Einleitung
Ich möchte heute und am nächsten Sonntag über das Kapitel 19 in der
Apostelgeschichte predigen. Wir hatten in der Bibelstunde den Epheserbrief
durch genommen. Da wäre es sicher weiße gewesen, wir hätten zuerst einmal
die Geschichte noch einmal angesehen, wie Paulus das Evangelium nach
Ephesus brachte. Ephesus war eine religiöse Stadt. Es war ein deutscher
Archäologe, der den großen Artemistempel und die Artemisstatue ausgegraben
hat. Eine der ganz großen Stätten des Altertums. Denn Paulus hat es immer
gedrängt in diese religiöse Welt das Evangelium von Jesus hinein zu tragen.
Aber zuerst hat es ja der heilige Geist ihm durchgestrichen. Sie wissen bei
der zweiten Missionsreise, da wollte er eigentlich in dieses Gebiet reisen
in Kleinasien. Da heißt es der Geist wehrte mir's. Das Gesicht hatte er
schon nach Europa. Und jetzt auf der dritten Missionsreise, da lässt Gott
ihm Raum diesen Missionsdienst in Ephesus zu tun. Wir lesen von Vers 8.
Apostelgeschichte 19, 8-20:
Er ging aber in die Synagoge und predigte frei und offen drei Monate lang,
lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes.9 Als aber einige verstockt
waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre,
trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete
täglich in der Schule des Tyrannus. 10 Und das geschah zwei Jahre lang,
sodass alle, die in der Provinz Asien wohnten, das Wort des Herrn hörten,
Juden und Griechen. 11 Und Gott wirkte nicht geringe Taten durch die Hände
des Paulus. 12 So hielten sie auch die Schweißtücher und andere Tücher, die
er auf seiner Haut getragen hatte, über die Kranken, und die Krankheiten
wichen von ihnen und die bösen Geister fuhren aus. 13 Es unterstanden sich
aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des
Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen:
Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt. 14 Es waren aber
sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies
taten. 15 Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne
ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr? 16 Und der
Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte
sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus
flohen. 17 Das aber wurde allen bekannt, die in Ephesus wohnten, Juden und
Griechen; und Furcht befiel sie alle und der Name des Herrn Jesus wurde
hoch gelobt. 18 Es kamen auch viele von denen, die gläubig geworden waren,
und bekannten und verkündeten, was sie getan hatten. 19 Viele aber, die
Zauberei getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie
öffentlich und berechneten, was sie wert waren, und kamen auf
fünfzigtausend Silbergroschen. 20 So breitete sich das Wort aus durch die
Kraft des Herrn und wurde mächtig.
Kommt das bei Ihnen manchmal auch vor, dass man immer wieder an alte Fehler
erinnert wird? Ich muss immer wieder an eine Begegnung zurück denken, das
ist schon lange her. Es klingelt bei mir, eine junge Dame kommt und fragt
mich: "Kennen Sie mich nicht mehr?" Ich kucke, denke. Sie merkt, dass ich's
nicht mehr schaffe und sagt: "Es war doch im Krankenhaus." Nun ja, im
Krankenhaus trägt man normalerweise ein andere Garderobe und eine andere
Frisur und so ist es nicht ganz leicht sich an die einzelnen Gesichter
zurück zu erinnern, aber dann bringt sie mich wieder auf die Spur und
erzählt und dann weiß ich wieder um was es sich gehandelt hat. Etwas, was
man nicht so schnell vergisst. Sie war mit ihrem Freund unterwegs bei
Nacht. In einer Kurve trägt es das Auto aus der Straße, überschlägt sich,
dann kommen die Rettungstrupps, befreien sie und sie steigt aus und sagt:
"Ich bin gesund, ich habe nichts." Und in dem Augenblick fällt sie schon um
und die Sanitäter waren hell wach und merken, das scheint eine innere
Verletzung zu sein, auch im Krankenhaus ist man auf der Hut und man stellt
einen Leberriss fest und als ich sie dann damals besuchte sagte sie: "Mein
Leben hing an einem Faden. Ich bin noch einmal davon gekommen. Wenn einem
das ein junger Mensch sagt. Da kann ja die Antwort nur sein: "Jetzt
hoffentlich begreifen Sie was Gott will, wenn er Ihnen das Leben noch
einmal geschenkt hat. Hoffentlich weihen Sie ihr Leben dem lebendigen
Gott." So haben wir damals geredet und dann kam die Frau und sagt: "Ich
vergesse nicht Ihre Worte. Ich wollte mich bedanken und darum" und dann
legt sie bei mir auf den Tisch ein Kuvert mit einer Geldspende. Und ich
Idiot nehme für die Gemeinde die Geldspende an. Das tut mir heute noch
Leid. Dass ich der Frau nicht sagte: "Gott pfeift auf ihr Geld. Er will
doch nicht Ihr Geld. Sie können sich doch nicht los kaufen. Unser Herr will
Ihr Leben haben. Ich werde immer wieder an den alten Fehler erinnert, weil
ich die Frau seit dem nie mehr traf. Sicher hat sie alles von sich weg
geschüttelt. Und das steckt in uns so tief, dass man mit Gott einen Handel
machen will. Man sagt: Lieber Gott, ich bin nicht so päp, ich gebe dir auch
mal was. Du sollst auch von mir irgend wo was kriegen. Wissen Sie was das
ist? Das ist die Sprache der Religion. Sie werden in der Welt viel Religion
finden. Wo Sie hinsehen, in jedem Land, in jeder Stadt, auch in unseren
heidnischen Städten. Es gibt niemanden, der wirklich im tiefsten Grund
seines Herzens Gott leugnet. Wir wollen alle mit Gott einen Handel wir
wollen mit Gott in Frieden leben und wenn wir merken, Gott ist uns ganz nah
auf der Spur, dann geben wir wieder einen Obolus. So wie die einen ihre
Früchte hertragen, einen Tempel aufsuchen, sich vor Gott verbeugen. So will
man Gott dienen, aber man will ihm nicht dienen, wie Gott von uns fordert.
Verstehen Sie warum die Nachfolge Jesu das Ende aller Religion ist.
Jesus hat einen Totalanspruch auf unser Leben.
Wenn Paulus nach Ephesus
hineingeht, dann will er nicht den vielen Religionen, die damals schon in
dieser großen Mischreligion, in dieser Zeit damals in dieser großen
Geistesbewegung, der Gnosis, über die antike Welt gingen, noch eine neue
hinzufügen, sondern er möchte diesen Menschen sagen: "Ihr steht vor Jesus.
Jesus ist das letzte Wort Gottes und das erfordert ganze Hingabe. Er will
Herr unseres Leben sein. Er will Gehorsam. An ihm scheidet sich alle
Religion." Das ist ganz wichtig, dass Sie heute wieder merken, dass das ein
ganz großer Unterschied ist. Das was Jesus den Menschen der Welt bietet.
Ich habe ja heute in diesem Abschnitt 5 Punkte. Dass wir einmal beobachten,
wie das geht, wie Paulus dort predigt in Ephesus.
Es gibt zuerst furchtbaren Ärger.
Ungewöhnlich lange hat Paulus in der Synagoge reden
können. In anderen Städten, in die er kam, besonders damals in
Thessalonich, da ging's nur drei Sabbate lang, dann war schon die Hölle
los. Eigentlich recht geduldig haben die Leute zugehört, weil sie sehr
tolerant waren in Ephesus. Aber dann kam es doch auch zum Widerspruch. Nun
stellen Sie sich das mal vor, wie das hier heute morgen wäre. Wenn einige
sich erheben mitten drin in der Versammlung und Übel redeten vor dem Volk
und sich mit Nachdruck dagegen wenden, was da verkündigt wird. Da wäre
Tumult da. Das wäre ein Spektakel. Offener Widerspruch, Widerrede. Sie
wollen es nicht mit sich machen lassen und es gibt Ärger. Nun war ja der
Paulus ein unerschrockener Mann. Er erzählt einmal im Korintherbrief: Habe
ich nicht in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft? Das könnte sich auf die
Verse beziehen, die dann am nächsten Sonntag zum Predigen dran sind. Es
könnte sich aber auch auf die Diskussion in der Gemeinde beziehen. Damals
in der Synagoge. Wenn Sie wissen, wie geistig Auseinandersetzungen um das
Evangelium manchmal heiß geführt werden, wie das um Kopf und Kragen ging
und da wurde bis in die Nächte hinein debattiert und der Paulus, der
verkündigt das Evangelium und sagt das und die Menschen wehren sich
dagegen, weil sie sich das nicht gefallen lassen wollen. Was sie am meisten
ärgert ist ja, dass Paulus das immer so ausschließlich, so eindeutig
erzählt hat. Allein in Jesus ist das Heil. Er ist das eine Wort Gottes, dem
wir zu gehorchen haben im Leben und im Sterben. Er ist der einzige Weg zum
Vater. Kein anderer Weg führt zu Gott. Und die Leute merken: Das fordert
mich zur Entscheidung heraus und sie wollen doch diesem nicht folgen und
sie wehren sich und sie widersprechen. Sie können Ärger nie vermeiden, wenn
sie ein Zeuge Jesu sein wollen. Und wo das Evangelium von Jesus gepredigt
wird, gibt es Widerspruch, gibt's Feindschaft, gibt's Hass. Nur dass Sie
sich nicht wundern. Wir sollten auch mutig stehen, so wie es Paulus dann
diesen Ephesern, den Gemeindegliedern dieser Stadt dann angeraten hat. In
diesem schönen Abschnitt Epheser 6: So steht nun. Und dann erzählt er das
im Bild der Waffenrüstung eines römischen Legionärs. Zieht den Helm auf,
nehmt den Schild in die Hand, nehmt den Spies, zieht die Stiefel an und
kämpft. Dunkle Mächte dieser Welt, die Jesus den Zutritt und die Herrschaft
verweigern.
Wir kommen zum Zweiten:
Das Wort trifft auch auf offene Ohren.
Eigentlich
ist das überraschend. Paulus zieht sich plötzlich zurück aus dieser
Synagoge. Das ist so gar nicht seine Art. Er war ja immer einer, der sich
nicht so schnell vertreiben ließ. Warum, wieso? Aus Streit gibt's nie
Glauben. Das muss man sich merken: Streit ist wichtig, Auseinandersetzung
muss sein, aber wirkt nie Glauben. Und Paulus war ein Stratege. Von dem
kann man nur lernen. Er kann auch seine Taktik umstellen. Er ist nicht
immer nur einer Methode verpflichtet. Das ist wichtig, dass wir auch nicht
immer nur in unserem Dienst für Jesus nach der gleichen Art verfahren. Er
mietet eine andere Synagoge in der Nähe, im Haus des Tyrannus und hält dort
seine Versammlung ab. Scheidung kann manchmal auch gut sein, weil die
kleine Gemeinde Frieden braucht um richtig wachsen zu können. Und dort legt
er nun das Wort des Herrn freimütig aus. Zwei Jahre lang. In dieser langen
Zeit kann das Wort Gottes richtig sich entfalten. Und er unterweist diese
Leute, die anfangen mit dem Glauben ganz einfach in den Grundzügen. Er hat
ja auch einmal später in einem Brief das so beschrieben: Ich wollte unter
euch nichts anderes wissen, als Jesus, den gekreuzigten. Er erzählt immer
wieder das. Wir können Gott nichts geben. Wir müssen uns von ihm beschenken
lassen. Jesus ist der, der die Schuld meines Lebens zudeckt und ich kriege
von Gott das große Vorrecht, dass ich angenommen bin und sein Kind werde.
Und ich darf wieder aufatmen unter dem Wunder der Vergebung. Er macht mich
gerecht und heilig und neu. Das war schon groß, wie das die Menschen hören
und wie Glauben entsteht. Das ist das Thema über der Predigt. Glaube
wächst. Das fängt ganz klein an mit Vertrauen. Diese Leute fangen an der
Botschaft Vertrauen zu schenken und sie hören genau hin, lauschen.
Und wir sind beim dritten Punkt:
Das wirkt Vertrauen.
Das wirkt Vertrauen.
Hat Paulus eigentlich die ganze Zeit nur gepredigt? Heute spielt das eine
ganz große Rolle, ob unsere Verkündigung ganzheitlich ist. Also man sagt,
das genügt ja nicht, das man nur mit dem Wort Jesu bezeugt, man müsste
gleichzeitig auch diakonische und Sozialdienste tun. Man muss sich der
Notleidenden annehmen. Und Hungernde speisen und Kranke versorgen. Das ist
ja wichtig. Stimmt ja. Aber Paulus hat das ja ganz einseitig gemacht. Er
hat nur mit dem Mund verkündigt. Also das darf man heute schon kaum mehr,
weil man sagt, das geht nicht. Weil man vielleicht vergisst, dass das Erste
immer das Wort ist. Das Wort von Jesus. Und wo das Wort bei Menschen
Eingang findet und aufgenommen wird, dort wirkt das nun Frucht. Das steht
am Ende unseres Abschnittes in Vers 20: Das Wort des Herrn wurde mächtig
und wuchs. So wächst Glaube, in dem das Wort in uns Raum bekommt. Es ist
ganz gefährlich, wir hatten das ja schon am letzten Sonntag, dass wir heute
zu schnell zur Tat kommen. Ich beobachte das, dass viele Leute sich
engagieren für viele wichtige Dinge. Weltweit für die Gerechtigkeit, die
irgendwo geschieht. Und Sie können sich empören über das Unrecht, der
Leidenden, aber Sie sind noch nie zusammen gebrochen unter Ihrem eigenen
Unrecht. Haben Sie noch gar nie entdeckt. Und Sie haben noch nie daran
gelitten, dass Sie selber das Böse tun. Darum ist es wichtig, dass das Wort
des Herrn bei uns wächst. Und nur von Menschen, die erneuert und geheiligt
sind, geht eine Wirkung aus. Jetzt in diesen Frühlingstagen ist es ja auch
so schön, wenn man beobachtet, wie die Schöpfung Gottes draußen im Garten
anfängt zu keimen und zu knospen, wie plötzlich das Erdreich sich weg
schiebt und dann kommen die schönen Blumenpflanzen hoch. Hoffentlich haben
Sie Ihre Geranien schon umgetopft. Es eilt jetzt. Es treibt alles. Es
treibt alles. Und das Bild nimmt Paulus hier vom Wachsen des Wortes Gottes.
So wächst Glaube. Das ist nichts von etwas, was man sich macht, sondern das
Wort treibt uns und das treibt zur Tat. Das treibt zur Liebe, das treibt
zum Tun. Das Wort muss der Motor sein. Sonst ist es falsch. Damals wirkte
Gott nicht geringe Taten. Also große Taten durch die Hand des Paulus. Das
war dann mit der Predigt des Paulus gleichsam mitgefolgt. Nun war das ganz
merkwürdig. Lassen Sie es mich ein wenig salopp erzählen. Als nach der
Ansprache der Paulus seinen Kittel wieder anziehen will, ist der Kittel
weg. Wo ist der Kittel? Da kucken ein paar verlegen auf den Boden, dann
sagen die: "Wir haben den weggetragen." "Ja wo habt Ihr ihn hin getragen?"
"Ja unser kranker Freund, der kann ja nicht mit in die Versammlung und der
soll doch auch einen Segen haben." Da sagt der Paulus: "Das darf doch nicht
wahr sein. Habt Ihr meinen Kittel genommen, oder mein Taschentuch?" Wie er
die Nase schnäuzen will, ist keine Taschentuch da. Jetzt haben die es ihm
heimlich aus der Tasche gezogen und haben das auf die Kranken gelegt, in
der Hoffnung die Kranken werden gesund und die wurden gesund. Da sagen Sie,
was ist jetzt eigentlich los? Wirkt Gott durch Textilien? Das wäre ja ein
ganz neues Thema für den Konfirmandenunterricht. Wenn man noch unserem
Glaubensbekenntnis hinzufügen müsste. Es gibt ja Kirchen, im Kölner Dom
wird ein heiliger Rock aufbewahrt, wo Menschen der Meinung sind, wenn man
an diesen Rock glaubt, dann wird einem Heil widerfahren. Ich würde meinen,
solche Textilien sollte man aus der Kirche raus werfen und verbrennen und
statt dessen nur das Bild Jesu aufhängen. Wer auf Christus schaut, wird
gerettet. Aber was war denn damals? Das ist mir ein Bild der großen Güte
unseres Gottes. Wenn Menschen anfangen die ersten Schritte des Glaubens zu
gehen, dann geht Gott mit ihnen mit und bestätigt sie. Er geht dem
suchenden Glauben nach. Das war ja noch das magische Weltbild, in dem diese
Menschen lebten. Das kommt aus dem Heidentum, aus der Welt der Religionen.
Und Jesus ist sich nicht zu schade den Menschen zu zeigen: Ja ihr tut wohl
daran. Wir können das heute ja besser, wir gehen zu den Kranken, wir beten
mit ihnen, wir sagen ihnen das Wort. Und es wird besser mit ihnen. Aber
damals war es doch ein Dienst der Liebe, ein Dienst des Glaubens und des
Vertrauens. Ganz ähnlich war es ja damals auch bei Jesus mitten im Gedränge
der Menschen, wo so viele Leute von allen Seiten zu Jesus wollten. Eine
Frau, die elf Jahre krank war und Jesus nur am Saum seines Gewandes
berührt, und heil wird. Das ist nicht der natürliche Weg um von Jesus etwas
zu bekommen. Sie brauchen nicht den Rocksaum von Jesus. Das wäre falsch.
Sie können direkt mit ihm reden. Aber für die Frau, die ja gar nichts
anderes kannte und die so scheu war, die wird von Jesus nicht zurück
gestoßen, sondern die erlebt das sogar noch durch ihre alten Reste ihres
Aberglaubens hindurch. Das ist nichts weiter als Aberglaube, wo man
Textilien verehrt. Aber da erlebt sie, dass Gott ihr entgegen geht und sie
nun zu einem lebendigen Glauben führt. So wächst der Glaube. Man darf
erleben, wie Gott mächtig wirkt. Wir brauchen nicht stehen bleiben an den
Wundern, auch an denen, die uns die Wunder vermitteln. Paulus will nicht
verehrt sein. Es heißt: Der Herr wirkt mächtig durch die Hand des Paulus.
Es ist immer ein Gott, der Wunder wirkt auch durch die Hände der Menschen.
Er will geehrt und geliebt sein. Ihm gehört das Lob und der Dank. Das war
mein dritter Punkt. Das Wort wächst und weckt Vertrauen.
Aber das Vierte:
Es zielt auch in die Tiefe.
Da waren die Söhne des Skevas.
Skevas scheint offenbar ein Mediziner gewesen zu sein, der hier und da
seine Dienste angeboten hat, wo Leute krank waren. So etwas ähnliches wie
ein Zauberpriester, der mit okkulten Mächten umgeht. Und die, die etwas
verstanden von diesen Heilkünsten, die waren doch recht sprachlos, als sie
beobachteten, was Paulus gepredigt hat. Interessant. Wir können
Rückschlüsse ziehen auf die Verkündigung, die Paulus damals nach Ephesus
brachte. Wissen Sie was er verkündigt hat? Er hat vom Namen Jesus geredet.
Hatte immer nur ein Thema: Jesus. Und das haben diese Heiden schnell spitz
gekriegt. Und haben gesagt: "Das ist sein Thema. Und er sagt das in dem
Namen Jesu alle Macht ist. Die Macht, die die Hölle bezwingt, die Macht,
die größer ist als Krankheit, Leid und Schuld und Not. Schau auf zu Jesus."
Deshalb war auch gar keine Gefahr, dass die an den Textilien hängen
blieben. Die Predigt des Paulus war so eindeutig, ich will noch viel
lernen, ich will noch viel mehr von Jesus reden. Kann man gar nie genug.
Und nun sagen diese Söhne: Das machen wir auch. Und sie gehen her in die
Häuser und finden gebundene leidende Menschen und rufen über diesen
Menschen den Namen Jesus an. Was passiert? Es passieren ganz
undurchsichtige Dinge. Diese Wundertäter, die sich das anmaßen mit dem
Namen Jesus zu hantieren, die werden plötzlich geschlagen. Von dunklen
Mächten auf den Boden geworfen. Und die Menschen beobachten das alles, und
sie sagen: "Was ist denn hier passiert? Was war denn hier los?" Das ist
schon eine ganz wichtige Sache, die hier steht, nicht dass Sie meinen, das
wäre irgend ein dunkles Kapitel. Man geht ja manchmal in den Dienst Jesu
hinein. Leichtfertig. Vielleicht denkt man: Das kann ich auch. Ich habe
mich in den letzten Tagen sehr viel selbst geprüft: Bist du vielleicht bloß
in den Dienst gegangen, weil du gemeint hast, das wäre eindrucksvoll und
schön, wenn man dem Herrn dienen darf und predigen kann. So kann man schon
eine Jungschar übernehmen, weil es einem imponiert. Jetzt habe ich auch mal
Verantwortung. Aber es ist immer ein geistlicher Kampf mit den Mächten und
Gewalten dieser Welt. Und in dem Augenblick, wo ich selbst nicht ganz von
innen heraus geheiligt und gereinigt bin, kommen diese dunklen Mächte und
werfen uns zu Boden. Es gibt so viele gescheiterte Diener Jesu. Und
eigentlich kann man nur immer wieder weinen, wenn man die Gemeinde Jesu
ansieht. Da sehen Sie all die Schwächen. Da sehen Sie so viel menschliches,
so viel fehlsames. Da sorgt der Teufel immer dafür, dass das ans Licht
kommt. Und so viele, die Jesus einmal dienen wollten werden zu Schanden.
Sie können gar keine Frucht bringen, sondern am Ende triumphiert der
Teufel. So war's bei den Skevas Söhnen. Man kann mit dem Namen Jesus nicht
hantieren und meinen damit könnte man wirken, ohne dass man sich selbst ihm
ganz ausliefert und zur Verfügung stellt, sein Leben heiligt. Wie sagen
diese dunklen Mächte? Wer seid ihr? Wer seid ihr? Ich kenne wohl Paulus,
aber wer seid ihr? Der Teufel weiß ganz genau, wo er uns matt setzen kann
und das ist eine Warnung für uns, wenn der Glaube wächst, dass wir uns
nicht vorschnell unserem Herrn zum Dienst weihen, ohne dass unser Leben
ganz, bis in die Tiefen unseres Denkens und Fühlens gereinigt und geheiligt
ist. Da gibt's in uns ganze Bezirke, die wir dem Gehorsam Gottes entziehen.
Da gibt es bei uns Stellen, wo wir noch dunklen Mächten gehorsam sind, die
wir vor Gott verweigern und die wir nicht von seinem Geist uns erleuchten
lassen wollen. Und dann ist es gar kein Wunder, dass wir nicht brauchbar
werden, dass unser Dienst keine Frucht trägt. Warum wir für Jesus nicht
brauchbar werden. Ich möchte noch sagen, dass man das Wort Jesu gar nicht
so predigen kann. Das merken Sie selber. Ich habe oft den Eindruck, dass
Sie es zerbricht, jetzt unter der Kanzel und Sie genau spüren: "Ich bin an
einem Punkt dran. In meiner ehe, so geht es nicht mehr weiter. Und so mit
der Lüge in meinem Mund, und so mit meinem lieblosen Wesen, und so mit der
Unreinheit bei mir. Das darf nicht mehr sein. Ich muss das lösen. Sonst
kann Gottes Heiliger Geist nicht in mir wohnen. Ich bin unbrauchbar." Und
dann verstehe ich, dass man das nicht erträgt, weil es viel zu schwer ist.
Ob es die dunklen Mächte sind, die wider uns kämpfen, oder ob wir an der
eigenen Ohnmacht und Vollmachtslosigkeit scheitern und zu Schanden werden.
Es ist jedes mal das Gleiche. Es gibt keine tote Kirche auf lange Zeit,
sondern dann ist sie ganz gestorben. Entweder lebt sie mit Jesus in der
Heiligung ihrer Diener, oder nicht. Wir können nur gehorsam dem Herrn
dienen und das zielt in die Tiefe unseres Lebens. Diene dem Herrn mit
Freuden. Ich möchte Sie auch bitten, dass Sie einander diesen
Seelsorgedienst tun, dass Sie einander helfen, zur Klärung der
Lebensprobleme und Nöte. Es steht im alten Testament die Geschichte von
Saul, der Gott ungehorsam war und der Gott den gehorsam verweigert hat. Und
darauf hin kam in das Leben Sauls ein böser Geist. Er war ein Rappler und
wenn er seinen Rappler bekam, dann war er unberechenbar und die Leute
hatten Angst vor ihm und jetzt fängt natürlich die Sache an und man sagt:
"Was kann man eigentlich tun? Der Mann ist nervenkrank. Der Mann, der
braucht eine Betreuung." Nicht so sagen wir. Weil wir oft nicht
seelsorgerlich merken in der Tiefe ist etwas zerbrochen mit Gott. Und die
Freunde waren unklug. Es war niemand in der Umgebung Sauls, der sagen kann:
"Du musst vor Gott Buße tun, umkehren." Sie kommen dann auf die Idee, mit
Musik geht's besser und dann holen sie einen, weil man damals noch kein
Grammophon hatte, holte man damals einen Harfenspieler und das war der
David. Da sagt man: "Wenn der ein bisschen Musik macht, dann wird sich der
böse Geist schon legen." Wir haben in unserem Leben viele Dinge, wo wir
hoffen das legt sich schon. Nein, das legt sich nur, wenn es vor Gott
bereinigt ist. Vor Gott ins Licht gebracht wird. Wir können nicht den
Frieden Gottes haben. Kein Wunder haben wir ihn nicht, wenn wir
gleichzeitig ihm den Gehorsam verweigern. Und darum ist das so wichtig,
dass wir diese Geschichte kennen.
Noch das Fünfte:
Das Wort Gottes schafft klare Verhältnisse.
So wächst das
Wort Gottes, fängt mit Vertrauen an und geht dann immer tiefer und schafft
zum Schluss klare Verhältnisse. Wie das die anderen Gemeindeglieder dieser
jungen Gemeinde von Ephesus beobachten, was da mit den Skevas Söhnen
geschehen war, kam ganz unerwartet folgende Reaktion: Die sagen nicht:
"Aha, so ist das", sondern es befiel sie ein heiliger Schrecken. Liebe
Schwestern und Brüder. Das fehlt uns, dass wir manchmal über der Heiligkeit
Gottes selber wieder erschrecken. Das ist nicht harmlos, wenn wir ihm
dienen. Und die gehen auf einmal nach Hause und bringen Sachen mit. Das ist
gar nicht zu glauben, was in einem frommen Haus, das waren alles Juden,
gläubige, was in einem frommen Haus noch an gottlosen Dingen steht. Und da
schleppen sie Gerätschaften an. Halbe Bibliotheken. Nun kann man sich ja
streiten, ob das so schlimm ist mit den Zauberbüchern. Manche sagen, das
sei ja nur kulturelle Eigenart und man hätte das nur aus
Volkskundeinteresse. Da war vor vielen Jahren, manche unter Ihnen erinnern
sich noch, in Düsseldorf eine Jugendbundgruppe von EC-Jugendbund, für
entschiedenes Christentum, die hatten diese Stelle in ihrem Bibelkreis und
dann sagten einige junge Leute: "Jetzt weiß ich was das bei mir heißt. Ich
hab zu Hause ein paar Bücher, die werden mir zum Schaden. Da stehen so
unreine Dinge drin, die belasten mich." Dann haben sie sich am Abend
getroffen in Düsseldorf, dort am Rheinufer und haben ein großes Feuer
gemacht und haben die Bücher verbrannt. Und haben nicht gewusst, dass ein
Journalist dabei war. Und der Journalist hat gesehen, dass ein paar
namhafte Autoren unserer Tage dabei waren. Ich will sie nicht nennen. Und
das hat etwa in der großen Wochenzeitung "Die ZEIT" einen einseitigen
Leitartikel gegeben, die unheilvolle Praxis der Nazibücherverbrennung wird
von den fundamentalistischen Christen fort gesetzt. Und gleich war das Ding
wo, wo es gar nicht hätte sein sollen. Die jungen Leute wussten überhaupt
nichts von der Bücherverbrennung der Nazis, und die wollten bloß ihr Herz
rein haben, die wollten Jesus dienen. Deshalb machen Sie bitte kein Feuer
auf dem Wasen. Passen Sie auf, dass kein Journalist dabei ist und sonst
kleben Sie den Autor zu, aber Sie wissen was Ihnen schadet. Das mag
manchmal sogar die beste Literatur sein, oder ein Video, oder ein Heft, das
Sie haben, oder sonst irgend eine Praxis in Ihrem Leben. Das mag eine
Freundschaft sein und dann gibt es Dinge in Ihrem Leben, die sind vor Gott
nicht richtig. Auch wenn alle Welt das tut. Sie wissen, ich leide Schaden
an meiner Seele. Ich kann Gott nicht mehr dienen und das Wort kann nicht
wachsen und ich kann Jesus nicht lieben über dieser Sünde, die in meinem
Haus ist. Ich will jetzt mit niemandem streiten. Die Leute in Ephesus
wussten, was nötig ist und sie warfen es weg. Es hätte einen Haufen Geld,
hätte das gegeben, wenn Sie es zum Antiquariat geschleppt hätten. Sie
wollten nicht, dass andere auch noch ihre Seele dran vergiften. Ich bitte
Sie bringen Sie ihr Leben bis in die Konsequenzen in Ordnung. Und das was
uns heut oft Not tut, dass der Glaube wächst und bis zur Tat kommt. Jetzt
haben wir die Tat. Da wo sie hingehört. Es ist die Folge des Wortes. Das
was heraus wächst aus dem Wort. Und dass das große Wirkungen hat, wenn das
Wort des Herrn wächst und es nahm überhand. Ich wünsche mir das bei Ihnen,
dass das Wort Gottes, dass Sie schon so oft gehört haben auch in Ihrem
Leben wachsen kann und Frucht trägt. Wir wollen das nächste mal mehr hören,
welche Auswirkungen das für die Großstadt Ephesus hat. Große Wirkungen,
wenn man Gottes Wort Raum lässt.
Amen.
