Serie•Teil 2 / 4Ich brauche Verstärkung
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein Blick auf die weltweite Arbeit und ein erschütternder Bericht aus der Ukraine
der Welt. Und wir haben in den letzten Jahren auch allerhand Taufen erleben dürfen, bei denen Menschen bezeugt haben, dass Jesus ihr Leben neu gemacht hat.
Aber wir sind über die Ortsgemeinde hinaus auch ein Missionswerk, das in vielen Ländern der Erde tätig ist, zum Beispiel in Brasilien und Argentinien, in Myanmar, in Afrika. Auch in Israel unterstützen wir Gemeinden und nicht zuletzt auch in Russland und in der Ukraine. Wir wissen, dass gerade dort durch den Krieg ein erheblicher Konflikt herrscht.
Was uns besonders bewegt hat, ist, dass vor gar nicht langer Zeit, vor drei oder vier Wochen, eine Familie in Sinelnikowo, einer Stadt in der Region Oblast Dnipropetrowsk, also nicht weit von der Front entfernt in der Zentralukraine, betroffen war. Es handelt sich um eine alleinerziehende Mutter, wie so häufig vom Ehemann verlassen, die mit ihrer Mutter lebte, also der Oma ihrer Kinder, und drei ihrer Kinder. Also fünf Personen eines Haushalts.
Diese Mutter hat nicht genügend Geld, um die Familie zu versorgen. Und da dürfen wir durch unsere Tochtergemeinde, die Arche in Sinelnikowo, über Lebensmittelpakete helfen. Unser Pastor Sascha war an einem Donnerstag in diesem Haus und besuchte diese Familie, um diese regelmäßigen Lebensmittelpakete abzugeben. Und alle waren zusammen. Auch die Oma, die eigentlich eher selten am Sonntag in den Gottesdienst kommt, war dort und versprach, am folgenden Sonntag mal wieder in den Gottesdienst zu kommen.
Aber das konnte sie nicht mehr, weil am Freitagmorgen um fünf Uhr eine russische Rakete in ihr Haus eingeschlagen ist. Die Oma ist gestorben, die Mutter ist gestorben, der zehnjährige Sohn ist gestorben und die 14-jährige Tochter ist auch verstorben. Sie hatte die Gemeinde regelmäßig besucht und auch im Teenagerkreis viele Freunde gefunden. Überlebt hat Wanja, acht Jahre alt, als Einziger, schwer verletzt.
Solche Geschichten erschüttern uns natürlich zutiefst. Unser Pastor Sascha vor Ort war bei der Beerdigung und hat die Beerdigung mit durchgeführt. Das war auch ein großes politisches Ereignis in der Kleinstadt Sinelnikowo. Aber wir sind Gott dankbar, dass wir, auch wenn es kleine Dinge sind, durch solche Lebensmittelhilfen und auch durch das Weitergeben des Evangeliums Hoffnung in die Welt bringen dürfen.
Das ist nur ein kurzer Bericht von vielen, vielen anderen. Wer Interesse hat, Holger hat es gestattet: Ich habe hier unser Monatsmagazin einmal mitgebracht, Die Taube aus der Arche. Darin sind Missionsberichte drin, es sind auch geistliche Artikel drin. In der aktuellen Ausgabe geht es etwas über die Himmelfahrt, die wir gestern gefeiert haben. Auch ein Artikel, interessant für alle Eltern unter uns.
Da geht es um ein gläubiges Elternhaus und welche Wirkung das auch auf die Kinder hat. Von dieser Wirkung sind wir uns vielleicht nicht immer mitten im Erziehungsstress bewusst. Eine Ermutigung für Eltern ist ebenfalls enthalten in der Taube. Ihr findet sie in dem Raum nebenan, wo auch der Büchertisch ist, an der Wand zum Fenster hin. Dort liegt ein ganzer Stapel. Wer möchte, kann sich diese Taube gerne mitnehmen.
Warum ein Mittler überhaupt nötig ist
Heute Morgen schauen wir uns Jesus an und wollen durch seine Mittlertätigkeit gestärkt werden. Der Ausgangstext steht im 1. Timotheus 2,5:
Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.
Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.
Vermittler kennen wir aus verschiedenen Bereichen des Lebens. Im Sport gibt es Spielervermittler. Die machen bekannterweise sehr viel Geld, wenn sie wieder einen erfolgreichen Vertrag unterzeichnet haben. Aus der Wirtschaft kennen wir Vermittler, Händler, Handelsvertreter. Sie bilden die Verbindung zwischen Industrie und Verbraucher.
Wir kennen aus der Rechtsprechung Vermittler. Ein Angeklagter zum Beispiel ist selten in der Lage, sich selbst vor Gericht zu verteidigen, weil er in der Rechtssache nicht so versiert ist. Die Texte des Gesetzes kennt er nicht, und auch die Anwendung bis ins Detail kennt er nicht. Deswegen braucht er einen Rechtsbeistand, einen Anwalt, der ihn vertritt und der die Verbindung herstellt zwischen ihm und dem Gericht.
Auch die Polizei vermittelt häufig in vielen Einsätzen, in Konfliktsituationen. Schlichtung ist erforderlich. Wir brauchen eine Vermittlung zwischen zwei sich verfeindeten Parteien. Auch auf politischer Ebene kennen wir Vermittler. Zum Beispiel hat die UNO immer wieder sogenannte Sondervermittler in Kriegsregionen dieser Welt. Wenn wir an den Syrien-Konflikt denken, an Libyen, das ist schon etwas her, aber auch jetzt aktuell laufen diplomatische Gespräche, um irgendwie zu versuchen, Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen.
Das war in der Geschichte unserer Welt schon immer so. König Christian IV. von Dänemark war ein ausgezeichneter Mittler. Er war 1637 bemüht, zwischen der schwedischen Vormachtstellung in der Ostsee und in Norddeutschland einen Krieg zu verhindern. Und so wurde er, der dänische König, von allen Seiten offiziell als Vermittler gerufen. Auch bei dem zukünftigen Westfälischen Friedenskongress in Münster stand er auf und hat vermittelt.
Die klassische Aufgabe eines Mittlers ist, zwischen zwei getrennten, voneinander entfremdeten Parteien so zu vermitteln, dass sie sich versöhnen und wieder Gemeinschaft miteinander haben. Der Friede soll wiederhergestellt werden.
Hier in unserem Text stellt uns Gott auch einen Mittler vor. Es heißt dort: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.
Punkt Nummer eins: Ein Mittler ist notwendig.
Wir haben hier also zunächst einmal zwei Parteien, die uns die Bibel vor Augen malt. Es ist zum einen Gott und es sind zum anderen die Menschen. Offensichtlich leben sie nicht in Harmonie und Eintracht miteinander, sonst wäre kein Mittler zwischen ihnen notwendig. Und hier haben wir das Grundproblem des Menschen: Er braucht einen Mittler.
Vielfach wird in der Welt vieles als Problem dargestellt, und in der Tat: Ungerechtigkeit ist ein Riesenproblem. Hunger in der Welt, persönliche, psychische, Beziehungsprobleme, finanzielle Probleme – all das wird von uns als großes Problem wahrgenommen. Aber die Bibel erklärt uns, dass es ein Grundproblem gibt, das diesen Problemen, die ich eben genannt habe, zugrunde liegt.
Die Menschen denken häufig, dass die Bibel ein Anleitungsbuch für alle Fälle des Lebens ist, wie man so sagt, ein Buch für die Lebensprobleme. Ja, natürlich will Gott uns helfen, gar keine Frage. Aber dann wird schnell gesagt: Hast du dieses Problem, dann schlage nach bei … Und so wird die Bibel häufig als ein Nachschlagewerk benutzt, weil man meint, Gottes Wort sei dazu gegeben, dass wir in erster Linie beschwerdefrei durchs Leben kommen, gesegnet mit Reichtum, mit Gesundheit, mit Wohlbefinden. Ohne Frage: Hat das Evangelium wunderbare Antworten auf die aktuellen Sorgen des Lebens? Absolut!
Denken wir zum Beispiel an die Gebote Gottes. Wenn die Zehn Gebote in unserer Gesellschaft mehr gelebt werden würden, dann wären schon viele alltägliche Lebensprobleme beseitigt. Aber solche Hilfe durch die Bibel ist nur ein Nebenprodukt, wenn ich es so sagen darf. Das Hauptthema der Heiligen Schrift ist das eigentliche Elend des Menschen, sein Urproblem, seine tiefste Not. Und die besteht darin, dass wir ein zerbrochenes Verhältnis haben, ein zerbrochenes Verhältnis zu unserem Schöpfer.
Die allgemeinen Tagesprobleme, unsere allgemeinen Befindlichkeiten, sind nur Symptome der wirklichen Krankheit des Menschen. Deswegen macht es nicht viel Sinn, an den Symptomen zu laborieren, aber nicht an die Ursache vorzustoßen, an die Kernbotschaft der Heiligen Schrift. Leider geschieht das heute vielfach.
Ich habe gestern gesagt, wir sprechen gestern Abend über die Grundlage, das Evangelium von Jesus Christus. Ich möchte weitergehen und sagen: Nein, es ist nicht allein die Grundlage. Es ist nicht nur ein Raum im Haus oder der Keller oder das Fundament, sondern das Evangelium ist das Haus selbst. Wir können nie weiterkommen als das Evangelium von Jesus Christus. Aber häufig versuchen wir es.
Ein Evangelist predigte einmal: Komm zu Jesus, dann bekommst du, was du brauchst, zum Beispiel einen Arbeitsplatz. Auch finanziell wird es dir besser gehen usw. Wir kennen diese Art von Predigt: Komm zu Jesus, und alles wird gut. Halleluja! Preiset ihr mehr? Natürlich, die Leute kommen.
Hinterher kam ein Millionär zu diesem Prediger und sagte: Warum soll ich zu Jesus kommen? Was Sie angeboten haben, habe ich auch ohne Jesus. Der Evangelist antwortete: Guter Mann, auch Sie brauchen Jesus, denn wenn Sie auch Jesus hätten, würde es Ihnen noch besser gehen. Mit anderen Worten: Hast du zehn Millionen, komme zu Jesus, dann kriegst du zwanzig Millionen.
Ist das die Botschaft der Bibel? Nein, das ist nicht das Wesen der Heiligen Schrift. Es gibt keinen Zweifel, dass das Evangelium und dass Jesus unsere menschlichen Probleme kennt, absolut. Aber die Bibel führt alles menschliche Leid nicht auf gesellschaftliche Irrtümer und Fehler zurück, sondern auf das Grundübel des Menschen, nämlich seine Sünde gegenüber Gott.
Aus seiner Rebellion gegen seinen Schöpfer, aus seiner fortgesetzten Sünde gegen den Herrn ist das ganze menschliche Elend erwachsen. Die klare, unübersehbare Botschaft der Bibel ist, dass es ohne Beseitigung des Grundübels keine Heilung der sich daraus ableitenden Nöte gibt. Das ist die Kerndiagnose der Bibel.
Und je länger der Mensch dieser Erkenntnis widersteht, desto sicherer wird sein Ruin, der gesellschaftliche Niedergang, die Dekadenz sein. Denn Sprüche 14,34: Die Sünde ist der Leute Verderben.
Wir stehen also im Krieg mit Gott, der Kontakt zu ihm, die Kommunikation ist unterbrochen. Wie kann sie wiederhergestellt werden? Wie kann Mensch und Gott versöhnt werden? Wie kann ein Sünder vor einem heiligen Gott treten? Er braucht einen Mittler, einen Stellvertreter, der unsere Sache vor den lebendigen Gott bringt.
Nun, auch hier ist der Mensch sehr erfindungsreich und versucht, eine Abkürzung zu nehmen. Das ist auch in der Wirtschaft häufig der Fall, das nennt man dann Direktvertrieb. Da ist dann also der Vertreter ausgespart und die Industrie versucht es selbst. Dies mag im Geschäftsleben einigermaßen funktionieren, aber nicht bei Gott. Ohne einen Mittler sollten wir erst gar nicht versuchen, vor ihm zu erscheinen, denn wir können es auch gar nicht.
Warum nicht? Weil Gott heilig ist. Ohne Fehl. Er ist so rein, dass er Sünde vor sich nicht bestehen lassen kann und den Sünder vertilgt. Er ist, wie ein Kinderbuch es so schön ausdrückt, der König ohne Schatten. Warum hat er keinen Schatten? Weil es kein Licht außerhalb von ihm gibt, das heller leuchtet als er. Er ist zu heilig, zu rein, zu hell, als dass wir vor ihm als unseren Richter treten könnten.
Der Psalmist sagt in Psalm 24,3: Wer darf zum Berg des Herrn hinaufgehen, und wer darf an seiner heiligen Stätte vor ihm stehen? Jeder, dessen Herz und Hände frei von Schuld sind.
Dann sagen wir: Okay, prüfen wir uns. Sind wir ehrlich? Trifft das auf uns zu? Meine Hand ist nicht frei von Schuld, und mein Herz ist nicht frei von Übel. Also kann ich nicht zum Berg des Herrn in seine Gegenwart treten.
Wenn aber unsere Herzen und Hände nicht frei von Schuld sind, wie können wir dann mit Gott versöhnt werden? Wir brauchen einen Mittler, einen Mittler, dessen Herz und Hände frei von Schuld sind.
Wer Christus ist und was er für uns getan hat
Wer ist dieser Mittler? Punkt zwei: Jesus Christus. Der einzige Mittler. Noch einmal unser Vers: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für uns alle gegeben hat.
Ein Mittler ist also jemand, der zwei Parteien zusammenbringt, die nicht miteinander kommunizieren und voneinander entfremdet sind. Das bedeutet: Dieser Mittler muss zu beiden Seiten Verbindung haben. Er muss sich mit beiden Seiten identifizieren und die Interessen beider Seiten vertreten. Das ist sehr wichtig, sonst ist es kein richtiger Mittler. Es nützt kein Mittler, der nur mit einer Partei Kontakt hat.
Und diese Mittlertätigkeit kann nur Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, ausführen. Weil er Gott war, führte er auf Erden ein reines und heiliges Leben für uns. Er erfüllte alle Forderungen des Gesetzes Gottes und damit alle Gerechtigkeit. Weil er auf Erden Gott war, war er ohne Sünde. Gottes Interessen mussten dringend gewahrt werden. Wenn Christus auch gesündigt hätte und Verschmutzung in sein Leben und in das Leben anderer gebracht hätte, hätte er nicht mehr die Seite Gottes vertreten können. Aber er blieb rein und ohne Schuld.
Zugleich war er aber auch ganz und gar Mensch. So konnte er sich mit unseren Nöten und Leiden, aber auch mit unseren Anfechtungen und Versuchungen identifizieren. Mehr noch: Er übernahm unsere Übertretungen auf sich und identifizierte sich so sehr als unser Mittler mit unseren Sünden, dass er sie auf sich nahm und an unserer Stelle am Kreuz von Golgatha die gerechte und notwendige Strafe erduldete. Das wiederum konnte er nur als absolut hundertprozentiger Mensch tun, sonst hätte er uns nicht als Menschen vertreten können. Er ist wahrer Gott, um Gottes Seite zu vertreten, und er ist wahrer Mensch, um unsere menschliche Seite zu vertreten. Solch einen Mittler hat Gott uns geschenkt. Halleluja, was für eine Gnade!
Jesus Christus hat die Versöhnung zwischen den Menschen und zwischen Gott herbeigeführt. Römer 5,11: Wir rühmen uns Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir die Versöhnung empfangen haben. Es gibt also nur einen Mittler, nämlich Jesus Christus, und er allein kann unserer Not Abhilfe schaffen. Um das zu tun, musste er einen furchtbaren Preis bezahlen.
Es gibt eine Geschichte, die ich gefunden habe, die ich erst fast gar nicht glauben wollte. Aber ich habe gegoogelt, und Mr Google hat gesagt, es stimmt. Ich kam tatsächlich auf eine Zeitung, die diesen Bericht veröffentlicht hat, einen Zeitungsartikel, der das am 21. Januar 1920 berichtet hat. Hört mal zu:
Damals wollte der britische König George V. eine Rede halten, und die Radiotechnik war damals ganz neu auf dem Markt oder relativ neu. Die Sendung oder die Rede sollte auch aus Großbritannien in die Vereinigten Staaten übertragen werden. Als die Sendung begann, brach ein Kabel in der Radiostation in New York. Und mehr als eine Million Zuhörer konnten die Stimme des Königs George V. nicht hören. Den Mitarbeitern, die natürlich nervös wurden, war klar: Wenn jetzt hier nicht bald etwas passiert, dann ist die Rede hier bei uns nicht mehr empfangbar.
Der junge Techniker Harold Vivian nahm kurzerhand die beiden Enden des getrennten Kabels und ließ zweihundertfünfzig Volt Elektrizität durch seinen Körper fließen. Er war der Vermittler zwischen dem König und dem Volk. Diese fast unglaubliche Geschichte wurde nicht von mir, sondern von einem Pastor auf Wahrheitsgehalt geprüft. Er stieß dabei, und ich habe es dann gegoogelt, auf einen Zeitungsartikel vom 21. Januar 1920 in der Huntsville Daily Times. Darin ist Folgendes zu lesen:
Seine Arme zuckten. Aufgrund des Elektroschocks, ich sehe schon, eure Haare stehen schon zu Berge, seine Arme zuckten aufgrund der Elektroschocks, als Harold Vivian, ein junger Radioingenieur, buchstäblich zwei Kabelenden mit seinem Körper verband. Er wurde so Teil einer riesigen Schaltung und machte es möglich, dass 59 nordamerikanische Radiostationen die Rede von König George hören konnten. Vivian ergriff die Kabelenden mit seinen Händen, um die Verbindung wiederherzustellen. Kriechstrom war es also, es war jetzt nicht volle Ladung, der durch seinen Körper in den Boden floss, so dass seine Arme krampften. Aber er hielt zwanzig Minuten durch, bis eine neue Kabelverbindung eingerichtet werden konnte.
Ich habe jetzt heute keinen Versuchsaufbau dabei, um das mal zu demonstrieren, aber ich glaube, wir können uns das lebhaft vorstellen. Zwanzig Minuten! Niemand von uns möchte gerne mit diesem Radioingenieur tauschen. Das ist, ihr Lieben, in der Tat ein sehr schwacher Vergleich zu dem, was unser Herr Jesus Christus an Mittlertätigkeit für uns aufgenommen hat. Am Kreuz reparierte er das zerbrochene Kabel, die Verbindung zwischen unserem Vater im Himmel und uns. Um dies zu tun, erduldete er nicht einen vergleichsweise milden Elektroschock, sondern eine schreckliche Kreuzigung.
Unser Text sagt: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat. Am Kreuz starb der Unschuldige stellvertretend für Sünder, die an ihn glauben. Und als er das tat, wurde die Sünde derer, die ihr Vertrauen auf ihn setzen, auf ihn gelegt. In dem Moment, als er diese Verbindung dabei war wiederherzustellen, unterbrach eine andere Verbindung, die ihn Zeit seines Lebens getragen hatte. Er rief vom Kreuz herab: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Und dieses Verlassensein, die Höchststrafe für ihn, erduldete er für dich, um die Verbindung von dir zu Gott wiederherzustellen. Ihn traf dort die gerechte Strafe Gottes, der heilige Zorn. Und während er diese Verbindung herstellte, war er verlassen. Er nahm am Kreuz auf der einen Seite die Hand des heiligen Gottes, mit dem wir im Krieg stehen, und auf der anderen Seite die Hand von schuldigen Sündern, und er brachte beide zusammen. Preis dem Herrn!
Wir wurden Römer 5,10 mit Gott versöhnt durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren. Kolosser 1,21: Auch euch, die ihr einst entfremdet und feindlich gesinnt wart in den bösen Werken, hat er jetzt versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht.
Der Preis war äußerst hoch, höher als der, den der Radioingenieur zahlte. Er gab sein Leben selbst als Lösegeld für uns.
Vorbilder aus dem Alten und Neuen Testament
Solche Mittlertätigkeiten begegnen uns in der Bibel immer wieder. Jesus ist der große Mittler, aber es gibt viele Vorschatten auf seine Mittlertätigkeit.
Denken wir zum Beispiel an Mose, als er auf dem Berg Sinai war und die Gebote Gottes empfing. Unten geriet das Volk außer Rand und Band. Sie schufen sich selbst ein goldenes Kalb, tanzten darum und sagten: Dieses Kalb war es, das uns aus Ägypten geführt hat.
Mose kam herunter und war zornig. Und er wandte sich an Gott und betete: Ach, sagt er, das Volk hat eine große Sünde begangen, dass sie sich goldene Götter gemacht haben. Und nun vergib ihnen doch ihre Sünde. Wenn aber nicht, so tilge mich aus dem Buch, das du geschrieben hast.
Er war ein Vorschatten auf Christus. Er war bereit, sich aus dem Buch der Lebenden streichen zu lassen, damit das Volk Rettung findet.
Auch Esther, Königin Esther, wusste, was für Kosten mit einer Mittlertätigkeit verbunden sind. Als sie zu dem König hineinging, um für Israel einzutreten, sagte sie Folgendes: So geh hin und versammle alle Juden, die in Susan anwesend sind, und fastet für mich drei Tage lang bei Tag und Nacht, esst und trinkt nicht. Auch ich will mit meinen Mägden so fasten, und dann will ich zum König hineingehen, obgleich es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um.
Eine Vermittlertätigkeit der Königin Esther.
Paulus kannte die Last eines Mittlers, als er sagte: Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch.
Es sind enorme Kosten für eine Vermittlertätigkeit. Aber kein menschlicher Mittler, egal wie aufopferungsvoll er auch ist, kommt an die riesigen Kosten heran, die notwendig waren, um Gott und Mensch zu versöhnen. Es konnte nur einer: Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch.
Einladung zum Vertrauen und zum Gebet
Heute Morgen dürfen wir Kraft empfangen durch diese Botschaft. Wir wissen: Jesus hat sich um das grösste Problem unseres Lebens angenommen. Er hat für uns unsere Schuld getragen, damit wir mit Gott versöhnt werden.
Die Frage ist zweierlei: Erstens, sind wir dankbar dafür? Und zweitens: Sind wir auch in diese Runde hineingestellt? Hast du diesen Mittler?
Viele Menschen, bei vielen Menschen, klingeln die Alarmglocken, wenn sie etwas von Mittlertätigkeit hören. Da kommt gleich die Frage nach der Provision: Was kriegt er denn? Was muss ich zahlen an den Handelsvertreter, der mir eine Versicherung verkauft? Wie viel kriegen Sie denn?
Das Unglaubliche ist bei Jesus: Dieser Vermittler verlangt kein Geld. Womit sollten wir zahlen? Haben wir genug zu zahlen? Nein, wir haben nichts. Er verlangt kein Geld, er verlangt kein Werk. Er verlangt keine Leistung. Alles, was wir tun müssen, ist glauben, für wahr halten, dass er alles bezahlt hat.
Und natürlich müssen wir anerkennen, dass wir ihn brauchen, dass wir ohne ihn weiterhin im Krieg mit Gott sind. Und so dürfen wir zu ihm kommen, ihm unsere Schuld bekennen, uns ihm anvertrauen, seinen Namen anrufen, unsere Sünden bekennen und glauben, dass er unser einziger Mittler ist. So erfahren wir Versöhnung mit Gott.
Johannes schreibt: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden.
Heute Morgen wollen wir uns neu auf ihn verlassen. Wir wollen Stärkung empfangen durch sein vollbrachtes Werk auf Golgatha. Mit unserer Schuld und Schande dürfen wir zu ihm kommen, mit unserem Versagen, und sagen: Herr, ich brauche dich. Und ich danke dir, dass du für mich bist, dass du mich erlöst hast. Ich will Kraft empfangen für mein tägliches Leben, privat und beruflich, weil ich weiss: Jesus ist da. Er trägt, er hilft. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus.
Lasst uns heute wieder neu an ihn glauben und ihn preisen. Amen.
Ich bete nochmals: Ja, Herr Jesus, wir danken dir. Ich danke dir, dass du auch für meine Schuld gestorben bist, dass ich dich als meinen Mittler wissen darf, der mich mit Gott versöhnt. Wir preisen dich, dass du dich nicht geschont hast, nicht den Weg abgekürzt hast, nicht eine Legion Engel gerufen hast, die dich vom Kreuz nahm. Nein, du hast den Kelch des Zornes Gottes bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken, um uns mit Gott zu versöhnen.
Ich bitte dich, dass wir das immer wieder neu erfassen, dass unsere Herzen davon erfüllt sind, nicht nur an diesem Wochenende, sondern täglich, im Alltag. Dass wir Kraft beziehen aus diesem Wissen und der Gewissheit, dass wir dich haben als unseren Mittler, Herrn und Erlöser. Dein Name sei gelobt. Amen.

