Ägypten 3: Der Schatz im Tempel (3/3)
Die Doppeldecker Crew | Hörspiel für Kinder (Hörbuch)
06.03.2026
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Generierte Mitschrift
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Ein Streit, ein Ausflug und die Suche nach Nähe
Letztes Mal bei der Doppeldecker Crew!
In den nächsten Versen steht: „Grüsse am Tor im Morgenrot, das Auge des Re, Gefährten von Tod.“ Ja, an dieser Stelle bin ich auch gerade. Von Tod ist irgendwie komisch geschrieben, T-H-O-T, dabei müsste es doch eigentlich T-O-D sein.
Oh, ich kann Phil kaum noch sehen, wir sind so weit oben! Das Camp sieht winzig aus. Da drüben seht ihr den Abu-Simbel-Tempel. Wir haben die Stelle gefunden. Ja, es gab tatsächlich eine kleine Ausbuchtung, die man erst erkennt, wenn man direkt davor steht. Und, war da was drin? Ja, eine kleine Metalldose, hier.
Nadja hat zu Hause gesagt, dass ich sie ausgeschlossen habe, um Zeit mit euch zu verbringen. Ich soll jetzt was mit ihr machen, sonst habe ich Hausarrest. Zwischen Phil und Nadja herrscht noch immer dicke Luft. Phil ist wütend, dass Nadja ihn vor seinen Eltern so schlecht dargestellt hat. Zum Glück konnte er einem Hausarrest entkommen. Er will jetzt alles daransetzen, für Nadja da zu sein und sich Zeit für sie zu nehmen.
Ein paar Tage klappt das ganz gut. Nadja ist sogar bereit, sich mit Marie und Toni zum Volleyball zu treffen. Hoffentlich ist Sport etwas, woran Nadja Spass hat, dann kann sie Phils Freunde endlich richtig kennenlernen. Also beisst Phil in den sauren Apfel und kramt seine Sportsachen raus. Gemeinsam mit Nadja fährt er zum Volleyballplatz, wo Marie und Toni schon auf sie warten.
Hm, okay, wie machen wir die Teams?
Wir spielen ja auch ganz entspannt, ohne Punkte zählen und so.
Sehr gut.
Kann ich in deinem Team?
Mit mir?
Ach komm, Nadja, wir beide spielen gegen die Jungs. Dann zeigen wir denen mal, wie Volleyball richtig geht.
Aber ich will nicht mit dir spielen.
Doch, das wird lustig.
Ja, genau. Wir wären viel zu stark gegen Marie und Phil.
Ich muss Phil ein bisschen unterstützen.
Ey, was soll das denn heissen?
Ich sag ja nur.
Hier, wir haben den Aufschlag.
Oh, alles okay? Du hast mich gestossen.
Wer, ich?
Ja, ich wollte dir diesen Ball geben und du hast geschubst.
Ich habe dich kaum berührt. Du hast mir fast den Arm ausgerenkt. Ich spiele nicht weiter.
Nadja, ich habe wirklich nichts gemacht. Komm bitte zurück. Zu dritt können wir nicht spielen.
Mit so einem Arm kann ich nicht. Er tut mir weh.
Beim Volleyball fällt man halt mal.
Aber nicht durch Schubsen.
Aber ich hab nicht ...
Marie, ist schon gut. Komm, wir gehen zu Mike. Der wohnt hier die Strasse runter, da gebe ich ihr was zum Kühlen.
Aber Phil, checkst du nicht, dass sie dich ausnutzt?
Ja, aber was soll ich machen?
So, wir gehen jetzt zu Mike.
Okay. Ich kann an dem Arm nichts erkennen, ist auf jeden Fall nicht gebrochen oder geprellt. Aber es tut weh. Ich geb dir mal das hier zum Kühlen, und dann guckst du, ob es besser wird.
Ja, danke.
Setz dich erst einmal hierhin, leg die Füsse ein bisschen hoch, und wir warten ab.
Dankeschön. Und kann ich euch noch was Gutes tun?
Nein, danke.
Nee.
Onkel Mike, ich hab Sie echt nicht geschubst. Ich finde es auch albern, was für ein Theater sie macht. Wir sind doch nicht mehr im Kindergarten.
Ich glaube dir, aber jetzt ist erst einmal Ruhe zwischen euch. Ich erzähle meine Geschichte aus dem Abu-Simbel-Tempel zu Ende, und ihr kommt auf andere Gedanken.
Oh ja, sehr gut.
Phil und Karl haben einen weiteren Teil des Rätsels von Sören Larsen gefunden, während Marie und Toni mit dem Helikopter unterwegs waren. Jetzt müsst ihr herausfinden, was die Zeilen bedeuten, um euren Schatz zu finden.
Also, liest noch mal vor, wir müssen ganz genau zuhören!
Ja, okay, mach ich.
Die Sonne küsst zweimal die Augen des Königs, einmal im Zweiten, im Zehnten ganz ähnlich. Das Licht ist die Antwort zum richtigen Kreis. So eile, verbinde und kriege den Preis. Dort, wo sich Ramses und Götter vereinen, da werden Geheimnis und Wunder erscheinen. Die Wände erzählen von göttlichem Drang, ein König, drei Götter, dein hoher Empfang, Symbole der Macht, sie sind zu hüten, ein Stier, ein Auge und Lotosblüten, das ist alles.
Hm, gar nicht so leicht. Geht es wieder um den Sonnenaufgang und Untergang? Dann leuchtet die Sonne zweimal auf irgendeine Stelle.
Hm, aber das ergibt keinen Sinn. Die Sonne ist morgens doch ganz woanders am Himmel als abends. Sie geht im Osten auf und im Westen unter, und das mit dem zweiten und zehnten ist auch komisch. Zweiundzehn Uhr?
Hm, Karl, gibt es noch irgendetwas Besonderes, was zum Abu-Simbel-Tempel wichtig zu wissen ist?
Wir sind uns doch einig, dass wir wieder in den Tempel müssen. Dort, wo sich Ramses und die Götter vereinen, muss den Tempel meinen, den König Ramses für seine Götter gebaut hat.
Hm, ja, na, er wurde vor über fünfzig Jahren auseinandergebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Dabei wurde alles haargenau wieder so hingestellt, wie es vorher war. Sogar die Ausrichtung zur Sonne hat man beibehalten, damit man das Sonnenwunder weiter angucken kann.
Ach, na klar, das Sonnenwunder! Was ist denn das Sonnenwunder?
Also, der Tempel hat ja nur einen Eingang. Wenn die Sonne sehr niedrig steht, dann leuchtet sie perfekt durch den Eingang in den Tempel rein und kommt bis in die hinterste Kammer des Tempels. Das kommt allerdings nur zweimal im Jahr vor. Einmal im Februar und einmal im Oktober.
Das könnte doch gut passen, die Sonne küsst zweimal die Augen des Königs.
Genau, in der hintersten Kammer gibt es vier Statuen, eine davon ist Ramses, der König. Die Statuen werden beim Sonnenwunder angeleuchtet. Zweimal im Jahr, im Februar und im Oktober. Januar, Februar, also der zweite Monat, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober und der zehnte Monat. Februar und Oktober, zweiundzehn, oh Leute!
Das ist es! Sören Larsson hat vom Sonnenwunder geschrieben. Also hat sein Schatz etwas mit dieser Kammer zu tun.
Hm, in dem Rätsel stand was von einem Kreis.
Könnte das ein Knopf oder Schalter sein? Wenn man den drückt, öffnet sich eine Geheimtür oder so. Aber ein Schalter wäre bestimmt schon jemandem aufgefallen, mich eingeschlossen.
Hoffentlich hat keiner den Schatz schon geholt.
Das glaube ich nicht, der Kreis muss etwas mit dem Sonnenwunder zu tun haben.
Na, dann heisst es morgen einfach früh aufstehen.
Wieso das?
Heute haben wir den einundzwanzigsten Oktober, das Sonnenwunder gibt es jedes Jahr am zweiundzwanzigsten Oktober.
Was? Also morgen? Wir hätten das Rätsel nicht rechtzeitiger lösen können.
Ja, aber haben wir es gelöst?
Keine Ahnung, hier steht ja noch viel mehr. Die Sonne scheint morgen früh zwanzig Minuten in den Tempel. Wir haben also über eine Viertelstunde Zeit, um den Kreis zu finden.
Ja, okay, das schaffen wir. Und dann bergen wir den Schatz, wenn die Sonne aufgeht.
In dieser Nacht kann keines der Kinder auch nur ein Auge zutun. Sie sind viel zu gespannt, was sie am Morgen im Tempel finden werden. Als endlich ihre Wecker klingeln, springen sie auf und machen sich auf den Weg zum Abu-Simbel-Tempel.
Es ist noch dunkel draussen, aber am Wasser leuchten schon einige Lichter. Die Crew und Karl sind nicht die einzigen Schaulustigen, das Sonnenwunder lockt viele Touristen an. Für den Bootsfahrer Yussef ist das ein gutes Geschäft. Er steht am Ufer und lässt Touristen aus seinem Boot aussteigen.
Guten Morgen, Kinder! Seht ihr euch heute das Sonnenwunder an?
Ja, das haben wir vor.
Genau, gut so, gut so. Der arme Ramses bekommt da drin ja nur zweimal im Jahr Sonne ab, braun wird er davon nicht, der ist bestimmt ganz blass um die Nase.
Bestimmt.
Willst du dir das Spektakel nicht angucken?
Spektakel? Aber nein. Ich bin hier zum Bootfahren. Ausserdem wartet meine Frau zu Hause mit einem leckeren Frühstück. Das ist mein Spektakel, sage ich euch.
Oh, ich kann die warmen Bohnen und das frische Brot bis hier riechen.
Dann wollen wir dich nicht aufhalten. Mach's gut, Joseph.
Tschüss.
Okay, es ist kurz vor sechs. Wir müssen langsam reingehen. Hoffentlich kriegen die Touristen nicht mit, dass wir was suchen.
Keine Sorge, die sind so damit beschäftigt, Fotos von den Statuen zu machen, da fällt unser Gesuche gar nicht auf.
Wo ist eigentlich Doktor Nadir? Wollte sie nicht mitkommen?
Sie ist heute Nacht losgefahren, um ihre Tochter aus Luxor abzuholen.
Na, aber das kriegen wir auch ohne sie hin, ganz bestimmt.
So, jetzt sind wir in der Eingangshalle des Tempels. Da hinten ist dann bestimmt die Kammer. Hier sind aber schon viele Menschen.
So können wir gar nichts sehen. Kommt, hier an der Seite lang!
Wie spät ist es?
Sechs Uhr, die Sonne müsste gleich kommen.
Da ist das Licht! Es leuchtet echt bis hierher.
Faszinierend! Wie eine ...
Was für ein schöner Sonnenaufgang!
Marie, du musst auf die Statuen gucken.
Mach ich. Aber ich sehe überhaupt keinen Kreis.
Ich auch nicht.
Hm, der ist sehr gut versteckt, im Gedicht steht: Das Licht ist die Antwort zum richtigen Kreis. Tja, Licht haben wir hier viel. Nicht alle Statuen sind im Sonnenlicht. Seht ihr, rechts werden drei Statuen angeleuchtet, eine Götterstatue bleibt im Dunkeln.
Stimmt, die können wir ja dann schon mal ausschliessen.
Vielleicht geht es bei dem Kreis um ein Symbol, nicht um einen Knopf. Ist ein Rad ein Kreis?
Ja. Auch viele Räder mit Zacken?
Hm, Zacken? Was meinst du?
Na da unten, da sind ganz kleine Räder mit Zacken, und da steht was drauf.
Oh, Sammy hat recht, da unten in der Mitte sind Zahnräder. Das sieht aus wie in einer Uhr, und da sind Zahlen drauf.
Ja, boah, das ist echt schwer zu erkennen.
Sehr gut gesehen, Zwerg.
Danke.
Drei Räder haben Zahlen von eins bis neun. Wir brauchen also drei Zahlen.
Und welche?
Probieren wir es einfach aus.
Eins eins eins zwei eins eins.
Ja, dann sitzen wir aber heute Abend noch hier, und die Sonne ist längst wieder verschwunden.
Ein dreistelliges Schloss mit neun Ziffern hat über siebenhundert mögliche Kombinationen.
Siebenhundertneunundzwanzig, um genau zu sein.
Wie lange scheint die Sonne noch?
Vierzehn Minuten.
Könnte das Licht von der Sonne irgendwie helfen?
Bestimmt, wenn die Räder richtig eingestellt sind, kann die Sonne durch diese kleinen Löcher scheinen. Aber auch da: Es ist viel zu kompliziert, das durch Probieren rauszufinden. Im Rätsel muss doch irgendwas über Zahlen stehen.
Also, die Wände erzählen von göttlichem Drang, ein König, drei Götter, dein hoher Empfang, Symbole der Macht, sie sind zu hüten, ein Stier, ein Auge und Lotusblüten.
Ich check kein Wort. Wer oder was ist göttlicher Drang? Und warum ein Stier und ein Auge?
Das ist bestimmt wieder irgendwas mit ägyptischer Geschichte oder so. Ich wüsste nicht, was das heisst. Wieder irgendwelche Götter? Aber wir brauchen Zahlen.
Eins eins zwei.
Woher weisst du das jetzt?
Na, ist nur geraten. Ein Stier, ein Auge. Und nicht eine Lotusblüte, sondern Lotusblüten, also zwei. Oder drei, oder vier, oder fünf Lotusblüten. Aber probieren können wir es doch.
Nur wissen wir gar nicht, was dann passiert.
Siron Larson wird hier schon keine Falle eingebaut haben.
Woher weisst du das? Das wäre doch Quatsch.
Ich mach das. So, eins, eins, zwei.
Ja, ich will nicht hinsehen.
Du kannst gucken, es ist nichts passiert.
Ach, schade.
Stier, Auge, Lotusblüten, ein Stier hat zwei Augen.
Wow, ja, keine Ahnung, langsam fällt mir auch nichts mehr ein.
Die Crew überlegt fieberhaft, was die Wörter bedeuten können und welche Zahlen sich dahinter verbergen. Während Phil Formeln in seinem Kopf durchgeht, Buchstaben zählt und dabei vor sich hin murmelt, hat Toni schon aufgegeben. Er sieht sich in dem Raum um, beobachtet die Touristen und lässt seinen Blick über die Wände und die Decke schweifen. Dabei guckt er sich die Zeichen an, die in den Stein gehauen wurden, er stutzt.
Ist Lotus eine Blume?
Ja, ist eine Blume, und der Stier ein Tier.
Ja, ach nee! Und sind das auch ägyptische Schriftzeichen, so wie da oben?
Hey, na klar, das kann gut sein. Ägyptische Hieroglyphen sind keine Buchstaben wie bei uns, sondern kleine Bilder. Aber wir brauchen keine Buchstaben, sondern Zahlen.
Stimmt, aber Hieroglyphen sind sortiert und nummeriert, also gehört zu jedem Bild auch eine Zahl. Dann hat das Bild vom Stier eine Nummer, vom Auge und von der Lotusblüte, und diese Zahlen stellen wir in den Rädern ein.
Finden wir die Zahlen schnell heraus? Ich weiss ja nicht, ob wir die Sonne noch brauchen, aber die verschwindet bald.
Was, jetzt schon?
Ja, die zwanzig Minuten sind gleich rum.
Okay, okay, ich habe die Liste hier auf meinem Tablet. Moment, also, ich, hier, das Bild vom Stier hat in der Liste die Nummer E eins. Also eins!
Ja, so, da habe ich das Auge! D vier, eine vier!
Sehr gut, das muss einfach stimmen!
Hm, ich sehe keine Lotusblüte!
Doch, hier, Lotusblüte M neun!
Neun, okay!
Da, neben den Statuen, da hat sich ein Fach geöffnet!
Wow, krass! Das war richtig: vier eins neun! Das war die Zahnkombination!
Wenn in dem Fach ein Schalter oder ein Hebel ist, der uns die Tür öffnet, oh Mensch, dann ist dahinter der Schatz drin!
So langsam bin ich auch aufgeregt.
Wir warten noch, bis alle Touristen weg sind, und dann gucken wir uns das an.
Nach einer halben Stunde haben die Schaulustigen den Abu-Simbel-Tempel verlassen und suchen einen Ort zum Frühstücken auf. Nicht aber die Crew und Karl. Die sind im Tempel geblieben und gehen jetzt auf den kleinen Spalt zu, der sich neben den Götterstatuen geöffnet hat.
Hier, ich habe eine Taschenlampe mit.
Und, kannst du was sehen?
Dieser Hohlraum ist grösser als ich dachte. Ich versuche mal, ob ich etwas ertasten kann, und sonst hole ich eine kleine Kamera.
Da unten ist was, ich komme nicht ran.
Ich muss meine Ausrüstung holen, hier ist irgendwas drin.
Ach, da kenne ich einen leichteren Weg. Wir können Sammy in das Fach lassen.
Mich? Ich soll da rein?
Bitte, Sammy, es ist auch nicht tief. Wir passen gut auf dich auf.
Na schön, als wenn ihr mich nicht hättet. So, na komm.
Hier ist es ganz dunkel, aber keine Spinnen oder Schlangen.
Ist da was anderes drin?
Ja, wartet, ich habe dir was. Tada! Einen Brief.
Oh, okay, da passt kein Schatz rein.
Ne, leider nicht. Aber ich dachte, wir finden einen Schatz. Jetzt haben wir nur noch einen Brief.
Okay, ich habe die Übersetzung.
Lieber Finder, herzlichen Glückwunsch! Du hast es tatsächlich geschafft, mein kleines Geheimfach zu finden. Dafür sollst du auch belohnt werden, denn mein Schatz ist nicht mehr weit von dir entfernt. Bevor er dir gehört, möchte ich dir kurz etwas erzählen.
Vielleicht fragst du dich, warum ich meinen Schatz einem Fremden überlasse. Als ich aus Schweden nach Ägypten kam, hatte ich einen Streit mit meinen Geschwistern. Ich habe drei Brüder, und wir konnten nicht gut miteinander reden. Wir waren sehr wütend aufeinander.
In Ägypten wurde ich schwer krank, deshalb versteckte ich diesen Brief in dem Fach. Ich wollte sicherstellen, dass mein Besitz nicht an meine Brüder geht, wenn ich sterbe. Lieber sollt ihn jemand bekommen, der genauso gerne rätselt wie ich.
Alles, was ich besitze, steckt in Wertpapieren. Wenn du mit diesem Brief zur Bank in Aswan gehst, werden sie dir das Geld geben. Ich weiss nicht genau, wie viel es ist, aber es könnte ein kleines Vermögen sein.
Ich konnte keinen Frieden mit meiner Familie finden, und deshalb konnte ich nicht mit ihnen teilen. Du, der du mein Rätsel gelöst hast, hast gezeigt, dass du klug bist. Deshalb vertraue ich darauf, dass du gut mit dem Geld umgehst.
Herzlichen Glückwunsch noch einmal und danke, dass du dir meine Geschichte angehört hast, Sören Larson.
Ah, da kommt Doktor Nadir.
Hallo ihr, Mensch, da habe ich ja richtig was verpasst. Ihr habt ein Geheimfach im Tempel entdeckt? Dafür kommt ihr mindestens in die Zeitung.
Na ja, mit Karl zusammen. Und es ist ja auch kein uraltes Fach, zumindest nicht tausende Jahre alt, nur fünfzig Jahre.
Bescheiden wie eh und je.
Und hat die Bank euch schon diese Wertpapiere ausgehändigt?
Nein, wir haben die Nummer neunundfünfzig und warten, bis wir dran sind.
Wo ist denn deine Tochter?
Die wartet im Auto. Ich bin direkt zur Bank gefahren, als ihr geschrieben habt.
Ah, okay. Na, Marie, was guckst du so traurig?
Ich finde es schade, dass Sören Larsson sich so mit seinen Geschwistern gestritten hat. Vielleicht hat er sich am Ende ja doch mit ihnen vertragen.
Wie denn, wenn er so krank war?
Stimmt. Vielleicht haben sie ihn trotzdem noch besucht.
Karl hat mir den Brief geschickt. Ich glaube, Sören und seine Geschwister waren einfach zu stolz, um zuzugeben, dass sie sich geirrt haben. Das kenne ich von mir selbst. Wenn ich mir sicher bin, dass ich Recht habe, höre ich auch nicht so gern auf meine Kollegen. Und wenn ich dann merke, dass ich mich geirrt habe, wie zum Beispiel bei Karls Vermutung zu dem Schatz, dann fällt es mir auch schwer, meine Fehler zuzugeben.
Ach, das passiert doch jedemal.
Trotzdem, es tut mir leid, dass ich dich nicht ernst genommen habe.
Schon vergessen.
Aber was ist, wenn man wirklich Recht hat und die anderen einen einfach nicht verstehen? Ich denke, manche Leute werden sich vielleicht nie vertragen. So wie ich und die Eichhörnchen. Ich finde auch, wenn man Recht hat, hat man doch nichts falsch gemacht?
Wenn es euch so wichtig ist, immer Recht zu haben, dann wird es anderen schwerfallen, euch richtig zu vertrauen.
Nein, das klingt nicht so gut.
Ganz genau. Wir haben doch mal darüber geredet, dass Jesus auf der Erde als Mensch gelebt hat. Viele Leute haben nicht geglaubt, dass er Gottes Sohn ist, manche haben ihn dafür ausgelacht, aber Jesus wusste genau, warum er auf die Erde gekommen war: um die Menschen zu retten. Er hat alles ertragen und ist am Kreuz für uns gestorben, weil er uns so sehr liebt.
Also hat er nicht darauf bestanden, Recht zu haben.
Jesus hat uns gezeigt, was echte Versöhnung bedeutet. Er hätte die Menschen bestrafen können, weil sie gemein zu ihm waren. Aber stattdessen ist er am Kreuz für sie gestorben, damit sie wieder Freunde mit Gott werden können. Er hat so richtigen Frieden zwischen Gott und den Menschen geschaffen.
Hm, dann war das wohl auch bei Sören und seinen Geschwistern so. Jeder wollte Recht behalten, und deshalb haben sie sich nicht versöhnt.
Ja, das glaube ich auch.
Neunundfünfzig an Schalter drei, bitte.
So, das sind wir.
Guten Tag, was kann ich für Sie tun?
Wir haben diesen Brief und würden gerne die Wertpapiere von Sören Larson ausgezahlt bekommen.
Ja, einen Moment bitte.
Ja, die Unterlagen sind hinterlegt, Herr Larson hat alle Vorkehrungen getroffen, ich kann Ihnen das Geld aushändigen.
Dürfen wir vielleicht fragen, na ja, sind das hundert Pfund, tausend, also wie viel Geld kriegen wir denn jetzt?
Das wissen Sie nicht, hier unten steht die Sonne.
Boah, ist das schlecht!
Nein, Sammy, das ist sehr, sehr gut. Sören Larsson hat keinen Schatz aus Gold hinterlassen, aber das hier ist wohl genauso viel wert.
Ui, jetzt haben wir doch einen Schatz!
Wirklich mega! Super schön! Auch wenn ich gern einen Schatz aus Gold gefunden hätte.
Worüber haben sich die Larsson-Geschwister denn jetzt gestritten? Und haben die sich damals noch vertragen?
Das wissen wir nicht. Vielleicht hatte Sören Larsson sogar Recht in dem Streit. Aber darum geht es letztlich gar nicht. Jesus hat uns gezeigt, was man wirklich tun sollte, wenn man den anderen liebt. Als er von den Menschen ans Kreuz gebracht wurde, hätte er sich ohne Probleme vor dem Tod retten können. Aber er ist geblieben und gestorben, um uns zu helfen.
Wobei muss Jesus uns denn helfen?
Wir Menschen machen alle Fehler und tun Dinge, die nicht richtig sind. Das nennt die Bibel Sünde, und diese Sünden trennen uns von Gott. Aber Jesus ist gestorben, damit wir wieder zu Gott gehören können. Er hat die Strafe für unsere Fehler auf sich genommen.
Hm, ihm recht zu sein und sich trotzdem so behandeln zu lassen. Das könnte ich nicht.
Das kann nur Gott.
Stimmt, aber wir können von Gott lernen und ihn um Hilfe bitten.
Ja, da hast du Recht.
Seid ihr fertig? Ich möchte jetzt gehen.
Geht es deinem Arm besser?
Ja, ein bisschen. Aber ich möchte gehen und mich dann ausruhen.
Danke für alle Gastfreundlichkeit. Kommst du, Phil?
Ja, ich komme.
Phil packt seine Sportsachen zusammen und macht sich mit Nadja auf den Heimweg. Was er nicht weiss: Nadja hat während Mikes Geschichte genau zugehört, und das, was gesagt wurde, wird ihr noch lange durch den Kopf gehen.
Hat dir das Hörspiel Der Schatz im Tempel gefallen? Wir möchten gern wissen, wie du es findest. Erzähl es uns auf unserer Website und hol dir dort auch gleich dein Magazin zum Hörspiel und das Staffelposter. Geh auf doppeldecker-crew.de, die Crew freut sich auf dich!
