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Lukas 14,7-35: "Nachfolge: Die Einladung Gottes zum himmlischen Abendmahl"

Lukas 14,7-14,3506.03.2011
SerieTeil 32 / 53Lukas-Evangelium
Wer nur an sich denkt, verpasst das Eigentliche. Jesus fragt nicht nach frommer Fassade, sondern ob du ihn wirklich an die erste Stelle lässt – ohne billige Ausreden.

Der Ernst der letzten Entscheidung

Irgendwann kommt für jeden der Tag, an dem man für alles bezahlt. Dann stehen wir da, denken, wie schön es einmal war, bereuen unsere Fehler und hätten gern alles anders gemacht. Hätten all unsere Boshaftigkeiten niemals begangen. Eigentlich gemacht? Was habe ich da eigentlich in meinem Leben verzapft?
Das ist das Thema, mit dem sich Lukas auseinandersetzt, ab etwa Mitte Kapitel 13. Wir haben da letztes Mal schon angefangen: dieses große Thema Zukunft. Zukunft, oder anders ausgedrückt: Was erwartet uns eigentlich? Wo verbringen wir die Ewigkeit? Wird das mit Gott sein oder wird das ohne Gott sein? Werden wir am Ende als Gewinner dastehen oder als Verlierer?
Und Jesus ist an dieser Stelle ganz gruselig ernst und ehrlich. Er sagt, es wird viele Menschen geben, die sich viel zu spät über ihre Beziehung zu Gott Gedanken machen. Und es wird sogar Menschen geben, die meinen, sie hätten ein Ticket in den Himmel, und dann stehen sie vor Gott. Und sie müssen feststellen: Sie haben sich getäuscht. Das war das Thema der letzten Predigt über Lukas. Religiöse Menschen, die unter Weinen und Zähneknirschen mitbekommen, dass Gott sie aus dem Paradies verbannt, dass dort kein Platz für sie ist, weil es ihnen an wirklich echtem, rettendem Glauben fehlt. Leute, die sich selbst für gläubig gehalten haben, aber es nicht waren.
Und das gehört zu den Fehlern, die man genau einmal in seinem Leben macht. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns an dieser Stelle genau anschauen: Wie kommt es dazu, dass Menschen sich an einer so wichtigen Stelle so grundlegend irren können?
Es ist eine Sache, wenn du, ich weiß nicht, ob ihr kocht oder gerne kocht, beim Kochen ist das immer so eine Sache. Da kann man sich leicht irren, also gerade was Gewürze angeht. Da kann man schnell mal ein bisschen zu viel von dieser roten Paste reinkriegen, weil man sagt: Na, ich mag es eigentlich scharf. Und am Ende ist es nicht scharf, sondern einfach so, dass man keinen Löffel davon essen kann, ohne dass der ganze Mundraum brennt. Da darfst du dich irren.
Aber es gibt Punkte, da darf man sich nicht irren. Und die Frage, wo ich die Ewigkeit verbringe, was einmal meine Zukunft ausmachen wird, das ist eine Frage, da müssen wir einfach hundert Prozent sicher sein.
Und wenn wir den Text jetzt weiter betrachten, wir starten heute in Lukas 14,7, dann werden wir in den nächsten drei Predigten insgesamt drei Gründe finden dafür, dass Menschen die Ewigkeit nicht bei Gott verbringen. Und heute starten wir mit so einer ersten Gruppe. Eine Gruppe, die ich für mich mal so bezeichnen möchte: Menschen, deren erstes Interesse darin besteht, selber gut wegzukommen. Es sind Menschen, die an sich interessiert sind, an ihrer Selbstverwirklichung, an ihrer Selbstdarstellung, daran, wie ihre Wirkung auf andere Menschen ist, wie ihre Stellung in der Gesellschaft ist.
Und sie sind so an diesem Thema „ich“ interessiert, dass am Ende die Ewigkeit bei Gott für sie überhaupt keinen Reiz mehr hat. Sie fokussieren ihre ganze Energie auf das Diesseits. Sie sind Leute, die können das überhaupt nicht ertragen, wenn sie nicht vorne mitmischen, wenn man sie übersieht. Das geht überhaupt nicht. Wenn es darum geht, Verzicht zu üben oder etwas anderes zu lieben als sich selbst und ihr Leben, wenn es darum geht, sich selbst zu erniedrigen, Jesus an die erste Stelle im Leben zu setzen, womöglich das Kreuz zu tragen und zu leiden um Jesu willen, dann ist das etwas, womit sie gar nichts zu tun haben wollen.
Ihnen geht es um ihr eigenes Fortkommen, darum, wie sie vor anderen dastehen. Letztlich geht es für sie darum: Es gibt diesen Kuchenerfolg im Leben, hier, heute, und von diesem Kuchenerfolg wollen sie ein möglichst großes Stück, so dass man sich richtig daran satt essen kann. Bloß nicht zu kurz kommen.
Zwei Typen hat Jesus besonders im Blick. Die kommen jetzt in Lukas 14, ab Vers 7, und zwar einmal den Angeber und dann den Eigennützigen. Schauen wir uns mal 7 bis 11 an, den Angeber. Da heißt es in Lukas 14,7-11: Er sprach aber zu den Eingeladenen ein Gleichnis. Ihr erinnert euch, wir sind bei einem Obersten der Pharisäer, und es geht da immer noch ums Essen. Er sprach aber zu den Eingeladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie die ersten Plätze wählten, und sagte zu ihnen: Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen wirst, so lege dich nicht auf den ersten Platz, damit nicht etwa ein Geehrterer als du von ihm geladen sei und der, welcher dich und ihn geladen hat, komme und zu dir spreche: Mach diesem Platz.
Man kann sich das ja gar nicht vorstellen. Stell dir vor, du gehst auf eine Hochzeitsfeier. Du gehst in den Raum hinein, wo alles schon schön gedeckt ist, und du denkst dir: Na ja, wo setze ich mich denn hier hin? Und du wählst die Plätze links und rechts vom Brautpaar. Da, wo eigentlich die Brauteltern sitzen. Also ich kenne das so, dass man die da hinsetzt und sagt, die dürfen an dem einen Tag mit dem Brautpaar da vorne sitzen und feiern, alle schauen die an. Ja, man schaut ja immer erst die Braut an, aber dann so links und rechts. Der Bräutigam ist auch so dieser schwarze Häufchen daneben, und dann kommen links und rechts ... Habe ich jetzt was Falsches gesagt? Es ist doch so, oder? Man schaut sich die Braut an und freut sich, wie schön die Braut ist, und dann gibt es noch diesen ... na ja ... Also wenn er viel hat, hat er ein Einstecktuch oder ein buntes Blümchen am Revers. Gut, aber links und rechts davon sitzen normalerweise die Brauteltern.
Dann stell dir vor, jemand schießt in den Raum hinein und setzt sich als Erstes genau dahin. Das ist das, was Jesus hier beschreibt. Und er sagt: Mach das nicht. Und jetzt war es damals nicht so auffällig, aber das haben Leute gemacht: sich ganz vorne hinsetzen, da, wo man sie gut sehen kann, wo jeder mitbekommt: Hallo, ich bin auch da. Und Jesus sagt: Mach das nicht. Kann sein, dass du dann aufgefordert wirst, Platz zu machen, und dann wirst du anfangen, mit Schande den letzten Platz einzunehmen, da, wo du dich nie hättest hinsetzen wollen.
Vers 10: Sondern wenn du geladen bist, so geh hin und lege dich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher dich geladen hat, kommt, er zu dir spricht: Freund, rücke höher hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch liegen.
Man hatte damals das mit den Stühlen, das ist eine relativ moderne Erfindung. Schön, dass ihr noch dreißig Stück kaufen wollt. Die hatten eher damals so die Idee, Liegepolster zu haben, auf denen man sich gemütlich hinlegen konnte.
Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Simple Geschichte.
Menschen, die eine Hochzeit dazu benutzen, um so ihren eigenen Wert herauszustellen, können das Fest nicht einfach genießen, sondern sie müssen es benutzen. Und sie müssen allen zeigen, wie besonders sie sind. Und das ist das, was einen Angeber auszeichnet. Er möchte immer, dass die anderen mitbekommen, wie besonders er ist.
Und dabei sind die vor Gott, die sich nichts aus ihrer Stellung machen, die auch mal sagen können: Ich trete einfach mal einen Schritt zurück, lass doch die anderen mal vorne stehen. Leute, die nicht immer die erste Geige spielen wollen, das sind genau die, von denen Gott sagt, die werde ich einmal erhöhen.
Also der Angeber.

Wenn Einladen zur Rechnung wird

Es gibt noch mehr als den Angeber, den Eigennützigen. Und ich glaube, der Eigennützige und der Angeber, das findet sich oft zusammen in einem Leben. Aber ich trenne es jetzt mal bewusst und schauen wir uns einfach die nächsten drei Verse an, zwölf bis vierzehn.
Er sprach aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder ein Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir Vergeltung zuteil werde. Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde; und glückselig wirst du sein, weil sie nichts haben, um dir zu vergelten. Denn es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
Ich mag Jesus. Es ist so einfach. Man kann das lesen, das könnte ich in der Kinderstunde vorlesen und könnte fragen: Worum geht es hier? Und die Antwort lautet: Lade Leute ein, die sich nicht leisten können, dich wieder einzuladen!
Warum? Ja, weil wir es hier mit einer Kultur zu tun haben, einer Kultur der Eigennützigkeit. Ich lade Leute ein, aber nicht, weil ich Spaß daran habe, Leute einzuladen, sondern weil ich mir denke: Wenn ich den einlade, dann muss er mich wieder einladen. Und wenn ich da so ein rauschendes Fest mache, wo es so richtig viel und so richtig schön ist, dann ist der andere gezwungen, das auch zu machen. Dann werde ich auch zu all diesen schönen Festen eingeladen.
Jetzt überlegt euch mal: Wenn man in einer solchen Kultur lebt, wo man die Gegeneinladung erwartet, und wenn man auch mit der Haltung einlädt, dann werde ich wieder eingeladen, wie fühlt sich denn dann so ein Gast? Stell dir vor, du gehst da irgendwo hin und sagst: Boah, hat er sich das schön gemacht. Und im Hinterkopf tickert das schon so: Jetzt muss ich beim nächsten Mal auch so einen Aufwand treiben. Das macht nicht wirklich Spaß.
Und jetzt stell dir vor, du wirst eingeladen und du merkst: Das, was der hier auffährt, das kann ich mir nie leisten, weil ich arm bin. Ich kann es mir nie leisten, dem das zurückzugeben, aber das erwartet der eigentlich. Stell dir das mal vor. Wie mag sich so ein Gast fühlen?
Und dabei ist Gott einer, der wieder ganz anders tickt. Er sagt: Ich möchte Leute belohnen, die sich gerade um die kümmern, die nichts haben. In Sprüche 19,17 heißt es: Wer sich über den Geringen erbarmt, leiht dem Herrn. Ich mag den Satz. Ich habe ihn früh auswendig gelernt. Ich liebe es, wenn man Bibelverse auswendig lernt, das ist super gut. Und wenn ihr die Lektion von heute an der Stelle lernen wollt, lernt den Vers auswendig. Wer über den Geringen, kriege ich mal Sprüche 19,17? Okay, dann ich.
Also: Wer sich über den Geringen erbarmt, leiht dem Herrn. Ich habe da jemanden, der kann mir nichts zurückgeben, aber Gott ist es, der sagt: Ich kümmere mich darum, denn du hast eigentlich mir etwas Gutes getan, wenn du dem, der nichts hatte, geholfen hast. Wer über den Geringen sich erbarmt, leiht dem Herrn, und seine Wohltat wird er ihm vergelten. Und dieses „er“ ist Gott. Gott selber sagt: Hey, wenn du dich um Leute kümmerst, die nichts haben, mach dir keinen Kopf, ich kümmere mich darum. Wir brauchen keine Kultur der Gegeneinladung. Wir können einfach Liebe üben, einfach so.
Das Problem ist aber: Wenn es mir bei jedem Fest darum geht, wieder eingeladen zu werden, wie wird das dann sein? Werde ich dann gerne ein Fest besuchen, bei dem ich als Gast dem Gastgeber nichts zurückgeben kann? Wie werde ich, wenn ich das so gewohnt bin zu denken, eine Einladung empfinden, wo ich von vornherein weiß: Das, was der auffährt, das kann ich nie toppen, da kann ich nie etwas zurückgeben?
Der Punkt ist: Wenn ich dann eingeladen werde, empfinde ich das als Ärgernis und als Bedrohung. Und ich merke in dem Moment förmlich, wie arm ich bin. Also, ich habe den Angeber, ich habe den Eigennützigen, der immer nur für sich haben will. Und Jesus sagt das so, und dann gibt es eine Bemerkung. Das ist der Vers 15, Lukas 14,15: Als aber einer von denen, die mit zu Tisch lagen, dies hörte, sprach er zu ihm: Glückselig, wer essen wird im Reich Gottes!
Ja, es stimmt: Glückselig, wer essen wird im Reich Gottes. Das ist eine absolut richtige Aussage. Wer einmal in der Ewigkeit bei Gott dabei sein wird, wer das genießen darf, was Gott dann auffährt, und wenn die Bibel von der Ewigkeit spricht und Zeit mit Gott in der Ewigkeit, dann müssen wir dieses Bild vom Essen einfach ertragen. Es geht immer ums Essen. Ja, ihr könnt ins Alte Testament schauen: Essen. Ihr schaut in die Offenbarung: Essen. Was ist das Erste, was wir machen, wenn wir mit dem Herrn Jesus feiern? Hochzeitsmahl des Lammes: essen.
Es ist nur ein Bild, bitte, ja, es ist nur ein Bild. Nicht, dass wir anfangen und denken, wir werden im Himmel alle kugelrund, weil wir nur noch essen. Darum geht es nicht. Aber wenn wir ganz ehrlich sind: Was sind so die Momente grösster Freude im Leben? Wo macht es wirklich Spaß? Und ich glaube, wenn wir da mal so zurückblicken, da gibt es so Momente, wo man einfach gut gegessen hat, wo man gutes Essen, gute Gemeinschaft, Ruhe, Seele baumeln, ein paar schöne Gespräche, schöne Umgebung hatte. Fantastisch, oder? Ist doch einfach schön.
Ich habe vorletzte Woche mit meiner Frau einen Romantikabend gemacht, so Ultraromantik. Wir haben uns zurückgezogen auf ein kleines Schloss in Mecklenburg-Vorpommern, und die hatten da für Ehepaare ein Chambre séparée zum Abendbrotessen. Das ist ein kleines Zimmer, das ist nur zum Abendbrotessen. Du gehst da rein, und da hast du so einen eigenen kleinen Tisch, und da standen Kerzchen, und es lief ein bisschen im Hintergrund klassische Musik, und dann hast du da dein Essen gegessen.
Nichts Besonderes, aber einfach diese Umgebung, weißt du, so: Du kommst da rein, und das ist ein altes Schloss, ein bisschen mit alten Antiquitäten eingerichtet, rote Wände so ein bisschen, ja, und du sitzt dann da und du genießt einfach die Gemeinschaft mit deiner Frau, das Essen, die Gespräche, die Musik. Und ihr merkt, es macht mir so viel Spaß, darüber zu erzählen. Es war einfach ein schönes Erlebnis.
Und dieses Bild greift Gott auf und sagt: Wenn wir mal über die Ewigkeit nachdenken, weil ich euch nicht so genau sagen kann, wie wird das sein mit Auferstehungsleib und Ewigkeit und alles neu, nehmen wir einfach diesen Moment, wo es wirklich schön ist, wo jeder schöne Erinnerungen an Hochzeitsfeiern, an schöne Abendbrot- oder Abendmahls-Einladungen hat, an Bankett, wo man vielleicht mal dabei saß, vielleicht auch an einem Ball, keine Ahnung, was du da im Hinterkopf hast. Und das nehme ich mal als Bild für das, was kommt.
Und der Kerl, der das sagt: „Glückselig, wer essen wird im Reich Gottes, wer da dabei ist, wer das genießen darf“, der hat völlig Recht. Nur die Frage ist, ob er selber dabei ist. Und deswegen macht Jesus jetzt weiter und erzählt ein Gleichnis.

Die Einladung, die niemand erwartet

Ver 16
Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Abendmahl und lud viele. Dieser Mensch, das werden wir gleich sehen, ist im Gleichnis Gott, und das große Abendmahl ist die Einladung, die Ewigkeit mit ihm zu verbringen.
Kommen wir dazu: Ein Mensch machte ein großes Abendmahl und lud viele. Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen zu sagen: Kommt, denn schon ist alles bereit.
Da hatten Leute vorneweg eine Einladung bekommen, und jetzt geht der Knecht und sagt: Es ist so weit. Es ist ja nicht so wie heute, dass man draufschreibt: 19 Uhr, und dann sind die Leute da, sondern es ist wahrscheinlich eher so: Wir werfen mal den Grill an und schauen mal, wie lange so dieser Ochse braucht, bis er durch ist. Und irgendwann ist er halt durch, und dann holt man die Leute.
Und sie fingen alle ohne Ausnahme an, sich zu entschuldigen. Ihr müsst euch diese Entschuldigungen, die jetzt kommen, auf der Zunge zergehen lassen.
Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss notwendig ausgehen und ihn besehen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.
Und denkst du dir: Halt, warte mal, wenn ich einen Acker kaufe oder wenn ich ein Auto kaufe, das schaue ich mir doch vorher an und nicht, nachdem ich es gekauft habe. Stimmt, es ist nur eine billige Ausrede.
Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.
Denkst du dir wieder: Genau das Gleiche, das ist doch Unsinn. Ich kaufe mir eine Maschine, was weiß ich, einen Traktor. Ich probiere den Traktor doch vorher aus, ob es das ist, was ich brauche.
Das Größte, was jetzt kommt:
Und ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet, und darum kann ich nicht kommen.
Und ich dachte mir: Welche Frau auf diesem Planeten würde, wenn ich sage, ich habe eine Einladung zu einem gigantischen Fest, mach dich richtig schick, wir genießen den Abend miteinander, sagen: Nö, das ist doch nicht wahr. Frauen genießen es doch, ausgeführt zu werden, so rein zu gehen. Ah, nö, ich bin verheiratet, jetzt geht nicht mehr. So ein Unsinn!
Das sind Leute, die haben eine billige Ausrede nach der anderen. Es sind Leute, die die Gaben des Schöpfers genießen, aber die den Schöpfer selber, den, der sie einlädt, die Ewigkeit mit ihm zu verbringen, für so langweilig halten, dass ihnen ein Leben auf der Erde, ein Leben ohne Gott, genügt. Und die sich, ohne ihn wirklich zu kennen, entscheiden, das ewige Leben abzulehnen. Es sind Menschen, die Nein sagen zu Gott und tatsächlich das ewige Leben, das ewige Abendmahl, verpassen.
Denn ich sage euch, dass nicht einer jener Männer, die geladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.
Billige Ausreden. Und ich denke, wir kennen solche billigen Ausreden. Wenn Leute mir sagen: Auch um Gott kümmere ich mich mal, wenn ich alt bin. Eine dumme, billige Ausrede. Wenn Gott so gut ist, wie er es vorgibt, dann lohnt es sich, ihn so früh wie möglich ins Leben zu holen. Und nicht, wenn alles gelaufen ist.
Oder wenn Menschen mir sagen: Gott ist nur etwas für Menschen, die mit dem Leben nicht klarkommen. Falsch, ganz falsch!
Oder wenn Leute mir sagen: Gott ist tot, und ich denke mir: Für einen toten Gott ist er noch relativ lebendig am Wirken.
Oder wenn Leute sagen: Die Kirchen haben so viel Schlimmes verbrochen, da braucht man sich um Gott keine Gedanken mehr zu machen. Billige Ausreden, wo ich weiß, da hat sich jemand nicht drei Minuten mit dem Thema beschäftigt. Da ist er nie auch nur mal in die Geschichte eingestiegen, um zu sehen, was alles an Gutem aus gerade dem Christentum gekommen ist.
Und ich könnte reden über die Entwicklung von Krankenhäusern, das Kümmern um Alte, um Behinderte. Ich könnte über Bildung reden. Überall da kann das direkt zurückverfolgt werden auf Christen, die irgendwann entschieden haben, aus ihrem Glauben heraus sich um Menschen zu kümmern, um Gesellschaft zu kümmern. Ich kann reden über die Einführung des Roten Kreuzes, die Abschaffung der Sklaverei. Ich kann das alles zurückführen auf Menschen, die aus einem Glauben heraus gesagt haben: Ich will hier etwas in Gottes Sinn verändern.
Billige Ausreden!

Wer wirklich Platz bekommt

Jetzt möchte ich euch zeigen, was für Menschen das sind, die dabei sein werden, die in der Ewigkeit bei Gott sind. Wir haben in Lukas 13 schon einen Blick in diesen himmlischen Bankettsaal geworfen. Damals sagte Jesus denen, die draußen bleiben mussten: Ich kenne euch nicht.
Was für Typen sind es, zu denen Jesus sagt: Kommt rein, mit euch möchte ich die Ewigkeit verbringen?
In dem Gleichnis wird es so beschrieben, ab Vers 21: Und der Knecht kam herbei und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh eilends hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und bringe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden hier herbei. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast, und es ist noch Raum. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und Zäune und nötige sie hereinzukommen, das sind die Landstreicher, die Heimatlosen, damit mein Haus voll werde.
Hätten sie das gedacht, dass Gott sagt: Ich möchte die Armen, die Krüppel, die Lahmen, die Blinden, die Landstreicher? Ich möchte Menschen, die – und ich versuche das mit meinen Worten einmal wiederzugeben – mit ungestillten Bedürfnissen behaftet sind, die irgendwie physisch, emotional und geistlich nie Befriedigung erfahren haben, deren Potenziale nie ausgeschöpft worden sind, deren Sehnsüchte nie völlig befriedigt worden sind.
Dass Gott sagt: Genau die, von denen wir sagen würden, sie sind im Leben zu kurz gekommen. Es ist genau das Gegenteil von den anderen, von den Angebern und Eigennützigen, die immer für sich raffen, raffen und vorne stehen. Es ist genau die andere Seite.
Und zu denen sagt Gott: Dich möchte ich bei mir dabei haben.

Ein persönliches Zeugnis von Mangel und Hoffnung

Lasst mich euch an dieser Stelle ein Zeugnis geben. Ich kann ehrlich sagen: Ich freue mich auf den Himmel. Und je älter ich werde, umso mehr.
Und vielleicht denkt ihr, weil ich hier vorne stehe und vielleicht souverän wirke: Na, Jürgen, das ist so ein kerniger, gesunder, stabiler Charakter. Aber das stimmt nicht. Das stimmt viel weniger, als die meisten von euch denken werden.
Die Tatsache ist, dass ich durch das, was ich in meiner Kindheit erlebt habe, durch Trennung und durch emotionalen Missbrauch tief geprägt worden bin. Das hat tiefe Spuren in meiner Seele hinterlassen. Ich habe mit etwa zehn Jahren ein gutes Langzeitgedächtnis geopfert, um zu überleben. Und wenn ihr meine Frau mal fragt, wenn ihr sie vielleicht beim Ehekurs kennenlernt, dann kann sie euch etwas davon erzählen, was es heißt, mit einem Mann zusammenzuleben, für den Verlassensängste eine Realität sind.
Und wenn ich manchmal darüber nachdenke, was an Begabungen, die in mir drinstecken, einfach nur deshalb nicht zur Entfaltung kam, weil niemand Interesse hatte, weil da einfach niemand war, dann möchte ich euch bekennen: Es gibt Momente, da schaue ich auf meine Kindheit, und ich bin tief traurig.
Ich bin einer von diesen Armen und Blinden, Lahmen und Krüppeln. Ich bin einer von denen, die ehrlich genug sind, zuzugeben, dass dieses Leben unfair ist. Und ich weiß nicht, ob du es empfinden kannst, aber es ist unfair. Es gibt dir definitiv nicht das, wofür du gemacht bist. Ich empfinde das so.
Und ich habe irgendwann entschieden: Ich möchte mich nicht damit zufrieden geben, dass dieses Leben alles ist. Ich möchte mehr. Und das, was ich wirklich will: Ich möchte Jesus nachfolgen.
Ich kann das, was auf dieser Erde passiert ist, nicht mehr wiedergutmachen. Ich kann das nicht zurückdrehen. Ich werde nie vollständig heil werden auf dieser Erde. Aber ich kann eines tun: Kommt her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen. Du hast das vorhin angeworfen, ja? Das sind die Lahmen, die Krüppel, die Blinden, die Landstreicher. Das sind die, die eigentlich, wenn sie auf ihr Leben schauen, sagen: Bah, ist das schief gelaufen.
Und die sich entscheiden können, dieses Angebot „Kommt her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen“ auch anzunehmen. Zu sagen: Ich möchte, dass Jesus in meinem Leben König wird. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir. Dieses Bild vom Joch ist eigentlich im Alten Testament ein Bild von der Königsherrschaft. Und Jesus sagt: Ich möchte König in deinem Leben sein, und ich möchte, dass du von mir lernst. Und das ist im Zentrum von Jüngerschaft.
Und wenn du merkst: Ich bin einer von denen, die so ein bisschen verkorkst sind, vielleicht ein bisschen mehr verkorkst, vielleicht so verkorkst, dass du ehrlich sagst, ich traue mich da gar nicht so richtig ran, darüber nachzudenken. Ich musste vierzig werden, bevor ich das erste Mal ehrlich über meine Kindheit richtig nachgedacht habe. Es braucht Reife, weil es weh tut. Und vielleicht ist das bei dir etwas, was noch gar nicht passiert ist. Vielleicht schiebst du das noch weg. Vielleicht hast du einen Bereich in deinem Leben, da ist eine Tür, die machst du zu. Die hast du abgeschlossen, und den Schlüssel hast du weggeworfen. Da gehe ich nie ran. Ich werde diese Tür nie wieder in meinem Leben öffnen, weil das, was da drin ist, davor habe ich echt Angst.
Jetzt kommt Jesus in dein Leben hinein und sagt: Lass die Tür einen Moment zu. Wir gehen an die Tür dran, wenn es so weit ist. Aber lass mich in dein Leben hinein als dein König. Als der, der dir zeigt, was für dich dran ist, was für dich möglich ist, und der dich befreit. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir.
Und das Verrückte: Dieses Angebot klingt so simpel, aber es ist gar nicht so einfach. Auf der einen Seite möchte Gott nämlich sein Haus voll machen. Das steht ja hier. Von überall her Leute einladen. Und dieses himmlische Abendmahl: Die Ewigkeit ist tatsächlich frei. Man kann sie nicht bezahlen, du kannst sie nicht verdienen. Das entspricht ein bisschen Gottes Vorstellung von Gastfreundschaft. Und Gott lädt die ein, die keiner sonst haben will, die nichts haben, die ihm nichts vergelten können, die mit leeren Händen dastehen. Glückselig die Armen im Geist, die Bettler, die sagen: Ich habe nichts.
Und doch verbindet alle, die in der Ewigkeit dabei sind, eine Sache. Und es ist das verbindende Element, an dem keiner vorbeikommt, der in der Ewigkeit dabei sein will. Das eine verbindende Element lautet: Sie sind Jünger Jesu. Sie folgen diesem Mann aus Nazaret nach. Sie sind, modern gesagt, seine Azubis. Lernt von mir. Sie sind irgendwie Jesusfreaks. Da ist irgendwas im Leben anders geworden.
Da war vorher ich im Zentrum. Wie stehe ich da? Wie kann ich mich verwirklichen? Da war ich auf dem Thron meines Lebens. Und ich gehe da runter, stelle mich zur Seite und sage: Herr Jesus, bitte, trete du. Setze dich auf den Thron meines Lebens. Werde du in meinem Leben die Nummer eins.
Und das ist irgendwie paradox, denn auf der einen Seite ist Errettung umsonst, und auf der anderen Seite kostet es dich dein Leben. Ich glaube, dass viele von uns wissen, worum es hier geht. Wir erfahren die Errettung als freies Geschenk. Vielleicht gehen wir in einen Alpha-Kurs, und jemand sagt: Jesus ist für deine Sünden gestorben, nimm das an. Und du faltest deine Hände in aller Einfalt und sagst: Herr Jesus, hier stehe ich, ich weiß auch nicht mehr weiter, bitte rette mich.
Und du begreifst Errettung als ein freies Geschenk, dass Gott gnädig ist und dich begnadigen will, dass du Rettung nicht verdienen kannst. Und im selben Moment weißt du, dass wenn du am nächsten Tag wieder auf die Arbeitsstelle gehst und dort deinen Glauben bekennst, dass sich das womöglich deine Karriere kostet, Freunde kostet, vielleicht Familie, sogar dein Leben.
Ich war so erschrocken, als ich diese Woche gehört habe, was in Pakistan passiert ist, wo dieser eine Minister erschossen wurde. Ich war so erschrocken, weil ich mir dachte: Das ist der einzige Christ in dem Ministerium, der einzige Minister, der Christ war. Und er wird einfach umgebracht. Und ich habe die Bilder gesehen von dieser Limousine mit den Einschusslöchern, und ich dachte mir: Das geht doch nicht. Das ist doch albern. Der hat doch auch als Christ fast keine Macht an der Stelle. Das ist ja im Ein-Prozent-Bereich, unter Ein Prozent. Das ist doch keine Bedrohung.
Aber das ist das, was es heißt: Wir müssen uns entscheiden, wo wir stehen. Und vielleicht kostet das sogar unser Leben. Wir müssen unser Leben nehmen, um die – und wir werden gleich lesen – unser Leben hassen. Und bitte versteht das nicht falsch: Das ist ein Hass im Sinne von, es auf die zweite Stelle setzen. Auf eins muss Jesus stehen. Er muss vorne stehen, und alles andere muss auf zwei kommen.
Das ist ein Jünger, der diese Entscheidung trifft: In meinem Leben gibt es zuerst Platz für Jesus, und was er sagt, will ich tun, und wo er mich hinführt, will ich hingehen. Und alles andere ist für mich auf Platz zwei. Das heißt nicht, dass es bedeutungslos ist. Ich glaube sogar, dass aus dieser Beziehung, eins Jesus, zwei der Rest, Leute herauskommen, die sich viel intensiver um ihre Kinder kümmern, um ihre Ehen kümmern, um ihren Beruf kümmern, weil sie einfach in der Verantwortung vor der Nummer eins, vor Jesus, leben. Und trotzdem muss das in unserem Leben passieren.

Die Kosten der Nachfolge

Vers 25 und 26: Es ging aber eine große Volksmenge mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, ja auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.
Mit „hassen“ ist hier nicht wirklich Hass gemeint. Das ist ein Bild dafür, dass alles andere an zweiter Stelle stehen muss. Solange du in deinem Leben auf eins bist, solange sich dein Leben um dich dreht, kannst du kein Jünger Jesu sein. Du kannst irgendetwas sein, was halb so aussieht. Ja, du kannst vielleicht die Form irgendwie erfüllen, aber du kannst kein Jünger sein.
Vers 27: Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.
Niemand kann ein Jünger Jesu sein, der nicht sein Kreuz trägt und Jesus nachfolgt. Das heißt: Niemand kann ein Jünger sein, der nicht akzeptiert, dass dieselbe Feindschaft, mit der die Welt Jesus verfolgt hat, auch ihn treffen wird.
Und wenn ihr dieses Bild vom Kreuztragen einmal nehmt: Stell dir vor, du bist in Jerusalem, und du hörst draußen in der Gasse das Schreien. Du trittst an den Balkon und schaust hinunter. Da geht einer vorbei, mit diesem Kreuz. Das müsste man sich vorstellen. Eigentlich ist es nur der Querbalken, aber das Ding wiegt auch ungefähr einen Zentner. Und er hat das auf dem Rücken und geht so vorbei, unter deinem Haus.
Was siehst du? Du siehst einen zum Tode verurteilten Verbrecher, ohne Rechte und ohne Besitz, auf dem Weg zur Hinrichtung. Und wenn Jesus sagt: Das ist deine Position, nimm dein Kreuz auf dich, dann bedeutet das: Wenn du sagst, ich möchte Vergebung für meine Schuld, dann bringst du damit zum Ausdruck: Ich bin ein Sünder, der zu Recht verurteilt ist vor Gott, ohne Rechte, außer dem, was Gott mir gibt. Ich trete einfach zurück. Ich will nicht mehr von Gott fordern, sondern ich möchte, dass Gott in meinem Leben mir sagen kann, wo es hingeht.
Jüngerschaft kostet von Anfang an, und dann immer wieder. Das ist eine riesige Aufgabe. Niemand soll einfach so in diese Jüngerschaft hineinschlittern. Ich weiß nicht, wo ihr steht. Vielleicht gibt es einige hier, die kurz davor stehen zu sagen: Ah, vielleicht mache ich mit Jesus ernst, vielleicht ist das was. Klingt ja irgendwie alles so positiv. Ich sage dir jetzt einfach mal: Denk noch einmal darüber nach.
Vers 28: Und wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe?
Du baust ein Haus? Setz dich vorher hin und schau, ob deine Finanzen das hergeben. Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat, also gerade die Fundamente gegossen hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden.
Wenn du in der Ewigkeit mit Jesus dabei sein möchtest, bitte, bitte, bitte, setz dich hin und überleg dir, ob du bereit bist, die Kosten der Jüngerschaft zu tragen. Willst du wirklich Jünger Jesu sein, oder willst du es eigentlich nicht? Dann sei einfach nur ehrlich. Wenn du nicht ehrlich bist, besteht die Gefahr, dass du am Ende denkst: So, jetzt muss der Himmel doch aufgehen, hier ist mein Ticket. Und Gott sagt: Sorry, irgendetwas ist schiefgelaufen. Irgendwie hat in deinem Leben etwas nicht gestimmt.
Vers 31: Oder welcher König, der auszieht, um sich mit einem anderen König in den Krieg einzulassen, setzt sich nicht zuvor hin und ratschlagt, ob er imstande sei, dem mit zehntausend entgegenzutreten, der gegen ihn mit zwanzigtausend anrückt?
Jeder Mann, wenn du zehntausend Soldaten hast und da drüben stehen zwanzigtausend, dann wirst du dir gut überlegen: Gibt es einen Grund, warum ich gewinnen kann? Macht das Sinn? Und wenn nicht, was macht man dann? Dann bittet man um die Friedensbedingungen, dann drückt man sich vor dem Krieg. Und in der Jüngerschaft ist das genauso.
Das Problem bei Jüngerschaft, bei der Nachfolge Jesu, ist, dass Jesus Gott ist. Es ist kein Deal zwischen dir und deinem Bäcker oder dir und deinem Fleischer oder dir und deinem, was weiß ich, Möbellieferanten. Es ist ein Deal zwischen dir und Gott. Und Gott sagt: Ich möchte dich ganz. Ich möchte deine Gedanken. Ich möchte dein Denken ändern. Da, wo du heute bitter wirst, wo du heute schlecht über andere Leute denkst, wo es dir heute ehrgeizig nur um dein Fortkommen geht, das möchte ich ändern. Ich möchte deine Sprache ändern. Ich möchte, dass du danken lernst. Ich möchte, dass du loben lernst. Ich möchte, dass du dein Verhalten änderst. Ich möchte, dass du lieben lernst, Gutes tun, geduldig zu sein, barmherzig zu sein, freundlich zu sein. Ich will dich ändern. Ich möchte dich modellieren. Ich möchte, dass mein Charakter in dir sichtbar wird. Das ist das, was Jesus möchte.
Und das funktioniert nur, wenn wir Jünger sind, solche, die ihm nachfolgen. Und Nachfolge funktioniert nur.

Ungeteilte Hingabe statt halber Sache

Vers 33: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
Wir reden hier nicht über Kommunismus. Du kannst deinen Besitz behalten, und du kannst darüber beten, wie viel Gutes du damit tun kannst. Worum es hier geht, ist, dass wir anerkennen, wer Christus ist. Jesus ist die eine Autorität im Universum, die das Recht hat, über jeden, über wirklich jeden Lebensbereich zu herrschen. Ob es dein Geldbeutel ist, ob es deine Talente und Begabungen sind, ob es deine Familie ist, ob es deine Zeit ist, ob es deine Kinder sind, das spielt keine Rolle. Jesus sagt: Ich möchte in deinem Leben die absolute Nummer eins sein.
Ich sage das mal so, auch wenn das jetzt hier nicht ausdrücklich steht: Wir müssen keine Angst haben, dass Jesus etwas von uns fordert, was für uns schlecht wäre. Er führt uns in all diesen Bereichen in einen rechten Umgang mit Geld, Berufung, Familie, Ehe, Zeit und Prioritäten. Aber bevor er das tun kann, möchte er, dass du ihm dein ganzes Leben anvertraust.
Dann schließt er mit den beiden Versen: Das Salz ist gut; wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich. Man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Salz, das nicht mehr zum Salzen taugt. Stell dir vor, du hast in deinem Salzstreuer nur Sand. Irgendwann war das vielleicht einmal noch irgendwie salzig, aber stell dir vor, jetzt ist da Sand drin, und du schüttest diesen Sand auf deine Eier. Du hast ein Spiegelei zum Frühstück und möchtest ein bisschen nachsalzen, aber es kommt nur Sand heraus. Und du beißt in dein Ei und knirschst so ein bisschen merkwürdig zwischen den Zähnen. Es schmeckt auch nicht richtig salzig. Was machst du mit so einem Zeug? Was macht man mit einem Salz, das nicht mehr zum Salzen taugt? Kann man das noch Salz nennen? Wahrscheinlich eher nicht. Man kann es eigentlich nur wegschmeißen.
Und genauso ist es bei jemandem, der sagt: Ich bin ein Jünger, Jesus ist Herr in meinem Leben, aber ich bin nicht bereit, meinem Herrn zu folgen. Ich bin nicht bereit, von ihm zu lernen. Ich bin nicht bereit, das zu tun, was er sagt. Das ist wie Salz, das nicht zum Salzen taugt. Das ist ein Jünger, der sich Jünger nennt, aber kein Jünger ist.

Jesus kennen heißt ihm gehören

Letzter Gedanke: In Lukas 13,25 formuliert Jesus zu denen, die draußen stehen und nicht in den Himmel dürfen: Ich kenne euch nicht, ich kenne euch nicht.
Ich glaube, nach der Predigt jetzt wird klar, was das bedeutet. Was heißt es, Jesus zu kennen beziehungsweise von ihm gekannt zu sein? Es bedeutet erst einmal, dass es irgendwie mehr sein muss, als nur ein paar Fakten aus seiner Biografie zu wissen. So ein bisschen Kopfwissen über Jesus reicht nicht. Jesus kennen muss mehr sein.
Jesus kennen ist viel mehr, als ihn nur toll zu finden und vielleicht sein Lebenswerk zu bewundern. Jesus kennen ist ein Lebensstil. Wer Jesus kennt und von ihm erkannt wird, der lebt mit ihm und für ihn.
Oder um es mit den Worten des Apostels Paulus zu sagen: Und für alle ist er gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, nicht mehr eigennützig sind, nicht mehr Angeber sind, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist.
Wenn es stimmt, dass Jesus für mich gestorben ist, und mehr als das Leben kann man nicht geben, wenn Jesus alles gegeben hat, dann ist die logische Reaktion darauf, dass ich auch alles gebe. Und ich muss in meinem Leben irgendwann diese Entscheidung treffen. Vielleicht muss ich sie sogar mehrfach treffen, denn wir haben eine hässliche Tendenz, auch als Christen: Dass sich diese Entscheidung, dass Jesus das Zentrum in meinem Leben ist, immer wieder ein bisschen verschiebt.
Also irgendwie wollen wir da immer wieder aus natürlicher Regung selbst wieder hin. Ich muss in meinem Leben die Entscheidung treffen, um welches Zentrum sich mein Leben drehen soll. Bin ich das Zentrum oder ist es Jesus? Lebe ich ein Leben der Angeberei und des Eigennutzes oder der Nachfolge Christi?
Und damit ich mich nicht falsch ausdrücke: Das, und genau das, ist die alles entscheidende Frage im Leben eines Menschen. Um welches Zentrum dreht sich wirklich dein Leben?
In Johannes 2 reinigt Jesus den Tempel, und die Leute sind begeistert. Und dann steht im Text: Und viele glaubten an seinen Namen wegen der ganzen Zeichen, die er tut. Und da gibt es einen Nachsatz: Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an.
Da waren Leute begeistert von Jesus. Sie haben diese Begeisterung verwechselt mit echtem Glauben, aber Jesus hat sich ihnen nicht anvertraut. Jesus wusste, was im Herzen ist. Er wusste, das ist nicht echt.
Jesus sucht keine Groupies, die ihm schreiend hinterherlaufen. Jesus sucht Jünger. Er sucht Menschen, die schwach sein dürfen, verkrüppelt, blind, vom Leben gezeichnet, hilflos und arm. Das ist ihm egal. Aber es müssen Menschen sein, die keine halben Sachen mit Jesus machen, die nicht mit ihm spielen und sich nicht halb auf ihn einlassen.
Solche Menschen, die das leben, die hat man von Anfang an Christen genannt.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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