Nun haben wir heute den Predigttext aus 1.Petrus 4. Die Verse 7 bis 11. Das
ist im Neuen Testament Seite 261.
Petrus, den kennen wir als Jünger und Apostel Jesu, der eine Ermahnung gibt
an junge Christen, die noch gar nicht so lange zum Glauben gekommen waren.
7 Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und
nüchtern zum Gebet.
8 Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn «die Liebe deckt auch der Sünden Menge» (Sprüche 10, 12).
9 Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Im alten Luther hat's geheißen Ohne Murmeln" - das ist, wenn man so hinter vorgehaltener Hand über die Gäste murrt. Schön, Bibel ist immer praktisch und anschaulich.
10 Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes: oder der verschiedenen Gnadengaben Gottes. Jeder hat ein Charisma, der Jesus folgt, der im Glauben steht, eine Gabe, die ganz eigen ist für ihn, mit der er Gott verherrlichen kann.
11 wenn jemand predigt, dass er's rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er's tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Amen.
8 Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn «die Liebe deckt auch der Sünden Menge» (Sprüche 10, 12).
9 Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Im alten Luther hat's geheißen Ohne Murmeln" - das ist, wenn man so hinter vorgehaltener Hand über die Gäste murrt. Schön, Bibel ist immer praktisch und anschaulich.
10 Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes: oder der verschiedenen Gnadengaben Gottes. Jeder hat ein Charisma, der Jesus folgt, der im Glauben steht, eine Gabe, die ganz eigen ist für ihn, mit der er Gott verherrlichen kann.
11 wenn jemand predigt, dass er's rede als Gottes Wort; wenn jemand dient, dass er's tue aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Amen.
Heute Nacht geht die Olympiade zu Ende. Es waren ja spannende, großartige
Wettkämpfe. Man könnte viel erzählen über die Superleistungen, die dort
erbracht wurden. Und mich bewegt eigentlich an so einem Schlusstag nur, wie
viele Athleten aus aller Welt gehen enttäuscht nach Hause? Traurig, von
denen spricht niemand. Und die sagen "Ach, ich hab es mir ja doch beim
Hinflug so ein bisschen erträumt, wie das ist, wenn ich doch oben auf dem
Treppchen stehe, ganz oben". Es ist ja eigentlich nicht möglich von der
Leistung her, man kann sich das ja vorher ausrechnen. Aber – es gibt ja
immer wieder so einen Ruck manchmal und so eine Superleistung, wo selbst
Athleten sagen, ich weiß nicht, wie das kam, dass ich so etwas vollbringen
konnte.
Mitmachen ist alles?
Und so erträumt sich ja doch jeder, dass alle Kameras auf ihn
gerichtet sind, dass die Mikrofone ihm entgegengestreckt werden, dass er um
Interviews gebeten wird, und dass in allen Ländern der Welt sein Name
bekannt wird. Oben auf dem Treppchen stehen, das ist der Traum. Aber nicht
bloß beim Sport. Manche sagen ja, beim Sport, es ginge nicht ums Siegen.
Ich hab dasselbe oft jungen Leuten gesagt, aber ich hab gemerkt, dass das
verlogen war. Natürlich geht's beim Sport um das Siegen. Man lügt ja
manchmal junge Leute doch ein bisschen an. Also, und dann sagt man:
Mitmachen ist alles! Nein, nein, nein! Es ist die Ehre eben sehr sehr viel,
und das Wichtige. Und nicht bloß beim Sport. Sondern im ganzen Leben. Und
das wissen Sie.
Jeder will gewinnen
Beim Abi ist es eben doch wichtig, ob einer den Preis hat
oder durchfällt. Er soll doch nicht sagen: Mitmachen war alles. Hat Spaß
gemacht. War schön. Und wenn Sie im Geschäft sind, dann wollen Sie Erfolg
haben, und wer in der Wirtschaft tätig ist, der muss Umsatzsteigerungen
haben, und wenn er sieht, dass sein Konkurrent 25% Plus hat, dann freut er
sich nicht, wenn er rote Zahlen schreibt. Also, im Leben geht's doch darum,
ich will doch was leisten in meinem Leben ich will was tun. Aber bei den
Politikern. Ich vergesse das nie, wie ein Politiker sagte: Nachdem ich
nicht mehr wiedergewählt wurde, es war ganz knapp. Ich trau mich nicht mehr
auf die Straße, ich kann den Menschen nicht mehr in die Augen sehen. Ich
schäme mich. Dabei haben die Leute ihn vielleicht nicht gewählt, weil sein
Wahlplakat nicht so gut war. So ganz äußere Motive. War ja gar keine Kritik
vielleicht. Wie das Menschen weh tut: Ich hab's nicht geschafft, ich hab
mein Ziel nicht erreicht. Ich bin nicht ganz oben. In der Kunst ist es doch
so. Wohl dem, der malt, dass er Freude dran hat. Der andere will doch was
leisten, er will doch bekannt werden, er will doch gerühmt sein. Und darum
bringen wir doch alle uns unter tüchtigen Stress. Na, wir müssen ja in
unserem Leben unsere Ziele hoch setzen und sagen, ich möchte doch was
Großes fertigbringen. Die jungen Leute, die sagen das manchmal ihren Eltern
vielleicht erst im Trotz, ihr sollt mal sehen, dass ich nicht ein Versager
bin. Wartet mal. Da haben sie ein Ziel im Geheimen: Eines Tages muss mein
Vater kommen und neidisch auf mich blicken. Traum. Und es ist bitter, wenn
man seine Ziele nicht erreicht. Wie viele sind's eigentlich, die oben auf
dem Treppchen stehen. Schon bei den Athleten waren's nur ganz wenige aus
den vielen tausend.
Enttäuscht vom Leben
Und im Leben, wer ist denn da? Viele werden ja mit Schimpf und Schande vom Treppchen runtergejagt nachher im Leben, beim Ruhm.
Im Erfolg. Was ist eigentlich falsch? Nicht das ist falsch, was wir so gern
meinen, dass das Leben uns nicht das gegeben hat, was wir verdient haben.
Gucken Sie sich mal im Bekanntenkreis um, jeder von Ihren Bekannten ist im
Leben nicht richtig auf diese Wertung gekommen, die er eigentlich selbst
erwartet hat. Jeder ist enttäuscht vom Leben. Das Leben hat einem übel
mitgespielt. Da liegt eine Wunde. Viele reden nicht darüber. Und viele
sagen: Das ist das in meinem Leben so Schlimme. Ich sage aber nicht, das
ist schlimm, dass wir nicht das erreicht haben, was wir für uns erträumt
haben, sondern schlimm ist, dass wir solche Ziele haben. Schlimm ist, dass
wir so viel Ehrgeiz haben. Das hat uns der Teufel ins Ohr geflüstert, der
Verführer.
Der schon den ersten Menschen ins Ohr geblasen hat und gesagt
hat: Ihr werdet sein, wie Gott. Wenn Ihr, und jetzt müsst ihr bloß, und das
träumt man, jetzt kann ich meinem Leben eine ganz große Bedeutung geben.
Wenn's nur gestimmt hätte. Sein wie Gott. Wissen Sie eigentlich, wie Gott
ist? Als er seinen Sohn in die Welt geschickt hat, hat er ihn als
Sklavenknecht geschickt. Jesus hätte ja auch in die Welt kommen können als
Goldjunge. Als Sportsathlet.
Jesus ist nicht in die Welt gekommen als Goldjunge oder Medaillengewinner. Er kam als Verachteter.
Dann hätten die Leute von Nazareth vielleicht
genauer hingesehen und hätten Jesus nicht hinausgestoßen. Er kam als der
Verachtete und Erniedrigte. Jesus hat nie einen Titel erworben. Nie eine
Ehre von Menschen überhaupt akzeptiert. Er hat nichts in diesem ganzen
Leistungsgefüge der Menschen gewollt. Er hat es bewusst abgelehnt, und hat
es als einen ganz bösen Irrweg bezeichnet. Ich möchte Ihnen nichts
wegnehmen von dem Erfolg, den Sie haben. Sie dürfen sich daran freuen, wenn
es Ihnen in den Schuss gefallen sein sollte.
Ehre bekommt nicht, wer sich selbst verwirklicht
Sie verstehen, was Jesus uns wichtig machen will. Das Dienen, das in unserer Zeit überhaupt gar nicht
mehr im Sprachgebrauch vorkommt, vielleicht in altertümlichen Wendungen,
über die man lächelt, weil es heute um die Selbstverwirklichung geht, um
meine Größe zu entfalten, und da erlebt man so viel Enttäuschung, denn
Jesus hat nie von dem gesprochen, von meiner Selbstverwirklichung. Sondern,
dass er gekommen sei als ein Knecht, als ein Sklave, der für die
Minderwertigsten der Minderwertigen sein Leben opfert und dienen will. Und
sein Leben verströmt für andere. Für die, die für die meisten Menschen gar
nicht mehr von Bedeutung sind. Er wurde gering, schwach, unansehnlich, das
ist die Art Jesu. Steht einmal in der Offenbarung, das ist wichtig, dass
die Ältesten vor dem Thron Gottes Kronen haben. Das dürfen Sie wissen, dass
uns unser Herr einmal in der Ewigkeit Kronen geben wird. Er will uns
krönen. Er macht uns nicht fertig. Er will uns krönen, er will uns ehren.
Aber in der Ewigkeit steht da Offenbarung 4, wenn Sie es einmal nachlesen,
dass diese Ältesten ihre Kronen zu ihren Füßen werfen und sagen: Das Lamm,
der Gekreuzigte, der Schmachvolle, der erniedrigte Mann vom Kreuz mit den
Wundmalen und der Dornenkrone, der ist würdig zu nehmen Preis und Ehre und
Lob und Anbetung. Die Ehre gehört ihm, dem Verachteten, dem von Menschen
verachteten Jesus. Probieren Sie es gar nicht, Jesus für die Welt attraktiv
zu machen. Vielleicht sind Sie oft in der Versuchung, und meinen, Sie
müssten den Menschen heute Jesus als den enttäuschten Könner vorstellen.
Dürfen Sie nicht! Jesus hat ganz bewusst diesen Weg gewählt. Er wurde
verachtet, schwach, niedrig und arm.
Im Volk Gottes gibt's kein Management
Und jetzt will ich heute drüber predigen, was es heißt für unser Leben.
Nur das Dienen macht unser Leben reich. Und zwar das Dienen mit der ganz
unangenehmen Wendung und Bedeutung, dass ich für andere lebe. Und mein
Leben für andere verströme. In unserer Zeit ist das gar nicht mehr zu
transportieren.
Nur Dienen macht unser Leben reich.
Wenn ich sowas heute Ihnen zurufen will, dann bin ich mir
doch bewusst, dass das heute, in unserer Zeit so entgegengesetzt ist, wo
jeder sagt: Ich hab doch ein Recht darauf, für meine Gefühle zu leben, dass
ich meine Lust verwirkliche, meine Lebenskraft, ich darf doch auch einmal
nach mir selber einmal fragen und selber möchte ich Mensch sein, so wie ich
will. Der Petrus, der uns das Ganze hier niedergeschrieben hat, hat ja in
seinem Leben auch anders gedacht. Es ist ja interessant, dass Christen,
Jesus-Jünger gar nicht anders denken als die Welt. Vielleicht meinen wir
das immer.
Es wird ja die nette Episode erzählt, wie einmal diese
Jesusjünger zu ihm kamen und sagen: Herr Jesus ich mach mal dein Büro. Ich
werde dein Generalstabsleiter. Und ich werde der Manager in deinem Volk.
Ich mach das. Und dann haben sie miteinander gestritten, wer wohl die
obersten Manager-Ämter ausfüllen kann. Und Jesus hat ganz ärgerlich sie zur
Rede gewiesen. Und hat gesagt: Das gibt's nicht. Im Volk Gottes gibt's kein
Management, und da gibt's auch keine Leitungsämter. Nur einer kann Leiter
sein: Wer am tiefsten sich hinunterbeugt.
Der Diakonos ist der Diakon, Dienst. Und dem müssen wir ein wenig nachdenken, was das eigentlich meint.
Was heißt denn "Dienen"? Das heißt doch, dass man der Schuhabstreifer für
andere wird. Dass die anderen einen hin- und herschubsen. Merkwürdig! Bloß
dass Sie's festhalten. Vom Evangelium her ist der Dienst die einzige
Möglichkeit zu einem glücklichen, erfüllten Leben. Vielleicht haben Sie
noch einmal einen kennengelernt der lieben Diakonissen, die so äußerlich
demonstrieren, dass ihr ganzes Leben bis hin zum Geld, das sie verdienen,
ein Verzicht sein soll. Nicht als Opfer. Als ein Geschenk der
Lebenserfüllung, aber nicht bloß für Diakonissen, für alle Menschen: Der
Dienst für andere, die Hingabe!
Da steht ein Wort, das wir heute immer
gerne mit einem anderen modernen wiedergeben, die Amerikaner haben das so
gebraucht in den zurückliegenden Jahrzehnten haben sie die ganze Tätigkeit
auch der sogenannten "Laienchristen" unter diesem Wort zusammengefasst,
unter der "Stewardship". Wir sind Stewards, Kellner, Aufwärter. Sie kennen
doch die Stewardessen in den Flugzeugen. Ich bin schon ab und zu in
Flugzeugen unterwegs gewesen, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie
einen Steward sitzen gesehen, außer in der kurzen Landephase wegen
Sicherheitsgründen. Der steht immer! Auch beim zwölfstündigen Flug, oder
wenn er sitzt, sieht's niemand. Es ist einer, der da steht, und sagt: Was
kann ich für die Passagiere tun. Einer, der sein Leben als Opfer versteht
und dem es Freude macht, wenn es den Leuten schmeckt, und wenn er seine
Kästen bringt, wo das Essen drin ist, dann hat er seinen Spaß daran und
sagt: Hoffentlich schmeckt es Ihnen! Brauchen Sie noch etwas? Wollen Sie
noch etwas zum Trinken? Ich möchte Sie doch bedienen! Die schönste
Entfaltung des Lebens, nicht nur bei Jesus, sondern ist bei allen denen,
die in seinen Fußstapfen gehen, wenn Sie sich fragen in meinem, in Ihrem
Leben: Wo kann ich mit meinem Leben anderen dienen? Wo werde ich gebraucht?
Jeder kann (anders) dienen
Und jeder hat Gnadengaben empfangen. Ganz andere. Oft meine ich sogar,
dieser Platz auf der Kanzel ist gar nicht der entscheidende Platz, sondern
was Sie tun. In der Pflege eines Familienangehörigen, vielleicht einer
Mutter, der Sie einen Liebesdienst tun in den letzten Monaten Ihres Lebens.
Eine Gnadengabe Jesu, wenn Sie das tun. Einen Besuch, wo Sie jemand
aufrichten. Wo sie einen Schwachen oder Schwermütigen betreuen und Zeit für
Ihn haben. Wo sind Ihre Gnadengaben? Sie werden erfüllt durch dienen! Sie
werden doch nicht erfüllt durch das, was Sie in Ihre Taschen sammeln! Hier
müssten sie es doch am besten wissen. Wo wir doch seit vielen Jahren in so
einem materiellen Überfluss leben. Wir sind doch nur die Verwalter, die
Haushalter. Für eine kurze Zeit hat Gott uns Dinge anvertraut, was können
wir mit dem machen? Es gibt sicher Sparkassenangestellte unter uns, die
wird das auf die Palme bringen, aber... Ob's auf dem Konto gut angelegt ist
im Blick auf künftige Inflation, das ist die Frage. Was machen Sie mit
Ihrem Geld, mit Ihrem Besitz. Was machen Sie mit all dem, was Sie
zusammengehäuft haben, wenn's nicht zu einem Dienst für andere wird? Ihr
schönes Auto, das Sie sich kaufen, wie kann ich es gebrauchen, dass es ein
Dienst wird für andere, wo ich einem anderen damit Freude machen darf.
Erschütternd, dass sich auch bei uns als Christen so gerne der Machttrieb
regt. Dass wir meinen, man lebt davon, dass man viele Güter hat.
Und dann verstehen wir das nicht, dass nicht der Ehrgeiz und die Privilegien und die
Rechte und die Anerkennung unser Leben erheben, sondern wen Sie mal auf Ihr
Leben zurückblicken und sagen: Es war mal das Schönste: Da habe ich einem
Menschen Gutes tun dürfen. Vielleicht in Ihrer Berufslaufbahn, irgendwo am
Rande. Was haben wir die Gewichte falsch gesetzt. Vom Dienen her kommen,
das ist doch das Leben, das Jesus für seine Jünger vorbildlich macht. Dient
einander ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten
Haushalter der macherlei Gnade Gottes. Wenn jemand redet, dann redet bitte
so, dass es Gottes Wort ist. Nicht das Hin- und Her-Reden, sondern ruft
doch etwas Gewisses in die Welt hinein. Wenn du etwas tust, so wie es
unsere Mitarbeiter in Waldheim in der Gruppenbetreuung, oder beim Schälen
der Kartoffeln in der Küche, dann tu es aus der Kraft, die Gott darreicht.
Da ist ein Geschenk da, weil Gott durch diesen Dienst verherrlicht werden
wird. Und es ist eine ganz große Sache, dass dieses Dienen, die mächtigste
Evangelisation Gottes in unserer Welt ist. Die seit 2000 Jahren läuft. Da
haben viele schon die Liebe Christi an Menschen spüren dürfen. Und Sie
dürfen sie weitergeben.
Güter betören
Das zweite, was wichtig ist, das Leben, wie man es richtig intensiv leben
kann, so heißt es, das ist heute unser Thema. Ich brauche ein Ja Gottes zu
unserem Leben. Ich brauche ein Ja Gottes zu meinem Leben. Das ist oft
schwierig, weil Sie alle in schwierigen Lebensumständen leben. Besonders
die, die da von der Krankheit, sondern auch die ihrer Kraft beraubt sind,
im Alter wird es immer wieder schwierig, deshalb fängt ja der Petrus an und
sagt, es ist nahe gekommen das Ende aller Dinge. Es ist alles nur begrenzt.
Der Urlaub. Es ist immer ein bisschen wehmütig. Wenn der erste Tag vom
Urlaub schon verbraucht ist. Manche, die leben bloß so rum, in Wehmut: Ach,
schon wieder ein Tag vorbei, und jetzt nur noch vier Tage und so. Sie
können natürlich an einem heißen Tag einen Trunk, einen kühlen Trunk
trinken, sagen Sie, ist bloß noch halb voll. Es geht auch nach, das hat
alles ein Ende. Das ist ja so schade, dass es nichts gibt, was auf Dauer
befriedigt. Ich fürchte, dass wir alle am meisten davon gefährdet sind,
dass wir uns an irdische Güter binden. Und dass wir unsere geistlichen
Lebenskräfte verlieren. Weil wir uns zerarbeiten in einer Fülle von Dingen,
die doch unser Leben nicht reich machen. Wir müssen mal überlegen, was ist
eigentlich vorrangig wichtig? Da heißt es: Seid mäßig und nüchtern! Mäßig
und nüchtern!
Beten macht den Blick frei
Die Tatjana Koritschewa, die aus der Sowjetunion kam und dort
in den schweren Jahren der kommunistischen Verfolgung zum Glauben an
Christus kam, die hat ja immer wieder, wenn sie im Westen war, doch
eindringlich gemahnt: Wenn ihr nicht den ganzen Tag über die Verbindung mit
Gott im Gebet aufrecht erhaltet, werdet ihr verführt an euren Seelen durch
die Vielfalt der Güter, die euch betören. Und was hat sie uns geraten? Zu
beten! Genau das ist es, was der Petrus sagt. Seid mäßig und nüchtern zum
Gebet. Was ist ein Gebet? Viele meinen, das Gebet sei nur noch, dass man zu
allem Überfluss noch ein paar Dinge bei Gott erbitten darf. Gott als der
große Versandhauskatalog, wo man noch ein paar Dinge bestellen kann, die
uns noch fehlen zum äußeren.
Viele meinen, Gott sei der große Versandhauskatalog und beim Beten würde man dort seine Bestellung aufgeben.
Ich hab vor ein paar Tagen in dem schönen
Oswald Chambers-Buch gelesen, wo er sagt: Beten ist Arbeit! Und die meisten
Christen beten zu wenig, weil sie nicht arbeiten wollen, weil sie faul
sind. Ihr müsst eure Lebensaufgaben im Gebet mit Gott durchbeten, und dann
merkt ihr gleich, dass ihr beten müsst: Herr, dein Wille geschehe. Und dann
wird man schon sauer, wenn man eure Lebenswünsche vor Gott zu opfern. Und
sie auch daraufhin zu prüfen, ob sie mit dem Willen Gottes überhaupt
übereinstimmen! Das heißt doch, mäßig und nüchtern sein zum Gebet. Aber
umgekehrt ist das so befreiend, wenn ich weiß, aus dem Gebet heraus, Gott
will etwas mit mir. Ich habe etwas neu entdeckt. Beim Beten. Gott hat mir
Aufgaben zugewiesen. Und jetzt auf einmal merkt man, Gott hat mir auch die
Aufgabe zugewiesen, dass ich vielleicht früher in Rente gehe und meine
Mutter pflege. Oder ein Ehemann, der eine kranke Frau durchträgt, und nicht
als Opfer, sondern als Gottesdienst.
Mäßig und nüchtern zum Gebet. Ich kann
das Ja Gottes über meinen Lebensabschnitt nur entdecken, wo ich frage:
Herr, was willst du jetzt mit mir. Wo brauchst du mich? Wo ist meine
Berufswahl, wo sind meine Lebensentscheidungen? Ich will das doch vor dir
prüfen, ich will doch in deine Ordnung hineinkommen, ich möchte entdecken,
was du mit mir vorhast.
Dienst ist wertvoll
Und dann auf einmal merken wir: Dann ist das ja nicht nur irgend etwas, so wie man's gerne meint, was machst du nur solche
Dinge. Ihr lieben Hausfrauen, dass euch das doch nicht von den andern
einreden, dass es nur Hausfrauendienst ist. Jeder Dienst, den ich tue,
egal, wie ihn die Welt einschätzt, ist ein Dienst zur Ehre Gottes. So, wie
es am Ende heißt: Damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus
Christus. Sie müssen ein Ja zu Ihrer Lebensführung haben, Sie müssen sich
frei machen von diesem Ehrgeiz auf dem Treppchen, wo Sie stehen. Sondern,
Sie müssen sagen: Ich will mein Leben finden und ich will intensiv das
leben, wozu Gott mir die Gaben gegeben hat. Und da will ich Gott damit
preisen. Ich brauch dazu keine Bestätigung von Menschen, und keinen Beifall
und keine Ermutigung, ich will das leben, was er vorhat. Seid mäßig und
nüchtern zum Gebet.
Prüfen Sie sich unterm Gebet, dass Gott Sie leitet, und
Sie die Aufgaben des Lebens, die Gott Ihnen stellt, nicht versäumen, da
kann man so schrecklich schuldig werden, dass man vor lauter Träumen von
großen Dingen das Alltägliche versäumt. Wissen Sie, es ist auch unter uns
Christen oft so, dass man die Welterweckung sucht, und den Nachbar im
Nebenhaus vergisst, und den Kranken vor der Tür. Es ist gar nicht wichtig,
von Großem zu träumen, wenn man das Naheliegende nicht tut. Seid mäßig und
nüchtern zum Gebet. Aus dem Gebet heraus krieg ich ein Ja zu meiner
Lebensführung. Und darf auch Großes von Gott erbitten, auch seinen Segen.
Und auch das letzte, was ich da herausgreifen will: Äh, also, wir sprachen
zuerst davon, dass das Dienen mein Leben reich macht, und dann ich brauch
ein Ja zur Lebensführung, das kommt aus dem Gebet. Ohne Liebe geht es
nicht. Das Evangelium ist immer viel einfacher, als wir das so weitergeben.
Wir machen eine ganz komplizierte Sache daraus. Und Jesus hat gesagt: Zur
Lebenserfüllung ist das nur wichtig: Lieben. Ja, bloß lieben.
Petrus setzt noch hinzu: Äh, Lieben, und da heißt es: Beständige Liebe. Untereinander
eine beständige Liebe, dies ist eine Liebe, die nicht aufhört, die
ununterbrochen weitergeht. Mag ich kaum drüber reden, weil, da werde ich am
meisten schuldig. An der Liebe. Es ist ja heute große Mode, dass eine Fülle
von Konzepten angeboten wird, wie man eine Gemeinde lebendig macht. Es
findet ein Riesenkongress wieder in Hamburg statt, und da werden Modelle
vorgestellt, die zehntausend... in Korea gibt es einen, der hat sogar
achthunderttausend Gemeindeglieder, ich weiß nicht, wie man das machen kann
in unserer kleinen Kirche, aber...
Wenn Menschen die Liebe spüren
Wissen Sie, es gibt viele tolle Ideen,
und ich halte immer von diesen ganzen Methoden sehr wenig. Weil ich denke,
die biblischen Methoden sind die besten, auf die kommt's an. Und da steht
da die Liebe. Und wo Liebe ist, da werden die Menschen angezogen, das ist
wie die Fliegen auf den Honig gehen, also einmal schön, da muss man gar
nicht mehr viel tun. Liebe. Und jetzt bitt ich Sie einfach, auch mit mir zu
überlegen, was kann man denn da tun? Gar nichts Besonderes, wenn man so...
Das offene Herz haben einer für den andern. Das andere spüren, ich bin
nicht besser als sie. Das ist ja gemeint mit der Liebe, die die Menge der
Sünden abdeckt. Wir wollen nie so tun, als ob wir andere verurteilen,
sondern wir sind Leute, die zusammengebrochen sind über unseren
Versäumnissen, und die sind die Schlimmsten. Wir wissen, dass wir in
unserem Leben zu allen schrecklichen Untaten fähig wären, wenn nicht Gottes
Güte uns behütet. Und das sollen Menschen spüren, die zu uns kommen, dass
wir nie über sie auch nur etwas Kritisches sagen wollen, und dass wir sie
lieb habe.
Auch wenn ihr Leben zerbrochen ist, auch wenn sie gescheitert
sind, auch wenn sie hier und da von Menschen schlimm verurteilt werden, bei
uns sollen sie es nicht sein, weil wir Jesusjünger unter unserer Schuld
leiden, und die schreit gen Himmel, und die wird nur durchs Blut Jesu
gesühnt. Und wir wissen von der wunderbaren Vergebung, wo nimmer geredet
wird. Von dem, was geschehen ist. Das ist das Geheimnis der Attraktivität
einer Gemeinde: die Liebe.
Das ist das Geheimnis der Attraktivität einer Gemeinde: die Liebe.
Als Kinder haben wir das andere gut verstanden,
wenn die Mutter gesagt hat, kehr das schnell auf, und dann haben wir
gewusst. Man muss den Teppich bloß hochheben, dann kann man den Dreck unter
den Teppich kehren. Und das macht man ja in unserer Gesellschaft dauernd,
dass das sprichwörtlich ist. Man kehrt die Dinge unter den Teppich. Das ist
nicht gemeint in der Bibel, dass man die schlimmen Dinge
einfach übergeht, sondern, da, wo die Vergebung Jesu in der Mitte steht in
unserem Leben, hat man ein Herz für Menschen. Für Menschen, die gerade
durch den Kakao gezogen werden, die verurteilt sind, über die alle anderen
den Stab brechen. Habt untereinander inbrünstige Liebe. Eine Liebe, die von
Herzen kommt, und die den anderen annimmt. Und dann ist von der
Gastfreundschaft die Rede.
Die ist heute weithin aus der Mode gekommen. Die
meisten Leute meinen, sie wären einmal gastfrei, wenn sie zu Hause
aufgeräumt hätten. Sie sagen, ich kann gerade niemand empfangen, ich habe
nicht aufgeräumt. Vielleicht das große Missverständnis. Laden Sie die Leute
bitte in eine unaufgeräumte Wohnung ein. Dann ist Gastfreundschaft da.
Laden Sie die Leute bitte in eine unaufgeräumte Wohnung ein. Dann ist Gastfreundschaft da.
Das heißt, unser Leben ist eben so, wie es ist. Wollen sie erst noch die
Sofakissen mit dem richtigen Tatsch ins Eck setzen, oder wie wollen Sie es
denn machen? Nehmen Sie doch Ihr Leben mit. Wir sind doch Menschen mit
unseren Fehlern! Bei uns war es so befreiend, als wir entdeckt haben, auch
wenn Gäste von weither kommen, dann essen wir eben heut mittag auch nur
eine Suppe, es reicht doch. Sie sollen doch bei uns nichts anderes lernen,
als was wir sonst auch, wir laden sie ein, dort teilzuhaben an dem, was wir
machen. So wie wir sind, so wie wir sonst gekleidet sind, so wie wir. Seid
gastfrei, seid offen. Und wollt nicht eine Schau, zieht doch keine Schau
vor anderen ab, öffnet euch für den andern und seid da, das ist doch gar
nichts kompliziertes, wo wir einander, umeinander Anteil nehmen, es geht um
das erfüllte Leben intensiv in der Spur Jesu leben.
Es geht nicht um
Privilegien, um Ehre und um Macht, es geht nicht um Ämter. Zu einem
Leitungsamt in der Gemeinde Jesu ist nur einer fähig, der das lebt. Der der
Diakonos ist, der Diener. Der Diakon. Und bleibt. Der das intensiv lebt mit
der Liebe. Das geht auch gegen mich selber, ich fühl mich selber getroffen.
Und vielleicht trifft's bei Ihnen auch, es ist schön, wenn man sich selber
drunter stellen kann unter dieses Wort Gottes. Aber das ist unser Leben,
unser kurzes, begrenztes Leben. Es ist nahe gekommen das Ende aller Dinge.
Wir wissen nicht, wie lang wir noch Zeit haben, genutzt werden kann für das
Allerwichtigste, für das Schönste im Leben. Ich darf dienen meinem Herrn.
Dienen an Menschen. Ich darf Beten. Das, was wichtig ist und vorrangig ist
und lieben, bloß lieben. Dann ist schon alles gesagt.
Amen.
