Serie•Teil 18 / 25Hebräerbrief
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt
Heute Morgen gibt es einen sogenannten Teaser. Also, ein Teaser ist immer so etwas, wenn man sich wünscht, dass ein neuer Film rauskommt. Ich weiss nicht, wie es bei allen Männern ist, aber es gibt Top Gun 2. Ich weiss nicht, als Top Gun 1 rauskam, da war ich in dem Alter, wo man sagt: Yeah.
Und dann gibt es so einen Trailer, da sieht man nicht wirklich viel, man sieht nur: Aha. Und sowas möchte ich jetzt auch gerne machen. Einen Vorgeschmack geben auf das, was dieses Jahr noch kommt.
Wie ihr seht: Gott gibt Gnade. Ich werde weiterhin irgendwie kräftiger von Woche zu Woche, und deswegen kann ich auch schon seit zwei Wochen wieder heftigst am Hebräerbrief studieren, damit wir in fünf Wochen hier eine Bibelwoche starten. Ja, Bibelwoche Hebräerbrief Teil zwei.
Na ja, ich dachte mir, wenn ich jetzt hier heute bin und mir kein Thema vorgegeben ist, dann könnte ich ja einfach schon mal da weitermachen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Dann wisst ihr schon: Ah, stimmt. Dann spare ich mir auch gleich die Einleitung, wenn es dann so weit ist mit der Bibelwoche, weil ich kann dann sagen: Habe ich euch ja schon damals vor ein paar Wochen erzählt, erinnert ihr euch noch dran.
Wir machen also heute Hebräerbrief, Kapitel 10, die Verse 19 bis 25.
Vorneweg: Wo stehen wir im Hebräerbrief? Ich setze einfach mal nicht voraus, dass jeder von euch weiss, dass es in Kapitel zehn logisch darum geht. Das schafft keiner. Das ist aber auch nicht schlimm, weil ich darf ja auch hier vorne stehen und euch sagen, wo wir sind.
Wir haben letztes Jahr mit einem genialen Blick aufs Kreuz aufgehört, wo Jesus für die Sünden aller Menschen gestorben ist und wo er einen ganz neuen Bund aufgerichtet hat. Dort am Kreuz Jesu, da hat er für uns, die Gläubigen, für uns, die wir Jesus nachfolgen, die wir seine Jünger sind, ein für alle Mal unsere Sünden vergeben und uns mit Gott versöhnt. Das war der Schluss letztes Jahr.
Wir gehören jetzt, wenn wir gläubig sind, zu Gott. Weil wir zu Gott gehören, weil das eine wirkliche Realität ist und nichts, was ich mir nur einbilde, deswegen sind wir gleichzeitig auf unerhörte Weise privilegiert. Wir haben, und das werden wir uns gleich anschauen im Text, zwei Sachen. Wenn man sich vor Augen hält, was das bedeutet, dass wir die haben, dann geht es mir so, dass ich sage: Boah, ich kann fast nicht glauben, dass ich Gott so wertvoll bin, dass er mir das schenkt.
Und wir fangen mal mit diesen zwei Sachen an, Hebräer 10,19-21 bitte. Da heisst es:
Da wir nun, Brüder oder Geschwister, das sind die Gläubigen, da wir nun Brüder durch das Blut Jesu, durch sein Sterben, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist durch sein Fleisch, und einen grossen Priester über das Haus Gottes.
Zwei Dinge: Wir haben Freimütigkeit, und wir haben einen grossen Priester über das Haus Gottes. Und das alles haben wir durch das Blut Jesu. Dadurch, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist, weil das stimmt und weil wir als die Gläubigen das für uns persönlich angenommen haben, weil das nicht eine Wahrheit ist für andere, sondern eine Wahrheit in meinem Leben.
Deswegen dürfen wir das himmlische Heiligtum betreten. Wir haben Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum. Wir sind VIPs mit einem Backstage-Pass. Wir dürfen Gott nahen, wir dürfen beten, und in dem Moment, wo wir beten, dürfen wir wissen, dass wir im Moment des Gebets tatsächlich vor dem lebendigen Gott stehen.
Also, wie so der Hohe Priester im Alten Testament, der das Allerheiligste betritt, so treten wir, wann immer wir Zeit mit Gott verbringen. Und da spielt es keine Rolle, ob das heute Morgen vielleicht nach dem Aufstehen war. Für mich ist Sonntagmorgen immer so eine Zeit, wo ich mir extra Zeit nehme für bestimmte wichtige Anliegen. Jetzt war ich gestern lange wach, also musste ich erst mal Kaffee, und dann habe ich angefangen zu beten. Oder ob das so ist wie jetzt, wo wir hier gemeinsam Gott begegnen.
Das spielt keine Rolle, ob im privaten oder im gemeindlichen Kontext. Wann immer wir Gott begegnen, betreten wir das himmlische Heiligtum. Das ist das einzigartige Vorrecht der wiedergeborenen Kinder Gottes. Lasst uns das wirklich nie vergessen.
Auf der einen Seite gilt, dass Gott nicht auf das Opfer und auf die Gebete von gottlosen Menschen hört. Da spielt es auch keine Rolle, ob der Gottlose so ein Hardcore-Atheist ist, der einfach gar nichts von Gott wissen will, oder ob er in der Softie-Variante des U-Boot-Christen daherkommt. Kennt ihr U-Boot-Christen? Das sind die, die zweimal im Jahr auftauchen, so an Ostern oder an Weihnachten, dann tauchen sie wieder ab und machen ihr Ding.
Es spielt keine Rolle, was für eine Art von Gottloser du bist, ob du es ein bisschen besser verstecken kannst oder nicht. Es geht darum, dass wir wissen, dass meine Sünden mit Jesus am Kreuz wirklich, die wurden da dran genagelt, heisst es im Kolosserbrief. Ich muss wissen, dass mir vergeben ist, dass ich ewiges Leben habe, dass mein Glaube mehr ist als ein Lippenbekenntnis.
Und wenn du für dich das weisst, wenn du sagst: Ja, so ist das bei mir, ich bin jemand, der wirklich Jesus nachfolgt, ich habe Jesus als meinen Herrn, ich bin so ein Freak, ich bin so ein Jesusjünger, weisst du, wenn du das sagst, ich bin einer, der Jesus nachfolgt, dann darfst du dahin gehen, wo Jesus hingegangen ist, und das ist das Allerheiligste.
Dann darfst du jedes Mal, wenn du zu Gott betest und wenn du still wirst, wissen: Jetzt betrete ich heiligen Boden, jetzt stehe ich wirklich vor dem Thron Gottes, jetzt steht nichts mehr zwischen mir und Gott. Jetzt brauche ich nicht einen Heiligen, der sich dazwischen stellt, oder eine Mutter Gottes oder irgendwas anderes, auch kein Ritual. Jetzt betrete ich den Ort, wo Gott ist. Und das ist unglaublich.
Ich glaube, wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir beten, dass wir natürlich zu Gott beten und dass Gott unsere Gebete erhört. Aber es ist nicht normal. Das geht nur, weil Jesus, wie es im Text heisst, einen neuen und lebendigen Weg ins Allerheiligste geschaffen hat. Er hat diesen Weg gebahnt. Der Weg ist neu, weil es ihn vor Golgatha einfach noch nicht gab.
Ja, wir stehen vor dem Thron Gottes, weil wir uns auf Jesus und weil wir uns auf sein Blut, sein Sterben berufen können. Für mich und für dich ist dieser Weg zu Gott frei, weil Jesus da ist. Er hat diesen Weg freigemacht.
Ich habe, wenn ich ein sündiger Mensch bin, überhaupt kein Recht und auch keine Möglichkeit, dass ich mit einem ewigen, allmächtigen, majestätischen Schöpfergott in Beziehung treten kann. Paulus sagt mal, dass Gott ein unzugängliches Licht bewohnt. Da kommt niemand hin. Das ist eine Distanz, das ist weiter als von hier bis zum Ende des Universums, da hast du keine Chance, da gibt es keinen Weg.
Und jetzt musst du sagen: Doch, einen gibt es. Genau, es gibt genau einen Weg, es gibt Jesus. Und Jesus ist mein, Jesus ist dein Zugang zu Gott. Wie der Hohe Priester am grossen Versöhnungstag im Alten Testament mit dem Blut eines ganz besonderen Opfers einmal im Jahr durch den Tempel trat ins Allerheiligste hinein. Da war ein Vorhang, und der Hohe Priester ist dann durch diesen Vorhang hindurch ins Allerheiligste gegangen und stand dann, im Bild gesprochen, direkt vor Gott.
So dürfen wir ins Allerheiligste gehen. Als Jesus starb, in dem Moment, wo er stirbt, zerreisst in Jerusalem im Tempel dieser riesige Vorhang in der Mitte in zwei. Warum? Weil Gott zeigen wollte: Jetzt ist der Weg zu mir frei.
Da wird auf der einen Seite der Sohn Gottes am Kreuz zerrissen und stirbt, und Gott sagt: So wie dieser Vorhang zerrissen ist und man vorher durch diesen Vorhang hindurchgehen musste, der Weg durch den Vorhang, so haben wir jetzt durch das Sterben Jesu, durch unseren Glauben an Jesus, den einen Weg, den Gott bereitet hat, damit wir, jeder einzelne von uns, wirklich ins Allerheiligste, wirklich direkt zu Gott treten können.
Und ich wünsche mir, dass er so ein Stückchen rausgeht und wieder neu staunt. Man gewöhnt sich manchmal an Dinge. Und dann ist man nicht mehr so: Ja, ist halt so, wenn ich bete, dann bin ich halt einfach mal vor dem Schöpfergott. Versteht ihr? Wo ich mir sage: Hu, hu, hu, nee, das ist ein Vorrecht, das ist ein absolutes Vorrecht. Das haben nicht viele Menschen, damit wirst du nicht geboren. Wenn es Jesus nicht geben würde, hätten wir das gar nicht. Aber das ist alles passiert, wir dürfen das.
Da wir nun durch das Blut Jesu freimütig, du darfst. Und nicht nur das, sondern wir haben einen Weg, der ist neu, und das ist ein lebendiger Weg. Und lebendig heisst, dass der Weg selber ein Weg ist, der in sich Leben trägt. Das heisst, wer diesen Weg geht, wer diesen Weg beschreitet, wer für sich Jesus und sein Sterben als den Weg zu Gott erkannt hat und diesem Weg folgt, der bekommt und findet ewiges Leben.
Einen neuen und lebendigen Weg, auf dem wir Gott nahen dürfen. Was für ein Vorrecht, das ist der Hammer! Dagegen ist Top Gun 2 eine absolute Nullnummer. Wird spannend, aber Nullnummer.
Zweitens: Wir haben einen grossen Priester. Wir haben als Gläubige also nicht nur das Recht, Gott zu begegnen, sondern auch einen grossen Priester, der auf unserer Seite steht. Also wenn ich ins himmlische Heiligtum gehe, da wartet schon jemand auf mich. Da steht Jesus als mein grosser Priester.
Das ist wichtig, weil ich dadurch nämlich die Gewissheit habe, dass ich nicht nur die Erlaubnis habe, ins himmlische Heiligtum hineinzutreten, sondern dass ich, wenn ich das tue, mich nicht fürchten muss. Ich muss nicht befürchten, dass, wenn ich drin bin, etwas Schlimmes mit mir passiert.
Wir betreten absolute Heiligkeit, und vielleicht erinnern sich einige AT-Kenner an die Namen Nadab und Abihu. Priester, Söhne von Aaron, die brachten ein Opfer, und zwar ein Opfer, was Gott nicht wollte. Und dann heisst es ganz lapidar: Da ging Feuer vom Herrn aus und verzehrte sie, und sie starben vor dem Herrn.
Es ist gefährlich, Gott zu nahen. Gott ist heilig. Er ist von mächtigen Engelwesen umgeben, die sich gegenseitig die ganze Zeit zurufen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Nicht umsonst nennt der Autor des Hebräerbriefes Gott ein verzehrendes Feuer.
Und doch dürfen wir dorthin. Wir dürfen vor Gott treten und wissen, dass wir, wenn wir da eintreten, sicher sind. Warum? Weil wir einen Priester über das Haus Gottes, also über die Gemeinde, haben, der dort vor dem Thron auf mich wartet, weil dieser Priester uns passend gemacht hat für den Himmel und weil ich in seiner Nähe einfach keine Angst haben muss, dass diese gleißende Heiligkeit Gottes mich verzehrt.
Wenn das stimmt, dass wir in Gottes Gegenwart treten dürfen, wenn das stimmt, dass wir an der Stelle ganz sicher sind, dann müssen diese Wahrheiten unser Leben prägen. Als ich im letzten Herbst eine Herzuntersuchung hatte und festgestellt wurde, dass mein linker Vorhof sich im letzten halben Jahr davor signifikant vergrössert hatte, da war klar: Okay, ich muss was tun. Herz-OP.
Dramatische Wahrheiten prägen auf dramatische Weise unser Leben. Und wenn das stimmt, dass von allen Menschen, die auf der Erde leben, wir alleine das Vorrecht haben, Gott nahen zu dürfen, wenn das stimmt und das auch noch völlig ohne Furcht, dann muss das unser Leben prägen.
Wenn das dein Leben nicht prägt, kann ich dir nicht helfen. Wenn das dich nicht vom Hocker haut, wenn das nicht bei der Frage, wie priorisiere ich mein Leben, wie teile ich meine Zeit ein, was ist wirklich wichtig, worauf lege ich Wert, wenn das nicht auftaucht, dann kann dir niemand helfen. Dann weiss ich nicht, was in deinem Kopf abgeht, aber dann möchte ich heute Morgen einer sein, der dich so ein bisschen schüttelt und sagt: Wach auf.
Dramatische Wahrheiten wie die müssen dein Leben prägen, die müssen dich bestimmen, sonst lebst du nach Trullifax, dann ist irgendwas Fünftklassiges in deinem Leben an die Stelle von dem getreten. Bitte, bitte, bitte, denk darüber nach: Was ist für mich in meinem Leben wirklich wichtig? Wenn diese Dinge hier gelten, dann folgt was daraus. Da kann ich nicht so weiterleben wie bisher.
Der Autor des Hebräerbriefes nennt jetzt drei Dinge. Drei Dinge, wo er sagt: Hey, wenn das stimmt, dann müssten jetzt eigentlich drei Dinge in eurem Leben passieren. Ich sage mal nicht, dass das die einzigen drei Dinge sind. Der Hebräerbrief ist ein Brief. Briefe werden an bestimmte Gemeinden geschrieben mit bestimmten Problemen. Wenn ihr jetzt andere Probleme habt, würde der gleiche Autor euch vielleicht einen anderen Brief geschrieben haben. Er würde immer noch sagen: Hey, du hast dieses unglaubliche Vorrecht, aber vielleicht würde er auf andere Schwerpunkte setzen im Blick auf das, was du tun sollst.
Gleichzeitig denke ich, dass die drei Dinge, die er jetzt nennt, auch so universal sind, dass keiner von uns sagt: Hey super, hier habe ich nichts mit zu tun, wupp weg. Das wird auch nicht so sein. Also schauen wir uns die drei Sachen einfach mal an.
Ich kann sie schon mal nennen: Die drei Dinge sind erstens: Wenn das gilt, dann lasst uns Gott begegnen. Also wenn ich das darf, dann soll ich es tun. Lasst uns Gott begegnen.
Das zweite: Wenn das stimmt, dann lasst uns die Hoffnung, die wir haben, bekennen.
Und drittens: Wenn das stimmt, dann lasst uns als Geschwister aufeinander achten.
Das sind die drei Punkte, um die es heute gehen soll. Das eine: das Verständnis, wer ich bin, backstage. Herr, du darfst dahin, wo Engel sich fürchten, du darfst dahin, wo Schauder und Ehrfurcht und Majestät zu Hause sind. Und auf der anderen Seite gilt es jetzt, das zu nehmen, dieses Vorrecht, und zu sagen: Okay, was mache ich in meinem Leben damit?
Punkt eins, Hebräer 10,23. So lasst uns nun hinzutreten, mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengend und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.
Ich weiss, dass manche Aufforderungen in der Bibel banal sind. Was hier steht, könnte man so übersetzen: Wenn wir zu Gott kommen dürfen, dann lasst es uns auch tun. Lasst uns hinzutreten!
Und bevor ich darauf eingehe, wie man das tun soll, ein paar Gedanken: Wir dürfen zu Gott kommen, wir dürfen in seine Gegenwart eintreten, um ihm alle unsere Sorgen, alle unsere Bedürfnisse, alle unsere Bitten, alle unsere Anbetung, alle Verfehlungen, alle Fragen, alle Klagen zu bringen. Wir dürfen ihm alles, was dich im Moment umtreibt, das bringen.
Es gibt zwei Dinge in deinem Leben, die der Teufel mit aller Macht angreift. Vielleicht ist dir das schon aufgefallen. Wenn du ein bisschen länger Christ bist, hast du das schon mitgekriegt. Da ist einmal, um das geht es heute nicht, die Zeit, die wir ganz alleine mit Gott verbringen, um über sein Wort nachzudenken. Der Teufel wird alles tun, damit du keine Zeit hast.
Und da ist zum anderen, und darum geht es heute, diese Zeit, die es braucht, um regelmässig genug Zeit im Reden mit Gott zu verbringen. Hören auf Gott, reden mit Gott. Wenn der Teufel das schafft, uns davon abzubringen, dass wir unser Leben betrachten im Spiegel Gottes Wort und darüber nicht mehr reflektieren, oder wenn er es schafft, uns dahin zu bringen, dass Gebet für uns zu einer Last wird, die wir irgendwie so routiniert abspulen, halb in Gedanken, womöglich schon bei den nächsten Aufgaben, die anstehen, aber nicht mehr Lust, nicht mehr das Atmen meiner Seele.
Wenn es nichts mehr gemein hat mit der Freude, der Begegnung mit meinem Freund, dem, dem ich alles sagen und von dem ich alles erwarten kann, wenn ich es nur noch mache, damit ich es gemacht habe, weil ein guter Christ sein Häkchen hinter sein tägliches Gebet setzt, wenn das der Teufel schafft, vielleicht weil es mir an Praxis mangelt, vielleicht weil es mir an Verständnis mangelt, vielleicht weil mein Gebet auch zu wenig Tiefgang hat. Aber wenn er das schafft, dann hat er dich. Das muss dir einfach klar sein. Er hat dich. Dann hat er dein Leben in der Hand.
Lasst uns hinzutreten. Bitte, bitte, bitte, betet. Und ich will jetzt keine Predigt über Gebet halten, aber ich möchte sagen: Bete! Wenn es irgendeine Sache in deinem Leben gibt, auf die du nie, und ich meine wirklich nie, auf die du nie verzichten kannst, eine Sache, die du fördern musst, die du lieben musst, die du verstehen musst, die du üben musst, die du verinnerlichen musst, wenn es eine Sache in deinem Leben gibt, dann ist es Gebet.
Gebet will Beziehung, Beziehung zu Gott schaffen. Wisst ihr, wir sagen das einfach: Ja, Gott will Beziehung. Aber die Frage ist: Wie mache ich das, wie mache ich Beziehung mit Gott? Wenn wir sagen, Gott will Beziehung, ich habe manchmal den Eindruck, wir sagen das fast ein bisschen leichtfertig dahin, aber es ist die Wahrheit. Alles, was wir aus der Bibel über Gott und die Welt lernen, das dient ganz wesentlich dazu, dass wir auf eine intelligente, persönliche Weise mit Gott reden können.
Wenn wir sagen Beziehung mit Gott, dann meinen wir praktisch gelebte Gemeinschaft, Beziehung, die man irgendwie spüren kann in meinem Leben. Dann heisst das, dass ich Zeit mit Gott verbringe, Zeiten, die mich prägen, Zeiten, die mich begeistern, wo ich rausgehe aus dem Gebet und sage: Boah, ey, schon vorbei, ey, schade. Zeiten, die mich herausfordern, wo ich aus dem Gebet rauskomme und sage: Boah, ey, wenn das wahr ist, dann muss ich eine ganze Menge überlegen und nochmal nachdenken. Zeiten, die meinen Stolz zerbrechen, die mir vielleicht sogar Sünde offenbaren, die mir manchmal das, was ich eben sagte, diesen Schauer der Ehrfurcht vor Gott über den Rücken jagen.
Aber auch Zeiten, die mich staunen lassen, die mich trösten, die mich heilen, die mir Mut machen. Zeiten, in denen ich meine tiefste Freude, meine tiefste Bewunderung und meine Dankbarkeit Ausdruck gebe. Bis die Gemeinschaft ohne dieses Reden mit Gott in seiner ganzen Fülle der Erfahrungen, und da passen alle Emotionen, weil du zusammen warst, passen alles rein, ja, du hast Angst, passt, dir geht es super, passt, du bist gerade irgendwie total frustriert, passt, es passt einfach.
Nimm deine Gefühle, nimm deine Emotionen, nimm deine Erfahrungen, aber hab diese Zeit mit Gott, bitte, bitte, bitte! Gemeinschaft ohne diese Zeiten des persönlichen Redens mit Gott geht nicht, egal wie viel Lobpreismusik du hörst, egal wie viele Predigten du dir gibst, egal wie viele gute geistliche Bücher du liest und egal wie viele Gespräche mit irgendwelchen Leuten, die irgendwo weiter im Glauben sind als du, du führst.
Das, was ich jetzt sage, ist eine der wirklichen Kernwahrheiten des geistlichen Lebens: Dein innerer Mensch braucht Zeit, braucht Gebetszeit alleine mit Gott. Und wenn du das noch nie erfahren hast, wenn du vielleicht gar nicht so weisst, wie sich das anfühlt, dann rede mit Leuten, die das regelmässig haben. Und wenn du davon zu wenig hast, dann garantiere ich dir, dass dein Leben immer beschwerlicher wird und dass gleichzeitig so die Angebote dieser Welt immer verlockender werden.
Und deswegen der Tipp: Wenn du schon lange keine Auszeit mehr alleine mit Gott hattest, und mit Auszeit, ich gebe euch jetzt nicht vor, wie lang die sein soll, aber ganz ehrlich, ja, mal ein, zwei Tage alleine mit Gott unterwegs zu sein, wenn man das schon lange oder vielleicht noch nie gemacht hat, sei nicht überrascht, dass so eine Zeit dein Leben umkrempeln könnte.
Und wenn du sagst, das kriege ich nicht unter, dann fang an zu schauen: Wo habe ich Zeiten, wo könnte das klappen, dass ich mit Gott ins Reden komme, ins Nachdenken, wo könnte das sein, dass ich mal Zeit habe, Handy aus? Ja, keine Ablenkung! Und dann schnappst du dir deine Bibel und liest du ein bisschen was und dann fängst du an, mit Gott zu reden.
Und wenn du sagst, hey, ich habe das lange, lange, lange nicht mehr gehabt, vielleicht weil ich so viel zu tun hatte, dann eine Weisheit, die steht nicht in der Bibel, aber mir scheint sie wahr zu sein: Gebet spart Zeit. Wenn du viel betest, flutschen die Dinger. Und wenn du nicht betest: Ich hatte das letzte Woche. Ich habe gedacht, ich könnte morgens ein bisschen weniger beten, ja, es wird schon irgendwie werden. Ich habe nicht mal eine Bahnkarte, nicht mal eine Fahrkarte bei der Bahn bestellen können. Es ist dreimal abgebrochen. Drückst du auf den letzten, tut mir leid, ein Angebot steht nicht mehr zur Verfügung.
Ich denke mir: Hallo, ich wäre doch ein Entel, ja? Dann habe ich gedacht, okay, komm, betest du erst mal. Nächster Anlauf lief natürlich durch und alles war wieder gut. Also, ich weiss nicht, wie Gott mit euch umgeht, er hat manchmal so Humor, wenn er mir solche Sachen beibringt: Ja, du redest über Gebet, solltest du selber machen.
Also, lasst uns hinzutreten, lasst uns bitte an der Stelle hinzutreten, wie steht im Text: mit wahrhaftigem Herzen, also keine Heuchelei, wir spielen Gott nichts vor, wir sind ehrlich, in voller Gewissheit des Glaubens. Wir kommen da auch nicht als Zweifler, die nicht so genau wissen, was sie glauben, wir haben Glaubensüberzeugungen, und wenn wir die nicht haben, dann arbeiten wir hart daran, sie zu kriegen, das kann ja auch mal aufhören mit den Zweifeln.
Warum? Wir sind ein Stück weit wie die Priester im Alten Testament, die wurden bei ihrer Einsetzung in ihr Amt mit Blut besprengt, das ist ein bisschen eklig vom Bild her, ich weiss, aber das kriegt man auch nicht mehr gut raus, aber die wurden mit Blut besprengt und mit Wasser gewaschen. Im übertragenen Sinn ist das auch bei uns der Fall.
Wir sind, sagt der Text, gereinigt vom bösen Gewissen. Das heisst, das böse Gewissen ist hier gemeint: das Wissen um Sünde, die mich von Gott trennt und die mir den Zugang zu Gott versperrt. Diese Form von bösem Gewissen, also nicht das, was man gemeinhin als schlechtes Gewissen bezeichnet, aber diese Form von bösem Gewissen, dass da etwas zwischen Gott steht und mir.
Das ist tatsächlich in dem Moment, in dem ich im Glauben Jesus annehme und weiss, dass er für meine Sünden gestorben ist, ein für alle Mal weg. Ich stehe dann ganz rein wie so ein frisch gewaschener Priester vor Gott, oder Hesekiel würde das vielleicht können wir das mal Hesekiel 36,25. Hesekiel würde das über die Gläubigen des neuen Bundes prophetisch so gesagt haben: Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein von allen euren Unreinheiten, und von all euren Götzen werde ich euch reinigen.
Hier, das ist AT, aber das ist genau dieser Gedanke, der hier im Hebräerbrief aufgegriffen wird. Wir stehen wie reine Priester vor Gott, und das zu wissen, ist einfach genial.
Die erste Konsequenz: Gott wirklich aufsuchen
Punkt eins: Lasst uns hinzutreten. Punkt zwei: Lasst uns die Hoffnung bekennen. Da heißt es in Hebräer 10,23, müsste das sein, oder? Nee, das ist noch 22 oder 23? Kann ich mal sehen? Ah, da, da, da, 23. Ich habe vorhin das Falsche gesagt mit 22. Also 23:
Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat.
Ich habe schon gesagt: Der Teufel möchte, dass du nicht betest. Aber er will auch, dass du schweigst, dass du niemandem von der Hoffnung erzählst, die du hast. Aber warum gibt es uns hier auf der Erde noch? Warum bist du noch hier als Gläubiger? Wir sind ja nicht hier, um Häuser zu bauen oder Karriere zu machen oder Familien zu gründen oder Sport zu treiben. Das ist ja nicht unsere erste Profession. Das machen wir ja, logisch, irgendwie muss man wohnen und irgendwie muss man leben. Aber du bist noch aus einem einzigen Grund hier. Du bist hier, weil du Zeugnis ablegen sollst von dem, was Jesus in deinem Leben getan hat.
Wir haben ein Bekenntnis, wir haben eine Hoffnung. Ja, wir haben eine Hoffnung, die wir bekennen sollen. Und das Schöne dabei ist: Unsere Hoffnung ist nichts Unsicheres. Die ist ganz sicher. Warum? Weil wir Gott kennen. Im Text heißt es, wir wissen, dass Gott treu ist. Er hat uns eine Verheißung und ein Versprechen gegeben, und Gott kann nicht lügen. Ich finde das so schön. Ich finde das so schön: Gott kann nicht lügen. Er hält alles ein, was er verspricht.
Und weil wir diese Hoffnung, dieses Fundament haben, eine Hoffnung, wo wir zurückblicken auf das, was Jesus am Kreuz getan hat, wo wir wissen: Jesus ist auferstanden. Alles das, was Gott verheißt hat, hat er in Christus wahr gemacht. Und jetzt gilt das nach vorne betrachtet für uns als absolute Gewissheit. Ich weiß, ich habe ewiges Leben. Ich weiß, Jesus wird wiederkommen. Ich weiß, ich werde auferstehen. Und ich weiß, mein eigentliches Leben, das, worauf ich warte, kommt noch. Und das wird genial. Es wird absolut genial.
Und weil ich diese Hoffnung habe, deswegen darf ich darüber reden. Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten. Das ist für junge Leute, wenn sie ein bisschen von Gott begeistert sind, kein Problem. Aber für uns Alte ist das manchmal ein Problem, dieses etwas Festhalten.
Ich treffe mich ab und zu, etwa einmal im Monat, mit zwei jungen Männern aus einem pfingstkirchlichen Kontext. Die haben sich letztes Jahr bekehrt. Und ich kenne niemanden, der für den Herrn brennt wie die beiden. Also, das ist so: Lichterloh würde nicht im Ansatz beschreiben, wie begeistert sie sind. Wir treffen uns, sie kommen mit all ihren Bibelfragen, und dann erzählen sie mir nur mal so ganz nebenbei, mit wem sie alles über Gott gesprochen haben, für wen sie um Heilung gebetet haben. Und ich spüre einfach diese Glut. Du kommst ihnen nah, und du wirst angesteckt. Ich merke, wie aus jeder Pore ihres Lebens Enthusiasmus für Jesus, Enthusiasmus für das Evangelium tropft.
Und jetzt kann man sagen: Ja, ja, die sind unverheiratet, die haben noch Zeit, gerade zum Glauben gekommen, die haben vielleicht noch nicht so viele negative Erfahrungen mit Gemeinde gemacht. Ja, und die schießen ja auch manchmal über das Ziel hinaus. Ja, tun sie auch. Aber wisst ihr was? Ich genieße ihre Gegenwart. Ich genieße es einfach, weil sie mich herausfordern, total. Weil ich mir die Frage stelle: Jürgen, wann hast du eigentlich aufgehört, genau so offensiv zu sein?
Okay, ich bin kein Evangelist. Die beiden wahrscheinlich schon. Vielleicht war ich nie so offensiv. Aber darf ich dich fragen: Wann hast du das letzte Mal jemandem das Evangelium erklärt hast? Wann du das letzte Mal mit jemandem darüber gesprochen hast, dass Jesus wiederkommen wird, diese Welt richten wird und dass er Jesus annehmen muss, wenn das nicht für ihn eine furchtbare Erfahrung werden soll? Wann hast du das das letzte Mal getan? Ich nehme an, dass wir alle daran glauben. Aber wann hast du das letzte Mal unwandelbar festgehalten, dieses Bekenntnis?
Und merk dir: Ich merke so über die Jahre, wenn man nicht, also es gibt diese Evangelistentypen, ja, die können nicht anders. Die gelten aber auch mal nicht. Ich meine mal alle, die nicht so Evangelistentypen sind, so die Normalos, die nicht nachts nicht schlafen können, wenn sie tagsüber nicht wenigstens einem das Evangelium erzählt haben. Wie sieht es da aus? Unwandelbar festhalten, meine Hoffnung kennen und sie bekennen, wenn es stimmt, dass ich Gott nahen darf, ohne Furcht.
Müsste das nicht dazu führen, dass ich Leuten sage: Hey, ich habe den Backstage-Pass, möchtest du ihn nicht auch? Ich kann dich da hinbringen, ich kann dich mitnehmen, da sind noch Plätze frei. Wie sieht es aus? Wäre das nicht was für dich? Ewiges Leben, wäre das nicht was für dich? Vergebung von Schuld, Erlösung, was denkst du? Ich habe das, komm doch mit. Eigentlich müsste das völlig normal sein. Aber ich merke: Der Teufel schafft es, uns vom Gebet abzuhalten, und irgendwie schafft der Teufel es, dass wir mutlos werden. Da reden wir mit jemandem, und der hat kein Interesse. Und da reden wir wieder mit jemandem, und der hat auch kein Interesse. Und das Spiel kannst du wahrscheinlich ein Dutzend Mal durchmachen, die haben alle kein Interesse. Und irgendwann sagst du: Die haben eh alle kein Interesse, jetzt kann ich auch an meiner H0-Eisenbahn arbeiten. Das ist doch so, oder? Dann mache ich halt meine Sachen, denn es lohnt sich nicht mehr, Flyer zu verteilen. Es lohnt sich nicht mehr, einzuladen. Es lohnt sich nicht mehr, mit Leuten zu reden.
Und wenn du so denkst, ich weiß genau, wie du dich fühlst, weil ich versuche, Leute zu erreichen, die mit evangelistischer Natur nicht so stark sind. Und ich merke, wie ich einfach abpralle und immer wieder mir die Frage stelle: Wer hat Menschen so gegen das Evangelium imprägniert in dieser Gesellschaft? Ich weiß es nicht. Aber der Text sagt mir: Jürgen, hör nicht auf, mach weiter, du bist deshalb hier. Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen durch dich zum Glauben kommen, aber vielleicht kommt es darauf an, wie viele Menschen durch dich die Chance hatten, das Evangelium zu hören.
Ich ziehe mir nicht den Schuh an, für die Bekehrung eines Menschen verantwortlich zu sein. Jeder darf sein Leben selber verhunzen. Das ziehe ich mir nicht an, auch nicht in der Seelsorge und auch nicht in der Evangelisation, nirgendwo. Aber ich glaube, ich muss mir den Schuh anziehen: Habe ich darauf hingewiesen, dass ich da eine Hoffnung habe? Und habe ich dieses Bekenntnis meiner Hoffnung festgehalten, weil ich weiß, dass Gott treu ist und dass sich dann nichts geändert hat in dieser Botschaft? Habe ich das?
Und vielleicht ist es ein guter Punkt für euch, darüber nachzudenken: Wo bitteschön muss ich neu anfangen? Darüber nachzudenken, meine Arbeitskollegen. Und wenn du die alle schon abgegrast hast und weißt, die wollen alle nicht, und das gilt auch für meine Nachbarn, habe ich auch schon durch, okay, dann überleg: Wo kannst du dich neu in einem Umfeld positionieren, wo du mit neuen Menschen, die dich kennenlernen, neu über den neuen und lebendigen Weg reden kannst, den Jesus am Kreuz für alle Menschen zum Allerheiligsten aufgemacht hat?
Meine Bitte ist: Wenn du merkst, das ist weniger geworden, nicht stehenbleiben, sondern anfangen darüber nachzudenken, zu beten und zu sagen: Okay, das ist Projekt bis Sommerpause 2020. In 2020 habe ich zehn neue Kontakte oder ein neues Umfeld, wo ich neue Leute erreichen kann. Nur für den Fall, dass du sagst, im Moment gibt es niemanden, den ich erreiche. Von mir aus geh in einen Kanuverein. Oder mach in der Suppenküche mit oder mach irgendwas und schau, dass du die Möglichkeit hast, mit Menschen zu reden. Warum? Weil es hier steht.
Lasst uns. Also Punkt eins: Rede mit Gott. Punkt zwei: Lebe evangelistisch. Und dann gibt es einen kurzen dritten Punkt, der heißt: Achte auf deine Geschwister.
Gemeinde ist Familie. Und eine Familie passt aufeinander auf, zumindest ist das bei uns so, und ich glaube, jede Familie würde sagen: Ja, eine gute Familie passt aufeinander auf. Die ist füreinander da, da investiert man sich in den anderen. Und so heißt es in Hebräer 10, die Verse 24 und 25, das dritte und letzte:
Und lasst uns aufeinander Acht haben, um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht.
Gott hat sich Gemeinde ausgedacht, weil er weiß, wie schwer es ist, den Weg des Glaubens alleine zu Ende zu gehen. Also, Jesus spricht davon, dass der Weg zum ewigen Leben ein schmaler, ein angefochtener, ein schwieriger Weg ist. Das ist nicht ein Weg, den man eben mal so geht. Wir sind ein bisschen schnell als Leute, die aus einem evangelikalen Hintergrund kommen, zu sagen: Bekehr dich, und dann ist alles gut. Das ist nicht so O-Ton Jesus. Jesus würde sagen: Geh ein durch die enge Pforte. Das ist wichtig. Aber dahinter kommt ein schmaler Weg, und den musst du auch noch irgendwie überwinden, der muss da auch noch durch. Und dafür brauchen wir Gemeinde, wir brauchen Weggefährten.
Ich glaube, das ist auch der Grund, warum Der Herr der Ringe so schön ist, weil wir einfach merken, wir brauchen Gefährten, und mit Gefährten ist vieles so viel leichter. Wenn du dich nicht traust zu evangelisieren, mach es mit einem Zweiten, und du wirst merken, es fällt dir viel leichter. Viel leichter. Wir brauchen Leute, die mit uns gehen. Diese Leute können uns die Bekehrung nicht abnehmen, logisch, aber sie können, wie der Text es sagt, auf uns Acht haben. Die können uns zu einem Lebensstil anreizen, der noch mehr von Liebe und guten Werken geprägt ist.
Ich habe mit Brüdern einen Deal, und das hört sich jetzt komisch an, aber das ist so tief an dieser Stelle. Wisst ihr, was das größte Problem für Männer in dieser Gesellschaft ist, also für christliche Männer und auch für christliche Leiter? Pornografie. Du hast eine Umfrage unter christlichen Leitern, und du stellst fest, dass ein Drittel bis die Hälfte damit ein Problem hat in Deutschland, in Brüdergemeinden. Was mache ich damit? Wie gehe ich damit um? Ich schließe Pakte. Bei uns gibt es den BWZ-Pakt.
Das ist jetzt ein bisschen sexistisch, aber da müsst ihr jetzt kurz eine Minute durch. BWZ steht für Brustwarzen zählen. Wir bekennen einander, über wie viele nackte Brustwarzen wir pro Woche gestolpert sind. Und das ist eine gute Kennzahl. Wenn du eine Kennzahl brauchst, um mit einem Mann abzuklären, ob er da ein Problem hat, ich empfehle dir diese Kennzahl. Warum? Frag einen Mann, und er wird dir erklären, warum es gut ist. Du kommst nicht bei null raus, weil du machst irgendeine Google-Anfrage, und dann kommst du nicht drum herum. Du solltest aus Kunst und Kultur vielleicht ein bisschen rauslassen, aber ansonsten: Wir kämpfen gemeinsam.
Und ich weiß, dass, wenn ich das tue mit jungen Männern, dass sie siegen, weil ich alter Depp neben ihnen stehe und sie einmal die Woche frage, wie sah es aus. Und weil, wenn die sagen: größer zehn, das ist die Linie, da darfst du nicht drüber. Größer zehn heißt: Komm, wir beten füreinander, dass die nächste Woche besser wird. Ich verurteile niemanden, ich habe gar keine Lust, mit dem Finger auf ihn zu zeigen, aber ich werde an seine Seite treten, mit ihm beten, mit ihm weinen und mit ihm kämpfen. Warum? Hier: Ich bin Gemeinde, ich bin Familie, und ich bin ein Stück weiter an der Stelle. Und deswegen gehe ich den Kampf ein. Und das ist unser Job, das zu verstehen, und da die einzelnen Punkte rauszuholen und zu sagen: Wir werden aufeinander Acht haben, wir werden uns gut tun.
Ich habe leider kein so schönes Frauenbeispiel, vielleicht kannst du mir nachher noch eines erzählen, wenn dir eines einfällt, ad hoc. Aber ihr versteht das Konzept bitte dahinter. Was du tust, ist völlig Wurst, aber du musst verstehen: Ich darf einen anderen anreizen zu einem Lebensstil, der, mehr der Text sagt, von Liebe und guten Werken geprägt ist, aber natürlich auch von Heiligkeit, von Enthaltsamkeit, von Klugheit, von Tiefgang, von Ausharren.
Und wenn du nicht weißt, warum du heute hierher gekommen bist: Der Text sagt, der Grund unseres Zusammenkommens, und Zusammenkommen würde ich übersetzen mit Gottesdienst und Hauskreis mindestens, ja. Vielleicht hast du auch noch andere Grüppchen, wo du sagst, da komme ich zusammen, aber mindestens die beiden sind es, mindestens heute Morgen hier. Wir sollen das nicht versäumen, und das Wort versäumen ist in der Elberfelder zu schwach. Wörtlich steht da: verlassen, im Stich lassen. Wir sollen das nicht im Stich lassen, weil wir, wenn wir uns hier treffen, nicht nur dazu berufen sind, Kuchen zu essen, nicht nur dazu berufen sind, zuzuhören, was der Prediger sagt, wie gut die Moderatorin ist, was es für schöne Musik gibt, sondern du bist hier, und du bist dazu berufen, anderen, die hier sind, richtig gut zu tun.
Ich weiß nicht, wofür du morgens betest, am Sonntagmorgen, wenn du für den Gottesdienst betest. Ich hoffe, dass jeder von euch für den Gottesdienst betet, dass hier irgendwie was geistlich Gutes passiert. Aber bete dafür, intensiv, dass du hierher kommst und dass Gott dir zeigt, wen du ermutigen kannst. Ich brauche selber Ermutigung. Ja, kann sein, darüber reden wir vielleicht ein andermal, aber jetzt geht es nicht um die Frage, was du brauchst, sondern wo Gott dich begabt hat, für einen anderen ein Ermutiger zu sein. Und ich garantiere dir, dass, wenn du den Wert und den Fokus darauf legst, das zu sein, wirst du Momente finden, wo du Leute ermutigen kannst.
Im Zweifelsfall versucht ja jemand, dem es noch dreckiger geht als dir, den gibt es immer. Ja, es ist einfach so, manchmal fühlt man sich total schlecht, bis man anfängt, die Gemeindeliste durchzubeten und zu sehen, wie es den anderen geht. Und dann geht es mir plötzlich wieder ganz gut. Dann denke ich mir: Ja, also so geht es mir.
Bete darum, dass Gott dir zeigt, wie du Geschwister ermutigen kannst. Geh hier nicht raus, ohne dass du Geschwister gelobt hast, ohne dass du getröstet hast. Vielleicht hast du ihnen auch einen ernsten Gedanken mit auf den Weg gegeben. Das Wort ermuntern, das kann man auch mit trösten und ermahnen übersetzen, und es geht vom Inhalt des Wortes darum, dass ich jemandem etwas mitgebe, was der braucht, um geistlich einen Schritt voranzukommen. Macht das!
Und wenn wir aufeinander Acht haben, dann hat das nichts mit Stasi oder so einer Blockwartmentalität zu tun. Es geht nicht um Kontrolle oder Gleichschaltung, es geht um Liebe, es geht um Verantwortung. Es geht darum, dass Gemeinde von Gott geschaffen wurde, damit wir mit den unterschiedlichen Gaben und auch mit der unterschiedlichen Lebenserfahrung, von mir aus auch mit einer unterschiedlichen Leiderfahrung, damit einander da sind. Wir brauchen einander.
Und auch wenn jetzt kein Platz dafür da ist, darüber zu reden, wie der Teufel das Leben von Christen zerstört: Der zumeist erste Schritt ist der, dass er Menschen vereinzelt. Da reicht manchmal schon ein bisschen Frust über die Gemeinde, und dann kommen sie nicht mehr in den Gottesdienst, nicht mehr in den Hauskreis. Und dann redet der Teufel häufig Christen ein: Du kannst dein Leben geistlich alleine meistern. Falsch! Ich kann das nicht. Das will ich euch ganz ehrlich bekennen. Ich brauche Vorbilder, ich brauche Ermutiger, Tröster, Bibellehrer, Seelsorger. Ich brauche noch viel mehr an meiner Seite. Und deshalb lasst uns füreinander da sein, und dann heißt es: bis der Tag, das ist der Tag, wo Jesus wiederkommt und wir das Ziel unseres Weges erreicht haben. Bis dieser Tag anbricht. Amen.
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