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Wofür FASTEN Christen? (Passionszeit & Aschermittwoch)

13.02.2021

Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit.

Was hat es mit dieser Fastenzeit auf sich? Warum fasten wir eigentlich? Und wie stellst du das am klügsten an?

Am Ende des Videos gibt es eine lustige Anekdote und einige richtig gute Tipps für deine Willensstärke – auch unabhängig von der Fastenzeit.

Bedeutung und Ursprung der Fastenzeit

Also zuerst zur Fastenzeit an sich: Für uns Christen gibt es weltweit immer wieder Tage und Zeiten, in denen wir bewusst auf bestimmte Dinge verzichten. Am bekanntesten ist dabei der Karfreitag. Aber auch die Adventszeit war über Jahrhunderte in der Christenheit eine Zeit der Buße und des bewussten Verzichts. Zugleich diente sie dazu, näher zu Gott zu kommen.

Wenn wir heute von der Fastenzeit sprechen, meinen wir meistens die sogenannte Passionszeit. Unsere katholischen Freunde nennen sie manchmal auch die österliche Bußzeit – das ist dasselbe. Diese Zeit umfasst die vierzig Tage vor Ostern und beginnt am Aschermittwoch. Ostern ist für uns Christen der mit Abstand wichtigste Tag im Jahr. Denn an diesem Tag feiern wir, dass Jesus tatsächlich auferstanden ist und dass sein Grab wirklich leer war. Das ist nicht nur symbolisch gemeint, sondern eine ganz zentrale Tatsache. Ohne die wirkliche, körperliche Auferstehung Jesu in Raum und Zeit gäbe es kein Christentum.

Wer mehr über diesen Zusammenhang wissen möchte, kann sich mein neues Buch dazu anschauen. Dort gehe ich genauer darauf ein. Weil das so wichtig für jeden Einzelnen von uns ist, brauchen wir diese Zeit der gedanklichen, mentalen und spirituellen Vorbereitung.

40 Tage – oder allgemein 40 Zeiteinheiten – sind ein sehr häufiges Motiv in der Bibel. Sie stehen für Prüfung und Probe. Du kannst zum Beispiel an die 40 Tage der Sintflut denken, während der Noah auf der Arche war. Oder an die 40 Tage, die Mose auf dem Berg Sinai verbrachte, bevor er die heiligen Gesetze Gottes, die zehn Gebote, empfing.

Auch die Israeliten wanderten 40 Jahre durch die Wüste, bevor sie ins gelobte Land einziehen durften. Und Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, um sich auf seinen Einsatz vorzubereiten – darauf kommen wir gleich noch zurück.

In der Bibel folgt häufig nach 40 Zeiteinheiten des Abwägens, Prüfens, Entscheidens und Vorbereitens etwas Neues: ein neuer Lebensabschnitt, eine neue Aufgabe. Dann beginnt die eigentliche Handlung erst richtig, und es geht richtig los. Das braucht Vorbereitung – und deshalb gibt es diese 40 Tage vor Ostern, dem wichtigsten Tag des Jahres.

Die wahre Bedeutung des Fastens

Zweitens, was ganz häufig falsch verstanden wird, ist die Frage: Warum fasten wir eigentlich?

Bevor wir uns das anschauen, möchte ich kurz darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass solche christlichen Videos auf Social Media nicht verborgen bleiben. Wenn du gerade auf Instagram bist, dann doppeltippe doch mal rasch auf dein Handy. Auf YouTube möchte ich allen Leuten danken, die jede Woche hier die Glocke drücken. Das ist so ein technisches Ding, das maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass dieses Video dir angezeigt wird. Vielen Dank!

Also, warum fasten wir? Wir Christen fasten nicht, um Gott zufriedenstellen zu wollen oder Ähnliches. Fasten ist auch keine religiöse Pflicht. Vierzig Tage lang zu fasten wird nirgendwo von Jesus als Gebot gegeben, und es gibt keinen belastbaren Hinweis darauf, dass die Apostel das den ersten Christen vorgeschrieben haben. Es ist also nichts, das du tun musst.

Jemand, der fastet, hat keinen Vorsprung in heilsrelevanten Dingen, also in Bezug auf deine Rettung oder Erlösung, gegenüber jemandem, der nicht fastet. Und solltest du nicht fasten, wird dir am Tag des Jüngsten Gerichts nichts fehlen im Gegensatz zu jemandem, der gefastet hat. Das heißt, du kannst Christin oder Christ sein, ohne zu fasten – ganz entspannt, alles gut.

Auch wenn in deiner Bibel das Verb „fasten“ steht, steht im altgriechischen Urtext das Verb „nestojo“. Das kann einerseits bedeuten, für eine bestimmte Zeit gar nicht zu essen. Es kann aber auch bedeuten, auf bestimmte Sachen zu verzichten oder einfach weniger zu essen.

Jetzt denkst du vielleicht: Hä, was denn jetzt? Viel essen, gar nicht essen, wenig essen – wie ist das denn nun? Die Antwort darauf ist, dass es sich dabei offenbar nicht um die Menge des Essens dreht, sondern um etwas ganz anderes.

Weißt du, ich faste schon seit ich Christ bin, also über zehn Jahre. Jedes Jahr, wenn ich gefastet habe, war ich so froh und dankbar, dass ich es gemacht habe. Und jedes Jahr, in dem ich nicht gefastet habe, habe ich es total bereut, weil mir richtig etwas gefehlt hat.

Fasten bedeutet, in deinem Alltag auf etwas zu verzichten, das dir wichtig ist. Es bedeutet, dich bewusst einzuschränken und freiwillig in die Entsagung hineinzugehen. Es bedeutet – und jetzt werde ich bestimmt Kritik bekommen – ein Opfer zu bringen. Ja, noch mal: Verstehe mich richtig. Nicht, damit Gott happy wäre und nicht, weil Gott das von dir verlangen würde. Das tut der biblische Gott nicht, sondern es ist für dich selbst.

Weißt du, Corona seit letztem Jahr zeigt, wie sehr wir Dinge als selbstverständlich hinnehmen, die es überhaupt nicht sind. Und wie sehr wir immer wieder drohen, selbstgefällig oder sogar undankbar zu werden. Darüber hatte ich im vorletzten Buch geschrieben und ich hatte Zuspruch von vielen Leuten hier bekommen.

Wir als Gesellschaft sind es nicht mehr gewohnt, Opfer zu bringen. Wir sind es nicht mehr gewohnt, auf etwas willentlich zu verzichten, um etwas Besseres zu erlangen. Und das fällt uns an so vielen Stellen auf die Füße.

Überhaupt sind wir, denke ich, ungeübt im freiwilligen Verzicht – freiwilligen Verzicht. Und darum geht es. Fasten bedeutet, freiwillig auf etwas zu verzichten, auf das du verzichten kannst, aber nicht willst. Und noch mal: Das ist ein Riesenunterschied.

Du und ich, wir können beide ein Lied davon singen, wie es ist, unfreiwillig auf Sachen zu verzichten. Ich glaube, das kennt jeder. Aber hier geht es darum, freiwillig in die Entsagung hineinzugehen. Hier geht es darum, freiwillig auf etwas zu verzichten, was du nicht willst. Hier geht es darum, freiwillig, ohne dass du es musst, Dinge zu tun, die du nicht willst.

Und dabei geht es auch nicht zwangsläufig um ein Weg-von. Es geht nicht hauptsächlich um ein Weg-von Süßigkeiten, oder Weg-von Nachrichten lesen, oder Weg-von sexueller Aktivität, oder Weg-von Alkohol trinken. Auch wenn sehr viele hier in der Community diese Dinge fasten werden – und das ist super, das ist total cool.

Sondern bei Fasten insgesamt geht es um ein Hinzu. Es geht hin zu Selbstdisziplin, wie es im Neuen Testament heißt. Gott ist ein Gott der Selbstdisziplin. Es geht um ein Hinzu zu Jesus, um ein Weg-von Dingen, die dich von ihm ablenken.

Das heißt, es geht einerseits ganz pragmatisch darum, ein bisschen Zeit zu sparen im Alltag. Andererseits geht es auch darum, den Kopf freier zu haben und bewusster mit Jesus unterwegs zu sein.

Es geht gar nicht so sehr um die Dinge, auf die du verzichtest, sondern um das, was es dir ermöglicht. Ja, heute sagt man auf Neudeutsch „Headspace“ – und da ist was dran.

Und es geht um Selbstdisziplin, um deine Charakterstärke. Deshalb heißt es in einer Bibelstelle, dass du Fasten nicht als Mittel zum Zweck sehen sollst, um abzunehmen oder deinen Lifestyle zu optimieren, sondern es geht um deine Beziehung zu Jesus.

Praktische Tipps zum Fasten und persönliche Erfahrungen

Und das bringt uns zur letzten Frage: Wie fastest du eigentlich? Dazu gleich eine lustige Anekdote, aber zuerst das Wichtigste: Was immer du dir vornimmst, zieh es durch!

Es geht weniger darum, dass das Fasten super kompliziert oder mega aufwendig sein muss. Das ist gar nicht der Punkt. Vielmehr geht es hauptsächlich darum, dass du es durchziehst. Ja, wie Jesus sagt: Wer in Kleinigkeiten treu ist, dem kann auch viel anvertraut werden.

Deshalb, egal was du dir vornimmst, zieh es vierzig Tage lang durch – komme, was wolle. Keine Ausnahmen, auch nicht sonntags. Egal, ob es regnet, die Sonne scheint oder du dich nicht danach fühlst. Fasten darf nervig sein, und das ist auch okay.

Weißt du, es fällt niemandem schwer, etwas Falsches zu tun. Hast du schon mal Menschen getroffen, die darüber klagen, wie schwer es ist, das Falsche zu tun? Aber richtige und gute Dinge zu tun – das fällt uns häufig schwer.

Und du darfst das Fasten spüren. Das ist, denke ich, ein Teil des Sinns dahinter. So verstehe ich nämlich einige der frühen Kirchenväter und Wüstenväter, wenn sie über das Thema Fasten sprechen.

Falls du dir gerade nicht viel Fasten zutraust, dann nimm irgendetwas Kleines, das einfach ist, worauf du verzichten kannst und das dich täglich daran erinnert, dass du gerade darauf verzichtest. Hauptsache, du ziehst es durch.

Und gerade wenn es etwas gibt, worüber du schon seit dem Anfang unserer Unterhaltung hier grübelst, ob du das fasten solltest – dieses Grübeln könnte genau das Zeichen und die Bestätigung dafür sein, dass ausgerechnet das das Richtige ist, worauf du fasten solltest.

Ich persönlich habe schon viele Dinge gefastet. Bis auf einmal, als ich drei Tage lang nichts gegessen und zwei Tage nichts getrunken habe – das war einfach eine medizinisch dumme Idee – habe ich das nie bereut.

Aber nun zu einer lustigen Anekdote: Letztes Jahr hatte ich unter anderem Nachrichten gefastet, also keinerlei Nachrichten im Sinne von News gelesen. Ich hatte auf den Browsern Nachrichtenseiten geblockt und mit dem Fasten drei Wochen früher angefangen. Das war Mitte Januar das letzte Mal, dass ich Nachrichten gelesen hatte.

Jetzt kannst du mal überlegen, was im Januar, Februar und März 2020 passiert ist. Ich erinnere mich, wie einer aus unserem Hauskreis – vielleicht weißt du es noch – in der Gebetsrunde erwähnt hat, dass wir für Grenzschließungen in Asien beten sollten. Das haben wir dann auch gemacht, aber ich wusste gar nicht so richtig, worum es ging.

Das ist mir jetzt peinlich: Ich hatte von Corona damals überhaupt nichts mitbekommen, wirklich gar nichts. Erst ein bis zwei Tage vor dem Lockdown, als wir in einem Meeting saßen, wurde plötzlich im Live-Ticker durchgegeben, dass jetzt alle nach Hause müssen, die Schulen geschlossen werden usw.

Ich habe natürlich versucht, cool zu tun, aber ich hatte praktisch überhaupt keine Ahnung, worum es ging. Erst auf dem Nachhauseweg habe ich mit Freunden telefoniert, die nur meinten: „Mann, Markus!“ Zu Hause habe ich dann erst mal auf Wikipedia alles nachvollzogen, was gerade abging.

Man kann es mit dem Fasten also auch übertreiben – rückblickend betrachtet war das nicht so klug.

Um dir ein paar Ideen zu geben, was Leute hier in der Community fasten: Ich habe auf Instagram eine Umfrage gemacht. Dort habt ihr unter anderem geantwortet mit Fleisch, Alkohol, Rauchen, Kaffee, Enthaltsamkeit – also nicht Enthaltsamkeit fasten, sondern das Gegenteil –, Fernsehen, Filme, Süßigkeiten und Snacks wie Chips.

Eine Person war nicht auf Instagram, will aber Erdnussflips fasten – du weißt, wer du bist. Und natürlich YouTube, soziale Medien und Nachrichten.

Einige haben auch gefragt, was ich faste. Das würde ich dir ja persönlich auch erzählen, kein Problem. Aber Jesus hat gesagt, wir sollen das nicht vor uns hertragen. Deshalb will ich das zumindest nicht in einem Video verewigen.

Nur so viel: Ich werde diese vierzig Tage nutzen, um ein paar Dinge in meinem Leben aufzuräumen. Dann werde ich darauf verzichten, was mir sonst den Alltag zwar verschönert, mich aber auch irgendwie ablenkt und zerstreut.

Schließlich werde ich meine tägliche Bibelleseroutine nochmal intensivieren. Ich glaube, das ist etwas sehr Gutes, und ich freue mich schon darauf.

Vielleicht ist das jetzt bei dir schon im Hinterkopf und du überlegst, ob du einfach mal mitmachen solltest. Mach es einfach.

Willensstärke und praktische Unterstützung für den Alltag

Und was wäre gut für dich? Vor allem: Wie sollst du das durchhalten?

Viele kennen ja meine Geschichte. Ich habe im Leben mit vielen Baustellen lange gestruggelt und viele Fehler gemacht. Darüber habe ich öffentlich gesprochen und geschrieben, was vielen Leuten hier geholfen hat. Dabei habe ich zwei Dinge gelernt.

Zum einen habe ich gelernt, ein bisschen weniger bescheuerte Alltagsentscheidungen zu treffen. Zum anderen habe ich ein bisschen mehr Willensstärke entwickelt. Leider nicht in allen Lebensbereichen, aber in manchen, um gute Entscheidungen auch umzusetzen.

Welche Bibelstellen mir dabei geholfen haben und wie du das in deinem Alltag einbauen kannst, habe ich in einer kurzen und knackigen Online-Challenge zusammengefasst. Den Link findest du in der Videobeschreibung. Du kannst dich einfach anmelden – es ist gratis.

Dank der Unterstützung der Spender-Community kann ich das alles verschenken, damit mehr Leute von solchen Inhalten erfahren. Das würde mich freuen. Hol es dir einfach gratis, indem du auf den Link unten in der Videobeschreibung klickst.

Einladung zum Austausch und Abschluss

Was denkst du über all das? Was könnte man fasten, und worauf sollten wir Christen dabei achten? Schreib deine Gedanken gerne in die Kommentare. Dieses Video ist nämlich auch aus Kommentaren von dir und anderen entstanden.

In jedem Fall schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Nachfolgeleben – um Nachfolge besser zu verstehen und auch zu verteidigen. Mach dich hashtag Liebefit!

Dazu lade ich dich ein, jetzt die Glocke zu drücken. Damit bekommt Social Media ein Signal, dass solche Inhalte hier tatsächlich angeschaut werden und nicht verborgen bleiben.

Vielen Dank dafür! Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.