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Neinsager und Gewalttäter

Jesu Leben und Lehre, Teil 257/690
23.04.2023Matthäus 11,11-12
SERIE - Teil 257 / 690Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema und biblische Ausgangstexte

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 256: Nein, Sager und Gewalttäter.

Lasst uns weiterlesen in Matthäus Kapitel 11 und Lukas Kapitel 7.

 Matthäus 11,11-12:
Wahrlich, ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer. Der Kleinste aber im Reich der Himmel ist größer als er.
Von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttätige reißen es an sich.

 Lukas 7,28-30:
Denn ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größer als Johannes der Täufer, aber der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.
Das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott Recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen.
Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen.

Die beiden Texte sind unterschiedlich, doch thematisch näher beieinander, als es auf den ersten Blick vielleicht scheint.

Die Haltung der Pharisäer und Schriftgelehrten gegenüber Gottes Ratschluss

Fangen wir mit den Pharisäern und den Schriftgelehrten an. Was wird über sie gesagt? Bei Lukas lesen wir, dass die Pharisäer und die Gesetzesgelehrten den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht haben. Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass Gott für sie etwas vorgesehen hat, nämlich die Taufe der Buße durch Johannes den Täufer. Die Pharisäer und Gesetzesgelehrten machen jedoch nicht mit. Sie lassen sich nicht von Johannes taufen. Auf der einen Seite steht der Wille Gottes, der sich darin zeigt, dass er den letzten und größten Propheten des Alten Bundes erweckt hat. Auf der anderen Seite stehen die religiösen Führer, die Gott und seinem Ratschluss nicht gehorchen wollen.

Wir sehen hier im Kleinen, was sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht: Gott ruft den Menschen, will das Beste für ihn und hofft auf eine Reaktion. Doch der Mensch lehnt dankend ab, lebt lieber im Ungehorsam gegen seinen Schöpfer und zieht sich dadurch gerechtfertigte Strafe zu.

Hier nur eine Stelle, die das verdeutlicht: Wenn Gott über Israel sagt, in Jesaja 66,4: „So werde auch ich Misshandlung für sie wählen und über sie bringen, wovor ihnen graut, weil ich gerufen habe und niemand geantwortet hat, weil ich geredet und sie nicht gehört haben, sondern getan haben, was böse ist in meinen Augen, und das gewählt haben, woran ich kein Gefallen habe.“

Die Bedeutung der Taufe bei Johannes und die Reaktion des Volkes

Was bringe ich durch mein Leben zum Ausdruck, wenn ich nicht auf Gott höre?

Lesen wir dazu noch einmal Lukas 7,29: „Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott Recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen.“ Wer sich von Johannes mit der Taufe der Buße taufen ließ, der hat Gott Recht gegeben. Worin besteht dieses Rechtgeben? Es liegt in der Beurteilung seines geistlichen Zustandes. Wenn ich Buße tue und diese Umkehr zu Gott durch eine Taufe zum Ausdruck bringe, dann gebe ich Gott Recht. Denn Gott sagt: Du brauchst einen Neuanfang. Und ich gestehe ein: Du hast Recht. Ich muss es wirklich ernst meinen mit dir, eben Buße tun.

Die Frage war: Was bringe ich durch mein Leben zum Ausdruck, wenn ich nicht auf Gott höre?

Positiv: Wer sich taufen lässt, der gibt Gott Recht.
Negativ: Wer sich nicht taufen lässt, also nicht auf Gott hört, der bringt damit zum Ausdruck, dass er Gottes Einschätzung für falsch hält.

Durch Johannes den Täufer ruft Gott zur Buße, zur Umkehr, zu einem Neuanfang auf. Wer sich taufen lässt, akzeptiert Gottes Urteil, dass er Buße nötig hat. Wer sich nicht taufen lässt, wie die Pharisäer und die Schriftgelehrten, bringt durch ihr Nein zur Taufe zum Ausdruck, dass sie Gott nicht Recht geben. Sie sagen: „Nein, Gott, wir teilen deine Einschätzung nicht. Wir brauchen keinen Neuanfang, keine Umkehr und keine Buße.“

Das ist natürlich fatal, wenn es um unsere Errettung geht. Ich kann nämlich nur dann gerettet werden, wenn ich zuerst einmal akzeptiere, dass ich verloren bin. Wer sich für gerecht hält, der kann mit einem Gott, der Mensch wird, um ihn von seinen Sünden zu retten, nichts anfangen.

Wer in seinen Augen zu den Guten gehört, der schaut nicht hin, wenn Gott ihm einen Spiegel vorhält, um ihm seine Selbstgerechtigkeit, seinen Hochmut und seine Sünden zu zeigen. So jemand will keine Buße tun und schon gar nicht öffentlich, einfach deshalb, weil er dafür keine Not sieht. Seine Reputation ist ihm wichtiger als das ewige Leben.

Die Bedeutung von Gewalt im Reich Gottes und der Widerstand gegen das Evangelium

Soweit zu Lukas, kommen wir nun zu Matthäus.

 Matthäus 11,12: "Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttätige reißen es an sich."

Worum geht es hier? Zur Verdeutlichung möchte ich eine andere Bibelstelle heranziehen, die etwas Licht auf diesen Text wirft.

 Lukas 16,16: "Das Gesetz und die Propheten gelten bis auf Johannes. Von da an wird die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein."

Der Übergang vom alten zum neuen Bund beginnt also dort, wo das Gesetz und die Propheten aufhören, nämlich bei der Predigt von Johannes dem Täufer. Von diesem Zeitpunkt an wird die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündet.

Wir sprechen hier im Wesentlichen über den Predigtdienst des Herrn Jesus, denn mit ihm ist das Reich Gottes bereits angebrochen. Noch ist der König nicht gekrönt, noch ist der Geist nicht ausgegossen, und die Einladung an die Heiden ist noch nicht ergangen. Das Reich der Himmel ist zu diesem Zeitpunkt noch recht unscheinbar.

Wir reden hier tatsächlich nur über die ersten kleinen Anfänge. Doch bereits diese Anfänge stehen unter Beschuss.

 Matthäus 11,12: "Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttätige reißen es an sich."

Was ist damit gemeint? Formulieren wir es so: Mit Johannes bricht eine neue Ära an. Die Zeit der Vorbereitung ist abgeschlossen, und Gottes eigentliches Projekt, das Reich der Himmel, nimmt Fahrt auf.

Im Zentrum dieses Reiches, das keine nationale, erst recht keine jüdisch-nationale Größe ist, steht die Person Jesu von Nazaret. Wer Teil dieses Königreiches werden will, braucht zwei Dinge: Buße und Glauben an den Herrn Jesus beziehungsweise an das Evangelium.

Aber – und das ist das, was der Herr Jesus hier formuliert – von Anfang an stößt dieses Reich auf Widerstand. Von Anfang an wird, so heißt es, dem Reich der Himmel Gewalt angetan.

Es sind die religiösen Führer, die sich ihm zuerst verweigern. Wir erinnern uns daran, dass sie nicht einmal bereit waren, sich taufen zu lassen. Zuerst verweigern sie sich, dann reden sie schlecht über Jesus, und wo Diffamierung nicht reicht, sorgen sie dafür, dass dieser Rabbi aus Nazaret umgebracht wird.

Sie sind die Gewalttätigen, die das Reich Gottes an sich reißen – im Sinne von: Sie wollen darüber bestimmen, was es braucht, um ins Reich Gottes zu kommen. Sie wollen definieren, wie man richtig mit Gott lebt.

Im Zentrum ihrer Definition steht nicht Jesus. Von Buße und Glauben ist keine Rede. Stattdessen steht das Halten von Geboten im Mittelpunkt. Sie vertreten ein Reich Gottes der Selbstgerechtigkeit, in dem sie selbst natürlich die ersten Plätze einnehmen.

Sie sind es, die in das Reich eindringen, um die Rolle zu übernehmen, die dem Herrn Jesus zusteht. Menschen sollen ihnen folgen, sich an ihre Regeln halten und ihnen Ehre erweisen.

Damit das gelingt, braucht es erst einmal nur eines: Man muss sowohl Johannes den Täufer als auch Jesus schlechtmachen. Wie das geschieht, schauen wir uns in der nächsten Episode an.

Was könnte man jetzt tun? Man könnte sich überlegen, wie heute noch religiöse Autoritäten dem Reich Gottes Gewalt antun. Wo findet man dieses Phänomen, und wie sieht es aus?

Das war’s für heute.

Ein guter Tipp fürs Leben: Formuliere für eine deiner Lieblingsversuchungen eine neue gute Gewohnheit, die du diese Woche ausprobieren willst, um ihr zu widerstehen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Anregung zur Reflexion und Lebenshilfe

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dir überlegen, wie heute noch religiöse Autoritäten dem Reich Gottes Gewalt antun. Wo findet man dieses Phänomen, und wie sieht es aus?

Das war's für heute?

Ein guter Tipp fürs Leben: Formuliere für eine deiner Lieblingsversuchungen eine neue, gute Gewohnheit, die du diese Woche ausprobieren willst, um ihr zu widerstehen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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