Einführung in das Thema und Ziel der Predigt
Feuer und Schwefel, die vom Himmel fallen. Männer, die in deine Stadt kommen und dir sagen, dass Gott morgen alles vernichten wird. Eine Frau, die zur Salzsäule erstarrt – und all das passiert wirklich. Was hat das mit dir oder mir zu tun? Das schauen wir uns jetzt genauer an.
Um Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit. Schön, dass du eingeschaltet hast. Heute geht es auf der Tonspur weiter. Wir hören uns nämlich gleich eine Predigt an, die ich kurz vor Corona gehalten habe, zur Zerstörung von Sodom.
Wir tauchen ganz tief in diesen Text ein: Was genau steht dort im Urtext? Was bedeutet das? Was ist der heftige Hintergrund dieses Berichts? Und was hat das alles mit dir zu tun?
Damit du danach selbst so etwas machen und deine Bibel so lebendig lesen kannst, wie Gott sie für dich geschrieben hat, habe ich am Ende dieses Videos noch ein sehr starkes Tool für dich. Anschließend beenden wir das Video mit dem schlechten Witz der Woche.
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Deswegen vielen Dank, und damit starten wir jetzt direkt in die Tonspur der Predigt.
Kontext und Aufbau der Predigt
Liebe Leute,
ich werde von euch immer wieder nach schwierigen Bibelstellen gefragt – sei es nach den Gottesdiensten, in E-Mails oder wenn wir hier Segensgebete oder Ähnliches machen. Dann heißt es oft: „Kannst du mir mal diese oder jene Stelle erklären? Die habe ich gelesen, und sie erscheint mir total abstrus.“
Eine Frage, die in den letzten zwei Quartalen mehrfach gestellt wurde, betrifft den Zusammenhang zwischen Genesis 18 und Genesis 20. Es geht also um die Geschichte, in der Abraham mit Gott feilscht, bis hin zur Zerstörung von Sodom und Gomorra. Am Ende bekommen Abraham und Sarah ja noch ein Kind, Isaak.
Das sind drei ganz große und wichtige Themenbereiche. Ich dachte mir, wenn wir das schon behandeln, dann nehmen wir das schwierigste Thema von allen – nämlich Sodom und Gomorra. Das machen wir heute Abend. Deshalb wollen wir darüber sprechen.
Das Ganze gliedert sich in drei Teile:
Zum einen möchte ich kurz den Hintergrund der Geschichte von Sodom und Gomorra erklären, damit wir sie besser einordnen können. Die Geschichte ist schon sehr außergewöhnlich. Wenn man sie zum ersten Mal liest, bekommt man schnell einen Schreck.
Dann wollen wir die Geschichte gemeinsam lesen und zu jedem Vers kurz erläutern, was damit gemeint ist und was im hebräischen Text eigentlich steht. Das wird natürlich in Zeitraffer geschehen.
Der dritte Punkt ist, dass wir ein Fazit ziehen wollen: Was bedeutet das jetzt für uns? Was können wir daraus mitnehmen? Was macht uns nachdenklich, was überrascht uns, und was nehmen wir mit in die nächste Woche?
Die Bedeutung der Erwartung des Endes in der frühen Christenheit
Zum Hintergrund
Liebe Leute, das Ende ist nahe, das Ende ist nahe – das war ein Glaubenssatz, den die ersten Christen, die erste Christenheit ganz tief in sich verankert hatten. Für sie war das das Selbstverständlichste der Welt. Wenn man die Thessalonicherbriefe oder auch den Philipperbrief liest, erkennt man, dass es für die ersten zwei bis drei Christengenerationen völlig selbstverständlich war, sich solche Fragen zu stellen: Sollten sie sich überhaupt noch verloben? Sollte man noch Hausaufgaben machen? Sollte man überhaupt noch für Prüfungen lernen? Denn der Herr könnte ja wiederkommen, und vielleicht lohnte sich das alles gar nicht mehr.
Das war für sie so konkret, so drastisch und so greifbar.
Ich habe das Gefühl, dass wir demgegenüber sehr abgestumpft sind. Es heißt ja häufig, man müsse etwas nur oft genug und laut genug wiederholen, damit es als Wahrheit gilt. Ich denke, das stimmt nicht. Im Gegenteil: Ich glaube, wir ignorieren es einfach. Das ist so ähnlich wie die AGBs bei einer Software – die liest kaum jemand durch. Oder diese Hinweise auf Websites, dass Cookies verwendet werden. Man klickt einfach drauf und macht weiter, ohne sich wirklich dafür zu interessieren.
Ähnlich ist es auch mit apokalyptischen Themen. Wir sind medial abgestumpft. Doch das Ende ist nahe. Ständig sind apokalyptische Texte und Filme um uns herum: Harry Potter, die Avengers, die Terminator-Reihe, Twenty Eight Days Later – all diese Filme, die unsere Eltern nicht wollten, dass wir sie anschauen. Wir sind abgestumpft gegenüber diesen apokalyptischen Szenarien. Ich habe das Gefühl, wir nehmen das nicht mehr richtig wahr.
Die Bibel nimmt das sehr wohl wahr. Ihr hört es mich immer wieder sagen: Die Bibel besteht aus ungefähr 1189 Kapiteln und etwa 31.000 Versen, je nach Zählung. Und je nach Zählung ist jeder dritte bis jeder fünfte Vers der gesamten Bibel prophetische Dichtung oder Prophezeiung.
Das heißt, es einfach zu ignorieren, halte ich für sehr gewagt.
Die Themen der biblischen Prophetie und die Verbindung zu Sodom und Gomorra
Es gibt einige christliche Glaubensrichtungen, die sehr aktiv darin sind, sich eigene Bibeltexte hinzuzufügen oder zusätzliche Schriften in die Bibel aufzunehmen.
Mein Eindruck ist, dass unser Problem im Protestantismus eher darin besteht, dass wir aus der Bibel Stellen herausfiltern, die uns nicht so gut passen. Wenn wir jedoch alle Prophezeiungen aus der Bibel weglassen würden, könnten wir genauso gut das Neue Testament sowie die Genesis und die Psalmen zusammen streichen. Das wäre sogar unauffälliger, weil diese Teile weniger Umfang haben. Das ist nur ein Denkanstoß.
Worum geht es eigentlich in der biblischen Prophetie? Vor allem um drei große Themen.
Das erste große Thema ist das babylonische und persische Exil. Dabei wurden die Israeliten weggeführt und mussten siebzig Jahre, teils sogar mehr als siebzig Jahre, in Babylon beziehungsweise Persien leben.
Das zweite große Thema ist das erste Kommen des Messias. Wir sind fest davon überzeugt, dass es sich dabei um Jesus handelt.
Das dritte große Thema ist das zweite Kommen des Messias und das Ende der Welt.
Dieses letzte Thema ist auch sehr präsent bei Jesus selbst – wer hätte das gedacht. Jesus spricht sogar sehr spezifisch über die Geschichte von Sodom und Gomorra. Wer das nachlesen möchte und eine Bibel zur Hand hat, findet die Stelle in Lukas 17.
Dort steht, ich übersetze frei nach Markus Voss: Jesus sagt, wenn ich wiederkomme, wird es sein wie zur Zeit von Noah, der mit der Arche. Die Menschen aßen, tranken, heirateten – alles ganz normal – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. Dann kam die Flut und brachte alle um.
Jesus erzählt weiter, dass es auch so sein wird wie in den Zeiten von Lot, was unser Predigttext für heute ist. Auch damals ging alles seinen gewohnten Gang. Jeder Monat war wie der andere, alles war wie immer. Die Menschen aßen, tranken, kauften, verkauften, pflanzten und bauten.
Ich übersetze mal weiter: Sie studierten, arbeiteten an ihrer Karriere, trafen Freunde und telefonierten mit ihren Eltern – business as usual.
Dann sagt Jesus in Vers 29: Alles geschah so bis zu dem Tag, an dem Lot die Stadt Sodom verließ. Und dann regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.
Und genau so, sagt Jesus, wird es sein, wenn ich wiederkomme.
Historischer und geographischer Hintergrund der Geschichte von Sodom und Gomorra
Schauen wir uns die Episode einmal genauer an. Wir befinden uns ungefähr im Jahr 1800 vor unserer Zeitrechnung, also vor knapp 4000 Jahren, zur Zeit von Abraham und Lot. Das ist interessant, wenn man das in der Bibel liest, denn einerseits gab es damals noch sehr archaische Gebräuche. Zum Beispiel galten Frauen als mobiler Besitz, was aus heutiger Sicht schwer zu verstehen ist. Andererseits müssen wir uns bewusst machen, dass wir es mit ganz etablierten Hochkulturen zu tun haben.
Zu dem Zeitpunkt, von dem wir sprechen, gab es schon seit etwa 2000 Jahren Hieroglyphen. Seit etwa 1000 Jahren existierte die Keilschrift, die sozusagen der Vorläufer unseres heutigen Alphabets ist. Außerdem standen seit über 700 Jahren die Pyramiden. Das heißt, wir sollten uns nicht vorstellen, dass die Menschen damals in Höhlen lebten und nur einfache Werkzeuge benutzten. Nein, es gab bereits fortgeschrittene Hochkulturen mit anderen Werten und regelrechten Metropolen.
Was die geografische Lage betrifft: Wenn man sich die geistige Karte von Israel vor Augen hält, sieht man oben den See Genezareth. Von dort fließt der Jordan hinunter zum Toten Meer. Heute ist das Tote Meer aufgrund der Erderwärmung in mehrere kleine Pfützen zerfallen. Damals war es jedoch noch ein großer See. Wir befinden uns ungefähr an der Südspitze des Toten Meeres.
Die beiden Städte, um die es geht, heißen Sodom und Gomorra. Sodom ist hebräisch und bedeutet „die Brennende“. Es ist unklar, ob die Stadt diesen Namen schon vorher oder erst später erhielt. In der Geologie spricht man heute noch von der „Sodomlagune“. Vor vielen Zehntausenden von Jahren gab es dort eine Lagune, in die das Mittelmeer damals noch ins Tote Meer floss.
Die andere Stadt heißt Gomorra, ebenfalls hebräisch, wird aber anders ausgesprochen: Amora. Das bedeutet „die Niedergehaltene“ oder salopp gesagt „die Untergekluckerte“. Auch hier stellt sich die Frage, ob der Name vorher bestand oder später vergeben wurde. In der Nähe befindet sich der Amora-See, den wir heute noch kennen. Das war ein sehr fruchtbares Gebiet zu Beginn der menschlichen Zivilisation im heutigen Jordan-Gebiet.
Diese Fakten lassen sich archäologisch sehr gut nachweisen. In der Genesis, Kapitel 13, wird davon ebenfalls berichtet. Das Tote Meer wird heute noch „Bar Lut“ genannt, also „das Meer von Lot“. Ich habe das selbst erlebt, als ich mit Beduinen in Israel unterwegs war. Diese Bezeichnung ist sehr tief in verschiedenen Kulturkreisen verwurzelt und wird bis heute anerkannt.
Gesellschaftliche und moralische Situation in Sodom und Gomorra
Worum es geht, ist, dass wir einen Bund von fünf Städten haben. Dabei sind nur zwei davon Sodom und Gomorra. Es gibt noch drei weitere Städte, die sich am Südende des Toten Meers befinden.
Damals, und das ist für das Verständnis sehr wichtig, war dieser Ort der fruchtbarste weit und breit. Das Tote Meer war noch nicht das, was wir heute darunter verstehen. Der Jordan floss dort noch entlang, und die klimatischen Bedingungen waren andere.
Das bedeutet, wir haben verschiedene Städte, von denen Sodom und Gomorra die größten sind. Sie wurden auf Pfahlbauten errichtet, ähnlich wie man sie an der Nordseeküste kennt. Diese Städte lagen im fruchtbarsten Gebiet weit und breit. Es gab viel Anbau, viel Handel, großen Wohlstand und Reichtum. Das Gebiet war noch ganz anders aufgebaut und keineswegs vergleichbar mit dem heutigen Zustand, bei dem das Tote Meer einer der heißesten und trockensten Orte der Erde ist.
Man muss sich geistig darauf einstellen, dass das Gebiet damals noch nicht „tot“ war, also nicht unfruchtbar. Sobald wir in die Geschichte eintauchen, ist eine solche 180-Grad-Wende im Denken notwendig.
Diese beiden Städte, Sodom und Gomorra, waren damals, wie wir in Hesekiel 16 sehen, berüchtigt für ihre Bosheit. Sie waren moralisch abgestürzt und führten ein Leben auf einem sehr niedrigen Niveau.
In Hesekiel 16 heißt es zum Beispiel, dass die Stadt Sodom eingebildet war und ihre Einwohner sorglos lebten. Sie genossen Überfluss und Reichtum, kümmerten sich aber nicht um Arme und Unterdrückte. Ihr Verhalten widersprach den biblischen Prinzipien, wie etwa dem Geben von Spenden.
Sodom war überheblich und beging abscheuliche Verbrechen. Vor allem war damit Fremdenfeindlichkeit und die Ausbeutung der Schutzbedürftigen gemeint.
Einführung der Hauptperson Lot und Beginn der Textbetrachtung
Jetzt müssen wir nur noch wissen, wer der Hauptcharakter unserer Geschichte ist. Das ist Lot. Lot ist sozusagen der Neffe des großen Stammvaters Abraham, von dem das jüdische Volk abstammt und das Land Israel bewohnt.
Das gesagt, springen wir zum zweiten von drei Teilen heute, nämlich zum Text. Ich werde ihn Vers für Vers durchgehen, ihn vorlesen und danach ein bisschen erklären, was das bedeutet. Anschließend ziehen wir ein Fazit.
Ich habe den Text etwas freier übersetzt, daher kann es sein, dass er in der einen oder anderen Bibelübersetzung etwas anders formuliert ist.
Genesis 19,1: Am Abend kamen die beiden Boten Gottes nach Sodom. Lot saß gerade am Stadttor. Als Lot sie sah, ging er ihnen entgegen und verneigte sich tief.
Warum ist das wichtig? In den Kapiteln davor begegnet Abraham Gott, später auch Mose. Das Setting ist meistens so, dass diese Begegnungen abends oder nachts stattfinden. Warum das so ist, wäre eine Predigt für ein anderes Mal.
Wörtlich übersetzt steht da, die Boten Gottes kommen. In manchen Bibelübersetzungen steht dort „Engel“. Dazu musst du wissen, dass es im hebräischen und griechischen Text kein eigenes Wort für Engel gibt. Es gibt nur das Wort Malach im Hebräischen oder Angelos im Griechischen. Das bedeutet wörtlich übersetzt „Bote“.
Deshalb ist es in der Bibel nicht immer einfach nachzuvollziehen, wenn von einem Boten oder Engel die Rede ist. Wer genau ist damit gemeint? Ist es eine astrale Figur, ein fliegendes Baby oder, wie beim Propheten Hesekiel beschrieben, ein brennendes Pferd mit sechs Flügeln? Man weiß es nicht. Vielleicht ist es einfach nur ein Bote mit Glatze, der gerade einen Auftrag ausführt.
Gott erscheint häufig abends oder nachts, und die beiden Boten kommen. Lot sitzt beim Stadttor.
Die Bedeutung des Stadttors und Lots Verhalten
Was heißt das? Wenn man sich die Archäologie von Städten aus jener Zeit anschaut, sieht man, dass die Stadtmauer meist wie ein Hufeisen geformt war. In dieser Stadtmauer befand man sich im Wesentlichen in einem geschützten Bereich. Dafür zahlte man auch Steuern und so weiter.
Außer in ganz großen Städten gab es im Wesentlichen nur einen Haupteingang. An diesem Haupteingang befand sich logischerweise der Marktplatz, ähnlich wie wir das von unseren mitteleuropäischen Städten kennen. Loth sitzt nun am Abend beim Tor.
Dazu muss man wissen, dass es damals üblich war, ungefähr bei Dunkelheit aufzustehen, also wenn der Morgen langsam graute. Das entspricht in etwa vier Uhr morgens heute. Um fünf Uhr begann man zu arbeiten, und gegen zwölf oder dreizehn Uhr war das Tageswerk meist erledigt. Das ist auch logisch, wegen der Hitze und so weiter. Der Nachmittag und Abend waren dann für Zeit mit der Familie, private Angelegenheiten und die Pflege von Kranken reserviert.
Wenn Loth also am Abend noch einmal zum Tor geht, kann das nur bedeuten, dass er sein Tageswerk längst vollendet hat und seine Schicht schon lange vorbei ist. Aus anderen Quellen erfahren wir, dass Lot ein Unternehmer war, ein Kaufmann oder Handelsmann. Es ist unwahrscheinlich, dass er noch etwas Organisatorisches am Stadttor erledigen musste. Wahrscheinlich ist er einfach zurückgegangen, weil er keine große Lust hatte, an diesem Abend zuhause zu sein. Er genießt wahrscheinlich den Sonnenuntergang, so ist es im hebräischen Text impliziert, mit einem Drink in der Hand. Er denkt sich vielleicht: Na ja, mein Leben ist sicher nicht perfekt, und ja, da sind ein paar komische Typen, die mich umgeben, merkwürdige Charaktere, die hier in Sodom wohnen. Aber hey, was ist schon perfekt? Er sitzt da, genehmigt sich einen Drink, fühlt sich sicher – ein Abend wie jeder andere.
Dann kommt Vers 2. Lot geht auf die beiden Boten zu und sagt: „Meine Herren, ich bin euch gern zu Diensten. Kommt doch mit in mein Haus, um euch die Füße zu waschen und über Nacht meine Gäste zu sein. Morgen könnt ihr dann eure Reise fortsetzen.“ Sie antworten: „Nein, danke, wir werden einfach hier draußen auf dem Marktplatz am Stadttor übernachten.“
Man muss wissen, dass dieser Marktplatz häufig bis tief in die Nacht belebt war. Es war also nicht so, dass mit Sonnenuntergang alle nach Hause gingen – zumindest nicht in den großen Städten. Der Platz war bis tief in die Nacht belegt, allerdings nicht mehr mit dem normalen Handel von Kauf und Verkauf, sondern eher mit gesellschaftlichen Aktivitäten – ein Codewort für Party und Saufen. Die Leute kauften, tranken, feierten. Wer also spät abends am Stadttor übernachten wollte, tat etwas Ähnliches, wie sich vor dem Leipziger Hauptbahnhof hinzulegen – keine gute Idee.
Wenn Loth nun sagt: „Ich lade euch ein, ich will euch die Füße waschen“, ist das ein Zeichen der Gastfreundschaft, der Sicherheit und des Ankommens. Füße waschen bedeutete sinngemäß: „Du kommst unter mein Dach und stehst unter meinem Schutz.“ Er garantiert den Männern, ihren Frauen und Kindern, dass ihnen nichts passieren wird, solange sie unter seinem Dach sind. Das ist keine leichte Verantwortung, die man nicht leichtfertig eingeht. Man muss das wirklich garantieren können, sonst sollte man es nicht tun, weil sonst „Asche auf das Haupt“ fällt. Es heißt also: Komm in die Sicherheit meines abgesperrten Gebiets, so ähnlich.
Heute würde man sagen: „Hey, wir haben so eine kleine Minisiedlung, die ist nochmal abgesperrt. Park mal dein Auto dort, ist vielleicht besser.“ Möglicherweise ahnte Lot schon, was sonst mit den Männern passieren würde, die sich – um es mal überspitzt zu sagen – wie vor dem Leipziger Hauptbahnhof hinlegen. Nicht so gut.
Vers 3: Lot drängte sie, mitzukommen, bis sie schließlich einwilligten. Zu Hause brachte er ihnen nicht nur Essen, sondern gutes Essen, also frisches Essen und frisches Brot. Das macht ein guter Gastgeber so, nicht wahr? Allerdings muss man wissen, dass es damals über das Maß hinausging, seinen Gästen noch Essen zu geben, denn Nahrung zuzubereiten war die Arbeit einer niedrigen Frau. Dass der Gastgeber selbst das tat – und einer der wohlhabendsten Menschen weit und breit war – zeigt, dass er sich hier richtig ins Zeug legte.
Vers 4: Danach wollten sie – also die Boten – sich schlafen legen. Doch in der Zwischenzeit waren alle Männer Sodoms herbeigelaufen, junge und alte. Das ist eine hebräische Redewendung und bedeutet wirklich „toto completo“, alle kamen herbei und hatten Lots Haus umstellt. Das klingt ja unterhaltsam. Die abendlichen Besucher hatten sich schnell herumgesprochen, und es heißt, dass von jedem Ende der Stadt Männer kamen. Wie aus dem Kontext und dem hebräischen Text hervorgeht, waren sie höchstwahrscheinlich stark alkoholisiert, angetrunken und gewaltbereit.
Vers 5: Sie brüllten die außenstehenden Männer an – der Mob brüllte: „Lot, wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Gib sie raus, wir wollen unseren Spaß mit ihnen haben.“ In manchen Bibelübersetzungen steht etwas anderes, etwa „wir wollen sie erkennen“. Es gibt auch Übersetzungen, die sagen: „Wir wollen sie mal richtig durchnehmen.“ Hier ist ein hebräisches Verb gemeint, „Yadar“, das eindeutig sexuell gemeint ist. Aber spannend ist, dass es nicht im Sinne von „vergewaltigen“ gemeint ist, wie es in manchen englischen Bibeln steht.
Wenn die Männer sagen: „Gib sie raus, wir wollen mit ihnen Spaß haben“, meinen sie das nicht unbedingt als Schädigung oder auf Kosten der Männer, sondern eher als ein Get-together, ein Happening. Das ist wichtig für den Kontext: Es geht nicht um Böswilligkeit, sondern um eine neutrale Absicht. Dahinter steht natürlich der Anspruch auf das, was bei Lot ist.
Vers 6: Lot zwängte sich durch die Tür nach draußen und schloss sie sofort wieder hinter sich zu. Ich kann mir kaum vorstellen, wie das ausgesehen hat, ohne dass andere Leute reingekommen sind, aber wir nehmen es mal so hin.
Vers 7: Lot ruft mit krächzender Stimme: „Freunde, ich bitte euch, begeht doch nicht so ein Verbrechen!“ Das ist eine der schwierigen Stellen.
Vers 8: Denkt an die Stellung der Frau im damaligen Kontext, als mobiles Eigentum des Mannes. Lot sagt: „Hier, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann berührt hat. Die gebe ich euch heraus, ihr könnt mit ihnen machen, was ihr wollt, nur lasst die Männer in Ruhe, denn sie stehen unter meinem Schutz, weil sie meine Gäste sind.“ Das war damals so. Wenn man jemanden zum Essen einlud, war das heilig. Es bedeutete Gemeinschaft, und wörtlich steht geschrieben, dass sie „erschütternd im Schutz des Dachgebälks“ standen. Das heißt, man hatte eine heilige Verpflichtung vor Gott gegenüber einem lebenden Menschen eingegangen.
Man muss bedenken, dass damals Frauen als Sachen galten, ähnlich wie heute Haustiere. Das ist schwierig.
Vers 9: Die Männer drumherum schreien: „Hau ab!“ – das ist feinstes Hebräisch. „Von einem dahergelaufenen Ausländer lassen wir uns doch keine Vorschriften machen. Geht weiter! Pass auf, mit dir werden wir es noch schlimmer treiben als mit den beiden anderen.“ Sie überwältigten Lot und wollten gerade die Tür aufbrechen. Da streckten die beiden Männer – die Boten, Engel – die Hand aus, zogen Lot ins Haus und verschlossen die Tür.
Was dort steht, heißt wörtlich, dass sie sagen: „Warum sollten wir auf dich hören? Wir haben nicht die bösesten Absichten, sonst würde ein anderes Wort stehen. Wir wollen mit ihnen Spaß haben, und jetzt kommst du und willst uns unseren Spaß verbieten? Na, jetzt kannst du was erleben! Jetzt zeigen wir dir mal, was böse Absichten sind.“ Im Hebräischen ist ein Infinitivus absolutus enthalten, der bedeutet, dass sie sich als Richter aufspielen wollen. Sie sagen also: „Warum spielst du dich als Richter über uns auf? Warum willst du uns sagen, was wir zu tun oder zu lassen haben? Was wir zwei Menschen miteinander machen, geht dich nichts an. Was wir mit deinen Gästen machen, vielleicht sogar mit beidseitigem Einverständnis, das geht dich nichts an. Wer bist du, dass du uns Vorschriften machen willst?“ Diese moralischen Argumente hören wir heute oft: Man dürfe kein moralisches Urteil über Dinge fällen, unter denen man nicht selbst leidet. Ist das wirklich so? Darüber sollte man nachdenken.
Das ist es, was passiert, wenn nicht mehr entscheidend ist, was gesagt wird, sondern wer es sagt. Die Sache eskaliert. Das ist nicht gut, überhaupt nicht. Das ist wichtig für unseren Diskurs – untereinander, im Politischen, im Zivilen, im Moralischen, in Freundschaften, Ehen, Beziehungen, in der Familie. Nicht der Sprecher ist entscheidend, sondern das Gesagte. Nur weil jemand angesehen ist, hat er nicht Recht, und nur weil jemand nicht angesehen ist, liegt er nicht falsch. Menschen müssen gehört werden.
Vers 11: Die beiden Männer, die Boten, streckten die Hand aus, zogen Lot ins Haus und schlossen die Tür. Boten ist hier allgemein gefasst, wir wissen nicht, ob es Menschen oder jenseitige Wesen sind – das erfahren wir bis zum Ende nicht.
Dann heißt es, die Boten schlugen alle Leute, die draußen standen, mit Blindheit, so dass sie die Tür nicht mehr finden konnten. Es war schon Dämmerung, Nacht, und sie suchten lange vergeblich. Die Tür war von außen verschlossen, und am Ende gaben sie auf.
Was lernen wir daraus? Die Boten Gottes, Propheten, Engel können Menschen blenden, wie später bei Paulus in Apostelgeschichte 9. Wir haben die Möglichkeit, sehen und hören zu können, aber nicht vergessen: Wer uns das gegeben hat, kann es auch nehmen. Dann stehen wir da, wissen nicht mehr, was wir wollen, und wenn du nicht weißt, was du willst, findest du dein Ziel nicht. Alle Wege führen ins Nirgendwo.
Vers 12: Zu Lot sagen die Boten: „Hast du Verwandte hier in der Stadt, Schwiegersöhne, Söhne, Töchter oder sonst jemanden aus deiner Familie? Bring sie alle von hier fort, sofort!“ Ich übersetze das wie einen letzten Aufruf am Flughafen: Letzte Chance, make it count, jetzt mach mal. Es gibt keine zweite Chance, keine Wiederholung, keine Generalprobe, keinen Test.
Vers 13: Die Boten sprechen weiter: „Der Herr hat uns geschickt, diese Stadt zu vernichten.“ Das ist der Punkt, an dem man innerlich dichtmachen würde. Der Herr hat uns geschickt, die Stadt zu vernichten. Er hat die Klagen, das Jammern und die Verzweiflung der Bewohner und der Anwohner drumherum gehört – also nicht nur die Stadtbewohner von Sodom, sondern auch die Peripherie. Und vom abscheulichen Verhalten der Einwohner Sodoms hat er gehört. Deshalb werden wir diese Stadt zerstören.
Die Engel, die Boten, sprechen für Gott. Das muss Lot erst einmal verdauen. Stell dir vor, du sitzt am Tor, gönnst dir ein Glas Wein. Du weißt, dass deine Nachbarn vielleicht keine Engel sind, aber im Wesentlichen hast du ein unbescholtenes Leben. Wenige Stunden später stürmt ein Mob von Sexualverbrechern deine Tür, und es geht um die Vernichtung der reichsten und etabliertesten Stadt weit und breit, deiner gesamten Lebensgrundlage. Und du bist nicht unbedingt derjenige, der vor Selbstvertrauen strotzt. Du sollst derjenige sein, der alles anführt und wendet. Das wäre hier im falschen Film. Aber so geht es weiter.
Lot merkt, das ist kein Spaß. Jetzt kommt es darauf an.
Vers 14: Sofort eilte Lot zu den Verlobten seiner Töchter und rief ihnen zu: „Schnell, verschwindet aus dieser Stadt, denn der Herr wird sie vernichten!“ Aber sie – die Verlobten seiner Töchter – dachten, er wolle sie auf den Arm nehmen. Wir haben vorhin gesehen, dass der Mob vor der Tür alle männlichen, volljährigen Bewohner der Stadt umfasste, darunter auch die Verlobten. Lot, dem klar war, dass die Verlobten zum Mob gehörten, warnt sie trotzdem, weil Gott es ihm durch die Boten gesagt hat. Denkt an Lukas 19: Gott will nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht.
Wie Anissa in der Moderation sagte: Es ist nicht das, was wir tun, was uns vor Gott angesehen oder geliebt macht, sondern dass Gott uns ruft. Die Verlobten können das aber nicht annehmen. Im hebräischen Text steht wörtlich, dass sie „wie einer“ waren, die dachten, er spiele. Sie dachten, er meine das nicht ernst, wolle sie auf den Arm nehmen.
Das macht nachdenklich. Welche Warnungen hören wir, die für uns konkret gesprochen sind, und denken: „Ach komm schon, das kann nicht so ernst sein, das ist Panikmache, betrifft uns nicht, wir sind die Ausnahme.“ Das sagt die Generation des Klimawandels. Das drückt sich in der Blindheit aus, mit der sie geschlagen wurden. Nicht nur körperlich, sondern auch geistlich und intellektuell.
In der Bibel gibt es keine Trennung zwischen Körper und Seele. Körperliche Blindheit bedeutet auch geistliche Blindheit. Die Verlobten und die Männer dort waren so sehr in ihrer Kultur verbohrt, dass sie ihr Verhalten normal fanden. Sie sahen nichts Verwerfliches darin und hielten alles außerhalb ihrer Routine für absurd.
Wie ist das bei uns? Was machen wir, wenn wir denken, das sei normal? Was machen wir, wenn das alle so machen? Das ist Gruppenzwang, das ist Usus, und wir stellen denjenigen komisch hin, der uns sagt: „Ich glaube nicht.“ Irgendwann musst du dich fragen: Wer ist hier der Falsche?
Dann gibt es einen Zeitsprung. Die Geschichte geht zu Ende. Vers 15: Bei Tagesanbruch – wir stellen uns vor, dass Lot noch eine Weile damit beschäftigt war, die Verlobten zu überzeugen und die Sachen zu packen – drängten die Männer Lot zur Eile. Sie sagten: „Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, bevor ihr in den Untergang der Stadt mit hineingerissen werdet!“ Wörtlich heißt es: „Damit du und ihr nicht durch die Schuld der Stadt hinweggerafft werdet.“
Die Schuld der Stadt ist ein wichtiges biblisches Konzept, das wir aus Numeri und Levitikus kennen. Dahinter steckt die Idee, dass die spirituelle Integrität und der moralische Kompass, den du hast, auf andere Menschen abfärbt – und umgekehrt. Wenn du in einer Stadt lebst, die voller Schuld ist, färbt das auf dich ab.
Vers 16: Weil Lot noch zögerte, fassten die Boten ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, führten sie hinaus und ließen sie erst außerhalb der Stadt los, weil der Herr sie verschonen wollte. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Lot, obwohl er gerade selbst anderen verkündigt hatte, zögerte. Kennst du das von dir? Du machst anderen Vorschläge, wie sie etwas besser machen sollen, und gehst nach Hause und denkst: „Ich bin doch zu faul.“ Jakobusbrief sagt dazu: Ihr sollt nicht nur Hörer des Wortes sein, sondern Täter. Aber Gott ist entschlossen, ihn zu retten. Manchmal tut Gott Dinge mit uns, für uns, für die wir noch nicht bereit sind, weil sie gut für uns sind.
Zum Glück waren es zwei Boten mit zwei Armen für vier Personen – das passte wie die Faust aufs Auge, sonst wäre das kritisch geworden. Die Engel bringen die Leute vor Sonnenaufgang hinaus, denn vor Sonnenaufgang sind die Straßen leer.
Vers 17: Sie sagten: „Lauft um euer Leben, schaut nicht zurück, bleibt nirgendwo in der Ebene stehen, sondern flieht ins Gebirge, sonst werdet ihr umkommen.“ Konzentriert euch, schaut aufs Ziel, seid nicht wie die Männer, die blind umherlaufen, weil sie nicht wissen, wohin sie wollen. Sie sollen nach vorne schauen, nicht dem Schlechten hinterhertrauern.
Jesus sagt im Neuen Testament, wer die Hand an das Pflug legt und zurückschaut, ist für das Reich Gottes nicht geeignet. Warum? Weil dann die Flugstrecke nicht gerade wird und am Ende der ganze Acker versaubeutelt wird. Nicht gut.
Vers 18: Lot fleht: „Ach bitte nicht, Herr! Du warst so gnädig und hast mir das Leben gerettet, aber bis ins Gebirge schaffe ich es nicht mehr, bevor das Unglück mich packt und vernichtet.“ Warum schafft Lot es nicht, ins Gebirge zu gehen? Das sind keine fünfzehn Kilometer. Liegt es daran, dass er schwer bepackt ist? Nein. Ein Engel, zwei Leute oder ein Bote, zwei Leute an jeder Hand, können nicht schwer bepackte Personen führen. Er will auf halber Strecke aufgeben, ihm geht geistlich die Luft aus.
Vers 19: Lot sagt: „Das kleine Dorf da vorne, das kann ich noch gut erreichen, bitte lass mich dorthin laufen, da bin ich gerettet. Bitte verschone dieses Dorf, siehst du nicht, wie klein es ist?“ Das Dorf heißt Zohar, was auf Hebräisch „das Unbedeutende“ bedeutet.
Gott antwortet: „Gut, auch diesen Wunsch will ich dir erfüllen. Ich zerstöre dieses Dorf nicht.“ Zur Erinnerung: Lot verkündete Gottes Wort, aber das garantiert nicht, dass er es selbst ernst nimmt oder umsetzt. Ich stehe heute als Prediger hier und versuche, das Wort Gottes für uns zu übersetzen. Das ist kein Garant, dass ich es in meinem Leben immer befolge. Weder ich noch andere Prediger, Priester oder Theologen. Das mahnt uns zur Selbstreflexion. Keiner hat das Recht, blind zu gehorchen, auch nicht gegenüber Predigern und Priestern. Wir sind in der Pflicht, uns selbst zu hinterfragen.
Die Boten sagen weiter: „Flieh schnell dorthin, denn ich kann nichts tun, bevor du in Sicherheit bist.“ Von da an wurde das Dorf zu A genannt, als er die Zusage bekam, dass er dort sicher ist.
Obwohl Gott jeden Grund gehabt hätte, die Stadt zu zerstören – im Kapitel vorher hatte Abraham mit Gott verhandelt, dass bei nur zehn gerechten Menschen die Stadt verschont wird – gab es nur sechs. Gott hätte jedes Recht gehabt, die Stadt zu vernichten, doch er lässt mit sich handeln und setzt sein Recht nicht durch. Obwohl wir es verdient hätten, werden wir verschont.
Die Sonne ging auf, als Lot im Dorf zu Ahr ankam. Die ersten Menschen kamen auf die Straßen und fragten sich, was passiert.
Vers 24: Da ließ der Herr Feuer und Schwefel vom Himmel auf Sodom und Gomorra herabregnen. Wie kann man sich das vorstellen? In der Region gibt es Hinweise auf immense Erdbeben und geologische Bewegungen um 1200 vor Christus. Bei größeren Städten entzündeten natürliche Gasvorkommen nachts Fackeln auf den Straßen. Es gibt unsichere Indizien für einen Meteoriteneinschlag. Eindeutig wurden kristalline Keramikspuren gefunden, also Tonkrüge, die von immensen Temperaturen geschmolzen wurden. Das braucht Temperaturen von ca. 800 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Oberfläche der Sonne hat ca. 5500 Grad Celsius.
Die Stadt wurde bei Sonnenaufgang vernichtet, nicht in der Nacht, also für alle sichtbar, als die Menschen wieder auf den Straßen waren. Es sollte ein Exempel statuiert werden. Es geht nie nur darum, die Leute zu bestrafen, sondern vor allem, der größeren Menge draußen zu zeigen: Kehrt um, wie Johannes der Täufer es immer wieder sagt.
Vers 25: Gott vernichtete die Stadt vollständig, zusammen mit den anderen Städten in der Jordanebene. Er löschte alles Leben aus – Menschen, Tiere und Pflanzen. Die anderen drei Städte wurden ebenfalls vernichtet. Sodom und Gomorra waren die Vorreiter dieses Fünf-Städte-Bundes, ähnlich wie die Philister an der Mittelmeerküste einen Fünf-Städte-Bund hatten. Sie waren die größten, fruchtbarsten und reichsten Städte. Sie wogen sich in absoluter Sicherheit und erlaubten sich, moralisch nachlässig zu sein.
Wo wiegen wir uns in Sicherheit, dass wir uns moralisch gehen lassen? Wir erlauben uns, moralisch lustlos zu sein.
Vers 26: Loths Frau drehte sich auf der Flucht um, was man nicht tun sollte. Es wurde eindeutig gesagt, sie sollen nur nach vorne schauen. Sie drehte sich um und wurde sofort zur Salzsäule.
Wer schon mal am Toten Meer war, sieht diese Salzsäulen – Stalaktiten und Stalagmiten, die bis zu fünf Meter hoch sind. Sie sind braun oder bräunlich-weiß. Was heißt es, zur Salzsäule zu werden? Du wirst unbeweglich, kannst dich nicht mehr vorwärts oder rückwärts bewegen. Du hast kein Leben mehr in dir, keinen Einfluss mehr auf dich oder deine Umgebung. Jegliches Erleben erlischt in dir.
Denkt daran, was Jesus sagte: Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, ist für das Reich Gottes nicht geeignet.
Fazit: Wie gehen die unterschiedlichen Menschen in dieser Geschichte damit um?
Lot, der gut meinte und mit hohen Absichten startete, verliert die Kraft, zögert und tut am Ende zwar das Richtige, aber nicht vollständig. Der Zauderer wird Alkoholiker. Die Geschichte geht so weiter. Es wird eine Affinität von Lot zu Alkohol und Suchtmitteln angedeutet. Gottes Eingreifen war für ihn zu heftig.
Sind wir bereit für Gottes Eingreifen? Bist du bereit, dass Gott in deinem Leben eingreift? Das kann anders sein, als wir erwarten. Es kann auch gar nicht passieren, aber es kann heftig sein. Kannst du damit umgehen? Im Hebräerbrief heißt es, es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gott ist ein liebender, aber auch mächtiger Gott.
Loths jugendliche Töchter sind Mitläufer im wörtlichsten Sinne. Sie sind völlig erschüttert von dem, was passiert. Vielleicht würde man heute von einer posttraumatischen Belastungsstörung sprechen. Sie denken, dass das, was sie erlebt haben – die brennenden Städte, die Vernichtung aller Menschen um sie herum – für immer so bleiben wird.
Später wird beschrieben, dass sie in eine Art Wahnsinn verfallen und sich einreden, Gott hätte die gesamte Menschheit ausgelöscht. Dabei sind sie gerade ins Dorf zu Ahr eingelaufen, mit vielleicht 50 Einwohnern – das ist mehr als null. Wie kommen sie auf die Idee, dass Gott die Menschheit ausgelöscht hat? Offensichtlich ist das nicht logisch.
Sie sind in einem völligen Tunnelblick gefangen, konzentrieren sich nur auf das Negative, auf die Zerstörung von Sodom. Obwohl sie es besser wissen, lassen sie ihre Moral schleifen, weil es ihnen schlecht geht. Das machen wir auch manchmal: „Mir geht es schlecht, also ist es okay, wenn ich etwas tue, was nicht gut ist.“ Nach dem Motto: „Es war mies, aber wir hatten uns wenigstens darauf eingestellt.“
Was heißt das für dich? Gewöhne dich nicht daran, in einer schlechten Umgebung zu leben. Sie kann sich schnell verschlechtern, und dann schaust du dich um und fragst dich, was mit den Verlobten Männern passiert ist. Sie sind gestorben, weil sie die Warnungen nicht ernst nahmen und nur ihren eigenen Impulsen folgten. Am Ende verloren sie alles aus den Augen, sogar das, was sie am meisten begehrten – die Töchter von Lot.
Die Stadtbewohner von Sodom waren schon so jenseitig, innerlich verschlossen und unerreichbar, dass Reden über spirituelle Inhalte nichts mehr brachte. Sie scheiterten schon daran, sich moralisch zu benehmen.
Was heißt das für uns? Du brauchst eine gewisse moralische Fitness, um spirituelle Dinge aufnehmen zu können. Das kannst du trainieren.
Und Loths Frau? Warum hat sie sich umgesehen? Die Bibel erklärt es nicht. Vielleicht aus Schadenfreude gegenüber den Nachbarn, vielleicht aus Unglauben, vielleicht aus Vermissen dessen, was sie aufgebaut hatte. Sie erlebt die Geschichte zum ersten Mal, wir wissen schon, wie sie ausgeht. Sie wird zur Salzsäule – nicht nur unbeweglich, sondern jegliches Leben in ihr erlischt.
Ich bin kein Fan von Kalendersprüchen, aber: Wenn du in der Vergangenheit lebst, kannst du die Gegenwart nicht gestalten. Das ist es, was hinter der Salzsäule steht.
Und was ist mit uns? Sind wir besser? Wer wären wir gewesen in dieser Geschichte? Es gibt keinen Helden, keinen Menschen, der glorreich und siegreich daraus hervorgeht und sagen kann: „Ich habe es geschafft.“ Würden wir automatisch Lot oder die Boten sein? Wahrscheinlicher ist, dass die meisten von uns eher die Dorfbewohner wären.
Was heißt das für uns? Wir hätten keinen Anspruch auf den Ausweg. Christen sind nicht besser. Wir müssen diese Maßstäbe der moralischen Fitness weiterhin an uns anlegen. Wir sind nicht besser. Der einzige Unterschied ist, dass uns vergeben wurde.
Wer sind wir? Wir sind wie alle anderen, nur dass wir Gottes Vergebung angenommen haben. Amen.
Ui, heftig, oder? Viele, die dieses Video gerade schauen, denken jetzt vielleicht: „Das macht mich nachdenklich.“ In diesen wenigen Versen steckt viel mehr, als ich ursprünglich dachte. Die Bibel ist ein lebendiger Schatz, und wir müssen ihr nur besser zuhören.
Um dir zu helfen, mehr davon zu sehen und zu erkennen, habe ich Flashcards zum besseren Bibelstudium erstellt, die dir helfen, im hörenden Gebet die Bibel zu lesen und hinter die Oberfläche einzutauchen. Dank der Spendercommunity kann ich das 100 Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch! Wenn du sie gerne gratis möchtest, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung.
Das war’s. Ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Schreib gern einen Kommentar, was du aus diesem Video oder dieser Predigt mitgenommen hast. Schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Nachfolge-Verstehen. Um Nachfolge zu leben und zu verteidigen, mach dich hashtag Bibelfit.
Dafür lade ich dich ein, jetzt mit den anderen zusammen die Glocke ganz fest und durchzukneten, damit sie nicht zur Salzsäule erstarrt. Während du das tust, endet das Video mit dem schlechten Witz der Woche:
Wer ist der schlimmste Sünder der Bibel? Mose, er hat alle zehn Gebote zerbrochen. Denk mal drüber nach.
Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich!
Schutz durch die Boten und die Blindheit des Mobs
Vers 11: Die beiden Männer, die Boten, streckten die Hand aus, zogen Lot ins Haus und schlossen die Tür. Dabei ist wichtig zu beachten, dass „Boten“ hier noch allgemein gefasst ist. Wir wissen immer noch nicht, ob es sich um Menschen oder jenseitige Wesen handelt – und werden das bis zum Ende auch nicht erfahren.
In Vers 11 schlagen die Boten alle Leute, die draußen standen, mit Blindheit, sodass diese die Tür nicht mehr finden konnten. Das impliziert, dass die Menschen plötzlich nichts mehr sehen konnten. Es war bereits Dämmerung oder Nacht, und sie suchten lange nach der Tür. Obwohl sie sie schließlich fanden, konnten sie sie von außen nicht öffnen, da sie verschlossen war. Am Ende gaben sie sogar auf, weil die Suche zu lange dauerte.
Was lernen wir daraus? Wir erkennen, dass die Boten Gottes, also Propheten oder Engel, Menschen blenden können – wie später bei Paulus in der Apostelgeschichte 9. Wir haben die Möglichkeit zu sehen und zu hören, aber wir dürfen nicht vergessen, wer uns diese Fähigkeit gegeben hat. Der Herr hat sie gegeben, und der Herr kann sie auch wieder nehmen. So stehen die Menschen da und können ihr Ziel nicht mehr sehen. Sie wissen nicht mehr, was sie wollen. Wenn du nicht weißt, was du willst, kannst du dein Ziel nicht finden. Dann führen dich alle Wege ins Nirgendwo.
Vers 12: Zu Lot sagten die beiden Boten: „Lot, hast du irgendwelche Verwandten hier in der Stadt? Irgendjemanden, Schwiegersöhne, Söhne, Töchter oder sonst jemanden aus deiner Familie? Bring sie alle sofort von hier fort!“ Ich übersetze das mal wie am Flughafen: Letzter Aufruf für Herr Lot. Letzte Chance – mach es jetzt, es gibt keine zweite Chance, keine Wiederholung, keine Generalprobe, keinen Test.
Vers 13: Die Boten sprechen weiter: „Der Herr hat uns nämlich geschickt, diese Stadt zu vernichten.“ Ich muss gestehen, das wäre der Punkt, an dem ich innerlich dichtgemacht hätte. „Der Herr hat uns geschickt, die Stadt zu vernichten.“ Er hat, frei übersetzt, die Klagen, das Jammern und die Verzweiflung der Bewohner und Anwohner rund um Sodom gehört. Nicht nur die Stadtbewohner, sondern auch die Menschen in der Peripherie. Außerdem hat er vom abscheulichen Verhalten der Einwohner Sodoms erfahren. Deshalb werden wir diese Stadt zerstören.
Die Engel, die Boten, sprechen für Gott. Das muss Lot erst einmal verdauen. Stell dir vor, du hörst das. Vorhin sitzt du noch am Tor, gönnst dir ein Glas Wein. Du weißt, dass deine Nachbarn vielleicht keine Engel sind, aber im Wesentlichen ein unbescholtenes Leben führen. Und wenige Stunden später stürmt ein Mob von Sexualverbrechern deine Tür. Es geht um die Vernichtung der reichsten und etabliertesten Stadt weit und breit – deiner gesamten Lebensgrundlage. Und du bist nicht unbedingt der, der vor Selbstvertrauen strotzt. Du sollst derjenige sein, der jetzt alles anführt und wendet. Das fühlt sich an, als wärst du im falschen Film. Aber so geht es weiter.
Lot merkt, dass das kein Spaß ist. Jetzt kommt es darauf an.
Vers 14: Sofort eilte Lot zu den Verlobten seiner Töchter und rief ihnen zu: „Schnell, verschwindet aus dieser Stadt, denn der Herr wird sie vernichten!“ Aber die Verlobten seiner Töchter dachten, er wolle sie auf den Arm nehmen. Vorhin wurde deutlich, dass der Mob vor der Tür aus allen männlichen, volljährigen Bewohnern der Stadt bestand – also auch den Verlobten. Lot wusste, dass die Verlobten zum Mob gehörten, der wahrscheinlich alkoholisiert gerade seine Tür einbrechen wollte. Trotzdem ging er hinaus und warnte sie, weil Gott es ihm durch die Boten gesagt hatte.
Denkt an Lukas 19: Gott will nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht. Wie Anissa in der Moderation sagte: Es ist nicht das, was wir tun, was uns vor Gott angesehen oder geliebt macht. Sonst hätten wir alle schlechte Chancen. Es ist Gott, der uns ruft.
Die Verlobten können diese Warnung aber nicht annehmen. Im hebräischen Text steht wörtlich, dass sie dachten, Lot sei wie einer, der spielend spricht. Sie meinten, er wolle sie auf den Arm nehmen, sie hielten seine Worte für metaphorisch oder übertragen gemeint. Das macht nachdenklich. Welche Warnungen hören wir, die für uns persönlich gelten, und denken dann: „Ach komm, das kann nicht ernst gemeint sein, das ist Panikmache, das betrifft uns nicht, wir sind die Ausnahme, ein besonderer Fall.“ Wir sind doch die Generation des Klimawandels.
Diese Blindheit, die die Verlobten und die Männer getroffen hat, ist nicht nur physisch zu verstehen. In der Bibel gibt es keine Trennung zwischen Körper und Seele, wie in der altgriechischen Metaphorik. Körper und Seele sind eins. Wenn jemand körperlich blind ist, bedeutet das auch, dass er intellektuell und geistlich blind ist. Diese Blindheit drückt aus, dass die Verlobten so sehr in ihrer Kultur verbohrt waren, dass sie ihr Verhalten für normal hielten. Sie hatten keine böse Absicht und sahen ihr Tun nicht als verwerflich an. Alles außerhalb ihrer Routine war für sie absurd und nicht ernst zu nehmen.
Wie sieht das bei uns aus? Bei welchen Dingen denken wir, das sei das Normalste der Welt? Wo handeln wir aus Gruppenzwang oder Kulturzwang? Und wer wird komisch angesehen, wenn er uns sagt: „Ich glaube nicht daran.“ Irgendwann musst du dich fragen: Wer ist hier der Falsche?
Dann gibt es einen Zeitsprung, die Geschichte geht weiter.
Vers 15: Bei Tagesanbruch – wir stellen uns vor, dass Lot noch eine Weile damit beschäftigt war, die Verlobten zu überzeugen und Sachen zu packen – drängten die Männer Lot zur Eile. Sie sagten: „Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, bevor ihr in den Untergang der Stadt mit hineingerissen werdet!“ Wörtlich heißt es, damit du und deine Familie nicht durch die Schuld der Stadt vernichtet werdet.
Die „Schuld der Stadt“ ist ein wichtiges biblisches Konzept, das wir aus dem Buch Numeri und dem Buch Levitikus kennen. Oft machen wir uns darüber lustig, weil wir dort architektonische Bauvorschriften oder schwer verständliche Genealogien finden. Doch die biblischen Autoren hatten einen tieferen Sinn. Kurz gesagt: Die spirituelle Integrität und der moralische Kompass, den du hast, wirken auf andere Menschen und umgekehrt.
Das heißt: Wenn du in einer Stadt lebst, die voller Schuld ist, in einer Gemeinschaft mit Schuld, in einer WG, einer Arbeitsgruppe oder einem Kollegium, dann wird das irgendwann auf dich abfärben.
Vers 16: Weil Lot noch zögerte, fassten die Boten ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, führten sie hinaus und ließen sie erst außerhalb der Stadt wieder los, denn der Herr wollte sie verschonen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Lot, der gerade selbst anderen verkündet hat, zögerte. Kennst du das von dir? Du machst anderen Vorschläge, wie sie etwas besser machen können, bist selbst aber zu faul, es umzusetzen.
Der Jakobusbrief sagt dazu: Ihr sollt nicht nur Hörer des Wortes sein, sondern Täter. Doch Gott entschließt sich, Lot zu retten. Er packt ihn, auch wenn er noch nicht bereit ist. Manchmal tut Gott Dinge an uns, für uns und mit uns, für die wir noch nicht bereit sind, weil sie gut für uns sind.
Zum Glück waren es zwei Boten mit jeweils zwei Armen für vier Personen – das passte wie die Faust aufs Auge, sonst wäre es kritisch geworden. Die Engel brachten die Familie vor Sonnenaufgang hinaus auf die verlassenen Straßen, denn vor Sonnenaufgang sind die Straßen leer.
Vers 17: Sie sagten: „Lauft um euer Leben, schaut nicht zurück, bleibt nirgendwo in der Ebene stehen, sondern flieht ins Gebirge, sonst werdet ihr umkommen!“ Konzentriert euch, schaut auf das Ziel. Seid nicht wie die Männer, die blind umherlaufen, weil sie nicht wissen, wohin sie wollen. Schaut nach vorne, trauert nicht dem Schlechten hinterher.
Jesus sagt im Neuen Testament, dass wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, für das Reich Gottes nicht geeignet ist. Warum? Weil die Flugstrecke dann nicht gerade verläuft und am Ende der ganze Acker ruiniert wird.
Vers 18: Lot flehte: „Ach bitte nicht, Herr! Du warst so gnädig und hast mir das Leben gerettet, aber bis ins Gebirge schaffe ich es nicht mehr, bevor das Unglück mich packt und vernichtet.“ Warum schafft Lot es nicht, ins Gebirge zu gehen? Es sind keine fünfzehn Kilometer. Liegt es daran, dass er schwer beladen ist? Nein, denn zwei Boten halten ihn an den Händen – das geht nicht.
Vielmehr geht ihm spirituell die Luft aus. Zuerst zögert er, dann kann er nicht mehr weitergehen. Es geht fließend ineinander über.
Lot bittet: „Das kleine Dorf da vorne, das kann ich noch erreichen. Bitte lass mich dorthin laufen, da bin ich gerettet. Bitte verschone dieses Dorf, siehst du nicht, wie klein es ist?“ Das Dorf heißt Zohar, was auf Hebräisch „das Unbedeutende“ bedeutet.
Gott antwortet: „Gut, auch diesen Wunsch will ich dir erfüllen. Ich zerstöre dieses Dorf nicht.“ Zur Erinnerung: Lot hat Gottes Wort verkündet, aber das garantiert nicht, dass er es selbst ernst nimmt und umsetzt. Als Prediger stehe ich heute hier und versuche, Gottes Wort zu übersetzen – doch auch ich halte es nicht immer ein. Weder ich noch andere Prediger, Priester oder Theologen. Das mahnt uns, uns immer wieder selbst zu hinterfragen.
Die Boten sagen weiter: „Flieh schnell dorthin, denn ich kann nichts tun, bevor du in Sicherheit bist.“ Von da an wurde das Dorf Zohar genannt, weil Gott zusagte, dass dort nichts passieren würde, solange Lot dort ist.
Obwohl Gott jeden Grund gehabt hätte, die Stadt zu vernichten – und der Deal mit Abraham im vorherigen Kapitel besagt, dass er die Stadt verschont, wenn es nur zehn gerechte Menschen gibt – waren es hier nur sechs. Trotzdem lässt Gott sich auf Verhandlungen ein und setzt sein Recht nicht durch. Obwohl wir es verdient hätten, werden wir verschont.
Die Sonne ging auf, als Lot im Dorf Zohar ankam. Dort waren nur wenige Menschen, und die ersten kamen auf die Straßen, um zu sehen, was passiert.
Vers 24: Da ließ der Herr Feuer und Schwefel vom Himmel auf Sodom und Gomorra regnen. Wie kann man sich das vorstellen? In der Region gibt es Hinweise auf immense Erdbeben und geologische Bewegungen um das Jahr 1200 v. Chr. In größeren Städten entzündeten nachts natürliche Gasvorkommen Fackeln auf den Straßen, die nach oben geschleudert wurden. Es gibt unsichere Indizien für einen Meteoriteneinschlag in der Nähe. Kristalline Keramikspuren wurden gefunden, also Tonkrüge, die durch immense Hitze geschmolzen sind.
Man braucht Temperaturen von etwa 800 Grad Celsius – zum Vergleich: Die Oberfläche der Sonne hat etwa 5500 Grad Celsius. Diese Spuren sind eindeutig. Die Stadt wird bei Sonnenaufgang vernichtet, nicht in der Nacht, sodass es alle sehen können, wenn die Menschen auf den Straßen sind. Es soll ein Exempel statuiert werden. Es geht nicht nur um Bestrafung, sondern auch darum, der größeren Menge draußen zu zeigen: Kehre um! Wie Johannes der Täufer es immer wieder betonte: „Kehre um, es ist Zeit!“
Vers 25: Gott vernichtete die Stadt vollständig, zusammen mit den anderen Städten in der Jordanebene. Er löschte alles Leben in der Gegend aus – Menschen, Tiere und Pflanzen. Die anderen drei Städte wurden ebenfalls zerstört. Sodom und Gomorra waren nur die Vorreiter dieses Fünf-Städte-Bundes, ähnlich wie die Philister an der Mittelmeerküste einen Fünf-Städte-Bund hatten. Sodom und Gomorra waren die größten, fruchtbarsten und reichsten Städte.
Sie fühlten sich in absoluter Sicherheit und erlaubten sich, moralisch nachlässig zu werden. Wo wiegst du dich in Sicherheit und erlaubst dir, moralisch nachlässig zu sein? Wir neigen dazu, uns in Sicherheit zu wiegen und moralischen Verfall zuzulassen.
Vers 26: Lots Frau drehte sich auf der Flucht um, obwohl es ausdrücklich verboten war. Sie sollte nur nach vorne schauen und nicht zurück. Sofort erstarrte sie zur Salzsäule. Wer schon einmal am Toten Meer war, kennt diese Salzsäulen – sie sind etwa ein bis zwei Meter hoch, in Ausnahmefällen bis zu fünf Meter. Sie sind braun bis bräunlich-weiß und wachsen aus dem Boden.
Was bedeutet es, zur Salzsäule zu werden? Es heißt, unbeweglich zu werden. Du kannst dich nicht mehr vorwärts oder rückwärts bewegen. In dir ist kein Leben mehr, keine Möglichkeit, Einfluss auf deine Umgebung oder dich selbst zu nehmen. Jegliches Erleben erlischt in ihr.
Denkt daran, was Jesus sagte: Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, ist für das Reich Gottes nicht geeignet.
Fazit
Wie gehen die verschiedenen Menschen in der Geschichte damit um? Lot, der am Anfang gute Absichten hatte, verliert am Ende die Kraft. Er zögert, will das Richtige tun, schafft es aber nicht. Der Zauderer wird Alkoholiker – so geht die Geschichte weiter. Es wird eine Affinität von Lot zu Alkohol und Suchtmitteln angedeutet. Gottes Eingreifen war für ihn zu heftig.
Sind wir bereit für Gottes Eingreifen? Bist du bereit, dass Gott in deinem Leben eingreift? Es kann anders sein, als wir erwarten. Es kann auch gar nicht passieren, aber es kann heftig sein. Kannst du damit umgehen? Im Hebräerbrief heißt es, dass es schrecklich ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gott ist liebend, aber auch mächtig.
Lots jugendliche Töchter sind Mitläufer im wörtlichsten Sinne und völlig erschüttert. Vielleicht würde man heute von einer posttraumatischen Belastungsstörung sprechen. Sie denken, dass das, was passiert ist – die brennenden Städte und die Vernichtung aller Menschen, mit denen sie aufgewachsen sind – für immer so bleiben wird.
Später wird beschrieben, dass sie in den Wahnsinn abdriften und glauben, Gott habe die gesamte Menschheit ausgelöscht. Dabei sind sie gerade in das Dorf Zohar eingelaufen. Dort leben vielleicht nur 50 Menschen, aber 50 sind mehr als null. Wie kommen sie auf die Idee, dass Gott die Menschheit ausgelöscht hat? Das ist offensichtlich nicht logisch. Sie sind gefangen in einem Tunnelblick, der nur das Negative sieht, obwohl sie es eigentlich besser wissen.
Am Ende lassen sie ihre Moral schleifen, weil es ihnen schlecht geht. Das machen wir auch manchmal: „Mir geht es schlecht, also ist es okay, wenn ich etwas tue, was nicht gut ist.“ Nach dem Motto: „Ja, es war mies, aber wir hatten uns wenigstens darauf eingestellt.“
Was heißt das für dich? Gewöhne dich nicht daran, in einer schlechten Umgebung zu leben. Sie kann sich schnell verschlechtern, und dann schaust du dich um und merkst, was mit den Verlobten passiert ist: Sie sind gestorben.
Was heißt das für uns? Sie haben die Warnungen nicht ernst genommen und sind ihren eigenen Impulsen gefolgt. Am Ende haben sie alles aus den Augen verloren, sogar das, was sie am meisten begehrten – die Töchter von Lot, mit denen sie verlobt waren. Das heißt: Wenn du nur deinen Impulsen folgst, verlierst du alles aus den Augen, am Ende sogar das Objekt deiner Begierde.
Die Stadtbewohner von Sodom waren so jenseitig, so unerreichbar und innerlich verbarrikadiert, dass das Reden über spirituelle Inhalte nichts mehr brachte. Sie scheiterten bereits an moralischem Verhalten.
Was heißt das für uns? Du brauchst eine gewisse moralische Fitness, um spirituelle Dinge aufnehmen zu können. Das kannst du trainieren. Wie moralisch fit bist du?
Und Lots Frau? Warum hat sie sich umgesehen? Die Bibel erklärt es nicht. Vielleicht aus Schadenfreude gegenüber den Nachbarn, aus Unglauben oder aus Vermissen dessen, was sie aufgebaut hatte und jetzt verloren war. Sie erlebt die Geschichte zum ersten Mal – wir wissen schon, wie sie ausgeht.
Sie wird zur Salzsäule – nicht nur unbeweglich, sondern leblos. Ich bin kein Fan von Kalendersprüchen, aber: Wenn du in der Vergangenheit lebst, kannst du die Gegenwart nicht gestalten. Das steht hinter der Salzsäule.
Und wir? Sind wir besser? Wer wären wir in der Geschichte gewesen? Es gibt keinen Helden, keinen, der glorreich daraus hervorgeht und sagen kann: „Ich habe es geschafft.“ Würden wir annehmen, wir wären automatisch Lot oder die Boten? Wahrscheinlicher ist, dass die meisten von uns, mich eingeschlossen, eher die Dorfbewohner wären.
Was heißt das für uns? Wir haben keinen Anspruch auf einen Ausweg. Christen sind nicht besser; wir müssen moralische Maßstäbe weiterhin an uns anlegen. Wir sind nicht besser. Der einzige Unterschied ist, dass uns vergeben worden ist. Wer sind wir? Wir sind wie alle anderen, nur dass wir Gottes Vergebung angenommen haben.
Amen.
Ui, heftig, oder? Viele, die dieses Video sehen, denken jetzt vielleicht: „Das macht mich nachdenklich.“ In diesen wenigen Versen steckt viel mehr, als man zuerst denkt. Die Bibel ist ein lebendiger Schatz, und wir müssen ihr besser zuhören.
Um dir zu helfen, mehr zu sehen und zu erkennen, habe ich Flashcards zum besseren Bibelstudium erstellt. Sie helfen dir, im hörenden Gebet die Bibel zu lesen und hinter die Oberfläche zu blicken. Dank der Unterstützung der Spender-Community kann ich diese kostenlos für 100 Menschen zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch! Wenn du die Flashcards gern gratis möchtest, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung.
Das war's. Ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Schreib gern einen Kommentar, was du aus dieser Predigt bisher mitgenommen hast. Schön, dass du hier bist.
Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Thema Nachfolge verstehen. Um Nachfolge auch zu leben und zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit. Dafür lade ich dich ein, jetzt mit den anderen zusammen die Glocke ganz fest durchzukneten, damit sie nicht zur Salzsäule erstarrt.
Während du das tust, endet das Video mit dem schlechten Witz der Woche:
Wer ist der schlimmste Sünder der Bibel? Mose – er hat alle zehn Gebote zerbrochen. Denk mal drüber nach.
Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.
Lots Warnung an die Verlobten seiner Töchter und deren Reaktion
Lot merkt: Das ist kein Spaß mehr. Jetzt kommt es darauf an (Vers 14). Sofort eilte Lot zu den Verlobten seiner Töchter und rief ihnen zu: „Schnell, verschwindet aus dieser Stadt, denn der Herr wird sie vernichten.“
Aber sie, die Verlobten seiner beiden Töchter, also die beiden Verlobten der beiden Töchter, dachten, er wolle sie auf den Arm nehmen. Wir haben vorhin ganz deutlich gesehen, dass mit dem Mob, der vor der Tür stand, alle Bewohner der Stadt gemeint waren – alle männlichen, volljährigen Bewohner. Dazu zählten auch die Verlobten, ganz klar.
Und Lot, bei dem klar war, dass die Verlobten zu dem Mob gehörten, der – so wird impliziert – wahrscheinlich alkoholisiert gerade dabei war, seine Tür einzubrechen und sonst was zu veranstalten, geht jetzt raus und warnt sie noch. Warum? Weil Gott es ihm gesagt hat. Durch die Boten. Weil Gott es ihm gesagt hat.
Denkt an Lukas 19: Gott kann nicht wollen, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht. Wie du es gesagt hast in der Moderation, Anissa: Es ist nicht das, was wir tun, was uns vor Gott angesehen macht. Es ist nicht das, was wir tun, was uns vor Gott geliebt macht. Sonst hätten wir alle schlechte Chancen und müssten aufgeben. Sondern es war Gott, der dich ruft.
Die Verlobten können das aber nicht annehmen. Im hebräischen Text steht wörtlich, dass sie – ein Partizip – „wie einer“ waren. Dort steht, sie dachten, er wäre „wie einer, der spielend ist“. Sie dachten, er wolle sie auf den Arm nehmen, sie meinten, er meine das metaphorisch, übertragen.
Das macht mich nachdenklich, weil ich mich frage: Welche Warnungen hören wir denn, die ganz konkret für dich und mich gesprochen sind, und wo wir denken: „Ach komm schon, das kann ja nicht so ernst sein, das ist übertragen gemeint. Das ist alles nur Panikmache. Das betrifft uns nicht. Wir sind die Ausnahme, wir sind ein besonderer Fall.“ Und das sagen wir als die Generation des Klimawandels.
Das drückt sich in der Blindheit aus, mit der sie geschlagen wurden. Die Blindheit nicht nur im physischen Sinne. In der Bibel gibt es nicht diese Trennung zwischen Körper und Seele. Das ist eine altgriechische Metaphorik, die viel später erst hineingeschrieben wurde. In der Bibel sind Körper und Seele eins.
Das heißt: Wenn jemand in der Bibel körperlich blind beschrieben wird, bedeutet das auch, dass er intellektuell und seelisch, also geistlich, etwas erlebt. Diese Blindheit beschreibt die Verlobten und die Männer dort. Sie haben sich so sehr in ihrer Kultur verbohrt, dass sie ihr Verhalten normal finden.
Wir haben es ja vorhin im hebräischen Text gesehen: Sie hatten keine böse Absicht bei dem, was sie tun wollten. Das war für sie nichts, was sie als verwerflich betrachteten. Sie sind so sehr in ihrer Kultur verbohrt, dass sie ihr Verhalten normal finden. Und sie finden alles außerhalb ihrer eigenen täglichen Routine so jenseitig, so absurd, dass sie es gar nicht mehr ernst nehmen.
Wie ist das bei uns? Was machen wir für Dinge, bei denen wir denken: „Das ist das Normalste der Welt“? Was machen wir für Sachen, über die wir gar nicht mehr nachdenken? Was machen wir für Dinge, die alle so machen, die Gruppenzwang sind, die in unserer Kultur Usus sind, und wo wir schon denjenigen komisch anschauen, der uns sagt: „Ich glaube nicht.“
Irgendwann musst du dich fragen: Wer ist denn hier der Falsche?
Flucht aus Sodom und die Dringlichkeit der Rettung
Dann gibt es einen Zeitsprung. Die Geschichte geht zu Ende. Ein solcher Zeitsprung findet bei Vers 15 statt.
Bei Tagesanbruch – wir können uns vorstellen, dass Lot noch eine ganze Weile damit beschäftigt war, seine Verlobten zu überzeugen, die Sachen zu packen und so weiter – heißt es in Genesis 19,15:
„Bei Tagesanbruch drängten die Männer Lot zur Eile. Sie sagten: ‚Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, bevor ihr in den Untergang der Stadt mit hineingerissen werdet.‘“
Es gibt also einen Zeitsprung. Wörtlich heißt es: „Damit du und ihr nicht durch die Schuld der Stadt hinweggerafft werdet.“
Die Schuld der Stadt ist ein wichtiges biblisches Konzept, das man auch im Buch Numeri und im Buch Levitikus findet.
Wir machen uns oft darüber lustig, wenn wir lesen, dass dort architektonische Bauvorschriften oder irgendwelche Genealogien stehen, die kaum jemand versteht. Doch die biblischen Autoren hatten sich etwas dabei gedacht.
Um es sehr kurz zu machen: Dahinter steckt das Konzept, dass die spirituelle Integrität und der moralische Kompass, den du hast, auf andere Menschen abfärbt – und andere Menschen wiederum auf dich.
Das ist es, was damit gemeint ist. Wenn du also in einer Stadt lebst, die voller Schuld ist, wenn du in einer Gemeinschaft lebst, die voller Schuld ist – sei es in einer Wohngemeinschaft, in einer Gruppe, in einer Arbeitsgruppe, in einem Kollegium oder im Forschungsbereich – dann wird das irgendwann auf dich abfärben.
Lots Zögern und Gottes Eingreifen
Vers 16: Weil Lot noch zögerte, fassten ihn die Boten bei der Hand. Sie ergriffen auch seine Frau und seine beiden Töchter, führten sie hinaus und ließen sie erst außerhalb der Stadt wieder los. Denn der Herr wollte sie verschonen.
Das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen: Lot, obwohl er gerade selbst noch anderen verkündet hatte – übrigens bricht hier gleich alles zusammen – zögert. Kennst du das von dir? Du machst anderen, ich auf jeden Fall, Vorschläge, wie sie etwas besser machen sollen. Und gehst nach Hause und denkst: „Dann bist du doch zu faul.“ Genau das Gleiche.
Der Jakobusbrief sagt dazu: Ihr sollt nicht nur Hörer des Wortes sein, sondern Täter des Wortes. Aber Gott ist entschlossen, Lot zu retten. Also nimmt er ihn – er packt ihn, auch wenn er noch nicht dafür bereit ist. Manchmal tut Gott an uns, für uns und mit uns Dinge, für die wir noch nicht bereit sind, weil sie gut für uns sind.
Zum Glück waren es zwei Boten mit jeweils zwei Armen für vier Personen – das passte wie die Faust aufs Auge. Sonst wäre es kritisch geworden. Die Engel bringen die Leute vor Sonnenaufgang hinaus auf die verlassenen Straßen. Denn vor Sonnenaufgang sind die Straßen leer, ihr wisst Bescheid.
Sie sagten in Vers 17: Lauft um euer Leben, schaut nicht zurück! Bleibt nirgendwo in der Ebene stehen, sondern flieht ins Gebirge, sonst werdet ihr umkommen! Bleibt also nirgendwo in der Ebene stehen, sondern flieht ins Gebirge.
Konzentriert euch, schaut aufs Ziel! Seid nicht wie die Männer, die von Blindheit geschlagen umherlaufen, weil sie nicht wissen, wohin sie wollen. Konzentriere dich! Halte die Augen auf das, was du erreichen musst.
Sie sollen nach vorne schauen. Sie sollen nicht dem Schlechten hinterhertrauern, sondern nach vorne blicken. Jesus sagt, es ist eine der wichtigsten Stellen im Neuen Testament: Wer die Hand an den Pflug legt und versucht zurückzuschauen, der ist für das Reich Gottes noch nicht geeignet.
Warum? Weil dann die Pflugstrecke nicht gerade wird. Am Ende versaust du den ganzen Acker. Das ist nicht gut.
Lots Bitte um Schonung des Dorfes und Gottes Antwort
Dann sagt Vers 18: Lot flehte, „Ach bitte nicht, Herr! Du warst so gnädig und hast mir das Leben gerettet, aber bis ins Gebirge schaffe ich es nicht mehr, bevor das Unglück mich auch packt und vernichtet.“
Wieso schafft Lot es nicht, ins Gebirge zu gehen? Das sind keine fünfzehn Kilometer, warum schafft er das nicht? Liegt es daran, dass Lot so voll bepackt ist mit dem ganzen Hab und Gut und allem, was er hat, und das mittransportiert? Nein, denkt daran: Ein Engel oder Bote führt zwei Leute an jeder Hand. Logischerweise können die Leute dann nicht schwer bepackt sein. Das geht nicht.
Lot will auf halber Strecke aufgeben; ihm geht spirituell die Luft aus. Er will nicht losgehen, zögert, und dann kann er nicht losgehen. Das geht fließend ineinander über.
Dann sagt Lot: „Die kleine Stadt da vorne, das kleine Dorf da vorne, also ein bisschen weiter, ist nah genug. Das kann ich noch gut erreichen. Bitte lass mich dorthin laufen, da bin ich gerettet. Bitte verschone dieses Dorf! Siehst du nicht, wie klein es ist?“
Jetzt werden tausend Argumente genannt, warum er das nicht kann, warum es so schwierig ist und überhaupt. Und er fragt, ob Gott nicht mal eine Ausnahme machen kann und so weiter und so fort.
Das Dorf da vorne heißt dann auch noch Zohar, was auf Hebräisch wörtlich „das Unbedeutende“ bedeutet.
Dann sagt Gott zur Antwort: „Gut, auch diesen Wunsch will ich dir erfüllen. Ich zerstöre dieses Dorf da vorne nicht.“
Zur Erinnerung: Lot ist derjenige, der Gottes Wort verkündigt hat. Aber das ist kein Garant dafür, dass er es selbst ernst nimmt und umsetzt.
Ich stehe hier heute Abend als Prediger für euch. Es ist auch meine Aufgabe, der ich versuche gerecht zu werden, das Wort Gottes für uns zu übersetzen. Das ist leider kein Garant dafür, dass ich es in meinem eigenen Leben immer einhalte und befolge. Weder ich noch andere Prediger, Priester, Theologen oder sonst jemand.
Das mahnt uns immer wieder zur Reflexion. Keiner von uns hat das Recht, blind zu gehorchen – auch nicht gegenüber Predigern und Priestern, denen wir viel zutrauen. Wir sind immer wieder in der Pflicht, uns selbst zu hinterfragen.
Sie reden weiter und sagen: „Flieh schnell dorthin, denn ich kann nichts tun, bevor du in Sicherheit bist.“
Von da an wurde das Dorf Zohar zu „A“ genannt, als Lot die Zusage bekam: „Du kannst dorthin fliehen, und es wird nichts passieren, bis du dort bist.“
Das heißt, obwohl Gott jeden Grund gehabt hätte – und der Deal mit Abraham im Kapitel vorher ist übrigens, dass Abraham Gottes Versprechen abnimmt. Gott sagt: „Wenn es nur zehn gerechte Menschen in der Stadt gibt, werde ich sie nicht zerstören.“ Denkt daran, wir sind bei sechs, es fehlen also noch vier.
Nicht mal das ist eingehalten, Gott hätte jedes Recht gehabt, diese Stadt zu zerstören. Trotzdem lässt er sich noch auf Verhandlungen ein und setzt sein Recht nicht durch.
Obwohl wir es verdient hätten, bekommen wir die Strafe nicht, sondern werden verschont.
Die Sonne ging auf, als Lot im Dorf Ahr ankam. Er ist jetzt im Dorf Ahr bei einer Handvoll Menschen. Sonnenaufgang, die ersten kommen schon auf die Straßen raus und schauen: „Wer ist der? Was passiert gerade?“
Die Zerstörung von Sodom und Gomorra
Und dann Vers 24: Da ließ der Herr Feuer und Schwefel vom Himmel auf Sodom und Gomorra herabregnen. Wie kann man sich das vorstellen? In dieser Region gibt es einige sehr deutliche Hinweise auf immense Erdbeben und geologische Bewegungen, etwa im Jahr 12 vor unserer Zeitrechnung. Man spricht von Bodenverflüssigung, und bei größeren Städten sieht man nachts Fackeln auf den Straßen, die natürliche Gasvorkommen entzünden. Die Gegenstände werden nach oben geworfen – da braucht man nicht viel Fantasie.
Es gibt einige unsichere Indizien für einen Meteoriteneinschlag in der Nähe, das ist allerdings nicht gesichert. Auf jeden Fall wurden kristalline Keramikspuren gefunden. Stell dir das vor wie Töpferscheiben oder Tonkrüge, die durch immense Temperaturen geschmolzen wurden. Diese Temperaturen waren sehr hoch, man braucht etwa 800 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Oberfläche der Sonne hat etwa 5.000 Grad Celsius, so ungefähr in der Größenordnung.
Diese Spuren sind eindeutig gefunden worden. Das bedeutet, die Stadt wurde bei Sonnenaufgang vernichtet, nicht in der Nacht. Somit konnten es alle sehen, als die Menschen wieder auf den Straßen und in der Landschaft waren. Die Menschen sollten es sehen, es wurde ein Exempel statuiert. Es geht nie nur darum, die Leute zu bestrafen, sondern vor allem darum, der großen Menge von Menschen draußen deutlich zu machen: Kehre um! Wie Johannes der Täufer es immer wieder betont hat: Kehre um, kehre um, es ist Zeit.
Vers 25: Gott vernichtete sie vollständig, die Stadt, zusammen mit den anderen Städten in der Jordanebene. Er löschte alles Leben in dieser Gegend aus – Menschen, Tiere und Pflanzen. Die anderen drei Städte wurden also ebenfalls vernichtet. Sodom und Gomorra waren nur die Vorreiter dieses Fünf-Städte-Bundes, ähnlich wie die Philister an der Mittelmeerküste einen Fünf-Städte-Bund hatten. Diese Städte waren die größten, fruchtbarsten und reichsten in der Region.
Sie wogen sich in absoluter Sicherheit und erlaubten sich daher, moralisch nachlässig zu werden. Wo geht es dir so? Wo geht es mir so, dass wir uns in so großer Sicherheit wiegen, dass wir uns die Erlaubnis geben, moralisch nachlässig zu sein? Wir wiegen uns in Sicherheit und erlauben uns, moralischen Lustlosigkeit nachzugeben.
In Vers 26 drehte sich Lots Frau auf der Flucht um – was man nicht tun sollte. Es wurde eindeutig gesagt: Dreh dich nicht um, du sollst nur nach vorne schauen. Sie sollte nur nach vorne blicken und vorwärtsgehen, quasi mit Scheuklappen. Lots Frau drehte sich auf der Flucht um und schaute zurück. Sofort erstarrte sie zur Salzsäule.
Zur Salzsäule – wer schon mal am Toten Meer war, wird es gesehen haben. Man kann es auch googeln. Dort gibt es viele Stalaktiten und Stalagmiten, die aus dem Boden herauswachsen. Sie sind ungefähr ein bis zwei Meter hoch, in Ausnahmefällen bis zu fünf Meter. Sie stehen dort, manchmal braun, manchmal bräunlich-weiß – Salzsäulen, die heute am Fuß des Toten Meers sehr deutlich zu sehen sind.
Was heißt es, zur Salzsäule zu werden? Zur Säule zu werden bedeutet, unbeweglich zu werden. Du kannst nicht mehr vorwärts, nicht mehr rückwärts. Du hast keine Bewegung mehr in dir, kein Leben mehr, keine Möglichkeit, Einfluss auf deine Umgebung oder dich selbst zu nehmen. Zur Salzsäule zu werden bedeutet, dass jedes Erleben in dir erlischt. Nicht nur, dass sie keinen Einfluss mehr auf das Leben um sich herum hat, sondern auch in ihr selbst kann sie kein Leben mehr haben.
Denkt daran, was Jesus gesagt hat: Wer die Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist für das Reich Gottes nicht geeignet.
Fazit: Wie gehen die verschiedenen Menschen in dieser Geschichte damit um? Lot, der es am Anfang gut meinte und mit hohen Absichten gestartet ist, verliert die Kraft. Er zögert, will am Ende zwar das Richtige tun, tut es aber nicht. Der Zauderer wird zum Alkoholiker – so geht die Geschichte weiter. Wir haben vorher schon gesehen, dass eine Affinität von Lot zu Alkohol und Suchtmitteln angedeutet wurde. Gottes Eingreifen war für ihn zu heftig.
Sind wir bereit für Gottes Eingreifen? Bist du bereit, dass Gott in deinem Leben eingreift? Das kann anders sein, als wir erwarten. Es kann auch gar nicht passieren, aber es kann heftig sein. Kannst du damit umgehen? Im Hebräerbrief heißt es, es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gott ist ein liebender Gott, aber auch ein mächtiger Gott.
Lots jugendliche Töchter sind Mitläufer im wörtlichsten Sinn und völlig erschüttert von dem, was passiert ist. Vielleicht würde man das heute als posttraumatische Belastungsstörung bezeichnen, das weiß ich nicht. Aber sie denken so: Das, was jetzt war, dieses Ereignis – die brennenden Städte hinter uns –, all die Leute, mit denen wir aufgewachsen sind, mit denen wir zusammen gewohnt haben, sie sind vernichtet worden.
Jetzt gibt es um uns herum keine lebenden Menschen mehr. In diesem Moment denken sie, das wird für immer so bleiben. Später wird beschrieben, dass sie in den Wahnsinn abgleiten und sich einreden, Gott hätte die gesamte Menschheit ausgelöscht.
Dabei sind sie gerade in das Dorf Zoar eingelaufen. Gut, dort leben vielleicht nur 50 Einwohner, aber 50 sind immer noch mehr als null. Wie kommen sie also auf die Idee, Gott hätte die Menschheit ausgelöscht? Das ist offensichtlich nicht logisch. Sie denken so, wie es war, wird es immer sein. Ein völliger Tunnelblick entsteht, eine Konzentration nur auf das Negative, auf die Zerstörung von Sodom.
Obwohl sie bei Tageslicht betrachtet und reflektiert eigentlich besseres Wissen haben, lassen sie am Ende auch ihre Moral schleifen, weil es ihnen schlecht geht. Das machen wir auch manchmal. Wir sagen uns: Mir geht es schlecht, also ist es okay, wenn ich etwas tue, was nicht gut ist. Ich habe ein Gefühl, das macht es in Ordnung. Nach dem Motto: Ja, es war mies, aber wir hatten uns wenigstens darauf eingestellt.
Was heißt das für dich? Gewöhne dich nicht daran, in einer schlechten Umgebung zu leben, denn sie kann schnell schlechter werden. Und dann schaust du dich um und bemerkst: Was ist mit den verlobten Männern? Sie sind gestorben.
Was heißt das für uns? Sie haben die Warnungen nicht ernst genommen. Am Ende sind sie nur ihren eigenen Impulsen gefolgt und haben alles aus den Augen verloren. Sie wurden blind und haben sogar das verloren, was sie am meisten begehrten – nämlich logischerweise die Töchter von Lot, mit denen sie verlobt waren.
Das heißt: Folgst du nur deinen eigenen Impulsen, verlierst du alles aus den Augen, am Ende sogar das Objekt deiner Begierde selbst.
Die Stadtbewohner von Sodom waren schon so jenseitig, so unerreichbar und innerlich so verschlossen, dass das Reden über spirituelle Inhalte mit ihnen nichts mehr bewirken konnte. Es scheiterte schon daran, sich moralisch zu benehmen.
Was heißt das für uns? Du brauchst eine gewisse moralische Fitness, um bestimmte spirituelle Dinge aufnehmen zu können. Inwieweit bist du moralisch fit? Das ist etwas, das du trainieren kannst.
Und Lots Frau? Warum hat sie sich umgesehen? Warum wird in der Bibel nicht erklärt, ob es vielleicht aus Schadenfreude gegenüber den Nachbarn der verdorbenen Bevölkerung war? Möglich ist auch Undankbarkeit oder Unglaube. Kann es das wirklich sein? Wahrscheinlicher ist, dass sie das vermisste, was sie aufgebaut hatte, und nun verloren war.
Denkt daran: Sie erlebt die Geschichte ja zum allerersten Mal. Wir wissen schon, wie es ausgeht, aber sie ist mitten drin. Und sie wird zur Salzsäule – nicht nur unbeweglich, sondern jedes Leben in ihr erlischt.
Ich bin kein Fan von Kalendersprüchen, aber wenn du in der Vergangenheit lebst, kannst du die Gegenwart nicht gestalten. Das ist es, was hinter der Salzsäule steht.
Und was ist mit uns? Sind wir besser? Wer wären wir gewesen in der Geschichte? Ihr seht, es gibt keinen Helden, keinen Menschen, der glorreich und siegreich daraus hervorgeht und sich auf die Schulter klopfen kann und sagt: „Ja, ich bin es, ich habe es verstanden, ich habe es geschafft.“ Nein, nein.
Würden wir davon ausgehen, dass wir automatisch Lot wären? Würden wir automatisch die Boten sein? Ich glaube, es ist viel wahrscheinlicher, dass die meisten von uns, mich eingeschlossen, eher die Dorfbewohner wären.
Was heißt das für uns? Wir hätten keinen Anspruch darauf, keinen Anspruch auf den Ausweg. Christen sind nicht besser, wir sind nicht besser. Wir müssen diese Maßstäbe des moralischen Trainings nach wie vor an uns anlegen.
Wir sind nicht besser. Der einzige Unterschied ist, dass uns vergeben worden ist. Der einzige Unterschied ist, dass uns vergeben worden ist.
Das heißt: Wer sind wir? Wir sind genau wie alle anderen, nur dass wir Gottes Vergebung angenommen haben. Amen.
Ui, heftig, oder? Jetzt werden viele Leute, die zusammen mit dir dieses Video sehen, denken: Mensch, das macht mich nachdenklich. In diesen wenigen Versen steckt viel mehr, als ich ursprünglich gedacht habe.
Und das ist auch meistens so. Die Bibel ist ein lebendiger Schatz, und wir müssen ihr nur besser zuhören.
Um dir dabei zu helfen, mehr davon zu sehen und zu erkennen, habe ich dir Flashcards zum besseren Bibelstudium erstellt. Sie helfen dir, im hörenden Gebet die Bibel zu lesen und hinter die Oberfläche einzutauchen.
Dank der Hilfe der Spender-Community kann ich das alles 100 Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch!
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Und das war’s. Ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Schreib gern einen Kommentar, was du aus diesem Video, aus dieser Predigt bis jetzt mitgenommen hast.
In jedem Fall schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Nachfolge-Verstehen. Um auch Nachfolge zu leben und Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit.
Dafür lade ich dich ein, jetzt mit den anderen zusammen die Glocke ganz fest und ganz durchzukneten, damit sie nicht zur Salzsäule erstarrt.
Während du das tust, enden wir mit dem schlechten Witz der Woche:
Wer ist der schlimmste Sünder der Bibel? Mose – er hat alle zehn Gebote zerbrochen.
Denk mal drüber nach. Wir sehen uns im nächsten Video, ich freue mich auf dich.
Fazit: Die verschiedenen Reaktionen auf Gottes Eingreifen
Fazit
Wie gehen die verschiedenen Menschen in dieser Geschichte damit um?
Lot, der am Anfang gute Absichten hatte und mit hohen Zielen gestartet ist, verliert schließlich die Kraft. Er zögert und will am Ende des Tages zwar das Richtige tun, schafft es aber nicht. Dieser Zauderer wird zum Alkoholiker. So geht die Geschichte weiter.
Wir haben zuvor bereits gesehen, dass eine Affinität von Lot zu Alkohol und Suchtmitteln angedeutet wurde. Gottes Eingreifen war für ihn zu heftig. Sind wir bereit für Gottes Eingreifen? Bist du bereit, dass Gott in deinem Leben eingreift? Das kann anders sein, als wir es erwarten. Es kann auch gar nicht passieren, aber es kann heftig sein. Kannst du damit umgehen?
Im Hebräerbrief heißt es, es sei schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gott ist ein liebender Gott, aber auch ein mächtiger Gott.
Loths jugendliche Töchter sind im wörtlichsten Sinne Mitläuferinnen. Sie sind völlig erschüttert von dem, was passiert ist. Vielleicht würde man heute von einer posttraumatischen Belastungsstörung sprechen, das weiß ich nicht. Aber sie denken so: Dieses Ereignis, das wir erlebt haben – die brennenden Städte, die hinter uns liegen, all die Menschen, mit denen wir aufgewachsen sind und zusammengelebt haben, die vernichtet wurden – jetzt gibt es um uns herum keine lebenden Menschen mehr. In diesem Augenblick glauben sie, dass das für immer so bleiben wird.
Später wird beschrieben, dass sie langsam in den Wahnsinn abgleiten und sich einreden, dass Gott die gesamte Menschheit ausgelöscht hätte. Dabei sind sie gerade in das Dorf Ahr eingetroffen. Dort leben vielleicht nur 50 Einwohner, aber 50 Menschen sind immer noch viel mehr als null. Wie kommen sie also auf die Idee, dass Gott die Menschheit ausgelöscht hat? Das ist offensichtlich nicht logisch.
Sie denken sich, was sie erlebt haben, sei so und werde immer so sein. Ein völliger Tunnelblick entsteht, eine Konzentration nur auf das Negative, auf die Zerstörung von Sodom. Und obwohl sie bei genauerer Betrachtung und Reflexion eigentlich besseres Wissen haben, lassen sie am Ende des Tages auch ihre Moral schleifen, weil es ihnen schlecht geht.
Das machen wir auch manchmal. Wir sagen uns: „Hey, mir geht es schlecht, also ist es okay, wenn ich etwas tue, was nicht gut ist.“ Oder: „Ich habe ein Gefühl, das macht es in Ordnung.“ Nach dem Motto: „Ja, es war mies, aber wir hatten uns wenigstens darauf eingestellt.“
Moralische Fitness und die Gefahr der Verblendung
Was heißt das für dich? Das bedeutet, dass du dich nicht unbedingt daran gewöhnen solltest, in einer schlechten Umgebung zu leben. Denn diese kann sich im Handumdrehen verschlechtern. Und plötzlich schaust du dich um und fragst dich: Was ist mit den verlobten Männern? Sie sind gestorben.
Was heißt das für uns? Sie haben die Warnungen nicht ernst genommen. Am Ende sind sie nur ihren eigenen Impulsen gefolgt. Dabei haben sie alles aus den Augen verloren. Sie wurden blind und haben sogar das verloren, was sie am meisten begehrt haben – nämlich die Töchter von Lot, mit denen sie verlobt waren.
Das heißt: Wenn du nur deinen eigenen Impulsen folgst, verlierst du alles aus den Augen – am Ende sogar das Objekt deiner Begierde selbst.
Die Bewohner von Sodom waren schon so jenseitig, so unerreichbar und undurchlässig. Sie hatten innerlich Mauern errichtet und waren so weit entfernt, dass Gespräche über spirituelle Inhalte mit ihnen nichts mehr bewirken konnten. Es scheiterte bereits daran, sich moralisch zu benehmen und zu verhalten.
Was heißt das für uns? Du brauchst eine gewisse moralische Fitness, um bestimmte spirituelle Dinge aufnehmen zu können. Inwieweit bist du also moralisch fit? Das ist etwas, das du trainieren kannst.
Und Lotts Frau? Warum hat sie sich umgesehen? Warum wird in der Bibel nicht erklärt, ob es vielleicht aus Schadenfreude gegenüber den Nachbarn der verdorbenen Bevölkerung war? Oder vielleicht aus Unglauben? Kann es wirklich Unglauben sein? Wahrscheinlicher ist, dass sie alles vermisst hat, was sie aufgebaut hatte – und nun war es weg.
Denk daran: Sie erlebt die Geschichte ja zum allerersten Mal. Wir wissen bereits, wie es ausgeht, aber sie steckt mittendrin. Und sie wird zur Salzsäule. Das bedeutet nicht nur, dass sie unbeweglich wird, sondern auch, dass jegliches Leben in ihr erlischt.
Ich bin kein Fan von Kalendersprüchen, aber wenn du in der Vergangenheit lebst, kannst du die Gegenwart nicht gestalten. Das ist das, was hinter der Salzsäule steht.
Selbstreflexion und die Bedeutung von Vergebung
Und was ist mit uns? Sind wir besser? Wer wären wir in der Geschichte gewesen?
Ihr seht, es gibt keinen Helden, keinen Menschen, der glorreich und siegreich daraus hervorgeht. Niemand kann sich auf die Schulter klopfen und sagen: „Ja, ich bin es, ich habe es verstanden, ich habe es geschafft.“ Nein, das gibt es nicht.
Würden wir davon ausgehen, dass wir automatisch Lot gewesen wären? Würden wir denken, wir wären automatisch die Boten gewesen?
Ich glaube, es ist viel wahrscheinlicher, dass die meisten von uns – mich eingeschlossen – eher die Dorfbewohner gewesen wären.
Was bedeutet das für uns? Das heißt, wir hätten keinen Anspruch darauf, wir hätten keinen Anspruch auf einen Ausweg. Christen sind nicht besser, wir sind nicht besser. Wir müssen diese Maßstäbe moralischer Prüfung weiterhin an uns anlegen.
Wir sind nicht besser. Der einzige Unterschied ist, dass uns vergeben worden ist.
Wer sind wir also? Wir sind genau wie alle anderen, nur dass wir Gottes Vergebung angenommen haben. Amen.
Abschluss und Einladung zum weiteren Bibelstudium
Ui, heftig, oder? Jetzt denken viele Leute, die mit dir zusammen dieses Video gerade schauen: „Mensch, das macht mich nachdenklich.“ In diesen wenigen Versen steckt noch viel mehr, als ich ursprünglich gedacht habe. Und das ist auch so – meistens ist es so. Die Bibel ist ein lebendiger Schatz, und wir müssen ihr nur besser zuhören.
Um dir zu helfen, mehr davon zu sehen und zu erkennen, habe ich die Flashcards zum besseren Bibelstudium kreiert. Sie helfen dir genau dabei, im hörenden Gebet die Bibel zu lesen und hinter die Oberfläche einzutauchen. Dank der Unterstützung der Spender-Community kann ich das alles hundert Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch!
Wenn du gern gratis mitmachen möchtest, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung. Und das war’s. Ich erzähle jetzt noch den schlechten Witz der Woche. Schreib gern einen Kommentar, was du aus diesem Video, aus dieser Predigt bis jetzt mitgenommen hast.
In jedem Fall schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss, und das war ein Input zum Nachfolge-Verstehen. Um Nachfolge auch zu leben und zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit.
Dafür lade ich dich ein, jetzt mit den anderen zusammen die Glocke ganz fest und kräftig durchzukneten, damit sie nicht zur Salzsäule erstarrt. Während du das tust, beenden wir jetzt mit dem schlechten Witz der Woche:
Wer ist der schlimmste Sünder der Bibel? Mose – er hat alle zehn Gebote zerbrochen. Denk mal drüber nach.
Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.
