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Johannes 1,6-42: Das zweite Treffen oder wie man ein Kind Gottes wird.

Johannes 1,6-1,4205.02.2006
Serie•Teil 2 / 8Das Johannes-Evangelium lesen
Du kannst Religion, Leistung und gute Herkunft vergessen: Am Ende zählt nur, ob du Jesus vertraust. Er bringt nicht nur Antworten, sondern den Neuanfang, den du selbst nie schaffen kannst.

Ein Einstieg mit einer einfachen, aber starken Lebenshaltung

I'm just a nobody telling everybody about somebody who can save anybody. Ich bin nur ein Niemand, der jedem von dem einen erzählt, der alle retten kann.
So waren die Worte des gläubigen Fahrstuhlführers in einem Krankenhaus in Nashville, Tennessee. Und wie wir letztes Mal bei der ersten Predigt aus dieser Reihe gedacht haben: Da holen wir uns mal eine Inspiration für unser eigenes Leben.
Ich werde euch nicht ich alleine, aber hauptsächlich ich, mit einer Reihe konfrontieren bis zu den Sommerferien. Das wird euch etwa immer alle 14 Tage auf die Füße fallen. Das heißt: Wenn ihr sagt, das gefällt mir überhaupt nicht, dann wisst ihr, dass ihr immer alle 14 Tage dran seid. Dann kommt ihr daran vorbei. Man kann sich auch in der Zeit zum Kinderdienst eintragen oder so. Also, das kann man schon irgendwie traktieren.
Und die Reihe wird lauten: Wie lese ich mit meinem Basketballkumpel oder meiner Schulfreundin oder meinem Arbeitskollegen oder dem, der mir gerade so über den Weg läuft und mit mir in der Bibel lesen will? Und zwar nicht irgendwo in der Bibel, sondern im Johannesevangelium. Wie erkläre ich jemandem mit der Bibel in der Hand das Evangelium, so dass er am Ende sagt: Vielen Dank, ich habe es verstanden? Das wird diese Reihe sein, und wir werden uns jedes Mal, heute beginnend, ein Kapitel im Johannesevangelium vornehmen.
Also: Heute werden wir uns Johannes 1 anschauen. Nicht die paar Verse, die Volker erwähnt hat, weil die hatten wir beim letzten Mal schon, aber doch den großen Block des ersten Kapitels.
Und ich hatte bei meinem ersten Teil schon gesagt: Am Anfang, bevor es mit dem Text losgeht, kriegt ihr immer einen Tipp aus der Praxis. Also: Was muss ich denn beim Bibellesen mit meinem Freund, mit meiner Freundin beachten? Und der Tipp heute, Tipp zwei, heißt folgendes: Erkläre deinem Freund, was er nicht wissen kann, aber gib ihm auch eine Chance, beim Bibellesen selber Entdeckungen zu machen.
Ihr könnt euch vorstellen: Es ist total langweilig, mit jemandem in der Bibel zu lesen, wenn man alles vorgekaut bekommt. Du sitzt da und fühlst dich irgendwie wie so ein Nürnberger Richter. Das macht keinen Spaß. Die andere Seite macht aber auch keinen Spaß, wenn jemand ständig eine Frage stellt und ich weiß die Antwort nicht. Und noch eine Frage, und du denkst: So blöd bin ich doch. Und noch eine Frage drauf. Sowohl alles vorzukauen als auch ständig Fragen zu stellen, die der andere nicht beantworten kann, kann es beim Bibellesen mit einem guten Freund nicht sein.
Ich glaube persönlich, das Finden und Ausarbeiten von guten Fragen muss die Hauptvorbereitungszeit für ein evangelistisches Bibellesen einnehmen. Da müsst ihr wirklich Zeit investieren, gute Fragen zu stellen, die sich auf der einen Seite aus dem Text heraus für jemanden, der das erste Mal in der Bibel liest, beantworten lassen, die auf der anderen Seite noch irgendwo spannend sind, oder dass er sagt: Boah, ich habe ja wirklich was Neues verstanden. Und dann müsst ihr sehen, wenn ich diese guten Fragen habe, an welchen Stellen muss ich was erklären.
Keiner von euren Freunden weiß so aus dem Pläuz, was ist denn ein Levit? Das weiß er nicht. Jemandem die Leviten lesen, das hat er vielleicht noch im Kopf, aber wenn ich euch jetzt fragen würde, ob das Lesen der Leviten was mit den Leviten zu tun hat, dann würden viele von euch wahrscheinlich auch so ein bisschen ins Schlingern kommen und sagen: So auf die Schnelle weiß ich gar nicht.
Oder wenn jemand das erste Mal mit einem Begriff konfrontiert wird wie das Lamm Gottes, und ihr denkt, das ist doch völlig klar, ja, altes Opfersystem, Passahlamm und Sündopfer und ja und du fragst jemanden: Sag mal, schon mal was vom Lamm Gottes gehört? Und der versucht sich so krampfhaft vorzustellen: Lamm, Lamm, Lamm, wie war das? Ziege, Schaf, Wut? Ja, die sind so weit weg, da müssen wir erklären.
Das heißt, jemand, der mit seinem Freund in der Bibel liest, der muss zwei Funktionen gleichzeitig erfüllen. Er muss Quizmaster sein auf der einen Seite und Amme auf der anderen Seite. Ein Quizmaster stellt gute Fragen, hält diejenigen am Text, und die Amme, na ja, die legt so das kleine, propere Kind an die Brust und sagt so: Jetzt darfst du mal trinken, ohne nachzudenken. Beides ist unser Job. Auf der einen Seite gute Fragen stellen, auf der anderen Seite unserem Freund die Informationen zu geben, die er nicht wissen kann, die er aber braucht, um im Text weiter voranzukommen.
Also der Tipp: Erkläre deinem Freund, was er nicht wissen kann, aber gib ihm auch die Chance, beim Bibellesen selber Entdeckungen zu machen. Texte ihn nicht einfach zu.
Jetzt kannst du diese Predigtnotizen starten, und ich werde euch etwas Allgemeines sagen. Wenn ihr mit dem Johannesevangelium startet und wenn wir uns Johannes 1 anschauen, dann ist klar: Wir können heute nicht das ganze erste Kapitel im Detail miteinander besprechen. Das kann man auch nicht, wenn man mit seinem Freund in der Bibel liest. Das ist einfach viel zu viel Stoff. Das heißt, wir müssen eine Auswahl treffen.
Und wenn wir einen so großen Text haben wie Johannes 1, dann ist die Frage: Worauf richte ich mein Augenmerk? Und es ist klar: Wenn ich gezwungen bin, in einem großen Text bestimmte Dinge zu betrachten und andere Dinge wegzulassen, dann schaue ich mir natürlich die Dinge an, die für mich in diesem Fall die wichtigsten sind. Und das, was mir das Wichtigste ist, das ist das Evangelium.
Ihr erinnert euch sicherlich noch an den Schreibzweck des Johannesevangeliums. Wir hatten uns das beim letzten Mal angeschaut, am Ende von Johannes, Johannes Kapitel 20, die Verse 30 und 31. Da steht der Schreibzweck des ganzen Buches. Das war einer der Gründe dafür, warum wir überhaupt das Johannesevangelium nehmen, um mit unseren Freunden in der Bibel zu lesen. Und der Schreibzweck ist gedoppelt, nämlich: Diese aber sind geschrieben, das ist alles das, was vorher im Johannesevangelium kommt, erstens damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
Also wir schauen uns im ersten Kapitel jetzt mal Stellen an, miteinander, wo es um diese Themen geht, wo explizit etwas gesagt wird über das Thema Glauben, wo etwas gesagt wird über Jesus Christus, wo etwas gesagt wird über ewiges Leben. Das können wir herausziehen, und über diese Punkte wollen wir mit unseren Freunden reden.
Heute möchte ich mit euch vier Punkte betrachten, die mir wichtig wären, wenn ich mit meinem Freund in der Bibel lese, im ersten Kapitel vom Johannesevangelium, wo ich sagen würde: Da würde ich den Schwerpunkt drauflegen.
Der erste Punkt ist: Nicht alle Menschen sind Kinder Gottes, sondern alle Menschen sind Geschöpfe Gottes. Ein Kind Gottes wird man durch Glauben. Das war mein erster Schwerpunkt.
Mein zweiter Schwerpunkt: Wenn wir Jesus begegnen, dann treffen wir auf Gott, der uns ein Geschenk bringt, und dieses Geschenk ist Gnade.
Mein dritter Punkt: Sünde kann man nicht abarbeiten oder ungeschehen machen, sie muss vom Lamm Gottes weggenommen werden.
Und mein vierter Punkt: Viele Menschen finden Jesus Christus, weil sie von engen Freunden auf ihn aufmerksam gemacht werden.
Das sind vier Schwerpunkte, die mir persönlich wichtig wären, wenn ich mit jemandem Johannes 1 lese. Und es ist klar, wenn ich diese Schwerpunkte euch nenne, da fällt einiges hinten runter. Und ich möchte jetzt, dass wir uns Zeit nehmen, das erste Kapitel zu hören, und dann, wenn wir das getan haben oder während wir das tun, dass ihr beim Zuhören einfach mal darauf achtet: Was fällt eigentlich unter den Tisch, wenn ich diese evangelistischen Schwerpunkte setze?
Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 1:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden, und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben. Und das Leben war das Licht der Menschen, und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.
Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch ihn glaubten. Nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht. Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis ab von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade, denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben. Die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.
Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? Und er bekannte es und leugnete nicht, sondern bekannte: Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn, damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben? Was sagst du über dich selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme, die ruft in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Die Gesandten gehörten aber zu den Pharisäern, und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser. Aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. Dieser ist's, der nach mir kommt, der vor mir gewesen ist, und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen.
Dies geschah in Betanien jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich, und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbar würde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.
Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist's, der mit Heiligem Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeuge, dass dieser der Sohn Gottes ist.
Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi, das heißt übersetzt Lehrer, wo wohnst du? Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das ist übersetzt der Gesalbte. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.
Am folgenden Tag wollte Jesus nach Galiläa reisen. Da findet er Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!
Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das. Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.
 Johannes Kapitel 1.
Was fällt unter den Tisch, wenn wir diese Schwerpunkte, die wir vorhin gesetzt haben, durchhalten? Vieles von dem, was über Johannes den Täufer berichtet wurde, lassen wir außer Acht. Wobei außer Acht lassen nicht bedeutet, wir werden gar nicht darüber reden, aber wir werden wie so ein Stein, der über die Wasseroberfläche hüpft. An manchen Stellen werden wir so ein bisschen schneller drüber gehen und vielleicht einfach nur vorlesen und uns schnell erklären, und manchmal werden wir aufdotzen und sagen: Halt, stopp, hier müssen wir innehalten, und hier müssen wir erklären, was der Text sagen will.
Auch unter den Tisch fällt die ganze Geschichte mit Philippus und Nathanael. Warum? Weil sie ein Stück weit, zumindest im Blick auf den Aspekt, der uns interessiert, eine Wiederholung ist von dem, was wir vorher schon bei Andreas und Petrus lesen.
Also jetzt vier Punkte, die wir uns genauer anschauen wollen. Ihr seht das auch im Text markiert.
Erster Punkt: Nicht alle Menschen sind Kinder Gottes, sondern Geschöpfe. Ein Kind Gottes wird man durch Glauben.
 Johannes 1,6. Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name Johannes. Ganz, ganz wichtig, wenn man diesen Vers vorliest: Bitte gleich sagen, das ist Johannes der Täufer. Es ist für jemanden, der das erste Mal in der Bibel liest, total verwirrend, was es da alles an Johannissen gibt. Und du kannst nicht erwarten, dass jemand sagt: Okay, wir lesen das Johannesevangelium, und der erste Johannes, der mir begegnet, das ist nicht der, der das Buch geschrieben hat. Gleich sagen: Das ist nicht der Evangelist, nicht der, der das Buch geschrieben hat, sondern ein ganz anderer, jemand, der wichtig ist, weil er eine Vorbereiterfunktion hat.
Wir würden heute sagen: Hier begegnen wir dem PR-Manager von Jesus. Seine Aufgabe, die Aufgabe von Johannes dem Täufer, besteht darin, ein ganzes Volk innerlich vorzubereiten auf das Kommen des Messias. Und deswegen sagt er: Tut Buße. Weil er will, dass Leute innerlich vorbereitet sind, Buße tun, umkehren zu Gott und dann sagen: So, und jetzt Gott, was hast du mit mir vor? Und dann kann Gott sagen: Ich habe für dich den Messias.
Vers 7: Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch ihn glaubten. Und dieses Licht, das haben wir das letzte Mal gesehen, ist niemand anderes als Jesus. Der Fokus von Johannes dem Täufer ist eine andere Person. Wir werden das in Johannes 3 noch viel deutlicher sehen.
Vers 8 und 9: Nicht er war das Licht. Man kann sich ja leicht an Menschen dranhängen, die irgendwo beeindruckend reden können, die eine Ausstrahlung haben. Deswegen wird hier ganz klar gemacht: Nicht dieser Johannes der Täufer war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht, nämlich von Jesus. Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.
Johannes der Täufer wird zum Zeugnis für das Licht Gottes, zum Zeugnis für Jesus, zum Zeugnis für ein Licht, das jeden Menschen erleuchten will. Ich hoffe, dass wir persönlich noch begeistert sind von diesem kleinen Wörtchen: jeden Menschen. Da tritt im Nahen Osten ein Mann auf, der von seiner Funktion her, von seiner Wirkung her Auswirkung hat auf jeden einzelnen Menschen. Da gibt es ein kleines Volk, die Juden, und in den Juden kommt jemand und sagt: Ich möchte für die ganze Welt, auch für die Deutschen, da sein. Ich möchte jeden Menschen erleuchten. Ein Licht, das so hell ist und so durchdringend ist, dass jeder, der bereit ist, sich in diesen Lichtstrahl hineinzustellen, wirklich erleuchtet wird, egal mit welchem Hintergrund.
Das ist die einmalige Chance, die wir als Menschen haben, dass Gott in das Leben hineinstrahlt und sagt: Ich nehme von vornherein gar keinen aus, jeder kann erleuchtet werden, jeder kann sich in meinem Licht sehen, jeder darf begreifen, wie er vor mir steht. Und für dieses Licht legt Johannes Zeugnis ab.
Vers 10 und 11: Er war in der Welt. Wichtig, dass das „Er“ sich jetzt auf das Licht bezieht. Ein bisschen schwierig im Deutschen, hört sich auch erst mal ein bisschen komisch an, muss man unbedingt sagen. Er war in der Welt, das ist Jesus hier, nicht Johannes der Täufer, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Ich habe den Schöpfer von Himmel und Erde, der auf die Erde kommt. Wo eigentlich alle sagen müssten: Vielen herzlichen Dank, dass du alles das hier so wunderbar gemacht hast. Ich genieße immer, was weiß ich, mein Müsli und meinen Salat und für die Nichtvegetarier auch ein Steak. Ich genieße das, ich genieße mein Leben, ich genieße Kommunikation, Sexualität, ich genieße Kunst und Literatur, ich genieße es zu lernen oder Musik zu hören. Bah, danke! Und dann heißt die plumpe Feststellung: Er kam in das Seine, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Da kommt der Schöpfer von Himmel und Erde auf diese Welt, und der Mensch hat halt nichts Besseres zu tun, als zu sagen: Vielen Dank, kennen wir schon, brauchen wir nicht, wollen wir nicht, hau ab, weg mit dir.
An diesen Gedanken schließt sich unser erster Schwerpunkt an. Nicht alle Menschen sind Kinder Gottes, sondern Geschöpfe. Es gibt sie. Gib mir mal die nächste Folie. Es gibt sie noch, die, die gegen den Strom schwimmen. Ihr kennt das ja: Ganz Gallien ist von den Römern besetzt, ganz Gallien? Nein! Es gibt sie, die gegen den Strom schwimmen. Es gibt sie, die begriffen haben, was Gott eigentlich will. Und von denen lesen wir in Vers 12: Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Und das ist ein spannender Vers. Er ist vielleicht für mich persönlich in einem evangelistischen Gespräch einer von den drei Top-Versen, die ich irgendwie immer wieder brauche, weil hier steht so schön klar drin, worum es beim Christsein geht. Es geht darum, dass nicht alle Menschen von Natur aus schon Kinder Gottes sind und irgendwie sind wir alle mit ihm im Reinen und wir müssen nur noch merken, dass wir mit ihm schon im Reinen sind. Das ist Quatsch. Wir sind Geschöpfe Gottes. Aber wir können Kinder Gottes werden, wenn wir Jesus aufnehmen.
Und dieses Jesus-Aufnehmen, das ist nur eine andere Bezeichnung für Glauben. Deswegen wird das hier auch so nebeneinander gestellt. Glauben in der Bibel ist Beziehungssache. Jesus will als Gott in mein Leben hinein. Er will mein Herr sein, er möchte, dass ich ihn aufnehme, ihm nachfolge. Glauben heißt dann so viel wie mit Jesus eine Einheit bilden, eine untrennbare Einheit. Ich möchte tun, was er sagt. Ich möchte für seine Ziele leben. Ich möchte dann diese Welt mit seinen Augen betrachten, weil sie durch seine Augen sehen, was es in dieser Welt zu sehen gibt, und auch die Wertmaßstäbe dieser Welt mit seinen Augen betrachten, so wie Volker zu Recht gebetet hat.
Wir meinen zu wissen, oder die Welt meint zu wissen, was ihr größtes Problem ist, aber sie irrt völlig. Und wir können uns leicht Sorgen machen über das Nuklearprogramm des Iran. Und sagen: Boah, steht wirklich der Dritte Weltkrieg vor der Tür? Und ich gebe zu, rein politisch betrachtet ist das im Moment eine ziemlich heikle Kiste, die da abgeht. Aber das ist nicht unser größtes Problem. Das ist wirklich nicht unser größtes Problem.
Das größte Problem liegt ganz woanders. Das größte Problem liegt da, dass jeder Mensch etwas total Radikales in seinem Leben braucht, etwas so Radikales wie eine Geburt. Der Mensch hat keinen guten Kern, der irgendwie besser werden müsste. Was jeder Mensch braucht, ist ein Neuanfang, ein Neuanfang mit Gott. Die Bibel nennt das Wiedergeburt. Gottes Leben muss in mir geboren werden. Da muss etwas Neues an Leben in mich hineinkommen.
Und Johannes wird uns im nächsten Vers zeigen, wie das nicht geht. Und der nächste Vers ist leider schwer, aber er ist brillant. Johannes 1,13. Ich lese nochmal ab Vers 12:
Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Sorry, so redet man nicht mehr. Ich weiß. Die nicht aus dem Blut geboren sind, na ja, das Blut, die Blutsverwandtschaft, kriegt man irgendwie noch hin. Hier ist gemeint: Die Wiedergeburt, das Kind Gottes werden, das von neuem anfangen, funktioniert nicht dadurch, dass du gläubige Eltern hast. Mein persönlicher Glaube führt nicht dazu, kann nicht machen, dass meine Kinder in den Himmel kommen. Das geht nicht. Ich kann ihnen ein gutes Vorbild sein, ich kann ihnen vieles beibringen, geschenkt. Aber wenn meine Kinder sich ausruhen darauf: Ja, Papa hat doch geglaubt, muss doch irgendwie alles mit mir in Ordnung sein, was soll Gott schon sagen? Ihr habt so einen Papa, ja, der Papa hat ja quasi so die Kohlen aus dem Feuer geholt oder die Kastanien aus dem Feuer geholt, Papa wird schon machen. Das funktioniert nicht.
Wenn du dich darauf verlässt, dass deine Eltern oder deine Großeltern oder vielleicht hast du einen Missionar in der Verwandtschaft, wenn du dich darauf verlässt: Vergiss es. Das war das Problem der Juden. Ja, wir haben Abraham zum Vater, hey, uns kann nichts mehr passieren. Der Gedanke der Juden war: Am Eingang der Hölle steht Abraham und sortiert immer aus. Jude? Nee, hier darfst du nicht rein. Also am Eingang der Hölle passt Abraham auf, dass kein Jude reinkommt. Das ist ein Quatschgedanke, sagt Jesus. Du kannst Wiedergeburt nicht aus deinen Verwandtschaftsverhältnissen ableiten.
Nächster Punkt: Die nicht aus dem Willen des Fleisches geboren sind. Das Fleisch steht in der Bibel na ja so für: Hier stehe ich und ich kann ganz schön viel, ich bin kräftig, ich bin stark, ich werde es schon schaffen. Und ist es nicht verrückt, dass das der Ansatz aller Religionen ist? Dass alle Religionen sagen: Weißt du was, wenn du dich nur richtig anstrengst, wenn du nur richtig Gas gibst, wenn du nur das oder jenes machst, dann wirst du es schaffen, dann wird in dir irgendwas Neues, irgendwas anderes, irgendwie wirst du dieses generelle Problem in dir los.
Und Jesus sagt oder Johannes sagt es hier: Wenn du versuchst, durch deine eigene Kraft, durch den Willen deines Fleisches, mit deiner ganzen eigenen Selbstbeherrschung und Disziplin Wiedergeburt hervorzubringen, vergiss es, klappt hundert Prozent nicht.
Dritter Punkt: Noch aus dem Willen des Mannes. Also Mann steht jetzt für Leute, mit denen ich nicht verwandt bin. Jemand anderes hat ja auch vielleicht die Möglichkeit, mir zu helfen. Also der erste Punkt ist: Meine Eltern sind gläubig. Bringt mir gar nichts. Der zweite Punkt ist: Ich strenge mich an. Bringt mir auch nichts. Ja, dann könnte ja jemand anders sich anstrengen, vielleicht ist das ja besser. Und der andere sagt: Vergiss es. Aus dem Willen des Fleisches, das heißt durch die Anstrengung anderer Leute, ob die für dich beten, ob die für dich spenden, ob die für dich Kerzen anzünden oder was auch immer: Vergiss es, es wird nicht funktionieren.
Und ich finde das fantastisch, weil mit diesem kleinen Satz streicht Gott einfach mal durch: Du machst Pilgerreisen, vergiss es. Du betest zu irgendwelchen Schutzheiligen, vergiss es. Du glaubst an Schutzengel, vergiss es. Die können dir alle nicht helfen. Das ist alles im Blick auf Wiedergeburt dead end, Sackgasse. Du kommst nach einer Weile irgendwo an und stellst fest: Hier geht es nicht mehr weiter.
Furchtbar, oder? Du fährst durch die Stadt, fährst irgendwo rein, übersiehst das Schild am Anfang: Sackgasse. Kommst am Ende an und sagst: Oh Buck, jetzt kann ich wieder zurückfahren, doof gelaufen. Und hier haben wir das Schild: Vorsicht, Sackgasse. Du möchtest Wiedergeburt in deinem Leben haben? Probier diese drei Wege nicht. Warum nicht? Weil sie nicht funktionieren.
Es gibt nur einen Weg, der funktioniert. Und der eine Weg ist: Gott muss in dir das neue Leben hervorbringen. Er muss es wiedergebären, neu gebären. Er muss in dir dieses Leben hineinstecken. Er muss diesen Geburtsprozess initiieren. Und was ist dein Job? Na ja, dein Job ist Jesus aufzunehmen, ehrlich zu sagen: Herr Jesus, komm in mein Leben, ich möchte von heute an mit dir leben, ganz ehrlich, so ehrlich, wie du es mir irgendwie sagen kannst, mit der ganzen Radikalität eines Lebens, was du einsetzt. Gott lässt sich auf eine Beziehung mit uns ein, und er gibt uns das, was wir am dringendsten brauchen.
Und das ist mein zweiter Punkt: Wenn wir Jesus begegnen, dann treffen wir auf Gott, der uns ein Geschenk bringt, nämlich Gnade.
Lesen wir Vers 14: Und das Wort wurde Fleisch, Gott wird Mensch, das hatten wir beim letzten Mal, und wohnte unter uns. Das, was hier steht, wäre fünf Predigten wert, und wir überspringen es einfach. Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Während Johannes das schreibt, denkt er mal kurz zurück: Wie war das damals, als wir Jesus begegnet sind? Und er sagt: Wir haben seine Herrlichkeit gesehen. Herrlichkeit, das deutsche Wort dafür heißt Ausstrahlung. Du begegnest Jesus und du merkst: An dem ist irgendetwas ganz anders, das ist irgendwie ganz komisch.
Erinnert ihr euch noch an die Predigt von Snow mit dem Video ganz am Ende? Da war dieser römische Hauptmann, der erst so ganz grimmig hinschaut und an Jesus sieht, dann wird er ganz, ganz, ganz soft. Und du denkst: Ja, so stelle ich mir das tatsächlich vor. Du begegnest Jesus und du begegnest jemandem, der so anders ist, dass du einfach nur sagen kannst: Boah, was ist jetzt gerade passiert?
Und Johannes erinnert sich daran und sagt: Wir sind dem Eingeborenen vom Vater begegnet. Auch nicht gerade richtig Deutsch, deswegen besser zu lesen als: dem Einzigartigen. Jesus ist der Einzigartige. Es gibt ihn nur einmal, und zwar einmal sowohl in seiner Beziehung zu Gott, er hat eine einzigartige Beziehung zu Gott, er ist nämlich Gott, aber auch in seiner Beziehung zum Menschen, er ist nämlich Gott und Mensch. Wir begegnen in Jesus jemandem, den es nicht ein zweites Mal gibt. Du kannst nicht sagen: Na ja, vielleicht will ich Jesus nicht, aber vielleicht finde ich ja jemand anders. Du wirst niemand anders finden, weil er ist der eine, den es gibt. Und dann gibt es keinen mehr.
Und er ist der, der voller Gnade und Wahrheit ist. Deshalb heißt es in Vers 16: Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.
Wer braucht Gnade? Na ja, wer wird denn heute noch begnadigt? Begnadigt werden schuldige Verbrecher. Ganz einfach. Begnadigt kann nur ein schuldiger Verbrecher werden. Wenn du unschuldig wärst, dann bräuchtest du einen fairen Prozess, aber keine Gnade. Wenn du unzurechnungsfähig wärst, brauchst du vielleicht einen guten Verteidiger. Aber Gott sagt, dass der Mensch Gnade braucht. Keine Macht der Welt ist in der Lage, einen Menschen vor dem ewigen Tod zu erretten. Das ist alleine Jesus vorbehalten.
Im Alten Testament bekommen die Menschen Gottes Gesetz schriftlich. Aber alleine zu wissen, was falsch ist, reicht nicht aus. Es reicht nicht aus, um ein besserer Mensch zu werden. Wisst ihr, was das Gesetz nur kann? Es kann dir nur zeigen, wie verloren du bist. Es kann dir nur zeigen, wie sehr du im Dreck sitzt. Aber es kann dir nicht raushelfen.
Warum kann uns das Gesetz, warum können uns gute Regeln nicht helfen? Weil in uns eine Kraft steckt, weil in uns die Lust zum Bösen steckt. Weil wir nicht nur ab und zu mal sündigen und es ist halt schief gelaufen, ja, was falsch machen, sondern weil wir von unserer Natur her Sünder sind. Weil wir nicht nur ab und zu was Falsches tun, sondern weil wir falsch sind.
Du glaubst das nicht? Lass uns mal bei Spiegel Online gerade reingehen. Ich zeige dir mindestens fünf Beispiele, und ich habe heute noch nicht gelesen. Ich zeige dir, dass Menschen einfach falsch sind. Von Natur aus ist da irgendwie etwas richtig krumm. Und deswegen brauchen wir nicht bessere Gesetze, mehr Regeln, PISA-taugliche Schulen oder so, die uns besser erziehen oder unsere Kinder auf den richtigen Weg bringen. Das wird am Grundproblem des Menschen überhaupt nichts lösen. Das, was wir brauchen, ist Gottes Gnade. Darauf sind wir angewiesen. Etwas anderes kann uns nicht helfen.
Und jetzt taucht die Frage auf, eine Frage, die im Alten Testament, ich will nicht sagen unbeantwortet bleibt, aber doch mit einem Fragezeichen im Raum stehen bleibt: Wie kann Gott Gnade und Wahrheit miteinander verbinden? Wie kann es sein, dass Gott auf der einen Seite Gnade bringt und auf der anderen Seite nicht einfach fünfe Grade sein lässt und so tut, als hätten wir gar nichts angestellt? Denn ihr wisst: Wenn in Deutschland jemand begnadigt wird, ist das eigentlich Ungerechtigkeit. Es heißt trotzdem Gnade, aber es bleibt Ungerechtigkeit, denn es wird eine Straftat nicht gesühnt. Der Bundespräsident kann einfach sagen: Begnadigt, und er streicht etwas durch, er sagt, das soll jetzt nicht gelten, wir tun mal so, als sei es nicht geschehen. Nur so kann Gott nicht agieren.
Und deswegen ist die Frage: Wie kann ein gerechter Gott auf der einen Seite die Wahrheit hochhalten und sagen: Du bist ein Sünder, und auf der anderen Seite sagen: Ich begnadige dich, das heißt, ich nehme deine Schuld weg? Die Lösung findet sich in Vers 17, denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, altes Testament, die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
In dieser Person von Jesus finden diese beiden Aspekte zusammen. In Jesus kann es irgendwie passieren, dass auf der einen Seite Gott die Wahrheit hochhält und nicht sagt: Ihr seid alle nicht so schlimm, sondern ganz deutlich sagt: Ihr seid verloren, und auf der anderen Seite Gott auch sagen kann: Aber ich habe eine gute Nachricht für euch. Es wäre ja keine gute Nachricht, wenn wir uns hinstellen und sagen: Wisst ihr, wir gehen alle in die Hölle, und wir können nichts dagegen tun. Und das wäre das Ende. Stellt euch das mal vor, das ist das Ende der Botschaft. Du hast die Zehn Gebote, du begreifst, es gibt Gott, du hast eine Gotteserkenntnis und sagst also: Hört her, ich habe nachgedacht, und das Ende allen Nachdenkens ist: Wir gehen alle in die Hölle, wir haben null Chancen. Tut mir leid, euch das sagen zu müssen, genießt noch ein bisschen das Leben, holt noch ein bisschen was raus, weil ihr werdet in Ewigkeit in Schmerz und Pein verbringen. Das ist kein Evangelium, keine gute Botschaft.
Aber das ist, wenn wir nur das Alte Testament, nur die Gebote des Alten Testaments betrachten und sehen: Hey, das sind alle Sünde. Und jetzt kommt Jesus und sagt: Hey, in meiner Person, in Jesus kann ich die Wahrheit Gottes über mein Leben und die Gnade Gottes zusammenbringen, aber eben nur in ihm.
Und wie Jesus das macht, wie er Sünde wegnimmt, das finden wir, dritter Punkt, in Vers 29. Johannes 1,29: Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen. Und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Wer sich schon mal durch die ersten fünf Bücher Mose gebissen hat, also ab der Hälfte des zweiten Buchs wird es ein Beißen, vorher ist es noch ein Lesen, der wird feststellen, es gibt einfach eine unglaubliche Menge an alttestamentlichen Opfervorschriften. Du sündigst im Alten Testament und Gott sagt: Weißt du, jetzt musst du ein Opfer bringen, um mit mir wieder ins Reine zu kommen. Ich werde jetzt nicht darauf eingehen, wie viele Opfer es gibt, habt selber Spaß dabei, das zu lesen.
Warum hat Gott das gemacht? Also warum geht Gott so einen komischen Weg? Er erwählt Abraham, aus Abraham wird ein ganzes Volk Israel, und dann kriegt dieses Volk die Gebote, und in diesen Geboten eben, wie gesagt, anderthalb Bücher nur Opfervorschriften. Warum macht Gott das?
Und die Antwort ist für Kinderstundenmitarbeiter ganz, ganz einfach: Es ist eine Gegenstandslektion. Gott wollte etwas prägen im Kopf der Leute. Gott möchte, dass die Leute etwas begreifen. Und zwar wollte Gott, dass den Israeliten klar wird: Wenn ich sündige, okay, dann muss ich auf der einen Seite meine Sünde bekennen, und ich muss davon lassen, es muss irgendwie ehrlich sein, aber damit, mit Bekennen und Lassen, ist die Sache noch nicht vorbei.
Danach, jetzt stellt euch so einen Israeliten vor, der hat gelogen, so richtig gelogen, und denkt sich: Oh Backe, jetzt bin ich wirklich, ja, und wie kriege ich das jetzt wieder los, ja, was kann ich jetzt tun, und dann schaut er sich um und denkt sich: Na gut, dann wieder seine Ziege da, ja. Er schnappt sich seine Ziege und geht nach Jerusalem zum Priester und sagt: Ich habe gelogen. Da sagt der Priester: Kein Problem, leg die Hand auf das Tier, auf den Kopf des Tieres, bekenne deine Schuld und dann schlachten wir es.
Das passiert seit etwa dem Jahr 1400 vor Christus, das heißt, es ist schon über 1400 Jahre am Laufen, dieses Konzept, und natürlich hat es sich tief eingebrannt ins Denken der Leute. Du möchtest mit Gott ins Reine kommen? Kein Problem. Bekenne deine Sünde, lass deine Sünde und dann lass jemanden dafür bezahlen.
Und jetzt kommt Johannes hier und er schreibt, also jetzt spricht ja Johannes der Täufer über Jesus: Siehe, das Lamm Gottes. Und mit einem Mal werden zwei Dinge klar: Jesus ist das Lamm, was Gott bringt, es ist das Lamm Gottes. Es ist das Lamm, wo Gott sagt: Jetzt bist du mit deinen Möglichkeiten einfach restlos am Ende, jetzt muss ich ein Opfer bringen. Und jetzt wird diese Gegenstandslektion des Alten Testaments mit einem Mal plötzlich blutige Realität. Jetzt wird plötzlich klar, worauf diese Opfer des Alten Testaments hingewiesen haben, warum sie stattfanden, um nämlich zu zeigen, dass am Ende, wenn Gott sagt, jetzt ist die Zeit erfüllt, dass ein Lamm Gottes kommt.
Deswegen heißt es hier auch, es ist das mit einem Artikel davor: Lamm Gottes. Es gibt nicht zwanzig Lämmer Gottes, es gibt ein Lamm Gottes, das einmal für die Sünde der Welt geschlachtet wird und damit Sünde hinwegnimmt.
Und der zweite Punkt, der hier steht, dass die Sünde der Welt hinwegnimmt. Grandios, universal! Gott sagt, es gibt niemanden auf diesem ganzen Planeten hier, niemanden, der sagen könnte: Für mich gilt das nicht. Ich finde das skandalös. Du kommst vielleicht aus einer Vergangenheit, wo du Leute umgebracht hast, wo du einen Ring für Kinderprostitution geleitet hast, ich weiß nicht was. Du könntest zu Recht sagen: Sorry, ich habe so viel am Kerbholz, ich nicht mehr. Der Text sagt doch: Du auch. Die Sünde der ganzen Welt, da bist du mit gemeint.
Gott kommt in diese Welt, und wie bringt er Gnade und Wahrheit zusammen? Indem er für dich bezahlt. Und ich sage euch, das passt uns nicht, dass ein anderer bezahlen muss. Es passt vielen Menschen nicht. Das ist ein ganz heikler Punkt, wenn man das predigt. Du brauchst Jesus. Du kommst alleine aus der Scheiße, in der du steckst, nicht mehr raus. Ob dir das bewusst ist, ob du das zugibst, spielt überhaupt keine Rolle. Das ist das, was hier steht.
Entweder lässt du es zu, dass Jesus dich erleuchtet, dir zeigt, wo du wirklich stehst, und entweder fängst du an, ihm zu glauben, auf ihn zu vertrauen, ihn in dein Leben aufzunehmen, dann wird er für dich die Schuld bezahlen. Oder aber, wenn du es nicht tust, was passiert dann? Dann kannst du deinen Weg weitergehen. Du kannst es versuchen, weil du sagst: Ich kenne ein paar Leute, die werden schon für mich richten, oder ich bin ja selber ein schlauer Kerl, ich werde es irgendwie packen. Das wird alles nicht funktionieren.
Und das Faszinierende an dieser Botschaft für mich ist, dass sie meistens auf eine ganz unvermutete Weise in unser Leben hineinkommt. Also das erste Mal, oder die ersten Male, wenn ich mich daran erinnere, wo habe ich das erste Mal Evangelium gehört, gemerkt, dass meine Idee von ein bisschen Religion und ein bisschen Selbstzufriedenheit und eigener Anstrengung nicht reicht. Wo findet man sowas?
Ein Erlebnis mit Walli. Vielleicht nicht das erste, aber eines, wo es so richtig plastisch wird. Ich studiere Grundpraktikum Chemie, weißer Kittel, völlig verschlunzt, dreckige, geätzte Finger, keinen Bock mehr abends, weil es wirklich mal nicht geklappt hat. Ich bin nicht der Praktiker, ich war froh, als das alles hinter mir war. Und da sitzt da vorne noch so ein Assi, nämlich er, mit einer Bibel auf dem Tisch, und wir unterhalten uns drei Minuten, und er macht mich runter, also hat mir einmal der Luft zerrissen, meine Argumente, das war eine nette Erfahrung, ja. Und es war der Einbruch des Evangeliums in mein Leben. An einer Stelle ein Schnitt, klack, ich war voll mit Chemie, ich war voll mit Studium, und mit einem Mal, zack, passiert so etwas. Da schneidet einer das Evangelium einmal kurz rein, wo ich nicht mit gerechnet hätte.
Und das ist der vierte Punkt. Viele Menschen finden in Jesus den Christus, weil sie von engen Freunden auf ihn aufmerksam gemacht werden. Johannes 1,40 und 42. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das ist übersetzt der Gesalbte. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.
Evangelisation ist deshalb so einfach, weil es nicht mehr bedeutet, als zu den Menschen zu gehen, die mir jetzt schon etwas bedeuten. Evangelisation ist nicht eine Sache von Kirche oder irgendeinem offiziellen Rahmen, sondern Evangelisation passiert auf der gleichen Ebene, wo du dich mit jemandem unterhältst über Musik, über den Kinofilm, den du genial findest, über Make-up-Tipps oder vielleicht über irgendetwas, wo du sagst: Das ist mir jetzt gerade wichtig. Du bist von der Sache überzeugt und du redest einfach drüber.
Das ist hier nicht groß überzeugend. Ja, ich habe den gefunden, Punkt. Kein Argument. Ich habe ihn gefunden, ich habe Jesus gefunden, und das wollte ich dir sagen. Ich habe nämlich nicht nur einen genialen Thriller gefunden, sondern ich habe Jesus gefunden. Ich habe nicht nur eine Möglichkeit gefunden, im Internet noch schneller und billiger zu surfen, ich habe Jesus gefunden. Und ich weiß nicht, wo man den besten Rotwein kaufen kann, ich habe Jesus gefunden. Das ist doch genial, das ist doch wert, darüber zu reden: Ich habe Jesus gefunden. Und ich wollte nur sagen: Ich habe Jesus gefunden, wirklich, den Messias, ich habe ihn.
Und zweitens: Evangelisation heißt, mit Menschen über Jesus zu reden und sie an den Punkt zu bringen, wo sie Jesus sehen können. Die meisten Menschen um uns herum glauben, sie wissen alles über Jesus, und sie wissen vor allem, warum sie Jesus nicht brauchen. Und jetzt kommen wir und sagen: Hey, lass dich doch noch mal neu auf die Suche ein. Du kennst mich, du kennst mein Leben, du weißt, dass ich keiner bin, der sonst immer nur so Stuss erzählt. Lass uns doch mal in der Bibel lesen, ich möchte dir mal zeigen, wie Jesus wirklich ist. Ich möchte dir zeigen, dass deine Vorstellung von Jesus ein Stückchen verzerrt ist, dass es nicht ganz stimmt. Lass uns doch mal gemeinsam schauen, gib mir doch die Chance, in deinem Leben mal mit dir darüber nachzudenken, was Jesus wirklich gesagt hat.
Deine Begeisterung und deine Liebe, die du für Jesus hast, wird darüber entscheiden, ob du ihn mit anderen Leuten teilst. Wenn wir nicht davon überzeugt sind, dass Jesus haben so viel bedeutet wie den Hauptgewinn im Universum gezogen zu haben, so lange wird es auch nicht passieren, dass wir einfach über Jesus reden. Warum ist Jesus in deinem Reden und in deinem Denken in der großen Rubrik Nebensache? Warum?
Andreas, übrigens jemand, von dem man dann später nicht mehr so viel hört, weil Petrus, nachdem er sich erst einmal bekehrt hatte, dann ein bisschen mehr im Vordergrund stand, Andreas macht das einzig Richtige. Er sagt: Ich habe Jesus gefunden. Und weißt du was, lieber Petrus, du hast doch auch so eine religiöse Ader, du bist ja auch hier wahrscheinlich mit Johannes dem Täufer unterwegs gewesen, dich interessiert doch auch so ein bisschen Religion. Weißt du was, ich sag dir was, ich habe die Antwort. Ich weiß auch nicht, wie es passiert ist, es passiert halt einfach so, aber ich habe sie wirklich gefunden, da ist es. Und du solltest ehrlich darüber nachdenken.
Wie hieß es am Anfang? Ich bin nur ein Niemand, der jedem von dem einen erzählt, der alle retten kann.
Ich wünsche mir, dass wir die Angst verlieren, Menschen einfach zu sagen: Weißt du was, du brauchst Jesus. Es klingt so platt, es klingt so hohl, es klingt so unzeitgemäß und antiquiert, ich weiß. Aber wisst ihr was, es ist die einzige Frage, die in Ewigkeit von Bedeutung ist, die aller einzige.
Lass uns noch beten.

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