Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein letzter Blick auf die besondere Stellung der Bibel
Wir kommen heute zur letzten Predigt aus der Reihe über die Bibel, die Bibel, das Buch mit den sieben Siegeln. In dieser ganzen Reihe hatte ich eine einzige Stoßrichtung. Es ging mir um einen einzigen Punkt, der mir wirklich wichtig war, deutlich zu machen. Ich wollte zeigen, inwiefern die Bibel als religiöses Buch heraussticht, inwiefern sie anders ist als die anderen Bücher, mit denen man sie vergleichen könnte.
Wir haben uns bereits drei Antworten angeschaut: zuerst ihr Alter, dann ihren Inhalt und letztes Mal das Thema Prophetie. Heute möchte ich ein letztes Argument bringen. Es ist ein Argument, das mit der Wirkung der Bibel zu tun hat.
Im Hebräerbrief gibt es eine Stelle, in der der Autor über die Bibel etwas sagt. Dort heißt es, dass Menschen, die der Bibel begegnen, eine Erfahrung mit ihr machen können. Ich zitiere einmal die Stelle. In Hebräer 4 heißt es, dass das Wort Gottes lebendig und wirksam ist und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Hebräer 4,12-13, wer das nachlesen will. Ich habe den Text ein Stück eingekürzt: Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens.
Und es war mir wichtig, wenn ich Volkshochschulkurse gemacht habe, mit Leuten, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten. Dann habe ich meine Kursteilnehmer am ersten Kursabend meistens gewarnt: Seien Sie vorsichtig, was jetzt passiert. Denn wenn Sie die Bibel aufschlagen und anfangen, in der Bibel zu lesen, dann kann es passieren, dass diese Bibel Sie viel mehr herausfordert, als Sie das vorher erwartet hätten.
Oft gehen Leute an die Bibel und denken: Das ist ein Stück Literatur, das kann man lesen wie Grimms Märchen. Und mit einem Mal merken sie: Ich lese da etwas, und das, was ich da lese, zwingt mich in eine Position hinein. Ich muss eine Entscheidung treffen. Viele können das nicht einfach nur lesen und sagen: So, jetzt habe ich mal die Bibel gelesen, das gehört ja irgendwie zu einer guten Erziehung dazu. Sondern viele Leute werden von dem, was sie lesen, angesprochen.
Und es findet eine Polarisierung statt. Eine Polarisierung, dass die einen bereit sind, weil sie die Bibel lieben, für den Besitz einer Bibel zu sterben. Und die anderen fangen an, das, was in der Bibel steht, und damit das ganze Buch und natürlich den, der dahinter steht, zu hassen, zu verteufeln und abzulehnen. Sie sagen: Lass mich bloß mit dem Zeug in Ruhe.
Es war mir wichtig, das meinen Kursteilnehmern mitzugeben: Passen Sie auf, wenn Sie anfangen, die Bibel zu lesen.
Die Bibel als Buch, das Widerstand überdauert
Das kann in dem Moment geschehen, in dem man anfängt, sich wirklich mit dem Text zu beschäftigen. Es ist dann mehr als nur ein oberflächliches Drübergleiten, wie wenn ein Düsenjet einmal über die Landschaft fliegt. Das kann man natürlich machen. Aber in dem Moment, in dem ich anfange, mich mit dem auseinanderzusetzen, was da steht, und genau das tut man zum Beispiel in einem Volkshochschulkurs über den Römerbrief, da geht man ja auf den Text ein, in dem Moment trifft mich Gottes Wort.
Ich kann gar nicht sagen, wie oft man der Bibel schon vorhergesagt hat, dass es mit ihr zu Ende geht. Vielleicht ist das für mich das lustigste Beispiel: der durch und durch atheistische Philosoph Voltaire. Voltaire hat sich hingestellt und gesagt, also, das war so das Zeitalter der Aufklärung, hundert Jahre nach meinem Tod bleibt von der Bibel und vom Christentum nichts mehr übrig. Man wird es nur noch im Museum anschauen können, als Teil einer lang vergangenen Geschichte.
Genau das Gegenteil war der Fall. Das Jahrhundert nach Voltaire erlebt Missionsgeschichte in einer ganz neuen Dimension. Gerade das 19. Jahrhundert ist davon geprägt, dass weltweit Mission überhaupt erst richtig angefangen hat.
Und die Ironie des Schicksals: Das Haus von Voltaire und seine Druckerpresse gehörten fünfzig Jahre nach seinem Tod der Genfer Bibelgesellschaft. Und ihr könnt euch vorstellen, was sie mit seiner Druckerpresse in seinem Haus gedruckt hat: stapelweise Bibeln.
Bernhard Ramm, Theologe, drückt das, was ich eben an diesem einen Beispiel versucht habe deutlich zu machen, so aus. Er sagt: Tausendmal wurde die Bibel zu Grabe geläutet, der Beerdigungszug gebildet, die Inschrift auf den Grabstein gemeißelt und die Totenrede gehalten, aber irgendwie ist der Leichnam nicht totzukriegen.
Das ist der Predigttitel für heute: die Bibel nicht totzukriegen. Egal, ob es die Kritik der Philosophen und Theologen ist oder die Verfolgung durch Kaiser, Diktatoren oder Päpste: Die Bibel ist nach wie vor einzigartig in ihrer Verbreitung. Sie ist einzigartig in der Genauigkeit ihrer Überlieferung, und sie ist einzigartig in ihrem Einfluss auf die Kulturen der Welt.
Millionen von Gläubigen bekennen, dass von der Bibel Kraft ausgeht, dass sie wirkt, dass sie in der Lage ist, ein völlig verkorkstes Leben wirklich umzukrempeln, dass sie in der Lage ist, Menschen mit Gott ins Reine zu bringen und wirkliches Leben zu schenken.
Zeugnisse von Veränderung und weltweiter Ausbreitung
Ich weiss nicht, wie viele Zeugnisse ihr kennt. Ich kenne einige davon, dass Menschen allein durch das Lesen der Bibel, ohne dass ihnen dabei gross jemand geholfen hätte, eine Beziehung zu Gott gefunden haben. Und wie viel öfter bekommen wir das mit, auch in unserem eigenen Leben, dass dort, wo wir die Bibel aufschlagen, Gott genau in unsere Situation hineinspricht durch etwas, was wir gerade lesen.
Natürlich kann man sagen: Das bildest du dir alles nur ein. Aber ich glaube, dass hier viele sitzen, die sagen: Ja, das habe ich auch eine Weile gedacht. Aber es ist einfach zu oft und zu exakt passiert. Ich habe mich ein Stück weit daran gewöhnt, dass ich dort, wo ich die Bibel aufschlage, getröstet werde, ermutigt werde, manchmal auch herausgefordert werde, ohne so genau zu verstehen, wie Gott das und wie der Heilige Geist das macht.
Aber es gilt halt: Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Das Wort Gottes ist wirklich lebendig, es ist nicht totzukriegen, es ist wirksam. Das heisst, es verändert Menschen. Es sorgt dafür, dass Menschen in Kontakt kommen mit Gott, und es ist ein Richter. Die Bibel fordert uns heraus. Sie ist wie ein Staatsanwalt, der Staatsanwalt Gottes. Sie ist ein Spiegel, den Gott uns hinhält und sagt: Schau dir dein Leben bitteschön an.
Jeder ehrliche Leser der Bibel wird am Ende verstehen: Ja, ich bin krank, ich bin hilflos, ich bin verloren, ich bin sündig und ich bin ohne Gott. Und vielleicht stellst du dir die Frage: Wer möchte denn so etwas hören, bitteschön? Ich bin krank, ich bin hilflos, ich bin verloren. Was ist denn das für eine Botschaft? Gibt es irgendjemanden, den so eine Botschaft interessiert?
Die Antwort ist: Ja, es gibt solche Leute. Jeder, der ehrlich genug ist, der Wahrheit ins Auge zu schauen, wird an dieser Stelle zugeben, dass die Bibel Recht hat. Es gibt vielleicht nicht viele Menschen. Ich glaube, dass das in unserer Zeit selten geworden ist: Menschen, die wirklich die Wahrheit lieben und bereit sind, für die Wahrheit auch einzustehen. Aber es gibt sie.
Und es gibt Menschen, die einmal gemerkt haben, was für eine Kraft in der Bibel steckt, die, wie gesagt, vom Wasser des Lebens getrunken haben und die dann bereit sind, für die Botschaft vom Kreuz und für die Bibel einfach Ungeheuerliches zu leisten. Da sagt man: Wahnsinn, ja, wie kann jemand für die Verbreitung der Bibel so etwas auf sich nehmen? Das ist ja fast lebensmüde.
Ein Beispiel aus China
Ich habe hier, vielen Dank, Markus, aus der Financial Times vom 25. Mai dieses Jahres einen Artikel. Er ist überschrieben mit: Goodbye Bibelschmuggler Bruder David.
Ich lese mal vor:
Das Schiff wurde am 18. Juni 1980 unsterblich. Am Abend dieses Tages landete es auf einer schwer beladenen Barkasse am Strand des südchinesischen Swatow, wo es von Tausenden Chinesen begrüßt wurde. Das Schmuggelschiff transportierte eine besondere Last: eine Million chinesische Bibeln. Das Gesamtgewicht der Ladung betrug 232 Tonnen.
Schnell schafften die chinesischen Christen die Bücher mit Autos, Eselskarren, Fahrrädern und zu Fuß weg. Als die Armee ein paar Stunden später eintraf, konnte sie nur noch Reste der Lieferung konfiszieren. Das meiste war bereits auf dem Weg in die christlichen Gemeinden Chinas.
Die Missionierung des riesigen Landes ist ein schwieriger Job. Duff, genannt Bruder David, erhielt den Auftrag direkt von Gott in den späten sechziger Jahren, mitten in der chinesischen Kulturrevolution. Ihr müsst euch vorstellen: In China ist ein Mann, Mao Zedong, an der Macht. Und er versucht alles, was nach Kultur, alles, was nach Elite, alles, was irgendwie nach Religion aussieht, kaputtzumachen. Und er macht es kaputt. Millionen von Menschen sterben in dieser Zeit. Und Gott beauftragt einen Mann und sagt: Hey, ich möchte, dass dieses Land Bibeln bekommt. Und dieser Mann hört diesen Ruf und tut es. Und dann heißt es hier: Sein Name ist gestorben, aber sein Name lebt weiter.
Noch heute berichten Chinesen, welchen nachhaltigen Einfluss die Bibeln in entfernten Gemeinden des Landes hatten. Viele führen den Boom des chinesischen Christentums auf ihn und die Aktion von Swatow zurück. Da ist ein Mann bereit, sein Leben, sein Geld, seine Reputation und politische Verwicklung eben mal auf allerhöchstem Niveau in Kauf zu nehmen und mit 232 Tonnen Bibeln illegal in China zu landen. Und das vorher vorzubereiten, alles geheim. Und du weißt nicht, ist irgendwas durchgesickert. Du weißt nicht, ob du lebend da wieder rauskommst. Und das ist jetzt ein Fall von vielen Fällen.
Es gibt heute in China zwischen 70 und 120 Millionen Christen, die meisten in Hausgemeinden im Untergrund organisiert. Und das ist das, was ich meine: Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. In China wird heute über die Bibel diskutiert. Wer redet bitteschön in China noch über die Mao-Bibel? Die gab es auch mal, das waren die Worte des Vorsitzenden Mao Zedong. Kaum mehr einer. Und trotzdem ist der Einfluss der Bibel an der Stelle nicht gebrochen, sondern ungebrochen.
Die ganze Bibel oder Teile von ihr gibt es in mindestens 2.426 Sprachen. Im Moment arbeiten 3.000 Bibelübersetzer, unterstützt von Theologen, Linguisten, Anthropologen, Ethnologen und natürlich auch Computerspezialisten, daran, weitere Ausgaben zu schaffen. Für viele Völker ist die Bibel das erste Buch, das es in ihrer Sprache gibt. Und die Bibelsetzung ist gerade für Völker in der Dritten Welt überhaupt erst der Sprung in die Alphabetisierung.
Man kann wirklich sagen: Die Wirkung der Bibel ist ungebrochen. Sie begleitet den Menschen seit Anbeginn der Zivilisation. Sie ist ehrlich, sie ist aktuell und sie ist brauchbar, was den Inhalt angeht. Sie enthält Geheimnisvolles, sie enthält Prophezeiungen, und sie ist allen Unkenrufen zum Trotz nicht totzukriegen, weil von ihr eine Kraft ausgeht, die sich immer wieder in immer neuem Leben beweist.
Zwei ehemalige Feinde und die Kraft der Vergebung
Ich habe mir überlegt, wie ich so eine Reihe, die ja etwas von meiner Begeisterung für die Bibel an euch weitergeben soll, abschließen kann. Und ich dachte mir: Am Ende möchte ich noch eine Geschichte erzählen. Deswegen dieses Foto, das ihr hier an der Wand seht.
Diese beiden Herren, die ihr dort seht und die sich so freundlich anlächeln, sind auf der linken Seite Mitsuo Futschida und auf der rechten Seite Jakob de Schäfer. Jetzt könnt ihr sagen: Wer ist das bitteschön? Habe ich noch nie gehört. Das ist nicht so dramatisch. Ich erzähle euch, worum es geht.
Vielleicht hat der eine oder andere von euch den Film Pearl Harbor gesehen. Die beiden Herren waren 1941 beziehungsweise dann 1942 dabei. Mitsuo Fujita kommt aus einer nationalistischen japanischen Familie. Er war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs der erfahrenste Pilot der japanischen Streitkräfte, und er war der Kommandant des Angriffs auf Pearl Harbor. Er ist der Mann, der den Angriffsbefehl gegeben hat, der dann zum Tod von über 2400 amerikanischen Soldaten und letztlich zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg geführt hat.
De Schäfer daneben gehört zum Vergeltungsschlag der Amerikaner. Am 18. April 1942 starten vom Flugzeugträger USS Hornet umgebaute B-52b-Bomber, um, mehr aus psychologischen Gründen als wirklich aus kriegstaktischen, Bomben über Tokio abzuwerfen. Psychologie gehört ja auch zum Krieg. Danach versuchen sie irgendwie weiterzufliegen und wieder auf neutralem Gebiet zu landen, weil sie nicht genug Sprit hatten, um wieder umzukehren.
Der Schäfer wirft die Bombenlast ab, schafft es aber nicht, zurückzukehren, und wird von den Japanern, die damals auch Teile Chinas besetzt hielten, gefangen genommen. Er zahlt für seine Tat als Kriegsverbrecher die nächsten drei Jahre in japanischen Gefangenenlagern. Er wird geschlagen, er wird gefoltert, und er muss erleben, wie ein Freund vor seinen Augen verhungert. Die Grausamkeiten, die er erlebt, bringen ihn fast um seinen Verstand, und er lernt seine Wächter und Japaner im Allgemeinen zu hassen.
Nach 25 Monaten bekommen die amerikanischen Gefangenen auf Befehl des Kaisers das Recht, in einer Bibel lesen zu dürfen. Der Schäfer hatte Pech, er war kein Offizier. Also stand er in der Reihe derer, die lesen durften, ganz unten, und er musste darauf warten, bis ihm endlich auch die Bibel gegeben wurde. Das Einzige, was er wusste, war, dass er so ganz grobe Vorstellungen vom Christentum hatte. Die Bibel ist das Buch, das in der Lage ist, Hass in Liebe zu verwandeln. Er wusste nicht, wie das gehen soll.
Und dann, als er das Buch bekommt und seine Bibel in der Hand hält, kann er drei Wochen lang darin lesen. Er liest, und er liest, und er liest. Ganz langsam versteht er allein durch das Lesen der Bibel, was das Evangelium ist. Am 8. Juni 1944 nimmt de Schaeser in einem japanischen Gefangenenlager Jesus in sein Leben auf, und Jesus verändert sein Herz inmitten all der Gräuel.
Wenn das Wort Herzen neu macht
Die er in diesem Lager natürlich immer noch zu sehen bekommt, fängt er an, seine Wächter zu lieben und sich Sorgen um sie zu machen. Er liest diesen Satz Jesu: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, und er merkt, dass das genau seine Wächter betrifft. Er versteht, dass seine Bewacher irgendwie grausam sein mussten, weil ihnen niemand von Jesus erzählt hatte. Sie hatten kein neues Herz, sie hatten keinen Zugang zu dieser Liebe Gottes, die wirklich verändern konnte.
Und der Gefangene entscheidet sich in diesem Moment dafür: Sollte sein Land den Krieg gewinnen und er irgendwie lebendig nach Hause kommen, dann werde ich zurückkehren, und zwar als Missionar nach Japan.
Wir wissen, wie der Zweite Weltkrieg ausgegangen ist. Er macht eine Ausbildung an einem christlichen College, macht seinen Abschluss und kommt zurück nach Japan. Dort fasst er seine Erlebnisse in diesem Gefangenenlager in einem kleinen evangelistischen Traktat zusammen. Ein Traktat, das ein desillusionierter, unglücklicher, inzwischen aus dem Militärdienst entlassener Mitsuo Futschida von einem x-beliebigen, unbekannten Traktateverteiler in Tokio auf einem Bahnsteig in die Hand gedrückt bekommt.
Und Mitsuo Fujita liest dieses Traktat, und er kann mit dieser Geschichte so wenig anfangen. Auf der einen Seite kann er nicht wirklich verstehen, was da passiert ist, auf der anderen Seite kann er die Geschichte aber auch nicht einfach vergessen. Fujita hatte früher schon von einem Freund davon gehört, dass ein junges gläubiges amerikanisches Mädchen sich hingebungsvoll um japanische Kriegsgefangene gekümmert hatte, genau um solche Leute, die ihre Eltern umgebracht hatten. Und auch damals hatte er das überhaupt nicht verstanden: Wie kann jemand sich um seine Feinde kümmern?
Fujita kam aus einer Kultur, in der Rache eine Tugend war. Rache war Ausdruck meiner Loyalität für meine Freunde. Da kann ich mich doch nicht um meine Feinde kümmern. Und trotzdem: Diese Wandlung, die er in diesem Traktat von De Schaefer liest, fasziniert ihn. Und er stellt sich die Frage: Wie kann das sein? Er merkt, das hat irgendetwas mit dieser Bibel zu tun. Und obwohl er Buddhist ist, kauft er sich eine Bibel und fängt an zu lesen.
Und er kommt an diesen Vers, wieder in demselben Vers wie De Schaefer: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ In diesem Moment versteht er, dass er zu denen gehört, für die Jesus gebetet hat. In diesem Moment merkt er, dass er aus lauter Patriotismus bereit war, Tausenden von Menschen den Tod zu bringen. Und er versteht, was Jesus für ihn getan hat: dass er stellvertretend für ihn am Kreuz gestorben ist.
Er versteht mit einem Mal die Kraft, die hinter der Lebensveränderung von De Schaefer steckt, und er bekennt diesem ihm noch unbekannten Jesus seine Sünden, seine ganze Bosheit, und bittet ihn um Vergebung. Und Jesus schenkt ihm ein neues Herz, eine ganz neue Sicht auf das Leben und ein neues Ziel. Das war am 14. April 1950.
In den Zeitungen heißt es dann: Der Held von Pearl Harbor konvertiert zum Christentum. Nicht unbedingt positiv. Und wie De Schaefer wird Fujita Missionar, reist durch Asien und verkündet das Evangelium. Er muss dafür in der Folge einen Posten als Stabschef der neu gegründeten Luftwaffe ablehnen und Ende der Fünfziger auch den Posten des japanischen Verteidigungsministers, weil er eine neue Berufung hat und Menschen das Evangelium bringen möchte.
Deswegen sieht man hier auf dem unteren Foto die beiden. Und man muss wirklich sagen: die beiden Feinde, wie sie Freunde geworden und durch einen gemeinsamen Herrn vereinigt worden sind.
Schlussgedanke: Die Bibel als einzigartiges Buch
Und das ist das, was wir nicht erklären können. Wie kann es sein, dass sie mitten in all dem Hass und den Gräueln, dort, wo Menschen zu Tieren werden, wo das Innerste des menschlichen Herzens nach außen gekehrt wird, eine solche Veränderung bewirkt?
Wie kann es sein, dass hier ein Buch, einfach nur ein Buch, in dem man lesen kann, so eine Veränderung bewirkt?
Darum ging es mir heute abschließend: euch zu zeigen, warum mich persönlich die Bibel so fasziniert. Es ist das Buch, das Leben verändert. Es ist das Buch, das wirklich in der ganzen Geschichte einzigartig ist.
Und ich denke, wir dürfen stolz darauf sein, dass wir dieses Buch haben und dass wir an den glauben, der sich in diesem Buch uns vorgestellt hat. Lasst uns in diesem Sinn ein Stückchen stolz sein auf die Bibel und dort, wo Leute kommen und denken, es sei nur ein Buch wie alle anderen, wirklich ehrlich zu dem stehen, was wir jetzt wissen.
Nein, dieses Buch ist tatsächlich etwas ganz Besonderes: in seinem Alter, in seinem Inhalt, mit Prophezeiungen und in seiner Wirkung.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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