Einleitung
Kommt ihnen die Folgende Szene bekannt vor?
Eine Tochter geht zur Mutter und fragt: Mami darf ich am Samstag mit
Freunden Skifahren gehen?
Die Mutter antwortet: Ich weiss nicht so recht, frage mal den Vater.
Die Tochter geht zum Vater: Papi, darf ich am Samstag mit meinen
Freunden Skifahren gehen?
Vater: Ich weiss nicht, frag doch die Mutter.
Haben sie das noch nie erlebt? Kinder entwickeln dann selber ihre
Strategien, wie sie zum Ziel kommen. Sie wissen welchen Elternteil in
welchem Fall sie besser zuerst fragen. Sie wissen in welchem Fall man wen
an besten bearbeitet.
Ja – mit der Erziehung ist das so eine Sache. Man kann so viel verkehrt
machen. Es ist auch sehr heikel über Erziehung zu sprechen, vor allem,
wenn man anderen Ratschläge gibt ohne gefragt zu werden.
Das neue Testament äussert sich sehr selten und knapp zum Thema
Erziehung. Paulus sagt diesbezüglich den Kolossern.
Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! So verlangt es die
Gemeinschaft mit dem Herrn. (Kol 3,20) Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht zu streng, damit sie nicht
entmutigt werden! (Kol 3,21)
I. Vorbemerkungen
Erziehung ist Sache der Eltern
Erziehung ist Sache der Eltern. Weder der Mann noch die Frau ist alleine
dafür zuständig, die Kinder sollen den Eltern gehorchen.
Daher ist es wichtig, dass sich die Eltern über ihren Erziehungsstil im
grossen ganzen einig sind.
Zwei verschiedene Erziehungsziele und Erziehungsweisen verwirren das
Kind.
Eltern müssen sich auch hüten, ihre Kinder gegen einen Elternteil
aufzustacheln oder abschätzig über ihn/sie zu sprechen.
Erziehung findet immer in einem offenen Rahmen statt
Erziehung hat steht immer in Zusammenhang mit unserer Gesellschaft.
Sollen die Kinder später in unserer Gesellschaft den Weg finden, so
müssen sie lernen mit dieser Gesellschaft zu leben.
Je älter die Kinder werden, je mehr Miterzieher treten in ihr Leben.
Unsere Kinder sind vielfältigen Beeinflussungen ausgesetzt.
Fehler in der Erziehung
Jeder, der Kinder erzieht, macht Fehler oder hätte etwas besser machen
können. Es ist heute eine gängige Theorie, dass die Probleme, die wir
haben meistens durch unsere Eltern verursacht wurden.
Das ist weder ganz falsch noch ganz richtig. Es ist vor allem dann
falsch, wenn ich immer gleich meine Eltern für meine Fehlverhalten
verantwortlich mache. Verantwortlich für mein Verhalten bin ich selbst.
## II. Quelle des Segens (20)
Die Kinder sollen nun den Eltern gehorchen. Hier wird keine Bedingung
genannt, wenn die Eltern das richtige Sagen, dann sollen die Kinder
gehorchen.
Paulus bezeichnet im Römer- und Timotheusbrief, den Ungehorsam der
Kinder als eine Folge der Gottesverachtung:
Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch,
erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, / unvernünftig, treulos,
lieblos, unbarmherzig. Rö.1,30-31. (2.Tim.3,2)Es gefällt Gott, wenn Kinder ihren Eltern gehorchen. Paulus bringt das
gegenüber den Ephesern mit den zehn Geboten in Verbindung:
Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern! So ist es recht vor dem Herrn. (1)
»Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren« ist das erste Gebot,
dem eine Zusage folgt: (2) »Dann wird es dir gutgehen, und du wirst
lange leben auf dieser Erde.« (Eph 6,1-3)Beachten wir aber auch hier, dass die Kinder selbst aufgefordert werden
den Eltern zu gehorchen. Es ist letztlich eine Entscheidung der Kinder.
Man kann Kindern in der Erziehung dazu verhelfen, dass es ihnen
leichter fällt zu gehorchen. Kinder die gelernt haben zu gehorchen,
werden es im Leben und im Glauben später einfacher haben.
Zum Gehorsam erziehen heisst aber nicht, die Kinder zu willenlosen
Wesen zu machen. An dieser Stelle möchte ich einige Gedanken weitergeben.
Kinder sind Persönlichkeiten
Kinder sind ganz eigene Persönlichkeiten. Kein Kind kommt völlig
neutral zur Welt und wird dann geformt. Ein Kind ist bereits geformt und
es ist die vornehme Aufgabe der Erziehung, dem Kind zu helfen, dass es
sich in seiner Persönlichkeit entwickeln kann.
Wer mehrere Kinder hat kann dies sehr gut beobachten. Ich stelle ab und
zu fest, dass Leute die ein Kind haben oder Leute die keine Kinder haben
dazu neigen, absolut zu wissen wie Erziehung funktioniert.
Erziehung ist aber so komplex, dass man lediglich einige grundlegende
Leitplanken legen kann und man muss dann immer wieder fragen und suchen,
wie man am besten vorgeht.
Kinder haben einen eigenen Willen
Sehr schnell bemerkt man, wenn Kinder älter werden, dass sie einen
eigenen Willen haben. Das wird dann oft als sehr negativ wahrgenommen,
weil sie dann wollen, was uns nicht gerade ins Programm passt. Solange
sie ganz klein sind nehmen wir das noch eher hin, wenn sie aber älter
werden, neigen wir dazu sie in unsere Vorstellungen zu zwingen. Wir
sprechen dann gerne von Erziehung zum Gehorsam. Was da aber geschieht ist
oft das, dass man dem Kind sukzessiv den Willen bricht.
Sie werden zu Menschen erzogen, die nicht wirklich ihren eigenen Willen
haben. Sie werden – übertrieben gesagt – zum Kadavergehorsam erzogen.
Solche Menschen entwickeln sich dann oft in zwei Richtungen. Entweder
leben sie brav und angepasst ohne grosses persönliches Profil oder sie
brechen aus allem aus und werden ganz extrem widerspänstig.
Wollen wir, dass unsere Kinder später von ganzem Herzen Jesus
nachfolgen, dann dürfen wir ihnen den Willen nie brechen, den brauchen
sie um entschlossen entgegen allen Anfechtungen Jesus zu folgen.
Darum liebt ihn von ganzem Herzen und mit ganzem Willen, mit ganzem
Verstand und mit aller Kraft.' (Mk 12,30)
III. Väter brauchen besondere Ermahnung (21)
Bereits wie bei der Beziehung zur Frau, erhalten die Männer hier wieder
eine besondere Mahnung. Sie sollen ihre Kinder nicht reizen, denn sie
könnten mutlos werden.
Man könnte auch sagen, provoziert eure Kinder nicht.
Offensichtlich haben wir Männer diese Ermahnung nötig. Gegenüber den
Ephesern äussert sich Paulus noch etwas ausführlicher:
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in
der Zucht und Ermahnung des Herrn. Eph.6,4.
Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht so, dass sie widerspenstig
werden! Erzieht sie mit Wort und Tat so, wie es dem Herrn gemäss ist.
(Eph 6,4)Wie kann man die Kinder zum Zorn reizen?
- durch unsinnige Forderungen.
- durch Überforderung
- durch schlechtes Vorbild
- durch Doppelzüngigkeit
Die Kinder sollen nicht mutlos werden, denn dann sind sie nicht mehr
lebensfähig. Ich möchte 4 Aspekte oder Leitplanken für die Erziehung
aufzeigen.
Leitplanken
1 Ermutigung
Ich habe euch ermutigt und angespornt und euch beschworen, ein Leben zu
führen, das Gott Ehre macht. Er hat euch doch dazu berufen, in seiner
neuen Welt zu leben und seine Herrlichkeit mit ihm zu teilen. (1.Thess
2,12)
Kinder brauchen Ermutigung. Das machen wir ganz intuitiv wenn Babys die
ersten Schritte tun.
Jetzt ist es an der Zeit, dass ihr ihm verzeiht und ihn ermutigt, damit
er nicht in Verzweiflung getrieben wird. (2.Kor 2,7)
2 Konsequenz
Denn wen der Herr liebt, den erzieht er mit der nötigen Strenge; jeden,
den er als seinen Sohn annimmt, lässt er auch seine strafende Hand
spüren. Wenn ihr also Nöte durchmachen müsst, dann seht darin Gottes
Absicht, euch zu erziehen. Er macht es mit euch wie ein Vater mit
seinen Kindern. Oder gibt es einen Sohn, der von seinem Vater nicht mit
strenger Hand erzogen wird? Hebr.12,6-7. (NGÜ)
3 Gnade und Erbarmen
Gnade, Erbarmen und Frieden werden mit uns sein von Gott, dem Vater,
und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, so daß wir auch
untereinander in der Wahrheit und in der Liebe verbunden bleiben.
(2.Joh 3) Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes
treten. Dort werden wir, wenn wir Hilfe brauchen, stets Liebe und
Erbarmen finden. (Hebr 4,16)
4 Vorbild
Du aber hast dich an meiner Lehre, meiner Lebensführung und meinem
Lebensziel ausgerichtet. Du hast dich an das Vorbild meines Glaubens,
meiner Geduld und meiner Liebe gehalten. Du kennst meine
Standhaftigkeit (2.Tim 3,10) Entsprechend fordere die jungen Männer auf, in allem besonnen und
beherrscht zu sein. Sei du selbst ihnen ein Vorbild im Tun des Guten.
Lehre die Wahrheit unverfälscht und mit gebührendem Ernst, (Tit 2,6)
Schluss
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist
ein Vater, dessen Erbarmen unerschöpflich ist, und ein Gott, der uns
nie verzweifeln lässt. (2.Kor 1,3) Deshalb knie ich vor Gott nieder und bete zu ihm. Er ist der Vater,
(Eph 3,14)
