Hinduimus Teil 3+4
01.01.2006
Serie•Teil 2 / 4Hinduismus und Buddhismus
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Einführung in die tantrischen und yogischen Wege
Der Tantra-Marga oder das Tantra-Yoga: Tantra ist uns insbesondere im Westen bekannt durch bestimmte sexualmagische Praktiken. Das wird auch ganz besonders im Lamaismus vertreten, also vom Dalai Lama. Dort gibt es eben Tantra.
Tantra sind magische Handlungen, die ich vollziehe und durch die ich mich mit dem göttlichen Brahman vereine. Das können bestimmte Sätze sein, Worte, Silben, Zaubersprüche oder bestimmte Zauberhandlungen sein. Dazu gehören auch bestimmte sexuelle Handlungen. Dabei dürfen wir das nicht missverstehen, als sei damit einfach der Vollzug der Sexualität gemeint.
Nein, nach hinduistischer Vorstellung, und auch buddhistischer, geht es darum: Die Sexualität ist eine starke Kraft im Menschen, und diese muss umgeleitet werden. Statt dass sie in einem Orgasmus zum Höhepunkt kommt, muss sie zur spirituellen Vervollkommnung umgeleitet werden. So besteht das Tantra, das sexualmagische Tantra, darin, sexuell zu stimulieren, aber ohne zu einem Höhepunkt zu kommen, sondern das dann umzuleiten in eine spirituelle Meditation.
Dafür gibt es dann genaue Anleitungen, was man da nun genau wie tun muss und so weiter. Darauf werde ich jetzt im Detail nicht eingehen, aber das ist ein Bereich des Tantra.
Dann gibt es als Nächstes den Yogamarga. Das ist dann der Weg des Yoga, also der uns im Westen bekannten Meditationsform, die auch mit bestimmten Sitzhaltungen verbunden ist. Meistens kennen wir hier im Westen von den verschiedenen Formen des Yoga, und zwar von den acht Stufen des Yoga, nur eine, nämlich das sogenannte Hatha-Yoga.
Ich werde euch jetzt auch die anderen Formen des Yoga, ich nehme das mal weg, ich lege es mir nachher wieder darauf, hier ist die Form des Yoga, die acht Stufen des Yoga aufgeführt, wie sie ein Inder, der diesen Weg der Erlösung verfolgt, benutzt. Also, ich werde das jetzt gerade einmal da vorlesen.
Die ersten Stufen: Disziplin und innere Sammlung
Erste Stufe. Auf der ersten Stufe ermüht sich der Yogi, also derjenige, der das Yoga betreibt, um die Erfüllung folgender fünf Gebote: Gewaltfreiheit, dieses Gebot hat Mahatma Gandhi konsequenterweise ausgelegt und befolgt und damit das Aufsehen der ganzen Welt erregt, Befolgung der Wahrheit, nicht stehlen, Enthaltsamkeit in Gedanken, Worten und Werken, nicht begehren, das heißt kein Ansammeln von überflüssigen Dingen.
Hier merken wir: Die erste Stufe des Yoga ist bei uns relativ wenig bekannt. Aber wir merken nachher auch, dass diese Stufen aufeinander aufbauen. Diese erste Stufe soll überhaupt die Voraussetzung schaffen, um die anderen Stufen sinnvoll durchführen zu können. Das, was wir hier sehen, ist, möglichst wenig Unrechtes zu tun und sich möglichst von der materiellen Welt schon ein Stück weit zu verabschieden. Also: Das ist nicht wichtig. Ja, das sind Gebote. Ich werde nachher auch noch Gebote nennen, will ich das jetzt hier nicht einklammern. Es gibt dann noch mal acht Gebote, ja, aber das sind einige der grundlegenden Gebote, an die man sich halten soll.
Also, zweite Stufe: Da übt sich der Yogi in weiteren fünf Verhaltensregeln. Körperliche und geistige Reinheit erreicht er durch Körper- und Atemübungen, Genügsamkeit, Selbstzucht und Versteihung, Selbsterforschung und Studium der Heiligen Schriften, Vertrauen und Hingabe an Gott.
Also, wir sehen: In der nächsten Stufe erst allgemeine Gebote, die kann man auch noch im täglichen Leben erfüllen. Jetzt merken wir, das Ganze wird schon etwas vergeistigter. Also, ich öffne mich mehr der geistigen Welt gegenüber und schalte bestimmte Dinge wie eben Selbstzucht. Das heißt: Wenn ich jetzt Hunger habe, höre ich nicht mehr darauf. Hunger ist nicht wichtig. Ich versuche, mich selbst in die Gewalt zu bekommen, auch das Gefühlserleben, das ich habe, in die Gewalt zu bekommen.
Wir werden sehen: Das Gesamtkonzept des Yoga ist darauf aufgebaut, mich immer weiter von der wahrnehmbaren Welt zu entfernen, weil die wahrnehmbare Welt Maya ist, Vorstellung, diese Illusion. Deshalb muss ich immer weiter diese Welt ausschalten, Stück für Stück, und mich dann der jenseitigen, transzendenten Welt öffnen. Das Ausschalten der diesseitigen Welt erreiche ich dadurch, indem ich mir erst ihrer bewusst werde, also bewusst werde, was ich eigentlich handhabe, und dann das verneine, also sage: Mein Ding, ich werde mir jetzt bewusst, ich habe Hunger, ich esse nicht einfach, sondern ich werde mir das bewusst und sage: Nein, ich will nicht darauf achten, Hunger ist nichts. Das können wir dann nachher um zwölf Uhr sagen. Ich gehe die Stufe, erreiche: Hunger ist nichts, Hunger gibt es nicht, sondern das eigentlich Geistige, das ist eben weit höher, geht darüber hinaus.
Das wäre diese Stufe. Also dann wären wir auf der zweiten Stufe angelangt.
Körper, Atem und die Abkehr von der sichtbaren Welt
Die dritte Stufe hat in der westlichen Welt am meisten Beachtung gefunden: das Hatha-Yoga. Hier gewinnt der Yogi durch lange Übungen die volle Kontrolle über seinen Körper und das Nervensystem. In Verbindung mit dieser Stufe steht dann die nächste Stufe.
Jetzt wird es hier unten ein bisschen scharf. So, wir sehen: Jetzt kommen dann Übungen, die schon etwas losgelöster von der realen, täglichen Welt sind: Atemübungen. Erste Stufe: Atemübungen. Meistens sind sie auch mit bestimmten Haltungen verbunden, so wie ihr hier einige dieser Haltungen seht. Also, das hier sind Haltungen des Hatha-Yoga. Ihr könnt ja nachher mal üben. Hier, ich würde sagen, die da oben fühlt sich so anders an. Wenn ihr dann mal ein paar Stunden so gestanden habt, dann fühlt ihr euch bestimmt auch etwas erhabener. Dann steigt langsam das ganze Blut ins Gehirn hinein und durchblutet es dann, und dann könnt ihr besser denken und ja.
Also, ja, wobei diese ist auch nicht zu beachten. So versucht man hier so, nur auf den Zehenspitzen so und dann hier und dann auch noch ein bisschen so still stehenbleiben und dann noch zu meditieren oder sich zu konzentrieren. Diese Übungen sollen auch dazu dienen, den Körper ganz bewusst zu beherrschen und ihn dann auszuschalten. Wie auch diese Atemmeditation. Es soll darum gehen, du sollst dich nur auf deinen Atem konzentrieren.
Also, ich habe mal jemanden kennengelernt, der war mehrere Jahre Mönch in einem buddhistischen Kloster. Die haben ähnliche Meditationspraktiken. Er sagte, wenn ich mich richtig entsinne, ich habe nicht die genaue Zahl mehr im Kopf, aber ich meine, dass er gesagt hat, so nach fünf Jahren hätte er es erreicht: so zumindest für zehn Atemzüge an nichts anderes zu denken als nur an die Atmung. Also, es ist langwierig. Ich meine, probiert das einmal: jetzt nur ans Atmen zu denken und nicht zu denken, ich sehe da irgendetwas oder da höre ich etwas oder jetzt habe ich Hunger oder wirklich kratzt es gerade, dass alle an nichts denken, sondern nur atmen.
Brahman ist auch in der Umgebung enthalten, und Brahman nimmst du in dich auf. Also wenn du atmest, dann nimmst du Brahman in dich auf, und dann fließt Brahman wieder aus dir heraus, wie der Atem, der ewige Atem. So ist das die Vorstellung.
Jetzt atmest du und du schließt meinetwegen die Augen dazu. Du bist ganz still, nicht als einer. Also auch nicht so schnell atmen, sondern ganz tiefe Atmung, Bauchatmung, also hier ganz voll und dann immer weiter und dann eben auch ganz langsam wieder ausatmen, ganz ruhig. Und das machst du, und da konzentrierst du dich darauf. Das ist diese Atemmeditation. Und dann eben nur: Du bist nur das Atmen, du bist nur dein Atem. Das ist das Ziel davon.
Schließlich soll es auch dann dazu führen, dass du durch den Atem alle Lebensfunktionen kontrollieren kannst. Es gibt ja die verrückten Geschichten von den Yogis, die sich dann eingraben lassen oder die ihr Herz stillstehen lassen. Das ist an sich, wir denken, das ist ein bisschen skurril, so für die Varieté oder so. Aber bei denen geht es darum: Der Körper ist auch nur Maja, und den muss ich so unter Gewalt bekommen, unter die Gewalt des Geistes, dass ich eben den auch ausschalten kann, dass ich mein Herz stillstehen lassen kann, dass ich die Atmung abstellen kann und dass ich mich dann vereine mit Brahman.
Deshalb auch dieses genaue Konzentrieren. Alles andere wird ausgeschaltet.
Vertiefung der Meditation und das Ziel der Auflösung
Nächste Stufe. Also, die Stufe der Atemüberholung. Hier soll die Beherrschung des inneren Atems erreicht werden, und die geistige Verdunklung soll aufgehoben werden. Also die geistige Verdunklung, dass ich meine, das sei Realität, dass ich denke, du bist wirklich da hier heute Morgen, nicht? Dabei bist du ja eigentlich gar nicht da. Und wenn ich jetzt lange genug darüber meditiere, dann merke ich das auch. Dann merke ich, ihr seid alle bloß in meiner Vorstellung da. Und in Wirklichkeit, ich bin du und du bist ich und du bist die Ente und wir zusammen sind der Baum, das ist alles eins. Alle Unterschneidungen sind eigentlich Illusionen, und wenn ich das einmal erreicht habe, dann bin ich schon ziemlich verrückt, nicht? Aber dann bin ich der Erleuchtung ein Stück näher.
Also, es gibt dann Geschichten, natürlich auch ein bisschen humoristisch könnten wir das dabei sagen. Es geht dann so um eine Geschichte, die ich gelesen habe von einem indischen Yogi. Eines Tages war der in Neu-Delhi so auf der öffentlichen Bedürfnisanstalt, da lag der so richtig im Urin, und dann hat er gesagt: Ah, wie schön ist das hier und so weiter. Und das war tatsächlich so, der hat die Realität der Welt schon hinter sich gelassen. Er war in einer jenseitigen Welt, in der es gar nicht mehr darauf ankommt, ob es da stinkt, ob da Dreck ist, ob da Ratten sind, keine Sache mehr. Das ist das Ziel, denn das ist ja nur Illusion, von dem müssen wir uns trennen.
Also, Illusion: Der Vorgang dieser Erleuchtung wird verglichen, von innen, wir haben immer viele schöne Geschichten, wird verglichen. Da wird gesagt, da kommt einer in seine Hütte hinein und er sieht am anderen Ende der Hütte eine Schlange, und dann hat er Angst davor. Und dann stellt er das Licht an und merkt, dass das nur ein Seil ist, was da herunterhängt. So ähnlich wird das in der Welt. Ich habe jetzt den Eindruck, ihr sitzt da hinten, denn wirklich ist das gar nicht so. Plötzlich stellt sich das geistige Licht ein, ich meine Erleuchtung, zack, und dann sehe ich, ihr seid ja gar nicht da, wir sind alle eins, wir sind alle Brachmann, das ist dann die Erleuchtung. So ähnlich muss man sich das also vorstellen.
Die Erlösung, ist das die Erlösung für die nächste Gruppe? Nein, die Erlösung ist damit die Enderlösung gemeint, und die Enderlösung ist damit erreicht nicht, dass wir in dem Paradies sind, sondern dass wir nicht mehr da sind. Wobei, auch das ist wiederum falsch, und zwar insofern, weil wir sind ja sowieso nicht mehr da, auch schon nach der nächsten Geburt, sondern das Atman ist nicht mehr da, sondern das Atman vereint sich mit Brachman. Du als Persönlichkeit bist ja sowieso nur Illusion. Also, wie klug du nun bist, ob du nun Kinder hast oder nicht oder wie du dich verhältst, das sind alles nur Illusionen, das klebt nur an dieser Welt. Das Atman ist das Eigentliche, und dieses Atman ist im nächsten Leben vielleicht eine Frau, vielleicht ein Mann, vielleicht ein Gott, vielleicht eine Ratte, das weiß niemand so genau. Es erinnert sich sowieso nicht an das vorherige Leben, es ist auch nicht wichtig, sondern nur das Karma ist wichtig.
Wiedergeburt, Karma und die religiöse Deutung des Lebens
Aber was würde ich denn erreichen, wenn ich mich da mal anstrengte und allem aussetzte?
Ja, dass du auf der nächsten Stufe deiner Wiedergeburt langsam der Auflösung näherkommst. Denn das Leben ist ja negativ, das Leben ist ja Kummer. Du merkst, du bist da irgendeine Schlamme, dir geht es schlecht, also musst du das ertragen. Aber dadurch, dass du es erträgst, erlangst du die Möglichkeit, nicht mehr so viele Male wiedergeboren zu werden und das zu erleiden, sondern dann im Brahman aufzugehen. Und wenn du im Brahman bist, dann ist das Leiden nicht mehr da. Es gibt kein Leiden, es gibt keine Probleme, es gibt keine Bemühungen mehr, kein Schwitzen mehr, kein Hunger mehr, gar nichts mehr.
Richtig, genau. Nur eben das, was wir hier trennen müssen. Deshalb meine ich, dass es nicht du als Individualität ist, sondern du als neutrales Atman.
Aber ich denke, da steckt ja doch ein Individuum dahinter, oder ein Mensch dahinter, der das ja irgendwie leben muss, der zufällig fragen will: Wie ist das Lebensgefühl denn dabei?
Vollkommen richtig! Das ist ja auch ein Punkt, an dem wir als Christen einhalten müssen. Denn ich denke, dass dieses Bild, dieses lebensverneinende Bild der Hindus, ja etwas ist, was gar nicht lebbar ist. Es sei denn, ich habe es ja erwähnt: Du bist verrückt, du lässt dich irgendwo in die Klapsmühle einliefern. Aber sonst ist natürlich jeder Hindu sich ja bewusst: Ich bin da. Und er streitet sich auch mit seiner Frau, oder er zieht auch seine Kinder, der ärgert sich über seinen Kollegen. Klar, und das ist ja etwas, wo wir anknüpfen können, wo wir sagen können: Das, was da geglaubt wird, ist ja gar nicht realitätsnah. Das ist ja gar nicht so, wie du das erlebst.
Wo wir sagen können: Bei uns nimmt sich Gott deiner an, wie du als Mensch bist, kennt auch deine Probleme, die wahren, die du jetzt erlebst. Und es ist eben nicht nur Einbildung, es ist Realität. Also das setzen wir ja gerade dem entgegen. Das können wir da einfügen, weil das der Hindu ja auch erkennt. Nur der wirklich fromme Hindu, der sagt: Ich erkenne das, aber ich muss mich eben bemühen, das auszuschalten.
Das heißt: Ja, ich fühle tatsächlich jetzt Schmerz, ich bin eifersüchtig auf etwas, was ich sehen will, aber das ist eben nur vordergründig. Jetzt muss ich daran arbeiten, dass ich das nicht mehr empfinde. Ich löse nicht das Problem, aber ich empfinde das nicht mehr.
Deshalb sind viele Hindus in der Vergangenheit, jetzt in der Gegenwart, wo sie immer stärker westlich geprägt werden, besonders in der Stadt und in der Elite, stärker von westlichen Vorstellungen geprägt. Manche jüngere Leute auch. Aber ursprünglich sind sie sehr fatalistisch.
Also es gibt einen armen Hindu, der ist halt arm. Und wenn du in einer einfachen Kaste bist, wo du nur Schuhe putzt oder so, dann ist das einfach so. Dann musst du diese Aufgabe gut ausfüllen, denn im nächsten Ring kann es vielleicht ein bisschen höher kommen.
Es gibt in Indien kaum irgendwelche sozialen Konflikte, wie ja in Europa. In Europa immer: Was, die sind reich, ich will auch reich werden. Jetzt wird demonstriert, jetzt werden Gewerkschaften, jetzt werden Revolutionen gemacht. Das gibt es in Indien nicht. Weil das ist so von den Göttern vorhergesehen, dass du so bist und dass du in dieser Kaste bist. Das ist einfach so. Dagegen kann man nicht rebellieren, das ist doch ein ewiges kosmisches Gesetz. Das wäre so, als wenn du gegen die Schwerkraft rebellieren wolltest oder so. Das wäre ja unsinnig. Das ist einfach so. Das ist eher die hinduistische Auffassung.
Ja, wie gesagt, ich zeige euch ja jetzt eine Form, einen Grundgedanken des Hinduismus. In der Realität können natürlich viele Hindus das gar nicht so leben. Nur ist das eine Art Grundform, die die Leute prägt. So wie wir sehen: In Deutschland waren in der Vergangenheit viele Menschen mit grundsätzlichen Ideen des Christentums verbunden, auch wenn sie nicht Christen waren, auch wenn sie viele Details nicht kannten. Aber das war so nur Grundstimmung. Die ist ja jetzt immer noch da.
Ich habe ja erwähnt, in der Wissenschaft zum Beispiel, am Anfang der Geschichte, am Ende der Geschichte, dass zum Beispiel so etwas wie Ehebruch und Diebstahl schlecht sind. Das sind alles so Grundsätze. Und so muss man aussehen: Bei den meisten Indern sind so grundsätzliche Prägungen, die es uns schwer machen können, auch wenn der Inder nicht jedes Detail des Hinduismus kennt.
Ja. Ja. Natürlich, okkulte Kräfte, ja. Weil das ist hier klar. Ich habe ja auch gesagt, durch diese ganzen Praktiken öffnet sich der Mensch bewusst diesen kosmischen Energien, diesen indischen Göttern. Und dass es göttliche Kräfte und Mächte gibt, auch wiedergöttliche, sehen wir in der Bibel eindeutig. Und dass diese auch Machtwirkungen hervorrufen können, sehen wir auch eindeutig.
Denken wir an die Zauberer bei Mose vor dem Pharao. Die konnten auch da Wundertaten tun. Oder denken wir an Simon Magus in der Apostelgeschichte, der ja aus nichtgöttlicher Kraft Wunder vollziehen konnte, sodass die Leute gesagt haben: Da ist die große Kraft Gottes in ihm, obwohl es nicht so war.
Das heißt, wir finden zum Beispiel auch in der Bibel, wo Menschen aus okkulten Kräften Dinge tun konnten. Und so ist auch Hinduismus. Klar, das kann dazu führen, wo Menschen sich intensiv darauf einlassen.
Nein, genau richtig, ja. Das ist durchaus richtig. Ja, also Sie sehen das als göttliche Energie und Kräfte an oder als Teil dieser jenseitigen Realität an, der sie sich verschreiben. Aber wir als Christen müssen das natürlich anders einordnen und in einem Gespräch, wenn wir mit einem Hindu zu tun haben, der diesen Weg der Erlösung wählt, das auch ansprechen. Das ist ja ein Weg der Erlösung. Wir müssen sehen: Auch nicht alle Hinduisten wählen den.
Die Stufen der Lebensführung und die Ordnung der Kasten
Sechste und siebte Stufe dienen der Konzentration auf einen geistigen Gegenstand, einen geistigen Gegenstand, der den Yogi entrückt, so dass er nichts Äußeres mehr wahrnimmt und jegliches Zeitgefühl verliert.
Auch da gibt es verschiedene Berichte darüber, wie irgendwelche hinduistischen Yogi im Himalaya sitzen, dann von Schnee bedeckt sind und nach 14 Tagen ohne Essen und Trinken wieder aufwachen und im Jenseits gewesen sein sollen. Manche dieser Berichte sind unglaubwürdig. Es gibt natürlich auch Sensationsgeschichten, die einfach für den Westen bestimmt sind.
Auf der siebten Stufe der Meditation wird das Denken zum Schweigen gebracht. Das ist die nächste Stufe. Der Yogi öffnet sich dem Einstrom der kosmischen Kraft und versinkt im kosmischen Meer der Ruhe und des Friedens, in Brahman.
Wir merken also, dass manchmal versucht wird, bei uns diese Körperübungen vollkommen zu lösen. Im Hinduismus sind diese Körperübungen nur eine Zwischenstufe, nicht dazu da, den Körper fit zu halten, sondern um den Körper auszuschalten. Ich lerne, meinen Körper zu beherrschen, und schalte ihn aus. Ich lerne, meinen Geist zu beherrschen, und schalte ihn aus. Das ist ja auch hier die Stufe. Ich denke nicht mehr, also muss ich dahin kommen, dass ich nicht mehr denke und nicht mehr wahrnehme.
Und die achte Stufe, das Samadhi, ist dann eben die Erleuchtung. Erreicht der Yogi das Ziel der vollkommenen Erleuchtung und Befreiung, ist er jetzt eins mit Brahman, er ist nicht mehr da. Das ist das Ziel.
Da merken wir natürlich auch: Das Ziel eines Hindus ist ein ganz anderes als bei uns. Wir gehen davon aus, dass wir als Person auch bei Gott sein werden in der Ewigkeit. Davon geht ein Hindu nicht aus. Wir gehen davon aus, es gibt ein einmaliges Leben. Davon geht der Hindu nicht aus. Wir gehen davon aus, Gott kommuniziert mit uns auf verständliche Art und Weise. Davon geht ein Hindu nicht aus. Wir gehen davon aus, Gott teilt uns auch direkt mit, was wir tun müssen. Das weiß ein Hindu nicht; die Götter teilen das nicht mit.
Ja, also das ist das Yoga, Yoga Marga, Karma Marga. Ich werde nur diese Margas durchgehen, damit ihr Geduld habt, und danach werden wir eine Pause machen, ja?
Karma Marga, Karma Yoga, ist der Weg der Werke, Werkgerechtigkeit. Hier muss man bestimmte Gebote einhalten und dadurch die Erleuchtung bekommen. Das Geboteeinhalten macht sich bei dem Hindu insbesondere daran fest, dass er die verschiedenen Stufen seines Lebens in der Ordnung der Heiligen Schriften absolviert.
Die verschiedenen Stufen sind folgende: Zuerst einmal die, dass man sich dem Lebensstadium entsprechend verhält. Die Lebensstadien sind vier Lebensstadien, und in denen muss sich ein Hindu unterschiedlich verhalten.
Also wir sagen vielleicht: Na ja, du musst dein Leben lang in der Bibel lesen, das ist richtig und gut. Ein Hindu nicht. Nein, nein, es kommt darauf an, in welcher Lebensphase du bist. In manchen Lebensphasen ist es gut, dieses zu tun, in anderen ist es schlecht, das zu tun.
So, die erste Lebensphase ist die der Jugend, des Studiums. Der Schüler bildet seinen Verstand und bereitet sich auf den künftigen Dienst an der Gesellschaft vor. Er lebt mit seinem Lehrer, den er als geistigen Vater betrachtet, in der Zurückgezogenheit des Waldes. Er führt ein keusches Leben, spart seine Lebenskräfte und meidet die Verunreinigung des Körpers und des Geistes durch üble Worte, Gedanken oder Taten. Lehrer und ältere Personen behandelt er mit Achtung. Er ist vertraut mit den kultischen Gütern der Rasse. Reiche und arme Schüler leben unter dem gleichen Dach und erfahren von dem Lehrer und seiner Frau die gleiche Behandlung.
Zweite Stufe: Durch Heirat tritt der Mann in die zweite Lebensstufe ein. Ein normaler Mann sehnt sich nach einer Gefährtin. Dieses biologische und geistige Bedürfnis ist legitim, so erfordert es. Die Ehe ist weder das Bekenntnis einer Sünde noch das Eingeständnis einer Schwäche, sondern eine Übung zur Teilnahme am reicheren Leben der Gesellschaft. Das heißt, auch Ehe und Kinder bekommen ist eine religiöse Pflicht. Damit komme ich meiner Erleuchtung etwas näher, das ist der Weg des Karma Marga.
Nein, ich suche mir normalerweise einen aus. Aber ich habe auch gesagt: Auch das gilt nicht für alle, sondern manchmal gibt es auch Überschneidungen. Das heißt, einer wählt zugleich zwei Wege. Bei den meisten Hindus ist es eine Mischung aus diesen Wegen. Was das Ganze auch wieder schwieriger macht.
Also, wie gesagt, wenn ihr einen echten Hindu trefft, am besten fragt ihr ihn erst einmal, was er glaubt, ehe ihr da hingeht und sagt: Ja, du glaubst doch hier an was, was ich da Tantra Marga ... Nö, keine Ahnung, weiß gar nicht, was das ist. Dann sagst du: Ja, aber du glaubst doch, dass es so viele Götter gibt. Nein, ich verehre nur einen Gott.
Da merkt man: Das ist ganz unterschiedlich. Es ist gut, dass ihr diese ganze Spannbreite kennenlernt, damit ihr es einordnen könnt. Aber fragt einen Hindu lieber genau, was er glaubt. Denn ihr könnt davon ausgehen: Von den eine Milliarde Hindus glaubt eine Milliarde etwas Verschiedenes.
Nein, das liegt auch schon allein daran, dass die meisten Hindus zu Hause für sich noch einen Hausgott haben, den sie verehren. Und dieser Hausgott ist individuell, den gibt es nur in diesem Haus. Das heißt, diesen Gott, den der noch dazu verehrt, hat nur er. Da merkt man: Das ist alles individuell verschiedenartig, weil es ja auch nicht darauf ankommt. Die Götter sind ja nicht so wichtig und exklusiv wie bei uns. Ob du dann auch ein paar Tausend Götter mehr hast, spielt keine Rolle.
Deshalb sind Hindus auch im westlichen Verständnis so ganz tolerant. Ob du zu Allah betest oder zu Jahwe oder zu Jesus, vollkommen egal. Ach, noch ein paar Götter dazu, spielt keine Rolle. Wenn du die gerne hast, machen wir, kein Problem.
Ich meine hier: Ich habe da ein Bild gefunden von einem Kiosk in Neu-Delhi. Da gab es zum Beispiel dieses hier zu kaufen, diese Andenken im hinduistischen Kiosk. Ihr seht hier: Das ist das islamische Heiligtum in der Kaaba, hier Jesus Christus, ein bisschen katholisch, so mit dem heiligen Herzen und so. Dann hier oben, eben das hier ist ein bisschen eher buddhistisch, das ist eher hinduistisch. Die Religionen alle zusammen, das ist doch alles gut, passt doch gut.
Aber das ist ja gerade nicht der Anspruch Jesu. Das heißt, die Toleranz besteht darin: Wir integrieren die anderen Religionen in unsere Religion. Das heißt, wir werden alle Hindus, nur mit unserem kleinen Privatgott noch dazu. Aber das ist keine Toleranz in dem Sinne: Ich akzeptiere, dass das wahr ist. Nein, es ist nicht wahr.
Deshalb sind sie auch sehr allergisch gegen christliche Missionare, die dann sagen, diese Götter sind alle falsch und nur der ist richtig. Das darfst du nicht. Aber du darfst deinen Gott verehren, das ist kein Problem. Aber wehe, du sagst, die anderen sind falsch, die sind nicht richtig.
Es gibt jetzt auch wieder eine Antwort. Also, das ist natürlich auch das Schöne im Hinduismus: Man kann sagen, ja, das ist richtig. Man kann sagen, nein, das ist richtig. Hilft dir das weiter?
Also, es gibt bestimmte hinduistische Orden, die betreiben Missionen, betreiben auch eine Art Weltmission. Es gibt Organisationen, die wollen weltweit Tempel bauen und Menschen zum Hinduismus führen. Eine dieser Orden ist zum Beispiel die Hare Krishnas. Das ist eine hinduistische Gruppierung, eine hinduistische Sekte, wobei Sekte ja nicht abwertend im hinduistischen Sinne gemeint ist. Die haben sich den Gott Krishna herausgesucht, den sie verehren, und sie wollen im Westen eben das Krishna-Bewusstsein fördern. Oder Bhagwan ist ein anderer. Bhagwan ist auch ein hinduistischer Guru, der versucht, weltweit Menschen für den Hinduismus zu werben, oder versuchte. Und es gibt verschiedene andere auch. Sai Baba ist zum Beispiel ein anderer, der weit verbreitet ist, und so andere mehr. Und die versuchen, direkt dafür zu werben. Das gibt es auch.
Deshalb werden auch in Westeuropa immer mehr Tempel gebaut. Da wird dafür geworben, mit internationaler Literatur, mit Einladungen, und viele westliche Leute sind dafür offen. Es klingt ja erst einmal sehr bunt und skurril und nach viel Freiheit und Toleranz und so. Das ist dann durchaus etwas, womit sie versuchen zu werben.
Aber normalerweise in der Vergangenheit und so ist das auch bei den orthodoxen Hindus sozusagen, die nicht so modern sind: Sie haben keine Mission betrieben, sondern sie haben verstanden, Hinduismus ist die Religion Indiens. Darüber hinaus die Leute, na ja, die werden irgendwann auch mal als Inder wiedergeboren, dann können sie diese Religion auch haben. Aber warum sollen die missionieren? Die werden ja sowieso irgendwann wiedergeboren, und irgendwann erkennen sie das sowieso. Warum muss ich die erreichen? Irgendwann ihren Regeln keine Zuren, wenn sie das selbst merken.
Nö, also ja, das ist noch etwas anderes, das schon, das schon. Aber besonders dann, wenn sie in Frage gestellt werden, also das heißt durch Christen, durch Muslime, dann sind sie auch fanatisch, weil sie sich bedroht fühlen in ihrer Identität. Dann ja. Aber solange du dich dem einordnest, solange du sagst: Okay, ich bitte zu Jesus und du bittest zu deinen Göttern, dann ist kein Problem. Aber wenn du sagst: Jesus ist der einzige Gott, die anderen Götter sind alle falsch, dann ist das ein Problem. Dann gibt es auch Fanatische.
Ja, genau, ja, gibt es. Das ist eben wegen dieses Konflikts, wegen dieser Konfrontation.
Familie, Pflicht und die vier Lebensphasen
Nun, wir sind also bei der Heirat. Die Ehe ist also weder ein eingeständter Sohn, sondern durch die Kinder erwachsenen Eheleute soziale Verpflichtungen. Der Hindu betrachtet die Geschlechtsliebe nicht als das wichtigste Element der Ehe, des Ehelebens. Ehegatte und Gattin sind vor allem Weggenossen des geistigen Fortschritts, und die Familie ist ein Betätigungsfeld zur Übung der Selbstlosigkeit.
Hier merken wir wieder: Hier spielen die Mythen eine Rolle. Da wird der Mythos von Krishna erzählt, der Mahabharata-Mythos wird erzählt, und dann wird gesagt: So musste ich mich verhalten, wie Sita, Sita, die vorbildliche Gattin, die treu war, selbst als sie da von dem bösen Dämonengott gefangen genommen worden ist. Das ist das Vorbild, das ist jetzt eben hier eingebaut. Da spielen diese Geschichten eine Rolle.
Das Fundament einer guten Gesellschaft ist der gesunde Hausvater, der seine Pflichten als Lehrer, Soldat, Staatsmann, Händler, Wissenschaftler oder Handarbeiter gewissenhaft erfüllt. Er soll danach trachten, Reichtum zu erwerben und die Annehmlichkeiten des Lebens zu genießen. Hier sehen wir: Das ist ein Gebot zu diesem Zeitpunkt des Lebens. Werde reich, genieße das Leben, iss, trink, habe viele Kinder, sei erfolgreich, das ist ein Gebot, wie du deiner Erleuchtung entgegenarbeiten kannst.
Hier merken wir wieder: Das ist auch für uns ein bisschen schwierig. Wie kann denn das sein? Und wir merken später: Das verändert sich. Andere Lebensphase, andere Regeln. Also, er soll danach trachten, reich zu sein, genau, aber Recht schaffen. Die fünf Hauptpflichten des Hausvaters sind das Studium und die Lehre der Veden, die tägliche Verehrung der Götter durch angemessene Riten, Dankbarkeit gegenüber den abgeschiedenen Vorfahren durch Opferung von Speisen und Trank für die Geister gemäß den Geboten der Schriften, freundliche Behandlung der Haustiere und Gastfreundschaft gegenüber Besuchern, Heimatlosen und Hilflosen.
Dritte Stufe: Wenn die Haut runzlig wird und die Haare ergrauen, gibt es hier schon niemanden unter uns. Also dann kommt die nächste Phase, wenn das Enkelkind geboren wird und der Mann reif wird für das dritte Lebensstadium, dass er im Wald oder an einem anderen ruhigen Ort verbringt. In diesem Stadium erscheinen die Genüsse und die Ausschweifungen der Jugend schal, und die physischen Bedürfnisse sind auf ein Minimum zurückgegangen. Das dritte Stadium ist das Studium der Schriften, der Meditation und Gottgerichtetheit.
Also ab einem bestimmten Alter: Jetzt ist Karriere falsch, jetzt erkenne ich das alles noch vordergründig, jetzt ziehe ich mich zurück. Jetzt verlasse ich auch das Haus möglicherweise. Also, ich bin keine Verpflichtungen mehr, irgendjemanden zu unterstützen, vorbei, ganz für meine Selbstverwirklichung da.
Und die letzte Phase, wenn man die noch erreicht, hier unten: Da bin ich dann vollkommen bedürfnislos und sitze irgendwo an einem Straßenrand, lasse mir den Staub ins Gesicht wehen, esse nur das, was die Leute mir mildtätig in den Schoß werfen, und kenne auch meine Kinder nicht mehr. Mit denen kümmere ich mich nicht mehr darum. Wenn die Kinder haben, okay, brauche ich mich nicht mehr darum zu bemühen.
Also, während des vierten Stadiums verzichtet der Mann auf die Welt und führt ein menschliches Leben. Er ist nicht länger gebunden durch soziale Gesetze, der Ruf des Unendlichen wird unwiderstehlich in ihm. Selbst Wohltätigkeit und Dienst an der Gesellschaft scheinen ihm unangemessen. Er erhebt sich über alle weltlichen Bindungen, irdischen Verpflichtungen und menschlichen Beziehungen. Er wird zum Freund aller seiner Mitmenschen, der Götter und der Tiere. Nicht länger versucht er, durch Reichtum, Ehre oder Macht zu bewahren. Der Mönch bewahrt das Gleichgewicht des Geistlichen in allen Lagen. Er wendet sich ab von den Eitelkeiten der Welt, weiht sein Leben der Übung des Gottbewusstseins, das allein des Menschen wahrer Freund ist und in dem ihm das spätere Leben und durch das spätere Leben.
Im vierten Stadium erreicht er ein zuchtvolles Leben seine höchste Blüte. Dies ist treffend ausgedrückt in dem Spruch: Wenn ein Mensch geboren wird, weint er und die Welt lacht. Doch er soll sein Leben auf diese Art und Weise führen, dass, wenn er stirbt, er selbst lacht und die Welt weint.
Ja, das ist Hinduismus. Das wäre jetzt das Karmamager. Na ja, wie gesagt: Wenn die ihre Aufgabe als sich unterordnende, dienende Person der Familie annimmt, dann hat sie eine gute Chance, im Jenseits auch gut angeschrieben zu stehen. Aber eine Frau zieht normalerweise nicht als Mönch umher oder so, das gibt es normalerweise nicht.
Richtig, ja, genau. Die Frau muss auch ihre Aufgaben des Lebens erfüllen, aber die sind andere als die des Manns. Sie hat keine Karriere, sie sorgt für die Kinder und Erziehung und so, und hinterher ist sie einfach noch dafür, gewisse soziale Verpflichtungen in dem Dorf zu erfüllen, und lebt da bis zu ihrem Tod oder früher, bis ihr Mann starb und sie dann mit starb.
Erkenntnis, Gottesliebe und der Weg durch den Tempel
Gut, wir kommen langsam hier dem Ende unserer Karmas entgegen, unserer Magas. Also, das Vierte ist dann das Jnana-Maga, der Weg der Erkenntnis, der Einsicht. Er funktioniert in erster Linie, ich mache das ganz kurz, über das Studium der heiligen Schriften. Das ist insbesondere ein Weg, den die Brahmanen gehen. Denn die Brahmanen können Sanskrit, können die heiligen Schriften lesen. Das intensive Studium der heiligen Schriften, das ist der Weg der Erkenntnis.
Also versuche ich nicht, durch körperliche Übungen, ich versuche nicht durch die Werke, ich versuche nicht durch magische Riten, sondern indem ich mir ganz genau bewusst führe: Ich mache das ganz logisch, ich denke jetzt nach, okay, alles ist nur Maja. Jetzt muss ich mich ganz bewusst darauf konzentrieren: Ja, wirklich alles ist Maja, ich erkenne das auch nur. Ich erkenne, ich bin auch nicht Realität. Und dann studiere ich das, betreibe Philosophie, und dann erkenne ich, dass alles nur vordergründig ist. Also über den Verstand, bewusst das Gebrauchen des Verstandes, um die Welt zu hinterfragen und verstandesmäßig zu durchdringen, anhand der heiligen Schriften.
Und das Letzte ist dann der Bhakti-Marga, das ist der Weg der Gottesliebe. Allerdings müssen wir das nicht verstehen wie im westlichen Sinne. Gottesliebe heißt: Ich suche mir einen Gott aus, zum Beispiel Shiva, Vishnu und so weiter, und verehre diesen Gott ganz besonders. Ich besuche dessen Altäre, ich baue mir zu Hause einen Altar auf, bete jeden Tag zu diesem Gott, und weil ich den so stark verehrt habe, dann wird der auch mich im Jenseits erlösen. Man ging davon aus, dass es so ähnlich wurde, wie: Ich verehre den jetzt, und der setzt sich hinterher für mich ein. Ich habe Anteil an seiner höheren Stufe der Erleuchtung, weil ich ihn verehrt habe. Er ist mitleidig mit mir, so wie eine Mutter mit ihrem Kind. Ich trage wenig zur Erlösung bei, außer dass ich diesen Gott verehre.
Diese Verehrung findet statt, beispielsweise zu Hause, bei der sogenannten Haus-Puja. Das ist ein kleiner Hausaltar, den jeder Hindu normalerweise zu Hause hat. Hier ist der Hauptgott Ganesha, der Elefantengott, den ich aussuche. Den verehre ich besonders, zu dem bete ich jeden Morgen. Dem biete ich auch Opfer dar, so Speiseopfer wie auch Lampenlicht, Blumen, die geopfert werden, heilige Asche, die aus dem Tempel kommt, Räucherstäbchen und hier verschiedene Nahrungsmittel. Hier hinten sind noch andere Götterbilder, das sind dann zum Beispiel Hausgötter oder, was weiß ich, private Berufsgötter und so. Die werden dann nebenbei auch verehrt. Das ist so ein Hausaltar.
Und neben dem Hausaltar bin ich regelmäßig aufgerufen, auch die Tempel zu besuchen. Und diese ganze Sache mit den Göttern schließe ich ab, indem ich euch hier ein bisschen erzähle über solch einen Rundgang, den es durch einen Tempel gibt. Und zwar: Die Tempel sind in Indien ziemlich weit verbreitet, und sie gehören auch verschiedenen Gottheiten an. Und ich besuche in erster Linie die Tempel derer Gottheiten, die ich selbst verehre.
Rituale im Tempel und die Rückkehr der geweihten Gaben
Tja, hier sind noch einige interessante Sachen, aber die werde ich euch hier alle nicht mehr vorlesen. Irgendwo hatte ich das doch hier. Ich will euch ja nichts Falsches erzählen. Nicht da. Na, sonst erzähle ich das euch aus dem Kopf, das geht auch. Kaum zu glauben. Aber es ist ja sowieso alles Maya, nicht? Dann kommt es ja auch nicht darauf an. Okay, hier habe ich das ja. Also doch.
So, und da, hier bin ich zuerst am Eingang des Tempels. Am Eingang des Tempels tritt der Gläubige durch das hohe Eingangstor in den Außenhof des Tempels. Solche Außentore sind insbesondere für die südindischen Tempel typisch und reich mit Steinskulpturen geschmückt, die aus der hinduistischen Mythologie entstammen. Also beispielsweise, jetzt haben wir kennengelernt eben Krishna, Ganesch, Hanuman, der Affengott usw. Die sind also hier überall mit drauf, auch hier und hier und hier. Das ist auch das Auffälligste an den indischen Tempeln, wenn man sie von außen sieht.
Zweiter Punkt, Nummer eins, Nummer zwei: Er ist jetzt im Tempel drin. Er lässt seine Schuhe in der Nähe der Priesterwohnungen zurück. Das ist Nummer A, hier sind die Priesterwohnungen zurück, da man den Göttern sich nur ohne Fußbekleidung nähern darf. Meistens kann er hier auch Blumen und andere Opfergaben erwerben oder für sie bezahlen. Also bezahlen heißt, ich bezahle einem Priester, dass er die hinter den Göttern gibt, oder ich kaufe sie selbst und setze dann die Pilgerreise fort, wenn ich mehr Zeit habe.
- Er nimmt ein rituelles Bad in der Badeanlage des Tempels, das von der Verunreinigung der Welt außerhalb des Tempels reinigen soll. Das ist Nummer drei. Hier seht ihr so eine kleine Badanstalt, ein kleines Swimmingpool, nicht um sich zu erfrischen, sondern um den Schmutz der Welt abzuwaschen in dem heiligen Bereich.
Nummer vier: Hier in diesem Tempel wird der Gott Ganesch angebetet. Der Elefantengott Ganesch unter dem heiligen Baum wird zuerst angebetet. Er wird gespeist, also es wird Geld, Nahrungsmittel gegeben und Hilfe. Er wird um Hilfe im Gebet angerufen. Dann werden auch Blumen niedergelegt als Opfergabe.
- Der Gläubige begibt sich zu den anderen Altären und Heiligtümern, um dort seine Gottheiten anzubeten, die er verehrt. Priester stehen meistens bereit, um für ihn den gewünschten Ritus durchzuführen, denn das dürfen ja nur die Brahmanen. Hier bringt ein Priester der Gottheit ein Räucheropfer dar. Das heißt, ihr seht also, in dem Bereich des Tempels gibt es verschiedene Gebäude, die dann bestimmten Göttern geweiht sind. Das sind auch verschiedene jeweils in dem Tempel, in dem man sich befindet, und ich gehe zu den Tempeln dessen Gott, den ich besonders verehren will.
Ich kann das auch noch erkennen: Die großen Göttergruppen kann man erkennen an dem, was die Hindus auf dem Kopf gemalt haben. Es gibt senkrechte Striche, horizontale Striche, senkrechte Striche, Punkte mit Strichen, V-förmige, und die zeigen jeweils an, welchen Gott dieser Hindu besonders verehrt, also zu wem er sich zugehörig fühlt.
Dann als Nächstes: Schließlich begibt er sich zum zentralen Heiligtum, hier des Gottes Shiva. Der Gläubige übertritt das Innere des Heiligtums nicht, denn das steht nur dem Priester zu. Er steht draußen davor, und währenddessen bringt der Priester ein Opfer. Die Priester zeichnen den Gläubigen mit geweihter Asche das Zeichen des Gottes auf die Stirn.
Was ich gesagt habe: Kreis, horizontale, senkrechte, je nachdem, welchen Gott ich verehre. Und jetzt bin ich sozusagen geweiht, bin Eigentum des Gottes. Und wenn ich in die Welt hinausgehe, wasche ich das auch nicht wieder ab, denn ich bin da ja unter dem Segen dieses Gottes.
Dann am Ende der Puja erhält er die dem Gott dargebrachten und so gesegneten Opfergaben zurück. Er nimmt sie nach Hause, um sie dort zu verzehren. Also der Gott isst sie nicht auf, die bleiben auch nicht da liegen, sondern die werden dem Gott gegeben, der durchdringt die. Und jetzt ist dieser Gott gegenwärtig bei mir zu Hause und bestimmt mein Leben. So ähnlich wie das beim Katholizismus ist, ja. Ihr kennt das mit dem gesegneten Wasser, Weihwasser und so. Das wird geweiht und dann muss man es nach Hause und das segnet. Oder geweihte Asche gibt es nämlich, Aschermittwoch so beispielsweise, Aschekreuze und so etwas, irgendwo auf die Stirn gezeichnet, irgendwo auf die Hauswand gezeichnet. Das soll das Leben der Menschen heiligen. Oder es wird dann zu bestimmten Umzügen, dann werden Prozessionen über die Felder gemacht, dann wird da Weihwasser ausgestreut, damit das Land fruchtbar wird. So ähnlich ist das auch hier. Da gelten eben diese Zeichen und diese Opfer als Gegenwart des Gottes. Ja, genau, solche Sache, ja.
Gut, jetzt habe ich ja gesagt, machen wir eine Pause, und das wollen wir auch tun, bis halb, ja. Jetzt haben wir nämlich mal so die großen Wege der Erlösung besprochen, und alle haben wir noch nicht dabei besprochen, nein, noch lange nicht alle, aber sie geben uns zumindest ein bisschen einen Einblick, wie hinduistische Frömmigkeit ist.
Nach der Pause werden wir Fragen beantworten. Ich werde jetzt in der Zwischenzeit loslaufen, nochmal die Moscheen anrufen und sehen, was sich da tut. Und überlegt euch noch Fragen, falls ihr welche hier zu diesem Bereich habt. Vermitteln kann, was eben deutlich zeigt: Es gibt Menschen, das war auch meine Erfahrung, als ich einige Zeit Türkenarbeit gemacht habe, insbesondere Frauen können zwanzig Jahre in Deutschland sein und können kein normales Gespräch auf Deutsch führen, weil sie praktisch nur in ihrer Kultur leben, also nur da eingebunden sind. Und genauso ist das hier jetzt eben auch in den Gesprächen, manche der Männer auch nur ganz unzureichend. Aber das war jetzt nur eine Einleitung. Das, was ich sagen wollte, ist: Ich habe bisher noch keine Antwort bekommen können, wieder angerufen, wieder nicht genau, und ja, nachher nochmal anrufen und so, und dann werde ich nachher nochmal anrufen und mal sehen, was sich da ergibt. Also ich hoffe, dass ich euch bis zum Mittagessen sagen kann. Wenn das bis zum Mittagessen nicht klappt, dann werden wir etwas anderes planen, dann werden wir das einfach unter den Tisch fallen lassen.
Das lag ja einfach daran, das Problem, da das jetzt relativ kurzfristig laufen musste. Ich wusste ja auch erst Ende letzter Woche, dass wir das heute so durchführen werden.
Dann möchte ich gerne jetzt mit uns noch einmal beten.
Herr Jesus Christus, vielen Dank dafür, dass wir das, was wir in der Bibel lesen, viel besser verstehen können, dass das viel besser auch dem entspricht, wie wir die Wirklichkeit erleben. Wir danken dir dafür, dass wir uns nicht abkrampfen müssen mit dieser oder jener Weg, sondern dass wir vor dir eingestehen können, dass wir nichts beitragen können zur Erlösung, sondern dass du alles getan hast. Vielen Dank, dass du uns liebst und dass du dich so eindeutig uns mitgeteilt hast. Wir möchten dich bitten, dass du uns auch Weisheit gibst, Menschen anderen Glaubens zu verstehen und ihnen unseren Glauben zu bekennen. Amen.
Des Weiteren werden wir jetzt noch ein bisschen darüber, wie ich über Hinduismus spreche, werden das abschließen mit Fragemöglichkeiten und mit einigen Hinweisen, wie ich mit Hinduisten spreche und mit den Blättern, die ich euch abgezogen habe. Dann werde ich über den Buddhismus nur etwas weniger weitergeben, denn der Buddhismus wiederholt vieles, was wir aus dem Hinduismus kennen, denn der Buddhismus ist eigentlich eine Reformbewegung des Hinduismus, also nicht eine vollkommen neue Religion, auch wenn also wir können es vergleichen vielleicht mit Judentum und Christentum, also das Alte Testament ist dann das Gleiche und im Neuen finden wir einfach die Erfüllung der Erwartung des Messias, so ähnlich hier auch beim Hinduismus und Buddhismus. Ich werde das nachher noch kurz erwähnen, werde das jetzt nicht tun, sondern jetzt noch mal etwas Hinduismus.
Wir werden uns dann heute Abend im Wesentlichen auf besondere Aspekte des Islam als ganz anderer Religion noch stützen. Und heute Nachmittag werden wir ja sehen, wenn wir da nicht wegfahren, also wenn wir wegfahren, haben wir noch ein bisschen Islam. Wenn wir nicht wegfahren, wenn wir einen kleinen Ausflug machen, können wir da ja zwischendurch noch mal eine Stunde einschieben, auch über noch andere Religionen, die euch interessieren, die wir besprechen können.
Also, zuerst einmal die Möglichkeit für Rückfahrten. Möglicherweise werden einige der Dinge, die ich genannt habe, für euch neu oder möglicherweise nicht ganz verständlich ausgedrückt, denn es sind eine Menge Begriffe, die uns so in Westeuropa wenig vertraut sind, und auch Gedankengänge, die uns wenig vertraut sind. Ihr habt ja wahrscheinlich gemerkt, dass ich versucht habe, etwas werbend für den Hinduismus zu sprechen, nicht werbend, dass ich dafür bin, aber werbend sagen wir insofern, dass ich versucht habe, euch zu vermitteln, zu verstehen, was die Leute sagen und denken. Also nicht zu sagen, die sind alle blöd, sondern zu versuchen: Ja, das ist das, was sie erreichen wollen. Weil nur, wenn wir uns ein Stück weit da einfügen können, also nicht das alles bejahen, das nicht, also nicht verstehen als Rechtfertigen, aber wenn wir nicht verstehen, wie sie Dinge wahrnehmen, haben wir hinter riesige Probleme, ihnen den Glauben zu bekennen, weil wir nicht merken, wo sind da die Konflikte und Probleme, die auftauchen.
Ja, Fragen.
Also, diese Frage, ob das wahr ist, stellt sich eigentlich nicht direkt. Das ist mir eine wissliche Idee, weil wir überprüfen ja die Wahrheit mit dem Verstand. Typisch hinduistisch ist aber auch der Verstand nur Illusion, den es ja gilt auszustellen. Der Verstand oder die Logik kann gar nicht Maßstab dafür sein, ob etwas wahr ist oder nicht. Das ist einfach so, das ist vollkommen klar. Du bist doch in der Kaste geboren, du wusstest schon seit Anfang an, dass du in der Kaste bist, deine Eltern haben sich so verhalten, deine Vorfahren haben sich so verhalten. Das ist einfach so.
Natürlich gibt es auch im neueren Hinduismus, die dann die Auseinandersetzung mit den Weltreligionen hat, da gibt es dann auch Argumente, durchaus. Aber dieser moderne Hinduismus, der ist dann auch mehr ein philosophischer Hinduismus, wo die ganzen Göttergeschichten, die werden dann ad acta gelegt. Eine ähnliche Entwicklung wie das Griechentum das auch gemacht hat, läuft das? Auch mit Aufnahme? Na gut. Also, ich habe ja im Griechentum erzählt, dass es da erst die ganzen Göttergeschichten gegeben hat, und in der späteren Phase der Veränderung, ja nach Jahrhunderten, dann hat man die abgeschoben, das ist ja alles zu menschlich, und dann hat man versucht, eine Philosophie zu formulieren als Religionsersatz. Und das gibt es auch im Hinduismus. Und das sind dann beispielsweise solche Spekulationen wie dieses Brahman, Atman, das bleibt dann übrig, aber das sind dann eben nicht mehr Götter, sondern man wird gesagt, ja, du gehst im All ein, und wir sind ja alles eins, und der ganze Kosmos gehört ja zusammen. Oder auch die Idee dieser großen Zyklen, dass alles sich wiederholt. Das wird dann intellektuell versucht zu begründen. Das gibt es dann schon.
Aber eine Wahrheit dafür, dass die Schriften der Hindus sich irgendwie bewahrheiten, das gibt es an sich so nicht. Also es gibt Aussagen darüber, wie die Zukunft verlaufen wird, zum Beispiel mit diesen Yogas, aber diese Prophetie ist ja eigentlich ein Merkmal eines linearen Geschichtsbilds. Da ist jemand, der steht vorher und der sagt, was später passiert. In einem zirkulären Weltbild, das immer sich wiederholt, ist Prophetie eigentlich witzlos. Denn das, was du voraussagst, passiert sowieso alle paar Millionen Jahre wieder. Das heißt, es ist ja kein einmaliges Ereignis, was du voraussagst, wenn sie sagen, Jesus wird dann wiederkommen. Man kann eigentlich nur, ist mühsam lücken, mühsam das finden, das passiert ja alle paar Millionen Jahre sowieso, warum will das jemand voraussagen, das ist doch ganz klar. Natürlich, auch Christus wird mal wieder geboren, aber das ist ja keine Prophetie, das ist doch ganz klar, das war Vergangenheit, das wird auch in der Zukunft so sein. Von daher sind alle Aussagen der Mythologie auch Zukunftsaussagen, weil alle die Götter werden wieder auftauchen, werden ihre Rolle spielen. Also Prophetie ist mehr etwas eines linearen Weltbildes, es ist nicht so, typisch für aber es gibt natürlich Aussagen über das, was in der Zukunft passieren wird. Aber das ist auch sehr vermischt mit mythologischen Aussagen, also mit irgendwelchen Götterschlachten und so.
Entschuldigung, wenn ich nochmal nachfrage, jetzt auch die leere Seite, nicht dass wir die Seite bespielen, die eigentlich könnte mir das ja egal sein und Hinduismus, alles ist wahr, alles ist falsch, von daher spielt das nicht so eine Rolle, aber Entschuldigung.
Nein, eine Seele in diesem Sinne gibt es im Hinduismus nicht, weil unter Seele, ja unter Seele verstehen wir ja auch zum Beispiel bestimmte Charaktereigenschaften, Seele ist etwas, was wir empfinden, irgendwie so ein Bewusstsein von sich selbst, das gibt es im Hinduismus gar nicht.
Aber irgendwas von dir, so wie ich da bin, muss noch weitergehen.
Nein, nein, gar nichts, nichts von dir, von dir als solcher Individualität, das ist alles nur Illusion, das bleibt nichts, gar nichts.
Ja, aber weil ein Wesenteil, der das Atman in dem nächsten Leben wieder leidet, und du willst nicht, dass das da leidet, deshalb arbeitest du da rein. Im Grunde genommen kannst du auch sagen, ich lasse das alles hängen, das ist dem Karma auch egal. Dann wirst du halt in deiner nächsten Wiedergeburt, wirst du in der niedrigeren Wiedergeburt und irgendwann bist du so tief dran, dass du dann sagst, naja, also irgendwie sollte ich mich ja schon am Leben reißen.
Ja, du bist in jeder Wiedergeburt bist du jemand anders.
Ja, genau, deshalb würde ein Hindu jetzt gar nicht lange argumentieren, der würde auch sagen, okay, dann kümmere dich nicht darum, in deinem nächsten Leben wirst du schon einsehen.
Ja, aber wir müssen sowieso sehen, wir müssen auch hierbei lernen: Der Hinduismus arbeitet nicht so stark mit dem Verstand, wie wir das tun. Wir sind geprägt von der Aufklärung, verstandesmäßiges Benutzen, das gab es im Hinduismus nicht, diese Sache. Die gibt es nur in einer dünnen Schicht der Intellektuellen, die eben westlich ausgebildet sind. Denn im normalen Hindu ist diese Art von Logik, die Logik ist einfach, das ist so. Und egal, ob du da als Individuum fühlst, das ist ja so egoistisch gedacht, ich als Individuum will da noch weiterleben. Der Hinduismus kennt diesen Egoismus nicht, weil das ist ja alles Illusion, das ist doch gar nicht wichtig, ob du das noch empfindest, sondern der gesamte Ablauf des gesamten Kosmos, der wird mit dadurch bestimmt und für den tust du das. Nicht für dich als Individuum, das ist doch hier stand doch, du musst selbstlos werden, das ist schon eine der niedrigen Stufen, wenn du die noch nicht erreicht hast, dann sind die anderen ja noch in weiter Ferne.
Also Selbstlosigkeit auch vollkommen ohne an sich selbst zu denken, nicht an dem, wie es dir gut geht oder schlecht geht, was du fühlst, ob du wiedergeboren wirst, früher oder später, das ist gar nicht wichtig, sondern du bist in dieses große Ganze eingebunden und dann musst du das tun und du wirst das auch auf Dauer tun. Wenn du es jetzt nicht einziehst, dann vielleicht in einer Million Jahre nach deiner hunderttausendsten Wiedergeburt, irgendwann wirst du merken, schon ist es besser, sich danach zu regeln.
Ich hoffe, ihr merkt diesen Widerstand auch, wo das total anders ist als bei uns. Wir können ja trotzdem einsteigen, das habe ich ja auch schon betont, wenn wir mit einem Hindu sprechen, über die alltäglichen Belange des Lebens zu sprechen, denn die erlebt er ja auch, er erlebt ja auch Schmerz, er erlebt ja auch Hunger, aber die werden im Hinduismus ein Stück weit verneint. Aber da neu zu betonen, das ist doch Realität, und das erlebst du doch so, und das ist genau das, was auch Gott in der Bibel so benennen, das ist ja ein Weg, den wir benutzen können.
Wir sind ja immer wieder geboren als ein anderes Lebewesen, zu einer Organismusgegenwärt. Kann man denn auch als das Gleiche wiedergeboren werden?
Ja.
Was hat man denn erreicht, wenn man doch auf der Leinstufte umgeblieben ist?
Das ist wieder so menschlich-westlich vorgestellt, was hat man erreicht? Das spielt doch alles gar keine Rolle. Du bist ja... Du wirst schon sehen, wenn man sehen will, was von mir wird es denn sehen?
Ja, dein Atman.
Ja, ja, das ist mir ja klar, aber das gibt es ja gar nicht.
Ja, das sagst du!
Dass Atman sein Teil von Brahman, vom All einen.
Ja, ihr seid eins. Ob Bremen oder Hamburg, nein, es ist eins.
Ja.
Nein, gar kein Problem. Genau, aber das ist eben auch für Sie nichts Besonderes sozusagen, nicht? Ja genau, toll, ja, wir können auch mal eine Runde zu Jesus beten, schadet ja nichts, nicht? Stellen wir auch noch ein Bild von Jesus neben unseren anderen Göttern, beten wir auch noch mal für ihn, kriegen wir auch noch ein paar Blumenopfer, kein Problem. Deshalb das ist einer wesentlichen Punkte, gerade diese Exklusivität Jesu, dass sie nie mehr vermitteln müssen.
Ja genau, ein Stück weit merken wir dann natürlich auch, wo eine Schwäche unserer Zeit ist, denn ein bisschen ist das ja auch heute übersteigert. Auch dass wir in der Theologie den Menschen in den Mittelpunkt rücken, das ist ja auch nicht biblisch richtig. In dem Mittelpunkt sollte eigentlich biblisch Gott stehen, und der Mensch ist zur Verherrlichung Gottes da. Das ist eigentlich biblische Theologie, aber heute ist sie so ein bisschen verdreht, Gott ist der Dienstleister für den Menschen. Ich habe Probleme, und Gott ist dafür da, die zu lösen. Das ist ja biblisch auch nicht richtig. Also von daher sehen wir, da sind wir auch ein bisschen übersteigert in diese Richtung, aber die Bibel nimmt Individualität ernst, das schon, und das tut der Hinduismus nicht. Ja, also der prinzipielle Hinduismus. Du wirst auch einen Hinduisten finden, der sagt, na ja, das stimmt doch alles nicht, das ist doch so, weil der Hinduismus eben unendliche Freiheit lässt, nicht? Sofern du dich diesem großen Muster einordnest, diesem Muster der Wiedergeburten, des Karma, der Götter und so, dann kannst du da sehr viel machen, wie du willst.
Da war noch eine Frage oder so?
Also das hört sich ja jetzt sehr nach, ja so irgendwie, es ist sowieso eigentlich egal an, es ist ein Anruf für den Hindu ist, dass Jesus dann quasi einen Ausstieg ausgeben würde.
Ja, das ist zum Beispiel etwas Erstrebenswertes, ja, weil für einen Hindu bedeutet die Wiedergeburt eigentlich eine Art Strafe, denn er will ja dann herauskommen. Nicht Strafe ich jetzt individuell für eine genaue Sünde, denn die weißt du ja nicht deiner früheren Leben, aber generell das Ziel ist es, aus diesem Rad der Wiedergeburten auszubrechen, nicht immer wiedergeboren werden zu müssen, das ist mühsam. Und dann ruhst du in deiner vollkommenen Nichtsein, du hast keine Probleme mehr, gar nicht mehr, du fühlst dich einfach nur wohl, aber auch nicht als Individuum, das ist ja nicht wieder so individuell, sondern es ist einfach so, du bist nicht mehr da, und das ist dann das Ziel. Ja, für uns schwer nachvollziehbar, nicht, für westliche Menschen, aber das ist das Ziel. Und von daher ist es schon erstrebenswert zu sagen, ich kann da ausbrechen. Natürlich muss ich immer dabei noch sagen, nicht um das hinduistische Ziel zu erreichen.
Deshalb ist es interessanterweise auch so, dass sich natürlich eher Frauen und eher Mitglieder der niedrigen Kasten für den christlichen Glauben ansprechen lassen, weil denen ja steht ja noch endlich viel mehr an Wiedergeburten und Leiden vorbevor. Die Brahman, die denken nun ja, erst mal geht es uns sehr gut, wir sind ja die herrschende Kaste, also zumindest geistig, materiell nicht unbedingt, und darüber hinaus, wir sind ja schon der Erlösung ziemlich nahe. Deshalb ist für die das weniger attraktiv. Es kommen auch Brahman zum Glauben, zweifellos, ich kenne ein paar, da habe ich sie kennengelernt, aber einfache, also niedrige Kasten eher.
Also der Ziel ist einmal, dass es möglich ist, auszusteigen.
Nein, das Ziel, das, richtig, genau, nur kann ich das nicht direkt erreichen, ich brauche irgendwelche Zwischengeburten noch, aber das Ziel ist eigentlich auszusteigen, ja genau, genau, du hängst zu sehr an dir selbst und an der Persönlichkeit, ja.
Ja genau, aber das braucht ein paar tausend Götterjahre, also wie gesagt, so in ein paar Billionen Jahren, dann wirst du mal wieder geboren, aber da kannst du erst mal lange ruhen. Das ist ein bisschen spät, nicht? Genau, aber du weißt du auch nicht ganz genau, wie viele Jahre du noch vor dir hast und dann ... Also erst mal, allein dieses gegenwärtige Kali-Yuga sind ja noch rund 400 Jahre, also die kannst du ja zumindest noch einsparen. Aber das könnte ja auch sein, dass das noch nicht der letzte Durchlauf war für den Götterdurchlauf, sondern dass da meinetwegen noch tausend Götterdurchläufe kommen, dann hast du noch ein paar Millionen Jahre eingespart.
Viel ist auch als Gott wiedergekommen.
Nein, Gott ist auch nur eine Zwischenstufe.
Nicht ja, aber als Zwischenstufe aber extrem.
Ja, wenn ich überspringen kann, dann brauche ich auch nicht Gott werden.
Aber wir reichen uns auch offensichtlich mehr für den Kapitalismus, weil ja die Feder des Kapitalismus eigentlich nur der Egoismus war. Deshalb ist ja auch der Kommunismus kaputtgegangen. Okay, da war ja was, das ist ja das Interessante, der Egoismus ganz klar. Es gibt aber auch so viele Reichen, in die wir müssen doch aufkommen.
Ja, das ist jetzt natürlich ein bisschen so eine bestimmte Aufgabe, ich habe die Kasten ja nicht im Einzelnen besprochen, durch die Kasten sind eine Aufgabe festgelegt, und es gibt bestimmte Kasten, die haben die Aufgabe zu herrschen.
Ja, natürlich, genau, ja, aber das ist jetzt nur vorläufig, dann ab irgendeinem Alter, dann gehst du in die Wüste, nicht? Ja, oder in den Wald, ja, da müssen sie halt woanders hingehen, auf den Deich, nicht, oder so. Ja, also dann ziehst du dich zurück. Das heißt, Reichtum ist gut, aber nur für eine gewisse Phase und auch nur für eine gewisse Kaste. Wenn die haben die Aufgabe, jetzt diese Aufgabe zu erfüllen, weil es auch notwendig ist, dass es ein paar Reiche gibt, aber das ist nicht so sehr individuell, ich klammere mich daran, sondern ich muss das ja später auch genauso wieder loslassen. Ich werde älter, dann lasse ich es los, ist mir egal, reich oder nicht, und ich gehe auch dann in irgendeinem Bettelgewand irgendwo an die Straße, stellt euch vor, Bill Gates sitzt hier dann da irgendwo an der Ecke noch mit dem Sackgewand an, Asche auf dem Haupt und meditiert da. Das ist ihm egal, ob Microsoft-Aktien steigen oder sinken, vollkommen egal. In der Theorie ja. Ich meine, wir müssen ja unterscheiden. Ich sage ja die Theorie. Und die Theorie ist natürlich vollkommen, eigentlich entspricht sie gar nicht dem Menschsein. Dieser Egoismus entspricht ja dem Menschsein. Ist zwar auch sündig, das sagt die Bibel auch, aber so ist der Mensch, der gefallene Mensch. Und deshalb natürlich hängt auch ein Hindu an seinem Reichtum. Natürlich lieben die nicht alle so, wie das da genannt ist. Aber so sollten sie leben, das ist die Idee. Und natürlich hängen die auch daran und das ist ja ein Einstieg, den wir geben können, da können wir ja sagen: Ja, das lehrt eure Religion, aber eure Religion ist ja gar nicht so und ihr seid ja auch gar nicht so. Vielleicht ist das so ein Punkt, wo man dann die Differenz zwischen der erlebten Realität und der scheinbaren vorgespiegelten Realität erkennen kann.
Ja.
Jeder Tempel hat auch bestimmte Schwerpunkte. Also die haben nicht alle Götter da drin in einem Tempel. Manche Götter werden auch nur zuhause verehrt, die hast du gar nicht im Tempel. Nö, die haben nur die Hauptgötter da drin. Ja, das und das nicht mal alle, sondern ein Tempel hat meinetwegen nur zehn Götter und der andere hat zehn andere und der nächste hat noch welche und ... Ja, und bestimmte Götter tauchen halt immer wieder auf, besonders diese drei, Shiva, Vishnu, Brahma, die tauchen häufiger auf.
Ja, ja, weil die Götter ja auch nur Reinkarnation sind, die müssen sie auch noch wieder reinkarnieren, die Häuser sind auch wieder unterschiedlich, nicht?
Hindu in Europa begegnen will, was wird da auf mich zukommen? Viele haben Ideen, dass du in bestimmten Lebensphasen bestimmte Sachen tun musst. Viele haben auch einen Lieblingsgott, in dem sie sich besonders ausliefern. Das sind Parallelen.
Wenn ich einem Hindu begegne, muss ich dabei auf mehrere Sachen achten. Zum einen ist es so, dass es natürlich bestimmte Dinge gibt, die einen Hindu sehr viel Anstoß erregen. Das sind Nahrungsmittel. Wenn ich jetzt da jemanden, meinen Hindu, zum Grillen einlade und habe da irgendwie meine Steaks oder so etwas hier von der Kuh, das ist dann schlecht, das würde als Verspotten, also ein Religionsverspotten oder so ansehen, das sollte man nicht tun. Also möglichst Fleischnahrung generell, solange ich nicht näher kenne, möglicherweise kenne ich ihn ja später näher und dann weiß ich, welche Tiere er bevorzugt und welche nicht oder vielleicht gar nichts, besser da auch darauf zu achten.
Es gibt auch andere Regeln, zum Beispiel ein strenges Tabu zwischen Mann und Frau. Also normalerweise Mann und Frau sind getrennt, Frauen reden zusammen, Männer reden zusammen, wie das unter anderem auch in anderen Religionen der Fall ist. Das bedeutet, wenn ich in einem hinduistischen Land bin, sollte ich als Mann normalerweise nicht in ein Haus gehen, wenn da nur eine Frau da ist, also wenn da kein Mann vorhanden ist.
Generell ist es auch meistens nicht so gut angeschrieben, jetzt zu viel davon zu reden, zu sagen, ich bin Christ. Sondern das liegt nämlich daran, weil viele Kinder sich an den Kolonialismus erinnern und Christen mit Kolonialisten, Unterdrückern und so verbinden. Das ist also dann negativ gesetzt oder verbinden es auch mit der katholischen Kirche, weil katholische, anglikanische Kirche das ist das, was sie kennen, aber ja nicht das, was ich vertrete, sondern mehr zu sagen: Ich bin ein Jünger Jesu, ich bin ein Nachfolger Jesu, ich glaube an Jesus Christus.
Und hier sehr wichtig in dem Kontakt mit Hindus ist die Schiene der praktischen Erfahrung, denn da scheitern die meisten Hindus ja auch daran. Viel über diese Philosophie zu unterhalten, ist nun alles eins, ist alles wirklich oder nicht, und so kann man darüber reden, aber das Wesentliche ist, ihnen daran teilzunehmen, zu lassen, dass ich Sündenvergebung habe, das, was er zum Beispiel sucht. Er leidet selbst für Sünde, ich bekomme Vergebung meiner Sünde, das ist etwas, was er nicht erfährt, wonach sich viele aber auch sehnen. Deutlich darauf hinzuweisen, dass meine Individualität und Person Realität ist. Deutlich darauf hinzuweisen, dass ja nicht alle Götter an der gleichen Stelle stehen, also auf die Frage der Einheit der Gottheit und der Vielheit der Gottheit hinzuweisen. Auch, dass mir Gott, der Bibel, hilft praktisch, also dass ich zu ihm beten kann mit ganz konkreten Anliegen und er auch dabei hilft, ist etwas, was viele Hindus fasziniert, die ihnen weiterhilft. Ich habe ja das Beispiel genannt der Hindu-Frau, die bei uns im Gottesdienst ist. Lange bevor sie sich intensiv mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt hat, hatte sie dann mich gebeten, für sie zu beten, in dieser oder jener Angelegenheit, weil das war irgendwie für sie eine faszinierende Sache, dass wir Gott so persönlich unsere Anliegen nennen können. Ich habe doch keine theologischen Probleme gesehen, auch Juden des Alten Testaments oder Christen des Neuen Testaments haben für Heiden gebetet. Das heißt ja nicht, dass sie deshalb errettet werden, aber dass Gott sich ihnen zeigen kann, und das kann ich natürlich auch da tun.
Also das wäre eine Sache, auf die ich achten sollte, auch dabei. Ich könnte zum Beispiel auch darauf hinweisen: Wie werden sie mit Problemen fertig? Zum Beispiel, wenn sie dann auf solche Lücken in ihrer Lehre hinweisen, zum Beispiel sagen: Woher weißt du denn jetzt eigentlich, was du in deinem letzten Leben falsch gemacht hast, was du jetzt verbessern sollst? Da sind zwar so ein paar allgemeine Regeln, aber vielleicht hast du jetzt in deinem Will ja das Karma, dass du keinen Löwenzahn mehr isst oder so oder manche Salatblätter. Woher weißt du das, ob du das tun sollst, denn nicht, wer sagt dir das? Solche Fragen zu stellen, denn da kommen Hinduisten natürlich auch an Grenzen und überlegen: Ja, keine Ahnung, woher ich das weiß, oder vielleicht mache ich alle möglichen Fehler und ich weiß es nicht, weil diese paar Gebote, die legen ja nicht das gesamte Karma fest, schon gar nicht das Karma von irgendwelchen Tieren. Wie weiß ich jetzt, wenn ich als Tier wiedergeboren bin oder auch als Mensch, dass ich diese oder jene Sache tun oder nicht tun soll? Einfach die Unzulänglichkeit der Religion ein Stück weit vor Augen führe, das ist da eine Möglichkeit.
Auch zum Beispiel die Frage, woher bist du dir überhaupt sicher, dass du wiedergeboren wirst? Einfach mal Fragen stellen ist wichtig dabei, nicht nur angreifen, sondern Fragen stellen, den anderen erklären lassen und dann immer wieder Hinweisen auf die Lücken und die Probleme, die in der Darlegung zutage treten. Oder auch zu sagen, kannst du denn überhaupt so leben, stell dir vor, ist das wirklich jetzt alles nur Vorstellung, ist das nur Schein?
Guck mal, wenn das jetzt Schein ist, in dem du lebst, ja, dann was ist denn, wenn du jetzt einfach über die Straße laufen brauchst du gar nicht mehr auf die Autos achten, die Autos sind doch normal, ja, oder? Das ist nur nur Vorstellung. Da würde jeder Hindu natürlich sagen: Nein, nein, natürlich muss ich darauf achten, kann doch nicht einfach über die Straße laufen, sonst werde ich überfahren. Ja, aber wenn die einfach nur Illusion sind, macht das doch nichts, das Auto bist du und du bist das Auto, kein Problem.
Und da merkt man, dann will man den Leuten einfach zeigen: Ja, du kannst ja gar nicht so leben, das ist ja eine vollkommen lebensfremde, lebensfeindliche Auffassung des Lebens. Wie kommst du überhaupt darauf, dass das so sein könnte, wenn du keine Anhaltspunkte hast? Also zum Nachdenken zu bringen, die Überlegenheit unseres Glaubens zu zeigen, die Liebe Jesu zu zeigen. Die meisten hinduistischen Götter sind gleichgültig, Jesus nicht.
Ich kann auch darauf hinweisen, dass Jesus ein vorbildliches Leben geführt hat, und viele der hinduistischen Götter haben das in dem Sinne nicht. Ich habe euch ja Krishna genannt. Krishna soll als Vorbild dienen, aber so wie er zum Beispiel mit den Frauen umgegangen ist, ein Beispiel: Das ist ja nicht das, was jeder Hindu tun soll. Hindu soll ja treu seiner Frau sein, Krishna war das nicht. Da ist die Frage ja, wieso bei Krishna ja und bei dir nicht, das ist doch eine Differenz, weil Jesus hat genau das so vorgelebt, wie wir.
Wir können ihn auch darauf hinweisen, besonders beim gut ausgebildeten Hindu, der westliche Bildung auch hat, zu sagen: Na ja, wie sieht das mit der Historie aus, guck mal eure Geschichten da, die lassen sich doch historisch gar nicht belegen, das sind doch mehr Erfindungen, das wird er sehr schnell einsehen. Und dann zu sagen: Ja, aber hier, christlicher Glaube, da archäologische Beweise, hier, hier, hier, da, das ist ja wirklich so passiert. Das ist bei den besser ausgebildeten Hindus.
Und sonst einfach sehr viel bekennen von dem, dass ich Jesus nachfolge, sehr viel über das, was ich erlebe, das transportiert das, weil das Grundmodell des Hindu ist ja, er lernt nicht in einer Schule, er lernt durch das Vorbild des Gurus. Ich habe ja gesagt, jeder Hindu wählt sich normalerweise einen Guru, dessen Lehre er nachfolgt. Also er achtet darauf, wie andere vorbildliche geistliche Personen leben. Und dieses Guru-Modell kann dann auch übertragen werden für Missionen. Ich bin also der Guru dieses Christen, dieses Hindus, wenn er merkt, ich lebe nach seinem Gesicht vorbildlich, und das sollen wir ja als Christen, ich lebe so, wie er das erstrebt. Natürlich muss er mit der Zeit erkennen, dass ich ihn dann nicht als Heil bringe und so, aber dieses Muster, ich achte auf den anderen und lebe nach dem, der ist vorbildlich, das ist durchaus im Hinduismus verbreitet.
So gab es auch Leute, wie ein Sadhu-Sundar Singh, von dem habt ihr vielleicht gelesen, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, der war ein Sadhu, das heißt ein Wandermönch, der war der höchste der höchsten Kaste, eben der Hindus, also der Brahmanen gehörte er zu, und der hat durch das Lesen der hinduistischen Schriften ist er dazu gekommen, es müsste auch eigentlich mehr geben, ein Gott, der über allem steht. Er ist Christ geworden und ist dann als Hindu durch die Gegend marschiert, so in langem saffranfarbigem Gewand und hat den Leuten hinduistische Schriften gepredigt und Jesus gepredigt und zahlreiche sind zum Glauben gekommen. Als hinduistischer Wandermönch, natürlich Jesus gepredigt, nicht mehr die hinduistischen Götter gepredigt, ist ja klar. Das ist eine Möglichkeit, wie sie auch da und dort existiert, aber das können wir natürlich schlecht machen.
Ja, noch andere?
Genau, und ich könnte ja sagen, das, was du da abwäschst, ist ja nicht wirklich deine Sünde, die geht ja nicht dadurch weg. Das ist ja nur ein Symbol, und richtig abwaschen kann das nur meinetwegen Gott oder so, ne, irgendein Ansatzpunkt. Aber da ist dieses Modell ja der Reinigung, da werde ich gereinigt, zumindest rituell im Tempel, das ist also so eine Idee, die ja so ein bisschen von Sündenvergebung spricht, auch wie das der Christ kennt.
Ich kann auch diese Idee des Bhakti, ich hänge mich an einen Gott an und der setzt sich für mich ein, das ist auch so eine Grundidee, wo ich zumindest auf ein gewisses Verständnis setzen kann, wenn ich sage: Ja, aber diese Götter, die können dich nicht retten, aber wenn du dich Jesus anhängst, der kann dich retten, weil der hat viel mehr Macht und das ist der einzige, den es wirklich gibt. Nein, das sind Illusionen, so.
Aber ich muss natürlich auch immer sehen, dass meine Beziehung gleich wächst mit meinen neuen Ideen, die ich bringe. Ihr müsst ja sehen, dass ich für den total revolutionär, das ist für den eigentlich unakzeptabel, was ich dem sage. Und deshalb muss er gleichzeitig das Vertrauen zu mir gewinnen. Wenn er nämlich kein Vertrauen zu mir hat, dann sage ich ihm das und dann lädt er das ab. Dann sieht er mich als Fanatiker an, als Hindufeind und so. Er muss gleichzeitig sehen, das ist in meinem Leben Wirklichkeit, das hat auch für sein Leben Relevanz und dann auch diese Anfragen an seinen Glauben zu stellen und wie gesagt die Anfragen auch wirklich als Fragen, nicht so sehr: Du bist ja blöd, weil du das glaubst, so nicht, sondern zu sagen: Erklär mir das, guck mal, das sehe ich nicht ein, da ist ein Problem und das passt doch gar nicht zusammen, erklär mir mal, dann kann er erklären oder eben nicht. Und eben wie gesagt klar, Jesus bekennen, was ich erlebt habe und so.
Wir merken, die Hürde ist hier um einiges höher als mit einem Juden oder Muslim zu sprechen, auch wenn wir das noch nicht behandelt haben. Weil Juden und Muslime gehören mit zu dieser Religionsfamilie, zu der auch der christliche Glaube gehört. Die haben dieselben Überlieferungen des Alten Testaments, haben die Idee, dass es einen Gott gibt, den man anbetet, dass es Sünde gibt, dass es eine Individualität gibt, dass es eine Hölle gibt, dass es den Himmel gibt, das sind alles Sachen, die sind schon eins. Da denken wir: Hinduismus, Buddhismus sind total anders.
Damit wir keinen Ärger bekommen wollen wir jetzt nicht mehr so lange machen. Das, was ich jetzt hier noch tun werde, nein, das will ich nicht mehr tun. Ich wollte euch ein paar Bücher über den Buddhismus vorstellen. Ja, das was ich vielleicht noch sage ist: Ich habe euch ein paar Blätter hier kopiert, vielleicht habt ihr schon reingeschaut. Ich würde euch gerne eine Aufgabe geben dabei, es ist nur die Frage, wann wir die machen. Ja, wenn wir nicht mehr dazu kommen, sagen wir so, wenn wir nicht mehr dazu kommen, könnt ihr selbst hineinschauen, ich habe euch dort einige kürzere Auszüge aus hinduistischen Schriften kopiert. Diese Auszüge bieten natürlich nicht einen Überblick über die gesamten hinduistischen Schriften, ich habe ja gesagt, die sind ein Vielfaches der Bibel. Aber sie geben einen Einblick davon. Ich habe zum Beispiel einen Artikel fotokopiert, so Sintflut-Bericht, also über eine große Flut, den gibt es auch im Hinduismus. Solche Dinge bieten natürlich auch einen Anknüpfungspunkt, also zu sagen: Siehst du, da sind doch Sachen, die sind bei uns auch berichtet. Da gibt es ja Parallelen, das ist eine gute Sache.
Und dann habe ich euch andere fotokopiert, die geben eine Auskunft über Moral, also wie ist das moralische Leben eines Hindu und wie stellt er sich das Unendliche vor, also diese Auflösung des Ziels. Meine Überlegung war eigentlich, dass ihr in Gruppen jeweils zu zweit dann einen der Abschnitte lest und kurz vorstellt, was die da so vertreten. Mein Vorschlag wäre, wenn ihr da nicht vollkommen gegensprecht, wenn das heute Nachmittag mit dem Islam nicht klappt, dass wir einen kleineren Ausflug machen und uns währenddessen noch ein bisschen mit Hinduismus und Buddhismus beschäftigen, wenn euch das nicht zu viel ist. Sonst lassen wir das einfach sein. Muss ja nicht sein. Lasst euch das durch den Kopf gehen, ich frage am Ende des Essens noch mal.
Ja, ich wollte euch jetzt nicht zu sehr fordern, eigentlich meinte ich damit, um es deutlicher auszudrücken, wenn wir dann unterwegs sind, dann nehmt ihr euch einige Minuten jeweils zu zweit diejenigen, die mitgehen, Zeit, lest einen dieser Texte, wir sprechen dann darüber, um nochmal in einer letzten Runde den Hinduismus anhand seiner eigenen Aussagen zu festigen, und dann werde ich euch ein paar Sachen über die Unterschiede zwischen Hinduismus und Buddhismus sagen, dass ihr die Besonderheiten kennt, so dass wir heute Nachmittag den Hinduismus und Buddhismus dann letztlich abhaken können. Also statt Mittagsschlaf die Gläser.
Ja, so direkt wollte ich das ja nicht sagen.
Ja, ja, genau. Ja, aber wie gesagt, wir entscheiden nach dem Mittagessen, ihr könnt also noch ein bisschen warten dafür, ich werde jetzt auch direkt nochmal einen Umweg gehen zu meinem Büro und nochmal anrufen, mein letzter Versuch. Und dann werde ich euch sagen können, ob das heute Nachmittag was wird.
Ja, bitte.
Unsere weitere Stunde: Mein Vorschlag wäre, wenn euch da nichts gegen ist, um drei Uhr abzumachen, damit ihr, wenn, dann noch etwas Mittagspause habt und dass wir, egal was wir machen, uns um drei Uhr treffen und dass wir dann aber jetzt gleich noch entscheiden werden, nach meinem Anruf: Ist das der Besuch der Moschee oder ist das eben das Abschließen des Hinduismus und Buddhismus? Ich könnte euch jetzt natürlich auch blauäugig einfach sagen, na, das machen wir alles heute Abend, aber dann werdet ihr sehen, das ist ein bisschen unrealistisch, denn heute Abend ist unsere Zeit auch begrenzt, selbst wenn wir statt der zwei Stunden zweieinhalb Stunden machen, aber selbst dann.
Lassen Sie uns das gleich unten entscheiden, nach meinem Anruf. Wie gesagt, wenn wir die Moschee besuchen, dann würde ich das vorziehen, einfach mal so plastisch zu sehen, wie leben Muslime in Deutschland, dann ist das schon Übergang für heute Abend. Dann lassen wir einfach den Buddhismus, ja, was soll ich sagen, dann kann ich euch da abends zehn Minuten über Buddhismus was sagen. Dies beschäftigt uns nicht mehr der Islam, weil es uns auch in Deutschland mehr betrifft. Deshalb wollte ich heute Abend noch einen Schwerpunkt da machen. In der Esoterik und so weiter. Ich habe euch ja gleich gesagt, dass zwei Tage eigentlich für die Religion der Welt ziemlich knapp sind.
Ja, also wir werden gleich noch nach Mittagessen entscheiden. Lasst euch das jetzt erst mal ergehen. Auf jeden Fall, wir treffen uns dann hier um drei Uhr beziehungsweise
