Chronik 11 ab Vers 5 weiterlesen, dann finden wir da den Umstand, dass Rehabeam Städte ausbaut im südlichen und westlichen Teil des Landes. Und das ist gerade aus militärpolitischer Sicht absolut effektiv, denn wer lauert genau an der Grenze? Das war die Großmacht Ägyptens.
Also der Mann war unheimlich auf Zack, hat sein Reich so gut wie es ging befestigt aufgebaut. Und nicht nur das gemacht, sondern auch Vorräte angelegt: Speise, Öl und Wein. Der Mann wusste auch zu genießen, nicht nur das Notwendigste, sondern auch einen schönen Wein für den Abschluss des Tages. Also der Mann war sehr intelligent drauf und ist hier sehr gut vorgegangen. Und wir finden dann in 2. Chronik 11,12 die Sache: Und Juda und Benjamin gehörten ihm.
Und wenn man das liest, dann denkt man: Das ist doch ein König, der hat es geschafft. Das klingt so ein bisschen wie bei Risiko. Also, da sagt man das ja auch, wenn man Risiko spielt: Ich habe hier angegriffen, zack, das gehört mir, ganz Asien gehört mir. Wir hatten gestern Nacht Besuch von zwei Leuten aus Berlin, und die Ehefrau kam aus Russland. Und dann sagte sie: Ich komme aus Kambodscha, aber ihr wisst eh nicht, wo das ist. Ich sagte: Doch. Von Kambodscha kannst du prima Alaska oder Japan angreifen bei Risiko. Da weiß man direkt, was ist.
Und genauso klingt das hier ein bisschen wie bei Rehabeam: Juda und Benjamin gehören ihm. Das heißt, der Mann war wirklich, also wir tun ihm Unrecht, wenn wir ihn nur mit der Reichsteilung in Verbindung bringen. Der Mann hat sein Reich clever und strategisch gut ausgebaut.
Dann geht es weiter in 2. Chronik 11,13-17. Priester und Leviten stellte er in seinen Dienst. Was war passiert? Priester und Leviten, die waren im Nordreich Israel, und Jerobeam hat sie des Landes verwiesen. Der ist nämlich abgestiegen zu einem krassen Götzenopferkult. Und dann sind Priester und Leviten und Menschen, die Gott lieb haben, in das Südreich Juda gezogen, und eine wunderschöne Blütezeit begann.
Vielleicht noch mal ein kleiner Hinweis: Man verwechselt das hier oft, Priester und Levit, die beliebte Fangfrage, in der Regel von Kindern in der Jungschar oder Sonntagsschule geäußert. Man sagt das so: Priester und Leviten. Und dann kommt die Frage: Wer ist denn was, ist das das Gleiche, wo ist der Unterschied? Deswegen hilft es da, glaube ich, auch, sich immer wieder so ein bisschen noch mal daran zu erinnern: Priester von Aarons Linie kommend, und man kann das gut unterscheiden. Priester üben den Dienst im Haus des Herrn aus. Und Leviten üben den Dienst am Haus des Herrn aus, also sie helfen dem Priester sozusagen. 4. Mose 3 finden wir ganz konkrete Beschreibungen, was die Leviten alles getan haben, um die Priester in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Priester und Leviten waren von Jerobeam auf jeden Fall verstoßen worden. Und dann kommt, das wollen wir mal zusammen lesen, 2. Chronik 11,16: Und ihnen folgten aus allen Stämmen Israels die, die ihr Herz darauf richteten, den Herrn, den Gott Israels, zu suchen. Sie kamen nach Jerusalem, um dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, zu opfern, und sie unterstützten das Königreich Juda und stärkten Rehabeam, den Sohn Salomos, drei Jahre lang; denn drei Jahre lang gingen sie auf dem Weg Davids und Salomos.
Ja, wenn man das so liest, dann wünscht man sich eigentlich, dass in dem Moment die Geschichte Rehabeams aufhören würde, oder? Was für ein schönes Ende wäre das zumindest gewesen. Das wäre doch ein starker Abschluss. Aber leider geht die Geschichte weiter mit Rehabeam. Wir lesen dann ab Vers 18 bis 23 von seinen Frauen und den Kindern, die er zeugte. Das ist ein deutlicher Verstoß, also diese wahnsinnige Anzahl von Frauen, diese 18 Frauen, 60 Nebenfrauen, das ist ein Verstoß gegen das Königsgesetz, was wir in 5. Mose 17 finden. Und da steht in 5. Mose 17,17: Der König soll nicht viele Frauen haben.
Gut, er hatte nicht so viele wie Salomo, wie sein Vater, aber immer noch genug. Und zwei Frauen werden namentlich benannt: die Mahalath und dann seine Lieblingsfrau, die Maacha, das war eine Tochter Absaloms. Und die bekommt unter anderem den Sohn Abijah, und das ist derjenige, der ihn dann auch in seiner Thronfolge ablöst.
Immer noch ist die Bibel hier sehr positiv in der Beschreibung. Wenn wir weiterlesen, 2. Chronik 11,23: Und er handelte verständig und verteilte alle seine Söhne in alle Landschaften Judas und Benjamins, in alle befestigten Städte, und gab ihnen Nahrung in Fülle und suchte eine Menge Frauen für sie aus. Also der letzte Halbsatz ist nicht so intelligent mehr, aber das davor, das erinnert auch wieder so ein bisschen an Risiko, dass da ein König ist, der seine Armeen ganz gezielt taktisch gut verteilt, der also feststellt: Hier sind Schwachstellen. Und dann baut er da das Reich weiter ganz gezielt aus. Das Vorgehen von dem Mann ist sehr intelligent und weise, wie er hier vorgeht, um sein Reich zu schützen.

Der Absturz nach der Festigung und die erste Demütigung

Dann geht es weiter in 2. Chronik 12,1: Und es geschah, als die Königsherrschaft Rehabeams gefestigt und er stark geworden war, verließ er das Gesetz des Herrn, und ganz Israel mit ihm.
Und dieser Satz, der machte einen traurig, oder? Da stellt man fest: Mensch, da ist ein König, der am Anfang eine dumme Entscheidung getroffen hat. Der umkehrt, der sich korrekt verhält, wenn wir das jetzt mal mit den Frauen ausblenden, und dann ist er auf der Höhe der Macht angekommen, und dann kommt der steile Absturz.
Wir werden diese Thematik morgen bei Usia noch intensiver beleuchten, was das mit sich bringen kann, wenn man meint, dass man steht und nicht in der Gefahr steht, zu fallen.
Dann in den Versen 2 bis 15: Da lesen wir, dass Rehabeam nicht die Einführung heidnischer Gräuel in seinem Land verhindert. Also auch Götzendienst wird durchgeführt. Und dann tritt Schemaja wieder auf den Plan, dieser Mann Gottes, der Prophet. Und Schemaja droht ihm Gericht an und teilt ihm mit, dass Gott sie in die Hand Schischaks gegeben hat, des Königs von Ägypten.
Wenn man so liest in Kapitel 12, dann lesen wir noch einmal von den zwölf Jahren Frieden, die Gott geschenkt hatte, als er Gott suchte. Und dann lesen wir im fünften Jahr, 2. Chronik 12,2, im fünften Jahr des Königs Rehabeam.
Und ich habe mich gefragt: Was ist in diesem vierten Jahr bei diesem Mann kaputtgegangen? Was ist da falsch gelaufen? Wo ist er falsch abgebogen, da es plötzlich zu so einem steilen moralischen Verfall kam bei seinem ganzen Volk? Er hat es ja komplett mitgerissen in den Götzendienst.
Und der Angriff von Schischak, dem König von Ägypten, fand 925 vor Christus statt. Das ist ganz spannend, weil wir den Bericht davon in der Wand des Tempels in Karnak eingemeißelt finden. Also es gibt sogar einen archäologischen Fund dazu, der das Ganze unterstützt. Es ist auch schön, wie gut die Bibel aufgebaut ist und was die Bibel uns hier mitteilt und was wir an der Wand von dem Tempel in Karnak eingemeißelt wiederfinden.
Der König und die Obersten des Volkes von Israel demütigen sich dann aber, und Gott gesteht ihnen ein wenig Rettung zu. Gott ist also ein Gott, der hier gerecht auftritt, aber auch gütig. Und dann lesen wir die schöne Stelle in 2. Chronik 12,12: Weil er sich also gedemütigt hatte, wandte sich der Zorn des Herrn von ihm ab, sodass er ihn nicht völlig vernichtete.
Und jetzt kommt ein schöner Satz: Es war ja auch in Juda noch etwas Gutes. Wie gnädig schaut Gott auf dieses Volk herab. Das hat mich sehr begeistert, dass Gott nicht alles einfach verurteilt und verdammt, sondern dass Gott hier sauber differenziert und sagt: Es war ja auch in Juda noch etwas Gutes. Und das stellt er hier fest, und es ist ihm wert, dass es in seinem Wort aufgeschrieben steht. Das imponiert mir sehr.
Schischak nahm jetzt die Schätze des Tempels und des Hauses des Königs und die goldenen Schilde, die Salomo gemacht hatte, weg. Und wenn man das liest, das ist ganz interessant, gerade mit diesen Schilden, weil damit hat es was auf sich. Wir können mal aufschlagen: 2. Chronik 9,15. Da wird uns von Salomos Reichtum berichtet. Und dann lesen wir in 2. Chronik 9,15: Und der König Salomo machte zweihundert Langschilde aus legiertem Gold; mit sechshundert Schekel legiertem Gold überzog er jeden Langschild, und dreihundert Kleinschilde aus legiertem Gold; mit dreihundert Schekel Gold überzog er jeden Kleinschild, und der König gab sie in das Libanonhaus.
Dieser Schischak, er raubt nicht nur die Schätze aus dem Tempel und die Schätze aus dem Haus des Königs, sondern er raubt auch diese 200 Langschilde und die 300 Kleinschilde. Ich habe im Kommentar das mal nachgelesen, was das umgerechnet an Gold ist. Unsere älteste Tochter wird gerade Goldschmiedin, die wird sich über so ein Schild wahnsinnig freuen. Warum? Ein Langschild besteht aus circa 6,8 Kilogramm Gold, und ein Kleinschild, da wiegt jedes 2,2 Kilogramm Gold. Daraus kannst du ja schon eine Menge Eheringe bauen, also das ist schon immens.
Und jetzt kommt der Schischak und raubt diese Schilde. Und der Rehabeam, das finde ich ganz interessant, wie er sich hier verhält, können wir mal nachlesen: 2. Chronik 12. Also die Schilde sind weg.
Aber irgendwie will der König Rehabeam noch so ein bisschen von diesem Glanz, von diesem Glimmer, was davon haben. Und da lesen wir in 2. Chronik 12,11: Und es geschah, sooft der König in das Haus des Herrn hineinging – das ist ja eigentlich eine gute Sache –, kamen die Leibwächter und trugen die Schilde und brachten sie dann wieder in das Wachzimmer der Leibwächter zurück.
Ja, diese Schilde, das lesen wir im Vers davor, das waren keine goldenen Schilde mehr, sondern bronzene, ne? Ich bin Düsseldorfer, sagte ich ja schon, mein Jüngster auch. Die beiden anderen Jungs sind Leverkusener, und wer ein bisschen fußballaffin ist, weiß, dass sie bald im DFB-Halbfinale gegeneinander spielen. Der Fortuna-Trainer, der Düsseldorfer Trainer, hat gesagt: Das einzige Metall, was für uns in Frage kommt, ist Gold. Er bringt das ziemlich gut auf den Punkt, wie wir Menschen ticken.
Wenn man Gold mit Bronze vergleicht, dann ist das schön. Bronze, weil man immer noch auf dem Treppchen steht. Bronze ist auch immer noch ein schönes Metall, ist auch gut. Aber das, wonach man sich doch eigentlich sehnt, der, der eigentlich gefeiert wird, ist doch der, der Gold hat.
Und der König Salomo, der fertigt diese Schilde aus Gold an mit dieser gigantischen Masse, und dann nimmt der König Schischak aus Ägypten die weg. Und der Rehabeam steht da vor einem leeren Haus, also das Haus Gottes ist ja bestohlen worden, sein eigener Palast ist leergeräumt worden, die Schilde sind weg. Und dann lässt er sich bronzene Schilde anfertigen und sorgt hier mit so einer Prozession dafür, dass es doch noch so ein bisschen nach Glanz und Glimmer riecht, oder?
Und da merkt man, da stellt man fest, wie schal so ein Verhalten sein kann, wenn man Gottes gute Wege verlässt. Dass man meint, dass da vielleicht noch was glänzt, aber es ist komplett für die Tonne. Dass man meint, was vorweisen zu können, was richtig an gute alte Zeiten erinnert, und wenn man genau hinschaut und dagegen klopft, stellt man fest, das ist Platz drei, aber nicht Platz eins. Das kommt nicht da dran, das ist weit dahinter.
Ja, 2. Chronik 12,14 finden wir dann das Gesamturteil, können wir mal eben noch lesen: Aber er tat, was böse war, denn er richtete sein Herz nicht darauf, den Herrn zu suchen.
Und so endet dann das Leben von Rehabeam, 2. Chronik 12,16: Und Rehabeam legte sich zu seinen Vätern, und er wurde begraben in der Stadt Davids; und sein Sohn Abija wurde an seiner Stelle König.
Da braucht man in dem Fall nichts Besonderes zu erwähnen. Bei Usia und Manasse werden wir sehen, dass die Beerdigung da ein bisschen anders abgelaufen ist als hier. Aber bei Rehabeam ist es ein ganz normales Ende: Er legte sich zu seinen Vätern, er wurde begraben in der Stadt Davids, alles gut soweit.

Die Reichsteilung als Folge falscher Beratung

So, und jetzt wollen wir 2. Chronik 10 lesen, nicht 11. 2. Chronik 10, wo es um die Reichsteilung geht. Wir lesen die Verse 1 bis 15.
Und Rehabeam ging nach Sichem; denn ganz Israel war nach Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen. Und es geschah, als Jerobeam, der Sohn Nebats, das hörte – er war in Ägypten, wohin er vor dem König Salomo geflohen war –, da kehrte Jerobeam aus Ägypten zurück. Und sie sandten hin und ließen ihn rufen.
Da kamen Jerobeam und ganz Israel und redeten zu Rehabeam und sagten: Dein Vater hat unser Joch hart gemacht. Und nun erleichtere den harten Dienst deines Vaters und sein schweres Joch, das er auf uns gelegt hat, dann wollen wir dir dienen.
Er sagte zu ihnen: Noch drei Tage, dann kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin.
Und der König Rehabeam beriet sich mit den Alten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch am Leben war, und sagte: Wie ratet ihr, diesem Volk Antwort zu geben?
Und sie redeten zu ihm und sagten: Wenn du diesem Volk gütig und ihm zu Willen bist und gute Worte zu ihm redest, dann werden sie alle Tage deine Knechte sein.
Doch er verwarf den Rat der Alten, den sie ihm geraten hatten, und beriet sich mit den Jüngeren, die mit ihm groß geworden waren und die vor ihm standen.
Und er sagte zu ihnen: Was ratet ihr, dass wir diesem Volk zur Antwort geben, das zu mir geredet und gesagt hat: Erleichtere das Joch, das dein Vater auf uns gelegt hat?
Und die Jüngeren, die mit ihm groß geworden waren, redeten zu ihm und sagten: So sollst du zu dem Volk sagen, das zu dir geredet hat und gesagt hat: Dein Vater hat unser Joch schwer gemacht, du aber erleichtere es uns. So sollst du zu ihm reden: Mein kleiner Finger ist dicker als die Hüften meines Vaters. Nun denn, mein Vater hat euch ein schweres Joch aufgeladen, ich aber will euer Joch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.
Und Jerobeam und das ganze Volk kamen zu Rehabeam am dritten Tag, wie der König geredet hatte, als er sagte: Kommt am dritten Tag wieder zu mir. Und der König antwortete ihnen hart. Und der König Rehabeam verwarf den Rat der Alten und redete zu ihnen nach dem Rat der Jüngeren: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht, ich aber will es noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.
So hörte der König nicht auf das Volk; denn es war eine Wendung vonseiten Gottes, damit der Herr sein Wort aufrecht hielt, das er durch Ahija, den Siloniter, zu Jerobeam, dem Sohn Nebats, geredet hatte.
Soweit Gottes Wort.
Wenn wir das lesen, dann wollen wir uns ein paar Punkte genauer anschauen.
Das Erste, was auffällt, ist, dass Rehabeam Gottes Weisheit eigentlich genauso wenig gesucht hat wie sein Vater Salomo. Salomo war der König, der von Gott diese Weisheit geschenkt bekommen hatte. Er war der König, der von Gott so viele ideale Startvoraussetzungen bekommen hatte, und doch ist er so drastisch abgestürzt, wenn wir an seine tausend Frauen denken, die er sich in seinem Leben dann angeschafft hat.
Und wir lesen in 1. Könige 11,11 eine ganz interessante Aussage: Da sprach der Herr zu Salomo: Weil dir dies bewusst war und du meinen Bund nicht beachtet hast und meine Ordnungen, die ich dir geboten habe, werde ich das Königreich ganz bestimmt von dir wegreißen und es einem Knecht von dir geben.
Und der Knecht, der hier beschrieben wird, das ist kein anderer als Jerobeam, der dann König des Nordreichs wird. Und der Mann Jerobeam, das lesen wir auch, war ein sehr vermögender oder angesehener oder tüchtiger Mann. Und als Salomo sah, dass der junge Mann gute Arbeit leistete, da bestellte er ihn zur Aufsicht über alle Lastarbeiter des Hauses Joseph. Das ist in 1. Könige 11,28.
Dieser Mann, dieser Knecht, der eigentlich zu einem guten Arbeiteraufseher gemacht worden war, das ist derjenige, der dann bei Salomos Sohn ganz erheblich auftritt. Und Gott hat Salomo gesagt: Weil du meinen Bund nicht beachtet hast und meine Ordnungen, die ich dir geboten habe, werde ich das Königreich ganz bestimmt nehmen und es einem Knecht von dir geben.
Das ist schon eine deutliche Warnung, die Gott hier ausgesprochen hat.

Rat, Verantwortung und die Suche nach echter Weisheit

Und ich habe überlegt: Wenn man sich das Leben von Rehabeam anschaut, dann erschrickt mich eine Sache sehr intensiv.
Rehabeam geht ja folgendermaßen vor: Er bekommt von dem Volk diese Ansage: Bitte erleichtere uns die Arbeit, dein Vater hat uns schwer arbeiten lassen, bitte erleichtere das Joch unserer Arbeit. Und dann schickt der König Rehabeam sie weg und berät sich drei Tage, erst mit den Älteren, dann mit den Jüngeren.
Ich habe gedacht, das ist ja eigentlich schon eine gute Sache, oder? Wer von euch hat sich schon mal drei Tage lang richtig Gedanken gemacht für eine Entscheidung? Wahrscheinlich viele von euch, oder? Bei einigen Entscheidungen überlegen wir sogar länger als drei Tage. Bei manchen Entscheidungen fiebert man vielleicht sogar lange darauf hin.
Ich habe lange, bevor Mimi es wusste, für meine Frau gebetet. Da war die Entscheidung schon gefallen, direkt von Anfang an. Aber es gibt Entscheidungen, wo man lange für betet und wo man sich lange Gedanken macht.
Drei Tage nimmt der König Rehabeam sich hier Zeit, um sich Gedanken zu machen, und er bleibt 17 Jahre König. Und wenn man 17 mal 365 rechnet, dann kommt man auf 6205 Tage. Und man stellt fest: Diese drei Tage sind lediglich 0,5 Promille seiner Lebenszeit gewesen. Mit der Grenze darf er nicht Auto fahren. Das wäre nicht gut, da kriegt Christian Lappen direkt abgenommen. Also nicht direkt beim erstmaligen Verstoß 500 Euro Geldbuße, zwei Punkte in Flensburg und natürlich ein Monat Fahrverbot.
Aber die Sache ist: Stellen wir auch manchmal fest, was für eine Tragweite unsere Entscheidung hat? Oder entscheiden wir manchmal recht leichtfertig, ohne Konsequenzen zu überlegen?
Manchmal ist es, glaube ich, gut, sich Zeit zu lassen, gerade wenn wir an die Gemeinde denken. Wir dürfen nach Leverkusen Opladen in die Gemeinde gehen, das ist ein wahnsinniges Geschenk für uns als Familie. Und da kriegt man ja mit, wenn man in der Gemeinde drin ist: So eine Gemeinde ist eine perfekte Charakterschule für einen. Man bildet den Charakter von anderen, aber auch der eigene Charakter wird gut in die Schule genommen. Und das finde ich so kostbar, dass wir einander haben und füreinander da sind.
Ich möchte ein Buch empfehlen, das findet ihr auch hinten beim Büchertisch, von diesem Mann Robert Cleaver Chapman, Der Mann, der Christus lebte. Der ist auch als der Apostel der Liebe bekannt. Man erzählt sich die Geschichte, dass jemand aus dem Ausland einen Brief nach England geschickt hat: Robert Cleaver Chapman, Apostel der Liebe. Und der Brief wurde richtig zugestellt. Also das zeichnet diesen Mann aus.
Und dieser Mann hatte mal einen großen Konflikt zu lösen, mit keinem anderen als Darby. Ja, den kennen wir sehr gut von den Brüdergemeinden. Und da ging es um eine Angelegenheit, um eine Trennung, die einen gewissen Newton oder einen Konflikt mit Newton hatte. Und dann hat sich Darby von diesen Leuten da getrennt. Und dann haben Chapman und Darby sich getroffen.
Auf diesem Treffen ist folgender Dialog dokumentiert: Während des Treffens sagte Chapman herausfordernd zu Darby: Du hättest mit der Trennung länger warten sollen. Damit meinte er Darbys Unvermögen bei diesem Konflikt mit Newton. Und dann sagt Darby: Ich habe sechs Monate gewartet, antwortete Darby, um sich zu verteidigen. Ungewöhnlich gereizt erwiderte Chapman: Aber wenn das in Barnstaple passiert wäre bei ihm, hätten wir gegebenenfalls sechs Jahre gewartet.
Man stellt fest, dass manche Entscheidungen tatsächlich Zeit brauchen, gerade wenn man Leute begleitet. Du kannst nicht direkt oft den Schalter umlegen. Gott kann das, und das ist großartig. Aber auch wenn du selbst vor Entscheidungen stehst: Wie gehst du um mit Entscheidungen, die in deinem Leben anstehen? Betest du heute schon für Dinge, die vielleicht noch in der Zukunft liegen?
Es sind einige Junge dabei, finde ich voll schön. Betest du für deinen zukünftigen Ehepartner? Oder sagst du: Ich möchte so bleiben, wie ich bin, als Single Gott dienen. Betest du für die Berufswahl?
Ja, bei mir war das eher so: Ich wollte immer Sozialarbeiter werden und dann so ein Waisenheim gründen, wie so ein Georg Müller. Das war mein großer Wunsch. Und dann kam mein Papa und sagte: Mach was Bodenständiges. Und dann habe ich gedacht: John Grisham, die Romane fand ich ganz spannend, ich habe Jura studiert. War nicht die schlechteste Entscheidung, aber man kann so eine Entscheidung, glaube ich, auch vernünftiger treffen.
Als wir geheiratet haben, war für uns immer die Frage: Ist das richtig, jetzt hier in der Versicherung zu arbeiten? 15 Jahre habe ich da gearbeitet. Oder sind wir offen noch für Gottes Ruf? Das ist so ein Geschenk, dass man das im Rahmen einer Ehe gemeinsam klären kann und auch sollte. Meine Frau und ich sind dabei übereingekommen, schon am Anfang unserer Ehe: Wenn Gott uns woanders haben möchte, wollen wir gehen. Und wir müssen den Ruf nur bekommen. Darum haben wir Gott schon gebeten, und der kam dann irgendwann durch einen Anruf von Hartmut Jäger.
Und dann überlegt man trotzdem noch, man holt Leute ins Boot, holt sich Ratgeber. Das ist eigentlich auch so der nächste Punkt: Wenn wir Rat suchen, bei wem suchen wir Rat? Suchen wir Rat bei Menschen, die uns bestätigen, die es abnicken, die unseren Weg eh gut finden und die die Fünfer auch mal gerade sein lassen? Oder suchen wir Rat bei Menschen, bei denen wir mit einer offenen und ehrlichen Meinung rechnen dürfen? Suchen wir Rat, obwohl wir uns schon entschieden haben? Das ist auch ganz interessant.
Manchmal kommen Leute zu einem, die ein Problem mit einem besprechen wollen. Man stellt fest: Die Entscheidung ist schon längst gefallen. Was will man denen raten? Die Entscheidung steht ja schon fest. Suchst du Rat oder sitzt du vielleicht in so einer Art Elfenbeinpalast?
Das finde ich hier sehr auffallend bei Rehabeam, der sitzt nämlich genau in solch einem. Rehabeam war luxuriös aufgewachsen. Er kannte gar nicht, wie schwierig es ist, sich die Hände dreckig zu machen oder schmutzig zu machen. Er hatte keine Ahnung, wie schwer das Leben der einfachen Menschen war, die zu ihm gekommen sind und um Erleichterung der Arbeit gebeten haben.
Wir finden das hier sehr schön sprachlich aufgelistet, wenn wir 2. Chronik 10 nehmen, Vers 16, wo sich dann die Menge teilt, und dann schreiben die: Jeder zu seinen Zelten, Israel! Zelt, das ist nicht so schön wie ein Haus. Und dann sagen die weiter: Nun sieh nach deinem Haus, David! Und ganz Israel ging zu seinen Zelten. Und dann verließen die Söhne Israel aber die, die in den Städten Judas wohnten.
Und dann lesen wir in 11,4: Kehrt um, jeder in sein Haus, denn von mir ist diese Sache ausgegangen. Das ist ein Gotteshinweis. Haus und Zelt, ja. Also größer kann die Diskrepanz nicht sein. Die einen sind noch voll auf der Reise, die einen haben keinen Luxus, und Rehabeam sitzt in seinem Elfenbeinpalast, und dem geht es da ziemlich gut.
Und wenn wir uns weiter anschauen, auch welche Ratgeber er sich ausgesucht hat. Ich habe früher immer gedacht: Ja, der Rehabeam, der hat sich falsch verhalten, weil der auf den Rat der Jüngeren gehört hat. Kann man so sehen? Wörtlich bedeutet das sogar die Kinder, ja. 1. Könige 14,21 wissen wir, dass Rehabeam 40 Jahre alt war, also so alt bin ich noch gar nicht. Das hat mir auch Mut gemacht, da die biblische Bewertung.
Aber zwei kritische Indizien gibt es, wenn wir uns das anschauen, wie der Rehabeam hier den Sachverhalt mitteilt und um Rat fragt. Bei den Alten muss er den Sachverhalt gar nicht mehr erklären, bei den Jüngeren musste er explizit darauf hinweisen, worum es geht. Also da sagt er extra hier: Das Volk, Entschuldigung, das ist 2. Chronik 10 ab Vers 9: Was ratet ihr, dass wir diesem Volk zur Antwort geben, dass zu mir geredet und gesagt hat: Erleichtere das Joch, das sein Vater auf uns gelegt hat? Und die Jüngeren, die mit ihm groß geworden waren, geben ihm dann den Tipp.
Wenn wir das vergleichen mit dem Rat der Alten, das lesen wir in Vers 6, 2. Chronik 10,6: Und der König Rehabeam beriet sich mit den Alten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch am Leben war, und sagte: Wie ratet ihr, diesem Volk Antwort zu geben? Der muss denen den Sachverhalt gar nicht mehr erklären. Die wissen ganz genau, worum es geht. Bei den Jüngeren muss er das erst mal aufmalen, damit die begreifen: Ah okay, darum geht es hier, und das ist ja ein Ansinnen. Und dann geben sie ihm ja einen Tipp.
Ich glaube, was hier auch noch schlecht ist bei der Rateinholung von Rehabeam: Er holt sich hier den Rat eigentlich so aus seiner eigenen Suppe, aus seinem eigenen Dunstkreis. Die Jüngeren, die mit ihm groß geworden waren, das ist ein ganz interessanter Hinweis, den uns die Bibel gibt. Das ist so sein Dunstkreis, das ist so seine Gruppe, seine Clique, wo er eh damit rechnen kann, dass er nicht auf großen Widerstand stoßen wird, weil die ihm eh nach dem Mund reden werden. Das finde ich schon spannend, wie man sich selber da auch anliegen kann.
Man kann es so oder so sehen: Ist jetzt der Rat der Älteren besser? Und ich habe das immer gedacht. Hier noch ein schönes Zitat, das muss ich euch noch bringen, weil als Eltern, also wir machen einen kleinen Exkurs: Als Eltern beten wir natürlich auch für unsere Kinder. Es gibt dieses schöne Zitat von Alfred Christlieb, der sagte mal: Eltern, umgebt eure Kinder mit diesen Bergen eurer Fürbitte, umzäunt ihr Leben mit anhaltendem Flehen, schüttet einen Wall auf mit Gebeten gegen ihre Weltwege und zieht Seile mit Gebet um sie, die sie ins Himmelreich ziehen.
Wenn ein Kind sich zu Gott bekehrt, das ist alles Gnade. Und trotzdem hat man als Eltern so Angst, oder? Und so Sorge, und ringt um seine Kinder. Und das ist auch wichtig, glaube ich, für die Entscheidungsfindung, wenn Gott uns jemand anvertraut hat. Es können Kinder sein, und wenn du keine Kinder hast, dann darf ich dir sagen: Eine Gemeinde besteht aus ganz vielen Kindern. Das ist ja das Großartige.
Wir haben bei uns eine Schwangerschaft gehabt, die war ein bisschen komplizierter. Und das Kind, das da geboren wurde, ist mir irgendwann mal aufgefallen: Meine Frau musste fünf Monate umliegen, und als das Kind dann da war, habe ich gedacht, eigentlich ist das voll das Gemeindekind. Denn die Gemeinde hat für uns in der Zeit gekocht, da waren permanent Leute da, die haben für uns gebetet, intensiv gerungen, auch für Mimi. Und dann stellt man fest: Boah, krass, es war unser Sohn, aber es ist ein Kind der Gemeinde.
Das ist wichtig. Und Gott hat hier in dieser Gemeinde, ich habe es ja schon gesehen, ich finde es toll, dass ihr heute Abend da seid, auch mit Kindern, Gott hat hier in diese Gemeinde Kinder reingestellt. Und deswegen haben wir eine Verantwortung. Also ihr habt hier eine Verantwortung als Gemeinde Schwabach, für eure Kinder da zu sein, für sie zu ringen, auch wenn ihr vielleicht sogar keine Kinder habt. Es ist so wichtig, dass wir füreinander eintreten, dass wir füreinander eintreten für die Jugendlichen hier, um denen den Rücken zu stärken und denen zu helfen bei den Entscheidungen, die da anstehen, dass wir füreinander da sind. Das ist so kostbar und wichtig.
Das war der Exkurs. Wir gehen jetzt mal zurück und beschäftigen uns mit der Frage: Hätte er besser auf den Rat der Älteren hören sollen? Ja, wahrscheinlich schon. Ich glaube, die Entscheidung wäre schon besser ausgefallen dann. Aber ich glaube, das Problem von Rehabeam ist noch viel größer.
Und guck mal, ich habe hier mal die Bibel von meinem Papa fotografiert. Der ist vor gut einem Jahr heimgegangen, und ich durfte seine Bibel mitnehmen. Und dann hat er hier, ich lese es vor, weil man es wahrscheinlich nicht gut sehen kann, in diesem Vers 6 geschrieben: Der König Rehabeam beriet sich mit den Alten und dann steht darüber: Nicht mit einem Boten Gottes.
Zweimal mindestens taucht doch der Prophet Semaja auf in dem Leben von Rehabeam. Warum wendet sich der König in so einer Situation mit so einer Entscheidungstragweite nicht an einen Mann Gottes, sondern berät sich mit Alten und Jungen? Das ist schön und gut. Aber er berät sich nicht, das lesen wir zumindest nicht, mit dem Mann Gottes und holt da Gottes Ratschlag ein. Und das finde ich schon wichtig, dass wir da auch sensibel sind.
Wenn wir überlegen, wie kann man es besser machen, ich habe da an den Salomo gedacht, an seinen Vater, und Salomo haben wir ja die Sprüche zu verdanken. Da vielleicht ein ganz praktischer Impuls, was uns als Familie sehr hilft, ist, dass wir morgens beim Frühstück, morgens um sechs Uhr, kennt ihr vielleicht, also man ist noch nicht so ganz wach, der Kaffee ist schon durchgelaufen, die Gespräche sind auf ein Minimum fokussiert, also es passiert eh nicht viel. Und dann kann man einfach Haferflocken für die Kinder hinstellen, kriegt man auch im Tiefschlaf hin, sich einen Schluck Kaffee gönnen und dann Sprüche aufschlagen und einfach ein Kapitel aus den Sprüchen lesen.
Und das ist so schön. Und wisst ihr, heute Morgen haben wir Sprüche 29 gemacht, und ich habe mir einen Zettel gemacht, weil ich gedacht habe: Der ist ja verrückt, das ist genau die praktische Anwendung für die Bibeltage, für die drei Predigten, die wir haben.
 Sprüche 29,1: Ein Mann, der trotz Ermahnungen halsstarrig bleibt, wird plötzlich zerschmettert werden ohne Heilung. Das ist ein Spoiler auf morgen, das ist der Usija.
Vers 2: Wenn die Gerechten zahlreich sind, freut sich das Volk, wenn aber ein Gottloser herrscht, seufzt das Volk. Das wird morgen Abend kommen mit Manasse.
Vers 4: Ein König gibt durch das Recht dem Land Bestand, aber wer nur Abgaben erhebt, zerstört es. Rehabeam, der Druck immer mehr noch, da muss doch noch mehr sein. Wir könnten noch ein Schippchen oben drauf tun, da ist noch Luft nach oben, oder? Das ist dieses Ansinnen von Rehabeam, und es führt zur Reichsteilung.
Vers 7: Der Gerechte ist bedacht auf den Rechtsanspruch der Geringen, der Gottlose versteht sich nicht auf Erkenntnis. Das ist auch Rehabeam, das Leben, das wir heute Abend betrachten.
Vers 10: Blutmenschen hassen den Rechtschaffenen, aber die Aufrichtigen suchen das Beste für sein Leben. Manasse wird uns als der König beschrieben, der Juda gefüllt hat mit dem Blut von seinen Opfern.
Vers 11: Seinen ganzen Unmut lässt der Tor herausfahren, aber der Weise beschwichtigt ihn zuletzt. Usija, komm mal morgen zu, der Mann ist irgendwann explodiert, voller Wut, und hat eine ganz große Dummheit gemacht.
Vers 22 auch nochmal Usija: Ein zorniger Mann erregt Streit, und ein hitziger ist reich an Vergehen.
Und dann Vers 23 kommt nochmal der Usija: Der Hochmut eines Mannes erniedrigt ihn, der Demütige aber erlangt Ehre.
Es ist spannend, oder? Das finde ich so bewegend. Und gerade die Sprüche bieten sich ja auch an, gerade so an, ne? Tage, 31 Kapitel. Also es ist schon ein echt gutes Buch, wobei wir lesen es nur an den Schultagen, aber das schaffst du auch in der Regel zwanzig pro Monat. Und das ist kostbar, einfach irgendwo hängen zu bleiben, weil irgendein Nagel trifft da immer. Irgendein Spruch ist immer dabei, wo du denkst: Volltreffer, Treffer versenkt, krass, Gottes Wort ist lebendig.
Einfach mal ein Vers oder ein Kapitel aus den Sprüchen morgens lesen ist eine gute Sache, auch mit den Kindern. Sprüche ist ja ganz interessant aufgebaut: Kapitel 1 bis 9 lesen wir davon, dass wir ständig umworben werden von Weisheit und von Torheit. Und dann diese Frage: Wofür entscheiden wir uns? Das ist genau das Problem, dem sich Rehabeam stellen musste, und er hat hier kläglich versagt.
 Sprüche 13,20 sagt: Wer mit Weisen umgeht, wird weise, aber wer sich mit Toren einlässt, dem wird es schlecht gehen. Und genau diesen Fehler macht Rehabeam und fällt so auf die Nase. Es kommt zur Reichsteilung, und er muss das bitter lernen, was schon in den Sprüchen seines Vaters drinsteht.
Rehabeam ist für mich ein sehr schlechter Leiter, ein sehr schlechter Anführer. Er gibt nicht nur einen harten Dienst, sondern auch eine harte Antwort. Und diese Antwort, die ist auch mega arrogant, ne? Mein kleiner Finger ist dicker als die Hüften meines Vaters. Das ist Prollen, das ist einfach nur primitives Geschwätz, Überheblichkeit in einem wahnsinnigen Ausmaß.
Und dabei hat das Volk zu ihm gesagt: Wir wollen dir dienen. Und er hat von den Älteren gehört, von den Alten. Da lohnt es sich dann immer auch, die Könige parallel zu lesen, die teilen ihnen nämlich den Rat mit, oder in Könige lesen wir: Du sollst dem Volk dienen. Was bei uns zum Beispiel in der Geschichte als Grundsatz aufgestellt hat Friedrich der Große, der hat mal gesagt: Der König ist der erste Diener des Staates. Das ist schon eine interessante Aussage, gut, wenn man sie umsetzt.
Rehabeam kriegt den Hinweis: Wenn du dich so verhältst, wenn du das Joch leichter machst, werden sie deine Knechte sein. Und er kriegt aber auch die Aufforderung von den Alten: Du sollst der Knecht für sie sein.
Was auffallend ist, wenn wir uns den Bibeltext anschauen, und was sich lohnt, ist so eine Synopse zu machen zwischen 1. Könige und 2. Chronik und das dann zu vergleichen. Da kann man auch gut markieren. Ich habe hier alleine auf einer Seite zwei, vier, sechs, sieben Mal das Wort Joch in 2. Chronik 10. Sieben Mal kommt da das Wort Joch vor, ich habe vielleicht etwas übersehen, und ich habe gedacht, das ist ja schon immens, es geht die ganze Zeit um das Joch.
Rehabeam kriegt gesagt: Erleichtere das Joch. Hier, das Volk bittet darum. Und er sagt: Ich werde das Joch noch straffer machen, ich werde noch einen draufsetzen. Und er hätte da auch besser in 5. Mose nachforschen müssen, das war die Aufgabe von dem König, sich da im Gesetz auszukennen.
Und dann haben wir in 5. Mose 28,47 diese Aussage: Dafür, dass du den Herrn, deinen Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast, wegen des Überflusses an allem, wirst du deinen Feinden, die der Herr gegen dich senden wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und in Mangel an allem, und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vernichtet hat.
Rehabeam weigert sich, dem Volk zu dienen oder dem Herrn, und so dient er dann schließlich Ägypten. Wenn du denkst, dass du in Freiheit leben kannst, du bist niemandem untertan, dann wirst du irgendwann feststellen, dass du in den Krallen irgendeiner Bestie bist, die du selber gar nicht kontrollieren kannst. Und das ist eine ganz ernste Botschaft eigentlich.
Wissen wir noch um so eine wichtige Aussage? Für mich ist das eine gewaltige Anforderung, darüber mal nachzudenken. Was Mose hier aufschreibt: Deinem Gott nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast, weil es so viel Grund gibt, Gott mit fröhlichem Herzen zu dienen.
Wir waren in dieser Woche sehr bewegt von der Predigt, die wir gehört haben von Richard Wurmbrand: Gott tröstet die Niedergeschlagenen, könnt ihr googeln, findet ihr sofort. Dauert eine Dreiviertelstunde, kann man mit Kindern hören, sehr gut. Richard Wurmbrand war zur Zeit vom Eisernen Vorhang 14 Jahre im rumänischen Gefängnis, zehn Meter unter der Erde. Und dann spricht so ein Mann, der durch Leiden gegangen ist, der Menschen neben sich hat sterben sehen, spricht er darüber, dass Gott ein Gott ist, der die Niedergeschlagenen tröstet, und endet mit dem Appell an die deutschen Christen dann: Was die Welt braucht, ist euer Lächeln.
Und das ist nicht billig, wenn das so ein Mann sagt, das sagt er mit einer krassen Autorität. Das hat mich sehr ermutigt, diese Predigt in der letzten Woche. Da möchte ich euch auch einfach mal einladen, die sich anzuhören, es lohnt sich sehr.
Unser Jesus ist komplett anders. Wenn wir uns den Herrn Jesus anschauen, dann sagt er in Matthäus 20: Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Das ist unser großer Gott, unser Gott, der das Joch für uns auch tragen möchte.
Und damit möchte ich zum Ende kommen, weil ich uns eine Ermutigung mitgeben möchte, und zwar Sprüche 11,17. Also Sprüche lohnt sich wirklich rauf und runter zu lesen. Sprüche 11,17 finden wir diese interessante Aussage: Es erweist der Gütige sich selbst Gutes, doch schneidet sich ins eigene Fleisch der Grausame. Die Liebe ist gütig, sagt Paulus, 1. Korinther 13,4. Es ist die zweite Eigenschaft der Liebe in 1. Korinther 13: Die Liebe ist langmütig, ist die erste, und dann kommt die Güte. Und Petrus sagt: Wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.
Und das Riesenproblem in Rehabeams Leben ist, dass ihm die Güte gefehlt hat. Denn genau dazu, das haben wir im Bibeltext gelesen, genau dazu fordern ihn die Alten auf: Sei zu diesem Volk gütig. Und genau das macht er nicht, er ist nicht gütig gewesen zu diesem Volk. Und trotzdem schreibt Gott mit diesem Mann Geschichte.
Ich finde das so genial, dass Rehabeam im Stammbaum unseres Herrn Jesus auftaucht, in Matthäus 1,7. Das ist auch mal gütig. Und deswegen die Frage an uns: Wenn wir uns vor Augen führen, ihr sollt ja nicht nach Hause gehen und über Rehabeam, also über Rehabeam kann man auch denken, aber lasst uns lieber einen Blick noch weiter nach oben richten zu unserem großen Herrn und Heiland. Er schämt sich nicht, Rehabeam in seinem Stammbaum stehen zu haben. Er ist derjenige, der in seinem Wort schreibt: Hat dir wirklich geschmeckt, dass ich gütig bin, und ermutigt uns deswegen, über seine Güte nachzudenken.
Und vielleicht sitzt du jetzt hier und sagst: Boah, Tommy, ich habe manche Entscheidungen, die fallen mir schwer, oder ich habe manche Entscheidungen getroffen, die waren falsch. Dann möchte ich dich an einen Punkt erinnern, das ist Matthäus 11,28, wo der Jesus etwas ganz Wichtiges auch über Güte sagt. Da sagt der Jesus: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Und ihr seht das hier: Sanft bedeutet im Griechischen krestos und gütig krestoiomai. Da merkt man schon, da besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden Begrifflichkeiten. Der Herr ist gütig, sein Joch ist sanft. Um das zu verdeutlichen, habe ich etwas mitgebracht.
Ja, aus dem schönen Rheinland habe ich hier für euch so ein schönes Eisenjoch mitgebracht, ein Eichenjoch mitgebracht. Und meine Mutter extra noch gefragt, die kommt aus Heidelberg, ist gar nicht so weit weg von hier, also von uns aus gesehen, von euch aus auch wahrscheinlich auf der Hälfte, egal. Ich habe die extra nachgefragt, die kommen aus der Landwirtschaft. Und man hat im Alten Orient, wenn man einen Ochsen dazu bringen wollte, richtig mit einem Joch über das Feld zu ziehen, folgendes gemacht: Man hat einen alten Ochsen genommen, der ganz genau wusste, wie der Hase hoppelt oder wie er die Spuren zu ziehen hat im Feld. Dem den Joch aufgespannt, den Gurt richtig festgezogen, so dass der alte Ochse die Last eigentlich fast alleine getragen hat.
Und dann hat man den jungen Ochsen genommen, tänzelnd, wild, ein bisschen verrückt, und hat den auf die andere Seite gestellt und den, sagen wir mal, eher fest gebunden. Also im Verhältnis zum alten Ochsen hat der nicht wirklich was zu tragen gehabt. Aber was der junge Ochse dadurch gelernt hat, ist, dass er festgestellt hat: Neben mir steht einer, ich komme gegen den nicht an. Was macht der? Der läuft da aufs Feld und zieht seine Spuren gerade, damit die Furchen richtig schön gerade verlaufen.
Und wenn wir dieses Bild vor Augen haben mit diesem Joch, und das möchte ich, dass wir das mitnehmen von heute, dann bekommt dieser Vers aus Matthäus 11 so eine gewaltige Bedeutung. Lesen wir den noch mal: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben, sagt der Herr. Und das ist doch ein gewaltiges Geschenk, oder? Er möchte dir und mir Ruhe geben. Es gilt ja immer noch: Gottes Wort ist aktuell bis heute.
Nehmt auf euch mein Joch. Und den Satz habe ich nie verstanden, weil ich gedacht habe: Herr, zu dir kommen, Ruhe finden, ist ja alles schön und gut, aber warum jetzt noch dein Joch? Bis ich das Joch hier gefunden habe und mir die Geschichte habe erklären lassen. Dann ergibt das plötzlich einen ganz tiefen Sinn.
Nehmt auf euch mein Joch. Wer ist denn derjenige, der das Joch trägt? Wer ist denn der, der die Last in unserem Leben genommen hat, wenn wir an die Sünde und Schuld denken in unserem Leben? Es ist der Herr, der am Kreuz stirbt für deine und meine Schuld, der die Last unseres Lebens auf sich genommen hat. Und dann bekommt dieser Satz so einen gewaltigen Sinn: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir. Geht ja gar nicht anders, wenn wir neben ihm hergehen, deswegen ist der Kontakt zu ihm so wichtig, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, ganz anders als die Könige, vor allen Dingen auch Usija, den wir morgen betrachten werden, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Lasst uns nur aufstehen, ich würde gerne noch beten.
Ja, lieber Herr Jesus, ich bin dir dankbar für diese Geschwister hier in Schwabach, dankbar, dass wir hier so aufgenommen werden wie in einer Familie, weil es auch Familie ist, weil es Familie ist, die du dir teuer erkauft hast durch dein Blut, Herr. Herr, wir sind Brüder und Schwestern, und das ist ein ganz gewaltiges Privileg und ein ganz großartiges Geschenk. Du selbst bist unser Haupt, lieber Herr Jesus. Du hast alles gegeben, du hast uns von unserer Schuld befreit, indem du gestorben bist für uns am Kreuz, und du hast uns die Last unseres Lebens dadurch genommen, Herr.
Wir stehen noch mit beiden Beinen auf der Erde, und ich möchte dich bitten für uns, dass wir nicht verzweifeln in unserem Alltag, sondern dass wir unsere Blicke auf dich richten, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens, Herr. Ich möchte dich bitten, dass wir dieses Bild vom Joch mitnehmen, damit wir uns gegenseitig ermutigen, dass dein Joch sanft ist. Weil du es selber trägst, weil du mit uns gehst, weil du uns durch unser Leben begleitest, Herr.
Ich möchte dich bitten für den Abend, auch die Nacht, die vor uns liegt. Wir wollen uns bewusst in deine Hände legen, du großer Gott. Danke, dass du mitgehst, danke, dass du ein Gott bist, der nicht schläft und nicht schlummert. Amen.

Weisheit, Sprüche und die geistliche Diagnose des Königs

Und schaut mal, ich habe hier die Bibel meines Papas fotografiert. Er ist vor gut einem Jahr heimgegangen, und ich durfte seine Bibel mitnehmen. Dann hat er hier, ich lese es vor, weil man es wahrscheinlich nicht gut sehen kann, in diesem Vers 6 geschrieben: Der König Rehabeam beriet sich mit den Alten. Und dann steht darüber: Nicht mit einem Boten Gottes.
Zweimal mindestens taucht doch der Prophet Schemaja im Leben von Rehabeam auf. Warum wendet sich der König in so einer Situation mit so einer Entscheidungstragweite nicht an einen Mann Gottes, sondern berät sich mit Alten und Jungen? Das ist schön und gut. Aber er berät sich nicht, das lesen wir zumindest nicht, mit dem Mann Gottes und holt sich Gottes Ratschlag ein. Und das finde ich schon wichtig, dass wir da auch sensibel sind.
Wenn wir überlegen, wie man es besser machen kann, habe ich an Salomo gedacht, an seinen Vater. Salomo haben wir ja die Sprüche zu verdanken. Da vielleicht ein ganz praktischer Impuls, was uns als Familie sehr hilft: dass wir morgens beim Frühstück, morgens um sechs Uhr, kennt ihr vielleicht, also man ist noch nicht so ganz wach, der Kaffee ist schon durchgelaufen, die Gespräche sind auf ein Minimum fokussiert, also es passiert eh nicht viel. Und dann kann man einfach Haferflocken für die Kinder hinstellen, kriegt man auch im Tiefschlaf hin, sich einen Schluck Kaffee gönnen und dann Sprüche aufschlagen und einfach ein Kapitel aus den Sprüchen lesen.
Und das ist so schön. Und wisst ihr, heute Morgen haben wir Sprüche 29 gemacht, und ich habe mir einen Zettel gemacht, weil ich gedacht habe: Der ist ja verrückt, das ist genau die praktische Anwendung für die Bibeltage, für die drei Predigten, die wir haben.
 Sprüche 29, Vers 1: Ein Mann, der trotz Ermahnungen halsstarrig bleibt, wird plötzlich zerschmettert werden, ohne Heilung. Das ist ein Spoiler auf morgen, das ist der Usia. Vers 2: Wenn die Gerechten zahlreich sind, freut sich das Volk; wenn aber ein Gottloser herrscht, seufzt das Volk. Das wird morgen Abend kommen mit Manasse. Vers 4: Ein König gibt durch das Recht dem Land Bestand, aber wer nur Abgaben erhebt, zerstört es. Rehabeam, der Druck immer mehr noch, da muss doch noch mehr sein. Wir könnten noch ein Schippchen obendrauf tun, da ist noch Luft nach oben, oder? Das ist dieses Ansinnen von Rehabeam, und es führt zur Reichsteilung.
Vers 7: Der Gerechte ist bedacht auf den Rechtsanspruch der Geringen, der Gottlose versteht sich nicht auf Erkenntnis. Das ist auch Rehabeam, das werden wir heute Abend betrachten. Vers 10: Blutmenschen hassen den Rechtschaffenen, aber die Aufrichtigen suchen das Beste für sein Leben. Manasse wird uns als der König beschrieben, der Juda gefüllt hat mit dem Blut seiner Opfer. Vers 11: Seinen ganzen Unmut lässt der Tor herausfahren, aber der Weise beschwichtigt ihn zuletzt. Usia, komm mal morgen zu, der Mann ist irgendwann explodiert, voller Wut, und hat eine ganz grosse Dummheit gemacht. Vers 22 auch nochmal Usia: Ein zorniger Mann erregt Streit, und ein Hitziger ist reich an Vergehen. Und dann Vers 23 kommt nochmal der Usia: Der Hochmut eines Mannes erniedrigt ihn, der Demütige aber erlangt Ehre.
Es ist spannend, oder? Das finde ich so bewegend. Und gerade die Sprüche bieten sich ja auch an, gerade so, ne, Tage, 31 Kapitel. Also es ist schon ein echt gutes Buch. Wobei wir es nur an den Schultagen lesen, aber das schaffst du auch in der Regel zwanzig pro Monat. Und das ist kostbar, einfach irgendwo hängen zu bleiben, weil irgendein Nagel trifft da immer. Irgendein Spruch ist immer dabei, wo du denkst: Volltreffer, Treffer versenkt, krass, Gottes Wort ist lebendig.
Einfach mal ein Vers oder ein Kapitel aus den Sprüchen morgens lesen, ist eine gute Sache, auch mit den Kindern. Sprüche ist ja ganz interessant aufgebaut. Kapitel 1 bis 9 lesen wir davon, dass wir ständig umworben werden von Weisheit und von Torheit. Und dann diese Frage: Wofür entscheiden wir uns? Das ist genau das Problem, dem sich Rehabeam stellen musste, und er hat hier kläglich versagt.
 Sprüche 13, Vers 20 sagt: Wer mit Weisen umgeht, wird weise, aber wer sich mit Toren einlässt, dem wird es schlecht gehen. Und genau diesen Fehler macht Rehabeam und fällt so auf die Nase. Es kommt zur Reichsteilung, und er muss das bitter lernen, was schon in den Sprüchen seines Vaters drinsteht.
Rehabeam ist für mich ein sehr schlechter Leiter, ein sehr schlechter Anführer. Er gibt nicht nur einen harten Dienst, sondern auch eine harte Antwort. Und diese Antwort ist auch mega arrogant, ne? Mein kleiner Finger ist dicker als die Hüften meines Vaters. Das ist Prollen, das ist einfach nur primitives Geschwätz, Überheblichkeit in einem wahnsinnigen Ausmass. Und dabei hat das Volk zu ihm gesagt: Wir wollen dir dienen. Und er hat von den Älteren gehört, von den Alten. Da lohnt es sich dann immer auch, die Könige parallel zu lesen, die teilen nämlich den Rat mit. In Könige lesen wir: Du sollst dem Volk dienen. Was bei uns zum Beispiel in der Geschichte als Grundsatz aufgestellt hat Friedrich der Grosse. Der hat mal gesagt: Der König ist der erste Diener des Staates. Das ist schon eine interessante Aussage, gut, wenn man sie umsetzt.
Rehabeam kriegt den Hinweis: Wenn du dich so verhältst, wenn du das Joch leichter machst, werden sie deine Knechte sein. Und er kriegt aber auch die Aufforderung von den Alten: Du sollst der Knecht für sie sein. Was auffallend ist, wenn wir uns den Bibeltext anschauen, und was sich lohnt, ist so eine Synopse zu machen zwischen 1. Könige und 2. Chronik und das dann zu vergleichen. Da kann man auch gut markieren. Ich habe hier alleine auf einer Seite zwei, vier, sechs, sieben Mal das Wort Joch in 2. Chronik 10. Sieben Mal kommt da das Wort Joch vor, ich habe vielleicht etwas übersehen, und ich habe gedacht, das ist ja schon immens, es geht die ganze Zeit um das Joch.
Rehabeam kriegt gesagt: Erleichtere das Joch hier, das Volk bittet darum. Und er sagt: Ich werde das Joch noch straffer machen, ich werde noch einen draufsetzen. Und er hätte da auch besser in 5. Mose nachforschen müssen, das war die Aufgabe von dem König, sich da im Gesetz auszukennen. Und dann haben wir in 5. Mose 28,47 diese Aussage: Dafür, dass du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast, wegen des Überflusses an allem, wirst du deinen Feinden, die der Herr gegen dich senden wird, dienen in Hunger und Durst, in Blösse und in Mangel an allem, und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vernichtet hat.
Rehabeam weigert sich, dem Volk zu dienen oder dem Herrn, und so dient er dann schliesslich Ägypten. Wenn du denkst, dass du in Freiheit leben kannst, du bist niemandem untertan, dann wirst du irgendwann feststellen, dass du in den Krallen irgendeiner Bestie bist, die du selber gar nicht kontrollieren kannst. Und das ist eigentlich eine ganz ernste Botschaft. Wissen wir noch um so eine wichtige Aussage? Für mich ist das eine gewaltige Anforderung, darüber mal nachzudenken. Was Mose hier aufschreibt: Du hast dem Gott nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient, weil es so viel Grund gibt, Gott mit fröhlichem Herzen zu dienen.
Wir waren in dieser Woche sehr bewegt von der Predigt, die wir gehört haben von Richard Wurmbrand. Gott tröstet die Niedergeschlagenen, könnt ihr googeln, findet ihr sofort. Dauert eine Dreiviertelstunde, kann man mit Kindern hören, sehr gut. Richard Wurmbrand war zur Zeit vom Eisernen Vorhang 14 Jahre im rumänischen Gefängnis, zehn Meter unter der Erde. Und dann spricht so ein Mann, der durch Leiden gegangen ist, der Menschen neben sich hat sterben sehen, darüber, dass Gott ein Gott ist, der die Niedergeschlagenen tröstet, und endet mit dem Appell an die deutschen Christen: Was die Welt braucht, ist euer Lächeln. Und das ist nicht billig, wenn das so ein Mann sagt, das sagt er mit einer krassen Autorität. Das hat mich sehr ermutigt, diese Predigt in der letzten Woche. Da möchte ich euch auch einfach mal einladen, die anzuhören, es lohnt sich sehr.
Unser Jesus ist komplett anders. Wenn wir uns den Herrn Jesus anschauen, dann sagt er in Matthäus 20: Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Das ist unser grosser Gott, unser Gott, der das Joch für uns auch tragen möchte.

Güte, Christus und die Einladung zum leichten Joch

Und damit möchte ich zum Ende kommen, weil ich uns eine Ermutigung mitgeben möchte, und zwar aus Sprüche 11,17. Sprüche lohnt sich wirklich, rauf und runter gelesen zu werden. In Sprüche 11,17 finden wir diese interessante Aussage: Es erweist der Gütige sich selbst Gutes, doch schneidet sich ins eigene Fleisch der Grausame.
Die Liebe ist gütig, sagt Paulus in 1. Korinther 13,4. Es ist die zweite Eigenschaft der Liebe in 1. Korinther 13. Die Liebe ist langmütig, das ist die erste, und dann kommt die Güte. Und Petrus sagt: Wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.
Und das Riesenproblem in Rehabeams Leben ist, dass ihm die Güte gefehlt hat. Denn genau dazu, das haben wir im Bibeltext gelesen, genau dazu fordern ihn die Alten auf: Sei zu diesem Volk gütig. Und genau das macht er nicht. Er ist nicht gütig gewesen zu diesem Volk. Und trotzdem schreibt Gott mit diesem Mann Geschichte. Ich finde das so genial, dass Rehabeam im Stammbaum unseres Herrn Jesus auftaucht, in Matthäus 1,7. Das ist auch mal gütig.
Und deswegen die Frage an uns: Wenn wir uns vor Augen führen, ihr sollt ja nicht nach Hause gehen und über Rehabeam nachdenken. Also über Rehabeam kann man auch nachdenken, aber lasst uns lieber einen Blick noch weiter nach oben richten zu unserem großen Herrn und Heiland. Er schämt sich nicht, Rehabeam in seinem Stammbaum stehen zu haben. Er ist derjenige, der in seinem Wort schreibt: Hat dir wirklich geschmeckt, dass ich gütig bin? Und ermutigt uns deswegen, über seine Güte nachzudenken.
Und vielleicht sitzt du jetzt hier und sagst: Boah, Tommy, ich habe manche Entscheidungen, die fallen mir schwer. Oder ich habe manche Entscheidungen getroffen, die waren falsch. Dann möchte ich dich an einen Punkt erinnern. Das ist Matthäus 11,28, wo der Jesus etwas ganz Wichtiges auch über Güte sagt. Da sagt der Jesus: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Und ihr seht das hier: Sanft bedeutet im Griechischen krestos und gütig krestoiomai. Da merkt man schon, da besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden Begrifflichkeiten. Der Herr ist gütig, sein Joch ist sanft.
Um das zu verdeutlichen, habe ich etwas mitgebracht. Ja, aus dem schönen Rheinland habe ich hier für euch so ein schönes Eisenjoch mitgebracht, ein Eichenjoch mitgebracht. Und meine Mutter habe ich extra noch gefragt, die kommt aus Heidelberg, ist gar nicht so weit weg von hier, also von uns aus gesehen, von euch aus auch wahrscheinlich auf der Hälfte, egal. Ich habe sie extra nachgefragt, die kommen aus der Landwirtschaft. Und man hat im Alten Orient, wenn man einen Ochsen dazu bringen wollte, richtig mit einem Joch über das Feld zu ziehen, folgendes gemacht: Man hat einen alten Ochsen genommen, der ganz genau wusste, wie der Hase hoppelt oder wie er die Spuren im Feld zu ziehen hat. Dem hat man das Joch aufgespannt und den Gurt richtig festgezogen, so dass der alte Ochse die Last eigentlich fast alleine getragen hat. Und dann hat man den jungen Ochsen genommen, tänzelnd, wild, ein bisschen verrückt, und hat den auf die andere Seite gestellt und den, sagen wir mal, eher fest gebunden. Also im Verhältnis zum alten Ochsen hat der nicht wirklich was zu tragen gehabt.
Aber was der junge Ochse dadurch gelernt hat, ist, dass er festgestellt hat: Neben mir steht einer, ich komme gegen den nicht an. Was macht der? Der läuft da aufs Feld und zieht seine Spuren gerade, damit die Furchen richtig schön gerade verlaufen. Und wenn wir dieses Bild vor Augen haben mit diesem Joch, und das möchte ich, dass wir das von heute mitnehmen, dann bekommt dieser Vers aus Matthäus 11 so eine gewaltige Bedeutung. Lesen wir den noch mal:
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben, sagt der Herr. Und das ist doch ein gewaltiges Geschenk, oder? Er möchte dir und mir Ruhe geben. Es gilt ja immer noch, Gottes Wort ist aktuell bis heute. Nehmt auf euch mein Joch. Und den Satz habe ich nie verstanden, weil ich gedacht habe: Herr, zu dir kommen, Ruhe finden, ist ja alles schön und gut, aber warum jetzt noch dein Joch? Bis ich das Joch hier gefunden habe und mir die Geschichte habe erklären lassen. Dann ergibt das plötzlich einen ganz tiefen Sinn.
Nehmt auf euch mein Joch. Wer ist denn derjenige, der das Joch trägt? Wer ist denn der, der die Last in unserem Leben genommen hat, wenn wir an die Sünde und Schuld in unserem Leben denken? Es ist der Herr, der am Kreuz stirbt für deine und meine Schuld, der die Last unseres Lebens auf sich genommen hat. Und dann bekommt dieser Satz so einen gewaltigen Sinn: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir. Es geht ja gar nicht anders, wenn wir neben ihm hergehen. Deswegen ist der Kontakt zu ihm so wichtig. Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, ganz anders als die Könige, vor allen Dingen auch Usia, den wir morgen betrachten werden. Und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Lasst uns nur aufstehen, ich würde gerne noch beten.
Ja, lieber Herr Jesus, ich bin dir dankbar für diese Geschwister hier in Schwabach. Dankbar, dass wir hier so aufgenommen werden wie in einer Familie, weil es auch Familie ist, weil es Familie ist, die du dir teuer erkauft hast durch dein Blut, Herr. Herr, wir sind Brüder und Schwestern, und das ist ein ganz gewaltiges Privileg und ein ganz großartiges Geschenk. Du selbst bist unser Haupt, lieber Herr Jesus. Du hast alles gegeben, du hast uns von unserer Schuld befreit, indem du gestorben bist für uns am Kreuz, und du hast uns die Last unseres Lebens dadurch genommen, Herr. Wir stehen noch mit beiden Beinen auf der Erde, und ich möchte dich bitten für uns, dass wir nicht verzweifeln in unserem Alltag, sondern dass wir unsere Blicke auf dich richten, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, Herr. Ich möchte dich bitten, dass wir dieses Bild vom Joch mitnehmen, damit wir uns gegenseitig ermutigen, dass dein Joch sanft ist. Weil du es selber trägst, weil du mit uns gehst, weil du uns durch unser Leben begleitest, Herr. Ich möchte dich bitten für den Abend, auch die Nacht, die vor uns liegt. Wir wollen uns bewusst in deine Hände legen, du großer Gott. Danke, dass du mitgehst, danke, dass du ein Gott bist, der nicht schläft und nicht schlummert. Amen.