Persönliche Herausforderungen beim Bibellesen und Dienstbeginn
Ich finde es schade, denn die Schwierigkeit besteht tatsächlich. Ich verstehe, dass es für manche schwierig ist, weil ich mein Leben lang in der französischen Bibel gelesen habe. Vor allem habe ich gelesen, um den Gedankengang Gottes nachzuvollziehen.
Meine Bibel habe ich immer mit dem Ziel gelesen, den Gedankengang und die Überblicke im Wort Gottes zu erfassen. Diese Bibel habe ich seit gestern – die deutsche Ausgabe. Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie es dir ginge, wenn man dir deine schöne Bibel auf Deutsch wegnehmen würde und dir stattdessen eine Bibel in einer ganz neuen Sprache geben würde. Ich finde mich absolut nicht mehr darin zurecht.
Ich muss sagen, es ist hier auch für euch schwierig. Es sind vielleicht Gedanken, die ich äußere, und obwohl ich Bibelstellen angebe, kann es sein, dass ihr beim Nachschlagen in Luther, Elberfeld, Menge oder einer anderen Übersetzung Schwierigkeiten habt, diese Gedanken wiederzufinden. Wenn aber im Gedankengang etwas nicht biblisch ist, dann erhebt euch bitte sofort und macht das klar.
Ihr seid mindestens so sorgfältig wie die Juden von Berea, oder wie man auf Französisch sagt, die alles gründlich überprüft haben. Ich höre ja nicht einfach einem Bruder zu, sondern wir wollen uns ganz bewusst unter Gottes Wort stellen, unter seine Autorität.
Es tut mir leid, ich bin in dieser Sprache nicht zuhause. Sicher ist es auch für euch nicht einfach, wenn ich einfach so in Gedanken spreche. Ich möchte jedoch weitergehen in Richtung unseres Dienstes. Ich komme noch nicht zu den strategischen Fragen und auch noch nicht direkt zur Jüngerschaft – das sehen wir später.
Ich möchte noch ein wenig weitergehen in dem, was ich unbedingt brauche, um motiviert und für Gott lebendig in meinem Dienst weiterzugehen. Vielleicht verspürst du dasselbe: dass du immer wieder solche Momente in deinem Leben hast, in denen du unbedingt neues Feuer vom Heiland brauchst, neue Liebe zu ihm, neue Liebe zu den Verlorenen.
In solchen Momenten wird dein Dienst neu ausgerichtet, sodass du wieder mutig eintreten kannst in den Dienst und mutig Ja sagen kannst zu dem, was in deinem Dienst auf dich wartet.
Die Herausforderung der Erschöpfung im Dienst und die Bedeutung von Verständnis
Ich möchte eine Stelle aus 2. Mose lesen, Kapitel 6. Damit möchte ich kurz aufreißen, was auch unsere Spannung und Zielsetzung in unserem Dienst ist – insbesondere bei Gemeindegründung, Gemeindebau und brüderlicher Arbeitsgemeinschaft.
Vers 9 berichtet, dass Mose den Israeliten sagte, was der Herr ihm aufgetragen hatte. Doch sie hörten nicht auf ihn. Sie waren erschöpft von der schweren Arbeit. Ihr Mut war gebrochen, ihre Hoffnung erloschen.
Ich glaube, dass wir gerade in Frankreich eine Zeit erleben, in der alle Menschen, die befähigt und begabt sind, etwa hundert bis hundertzwanzig Prozent ihrer Kraft aufwenden müssen, um den Anforderungen ihres Berufslebens und des Stresses gerecht zu werden.
In unserer Zielsetzung sehen wir die Hauptaufgabe in der Gemeindegründung, in der Schulung von Verantwortlichen, in der Schulung der Leiter von Hauszellen sowie in der Schulung von Ältesten. Wir haben ein klares Ziel. Doch wir gehen dieses Ziel nicht mit bloßen Gedanken an, sondern mit Liebe zu Brüdern und Schwestern. Wir wollen gemeinsam mit ihnen dieses Ziel erreichen.
Der Rhythmus wird nicht von unseren Ideen bestimmt. Auch nicht von unserem Material. Vielmehr wird der Rhythmus durch unsere Beziehung zum Nächsten gegeben, durch die Liebe zum Anderen.
Dort, wo wir wirklich überlegen und mitdenken, fragen wir uns: Was sind die Möglichkeiten meines Bruders? Wie erschöpft ist er wirklich? Habe ich ihn verstanden? Hat Mose das Volk verstanden? Kann ich akzeptieren, dass es im Leben so einen Druck geben kann, dass selbst die beste Botschaft nicht mehr ankommt?
Oder muss ich meinen Bruder in meinem Herzen anklagen? Muss ich negative Motive bei ihm vermuten?
Oft werde ich als Ratgeber in Gemeinden eingeladen. Dann schaue ich mir das Programm an und sage den Brüdern: Das ist ein prima Programm für Vollzeitdiener. Aber das Programm ist ungeeignet für Menschen, die in der Welt leben und als Zeugen Jesu wirken sollen.
Der wichtigste Teil dessen, wovon unsere Brüder leben, ist die Freude, die sie im Herrn haben und die sie in der Welt ausleben. Wenn diese Freude jedoch durch zu große Lasten zerbrochen wird, dann werden wir früher oder später nur noch einen internen Betrieb haben – ohne Kraft, die Freude nach außen weiterzugeben.
Mose und die Enttäuschung im Dienst – Treue trotz Ablehnung
Klar, Mose war enttäuscht. Ich wäre genauso gewesen – oder besser gesagt, sogar viel schlimmer.
Dann wandte sich Mose an den Herrn, nachdem das Volk Israel nicht mehr zugehört hatte. Er nahm das Bild, dass die Gemeinde nicht mehr zuhört, und sagte: „Was soll ich dann noch tun? Soll ich zum Pharao gehen und mit ihm reden? Ich kann ja nicht reden. Sogar mein eigenes Volk hört mir nicht mehr zu. Da habe ich absolut nichts mehr zu sagen. Es ist doch vorbei.“
Das ist ein anderer Teil unseres Dienstes: Oft muss eine Gemeinde das erwarten können. Sie müssen damit rechnen, dass andere nicht mehr die Kraft haben. Dann gehst du weiter – in deinem stillen Leben, in deinem Zeugnis gegenüber den Verlorenen. Du folgst dem Herrn weiterhin treu nach.
Ich erinnere mich an eine Zeit in einer Gemeinde, als plötzlich die Ältesten zu mir sagten: „Danny, was ist mit uns passiert? Wir evangelisieren ja gar nicht mehr.“ Da war ich so dankbar, dass sie es jetzt auch schon gemerkt hatten. Aber ich habe weitergemacht. Ich habe es nur niemandem gesagt. Ich sagte mir: „Jetzt kann ich euch sagen, in dieser Stadt bin ich weitergegangen, von Haus zu Haus, habe weiter evangelisiert. Die Arbeit geht weiter.“
Ich betete, dass sie nicht einfach wegen meines Wortes evangelisieren, sondern dass sie weitergehen zu den Verlorenen – aus Last und Liebe zum Heiland.
Dem Mose konnten sie nicht mehr zuhören, es war zu schwer. Und als er dann zum Pharao ging, wirkt das beim Lesen immer ein wenig merkwürdig, wenn man sieht, wie Mose war. Aber es hat mich wirklich berührt, wenn man an Kapitel 4 im 2. Mose denkt. Dort hat Gott Mose gesagt: „Du wirst zum Pharao gehen, ich werde dich brauchen, und das Volk wird befreit werden.“
Die strategische Begleitung durch Jethro und Gottes Auftrag an Mose
Und dann hast du schon bemerkt, wie Mose seine Zielsetzung seinem Schwiegervater, dem Schetro, mitteilt. In 4. Mose 10,18 heißt es: Mose ging zu seinem Schwiegervater Schetro und sagte: „Ich möchte gerne zu meinen Verwandten nach Ägypten ziehen, um zu sehen, ob sie noch leben.“ Das ist ein Teil der Wahrheit, nicht wahr? Es ist nicht falsch, was er sagt.
Wir haben oft vielleicht auch die Tendenz, bei denen, die uns ganz nah sind – in der Familie – die Zielsetzung nicht klar auszusprechen. Schetro wusste dann genau, was Mose wollte. Deshalb konnte er auch gut mit seinen Gedanken zur Strategie helfen, wie man Aufgaben aufteilt und Verantwortungen weitergibt. Er war auf diesem Weg sehr wichtig.
Aber was Schetro Mose dann später mitgab, war nicht nur, um die Verwandten zu besuchen. Es ging vielmehr darum, das Volk in Gottes Gedanken zu führen. Für mich ist es sehr interessant zu sehen, dass Jethro nicht irgendwo anfing, Mose zu sagen: „Du, du warst mir da schön, ich erinnere mich, was du gesagt hast – du willst zu deinen Verwandten. Das sieht wirklich nicht so aus. Hättest du mir das auch sagen können, dann wäre es klar gewesen.“
Und dann sagt Gott dem Mose den Auftrag, in 2. Mose 4,22: „Dann sollst du ihm ausrichten, also dem Pharao: So spricht der Herr, das Volk Israel ist mein erstgeborener Sohn. Ich befehle dir, lass meinen Sohn ziehen, denn er soll mir dienen. Weigerst du dich, werde ich deinen ältesten Sohn töten.“
Du hast bestimmt beim Lesen der Bibel bemerkt, dass dieser Satz Mose erst vor der zehnten Plage gesagt wird. Ich weiß nicht, ob es richtig war, wie Mose vorging. Ich habe Mose zum Glück nicht zu beurteilen, er war gottabhängig. Aber wenn man sieht, wie viele Stufen es braucht, bis Mose das sagen kann, wird das deutlich.
Zum Beispiel in Kapitel 11, Vers 5 sagt Mose zum Pharao, in Vers 4: „So spricht der Herr, um Mitternacht werde ich durch dein Land gehen und alle ältesten Söhne der Ägypter töten, angefangen bei deinem Sohn, der dir auf den Thron folgen soll, bis hin zum ältesten Sohn einer Sklavin, die mit der Handmühle Korn mahlt.“
Gott wusste genau, dass der Druck, den Erstgeborenen des Pharao zu töten, nötig war, damit der Pharao kapituliert und sagt: „Jetzt kannst du gehen.“ Und das ist auch unsere ganze Spannung, wenn wir im Gemeindebau oder in der Evangelisation in dieser Welt stehen. Wir wissen genau, dass die Menschen hören müssen: Wenn sie Jesus nicht haben, sind sie ewig verloren und gehen in die Hölle.
Die Spannung im Dienst und die Überzeugungskraft des Heiligen Geistes
Und das ist eine Spannung im Dienst. Ich weiß nicht, wie du diese Spannung erlebst. Es geht darum, mit den Menschen über diese neun Plagen zu gehen, bis du im Kontakt mit ihnen sagen kannst: Es geht um Leben oder Tod.
Du weißt ja, die Menschen sind nicht verloren, weil sie Sünden haben. Sie sind verloren, weil sie nicht an Jesus glauben (Johannes 16). Der Geist Gottes ist gegeben, um uns zu überzeugen. Ich habe es jetzt auf Französisch, aber das kommt nicht mehr. Er überzeugt uns erstens, dass Sünde darin besteht, nicht an Jesus zu glauben.
Das Zweite ist, hilf mir: Zweitens ist es die Gerechtigkeit. Der Herr ist in den Himmel aufgefahren, und es gibt das Gericht. Ich glaube, der Teufel ist schon gerichtet, oder? So ungefähr, ja? Das sind die drei Bereiche, in denen wir Menschen nicht mit Argumenten und Wissen überzeugen können.
Wie kannst du jemanden überzeugen, dass das Verlorengehen nur deshalb geschieht, weil er nicht an Jesus glaubt? Der Heilige Geist kann überzeugen. Ich will den Menschen nicht über Lügen oder Untreue zur Frau oder solche Dinge reden. Das sind alles Symptome, die daraus entstehen, dass sie nicht in Beziehung mit Gott sind.
Ich will keinen feigen Weg wählen, um sie zu überzeugen, so als ob ich sie richten könnte. Ich weiß, dass sie verloren sind, wenn sie nicht an Jesus glauben. Da ist dieser Weg, wie bei Mose mit dem Pharao. Ein Weg, der viel Mut braucht und bei dem oft am Anfang alles schiefgeht.
Du weißt ja, wie schwer es für Mose und Aaron war. Da gibt dir der Herr Zeichen und Wunder: Hand rein, Hand raus – die Hand ist gesund. Der Stab wird zur Schlange und läuft. Dann kommst du zum Pharao. Dort sind die Okkultisten, die dasselbe machen.
Beim Rausgehen hätte ich meinem großen Bruder Aaron gesagt: Wir beten. Und beim Gehen hätte ich gesagt: Herr, du hast uns nicht gesagt, dass der Teufel dasselbe macht. Bei jedem Schritt zum Pharao kommt eine größere Angst ins Herz.
Kennst du das? Man verspürt tief im Innersten seines Wesens: „Ich bin dafür nicht gemacht. Menschlich gesehen kann ich das nicht. Wie soll ich da weitermachen?“ Als die beiden Brüder im Gehorsam weitergingen, kam die Zeit, in der die Okkultisten dem Pharao sagten: Das ist Gott.
Herausforderungen in der letzten Zeit und das Durchhaltevermögen im Glauben
In 2. Timotheus 3,1-9 warnt Paulus Timotheus davor, dass die letzten Zeiten schwierig sein werden. Er beschreibt, wie die Menschen hochnäsig und widerspenstig gegenüber ihren Eltern sein werden. Paulus nennt viele Verhaltensweisen, die auftreten können, wenn Menschen sich gehen lassen und keinen guten Willen zeigen.
Er erklärt, dass die Menschen zwar noch religiös sein werden, aber die wahre Kraft und Verbundenheit mit Gott verloren haben. In diesen Zeiten wird es Menschen geben, die in alle Häuser gehen und ständig Lehren verbreiten, die jedoch niemals zur Wahrheit führen.
Paulus betont, dass in der letzten Zeit alles vor allem im Kopf abläuft. Er sagt sogar, dass ihn das fast seine Haare gekostet hat. Außerdem vergleicht er diese Zeit mit der Geschichte von Jannes und Jambres, die in der jüdischen Tradition als zwei Okkultisten gelten, die bei Pharao dienten. Das bedeutet, dass auch in der letzten Zeit die Wunder genau dieselben sein werden wie damals.
In den Versen 8 und 9 heißt es dann, dass diejenigen, die mit dem Herrn ausharren, erkennen werden, wo der Sieg liegt. In den folgenden Versen, ab Vers 10, ermutigt Paulus Timotheus, weiterzumachen. Er erinnert ihn daran, dass Timotheus seinem Leben gefolgt ist, gesehen hat, wie Paulus Pläne gemacht hat, an seinen Glauben und an das Leiden für den Herrn.
Paulus macht klar, dass Leiden zum Leben eines jeden gehört, der treu ist. Er fordert Timotheus auf, standhaft zu bleiben, denn das gehört zum Glauben dazu.
Die Bedeutung des klaren Auftrags und des Zusammenhalts im Dienst
Was lernen wir daraus? Wir lernen, dass wir einen ganz klaren Auftrag haben, den wir nicht beiseitelegen dürfen. Der Preis wurde Mose von Gott deutlich gezeigt. Der Pharao wird seinen Erstgeborenen verlieren – so hart wird es sein.
Dann sehen wir das Ausharren der beiden Brüder, die zusammenhalten, sich gegenseitig tragen und weitergehen. Währenddessen versteht das Volk Israel diese Brüder oft nicht mehr. Es wird mühsam.
Als Gemeindegründer wirst du immer wieder Phasen erleben, in denen die Gemeinde dich vielleicht nicht versteht. Das mag seltsam erscheinen. Dennoch gibt es immer wieder Situationen, in denen Gemeinden sich einfach am Zusammensein erfreuen können. Dabei wird die Gemeinde zur Unterkultur in der Kultur eines Volkes.
Wenn du für Verlorene lebst, bist du in solchen Situationen oft ein Randsiedler. Du bist ständig bei den Verlorenen beschäftigt, um das Evangelium weiterzugeben.
Es ist schön zu sehen, wie Gott Aaron und Mose geholfen hat. Ich finde das wirklich herrlich.
Du kennst doch Mose, oder? Er war kein ruhiger Typ. Als er den Ägypter im Sand begraben hat, hatte er offensichtlich viel Energie. So habe ich das Gefühl, oder? Es gab wohl keine große Diskussion – zumindest steht nichts davon geschrieben.
Nach seiner Zeit bei Gott wird Mose als der geduldigste Mensch beschrieben, den Gott hat. Man kann sich fragen, wie die anderen wohl sind.
Gott hat in seinem Herzen gearbeitet. Er nimmt Menschen, so wie du und ich es sind. Gott hat Ziele, arbeitet an uns und hilft uns, immer wieder die richtige Motivation und Freude in unserem Dienst zu finden.
Aber er hat nie gesagt, dass unser Dienst einfach ist. Und ich stimme zu, dass es auch so ist.
Die Kraft der Teamarbeit und die Begleitung junger Menschen im Dienst
Das hat mir im Dienst sehr geholfen. Ich bleibe weiterhin motiviert. Was uns, also Ursula und mir, besonders geholfen hat, ist, dass wir 15 bis 20 Jahre als Team zusammengearbeitet haben. Das war wirklich eine große Unterstützung. Wenn dein Leben ständig aus nächster Nähe beobachtet wird und du siehst, wie junge Menschen neben dir hergehen, dir nachfolgen und diesen Weg mit dir gehen wollen, ist das eine wunderbare Bewahrung und eine große Hilfe. Es motiviert, sein Leben ganz für Gott einzusetzen und eine Disziplin zu entwickeln, die anderen Mut macht, weiterzugehen.
Ich habe diesen Menschen nie gesagt, sie müssten so oder so leben. Ich habe ihnen auch nicht vorgeschrieben, wie viel Zeit sie täglich für das Bibellesen aufwenden oder wie viele Kapitel sie lesen sollten. Ich wollte nicht, dass sie unter mein Joch geraten. Mein Wunsch war nur, dass sie meinen Herrn kennenlernen. Dabei habe ich oft gemerkt, wie viel leichter das im Team war. Denn wir beten jeden Morgen eine Stunde zusammen. Es ist viel einfacher, eine Disziplin aufzubauen, wenn mehrere dabei sind.
Ich weiß, wie schwer es ist, sich jeden Tag Zeit zum Beten zu nehmen. Das kenne ich selbst. Wir sind jetzt nach Dijon umgezogen, und gestern hat Ursula mir gesagt: „Seit wir im Juli in Dijon sind, beten wir nicht mehr gemeinsam.“ Ich musste ihr zustimmen. Ein anderer Rahmen, ein anderes Programm, alleine und ohne Team – schon geht es rückwärts. Es ist so gut, wenn wir uns wiedersehen und sagen können: „Das Wichtigste haben wir wieder an die erste Stelle gesetzt.“
Ich sehe oft, dass auch Menschen im Dienst Schwierigkeiten haben, einen jungen Menschen an ihrer Seite zu akzeptieren. Ich kämpfe heute noch damit, möchte ich sagen. Es gibt viel Kritik an Bibelschulen und viel Streit über Schulungen. Doch ich finde nur wenige Diener, die bereit sind, einen jungen Menschen aufzunehmen und den Preis dafür zu zahlen, für ihn zu leben – einen Jungen, der kein Geld hat, keine finanzielle Unterstützung. Und dann zu sagen: „Komm zu mir, wenn ich Suppe habe, gibt es auch für dich etwas. Gott ist Gott.“
Wenn wir Zukunft in der Pionierarbeit wollen, müssen wir zuerst bereit sein, unser gewohntes Leben zu verändern. Plötzlich muss ein Leben entstehen, in dem junge Menschen mitgehen können. Wir hatten gute Evangelisten in Frankreich. Vor Jahren habe ich verschiedenen gesagt: „Warum nimmst du nicht einen Jungen neben dich?“ Aber das sind Männer, die bekannt sind und einen Namen haben. Da kann man nicht einfach an einem Abend einen Jungen predigen lassen, wenn man so einen großen Redner hat. Aber wer soll dann durch das Evangelium wirken? Wer ist dann wichtig? Wann werden diese jungen Evangelisten aufstehen und mitgenommen werden?
Ich finde es schön, dass wir im Alten und im Neuen Testament immer wieder Teamleben finden. Ich möchte nicht, dass wir heute bei unserer Motivation, Gemeinden zu gründen, das Finanzielle als Ausrede nehmen, um kein Teamwork zu machen. Das Geld der ganzen Welt gehört Gott. Das ist doch klar, oder?
Ich selbst habe viele Monate alle meine Dienste mit dem Fahrrad gemacht, weil ich kein Geld für Benzin hatte. Aber das war gesund – 400 Kilometer pro Woche, auch über Bergstraßen. Da wird man wieder jung. Die Leute, die ich geschult habe, dachten alle: „Daniel, das tut ihm gut.“ Er kam oft ganz nass an und fragte: „Habt ihr ein Badezimmer?“ Sie meinten, er habe eine Disziplin. Aber da war nichts mehr im Tank.
Denn ich bin überzeugt, und wir sind überzeugt, dass Evangelisation und der Kontakt mit Menschen gar nicht viel Geld brauchen. Sehr oft haben Ursula und ich zum Herrn gesagt: „Wenn wir auf einem Irrweg sind, dann mach doch einfach den finanziellen Hahn zu. Dann hören wir schnell auf.“ Oder? Es ist doch einfach, das zu beten: „Mach den Hahn zu, dann hören wir schon auf.“ Und manchmal hat er das getan. Dann hatten wir mehr Zeit zum Beten, um unsere ganze Arbeit vor den Herrn zu legen und zu sagen: „Herr, Du hast das Geld. Du gibst es nicht. Du machst keine Fehler. Was haben wir falsch gemacht? Was müssen wir ändern? Wie soll es weitergehen?“
Das biblische Prinzip von Begleitung und Schulung im Dienst
Teamarbeit – ich möchte dir Mut machen, die Sichtweise mitzunehmen, die das ganze Prinzip in der Bibel beschreibt. Dieses Prinzip besagt, dass Menschen neben anderen Menschen geschult werden und dass junge Menschen von ihren Eltern begleitet werden. Das ist das grundlegende Prinzip, das wir annehmen müssen.
Ich bin zum Beispiel an einer Bibelschule in Genf beteiligt. Dort werden die jungen Menschen nach einem Jahr Bibelschule zwei Jahre lang neben einem Pionierarbeiter begleitet. Sie leben einfach mit ihm zusammen und übernehmen verschiedene Aufgaben. Diese Aufgaben sind meist solche, bei denen sie in der Bevölkerung Fragen stellen müssen – etwa bei Bürgermeistern oder bei der Polizei. Sie müssen sich also durch ihre Arbeit richtig in die Gemeinschaft einbringen. Danach folgt ein viertes Jahr, in dem sie neben einem Gemeindeleiter leben, um zu sehen, wie eine Gemeinschaft von Ältesten miteinander funktioniert. Sie nehmen am Ältestenrat teil und lernen so, wie man eine Gemeinde weiterführt.
Ich möchte dir einfach Mut machen, das zu sehen und zu erleben. Es ist so schön, wenn du beobachten kannst, wie diese jungen Menschen vorwärtsgehen. Wir hatten kürzlich die Freude, im Gebetszettel nachzuschauen: In den letzten Jahren haben etwa 50 Menschen ein bis zwei Jahre mit uns im Dienst Gottes verbracht – in Afrika, Südamerika, verschiedenen Ländern Europas und in Frankreich. Sie sind einfach zwei Jahre mit uns mitgegangen. Das war ja auch das Prinzip von Paulus: Die Jünger gingen mit, um mitzulernen.
Du musst in deiner Motivation akzeptieren, dass das geistliche Leben deiner geistlichen Kinder so funktioniert wie bei Kindern. Wenn sie ganz neu im Glauben sind, bist du alles für sie – so wie ein Kind den Vater als Superman sieht. Das ist gewaltig. Sie kaufen dieselbe Bibel, machen dieselben Markierungen und legen sie genauso ab, wie du es tust. Du freust dich einfach mit, und das ist normal.
Ich hoffe, dass auch deine eigenen Kinder, falls dir der Herr Kinder geschenkt hat, so angezogen werden. Das macht einem so warm ums Herz. Ich erinnere mich noch, als meine Kinder klein waren und ins Büro kamen: „Papa, wie liest du denn die Bibel? Warum machst du da Farben rein?“ Sie wollten auch ein Neues Testament mit Farben und haben überall Farben hineingemacht. Das macht so Freude, wenn sie selbst merken: Es ist nicht so, dass du die Bibel lesen musst. Sondern wenn sie sehen, dass der Vater begeistert von der Bibel ist, entsteht etwas Besonderes. Das ist auch so schön bei deinen geistlichen Kindern.
Dann kommt die Zeit der Teenager. Manche gehen ganz normal durch diese Phase, ohne Krise, und machen einfach weiter. Andere stellen den Vater in Frage. Für sie ist der Vater der letzte Mensch, der Alte, der nichts mehr versteht. Das gibt es oft in Gemeinden. In dieser Zeit entstehen Spannungen, die oft unnötig sind. Ein Pionierarbeiter oder Missionar nimmt das alles sehr persönlich und kurzfristig und gerät in Streitigkeiten.
Es gibt also Zeiten, in denen deine geistlichen Kinder „Teenager“ im geistlichen Leben werden. Sie rebellieren und entdecken selbst. Du musst sie weiter lieben, ohne sofort Antworten auf ihre Worte zu erwarten. Du schaust in ihr Leben und siehst den Heiligen Geist wirken, wie Gott sie zur Gestalt Christi, zur Größe Jesu führt. Du siehst das Ziel ihres Lebens und betest: „Herr, hilf ihm, dass er in dieser Zeit der Rebellion alles in dir findet. Herr, lass ihn verstehen, dass er bei den Menschen nicht das findet, was er als Christ sucht. Aber hilf ihm, dass er in Jesus ganz zufrieden wird, denn dort kommt der Sieg.“
Mit Worten gegen ihre Worte zu kämpfen, ist wie Benzin ins Feuer zu gießen. Das führt nur zu mehr Konflikten. Das müssen wir in der Gemeindearbeit verstehen, sonst reagieren wir viel zu schnell. Menschen dürfen gegen dich sein. In Jesus sind wir frei, und das bedeutet, dass wir den Menschen die Freiheit geben, gegen uns zu sein. Wir lassen ihnen diese Freiheit.
In der Gemeinschaft mit dem Herrn werden sie selbst. Manche kommen später zurück und sagen: „Du, Dani, vergib mir. Vor fünf Jahren bin ich dir so reingefahren, und du hast einfach gesagt: ‚Da wollen wir beten.‘ Da habe ich angefangen zu beten und dich zu segnen. Vergib mir.“ Ich habe nicht versucht, sie zur Vergebung zu drängen. Ich wusste, dass sie bekehrt sind, den Heiligen Geist haben und dass der Heilige Geist in ihnen wohnt. Das ist nicht nur Theologie, sondern eine Realität – eine Person Gottes, die in ihnen wohnt und ihnen immer wieder Mut macht: Mut zur Buße, Mut zum Zeugnis, Mut, sich an Jesus zu hängen.
Die Rolle und Zielsetzung des Heiligen Geistes im Leben der Gläubigen
Der Heilige Geist – ich glaube, es ist wichtig, dass wir der Gemeinde immer wieder sagen, was die Hauptziele des Heiligen Geistes sind. Wir leben in einer Zeit, in der viel vom Heiligen Geist gesprochen wird. Zum Glück hat er aber immer gewirkt, auch wenn man nicht von ihm gesprochen hat. Das ist etwas Besonderes am Heiligen Geist.
Im 18. Jahrhundert, zu Beginn des Jahrhunderts, wurde wenig von ihm geredet, doch er hat genau dasselbe getan. Es gibt solche, die nur dann arbeiten, wenn man von ihnen spricht, aber das ist nicht der Heilige Geist. Der Heilige Geist ist uns gegeben, um uns in die ganze Wahrheit hineinzuführen. Er schenkt uns im Leben, Jesus zu kennen und zu verstehen.
Der Heilige Geist ist uns gegeben, wie es in der Apostelgeschichte 1,8 heißt, damit wir Zeugen bis an die Enden der Welt sind. Der Heilige Geist hat eine ganz klare Zielsetzung. Dafür hat ihn Jesus gelassen, als er weggegangen ist. Und du weißt ja, es braucht das ganze Leben, wenn du bist wie ich, damit der Heilige Geist mich in die ganze Wahrheit hineinführen kann.
Ich merke oft, wie ich in meinem Denken und Wesen noch nicht ganz wahr bin. Es gibt noch Unterschiede zwischen meinem Wissen und meinem Tun, zwischen meinem Reden und meinem Handeln. Ich bin so dankbar, dass der Heilige Geist so viel Geduld hat und mir nicht sofort zeigt, was alles falsch ist.
Manchmal erkenne ich noch die Sünde der Lüge oder der Übertreibung. Dann spüre ich mitten in einem Satz, wie das nicht zusammenpasst. In der brüderlichen Gemeinschaft muss ich dann sagen: „Brüder, vergebt mir, ich muss zum Satz vorher zurückkommen, ich habe da übertrieben.“ Denn darin liegt eine Herausforderung.
Aber der Heilige Geist muss weiterarbeiten und mich in die ganze Wahrheit hineinführen. Es braucht das ganze Leben, um wahr zu werden. Wahrheit ist nicht einfach theologische Wahrheit, sondern Lebenswahrheit. Und dafür braucht es bei mir sehr lange. Ich hoffe, dass du nicht so einen langen Weg hast wie ich.
Dabei merke ich, wie sehr ich nur von der Gnade leben kann. Aber ich merke auch – und deshalb sage ich immer mehr –, dass ich den Herrn immer mehr liebe. Ich merke auch, dass er ein Herr ist, den man kaum verstehen kann. Er ist zu groß, zu gut mit mir, ich kann es nicht begreifen, warum er so gut ist. Aber ich kann nur sagen: Er ist gut, und er führt uns in unserem Leben. Danke.
