Johannes 8,1-59: Das neunte Treffen oder bist du wirklich bereit für die Wahrheit?
Johannes 829.05.2006
Serie•Teil 7 / 8Das Johannes-Evangelium lesen
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Einleitung und thematische Verortung
Also, soweit ich weiß, spielt keiner von euch Golf. Ich hoffe, dass das Fettnäpfchen, in das ich mich jetzt hineinbegebe, also nicht zu tief ist.
Ich habe einen Witz über das Golfen ausgegraben:
Frag deinen Freund, den Klaus. Du, Klaus, warum spielst du eigentlich nicht mehr mit Thomas Golf? antwortet Klaus. Würdest du mit jemandem spielen, der, wenn du nicht hinschaust, den Ball mit dem Fuß in eine bessere Position kickt? Nein, natürlich nicht, sagt sein Freund. Würdest du mit jemandem spielen, der dich glatt anlügt, wenn du ihn nach der Zahl seiner Punkte fragst, nur um besser dazustehen? Sagt sein Freund: Natürlich nicht. Siehst du, und Thomas wollte das auch nicht länger.
Wir sind in der Reihe über das Johannesevangelium: Wie lese ich das Johannesevangelium evangelistisch? Der Titel heute lautet: Das neunte Treffen oder Bist du wirklich bereit für die Wahrheit?
Seit Kapitel 6 beschäftigt uns eine große Frage, nämlich die Frage: Was hält einen Menschen davon ab, das Evangelium anzunehmen? Wir haben diese Frage jetzt schon zweimal beantwortet. Wir haben Kapitel 6 genommen und gesagt: Ein Mensch muss sich entscheiden, was er will. Er muss sich selbst die Frage beantworten: Will ich den Geber oder will ich nur die Gaben? Habe ich eine Beziehung zu Jesus? Will ich das? Habe ich Interesse an einer Beziehung? Oder möchte ich mir einfach nur das ewige Leben schenken lassen? Aber Jesus selbst interessiert mich nicht. Geber oder Gaben? Das ist der Schwerpunkt von Johannes 6 gewesen.
Der Schwerpunkt von Johannes 7 vor 14 Tagen war ganz anders. Da ging es um die Frage: Bist du wirklich bereit, auf das zu hören, was Jesus dir sagt? Gibst du ihm eigentlich in deinem Herzen eine faire Chance? Wir sind vielen Leuten begegnet, die das nicht getan haben.
Heute kommt Johannes 8, und wir bekommen eine neue Frage, einen neuen Punkt, der entscheidend ist, ob du Jesus annehmen kannst als den Messias oder nicht. Die Frage lautet: Bist du bereit für die Wahrheit? Bist du bereit, dein moralisches Unterscheidungsvermögen, das du hast, mit einer ordentlichen Portion gesunden Menschenverstand einzusetzen und einmal auf dich selbst anzuwenden? Bist du bereit, dir einzugestehen, dass du ein Problem hast, und zwar ein Problem mit Sünde? Ein Problem, das so groß ist, dass du dir alleine nicht helfen kannst? Das ist die Frage, um die es heute geht.
Und bevor wir uns diese Frage anschauen, ein Tipp aus der Praxis. Also, Tipp Nummer neun für einen evangelistischen Hauskreis. Und der Tipp heute lautet: Lass deinen Freund oder lass deine Freundin einen Beitrag zu diesem Hauskreis leisten.
Jetzt machen wir einen Test. Klaus, welchen Beitrag musstest du leisten? Es ist nicht abgesprochen, Klaus hatte keine Chance. Es ist acht Jahre her oder ich weiß nicht, wie lange her. Also richtig, genial. Richtig, genial. Johannes 2. Klaus kommt zum Bibellesen. Er kommt schon ein bisschen länger. Ich weiß nicht, du warst drei, vier, fünf Mal da, denke ich, in der Zeit. Wir kommen zu Johannes 2, zum Passa. Warum muss ich immer alles erklären? Ich weiß, was das Passa ist. Kann doch jemand anders erklären.
Also gebe ich Klaus einen Artikel, ein Bibellexikon zum Thema Passa, und sage: Weißt du was, nächstes Mal erklärst du uns fünf Minuten am Anfang kurz, was Passa ist.
Das muss nicht so etwas sein. Es kann sein, dass du deinen Freund oder deine Freundin bittest und sagst: Du kannst dir etwas zu essen mitbringen. Irgendeine Kleinigkeit. Oft machen das Leute von alleine. Du kannst einen Kuchen backen, einen Salat machen, ein paar Brötchen belegen, irgendetwas, wo sie auch einen Beitrag dazu leistet, wo sie merkt: Ach, das ist ja nicht etwas, wo ich immer nur der Empfänger bin. Das ist ja ein Kreis, wo ich auch etwas beitragen kann.
Und das schafft Verbindung, das schafft auch Offenheit, das schafft auch, wenn man etwas raussucht, natürlich einen Anreiz, weiterzulesen, weiterzumachen. Das ist mein Tipp Nummer neun: Lass deinen Freund einen Beitrag leisten, damit das Bibellesen, die Studiengruppe, damit das seine Studiengruppe wird und nicht nur deine.
Der Konflikt in Jerusalem
Jetzt aber zu Johannes 8. Wenn ihr Johannes 8 evangelistisch mit euren Freunden lest, dann ist das thematisch klasse, inhaltlich aber ein bisschen träge. Ich muss sagen, dass mir Johannes 8 nicht wirklich für ein evangelistisches Bibellesen gefällt. Ich wünschte mir, es wäre ein bisschen kürzer. Wir werden sehen: tolle Aussagen. Aber wenn ihr das durcharbeitet, bereitet euch schon mal darauf vor, dass es sich ein bisschen zieht.
Worum geht es? Die ganze Auseinandersetzung, mit der wir es heute Morgen zu tun haben, findet im Tempel in Jerusalem statt. Alles beginnt mit einer ziemlich hässlichen Geschichte, die überschrieben ist mit Jesus und die Ehebrecherin. Im Verlauf dieser Geschichte bewahrt Jesus eine Frau davor, gesteinigt zu werden. Damit fängt Johannes an, und es endet damit, dass die Leute nicht mehr die Ehebrecherin steinigen wollen, sondern Steine aufheben, um Jesus zu steinigen. Das ist der Spannungsbogen von Johannes 8. Also: Wir beginnen mit einer Steinigung, und wir enden mit einer Steinigung. Und beides Mal klappt es nicht.
Wir lesen mal Johannes 8,1-9.
Jesus und die Ehebrecherin
Johannes 8
Früh morgens aber kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm. Und er setzte sich und lehrte sie. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen eine Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellten sie in die Mitte und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du?
Dies aber sagten sie, um ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber dies hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten. Und er wurde allein gelassen mit der Frau, die in der Mitte stand.
Die erste Lektion: Gottes Blick auf den Menschen
Ich weiss nicht, ob ihr die Geschichte lest und denkt: Na ja. Oder ob ihr sagt: So eine fiese Kiste!
Also: Hier ist etwas eingefädelt und geplant. Man sucht einen Anlass, Jesus anzuklagen, und man benutzt dafür diese Frau. Für die Pharisäer und die Schriftgelehrten ist sie nichts weiter als ein Objekt. Und deswegen stört es sie überhaupt nicht, dass sie jetzt zitternd und blossgestellt, umgeben von all diesen Leuten, da in der Mitte steht.
Man hatte sie doch beim Ehebruch ergriffen. Tja, wisst ihr, wen ergreift man denn so beim Ehebruch? Seht ihr, genau das ist der Punkt: selten einen allein, selten einen allein. Und die Frage, die sich hier für mich quasi aufdrängt, ist: Bitteschön, wo ist denn der Mann?
Na ja, na ja, man hatte die Frau. Man brauchte nur einen. Es ging nicht um die Tat. Es ging um etwas ganz anderes. Es ging darum, Jesus reinzulegen.
Mir geht es so: Ich lese die Geschichte und denke, sie stinkt. Hier ist ein abgekartetes Spiel, und die schlechtesten Karten hat die Frau. Sie kann eigentlich nur verlieren. Und die Leute haben Recht: Formal, rein rechtlich gesehen, ist das der letzte Tag in ihrem Leben.
Und dann kommt Jesus, und ich geniesse ihn an der Stelle, weil ich ihn einfach für brillant halte. Er checkt das natürlich, wie er auch antwortet. Sagt er nein, sagen die Leute: Was bist du für ein Rabbi? Sagt er ja, dann kann man zu den Römern gehen und sagen: Hier ist einer, der macht einen Aufstand, der will, dass wir Leute umbringen. Das ist ein fieses Ding.
Und Jesus sagt: Kein Problem. Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie.
Wahnsinn! Und wisst ihr was? Alle gehen weg. Es ist interessant, wer zuerst weggeht. Du lebst länger, du gehst zuerst. Alle gehen weg.
Und Jesus bringt uns eine Lektion an der Stelle, die Lektion für das ganze Kapitel. Ihr wisst ja schon: Am Anfang einer solchen Erzähleinheit steht oft etwas Zeichenhaftes. Auch hier diese Geschichte: eine Lektion. Und diese Lektion lautet: Ihr alle seid Sünder, und ihr wisst es. Ihr alle seid Sünder, und ihr wisst es.
Wer von euch den Römerbrief mal gelesen hat, Ansgar hat ja eine lange Reihe gemacht, hört euch die Kassetten an: Der Anfang vom Römerbrief hat ein einziges Ziel, kapitelweise. Er will etwas auf den Punkt bringen, dass du und du und du, egal wo du herkommst, egal was du für ein Typ bist, egal welche Religion, egal welche Nationalität, egal ob ein besserer oder ein schlechterer Mensch, dass du ein Sünder bist.
Das Fazit vom Römerbrief möchte ich euch nicht vorenthalten. Nachdem Paulus das so gesagt hat, schreibt er: Was nun? Haben wir einen Vorzug? Durchaus nicht, denn wir haben sowohl Juden als Griechen zuvor beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde seien, wie geschrieben steht.
Und jetzt kommt eine Beschreibung des Menschen: Da ist kein Gerechter, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen. Sie sind allesamt untauglich geworden, da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer.
Glaubt ihr nicht? Ich lese weiter: Ihr Schlund ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen handeln sie trügerisch, Otterngift ist unter ihren Lippen, ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit, ihre Füsse sind schnell, Blut zu vergiessen, Verwüstung und Elend ist auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt. Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.
So beschreibt Paulus am Ende einer längeren Argumentation den Zustand des ganz normalen Menschen. Wir glauben das. Denn wir lesen Zeitung. Aber du musst nichts wissen über einen Amokläufer, der bei der Eröffnung des Hauptbahnhofes Leute niedersticht. Du musst es gar nicht wissen. Es reicht, dass du dein Herz kennst. Es reicht völlig.
Du kennst dein Herz, du kennst die Abgründe deines Herzens ganz genau. Und eigentlich könnten wir an dieser Stelle Schluss machen. Du kennst sie, Jesus hat Recht, und Jesus schreibt auf die Erde.
Ich weiss nicht, ob ihr euch darüber mal Gedanken gemacht habt, warum Jesus auf die Erde schreibt. Ich finde das toll. Also ich habe mir das mal angeschaut, wann Gott eigentlich schreibt. Das macht er nicht so richtig oft. Und wann so der Finger Gottes ins Spiel kommt im Alten Testament. Na ja, Gott schreibt zum Beispiel dann, wenn er die Gebote gibt. Beim ersten Mal schreibt Gott die Gebote auf die Steintafeln. Gott schreibt in der Nacht, wo das babylonische Königreich untergeht, dem König Belsazer an die Wand. Und beim Auszug aus Ägypten vorher gibt es ja die zehn Plagen. Bei der dritten Plage sind die Wahrsagepriester des Pharao völlig durcheinander und versuchen, den Pharao dazu zu bewegen, jetzt endlich die Israeliten ziehen zu lassen, und sie sagen: Das ist der Finger Gottes.
Das heisst, im Alten Testament, wenn Gott schreibt, sei es auf Steintafeln, an Wände oder in Form von Gericht, dann bedeutet das immer irgendwie: Du, sei vorsichtig. Wenn du kannst, dann tu jetzt Busse! Kein Schritt weiter, sonst brennt die Luft und es riecht nach Schwefel. Vorsicht, Alarmstufe Rot.
Also immer im Alten Testament, wenn Gott schreibt, ist das so ein Stoppschild. Hey, pass auf, nicht weiter jetzt, nicht über diese Linie rüber, denk noch mal nach.
Und erst wenn wir Busse tun, erst wenn wir Kinder Gottes werden, dann brauchen wir uns vor dem Schreiben Gottes nicht mehr zu fürchten. Dann lesen wir, dass Gott es ist, der auf unsere Herzen seine Gebote schreiben will. Das heisst, dass Gott derjenige sein möchte, der uns dazu ermutigt und befähigt, so zu leben, wie er sich das wünscht.
Aber erst dann. Und solange du nicht weisst, ob du Kind Gottes bist, solange solltest du, wenn Gott schreibt, vorsichtig sein. Es brennt die Luft.
Rettung statt Verurteilung
Johannes 8,9-12
Als sie aber dies hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten. Und er wurde allein gelassen mit der Frau, die in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind jene? Hat niemand dich verurteilt? Sie sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: So verurteile auch ich dich nicht. Geh hin und sündige nicht mehr.
Jesus redete nun wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Jesus verurteilt sie nicht. Warum tut er das? Sie ist doch formal gesehen schuldig. Er hätte doch sagen können: Ich bin ohne Sünde, wo ist der nächste Klopper? Dann hau je drauf. Ja, ein gezielter Wurf, mach mal Schluss damit. Warum tut er das nicht?
Und die Antwort kennen wir. Die Antwort kennen wir schon seit Johannes 3, eigentlich schon seit Johannes 1. Aber ich lese mal den Teil aus Johannes 3 vor. Da sagt er in Johannes 3,17: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde.
Das ist die Antwort. Wenn Jesus anfangen würde zu richten, na gut, Nacht, dann wäre die Frau eine, ja, und der Rest der Jerusalemer Bevölkerung wäre der Rest. Jesus ist nicht gekommen, hier beim ersten Mal umzurichten. Er ist gekommen, um zu retten.
Heißt das, dass ihm Sünde egal ist? Nein, natürlich nicht. „Sündige nicht mehr“, sagt er. Obwohl er das Recht hat zu verurteilen, lässt er es sein. Jesus will nicht verdammen, sondern er will retten. Er will das Licht sein, dem du und ich nachfolgen können.
Und wenn Licht kommt, dann offenbart es auch unsere dunklen Seiten. Und das ist gut so, weil erst wenn du deine dunklen Seiten kennst, kannst du zu Gott kommen und sagen: Bitte vergib mir. Und im ersten Johannesbrief gibt es diese wunderschönen Verse, wo es heißt: Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.
Jesus klagt nicht an, das wäre irgendwie zu billig. Jesus kommt, und er möchte dein kleines Leben heil machen, dein Leben hell machen. Er möchte Licht sein. Er möchte dir zeigen: Hier heißt das Nachfolgen. Er möchte dir zeigen, wo du hingehen sollst, wie dein Leben aussehen kann, wem du nachfolgen sollst. Er möchte dir den Weg zeigen aus der Finsternis heraus ins Licht hinein. Das ist das, was Jesus für dich vorhat.
Und sobald er das sagt, da brechen über ihm so die Wogen der Entrüstung zusammen. Aber die Tatsache, dass die Leute an dieser Stelle so empört sind und sagen, das kann man doch nicht machen, das kann man doch nicht sagen, dass die Leute so sind, das offenbart den eigentlichen Charakter des Menschen. Du wirst mit dem Licht konfrontiert. Und was tust du dann? Oft genug verkriechen wir uns in unsere dunkle Ritze und wollen damit nichts zu tun haben, statt Nachfolge. Und statt Freiheit wählen wir lieber die Finsternis. Bloß nicht zu viel Jesus.
Und das ist eine Katastrophe. Das ist die Katastrophe schlechthin, das ist die Katastrophe, die wir predigen müssen. Warum? Lesen wir Johannes 8,21 und 24, um zu sehen, wo das Problem liegt, wenn du so reagierst. Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen, und werdet in eurer Sünde sterben. Johannes 8,24: Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.
Jetzt, in diesem Moment, steht Jesus vor ihnen. Jetzt, in diesem Moment, galt es für die Leute zu glauben. Im Hebräerbrief heißt es einmal: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Und Jesus fragt: Wie lange willst du bitteschön noch warten mit dem Glauben? Wie lange?
Widerstand gegen die Wahrheit
Warum ist dieses Kapitel so dröge? Also, aus meiner Sicht – vielleicht findet ihr es spannender –, aber ich kämpfe mich da beim Bibellesen immer ein bisschen durch, wenn ich das mit anderen Leuten zusammen mache. Warum ist das so dröge? Weil ich zwei Positionen habe, die einander gegenüberstehen und sich einfach nicht aufeinander zubewegen.
Auf der einen Seite ist da der Sohn Gottes, der immer wieder mit dem, was er sagt, unterstreicht, dass er ein ganz besonderes Verhältnis zum Vater hat. Er sagt, dass er ausspricht, was er vom Vater hört, dass er das Wort des Vaters bewahrt, dass er allezeit das tut, was dem Vater gefällt, dass er den Vater ehrt, dass er den Vater kennt. Alles Formulierungen aus Johannes.
Und auf der anderen Seite stehen Menschen, die, na ja, absolut grundlos das, was Jesus sagt, anzweifeln und dabei nicht einmal ehrlich genug sind, ihr eigenes viel zu enges Verhältnis zur Sünde wahrzunehmen. Und diese beiden Positionen begegnen uns ein Kapitel lang. Das ist einfach irre. Du denkst: Ich hab’s. Und dann noch mal. Und noch mal. Und noch mal.
Wenn ihr das mit euren Freunden durchgeht, könnt ihr wirklich an mancher Stelle sagen: Das hatten wir schon. Jetzt kommt wieder ein anderes Argument. Du kannst es irgendwann nicht mehr hören. Das ist wie wenn du einen Fisch festhalten willst. Immer wenn du denkst, du hast ihn, flutscht er wieder weg. So sind diese Leute. Jesus überführt sie, und sie sind wieder geflutscht. Er nimmt sie ernst, und schon sind sie wieder weggerutscht. Ein Argument, Gegenargument, neues Argument, neues Argument – das ist das ganze Kapitel. Ärgerlich, aber entschuldigt: Das sind wir. Das ist der Mensch, wenn er Gott begegnet.
Johannes 8,31-33Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen. Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Nachkommenschaft und sind nie jemandes Sklaven gewesen. Wie sagst du: Ihr sollt frei werden?
Na ja, wir haben es also wieder einmal mit Leuten zu tun, die denken: Bei uns ist alles in Ordnung, wir glauben doch, wunderbar. Und wir merken sofort, dass dieser Glaube nicht echt sein kann. Warum? Weil ein Jünger jemand ist, der auf Gott hört. Hörst du nicht auf Gott, bist du kein Jünger.
Jünger ist ja so etwas wie ein Azubi, okay? Das versteht jeder. Du hast einen Handwerksbetrieb und einen Azubi. Und wenn dein Chef zum Azubi sagt: Weißt du was, du nimmst jetzt mal die Platte und schneidest sie zu, und er sagt: Nö, dann kann er das vielleicht dreimal sagen. Aber irgendwann braucht er es nicht mehr zu sagen, weil der Azubi seine Schlüssel abgibt und seine Arbeitskleidung und seinen Job verliert. Der ist dann kein Azubi mehr.
Wenn ich ein Azubi bin, ein Jünger bin, dann höre ich, was der Meister sagt. Wenn du ein Jünger Jesu bist, auch. Das ist ganz banal, da brauchen wir eigentlich nicht drüber nachzudenken. Bleibst du nicht in seinem Wort, dann wirst du nicht frei. Jünger sind dazu berufen, frei zu werden. Jünger sind dazu berufen, die Wahrheit zu erkennen. Und Jünger sind dazu berufen, die Wahrheit auszuleben.
Erinnert euch an Johannes 7, oder? Ströme lebendigen Wassers, Ströme lebendigen Wassers, ein erneuertes und verändertes Leben. Das ist das, was einen auszeichnet. Wasser hat, den Heiligen Geist. Und das ist derselbe, der hier als Jünger beschrieben wird, der in seinem Wort bleibt. Wir sollen und wir können – und ich sage mal: Wir müssen – ein Segen sein, oder wir sind nicht echt. Wir sind keine Jünger, und wir sind nicht frei.
Papalapapp. Ja, hier Papalapapp. Ja, wir sind nie jemandes Sklave gewesen. So ein Blödsinn. Jesus, du mit deiner komischen Sünde, Freiheit und Quatsch. Du hast das Problem unseres Lebens überhaupt nicht verstanden. Wir haben Abraham. Was willst du eigentlich? Wir sind nie jemandes Sklaven gewesen.
Ach ja? Und wie war das in Ägypten? Und wie war das in Babylonien? Und um in die aktuelle Zeitgeschichte einzutreten: Wer hat gerade das Sagen im Land? Die Römer, oder? Der Spruch ist albern, der ist komplett albern. Aber hier wird wieder etwas deutlich: Wenn dein Stolz es nicht mehr zulässt, dass du ganz ehrlich mal dein Leben begutachtest, dann hast du keine Chance, jemals zu glauben.
Menschen sind Meister des Selbstbetrugs. Das merken wir ja hier. So eine Haltung zu haben bei der Geschichte – Entschuldigung, das funktioniert hinten und vorne nicht. Bloß nicht ehrlich zugeben, dass ich persönlich ein Problem habe. Bloß nicht ehrlich zugeben, dass es mit mir schlecht steht.
Freiheit, Sklaverei und Selbsttäuschung
Lesen wir mal weiter, die Verse 34-36. Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus, der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.
Die Sünde ist dein Herr. Und solange du dich nicht befreien lässt, bleibt sie das auch. Du musst das nicht einmal zugeben. Du kannst dir deine Gedanken darum herum machen, du kannst dir tausendmal einreden, dass alles in Ordnung ist. Aber es ist nicht alles in Ordnung. Das Böse wird dich beherrschen. Das Böse wird in deinen Worten, das Böse wird in deinen Gedanken, das Böse wird in deinem Tun sichtbar werden. Und bis du dich nicht befreien lässt vom Sohn, wird das immer so sein. Oder bis du in deinen Sünden stirbst. Aber dann hast du keine Hoffnung mehr.
Woran erkennen wir, dass ein Mensch gläubig ist, wirklich gläubig? Es gibt zwei Fragen, die man immer am Büchertisch stellt. Die eine lautet: Hey, wenn du morgen stirbst, wo wirst du denn übermorgen sein? Was antwortet ihr? Wenn du morgen stirbst, ja, nehmen wir an, auf dem Weg zur Schule, Fahrrad fahren, kleiner intensiver Kontakt mit einem 18-Tonner, Frontal. Was dann? Wo bist du übermorgen? Oh, ich komme in den Himmel! Das sind manche Antworten.
Die zweite Frage lautet: Du kommst in den Himmel, sag mal, warum glaubst du eigentlich, dass du da reinkommst? Und die einzige richtige Antwort lautet: Ich glaube an Jesus, weil Jesus in meinem Leben Herr ist, weil ich mein ganzes Leben auf dieses eine gesetzt habe, was am Kreuz von Golgatha passiert ist. Das ist die einzige Antwort, die gilt. Alles andere ist falsch.
Die Juden hier aus Johannes 8 hätten gesagt: Wir glauben, dass wir in den Himmel kommen, weil da gab es eine Geschichte: Abraham vor der Tür zur Hölle steht und dafür sorgt, dass keiner von uns reinplumpst. Boah, wir haben die richtigen Beziehungen, Verwandtschaft. Aha, na ja, wenigstens auf die Verwandtschaft ist noch Verlass, oder? Und jetzt kommt Jesus und macht diese schöne Ausrede einfach so schnapp kaputt. Ah nee, das geht nicht, das können wir nicht zulassen.
Wie sehen denn die modernen Ausreden aus? Also von uns stellt sich ja keiner hin und sagt: Wir kommen in den Himmel, weil wir Juden sind und wir haben Abraham zum Vater. Das wäre ja nicht unser Wortlaut. Was sind denn unsere Ausreden? Oder was sind Ausreden, mit denen wir im Gespräch vielleicht konfrontiert werden? Na ja, Kirchenzugehörigkeit ist schon etwas. Taufe wird öfter mal gebracht. Was immer mehr kommt, ist so ein, ich nenne das Gutmenschtum: „Na, ich bin doch eigentlich kein schlechter Mensch, und wenn man mal so Fünfe gerade und hier ein bisschen das, dann müsste es doch gerade so reichen.“ Manchmal heißt es auch: „Na ja, ich habe doch eine ganze Menge gespendet, ans Rote Kreuz und so.“ Es kommt irgendwas.
Wisst ihr, was die Leute wirklich brauchen an der Stelle, wenn sie die Frage hören? Sie brauchen Ehrlichkeit, einfach nur Ehrlichkeit. Und genau die tut weh. Aber wenn du die Ehrlichkeit nicht hast, ohne Ehrlichkeit und ohne die Bereitschaft, das, was du verstehen kannst, dein eigenes moralisches Urteilsvermögen auf dich selber anzuwenden, ohne das kannst du Jesus nicht verstehen. Du hörst ihn dann reden, und vielleicht gefällt dir sogar, was er sagt. Es kann auch sein, dass du dir einen Fisch aufs Auto klebst oder dir einen lila Schal zum Kirchentag besorgst oder sonst irgendwas machst. Aber wenn du nicht begreifst, dass du verloren bist, dann ist der Fisch am Auto und der lila Schal übrigens auch, der Gemeindebesuch und alles, was damit zusammenhängt, einfach egal. Du kannst dann Jesus nicht verstehen. Du stehst dir dann selber im Weg. Du bist das Problem, nicht Jesus.
Fällt es dir leicht, andere zu beurteilen? Siehst du im Leben von anderen Leuten ganz schnell, was sie falsch machen? Gute Sache. Es zeigt, dass mit dir alles stimmt. Du kannst unterscheiden zwischen gut und schlecht. Gott hat dich so gemacht. Und jetzt geht es darum: Bist du bereit, genau dieses Unterscheidungsvermögen auf dich selber anzuwenden?
Was machen denn die Pharisäer hier? Na, die benutzen die zehn Gebote. Da steht drin: Du sollst nicht Ehe brechen. Ah, wunderbar, also du sollst nicht Ehe brechen, kein Problem. In null Komma nichts weiß ich, dass diese Frau eine Sünderin ist. Zack, überführt. Und dann kommt Jesus, nimmt die gleiche Sammlung von Geboten und wendet sie auf die Pharisäer an. Und was passiert? Oh, gehen wir weg, schon gut, nette Antwort, danke schön, danke, brauchen wir nicht weiter darüber reden, ja gut, bis morgen, tschüss, ja, bloß keine Auseinandersetzung, bloß nicht so nah das Wort Gottes an mein Leben herankommen lassen, dass ich mich womöglich ändern muss, dass ich mir sagen muss, ich bin das Problem. Nicht nur die anderen.
Solange du andere Leute gut beurteilen kannst, dann ist alles bei dir in Ordnung und du kannst dich selber auch beurteilen. Und das müssen wir unseren Freunden sagen: Hey, wie sieht es in deinem Leben aus? Bist du ehrlich genug zuzugeben, dass du ein Problem hast? Und dann die Frage, ob das wirklich nur ein Wort an unsere Freunde ist. Und ich glaube nicht. Ich denke, dass dieses Wort uns als Gemeinde trifft, vielleicht uns als Gemeinde mehr als andere Gemeinden. Und deswegen möchte ich gerne heute diese Frage so provokativ in den Raum stellen: Bist du, wie du hier sitzt, wirklich ein Kind Gottes?
Johannes 8,51 heißt es: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen ewiglich. Wort bewahren. Man kann dich erkennen, man kann die Echtheit deines Glaubens erkennen, und zwar daran, ob du das Wort bewahrst. Die Bibel spricht von Heiligung. Sie spricht davon, dass Gott, und zwar Gott der Geist, der Heilige Geist, in uns wirkt und uns umgestaltet. Dass das ein Veränderungsprozess ist, der in uns abläuft, und dass wir Jesus immer ähnlicher werden.
Und jetzt möchte ich gerne wissen von dir: Wie empfindest du eigentlich diesen Prozess der Heiligung, der da abläuft? Wie empfindest du das? Ist das für dich etwas Krampfhaftes, so ein krampfhaftes Gutseinwollen? Eigentlich will man es ja nicht, aber irgendwie muss man es doch, weil so viel Druck da ist. Ist es das für dich? Oder ist Heiligung für dich etwas ganz Normales, was man vielleicht aufhalten kann, wenn man sündigt, aber was man doch irgendwie als normal empfindet?
Woran kann ich sehen, dass jemand zur Familie Gottes gehört? Wodurch? Durch die Familienähnlichkeit. Deine Kinder haben mit dir Dinge gemeinsam, ob du willst oder nicht, oftmals auch Dinge, die man nicht will. Aber jetzt reden wir mal über die guten Seiten. Wie ähnlich bist du Gott? Ist es für dich ein permanenter Krampf, als Christ zu leben? Wenn ja, dann denk doch einfach mal ernstlich darüber nach, ob du Christ bist. Vielleicht hast du dich zu einem bestimmten christlichen Lebensstil bekehrt, oder vielleicht hast du dich dazu bekehrt, in der Gemeinde anerkannt zu sein, irgendwie auch dazuzugehören. Aber das ist nicht die Bekehrung zu Jesus.
Fällt es dir schwer, Jesus zu verstehen? Sträubt sich in dir alles dagegen, seine Gebote zu halten? Findest du seinen Anspruch an dein Leben irgendwie unerträglich? Ist es so, dass du eigentlich kein Interesse daran hast, mehr von Jesus zu erfahren, und weichst du ihm aus, wo das nur so geht, wo man das noch gerade verantworten kann, ohne dass einem die Gemeindeleitung auf die Finger klopft oder der Jugendleiter mal sagt: Na, jetzt muss der schon mal ein bisschen häufiger in den Gottesdienst kommen? Wie sieht das bei dir aus? Wenn das so ist, dann denk doch mal ehrlich darüber nach, ob du wirklich Christ bist.
Wie ist das bei dir, wenn das Licht der Welt in dein Leben hineinscheint? Was passiert dann? Sagst du dann: Vielen Dank, Herr Jesus, dass du mir den Weg gezeigt hast, ich will dir nachfolgen? Oder suchst du nach Ausreden, nach Entschuldigung?
Der Inbegriff eines Jüngers ist Jesus selber. Und im Alten Testament, im Jesaja, findet sich prophetisch auf Jesus eine Beschreibung seines Lebensstils. Jesus wird als der zukünftige Jünger vorgestellt, und wir können an Jesaja 50,4-5 sehen, was einen Jünger auszeichnet. Da heißt es in Jesaja 50,4-5: „Der Herr hat mir die Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich erkenne, die Müden durch ein Wort aufzurichten.“ Erlebst du das? Bist du einer, der die Zunge eines Jüngers hat, der zum Segen wird mit dem, was er redet?
Dann schreibt er hier weiter, immer noch Vers 4: „Er weckt mich ja, Morgen für Morgen weckt er mir das Ohr, damit ich höre, wie Jünger hören.“ Hörst du Gott reden? Nicht mit einer Stimme, so nach dem Motto, an der Stelle des Weckers kommt morgens Gottes Stimme: Aufstehen, guten Morgen. Das nicht. Aber wenn du in deiner Bibel liest, wenn du Predigten hörst, wenn du durchs Leben gehst, Umstände, Gelegenheiten, wenn die kommen, ist das eine Beziehungssache, ist das ein Mit-Gott? Oder ist das einfach nur ein Ich allein und hm?
Und dann geht es weiter in Vers 5: „Der Herr, Herr hat mir das Ohr geöffnet, und ich bin nicht widerspenstig gewesen.“ Ist das das, was unser Leben prägt? Widerspenstigkeit, bloß nicht gehorsam sein, bloß nicht einen Strich mehr machen, als Gott verlangt? Bist du, wie es hier heißt, „ich bin nicht zurückgewichen“? Bist du zurückgewichen von den Ansprüchen Gottes an dein Leben? Hast du Ausreden gesucht, billige Ausreden, die auf Dauer nur dazu führen, dass sich Sünde in deinem Leben festsetzt? Bist du echt?
Darf ich dir noch eine Frage stellen: Worauf bist du eigentlich in deinem Leben scharf? Was ist das größte Ziel für dich, was es im Leben zu erreichen gilt? Bist du einer, der mit ganzem Herzen Gott sucht und ihm gefallen will, oder geht es dir ganz letzten Endes bei dem, wie du lebst, nur darum, dass deine Karriere vorankommt, dein Haus gebaut wird, dein Urlaub gelingt, dass du deine Ruhe hast? Dass du dein Geld anlegst, wie du es für dich für richtig hältst, und dass du deine Gesundheit bewahrst, und dass du dein Leben so in den Griff bekommst, wie du es willst? Letzten Endes ist Gott dir egal, weil es dir scheißegal ist, was Gott von deinem Leben will, und genauso scheißegal ist, was Gott aus deinem Leben hätte machen können, wenn du nur einmal wirklich angefangen hättest, ihm nachzufolgen.
Kann es sein, dass Gott über einige von uns sagen muss, was Jesus hier zu seinen Zuhörern in Johannes 8 sagt, Verse 44 und 45? Sie berufen sich darauf, sie sind Kinder Gottes, Nachfahren Abrahams, und Jesus muss ihnen sagen: Ihr seid, Vers 44, aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Merkt ihr das? Die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Er ist ein Lügner und der Vater derselben.
Wem gilt deine Loyalität? Ihr kennt den Spruch auf meinem alten Auto, ja? Try Jesus, probier's doch mal mit Jesus, if you don't like him, the devil will always take you back. Sollte dir Jesus nicht schmecken, kein Problem, der Teufel nimmt dich immer wieder zurück. Und so ist es. So ist es einfach. Der Teufel ist ein Menschenmörder von Anfang an. Er wird dich belügen, er wird dich über den Tisch ziehen.
Und darf ich es ganz traurig mal sagen? Ich meine, ich suche mir solche Predigten ja nicht aus, und ich suche mir auch nicht die innere Betroffenheit für solche Predigten aus. Der Teufel hat manche von uns über den Tisch gezogen. Die einen deutlicher, die kommen nicht mehr zum Gottesdienst und stecken in Sünde fest. Die anderen weniger deutlich, die kommen noch zum Gottesdienst, stecken aber auch in Sünde fest, und dann ein paar, die liebäugeln mit der Sünde, die stecken auch schon fast fest. Das ist die Realität dieser Gemeinde. Wir stehen in einem unglaublichen geistlichen Kampf, und wir verlieren einen Mitarbeiter im Moment nach dem anderen. Ist uns das bewusst?
Wo kommt das her? Ich bin davon überzeugt, dass ich, wenn ich an unsere Jugend denke, mir vorstelle, welche zum Impact kommt, nicht alle in der Ewigkeit wiedersehen werde. Und wisst ihr, ich bete regelmäßig für die Jugend, ich hoffe, ihr betet auch für die Jugend, ganz ehrlich. Und es macht mein Herz krank, das zu sehen. Jetzt wirst du sagen: Woher weißt du, dass die nicht in den Himmel kommen? Ich sag dir, woher ich das nehme, ich kann nicht in das Herz hineinschauen, das muss ich aber auch gar nicht, weil ich mir das anschaue, was passiert.
Ich schaue mir dieses Schickimickitum an, diese blöde Angeberei, dieses Geschwätz, dieses gehaltlose Gerede, was unsere Jugend prägt, aber auch die Älteren, wir sind ja nicht unbedingt bessere Vorbilder. Ich schaue mir an, wie Unaufrichtigkeit in der Schule, Abschreiben und sowas völlig normal ist, Diebstahl von Musik-CDs, ganz gängig, Unzucht, Drogen, Alkohol bei Geburtstagsfeiern bis zum Abwinken, Verführung Jüngerer zur Sünde durch die Älteren, Faulheit und so weiter. Das ist unsere Jugend.
Wisst ihr jetzt, warum ich mir das wünschen würde, dass alle, die hier sitzen und älter als 18 sind, regelmäßig beten und fasten für unsere Jugend? Jetzt wisst ihr es, das sind Gründe dafür. Und weil das in unserer Jugend ist, deswegen sage ich, wir werden sie verlieren. Wenn morgen Entrückung ist, wird nicht alles in der Jugend dabei sein, viele werden hierbleiben. Viele! Und Gott wird uns einmal fragen, ob uns das nicht klar war. Haben wir eine Ausrede, wenn wir das sehen, haben wir eine Ausrede vor Gott, wie wir bestehen können? Nein, haben wir nicht, weil es gibt an Jesus nichts herumzumäkeln.
Jesus sagt die Wahrheit, und dann fragt er in Vers 46: Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wir haben nichts gegen Jesus in der Hand, wir können nicht sagen, du bist auch ein Sünder, dir muss ich nicht vertrauen, wir können ihm nichts sagen. Vers 47: Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. Entschuldigt, das ist die Antwort darauf, warum du Predigten hörst und diese Predigten dein Leben nicht verändern. Das ist die Antwort, warum du in der Bibel liest und irgendwo die Bibel zuschlägst und niemand hat zu dir gesprochen. Das ist die Antwort, warum du in Gemeinschaft bist und an nichts anderes denkst, an irgendwelchen Blödsinn, aber nicht über Gott reden kannst. Weil du nicht zu Gott gehörst.
Und manchmal denke ich, wie gehen die selbstverständlich davon aus, dass alle hier irgendwie in den Himmel kommen. Nein, das werden sie nicht. In den Himmel kommen nur die, die wirklich echt sind. Und die Leute hier, nachdem sie das gehört haben, die werden erst anfangen zu sagen, du hast einen Dämon, das klappt nicht, flutsch, ja, dann werden sie sagen, du bist ein Lügner, das klappt auch nicht, flutsch, und wo alles nichts klappt. Na ja, am Ende habe ich noch die Steine, die werden schon funktionieren.
Schlussappell und Einladung zur Umkehr
Der Titel dieser Predigt war: „Das neunte Treffen, oder bist du wirklich bereit für die Wahrheit?“
Und jetzt zum Schluss möchte ich dich fragen: Bist du bereit für die Wahrheit, du ganz persönlich? Bist du an einem Punkt in deinem Leben angelangt, an dem du endlich ganze Sache machen möchtest mit Jesus?
Ich rede jetzt ganz bewusst sowohl zu denen, die nicht gläubig sind und gemerkt haben: An den Beschreibungen stimmt etwas. So eine Beziehung zu Jesus habe ich nicht. Ich schwimme mit, aber in meinem Herzen bin ich nicht wirklich dabei. Da fehlt noch etwas. Da gibt es einen letzten Vorbehalt, den ich habe.
Zu denen rede ich, aber ich rede auch zu den anderen, die sich über Jahre und Jahre hinweg mit Ausreden zufrieden geben, im Blick auf ihr eigenes geistliches Leben. Bist du echt? Bist du einer, der in seinem Wort bleibt und das lebt, was Jesus durch dich leben möchte? Das ist doch eine Chance, die uns verloren geht.
Weißt du vielleicht um ganz konkrete Dinge, die du schon lange aufgeben müsstest, oder Dinge, die du schon lange tun müsstest? Ich habe hier Dinge aufgeschrieben:
Wie ist das mit der stillen Zeit, die wir mit unseren Kindern machen? Wie ist das, habe ich noch Diebesgut, gebrannte CDs und solche Sachen, von denen ich mich schon lange hätte trennen müssen? Oder Musik-CDs, von denen ich weiß, dass sie irgendwie meine Andacht zerstören, wenn ich mir das Zeug reinziehe? Da gehe ich einfach geistlich vor die Hunde.
Oder wie ist das, regelmäßig mit meiner Frau zu beten und vielleicht auch in kritischen Situationen für meine Familie zu fasten? Oder wie ist das mit der Verantwortung, die ich übernehme, wenn ich in Schwierigkeiten bin? Bin ich jemand, der sich mit Menschen versöhnen muss, oder hege ich Groll und Bitterkeit in meinem Herzen? Muss ich vielleicht eine Sucht aufgeben, endlich mal ganze Sache machen?
Sollte ich fleißig arbeiten, statt faul zu sein, weil ich anderen nichts mitgeben kann, weil ich einer bin, der abhängig ist und ein schlechtes Zeugnis ist? Sollte ich wieder anfangen, die Bibel zu lesen, mir Gott persönlich zu suchen, ja, so wie ein Jünger hört? Sollte ich evangelistische Kontakte aufbauen, oder muss ich vielleicht auch, auch das ist ein Gebot Gottes, einfach mal Pause machen?
Ich weiß nicht, wo es in deinem Leben steckt, aber ich möchte dich fragen: Bist du bereit für die Wahrheit?
Und ich möchte jetzt die Gelegenheit geben, wirklich ins Licht zu treten, nicht länger davonzulaufen. Du kannst und du darfst jetzt mit Gott neu anfangen.
Vielleicht ist dir heute Morgen klar geworden, dass du kein Christ bist, dass dein Christsein, dein vorgespieltes Christsein, eine einzige Lebenslüge ist. Dass du irgendwann mal als kleines Kind vielleicht Ja zum Herrn Jesus gesagt hast, aber dass sich nichts, aber auch wirklich nichts dadurch verändert hat. Und seit der Zeit bist du mitgeschwommen im Gemeindestrom.
Vielleicht merkst du das: Ja, mein Leben ist eine Lüge. Ich bin nicht echt. Der da vorne hat etwas, was ich nicht habe. Und wenn das so ist, dann möchte ich dir sagen: Das ist nicht schlimm. Schlimm ist es nur, wenn du nicht siehst, was heute und jetzt Gott von dir will.
Jeder von euch mit seiner persönlichen Portion Selbstbetrug ist heute Morgen angesprochen.
Es gibt einen Ausweg, wenn wir ehrlich sind. Es gibt die Umkehr zu Gott, und es gibt die Rückkehr in eine ungetrübte Gemeinschaft.
Ich möchte, dass wir uns jetzt zwei Minuten Ruhe geben. In dieser Zeit können die, die nicht gläubig sind und mit Gott anfangen wollen, zu Gott beten und Gott darum bitten, dass er sie in sein Leben aufnimmt. Alles, was es dazu braucht, damit du gläubig wirst, ist Ehrlichkeit, nicht mehr.
Gott hat gesagt, dass jeder, der ihn suchen wird, ihn auch finden wird. Das ist eine Zusage. Und wenn du bereit bist, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand und mit deiner ganzen Kraft Gott zu lieben, dann ist das alles, was er will.
Gott will keine oberflächlichen Bekehrungen. Er will dein Herz, und er will das Ganze. Und wenn du sagst: Ich möchte heute mit Gott ganze Sache machen, ich möchte anfangen mit ihm, und ich weiß, was du beten sollst, ich habe dir auf den gelben Zettel auf die Rückseite ein Gebet geschrieben, bete das. Aber lass diese Zeit bitte nicht vorbeischreiten.
Wenn irgendetwas in deinem Herzen dich jetzt berührt und du denkst: Ja, ich müsste eigentlich jetzt ganze Sache machen mit Gott, dann tu es jetzt, einfach weil du nicht weißt, ob du morgen noch Zeit hast. Und wenn du sagst, bei mir ist es nicht ganz so krass, ich möchte nur mit Gott neu anfangen, dann tu das jetzt auch.
Ich werde dann nach einer Zeit der Stille im Gebet abschließen.
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