Einleitung und Predigttext
Wir fahren fort im Buch Daniel Kapitel 4. Wir lesen, wir müssen uns leider
beschränken, die Bibel ist ein interessantes Buch, das merken Sie und da
ist es schade um jeden Vers, den man auslässt, von Vers 16 ab. Da wird
zuerst eigentlich ist es das Ende von Kapitel 3 erzählt, wie Nebukadnezar
einen Erlass ausgehen lässt, nachdem er das alles erlebt hat und darin
schildert er, wie er diesen Traum hatte, wie er dann seine Wahrsager wieder
zu sich bestellt, das ist ja das zweite Mal in seinem Leben, dass Gott auf
diese Weise zu ihm spricht und ganz am Ende holt er auch noch den Daniel
und dann wird geschildert, das Bild, das er sieht im Traum, das kommt
gleich noch bei der Deutung noch einmal erzählt, ein großer, mächtiger
Baum, der bis zum Himmel reicht und der Bote des Himmels, der herunter
steigt und ruft: Schlagt ihn um. Haut den Baum um und schlagt ihm die Äste
weg.
Da entsetzte sich Daniel, wenn Sie Ihre Bibeln haben Seite 819, jetzt ab
Vers 16 im Kapitel 4.
16 Da entsetzte sich Daniel, der auch Beltschazar heißt, eine Zeit lang,
und seine Gedanken beunruhigten ihn. Aber der König sprach: Beltschazar,
lass dich durch den Traum und seine Deutung nicht beunruhigen.
Beltschazar fing an und sprach: Ach, mein Herr, dass doch der Traum deinen
Feinden und seine Deutung deinen Widersachern gelte! 17 Der Baum, den du
gesehen hast, der groß und mächtig wurde und dessen Höhe an den Himmel
reichte und der zu sehen war auf der ganzen Erde, 18 dessen Laub dicht und
dessen Frucht reichlich war, sodass er Nahrung für alle gab, unter dem die
Tiere des Feldes wohnten und auf dessen Ästen die Vögel des Himmels saßen –
19 das bist du, König, der du so groß und mächtig bist; denn deine Macht
ist groß und reicht bis an den Himmel und deine Gewalt bis ans Ende der
Erde. 20 Dass aber der König einen heiligen Wächter gesehen hat vom Himmel
herabfahren, der sagte: »Haut den Baum um und zerstört ihn, doch den Stock
mit seinen Wurzeln lasst in der Erde bleiben; er soll in eisernen und
ehernen Ketten auf dem Felde im Grase und unter dem Tau des Himmels liegen
und nass werden und mit den Tieren des Feldes zusammenleben, bis über ihn
sieben Zeiten hingegangen sind«; 21 das, König, bedeutet – und zwar ergeht
es als Ratschluss des Höchsten über meinen Herrn, den König –: 22 Man wird
dich aus der Gemeinschaft der Menschen verstoßen und du musst bei den
Tieren des Feldes bleiben, und man wird dich Gras fressen lassen wie die
Rinder und du wirst unter dem Tau des Himmels liegen und nass werden, und
sieben Zeiten werden über dich hingehen, bis du erkennst, dass der Höchste
Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will.
23 Wenn aber gesagt wurde, man solle dennoch den Stock des Baumes mit
seinen Wurzeln übrig lassen, das bedeutet: Dein Königreich soll dir
erhalten bleiben, sobald du erkannt hast, dass der Himmel die Gewalt hat.
24 Darum, mein König, lass dir meinen Rat gefallen und mache dich los und
ledig von deinen Sünden durch Gerechtigkeit und von deiner Missetat durch
Wohltat an den Armen, so wird es dir lange wohlergehen.
25 Dies alles widerfuhr dem König Nebukadnezar. 26 Denn nach zwölf Monaten,
als der König auf dem Dach des königlichen Palastes in Babel sich erging, …
(zwölf Monate sind ja eine lange Zeit und man vergisst da viel, was uns der
Herr in der Zwischenzeit und vorher gesagt hat)… 27 hob er an und sprach:
Das ist das große Babel, das ich erbaut habe zur Königsstadt durch meine
große Macht zu Ehren meiner Herrlichkeit. 28 Ehe noch der König diese Worte
ausgeredet hatte, kam eine Stimme vom Himmel: Dir, König Nebukadnezar, wird
gesagt: Dein Königreich ist dir genommen, 29 man wird dich aus der
Gemeinschaft der Menschen verstoßen und du sollst bei den Tieren des Feldes
bleiben; Gras wird man dich fressen lassen wie die Rinder, und sieben
Zeiten sollen hingehen, bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über
die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will.
30 Im gleichen Augenblick wurde das Wort erfüllt an Nebukadnezar, und er
wurde verstoßen aus der Gemeinschaft der Menschen und er fraß Gras wie die
Rinder und sein Leib lag unter dem Tau des Himmels und wurde nass, bis sein
Haar wuchs so groß wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelklauen wurden.
31 Nach dieser Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen auf zum Himmel, und
mein Verstand kam mir wieder und ich lobte den Höchsten. Ich pries und
ehrte den, der ewig lebt, dessen Gewalt ewig ist und dessen Reich für und
für währt, 32 gegen den alle, die auf Erden wohnen, für nichts zu rechnen
sind. Er macht's, wie er will, mit den Mächten im Himmel und mit denen, die
auf Erden wohnen. Und niemand kann seiner Hand wehren noch zu ihm sagen:
Was machst du?
Herr führe uns auch zur Anbetung deiner Herrlichkeit.
Amen.
Was ist der Mensch?
Wir stehen heute mitten in einer großen Bewegung. Weltweit kommen mehr
Menschen als je zum Glauben an Jesus Christus. Wissen Sie dies? Und der
gerade begonnenen Konferenz in Pattaia, Weltkongress für Evangelisation
wurde mitgeteilt, dass sich täglich 60.000 Menschen zu Jesus Christus
bekehren. Allein in Afrika sind es in jedem neuen Tag 20.000 Menschen. Und
im Lauf einer Woche entstehen im Durchschnitt 1600 neue Christengemeinden
auf der Welt. Nicht neue Kirchengebäude, nicht neue Häuser, sondern große
Gemeinschaften von überzeugten bewussten, bekennenden Christen. Und das
geschieht obwohl in vielen Ländern dieser Erde Verfolgung oder Druck auf
den Christen liegt. Wie ist es überhaupt möglich? Ich meine in unseren
Tagen sind die Fragen des Menschen ganz neu aufgebrochen. Wozu lebe ich?
Was soll denn alles werden? Die Menschen haben Angst und sie haben nicht
Angst vor irgendeinem dunklen Schicksal, das über ihnen abrollt, ich meine
die meisten Leute, die heut auf der Welt wohnen erkennen ganz klar: Der
Mensch ist das Problem, der Mensch. Wenn der Mensch seine Macht gebraucht,
missbraucht, dann kommt diese unvorstellbare Katastrophe über die Welt und
man hat Angst, was wird denn der Mensch, der Mensch, der unheimliche Mensch
noch alles tun? Wenn man sich umhorcht, ist überraschend, dass die Leute
alle sehr schlecht von den Menschen reden. Das ist die große dunkle Gefahr.
Kann man sich auf den Menschen verlassen? Was wird der Mensch machen, mit
der Technik, mit den großen Möglichkeiten, die ihm gegeben sind? Und darum
hab ich meine Predigt etwas umgestellt, es liegt ja irgendwie in diesem
Predigtabschnitt drin, dass ich Ihnen auch so ein Gerichtswort predige, wie
dieser Nebukadnezar erfahren hat und dann dachte ich, das erleben Sie ja
tagtäglich. Jeder der wach sich umschaut muss sagen: Was ist der Mensch für
ein unheimliches Raubtier? Was lebt in einem Menschen furchtbares an
Egoismus, an Ehrsucht, an Maßlosigkeit, an Genusssucht, was herrscht an
Selbstsucht in jedem Menschen und es ist nicht einmal möglich die vielen
Güter der Erde gleichmäßig zu teilen. Es ist nicht einmal möglich die
Auseinandersetzungen friedlich zu schlichten. Was ist der Mensch doch für
ein unheimliches Wesen? Das ist doch das, was jeden heute bewegt. Und darum
wollt ich Ihnen zuerst was ganz anderes erzählen. Eine Geschichte, wie
damals am See Genezareth Jesus zu einem Mann kam, der nicht mal in einem
Haus wohnte. Dass er Mensch war, das glaubte niemand mehr. Er hatte
eigentlich nur noch eine Fratze. Er lief nackt durch die Gegend, er riss
sich die Kleider vom Leib, man konnte ihn nicht kleiden, er war wie ein
Wahnsinniger. Er hatte eine maßlose Zerstörungswut. Er zerschlug alles, was
ihm in den Weg kam. Die Menschen sprangen vor ihm weg. Man hatte versucht
ihn mit Ketten zu binden und diese Ketten hat er zerrissen. Dann kam Jesus
zu ihm und trieb die bösen Geister aus. Und er saß Jesus zu Füßen. Und die
Leute entsetzten sich, wie er ganz vernünftig da saß. Wie er gütig und lieb
war. Jesus kann Menschen verwandeln. Wissen Sie das? Wie haben doch eine
positive Botschaft heute in den 80er Jahren den Menschen zu verkünden.
Heute, wo alle am Menschen verzweifeln, wo die Eltern mit ihren Kindern
nicht mehr fertig werden, wo man fragt: Was kommt denn noch auf uns zu?
Diese anonyme Masse Mensch. Jesus kann Menschen wieder dort zurück
verwandeln in jenes ursprüngliche wunderbare Bild, wie Gott sie geschaffen
hat, nach seinem großen ewigen Gedanken. Und dieser eine geheilte, der zog
damals durch die Lande und predigte in Städten und Dörfern, wie Jesus
gesund macht, gesund macht, diese große Not. Wie er Unmenschen wieder zu
Gottesgeschöpfen macht. Und das ist doch die Botschaft für heute, die ich
Ihnen predigen will. Was ist der Mensch? Ach ich will mich doch nicht lange
aufhalten, wie der Mensch heute sein ursprüngliches Wesen, seinen Auftrag
verdrehen, ja pervertieren kann, sondern ich will Ihnen das verkünden, dass
wir heute durch die Städte und Dörfer wieder ziehen und davon reden: Jesus
kann ein verkehrtes, verdrehtes, notvolles Menschenleben heilen. Er kann
einen ganz verdorbenen Charakter neu schaffen. Er kann Menschen, die
gebunden sind heilen. Wie stark auch die Prägungen bei uns sind, Jesus kann
neu machen. Und da beginnt etwas Großes zu leuchten und zu strahlen. Die
Wunderkraft Jesu. Da hat Matthias Claudius einen Vers gedichtet von der
Hinfälligkeit des menschlichen Lebens, den kennen Sie: Der Mensch lebt und
bestehet nur eine kleine Zeit und alle Welt vergehet mit ihrer
Herrlichkeit. Es ist nur einer ewig und an allen Enden und wir in seinen
Händen. Wenn wir in diesen Händen Gottes leben, dann haben wir leben. Nur
da liegt es und das will ich zeigen an dieser Geschichte von Nebukadnezar.
Er ist von Gott gesucht
Drei Antworten will ich auf diese Frage geben, was ist der Mensch?
Er ist von Gott gesucht. Das ist ganz überraschend, was man da plötzlich
liest in der Bibel. Ich mache immer wieder neue Entdeckungen in meiner
Bibel. Das hätte ich nie gedacht. Wenn ich heute an die großen Machtzentren
der Welt denke, an den Kreml, oder an die Persiens Hauptstadt Teheran, oder
an Washington und denke: Was läuft denn da alles? Dass Gott mit den
Mächtigen dieser Welt spricht. Nun ist das ja ein Problem. Nebukadnezar
liest ja keine Bibel und er geht ja nicht in den Gottesdienst. Wie kann der
dann die Stimme Gottes hören? Gott hat Mittel und Wege auch mit den
Mächtigen unserer Zeit zu sprechen und Gott hat Wege gefunden mit
Nebukadnezar zu reden. Das hat uns ja auch unser Dr. Kilgus, der gestern
hinausgeflogen ist nach Pakistan erzählt, dass die Hälfte der
pakistanischen Christen auch ganz merkwürdige und absonderliche Weise zum
Glauben gekommen ist. Oft durch Gesichte und Träume, weil sie gar keine
Bibel haben. Da muss Gott ganz anders vorgehen, als bei uns, die wir ja das
Wort oft in unseren Bücherschränken sonst stehen haben und Verkündigung
überall bekommen können, wenn die Glocken uns einladen. Gott geht diesen
Menschen nach. Es ist ihm niemand zu wenig. Er lässt keinen links liegen.
Er sagt nicht, das geht ihn nichts an und das schon vor Jesu Geburt geht er
einem Nebukadnezar nach.
Das ist doch wichtig, wenn wir heute Abend mit
unserer großen Evangelisation auf dem Schillerplatz beginnen.
Evangelisation ist die Arbeit Gottes und da können wir an ihm zuerst einmal
studieren, wie er evangelisiert. Er spricht einfach mit Menschen, redet sie
an. Wir sind in evangelistischen Dingen nur die kleinen Handlanger Gottes.
Merkwürdig, dass Gott Geduld hat, auch mit einem Nebukadnezar. Er hat ja
schon einmal einen Traum bekommen, der ihn tief erschüttert hat. Dann kam's
zur Umkehr. Dann kam's zur zweiten Umkehr bei Nebukadnezar, nachdem er die
drei Männer in den Feuerofen geworfen hatte und nun sogar ein drittes Mal.
Wie geduldig kann Gott sein? Och das wissen Sie ja selber aus Ihrem Leben.
Wie oft hat Gott noch einmal neu angesetzt und mit Menschen gesprochen?
Der
Nebukadnezar ist vom Größenwahn befallen würden wir sagen, aber das ist
nicht richtig, denn Nebukadnezar hat auch gewaltiges geleistet. Das bleibt
heute für die Archäologen noch einmalig, dieses Bauwerk, diese Stadt. Ich
kann die Zahlen nicht ganz glauben, darum will ich sie nicht wiedergeben,
die ich in einem Buch fand. In einem Auslegungswerk, wie groß der Umfang
Babels gewesen wäre. Das waren einige hundert Kilometer. Die Zahl war mir
schier gespenstisch gewesen. Ich hab dann noch in einigen anderen
archäologischen Werken nachgesucht. Die Tore, die man ausgegraben hat: 12
Meter hoch. Diese großen breiten Mauern, auf denen man ja gleichzeitig mit
mehreren Wagen fahren konnte. Diese große Prozessionsstraße aus
gestrichenen Ziegeln und oben abgedeckt mit großen Quadern, über ein
Kubikmeter. Kantenlänge jeweils ein Meter. Wie die die überhaupt
transportiert haben. Und auf jedem Stein war eingraviert: Nebukadnezar
König von Babel bin ich. So steht es heute noch in den Museen. Und in einem
archäologischen Stein, dem schwarzen Stein, den man gefunden hat, steht
Babel bezeichnet als die ewige Stadt. Welch eine große Stadt. Er hat für
seine Frau, diese medische Prinzessin, die von den Bergen kam, ein Stück
Heimat in Babel errichtet, mitten in der Ebene jene hängenden Gärten der
Semiramis. Das waren üppig blühende Gärten mit lauter sprudelnden
Springbrunnen, das war eingereiht unter die sieben Weltwunder. Und hier saß
Nebukadnezar und konnte sagen: Das hab ich mit meinen Leuten aufgebaut, so
wie wir sagen können unser Wirtschaftswunder, unser Wohlstand, das ist
Fleiß des deutschen Volkes, und wir haben tüchtig geschuftet. Wir dürfen
doch dankbar dafür sein und das auch anerkennen. So ging Nebukadnezar
hindurch im Vers 27: Das ist das große Babel, das ich erbaut habe zur
Königsstadt durch meine große Macht zu Ehren meiner Herrlichkeit. Zur
gleichen Zeit, das war 60 Jahren später, ist Herodot geboren. 100 Jahre
später stand Herodot, der große griechische Geschichtsschreiber an der
Stätte Babels und sah diese riesen Trümmer. Herodot kannte den Namen
Nebukadnezar nicht mehr. Er taucht nicht auf in seinen Schriften. Er sah
nur noch die Trümmer. Ich will Ihnen heute kein Gericht predigen. Auch
nicht das Gericht über Europa, aber Wahn und Stolz von Menschen ist so was
Unsinniges, so was Dümmliches. Auch wenn die Leistungen gewaltig waren, die
hier geschehen sind, Gott spricht mit Menschen und ich denke auch die
Erschütterung in der gegenwärtigen Zeit ist von Gott. Dass Menschen fragen:
Wozu dient denn das Leben? Ich meine, wir sollten heute kein Gericht den
Menschen predigen, wir sollten ihnen Antworten geben und ihnen sagen: Das
Leben hat nur einen Wert, wenn's auf Gott hin gelebt ist, sonst fehlt doch
alles. Sonst fehlt das Fundament, sonst ist alles brüchig, auf dem man
steht und auf dem man das Große aufgebaut hat. Dann muss nachher alles
zerfallen und zerbrechen.
Daniel gibt bei der Traumdeutung eine wichtige
Empfehlung: Ich lass dir meinen Rat gefallen. Da gibt er uns ein Beispiel,
wie wir seelsorgerlich an unseren Zeitgenossen handeln sollten. Mache dich
los und ledig von deinen Sünden. Brich mit dem Unrecht und tue
Gerechtigkeit und von deiner Missetat mach dich los durch Wohltat an den
Armen, so wird es dir lange wohlergehen." Gott sagt, er kann auch segnen
und das sind ganz konkrete Ratschläge. Ein Volk ist gut beraten, wenn es
Gerechtigkeit übt und wenn es Arme versorgt, auch in der Welt. Das ist
einfach eine Frage, ob man vor Gott erkennt, wozu wir das alles haben. Wenn
wir heute mit unseren großen Arbeiten und mit unserem Lebenserfolg
dastehen, und dann denkt man immer, was ist, wenn das Herz eines Tages
nicht mehr mitmacht, wenn da plötzlich doch ein verdeckte Krankheit sich
herausstellt. Nebukadnezar war taub für das Reden Gottes. Er hat die Stimme
Gottes nicht begriffen und nicht verstanden. Er blieb allein. Und als der
Traum, seine Weisen konnten das nicht deuten, das müssen Sie wissen, dass
die Fachleute der Regierung das alles nicht deuten können, was gegenwärtig
an Erschütterungen herumgeht und da fragt man und sucht man, da
überrascht's doch gar nicht, dass am Zuflucht nimmt zu allerhand
astrologischem Zeug und zu Fremdreligion und zu Meditation.
Die Leute sind
ja ohne Ziel, weil die Christen keine Antwort geben. Sie müssen doch klare
Antworten geben. Und sagen sie nicht immer: Ich kann nicht reden, ich bin
zu schüchtern, sehen Sie nicht die Armut der Menschen heute, die im
Wohlstand daher fahren, viel schönere Autos haben als Sie, aber die nicht
wissen, was dann kommt, wenn alles zerbricht. Geben Sie doch Antworten,
reden Sie doch von dem, dass der Gerichtsengel Gottes schon davon spricht:
Haut ab, haut ab. Wir können die Nöte und Probleme und das Fragen heute nur
lösen, wenn wir Menschen das Evangelium von Jesus verkünden. Das ist die
große Antwort. Und wenn Sie fragen: Was ist der Mensch? Er ist bis heute
getragen von der Geduld Gottes und von Gott gesucht. Dieses Rätsel Mensch,
dieser besessene Mensch, dieser von Geld und Gier besessene Mensch, dieser
um Lust ringende Mensch, der eine kleine Lebenserfüllung sucht, dieser
Mensch ist von Gott gesucht.
Er ist von Gott gebeugt
Das zweite:
Er ist von Gott gebeugt. Dieses Traumbild spricht eine klare Sprache, wie
dieser Nebukadnezar von Gott gedemütigt wird. Dieser große mächtige Baum,
das gibt Gott zu, wird zerbrochen. Nebukadnezar hat völlig vergessen, dass
ihm die große Macht nur zugefallen war, weil Gott ihn dazu gebrauchen
wollte. Wenn Sie sich im prophetischen Wort des Alten Testaments auskennen,
dann stoßen Sie immer wieder darauf, dass Gott sagt: Er macht Babel so
stark, weil Babel seine Gerichte an Israel vollstrecken muss und an den
Nachbarvölkern. Und Gott hat auch mit Menschen einen Plan und er gebraucht
Menschen auch dazu und lässt sie groß werden, das ist ein Stück
unverdienten Segens.
Aber dann kommt ja das Dumme. Dass wir immer wieder
die Gaben nehmen und meinen, das wäre ein Stück, das wir selber gebrauchen
können. Das liegt ja in jedem Menschen drin, wenn er erwachsen wird, dass
er seine Körperkraft, seinen Verstand nimm, das ist das erste, was er mit
seinem Verstand tut, wenn er zum eigenen Denken kommt, dass er diesen
Verstand gebraucht und ihn gegen Gott einsetzt. Dass er seine Zweifel nimmt
und dann die Fragen an Gott zementiert. Und dabei, was ist unser Denken,
was ist unsere Körperkraft, was ist unsere Lebenskraft? Die haben wir doch
alle von Gott bekommen als Geschenk. Also das begreift Nebukadnezar nicht
und nun demütigt ihn Gott. Die Krankheit, die hier beschrieben ist, die
kann ein Nervenarzt sehr wohl diagnostizieren, die ist sehr wohl bekannt,
was hier passierte, dass ein Mensch sein menschliches Wesen verliert.
Unheimlich. Und jetzt nicht dass Sie sagen: Aha, deshalb ist einer krank,
sondern umgekehrt. Dass Sie wissen, dass Gott Sie demütigen kann und Sie
sehr wohl vom hohen Ross herunter stößt. Und das sind von Gott her gesehen
mit uns gnädige Absichten. Weil er uns zur Besinnung rufen will. Er will ja
den Nebukadnezar zur Umkehr führen. Nebukadnezar wir von Daniel
angesprochen: Das ist alles von Gott zeitlich beschränkt, bis du erkennst.
Zwei Mal kommt das. Bis du erkennst den Höchsten, Vers 22 am Ende: Bis du
erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und
sie gibt wem er will." Bis du mit deinem Leben Gott anbetest und ihm
dienst. Ich will Ihnen auch noch für die Evangelisation heute Abend einen
Tipp geben. An dem Daniel können Sie lernen, wie man anderen Menschen, so
einen seelsorgerlichen Rat geben kann. Daniel hat die schwierige Aufgabe
diesen Traum zu deuten. Und er hätte ja hin stehen können und hätte sagen
können: Du gottloser Nebukadnezar, bei dir ist Hopfen und Malz verloren und
du wirst umgehauen. Gar nicht. Er fängt sehr demütig an und da wird Ihnen
jeder abnehmen, wenn Sie so reden können wie Daniel. Er sagt zu diesem
König: Ach, dass dieser Traum zu deinen Feinden gesprochen wäre. Und es
fällt mir schwer, ich kann es dir gar nicht sagen. Das nehmen uns die
Zeitgenossen sehr wohl ab. Ob wir auch das ernste Wort vom verloren gehen
so haben, dass es uns als schwere Last auf der Seele liegt. Er redet, jetzt
kommt wieder das Wort, das wir schon einmal hatten: Er redet priesterlich.
Und wenn Gott uns als Evangelisationsboten haben will, dann will er, dass
wir wie Priester handeln, die das Heil Gottes vermitteln, die fürbittend
für die unter Gottes Zorn stehenden eintreten. Das ist das allgemeine
Priestertum der Gläubigen, das im neuen Testament so deutlich ausgesprochen
ist, dass wir nicht nur einen Priester haben in einer Gemeinde, sondern
dass alle Gläubigen Priester sind, die mit drin stehen in den Familien und
für die Unbekehrten Kinder beten, die für ihre Hausnachbarn beten, die für
ihre Arbeitskollegen beten und selber unter diesem Gericht sich betroffen
wissen und für die Anderen eintreten. Gott gebe uns so ein empfindsames
Fühlen und dann so ein vornehmes Reden und dann immer das zeigen. Gott
lässt Raum zur Umkehr. Es geht Gott nicht um das Vernichten, sondern es
geht Gott um das Heimholen von Menschen. Du Nebukadnezar kannst Frieden mit
Gott finden. Da möcht ich doch noch zu dem Demütigen und zu dem Beugen
etwas sagen. Viele unter uns sind ja schwer geführt. Nehmen Sie bitte diese
schweren Führungen Gottes auch als dieses Beugen in Krankheitsnot, in
schweren Erlebnissen. Mir hat es immer wieder im Dienst geholfen, auch
alles was verkracht ist. Weil ich gemerkt habe, das hast du in deiner
eigenen Kraft beginnen wollen und das wurde nichts. Der Krankenbesuch und
das Gespräch und der Hausbesuch und dieses Predigt und diese
Unterrichtsstunde war nichts. Und dann fängt man wieder an zu suchen. Herr,
wo bist du mit deinem Segen? Du kannst mir wieder erst in meinem Arbeiten,
in meinem Beruf auch den Segen geben, dass mir's gelingt. Gott kann uns als
Menschen all das rauben und wegnehmen auf das wir grade so stolz waren.
Gott kann uns Misserfolg erleben lassen, damit wir umkehren und ihm danken
für die Gaben. Und das Schwere, das hier bei Nebukadnezar geschieht, dass
er auf Zeit auch das menschliche in sich verliert.
Es ringen viele
Christen, alle Christen hoffe ich, ringen mit ihrem unheiligen und
gottlosen Wesen. Sie fragen oft: Warum lässt mich Gott diese Abgründe der
Sünde so erleben. Warum muss ich durch diese Anfechtungen durch? Jeder
Christ ist immer wieder konfrontiert mit der Macht des Bösen in seinem
eigenen Herzen. Und da werden wir gebeugt und gedemütigt, damit wir
umkehren und dann die gnädige Hand Gottes wieder erkennen.
Von Gott begnadigt
Das ist noch das
letzte. Von Gott begnadigt. Was ist der Mensch, was ist der Mensch? Wir
wollen jetzt gar nicht von dem Äußeren reden, wir wollen nicht vom Zerrbild
des Menschen reden. Er ist gesucht, er ist gebeugt. Ach viele Menschen sind
heute tief gebeugt und gedemütigt. Sie fragen: Wozu leb ich überhaupt noch.
Da müssen Sie doch einsetzen und die Antwort aus dem Evangelium geben. Die
Antwort von Gott begnadigt. Dieses unheimliche Wesen, dieser Nebukadnezar
mit seinen Klauen an den Fingern, der nichts Menschliches mehr in seinem
Gesicht trägt, der wird von Gott begnadigt. Und es ist kein einziger, kein
zerlumpter, der über die Straßen unserer Stadt wankt, kein Alkoholiker oder
Drogensüchtiger, keiner, der im Gefängnis sitzt und keiner, dessen Leben
zerbrochen ist unter der Macht des Bösen, ist von der Begnadigung Gottes
ausgenommen. Und da holt ihn Gott noch einmal zurück. Ist das wirklich
wahr? Gibt's diese Umkehr? Das ist die Botschaft Jesu. Dafür ist er
gestorben, dafür ist er mit seinem eigenen Leib eingetreten, dass Umkehr,
Vergebung, Heilung möglich sei. Er bietet uns heute an die Tür zu ihm zu
durchschreiten und seinen Frieden zu empfangen. Ein Nebukadnezar mit allem
stolzen Wahn, mit dem verkehrten Leben, darf Frieden finden bei Gott. Was
ist der Mensch? Ich will über den Menschen nicht mehr reden ohne Gott. Ich
will nur noch von ihm reden, wie er von Gott begnadigt und angenommen ist.
Auf der einen Seite der Mensch. Was bleibt übrig? Ein Hügel draußen auf dem
Brachfriedhof, oder im Waldfriedhof. Das ist mein Leben. Oder, dass Gottes
Gnade nicht vergeblich mir zugewandt wurde. Und das ich heute schon etwas
tun darf für diesen Herrn und Gott. Dieser Nebukadnezar wird gerufen um
Gott zu ehren und ihm zu dienen, und damit all sein Alltag gefüllt werde
von dem Lob und von der Nähe Gottes. Wir wollen uns heute beugen unter
viele schwere Führungen, die Gott uns auch in unseren Tagen erleben lässt.
Wir wollen uns beugen auch und uns unter unsere Körperschwäche und unsere
Ohnmacht. Wir wissen, dass die Gerichte Gottes am Hause des Herrn anfangen.
Und wir hören, wie überall in der Welt große Zahlen zu Jesus kommen. Leiden
wir darunter, dass in unserer Kirche oft so viel Tod, Lauheit herrscht. Wir
beugen uns darunter. Da zeigt uns Jesus, dass es nicht mit Geld und mit
Ehre und mit Einfluss und mit staatlicher Anerkennung zu machen ist. Aber
dass er angebetet sein will. Und in diesem Namen wollen wir dann auch heute
Abend beginnen auf dem Schillerplatz. In diesem Namen sendet Sie auch der
Herr in Ihren Dienst hinein, dass Sie sein Zeuge sein sollen. Was kann
geschehen, wenn Sie ehren und anbeten, wenn Sie diesem Gott sich öffnen und
ihm dienen. Er macht's wie er's will. Ihm sei Ehre und Macht. Ich wünschte,
dass Sie so reden könnten wie Nebukadnezar, dass Sie ihn den Herrn anbeten.
Amen.

