Serie•Teil 10 / 20Meschede 2017 - Hebräer
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Einführung in den neuen Abschnitt des Hebräerbriefs
Hebräer, Kapitel 8.
Ich habe hier auf der Folie, was grau ist, das hatten wir schon, das ist das Alte. Jetzt kommen wir zu Kapitel 8, Vers 1 bis 9, Vers 14. Da heißt es: Christus ist Hoher Priester mit einem besseren Dienst. Kapitel 7 war: Christus ist Hoher Priester nach einer höheren Ordnung. Und jetzt: Christus ist Hoher Priester mit einem besseren Dienst.
Jetzt wird dieser Dienst beschrieben, und zuerst eine Einleitung. Wir lesen in Vers 1 bis 5:
Der Hauptgedanke über dem, was hier gesagt wird, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln, einen Dienenden des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr aufgestellt hat und nicht ein Mensch. Denn jeder Hohepriester wird bestellt, um Gaben und Opfer darzubringen. Weshalb es notwendig war, dass auch dieser etwas darzubringen habe. Denn wenn er in der Tat auf der Erde wäre, dann wäre er kein Priester, da es die Priester gibt, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen, welche in der bildhaften Darstellung und in dem Schatten der himmlischen Dinge den ihnen aufgetragenen Dienst tun, entsprechend der Weisung, die Mose erhielt, als er daran ging, das Zelt zu erstellen. Denn siehe zu, sagt er, dass du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt wurde.
Soweit bis hierher.
Hier heißt es: Der Hauptgedanke, das Wichtigste von dem, was hier gesagt ist, ist, dass wir einen Hohenpriester haben, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln. Das hat er schon mehrmals betont, und wir haben es auch betont. Wir haben einen Hohenpriester, und das ist ein besonderer Hoherpriester. Er setzte sich. Ich habe schon gesagt: Die Priester stehen, die anderen Priester, aber er setzte sich. Damit ist klar, dass er seinen Dienst zu Ende gebracht hat.
Und dann: einen Dienenden des wahren Zeltes. In Vers 2 steht, er dient in dem Heiligtum und in dem Wahrhaftigen, das der Herr aufgestellt hat und nicht ein Mensch. Das heißt, der Herr Jesus tut seinen Priesterdienst nicht im irdischen Tempel, sondern er tut seinen Priesterdienst im himmlischen Tempel.
Das himmlische Heiligtum als eigentlicher Ort des Dienstes
Dieses himmlische Heiligtum, über das wird er später noch einiges sagen. Beachten wir bitte: Hier steht die Gegenwartsform. Das heißt, der Herr Jesus tut seinen Dienst. Nicht: Er hat ihn getan oder er wird ihn tun, sondern er tut ihn. Das heißt, in der Gegenwart, zu dem Zeitpunkt, als das geschrieben wurde, jedenfalls Gegenwart.
Der Herr Jesus ist immer noch der dienende Hohe Priester. Er hat hier einen wichtigen Dienst als Hoher Priester. Und weiter beachten wir auch, wo er dient: in einem wahrhaftigen Zelt, das nicht von Menschenhänden errichtet wurde, das heißt, das nicht von Menschenhänden gebaut ist. Dieses Zelt können Menschen gar nicht bauen.
Die Juden wollen ihren Tempel bauen, mit Menschenhänden. Das wird ihnen nichts helfen. Den Tempel, den man braucht, den muss Gott bauen, mit himmlischen Händen, nicht mit Menschenhänden.
Und was steht noch da in Vers 3? Auf Erden hätte er nicht Priester sein dürfen, weil es da schon die Priester gibt, die nach der levitischen Ordnung dienen. Haben wir schon gesagt. Auf Erden hätte er nicht Priester sein dürfen. Oh, Entschuldigung, ich lege es noch mal auf. Ihr habt es, es war zu schnell für euch, das ist die falsche Folie, Moment, es war jetzt zu schnell.
So, und da lesen wir in Vers 3 bis 5: Jeder Hohe Priester wird bestellt, um Gaben und Opfer darzubringen, weshalb es notwendig war, dass auch dieser etwas darzubringen habe. Also: Ein Priester muss ja irgendetwas bringen. Der bringt irgendetwas in das Allerheiligste, einmal im Jahr. Er bringt das Blut von einem Opfer hinein in das Allerheiligste.
Und wenn der Herr Jesus auch ein Hoher Priester ist, dann muss er doch auch irgendetwas dorthin bringen. Denn wenn er in der Tat auf der Erde wäre, dann wäre er kein Priester, da es da die Priester gibt, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen, welche in der bildhaften Darstellung und in dem Schatten der himmlischen Dinge dienen.
Die Priester auf Erden dienen im Schatten, nicht in dem wirklichen Zelt. Das irdische Zelt ist ein Schatten von dem wirklichen Zelt. Das irdische Zelt ist eine bildhafte Darstellung des wahrhaftigen Zeltes. Und wo ist das wahrhaftige Zelt zu finden? Bitte? Im Himmel. Es ist nicht auf der Erde zu finden.
Schatten und Wirklichkeit im Blick auf Tempel und Stiftshütte
Das wahrhaftige Zelt, das heißt der wahrhaftige Tempel: Er hat hier das Bild von der Stiftshütte vor Augen, deshalb sagt er Zelt. Er könnte auch Tempel sagen, denn das Zelt wurde ja später der Tempel.
Also: Der Tempel, in dem der Herr Jesus seinen Dienst tut, ist ein himmlischer Tempel. Und es wird immer ein himmlischer Tempel bleiben. Bitte, das ist nicht so, dass der vom Himmel wieder auf die Erde verfrachtet wird. Nein, das wäre ein Rückschritt, so etwas macht Gott nicht. Das bleibt ein himmlischer Tempel.
Das heißt: Das, was auf der Erde geschah, dieser Tempeldienst auf Erden, sollte nur etwas darstellen von dem eigentlichen Tempeldienst im Himmel. Das ist der viel wichtigere Tempeldienst, das ist der himmlische Tempeldienst, und das ist auch ein ewiger Tempeldienst.
Und er wird jetzt noch einiges sagen in Kapitel 9 über diesen himmlischen Tempeldienst. Deshalb ist der Hebräerbrief so wichtig, weil wir das Alte Testament erst richtig verstehen. Ach so, das sind nur Bilder, das hat Gott nur sozusagen als Erziehung für das Volk Israel gemacht. Das ist wie ein Schatten von der Wirklichkeit.
Wir haben alle einen Körper, und unser Körper wirft einen Schatten, wenn die Sonne scheint. Aber der Schatten, das sind nicht wir selber, das ist nur unser Schatten. Der Körper selbst ist Christus. Und sein Tempel, sein ewiger Tempel.
Er selber hat gesagt: Brecht diesen Tempel ab, ich werde ihn in drei Tagen wieder aufrichten. Und er sprach von dem Tempel seines Leibes. Und dann kam der Herr Jesus in den Himmel, und er setzte sich in das himmlische Heiligtum.
Der neue Bund und seine besseren Verheißungen
Nun aber hat er einen umso viel vorzüglicheren Dienst erlangt, als er auch Mittler eines besseren Bundes ist, welcher auf besseren Verheißungen gegründet worden ist.
Der Herr Jesus hat einen viel besseren Dienst als die irdischen Priester. Er hat auch einen viel besseren Bund als den alten Bund, den Bund des Gesetzes vom Sinai. Und dieser Bund beruht auf besseren Verheißungen.
Nun schauen wir uns das an. Der neue Bund ist in vielem besser. Er hat viel bessere Verheißungen. Wir werden jetzt gleich den Text lesen. Ich zeige jetzt nur einmal die Folie.
Er ist frei von Tadel, im Gegensatz zu dem alten Bund. Der alte Bund brachte die Beziehung zu Gott nicht zustande, die man eigentlich bräuchte. Gott verändert die Herzen im neuen Bund, im alten Bund war das nicht der Fall. Jetzt schreibt Gott sein Gesetz in ihr Inneres hinein, und Gott wird ihr Gott sein. Er stellt einem jeden Einzelnen ein persönlich bleibendes Kennen her. Es gibt ein reines Gewissen.
Lesen wir den Text, dann wird es leichter. 8, Vers 6, 8, Vers 7:
Denn wenn jener erste Bund frei von Tadel wäre, würde nicht ein Platz für einen zweiten gesucht werden.
Denn tadelnd sagt er zu ihnen: Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, und ich werde für das Haus Israels und für das Haus Judas einen neuen Bund schließen. Nicht entsprechend dem Bund, den ich mit ihren Vätern machte an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen, weil sie nicht blieben in meinem Bunde, und ich achtete ihrer nicht, spricht der Herr.
Denn dies ist der Bund, mit dem ich mich mit dem Hause Israels verbünden werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich gebe meine Gesetze in ihr Denken, und auf ihre Herzen werde ich sie schreiben. Und ich werde ihnen zum Gott sein, und sie werden mir zum Volk sein. Und es wird überhaupt keiner seinen Nächsten lehren und keiner seinem Bruder sagen: Erkenne den Herrn, weil alle mich wirklich kennen werden, vom Kleinen unter ihnen bis zum Großen unter ihnen. Denn ich werde ihrer Ungerechtigkeiten gegenüber barmherzig sein, und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten gedenke ich keineswegs mehr.
In der Aussage, einen neuen Bund, hat er den ersten zu einem alten gemacht. Was aber alt und altersschwach ist, ist dem Verschwinden nahe.
Abraham, der Same und die Verheißung in Christus
Also, hier geht es um den Bund. Der neue Bund ist in vielerlei Hinsicht besser. Er hat bessere Verheißungen.
Erinnern wir uns: Gott hatte dem Abraham gesagt: In deinem Samen werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde. 1. Mose 12,2-3. Ich werde dich segnen, wer dich zum Segen setzen, wer dir fluchen, wer dich flucht, wer dich segnet, und in deinem Samen werden gesegnet werden alle Geschlechter des Erdbodens.
Abraham hatte einen Samen. Der Same war zuerst einmal Isaak. Aber der eigentliche Same, um den es eigentlich geht, ist wer? Wer ist der Nachkomme Abrahams, durch den man gesegnet wird, und wenn man den verflucht, dann wird man verflucht? Wer ist derjenige? Wer ist dieser Same? Wer ihn flucht, wird verflucht sein, und wer ihn segnet, wird gesegnet sein, und in ihm werden alle Geschlechter der Erde gesegnet.
Das kann nur der Messias sein, denn der Galaterbrief sagt: Abraham, ich muss lesen, es geht um diesen einen Samen. Galater 3,16. Manche meinen ja, dieses Wort von dem Fluch und von dem Segen bezieht sich auf das irdische Volk. Nein, es bezieht sich auf den Samen, sagt der Apostel Paulus.
Galater 3,10: Alle, die aus Gesetzeswerken sind, sind unter dem Fluch, denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht. Da aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn der Gerechte wird aus Glauben leben. Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: Der, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.
Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist. Denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt, damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Heiden käme, damit wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen.
Brüder, ich rede nach Menschenweise: Selbst eines Menschen rechtskräftig festgelegtes Testament hebt niemand auf oder fügt etwas hinzu. Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seinem Samen. Er spricht nicht und seinen Samen als von vielen, sondern als von einem: und deinem Samen. Und das ist der Messias, der Christus.
Dem Abraham wurde Verheißung gegeben: Und seinem Samen. Der Same Abrahams ist der Christus, und die Segnungen bekommt man in dem Christus. Und wer ihn segnet, der wird gesegnet sein, und wer ihm flucht, wird verflucht sein, und zwar in alle Ewigkeit. Wer Christus nicht annimmt und so stirbt, geht in alle Ewigkeit verloren, und wer Christus segnet und annimmt, den Segen in Christus annimmt, wird gesegnet sein in alle Ewigkeit. Das und so weiter.
Ich lese noch ein paar Verse. Vers 26: Denn ihr seid alle Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. Denn ihr alle, die auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen. Das heißt, ihr seid gläubig geworden und habt euch dann taufen lassen, das ist gemeint. Damit habt ihr mit dem Glauben Christus angezogen.
Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Frau, denn ihr seid alle einer in Christus. Das ist der Same, ihr seid alle dieser eine in Christus. Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.
Der Bund mit Israel und die Ausweitung auf die Völker
Jeder, der in Christus hineinkommt, wird Abrahams Same. Das heisst, er wird das Volk Gottes, und zwar das Volk, das gesegnet wird, dem der Segen versprochen wurde. Oh, ist das wichtig!
Jetzt zurück zum Text in Hebräer. Dieser neue Bund hat bessere Verheissungen als der Bund vom Sinai. Am Sinai hiess es: Wer nicht bleibt in alledem, was geschrieben steht im Buch des Gesetzes, der sei verflucht.
Dieser Bund hat bessere Verheissungen. Das ist der Bund Gottes, den Gott mit Abraham geschlossen hatte. Das ist der Segen in Abraham, in Christus, in dem Samen Abrahams, und den bekommt man durch den Glauben. Dieser Bund ist frei von Tadel, im Gegensatz zum alten Bund. Der alte Bund brachte diese Beziehung zu Gott gar nicht zustande. Im alten Bund musste man immer wieder die Leute ermahnen, dass sie Gott kennenlernen sollen, dass sie Busse tun sollen. Und wie oft hat sich Gott bemüht um diese Menschen, und das Volk ist oft als ganzes Volk von Gott abgefallen. Da hat Gott das Volk nach Babylon geschickt.
Aber dieser neue Bund, der ist frei von Tadel. Das heisst, er ist vollkommen. Das ist nicht so ein Bund, bei dem man keine Beziehung zu Gott zustande bringt.
Vers 10: Gott verändert die Herzen. Wir haben gelesen in Vers 10: Denn dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel schliessen werde nach jenen Tagen: Ich gebe meine Gesetze in ihr Denken, und auf ihre Herzen werde ich sie schreiben. Und ich werde ihnen zum Gott sein, und sie werden mir zum Volk sein.
Gott schliesst mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund. Wann? Wann geschieht das? Es gibt Leute, die meinen, das sei immer noch in der Zukunft, fern, fern. Was hat denn der Herr Jesus gemacht an jenem Abend? Da waren die Vertreter des Hauses Israel vor ihm am Gründonnerstag. Da sassen sie im Obersaal: Petrus, Jakobus, Johannes und so weiter. Da sassen sie, Juden, alles Juden.
Da nimmt der Herr Jesus Brot, nein, er nimmt zuerst den Kelch, mischt den Kelch, stellt ihn hin, dann nimmt er Brot und sagt: Das ist mein Leib, der für euch ist. Dann nimmt er den Kelch und sagt: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Dieser Kelch ist der neue Bund.
Die Augen der Jünger werden ganz gross gewesen sein. Was? Die kannten alle Jeremia 31, das ist das, was hier zitiert wird. Sie kannten alle die Stelle aus Jeremia 31, den neuen Bund mit Israel. Heute Abend, das ist der neue Bund, mein Blut. Und dann sagt er: Tut das zur Erinnerung an mich.
Dann geht er hin und vergiesst sein Blut am Kreuz und schliesst mit dem Hause Israel, mit dem Hause Juda, einen neuen Bund. Damals wurde der Bund geschlossen. Mit Israel. Dass Israel die anderen ihn nicht angenommen haben, ist ein anderes Kapitel.
Aber was hat der Herr gesagt? Geht hinaus und lehrt und seid Zeugen, seid meine Zeugen. Und ihr habt jetzt eine Aufgabe, denn Israel muss dieser neue Bund beigebracht werden. Da haben sie Israel angefüllt mit dem Evangelium nach dem Pfingsttag. Ganz voll haben sie Jerusalem gemacht mit dem Evangelium.
Und dann haben die Führer von Jerusalem das nicht gewollt, haben den Stephanus gesteinigt, und dann mussten die Christen fliehen aus der Stadt. Dann gingen sie nach Judäa und nach Samaria und nach Galiläa, und dann haben sie dort das Evangelium verkündigt. Und alle aus Israel, die das angenommen haben, die bildeten das neue Israel. Die bildeten das wahre Israel, und die waren dann Teilhaber des neuen Bundes bis zum heutigen Tag. Und die Heiden, die durften auch dazukommen. Das war das Erstaunliche, dass sogar die Heiden in Christus hineindurften, sogar Deutsche und Österreicher und Schweizer. Alle durften mit hinein in diesen Bund, den Gott mit Israel geschlossen hatte.
Ihr seid in Christus Same Abrahams.
Das Gesetz im Inneren und die neue Gottesbeziehung
Dann weiter, Vers 10, immer noch Vers 10: Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mir zum Volk sein. Am Ende von Vers 10, na ja, auch vorher noch: Meine Gesetze gebe ich in ihr Denken, auf ihre Herzen werde ich sie schreiben.
Jetzt stellt Gott etwas ganz Neues her. Er gibt seine Gesetze in die Herzen hinein. Das war im Alten Testament nicht so. Im Alten Bund waren die Gesetze auf Steintafeln, und man hat die Steintafeln in das Allerheiligste hineingelegt, in die Bundeslade.
Aber jetzt wird das Gesetz in das Zentrum von Menschen hineingelegt. Ich habe jetzt das Bild nicht da, aber ich kann ja vielleicht morgen ein Bild zeigen. Wenn die Israeliten sich in der Wüste lagerten, dann haben sie das Zelt in der Mitte aufgestellt, und rundherum lagerten die drei Stämme im Süden, die drei Stämme im Norden, drei Stämme im Westen, drei Stämme im Osten. In der Mitte stand das Zelt. Da war dieser Vorhof, dieser Zaun, und dann war das Zelt. Und in der Mitte dieses Hofs war das Allerheiligste. In der Mitte des Allerheiligsten stand eine Bundeslade, und in der Mitte der Bundeslade lagen zwei Tafeln, nicht Schokolade, sondern aus Stein. In der Bundeslade lagen die zehn Gebote.
Im Zentrum, vom Zentrum, vom Zentrum war das Wort Gottes beim Volk Israel. Aber es war nicht im Herzen, es war im Zentrum, vom Zentrum, vom Lager. Und was macht Gott im Neuen Bund? Im Zentrum des Menschen, das Herz ist das Zentrum, das ist das Innere des Menschen, dorthin, in ihr Denken, werde ich meine Gesetze schreiben.
Gott verlagert das Gesetz Gottes in das Innere des Menschen hinein, im Neuen Bund. Und wenn ein Mensch zum Glauben kommt, bekommt er den Heiligen Geist, und dann beginnt er die Bibel zu lesen. Und Gott schreibt seine Gebote in das Herz, das heißt in das Denken hinein. Das Herz wird regiert vom Denken. Der wichtigste Bereich des Herzens ist das Denken.
In ihr Denken werde ich es geben, auf ihr Herz werde ich es schreiben. Das ist ein bildlicher Ausdruck. Man schreibt nicht etwas aufs Herz, aber das ist hier bildhaft geschrieben, bildhaft ausgedrückt. Aber im Klartext: In ihr Denken werde ich es geben, in ihr Inneres gebe ich es hinein.
Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Jetzt besteht eine Beziehung, jetzt kommt eine Beziehung zwischen Gott und Mensch, eine ganz enge Beziehung. Und jeder im neuen Volk kennt den Herrn. Niemand wird mehr den anderen sagen müssen, dass er den Herrn kenne. Wieso? Weil sie mich schon kennen.
Im neuen Volk Gottes kennt jeder den Herrn. Ja, wer gehört zum neuen Volk Gottes? Dann lässt man sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus, stellt sich klar auf seine Seite, das ist sein Volk. Es gibt keine menschliche Organisation in dieser Welt. Stellt euch das mal vor: Es gibt keine menschliche Organisation in dieser Welt, die alle Christen zusammenfasst. Wieso nicht? Warum gibt es keine? Warum hat Gott das nicht so gemacht? Warum ist das gar nicht möglich? Weil es keinen menschlichen Oberhaupt gibt. Es gibt kein menschliches Oberhaupt über das Volk Gottes. Niemand auf der Welt hat das Recht, das Volk Gottes zu beherrschen.
Ja, wer ist dann das Haupt über das Volk Gottes? Der Herrscher, der König, ist es. Wo sitzt er, Kinder? Wo sitzt der König? Ja, auf dem Thron. Wo ist der Thron? Im Palast. In welchem Palast? Judith, im Himmel sitzt der Thron, und dort sitzt der König.
Das Volk Gottes und die persönliche Erkenntnis des Herrn
Und wir lernen jetzt, mit einem unsichtbaren König jeden Tag zu leben. Wir sprechen mit ihm, wir haben eine Beziehung zu dem unsichtbaren König, der unser Herz erfüllt. Den lieben wir. Welch ein herrliches Volk, das den König liebt.
Die Zigeuner sind ein interessantes Volk. Die Zigeuner in Rumänien lieben ihren König über alles. Interessant. Sie gehen auch den König besuchen. Die Zigeuner haben in Rumänien einen König, der heißt Bulibascha, also das ist der Titel: Bulibascha. Und wir waren einmal zusammen mit Zigeunern in Hermannstadt. Dort waren Zigeuner beim Seminar, gläubige Leute, Zigeuner, Christen. Und da haben sie gesagt: Bevor wir jetzt nach Hause fahren, besuchen wir noch unseren König, der ist nämlich auch Christ geworden. Und die sind dann zu ihm gefahren. Die lieben ihren König.
Aber im Volk Gottes ist es viel herrlicher. Da muss man ja nicht irgendwann einmal besuchen. Mit dem leben wir die ganze Zeit. Jeden Tag, mit dem sprechen wir immer. Der hat sein Leben gelassen für uns, hat seine Liebe bewiesen. Im Volk Gottes ist jeder einer, der den König persönlich kennt. Sie werden mein Volk sein, ich werde ihr Gott sein. Keiner muss den anderen sagen: Du musst den König kennenlernen. Wieso? Wenn der den König noch nicht kennengelernt hat, gehört er ja gar nicht zum Volk Gottes. Wer den König noch nicht kennt, gehört nicht dazu. Die, die wirklich den König kennen, die gehören zum Volk. Da braucht man niemandem mehr zu sagen: Lerne den König kennen.
Ich kann zu meiner Frau nicht sagen: Heirate mich. Warum nicht? Warum geht das nicht? Kinder, warum kann meine Frau mich nicht heiraten? Weil sie schon geheiratet hat. Sie kann das nicht noch einmal. Sie hat sich schon gebunden, sie ist ja schon meine Frau. Und wer den Herrn schon kennt, dem kann ich nicht sagen: Du musst den Herrn kennenlernen. Er kennt ihn ja schon. Und jeder, der drinnen ist, jeder, der wiedergeboren ist, der gläubig geworden ist, der kennt ihn. Natürlich dürfen wir ihn mehr kennenlernen, und das tun wir auch. Aber grundsätzlich kennen wir ihn als unseren Erlöser, und jetzt lernen wir ihn noch besser kennen.
Weiter waren wir bei Vers elf. Es wird überhaupt keiner seinen Nächsten lehren und keiner seinem Bruder sagen: Kenne den Herrn. Denn alle werden mich wirklich kennen. Wirklich kennen steht hier im Griechischen. Echt kennen werden sie, vom Kleinen bis zum Großen. Im Reich Gottes gibt es Kleine. Es gibt Leute, die sind zehn Jahre alt und sind schon wiedergeboren. Und es gibt Große und Ältere, Alte, Erwachsene. Von kleinen unter ihnen bis zum großen unter ihnen. Denn ich werde ihren Ungerechtigkeiten gegenüber barmherzig sein, und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten gedenke ich keineswegs mehr. Das heißt, ich werde ganz sicher nicht mehr an ihre Sünden denken.
Vergebung, Gewissheit und die Stellung als Kind Gottes
Die Ursache, das ist hier der fünfte Punkt: Die Ursache für das bleibende reine Gewissen ist die bleibende Vergebung.
Als Christ darf ich immer danken für die Vergebung. Ich brauche gar nicht zu bitten, ich darf danken. Warum? Weil der Herr meine Schuld getragen hat. Wenn ich sündige, soll ich die Sünde bekennen, aber dann darf ich gleich danken für die Vergebung.
Ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeiten gedenke ich nicht mehr. Was heißt es: „Gedenke ich nicht mehr“? Hat er die dann alle vergessen? Hat der Herr Jesus vergessen, für wen er gestorben ist, wofür er gestorben ist? Er ist auferstanden, er ist zur Rechten Gottes, er hat nicht vergessen, für wen er gestorben ist. Er ist für uns gestorben, und er weiß genau, dass ich gesündigt habe.
Aber was heißt: „Ich werde nicht mehr an ihre Sünden gedenken“? Das heißt, ich werde sie nicht mehr vorbringen vor Gericht. Die sind weggelöscht, ausgelöscht. Die Gerichtsbücher sind leer, die Schuldbücher sind getilgt. Es gibt nichts mehr, steht nichts mehr da, keine Schuld mehr da für den, der den Herrn der Herrlichkeit als seinen Erlöser angenommen hat. Das ist so etwas Herrliches.
Manche Christen haben hier Schwierigkeiten, und jetzt muss ich noch darauf eingehen. Manche sagen: Aber ich verstehe das nicht. Wenn der Herr Jesus mir vergeben hat, was ist, wenn ich jetzt einmal einen schlechten, bösen Gedanken habe, den ich nicht haben dürfte? Dann habe ich gesündigt. Was ist jetzt mit mir? Bin ich jetzt wieder draußen?
Das ist so wie bei meinen Kindern. Ich habe Kinder adoptiert. Wir haben ein Mädchen aus Rumänien adoptiert, die war zehn Jahre alt, als wir sie adoptiert haben. Und ich habe zu ihr gesagt: Du bist jetzt mein Kind, und wir haben uns entschieden für dich, und du gehörst uns. Und hier sind die Dokumente: Ich bin dein Vater, und das ist deine Mutter, und du gehörst uns. Und daran ändert sich nichts mehr. Du kannst dir hundertprozentig sicher sein, dass du unser Kind bleibst.
Es kann sein, dass wir mal nicht zufrieden sind, wenn du ungehorsam bist. Aber dann bist du trotzdem unser Kind, du bleibst unser Kind, und wir werden dich immer lieben. Manchmal werden wir dich vielleicht ermahnen müssen, manchmal wird es vielleicht irgendwelche Konsequenzen geben, aber du wirst trotzdem geliebt sein. Du wirst immer unser Kind sein.
Und sie hat das verstanden. Sie hat verstanden: Meine Eltern werfen mich nie mehr hinaus. Wenn jemand zu mir kommt, dann werde ich nicht hinausstoßen. Johannes 6,37.
Also: angenommen ist angenommen. Ich gehöre ihm jetzt. Ja, aber was ist, wenn ich jetzt gesündigt habe? Das ist das Gleiche, wie wenn mein Kind jetzt mal ungehorsam ist. Dann ist die Beziehung gestört. Da spürt sie die Liebe vielleicht nicht mehr so. Spüren tut sie sie nicht, aber die Liebe ist trotzdem vorhanden. Die Beziehung ist gestört, ja, aber dadurch ist sie nicht rausgeworfen. Sie bleibt weiterhin mein Kind.
Und dann warte ich, bis sie kommt und sagt: Ich habe Mist gebaut, bitte vergib mir oder reinige mich. Aber ich darf zu Gott kommen und sagen: Herr Jesus, ich habe gesündigt, und ich danke dir, dass du auch dafür gestorben bist und dass du auch diese Schuld für mich getragen hast und dass du mich angenommen hast. Und ich darf mich freuen: Er hat vergeben, und auch diese Schuld ist für mich gestorben. Der Jesus ist für alle Sünden gestorben, die vergangenen und die zukünftigen.
Das heißt, ich darf in einer ganz anderen Beziehung leben. Ich lebe nicht in einer Angstbeziehung, sondern ich lebe in einer Vaterbeziehung. Er ist nicht einfach mein Richter, er ist mein Vater geworden. Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein.
Das Mahl des Herrn als Zeichen und Gedächtnis
Sind dazu Fragen? Wie ist das Brot richtig zu verstehen? Man sagt ja: „Es ist mein Leib, es ist mein Blut.“ Wie ist das zu verstehen? Nimmt man dann jedes Mal seinen Leib zu sich, oder ist das eher symbolisch?
„Dies ist mein Leib“, hat der Herr Jesus an diesem Abend zu den Jüngern gesagt, als er das Brot nahm. In der Kirchengeschichte gab es einmal Diskussionen darüber, was der Herr Jesus gemeint hat, als er sagte: „Dies ist mein Leib.“ Wir brauchen darüber eigentlich gar nicht zu diskutieren, die Bibel sagt es ja selbst.
Er sagt gewissermaßen: „Schaut her, das ist mein Körper.“ Aber wo war sein Körper in diesem Moment? Er hatte das Brot in der Hand. Wo waren seine Hände? Ja, die Hände haben das Brot gebrochen. Das Brot war eine Veranschaulichung seines Körpers. Das heißt, er hat in Bildern gesprochen. „Das ist mein Leib“ – und so, wie das Brot gebrochen wird, hingegeben wird und verteilt wird, so gebe ich meinen Leib für euch hin, damit ihr alle Nutznießer meines Todes werdet, den ich für euch vollbringe.
Es ist nicht so, dass das Brot sich in eine andere Substanz verwandelt, sondern der Herr Jesus hat das ganz bildhaft erklärt. Die Jünger hätten das Brot niemals gegessen, wenn sie gewusst hätten, dass es jetzt wirklich der Körper von Jesus wäre. Denn es war einem Juden strengstens verboten, Menschenblut zu trinken. Überhaupt Blut zu trinken, auch von Tieren, war strengstens verboten. „Leib und Blut“ – ja, „das ist mein Blut. Dieser Kelch ist mein Blut.“
Wenn sie wirklich geglaubt hätten, das wäre das Blut Jesu, also buchstäblich Blut, dann hätte das keiner getrunken. Es war Wein, Wein vermischt mit Wasser, mit Honig und verschiedenen Gewürzen. Das hat er zusammengemischt und bildhaft gebraucht. Juden dürfen sowieso kein Blut trinken. Abgesehen davon ist Blut trinken auch einfach ekelhaft. Er hat sich also gar nichts verwandelt.
Insofern kann man das übrigens auch nachlesen. In 1. Korinther 11 steht das ja ebenfalls sehr deutlich. Genau dort, wo vom Mahl des Herrn die Rede ist, in 1. Korinther 11,23 meine ich, heißt es: „Er brach es und sagte: Dies ist mein Leib, der für euch ist; das tut zu meinem Gedächtnis.“ Ebenso auch den Kelch, nach dem Mahl, und sprach: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, so oft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis.“
Denn so oft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt – so oft ihr dieses Brot esst, ist es noch Brot. Hat sich also nichts verwandelt. Das heißt, der Herr hat hier in bildhafter Weise gesprochen. Wenn er sagt: „Dieser Kelch ist der neue Bund“, dann spricht der Herr ebenfalls bildhaft. Ein Kelch kann ja kein Bund sein. Wie kann ein Kelch ein Bund sein? Dieser Kelch bedeutet, stellt dar meinen Bund in dem Blut.
Der Abschluss des alten Bundes
Letzter Vers, dann wollen wir schließen. Letzter Vers, Vers dreizehn.
In der Aussage, einen neuen, also einen neuen Bund, hat er den ersten zu einem alten gemacht. Aber was alt ist und alt wird, ist dem Verschwinden nahe.
Der Sinai-Bund ist der alte Bund. Das ist der Gesetzesbund vom Sinai. Er ist veraltet und wird verschwinden. Was alt ist und alt geworden ist, ist dem Verschwinden nahe.
Das wurde im Jahre 63 oder 62 nach Christus geschrieben. Wie nahe war das? Acht Jahre. In acht Jahren verschwindet es. Was geschah? Der Tempel verschwand, er verbrannte. Die Opfer verschwanden, die Priester verschwanden, alles verschwand von dem alten Bund.
Die ganzen Elemente sind in Hitze, im Feuer aufgegangen, vor Hitze zerschmolzen. Das Gold floss in die Steine hinein, und das Silber ebenfalls. Alles hat sich mit Krachen aufgelöst.
Der Sinai-Bund ist veraltet und wird verschwinden, in acht Jahren. Und dann kam das. In acht Jahren habe ich jetzt hinzugefügt, denn wir wissen aus der Geschichte: Es war acht Jahre später, und das verschwand. Gott hat hier den Schlussstrich gezogen, das Ende des alten Bundes.
So, noch Fragen dazu? Dann machen wir hier Schluss. Ich denke, wir beten wieder.

