Liebe Freunde,
ein Professor fragt in der Philosophieprüfung einen Studenten: „Können Sie mir bitte mit ganz kurzen Worten sagen, was Konsequenz ist?“
Der Student überlegt kurz und antwortet: „Heute so, morgen so.“
Der Professor sagt: „Gut, können Sie mir auch mit genauso wenigen Worten sagen, was Inkonsequenz ist?“
Darauf antwortet der Student wieder: „Heute so, morgen so.“
Und dieses „heute so und morgen so“ ist die Philosophie der Mitläufer und der Wendehälse.
Die Natur der Mitläufer und der erste biblische Mitläufer
Was ein Mitläufer ist, muss ich euch ja nicht erst erklären. Ihr wart selbst welche oder kennt welche, die sehr geschmeidig vom blauen FDJ-Hemd ins blaue Jeanshemd geschlüpft sind. Heute für den Kommunismus, morgen für den Kapitalismus – immer für den, bei dem es die meiste Kohle gibt.
Mitläufer gibt es überall in Massen. Aber sie sind keine Erscheinung des Massenzeitalters, sondern es hat sie schon immer gegeben.
Ich erzähle euch heute von dem ersten Mitläufer, den die Bibel erwähnt. Er steht ganz am Anfang, im ersten Kapitel Mose, Kapitel 19, also 1. Mose 19. Der Mann hieß Lot. Er war ein Neffe von Abraham, dem Erzvater des Glaubens. Als Abraham zum verheißene Land aufbrach, zog Lot mit ihm los.
Lot hatte den großen Aufbruch zu Gott mitgemacht. Er hatte den Ausbruch aus allen bisherigen Gewohnheiten erlebt, war aus seinem alten Leben ausgestiegen und bei Gott eingestiegen. Er hatte Gottes Führung und Segnung erfahren – aber eben immer nur als Mitläufer.
Und sobald sich Lot die Gelegenheit bot, wurde aus dem Mitläufer ein Überläufer.
Lots Entscheidung und seine Folgen
Lot, der einst dabei war, als Gott rief, blieb auf dem Weg stecken und wurde bürgerlich. Er wurde ein Bürger von Sodom. Das kam so: Eines Tages gab es einen heftigen Streit zwischen Abraham und Lot. Es ging einfach nicht mehr zusammen, und sie mussten sich trennen.
Lot musste entscheiden, wohin er gehen wollte: in die fruchtbare Jordanebene, wo die beiden lebhaften Städte Sodom und Gomorra lagen, oder hinauf ins Gebirge, wo es nur Sorgen und Gemurre gab. Es ist klar, dass Lot sich als junger Mann für die Jordangebiete entschied. Dort war deutlich mehr los – High Life in the City.
Man muss Lot auch zugutehalten, dass er aus rein wirtschaftlicher Sicht eine sehr gute Entscheidung getroffen hat. Der Erfolg gab ihm Recht. Lot wurde wirtschaftlich sehr erfolgreich. Doch Lebensentscheidungen sollten nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden.
Das Glück im Leben hängt nicht von dem Posten ab, den man innehat oder nach dem man eifrig strebt, sondern vom Segen, den Gott auf das Leben legt. Und das hatte Lot übersehen. Als typischer Mitläufer nutzte er den Segen, den Gott auf Abrahams Leben gelegt hatte, solange er konnte. Als er jedoch woanders mehr Vorteile sah, pfeifte er auf Gott und schloss sich dem Lager der Gegner an.
Die Gegend, in der sie wohnten, war zwar wunderschön, aber die Menschen dort waren schlecht – besonders in der Stadt Sodom. In dieser heidnischen Stadt verkümmerte Lots Glaube ebenso schnell, wie sein Geschäft aufblühte. Das ist oft so, wenn sich ein Kind Gottes unter Gottlose mischt.
Dann heißt es: Man muss ja nicht gleich jedem erzählen, dass man zur Kirche gehört. Man hat schließlich auch gesellschaftliche Verpflichtungen und kann deshalb nicht an allen kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen. Man muss sich erst mit den anderen Menschen solidarisieren, bevor man anfängt, sie zu bekehren. Man muss also nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.
So geht es immer weiter, bis am Ende der Glaube verloren ist. Denn der Glaube, den du nicht bekennst und nicht lebst, ist am Ende tot.
Lots Leben in Sodom und seine innere Zerrissenheit
Lot hatte sich von seiner frommen Verwandtschaft getrennt und eine Frau genommen, vermutlich eine aus Sodom. Er war nämlich bald mit halb Sodom verwandt und verschwägert. Dadurch wurde er in deren Angelegenheiten mit hineingezogen. Er musste mit in den Krieg ziehen und geriet dort in Gefangenschaft. Sein Onkel Abraham musste ihn wieder befreien. So entstand ein ständiges Hin und Her, und auf keiner Seite wurde Lot richtig anerkannt.
Trotz seiner Anbiederung und seiner kumpelhaften Art blieb er für die Leute von Sodom ein Fremder, ein Fremdkörper. Das lag auch daran, dass er zu seinem Körper eine andere Einstellung hatte als sie. In der Bibel heißt es ja einmal, unser Körper sei ein Tempel des Heiligen Geistes. Nun, das wussten die Leute von Sodom nicht. Sie waren Heiden und lebten nicht nach dem Wort Gottes. Die Bibel beschreibt sie als brutal, gewalttätig und sexuell hemmungslos. Ihre Spezialität war die Homosexualität.
Auch wenn Lot sich schon ziemlich weit von Gott entfernt hatte, wusste er doch, dass diese Lebensweise für ein Kind Gottes nicht in Frage kommt. Denn das ist eine Sünde, die, wenn sie nicht aufgegeben und vergeben wird, vom Reich Gottes ausschließt. So steht es in der Bibel, ich lese es euch einmal vor aus dem ersten Korintherbrief:
Denkt daran: Für Menschen, die Unrecht tun, hat Gott keinen Platz in seiner neuen Welt. Macht euch nichts vor! Menschen, die Unzucht treiben oder Götzen anbeten, die die Ehe brechen oder mit Partnern aus dem eigenen Geschlecht verkehren, Diebe, Wucherer, Trinker, Verleumder und Räuber werden nicht in Gottes neue Welt kommen. Solche gab es früher auch unter euch. Aber jetzt seid ihr reingewaschen, ihr seid Gottes heiliges Volk geworden und könnt vor seinem Urteil bestehen, denn ihr seid mit Jesus Christus, dem Herrn, verbunden und habt den Geist unseres Gottes erhalten.
Diese Bibelstelle beweist, dass Gott die Homosexuellen liebt, dass er ihnen vergibt und dass es Homosexuelle von Anfang an in der christlichen Gemeinde gegeben hat. Aber seit sie Christen geworden sind, haben sie die Homosexualität nicht mehr praktiziert. Das ist die herrliche Nachricht der Bibel für solche Menschen: Es gibt auch für sie Verwandlung und Vergebung.
Lot versuchte, sich aus der ganzen Lebensweise der Sodomiter herauszuhalten. Doch so schreibt die Bibel einmal in Petrus Brief, dass er unter ihnen wohnen musste, alles mitansehen und anhören musste und seine gerechte Seele von Tag zu Tag durch die Werke der Ungerechtigkeit gequält wurde.
Lots innere Qualen und sein fehlender Widerstand
Als ich das gelesen habe, musste ich an ein Lied denken, das Gerhard Schöne einmal gesungen hat. Es handelt von einem Spatz und den Wellensittichen, von Wellensittichen und den Spatzen. In dem Lied wird eine Situation geschildert, in der bei der Armee fünf Männer in einer Bude sind, und einer ist anders als die anderen.
Dort heißt es: „Alle prahlen mit ihren Frauen, nur er schweigt. Er verdirbt die ganze Stimmung, wenn sie Witze erzählen. Es wird Zeit, dass man ihm mal die Meinung sagt.“ So ging es damals Lot. Er musste sich bei jeder Gelegenheit die schweinischen Witze seiner Arbeitskollegen anhören. In jeder Frühstückspause musste er die Berichte über die sechs Abenteuer der letzten Nacht über sich ergehen lassen.
Jeden Tag musste er mit ansehen, wie die Leute fremdgingen und dadurch ihre Ehen, ihre Gesundheit und ihre Familien zerstörten. Aber weil er es mit niemandem verderben wollte, hielt er die Klappe und lächelte süß-sauer verschämt bei den schweinischen Witzen.
Weil er nicht als Spießer gelten wollte, sagte er nie ein Wort gegen das Fremdgehen. Weil er nicht als rückschrittlich eingestuft werden wollte, äußerte er sich auch nicht gegen die homosexuelle Praxis seiner Umgebung. Er sah alles, hörte alles, aber er fraß alles in sich hinein.
Deshalb sagt die Bibel, dass er Qualen an seiner Seele litt. Doch er hatte nicht die Kraft, gegen das Unrecht seiner Umgebung aufzustehen. Sein halber Glaube reichte einfach nicht aus. Er brachte es nicht fertig, sich vom gottlosen Leben seiner Umgebung zu trennen und sich zu distanzieren.
Stattdessen versuchte er zu paktieren. Er wollte beides nicht verlieren: die Verbindung zu Gott und die guten Beziehungen zur Stadt. Aber das geht nicht. So ein Spagat ist unmöglich.
Jesus sagt: Du kannst dein Leben nicht auf zwei Säulen aufbauen – Gott und den Mammon. Denn man kann nicht gleichzeitig beiden dienen.
Die Sünde Sodoms und ihre geistliche Bedeutung
Man sollte nicht denken, dass Sodom und Gomorra nur aus einer Ansammlung von Lasterhöhlen oder finsteren Gestalten bestanden. Ganz im Gegenteil: Sodom war eine wohlhabende Stadt, in der viele anständige und ehrbare Bürger lebten.
Die Sünde dieser Stadt wird in der Bibel beim Propheten Ezechiel folgendermaßen beschrieben: Sodom war eingebildet, lebte sorglos und im Überfluss. Sie kümmerte sich nicht um Arme und Unterdrückte, war überheblich und beging abscheuliche Verbrechen.
Sünde ist immer eine bestimmte Handlung, aber diese Handlung entspringt einer bestimmten Haltung. Die eigentliche Sünde besteht in der Haltung eines Menschen, der sagt: „Ich brauche Gott nicht. Er interessiert mich überhaupt nicht. Seine Gebote gehen mich nichts an. Ich bin das Maß aller Dinge, und in meinem Leben bestimme ich, wo es langgeht. Ich lasse mir von niemandem etwas reinreden. Gott ist mir einfach egal.“
Diese Arroganz, die Gott nicht beachtet, die alles besser wissen will als Gott und sich über seinen Willen hinwegsetzt, das ist die Überheblichkeit, die die Bibel Sünde nennt. Ein Sünder ist also nicht nur jemand, der moralisch besonders schlecht ist, sondern jemand, dem Gott gleichgültig ist. Dabei kann dieser Mensch durchaus moralisch hochstehend oder sogar gut sein.
Sünde bedeutet, wenn jemand sagt: „Gott ist mir egal.“ Aus dieser falschen Haltung zu Gott folgt eine falsche Haltung zum Menschen. Der andere wird dann nicht mehr als Mitmensch gesehen, sondern nur noch als Ausbeutungsobjekt – entweder zur materiellen Bereicherung oder als Lustobjekt zur sexuellen Befriedigung.
Beides – die wirtschaftliche und die sexuelle Erniedrigung des Menschen zum Objekt – nennt die Bibel die Sünde der Stadt Sodom. Dieses Verbrechen wird der Stadt von Gott zur Last gelegt. Deshalb ließ Gott Sodom in einer schrecklichen Katastrophe untergehen.
Gottes Warnung und Abrahams Fürbitte
Nun ist es bei Gott immer so: Bevor er ein Gericht schickt, kündigt er es vorher an. Gott überfällt die Menschen nicht einfach mit irgendeinem Strafgericht, sondern warnt sie zuvor. Er schickt eine Warnung.
Als Erstes gibt er seinen Kindern Bescheid. So ist es auch bei uns Gläubigen. In der Bibel hat er uns ganz klar gesagt, wie das Gericht sein wird und was dabei geschieht. Damals hat er es zuerst Abraham angekündigt.
Als Abraham hört, dass Gott die Stadt zerstören will, tritt er für die Stadt ein. Er bittet für sie. Abraham geht zu Gott, kämpft mit ihm und argumentiert gegen ihn. Er sagt zu Gott: „Du kannst doch nicht eine ganze Stadt vernichten, in der sicher viele böse Menschen sind. Aber da sind auch Unschuldige dabei. Wenn du eine ganze Stadt strafst, triffst du auch die Unschuldigen. Das beschädigt dein Ansehen. Was sollen die Leute von dir denken? Wieso bist du dann noch ein gerechter Gott?“
Gott geht auf Abrahams Argumente ein und sagt: „Gut, das leuchtet mir ein. Wenn du mir 50 Menschen in der Stadt nennen könntest, die ohne Schuld und gerecht sind, werde ich das Strafgericht nicht ausführen.“ Abraham ist begeistert und sagt: „Wunderbar!“
Nach einer Weile sagt er: „Also, wenn ich mir das Recht überlege, 50 ist ein bisschen viel. Können wir uns auf 45 einigen?“ „Einverstanden“, sagt Gott. 45 Menschen. Nach einiger Zeit sagt Abraham: „45 sind mir noch ein bisschen zu viel. Sagen wir mal 40. Wenn 40 Gerechte in der Stadt sind, würdest du dann auch noch verschonen?“ „Ja“, sagt Gott, „auch dann würde ich das Gericht nicht vollstrecken.“
Nach einer Weile kommt Abraham wieder und sagt: „Entschuldige, dass ich nochmal anfange zu reden. Ich weiß, es ist viel verlangt, aber ich habe meine Bekannten angesehen. 40 schaffe ich nicht, aber 30. Können wir uns auf 30 einigen?“ „Okay“, sagt Gott, „30.“ So geht das weiter. Abraham handelt immer weiter herunter: 25, 20, 10.
Bei 10 sagt Gott: „Das ist mein letztes Wort. Wenn du mir zehn Gerechte in der Stadt Sodom bringst, wird das Gericht nicht stattfinden.“ Dann bleibt die Stadt verschont.
Gott hat in Sodom zehn Menschen gesucht, die zur Sünde Nein sagen, die nicht mit den Wölfen heulen und nicht mit dem Strom schwimmen. Er hat sie nicht gefunden. Immerhin ist Gott Abraham unglaublich weit entgegengekommen. Zehn Menschen hätten ausgereicht, um das Strafgericht aufzuhalten.
Einige Tausend Jahre später ist Gott sogar noch weiter gegangen. Da genügte ihm ein einziger, um das Strafgericht aufzuhalten – nämlich sein Sohn Jesus. Der einzige Unschuldige und Gerechte, den Gott im ganzen Universum ausfindig machen konnte.
Und um dieses eine Leben hat Gott bis zum heutigen Tag unsere Welt mit seinem Gericht verschont. Dieser eine stemmt sich bis heute gegen den Zorn Gottes und hält das letzte Gericht auf, bis alle seine Leute gerettet sind.
Dieser eine streckt dir heute Abend seine Hand entgegen und bietet dir die Rettung an. Dieser eine lässt dich durch mich warnen, so wie er damals die Bürger von Sodom durch seine Boten warnen ließ.
Die Ablehnung der Warnungen und die Dringlichkeit der Entscheidung
Das Traurige war, dass sie sich gar nicht warnen lassen wollten. Denn Gott hat auch die Ungläubigen gewarnt. Er hat Boten in die Stadt geschickt, und das in aller Öffentlichkeit. Doch die Bevölkerung hat die beiden Boten überhaupt nicht ernst genommen.
Diese Uninteressiertheit, die nicht einmal mehr bewusst gegen Gott kämpft, ist wahrscheinlich das Schlimmste an der Gottlosigkeit. Ich denke, das Schlimmste für die Gottlosen wird sein, wenn sie im Gericht erkennen müssen: Wir wurden alle gewarnt, aber wir wollten uns nicht warnen lassen.
Heute bin ich der Bote, den Gott zu dir schickt. Ich sage dir im Namen des Allmächtigen Gottes, was in der Bibel steht: Es kommt das Gericht, und du kommst in die Hölle, wenn du dir deine Sünden nicht von Jesus vergeben lässt.
Gott will aber nicht, dass du in die Hölle kommst. Deshalb hat er seinen Sohn Jesus geschickt, der dich davor retten will. Eine Drohung kommt ja meistens aus dem Hass, aber eine Warnung kommt aus der Liebe.
Gott lässt dich heute warnen, weil er dich lieb hat. Er möchte nicht, dass dein Leben in Ewigkeit verloren geht, sondern dass du zu den Siegern der Geschichte gehörst und nicht zu den Verlierern.
Deshalb bitte ich dich im Namen des erbarmenden Gottes: Versäume nicht die Stunde der Gnade. Gib Jesus dein Leben, wenn er dich heute wieder zu sich einlädt, und liefere ihm dein Leben ganz aus. Ich betone das Wort ganz. Jede Halbherzigkeit Gott gegenüber ist sinnlos. Das siehst du ja am Schicksal von dem Blut.
Die Bedeutung der vollen Hingabe und das Beispiel von Lot und seiner Frau
Lot und seine Frau verdankten ihre Rettung der Fürbitte Abrahams. Dadurch wurden sie aus der brennenden Stadt herausgeführt. Doch weil beide keinen vollen Glauben hatten, sondern nur einen halben, nutzte ihnen diese Rettung letztlich nichts.
Eine halbe Bekehrung ist sinnlos. Lot war zwar gerettet und aus der brennenden Stadt heraus, doch kurz danach verfiel er wieder dem alten heidnischen Leben und dem Trinken. Auch seine Frau war schon gerettet und aus der Stadt geflohen.
Doch weil sie Gott nicht vollständig gehorsam war, starb sie trotzdem. Jesus sagte im Lukasevangelium: „Denkt an die Frau von Lot.“ Gott hatte die beiden durch seine Boten gewarnt. Er ließ sie wissen, dass ein Strafgericht über die Stadt kommen würde. Sie sollten fliehen, um ihr Leben rennen, aber sich nicht umsehen.
Die Frau von Lot sah sich jedoch um – und sie starb auf der Stelle. Sie hing noch zu sehr an ihrem alten Leben. Deshalb konnte sie das Neue nicht empfangen. Jesus sagte auch: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht nach hinten, der taugt nicht für das Reich Gottes.“
Die Notwendigkeit der radikalen Trennung vom alten Leben
Wenn Gott dich ruft – und er tut das jetzt in diesem Augenblick – und du ihm folgen möchtest, dann musst du dich von manchen Menschen und Dingen radikal trennen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Als Christ brauchst du nicht aus der Welt auszusteigen, aber du musst dich entscheiden, wo du mitmachst und wo nicht. Von manchen Menschen und Dingen dieser Welt musst du dich einfach distanzieren. Dazu gehört heute zum Beispiel die Jagd nach dem eigenen Vorteil, der Hass auf Andersdenkende, wie zum Beispiel Ausländer, die Gier nach Besitz, Wohlstand und materieller Bereicherung. Bei diesen Dingen kannst du als Christ einfach nicht mitmachen.
Auch im Bereich der Sexualität sieht es heute oft aus wie in Sodom und Gomorra. Wenn es heute üblich ist, dass jeder mit jedem schläft und deine ganze Klasse das macht, dann kannst du als Christ eben nicht mitmachen – auch wenn deine Freunde behaupten, du würdest etwas verpassen.
Wenn du dich bereits bekehrt hast und dich zu den Geretteten zählst, aber immer noch mit den falschen Freunden verkehrst und an der falschen Lebensweise festhältst, dann nützt dir deine Bekehrung nichts.
Wenn du ein Rückversicherer bist, wie die Frau von Lot, die nach hinten sah, wenn du immer nur auf die Meinung, die Mode oder die Leute hörst, dann bist du schon raus aus Gottes Reich. Du bist schon gerichtet, noch bevor Christus zum Gericht wiederkommt.
Er wird ja zum Gericht wiederkommen, und das Ende der Welt wird kommen. In dieser Katastrophe, die die Bibel uns ankündigt und die noch vor uns liegt – für die Sodom und Gomorra nur ein Vorspiel waren – werden alle umkommen, die nicht an Jesus geglaubt haben.
So hat Jesus es jedenfalls gesagt, und so lese ich es euch jetzt vor, im Lukas-Evangelium Kapitel 17:
„Es wird sein am Ende, wenn die Welt vergeht: Es wird sein wie in den Tagen von Lot. Sie aßen und tranken, sie kauften und verkauften, pflanzten und bauten bis zu dem Tag, an dem Lot die Stadt Sodom verließ. Da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um. Genau so wird es an dem Tag sein, an dem der Menschensohn erscheint.“ (Lukas 17)
Die Reaktion der Menschen auf die Gerichtswarnung und die Realität des Gerichts
Ich weiß natürlich, dass viele heute höhnisch darüber lächeln, wenn ich so etwas vorlese und wenn die Bibel vom Gericht spricht. Das ist keine neue Einstellung, das gab es schon immer. Auch zu Lots Zeiten war das so.
Als den Leuten der Stadt Sodom gesagt wurde, dass ein Strafgericht bevorsteht, steht in der Bibel, dass die Menschen von Sodom das einfach lächerlich fanden. Wie passt ein Strafgericht zum lieben Gott? Das passt doch überhaupt nicht zusammen, so etwas gibt es doch gar nicht. Ähnlich sagen heute viele: „Ich kann mir einen Gott, der zum Gericht kommt, überhaupt nicht vorstellen.“
Dabei geht es nicht darum, was du dir vorstellst, sondern um das, was die Bibel uns sagt. Nirgends fordert die Bibel, dass du dir das Gericht vorstellen sollst. Aber an vielen Stellen fordert sie dich auf, dich auf das Gericht vorzubereiten.
Als den Menschen in Sodom gesagt wurde: „Es kommt ein Gericht, bereitet euch darauf vor“, fanden sie das einfach lächerlich. Dann kam der letzte Tag für Sodom. Er begann wie jeder andere Tag auch: Die Menschen frühstückten, sie aßen, sie tranken, sie gingen zur Arbeit, sie kauften und verkauften, sie arbeiteten in ihren Gärten, pflanzten und bauten.
Und dann kam das angekündigte und angeblich so lächerliche Gericht. Die Stadt ging im Feuersturm unter, und da verging denen das Lachen. Aber da war es zu spät.
Die persönliche Verantwortung und das kommende Gericht
Mensch, pass auf, dass es nicht eines Tages für dich zu spät ist. Es ist später, als du denkst. Die Uhr tickt, der Countdown läuft, das letzte Gericht kommt – und du wirst dabei sein.
Du wirst noch einmal vor Gott stehen, ganz allein, mit dem, was du in deinem Leben getan hast. Gott wird mit dir über dein Leben sprechen, und du wirst darauf antworten müssen. Du kannst dich nicht hinter anderen verstecken. Du kannst nicht so tun, als ob du nichts wüsstest. Gott wird mit dir über dein Leben reden, und du musst erklären, was du getan oder nicht getan hast.
Die Bibel sagt, dass wir über jedes Wort Rechenschaft geben müssen – über das, was wir gesagt, getan oder unterlassen haben. Du kannst dich dann nicht herausreden und sagen, das sei dir neu oder du hättest nichts davon gewusst. Doch spätestens jetzt weißt du es. Heute hat Gott dich gewarnt, er hat es dir durch mich gesagt. Heute kann ich dir noch helfen.
Wenn du dann vor Gott stehst, wird dir niemand helfen können – vor allem du dir selbst nicht mehr. Im Gericht hilft dir nur einer, und das ist Jesus. Deshalb ist das Wichtigste im Leben, dass du Jesus zum Freund hast. Er kann dir einen Gerichtstermin ersparen.
Über Jesus ist nämlich das Strafgericht, das eigentlich uns treffen müsste, schon niedergegangen – am Kreuz. Wenn du dich an Jesus klammerst, kann dich das Gericht Gottes nicht mehr treffen. Deshalb sage ich dir noch einmal: Komm zu Jesus und gib ihm dein Leben.
Vielleicht wartet Gott mit dem Ende nur noch auf einige unter euch, die bis jetzt unentschieden sind und die er noch mitnehmen will in sein Reich.
Jesus sagte seinen Gegnern: „Dem Lande der Sodom und Gomorra wird es erträglicher gehen am Tage des Gerichtes als euch.“ Und er sagte seinen Nachfolgern: „Wer mein Wort hört und glaubt, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht. Sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
Unter allen Mitläufern und halben Christen sagt Jesus: „Ich kenne euer Tun. Ich weiß, dass ihr weder warm noch kalt seid. Wenn ihr wenigstens eins von beidem wärt! Aber ihr seid weder warm noch kalt, ihr seid lauwarm. Darum werde ich euch aus meinem Munde ausspucken.“
Das heißt: Mitläufer sind eklig, Gegner sind bedauernswert, Nachfolger sind beneidenswert. Denn wir sind frei – auch im Gericht. Und etwas Besseres gibt es nicht.
Das Bild der Synagoge als Zufluchtsort und der Ort der Rettung
In einer deutschen Großstadt stand eine Synagoge. Eine Synagoge ist ein Gotteshaus der Juden, in dem sie sich zum Gottesdienst versammeln. Das Gebäude hatte etwa die hier gezeigte Größe.
Dann kam der 9. November 1938 – ein Tag, an den wir uns erinnern. An diesem Tag zerrten die Deutschen ihre jüdischen Mitbürger auf die Straße, schlugen Scheiben von Schaufenstern ein und verprügelten die Menschen. Es begann eine große Tötungsaktion. In ganz Deutschland brannten die Synagogen, auch die Synagoge, von der ich hier erzähle. Alles, was darin war – Holz, Stoff, Papier und Ähnliches – verbrannte. Doch die Mauern blieben stehen.
Viele Jahre lang stand mitten in der Stadt Essen diese ausgebrannte, hässliche Synagoge – nutzlos, schwarz, verkohlt, leer und hässlich. Jahr für Jahr.
Dann kam wieder ein Tag, der begann wie alle anderen Tage auch. Die Leute frühstückten, gingen zur Arbeit, die Hausfrauen machten ihre Wäsche, die Kinder gingen zur Schule, Paare gingen zum Standesamt, und abends ging man ins Kino. Plötzlich ertönte die Sirene. Amerikanische Flieger kamen, und die Stadt wurde bombardiert. Ein Feuersturm brach aus, Schwefel und Feuer regneten vom Himmel. Die Menschen rannten aus den brennenden Häusern, erstickten oder wurden von einstürzenden Wänden erschlagen. Sie suchten Schutz, fanden aber keinen Platz in der ganzen Stadt.
Nur an einem Ort gab es Schutz vor dem Feuer: in der alten, ausgebrannten Synagoge. Dort hatte es ja schon einmal gebrannt. Als der Feuersturm kam, sprang er über dieses Gebäude hinweg, denn es gab dort nichts Brennbares mehr. Wer sich dort hineingerettet hatte, war gerettet.
So ein Ort der Rettung auf unserer Welt ist auch der Hügel von Golgatha, wo das Kreuz von Jesus steht. Das ist ebenfalls ein hässlicher Anblick – wenn jemand lebendig am Kreuz hängt und sterben muss. Doch es ist der einzige Ort auf der Welt, an dem sich sündige Menschen sehen lassen und heil werden können.
Dort hat es nämlich schon einmal gebrannt. Dort hat der Zorn Gottes zugeschlagen, dort hat das Gericht stattgefunden. Jesus hat an deiner Stelle die Strafe erlitten, die du eigentlich verdient hast. Wie ein Blitzableiter hat er die Strafe Gottes auf sich gezogen. Wenn du Jesus als deinen Retter annimmst, kann dich die Strafe Gottes nie wieder treffen.
Ohne diesen Blitzschutz bist du verloren.
Der Aufruf zur Annahme Jesu und zur Rettung
Und deshalb bitte ich dich: Lass Jesus heute nicht wieder abblitzen, wenn er dich erneut in sein Reich einlädt. Er will dich retten, weil er dich liebt. Aus diesem Grund ist er am Kreuz gestorben. Mehr Liebe kannst du doch gar nicht verlangen.
Welchen Beweis von Gottes Liebe erwartest du noch? Kennst du jemanden, der für dich sein Leben gegeben hat? Das hat Jesus getan. Was soll Gott noch tun? Worauf wartest du?
Lasst uns beten. Wolfgang, kommst du bitte?
