Warum braucht es Ostern?
1. Korinther 15,20-2805.04.2015
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Gebet und Einstieg in das Oster-Thema
Für den Osterhasen und die Stärkung, die du mir hier hingestellt hast, bete ich mit uns.
Himmlischer Vater, hab herzlichen Dank, dass Weihnachten so viel mehr ist als Schokoeier, als Osterhasen, dass das alles nebensächlich ist und gar nichts mit dir wirklich zu tun hat, sondern dass Ostern ein Fest ist. Dass wir feiern dürfen, weil du Mensch geworden bist, weil du für uns gestorben bist und weil du siegreich über Tod und Sünde auferstanden bist.
Danke, dass wir so wissen dürfen, dass du bei uns bist nach deiner Verheißung, wo zwei oder drei in deinem Namen zusammenkommen. So dürfen wir wissen: Du bist nun unter uns. Und wir wollen dich bitten, dass du nun zu uns sprichst durch dein Wort. Dass du mir hilfst, treu das zu sagen, was du sagen willst, und dass du unsere Herzen auftust, auf dass dein Wort tief in uns eindringen kann, uns ermutigen kann und stärken kann im Glauben. Amen!
Es ist vollbracht! Mit diesen Worten starb Jesus am Karfreitag vor etwas mehr als zweitausend Jahren.
Also, wenn Jesus am Karfreitag schon sagen konnte: Es ist vollbracht, ist dann die Auferstehung, die wir an Ostern feiern, wirklich so entscheidend? Gibt es, wenn doch schon alles vollbracht ist, für Jesus noch etwas zu tun?
Was denken Sie? Haben Sie noch Erwartungen an Jesus?
Die Frage nach der Auferstehung in Korinth
In seinem ersten uns überlieferten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt der Apostel Paulus an eine junge Gemeinde, die in allen möglichen Themen Irrungen und Wirrungen hatte. Er korrigiert falsches Denken, ermutigt zu biblischem Denken und greift unter anderem auch eine Frage auf, die offensichtlich von gewisser Bedeutung für die Gemeinde in Korinth war, nämlich genau diese Frage: Spielt die Auferstehung eine Rolle? Gibt es tatsächlich eine Auferstehung von den Toten, oder sollten wir uns damit zufriedengeben, dass Jesus am Kreuz gestorben ist? Es ist vollbracht. Prima, danke, das war es.
Nun, wir haben eben schon in zwei Abschnitten die ersten neunzehn Verse aus 1. Korinther 15 gehört. In den ersten vier Versen betont Paulus, dass die Lehre von der Auferstehung Jesu genauso wie sein stellvertretendes Sterben für die Sünden von Bedeutung ist, von großer Bedeutung ist, und im Einklang steht mit dem Zeugnis der Schrift, das heißt des Alten Testaments. Ab Vers 5 zitiert er dann Zeuge um Zeuge von Menschen, die den Auferstandenen gesehen haben, die bezeugen können: Ja, Jesus lebt. So letztlich selbst als eine unzeitige Geburt, also jemand, der den auferstandenen Jesus erst einige Zeit später gesehen hat, nachdem er eigentlich schon in den Himmel aufgefahren war, ist Jesus noch einmal dem Paulus erschienen.
Und dann in den Versen 12 bis 19, das war ganz am Anfang des Gottesdienstes, wenn wir so weit zurückdenken können, hat Paulus dann so eine ganze Reihe von Wenn-Formulierungen gebraucht. In diesen Wenn-Formulierungen hat er gezeigt, was denn die Konsequenz wäre, wenn Jesus nicht auferstanden wäre. Er zeigt also in gewisser Weise auf negative Art und Weise, was alles nicht der Fall wäre oder noch der Fall wäre, wenn Christus nicht auferstanden wäre.
Die positive Bedeutung des Auferstandenen
Und dann ab Vers 20, und damit kommen wir zu unserem heutigen Predigttext, ab Vers 20, da zeigt uns Paulus jetzt ganz positiv die Bedeutung der Auferstehung für uns Christen. Denn der Text beginnt mit einer großartigen Aussage. Nun aber klingt immer gut, wenn in der Bibel nun aber kommt, wissen wir: Jetzt kommt etwas Gutes. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten. Das feiern wir heute: auferstanden von den Toten.
Und dann zeigt er uns im Fortgang bis hin zu Vers 28, dass dieses Auferstehen Jesu, dass dieser auferstandene Jesus sehr wohl noch etwas tut. Ja, in gewisser Weise könnte man sagen, dass im Hinblick auf sein erstes Kommen alles vollbracht war, als er am Kreuz gestorben ist. Aber das heißt nicht, dass es für Jesus nichts mehr zu tun wäre. Nein, der Auferstandene hat noch ein großes Werk zu tun. Er ist aktiv, er wirkt auf ein großes Ziel hin, auf das wir uns heute schon freuen dürfen. Wir dürfen darum wissen: Jesus lebt, und er agiert.
Wir sehen dabei dann dieses Werk des auferstandenen Jesus in unseren Versen wirklich so in einem ganz engen Bezug zu der perfekten Schöpfungsordnung Gottes. Wir sehen zurück auf Adam, den ersten Menschen, und wie es hätte sein sollen, aber dann nicht war. Und dann sehen wir Christus als, wenn wir so wollen, den zweiten Adam, der nun das wieder in Ordnung bringt, das wiederherstellt, was Adam durch den Sündenfall verloren hatte.
Und so sehen wir im Prinzip zwei große Punkte im Werk des auferstandenen Herrn Jesus. Er bringt ewiges Leben für die Menschen. Das heißt, er wirkt die Auferstehung aller Gläubigen. Und zweitens richtet er die perfekte, die unangefochtene Herrschaft Gottes über alle Dinge wieder auf. Das sind die beiden Aspekte, die wir in dieser Predigt betrachten wollen. Also ganz untypisch eine Zwei-Punkte-Predigt. Ich verwöhne sie nicht, sie wird vielleicht auch entsprechend kurz, weil der dritte Punkt irgendwie fehlt.
Der erste Adam und der zweite Adam
Wir sehen zuerst: Jesus wirkt die Auferstehung der Toten. Das haben wir in den Versen 20 bis zur ersten Hälfte von Vers 24 beschrieben. Ich lese uns diese Verse. Wenn Sie mitlesen wollen, können Sie auf Seite 202 in den ausliegenden Bibeln diese Verse mitverfolgen.
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht, ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus, danach, wenn er kommt, die, die Christus angehören. Danach das Ende, wenn er das Reich Gott dem Vater übergeben wird.
Hier in Vers 20 haben wir eine interessante Aussage. Da heißt es, dass Christus auferstanden ist von den Toten als Erstling. Dieser Begriff greift zurück auf das jüdische Opfersystem. Das Erstlingsopfer war ein Opfer, das ganz am Anfang der Erntezeit gebracht wurde, und es stand repräsentativ für die ganze Ernte. Es war sozusagen die erste Frucht, auf die mehr folgen sollte. Und so ist das hier gemeint: Christus ist als Erster auferstanden, repräsentativ und stellvertretend für viele mehr.
So war das schon bei Adam, und so ist das auch bei Christus. Was er tut, hat eine Bedeutung für alle, die zu ihm gehören. Dabei zeigt uns unser Text zuerst Adam, den ersten Menschen. Paulus erklärt uns hier, dass durch ihn der Tod kam zu allen Menschen. Alle wurden durch Adam sterblich. Das ist eine schlechte Nachricht, die hier den Hintergrund liefert für die gute Nachricht, die er uns dann verkündigt.
Dabei hätte Adam ja nicht sterben müssen. Adam war von Gott geschaffen worden als ein Mensch, der leben sollte für alle Zeit, der herrschen sollte als Abbild Gottes über Gottes gute Schöpfung, als Gottes Repräsentant auf Erden, wenn wir so wollen. Doch Adam ließ sich verführen. Wir kennen diese Geschichte: Er rebellierte gegen Gott. Er wollte sein wie Gott. Er wollte nicht für Gott herrschen, nicht Gott abbilden. Er wollte für sich selbst sein, selbst herrschen.
Und die Strafe für diese Rebellion gegen den perfekten, vollkommen guten Gott war zum einen, dass er die Gegenwart Gottes verlassen musste, und zum anderen, dass er sterblich wurde. Und so kam der Tod in die Welt, und wir alle leiden bis heute darunter.
Unsere Lage in der gefallenen Welt
Wir sind seine Nachkommen, wir gehören zu ihm. Das, was er getan hat, hat auch Bedeutung für uns. Und wir beweisen durch unseren Lebenswandel täglich, dass wir tatsächlich seine Nachkommen sind. Wir handeln, so wie er gehandelt hat, auch wir.
Tun wir nicht immer den Willen unseres himmlischen Vaters? Auch wir rebellieren immer wieder gegen Gott. Ich denke, wenn wir ehrlich unser Leben anschauen, dann muss jeder von uns zugeben, dass wir nicht weit zurückschauen müssen, um einen Punkt in unserem Leben zu sehen, an dem wir gegen Gott rebelliert haben. Wo wir nicht getan haben, was Gott eigentlich will, sondern getan haben, was uns in dem Moment vielleicht gut und richtig erschien. Was dem entgegenstand, was Gott möchte, was ihm gefällt.
Und so erleben wir alle das, was Adam erleben musste. Wir leben eben nicht mehr im Paradies, in einer heilen Welt. Wir erleben nicht mehr den Segen Gottes. Wir leben nicht mehr unter der guten Herrschaft Gottes, die wir genießen und an der wir teilhaben. Wir leben in einer gefallenen Welt. Wir sind von Natur aus von Gott entfremdet, seine Feinde geworden und dem Tod ausgeliefert.
Und genau deshalb ist es so gut, dass Gott in Jesus Christus in diese Welt hineinkam. Gott sandte seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt. Und so kommt in Jesus der zweite Adam, wieder von Gott direkt in diese Welt gesandt, vollkommen Mensch, auch vollkommen Gott, aber vollkommen Mensch. Das perfekte Ebenbild des Vaters, der perfekte Repräsentant des Vaters. Und er kommt, um in allen Dingen den Willen seines Vaters zu tun und die Herrschaft seines Vaters wieder aufzurichten. Er kommt, um das zu tun, was Adam verloren hat.
Dabei kommt er nicht primär, um uns ein gutes Vorbild zu sein. Nein, er kommt zuerst und vor allem, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele, wie er selbst schon zu Lebzeiten hier auf Erden erklärt hatte.
Das neue Leben für Glaubende
Und genau deshalb ließ er sich dann, der eine perfekte Mensch, der eine, der den Tod nicht verdient hätte, der hätte nicht sterben müssen. Denn der Tod ist die Konsequenz der Sünde, aber Christus hatte keine Sünde. Er starb trotzdem für Sünden, für unsere Sünden, stellvertretend für alle, die auf ihn vertrauen, die zu ihm kommen im Glauben.
Deshalb ließ er sich am Karfreitag ans Kreuz nageln. Deshalb starb er, deshalb konnte er sagen: Es ist vollbracht.
Das darfst du wissen, wenn du heute hier bist und Jesus Christus noch nicht im Glauben wirklich angenommen hast, wenn du noch nicht mit ihm lebst, wenn du ihm noch nicht nachfolgst als deinem Herrn, deinem Retter, dann möchte ich dich ermutigen: Er hat alles getan am Kreuz von Golgatha, damit du befreit sein kannst von deiner Schuld. Er ist am Kreuz gestorben für deine Schuld, wenn du sie ihm nur gibst, wenn du nur im Glauben zu ihm kommst.
Der Tag der Auferstehung ist ein guter Tag für neues Leben. Und dieses neue Leben gibt Jesus jedem, der im Glauben zu ihm kommt. Lass dich auf ihn ein, wenn du das noch nicht getan hast.
Und so konnte Jesus dann sagen am Kreuz: Es ist vollbracht. Er hat alles getan, damit Sünder mit Gott versöhnt sein können. Und dann ist er am dritten Tage auferstanden von den Toten, als Erstling unter denen, die entschlafen sind, wie es in Vers 20 heißt.
Das heißt: So wie durch Adam der Tod kam, kommt nun durch Christus das Leben, die Auferstehung von den Toten, für alle, die in Christus sind. Nicht von Geburt sind wir in Adam, es bedarf aber etwas anderes, damit wir auch in Christus sind, damit wir seine Nachkommen werden. Physisch hat er keine Nachkommen, er hatte keine Kinder. Wir sind alle physisch Nachkommen Adams. Zu Nachkommen von Jesus, zu Nachkommen des Christus werden wir allein dadurch, dass wir uns im Glauben an ihn hängen. Und zu all denen kommt dann die Auferstehung von den Toten.
Das ist die sichere Hoffnung, die wir alle haben dürfen. Hast du diese Hoffnung, eine Hoffnung, die sich auf die Zukunft richtet, eine Hoffnung darauf, dass Christus noch etwas tun wird für dich? Oder anders gefragt: Was erwartest du von Christus? Erhoffst du dir von ihm vor allem eine Verbesserung deiner gegenwärtigen Lebensumstände, oder hoffst du darauf, dass er eines Tages dich aus diesem Leben, aus einem Leben in dieser gefallenen Welt, heraus retten wird, hin zu einem ewigen Leben in seine Herrlichkeit?
In Jesu Auferstehung, in der Auferstehung des Erstlings, haben wir die Zusage, dass wir das eines Tages erleben werden, wenn wir in Christus Jesus sind. Das erlaubt uns, anders zu leben. Wir müssen den Tod nicht fürchten. Wir dürfen gewiss sein: Der Tod ist nur ein Übergang hinein in ein noch besseres Leben. Hast du diese Zuversicht, hoffst du auf das ewige Leben?
Alle, die Menschen verloren haben, Familienmitglieder, Freunde, um die wir trauern, wir dürfen wissen, dass in gewisser Weise unsere Lieben, die im Glauben gegangen sind, schon beim Vater sind, dass sie ewig leben. Sie sind nicht im Wartestand. Nein, Jesus hat dem Dieb am Kreuz am Karfreitag gesagt: „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Die Hoffnung auf die kommende Auferstehung
Und doch steht noch etwas bevor. Wir lesen zum Beispiel in Offenbarung 6 und auch in einigen anderen Stellen der Bibel, dass die Auferstehung der Toten, die physische Auferstehung der Toten, noch bevorsteht.
In Offenbarung 6 lesen wir von den Seelen der Märtyrer, die zwar einerseits schon in der Gegenwart Gottes sind, andererseits aber doch sehnsüchtig auf die körperliche Auferstehung warten. Das steht noch bevor.
Wann wird es soweit sein? Darauf geht Paulus ab Vers 23 ein: Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus, danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören, danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird.
Paulus sagt hier also: alles schön der Reihe nach, alles in einer guten, festgelegten Ordnung. Zuerst musste Christus auferstehen, er ist der Erstling von den Toten. Aber eines Tages, eines Tages werden alle, die Christus angehören, wie es hier heißt, von den Toten auferstehen.
Wann wird das geschehen? Hier steht: wenn er kommen wird. Das heißt: Jesus ist am dritten Tag von den Toten auferstanden. Ostern feiern wir die Auferstehung. Vierzig Tage später ist er in den Himmel aufgefahren. Dort sitzt er zur Rechten Gottes, und von dort wird er eines Tages wiederkommen.
Und dann, dann ist es so weit. Dann werden alle, die ihm angehören, in einem verherrlichten, in einem ewigen, unsterblichen, unverweslichen Körper auferstehen. Darauf dürfen wir vertrauen.
Unsere irdischen Leiber werden nicht immer lebensfähig sein. Vielleicht hast du selbst schon einmal jemanden begleitet, der dem Tod entgegengegangen ist, und gesehen, wie der Körper verfällt. Er ist verweslich, die Kräfte lassen nach, und irgendwann ist das Leben vorbei.
Wer das erleben musste und zu Christus gehörte, der ist dann beim Herrn. Aber eines Tages wird er einen neuen Leib haben, einen verherrlichten, einen unverweslichen Leib. Mit einem solchen Leib umkleidet zu werden, das ist die feste Gewissheit aller, die in Christus Jesus sterben.
Das gilt auch für uns. Das gilt auch für dich. Das gilt auch für die unter uns, die vielleicht noch recht fit sind und gar nicht so sehr daran denken, dass sie auch irgendwie sterblich oder verweslich sein könnten.
Aber Fakt ist: Seit Adam ist das so. Wir werden geboren, um zu sterben. Und spätestens, na ja, sagen wir mal Mitte zwanzig, da fangen wir an, das zu merken. Die Leistungsfähigkeit lässt langsam nach.
Die, die jetzt lachen, die sind auf jeden Fall jünger oder schon so alt, dass es gar keine Rolle mehr spielt. Also ich weiß, wovon ich rede. Meine Frau weiß das auch, die sieht mich jeden Morgen, wenn ich aufstehe und das Kreuz tut wieder weh. Wenn ich vom Joggen nach Hause komme und nicht mehr so frisch und fröhlich aussehe wie früher noch.
Wir werden schwächer, wir kommen physisch dem Tod näher, und da hilft kein Training, kein Make-up, keine Schönheits-OP. Da sehen wir vielleicht ein bisschen besser aus, aber wir werden trotzdem alt. Die Körper lassen nach.
Der Sieg Christi über Tod und Herrschaft
Ich habe vor vielen Jahren, als ganz junger Christ, einmal einen Artikel in einem Fußballmagazin geschrieben. Darin ging es darum, warum aus meiner Sicht als jemand, der Fußball liebt und selbst im Amateurfußball ziemlich aktiv war, Amateurfußball nicht sonntags früh stattfinden sollte.
Ich habe damals erklärt, dass am Sonntagmorgen die Kirche die älteren Rechte hat. Fußball gibt es in Deutschland erst seit 1870 oder so, das weiß ich genau. In Braunschweig wurde er übrigens eingeführt, im Martino-Caterinums, es gibt ja mindestens einen im Raum, der dort sein Abitur gemacht hat. Das ist alles sehr wichtig und doch letztlich völlig nebensächlich, weil das gerade einmal hundert, ein paarundzwanzig, dreißig Jahre her ist oder so.
Ostersonntagmorgen aber feiern Menschen schon seit über zweitausend Jahren. Also glaube ich: Die Kirche hat die älteren Rechte am Sonntagmorgen, und den sicheren Sieg. Denn eine Mannschaft verliert immer am Sonntagfrüh, seitdem sie spielen. Endet es unentschieden, dann gewinnt gar keiner. Aber am Sonntagmorgen, wenn wir in den Gottesdienst kommen, wenn wir uns an die Auferstehung von Jesus erinnern, dann wissen wir: Der Sieger lebt, und mit ihm haben wir den Sieg. Das ist gewiss.
Eine Sache habe ich in dem Artikel damals nicht bedacht. Sie ging mir bei der Vorbereitung für diese Predigt durch den Kopf. Es ist auch viel gesünder, sonntags in den Gottesdienst zu gehen. Körperliche Ertüchtigung liebe ich, ich mache sie gerne. Aber letztendlich ist das eine Investition, die sich nicht wirklich lohnt. Das hilft für eine Zeit, aber irgendwann, sagen wir mal ehrlich, liege ich im Sarg. Ob ich vorher noch gut gejoggt bin oder Fußball gespielt habe, das hilft ja nicht mehr.
Aber wenn ich zu Christus komme, dann weiß ich, dass ich auferstehen werde, in einem Leib ohne Probleme, ohne Runzeln, ohne Rückenschmerzen, ohne irgendwelche Leiden. Wir können unsere Zeit in so viele Dinge investieren, aber nichts wird uns letztendlich zu einer solchen Freiheit, zu einer solchen Freude bringen wie der Glaube an Christus Jesus, den Auferstandenen, der der Erstling ist von den Toten und der uns zusagt, dass wir mit ihm auferstehen werden. Zu einer Herrlichkeit, die die diesseitige bei weitem übersteigt.
Ich hoffe, darauf vertraust du. Und wenn er das getan hat, wenn Jesus wiederkommt, um uns zu sich zu nehmen, wenn wir mit ihm auferstanden sind, dann heißt es hier: Dann kommt das Ende. Dann hat Jesus das Werk, das er als Auferstandener zu vollbringen hatte, vollbracht. Dann wird er ein für allemal sagen können: Es ist vollbracht. Und das Reich seinem Vater übergeben, wie es hier heißt.
Die Wiederherstellung der göttlichen Ordnung
Und das bringt uns zum zweiten Punkt, denn bevor das geschieht, muss etwas anderes geschehen.
Wir sehen in Vers 24 dieses kleine Wort „nachdem“. Also: Er kommt wieder, die Toten werden zu einem ewigen Leben auferstehen, und er wird das Reich dem Vater übergeben, nachdem, das heißt davor, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. So heißt es am Ende von Vers 24 und in Vers 25: Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße legt. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn alles hat er unter seine Füße getan. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.
Das heißt: Bevor Jesus bei seiner Rückkehr die Auferstehung der Toten bewirken und so den Tod überwinden wird, der durch Adam in diese Welt kam, wird er die Rebellion beenden, die durch den Sündenfall in diese Welt gekommen ist. Er wird alle gottfeindliche Herrschaft und Macht und Gewalt vernichten und somit als Gottes perfekter Repräsentant seine vollkommene Herrschaft wieder aufrichten, die Herrschaft, die Adam hätte ausüben sollen.
Nun, wann wird das geschehen? Es wird geschehen, sobald Jesus die Herrschaft empfängt. Wann empfängt er die Herrschaft? Das weiß keiner. Doch, wir wissen es wohl, der Prophet Daniel hat es uns gesagt. Er hat sie schon empfangen, als er nämlich an Christi Himmelfahrt in den Himmel aufgefahren ist.
Und dort bekommen wir von Daniel sozusagen den Blick von oben, während wir in Lukas 24 den Blick von unten bekommen, wie Jesus aufwärts in den Himmel fährt. Daniel gibt uns den Blick von oben. Daniel erhält nämlich eine prophetische Sicht auf diese Dinge. Daniel 7,13: Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschensohnes und gelangte zu dem, der uralt war, zu Gott dem Vater, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.
Wohlgemerkt: Jesus hat bereits Macht, Ehre und Reich empfangen. Gegenwärtig richtet er seine Herrschaft auf, und zwar erstens, indem er Menschen in sein Reich hinein rettet. Jesus ist aktiv. Letzten Samstag vor acht Tagen war er hier im Jugendgottesdienst. Ich habe mir sagen lassen, dass nach diesem Jugendgottesdienst ein junger Mann mitgeteilt hat, dass er so angesprochen war durch die Predigt und durch diesen Gottesdienst, dass er jetzt mit Jesus leben will. Jesus richtet seine Herrschaft auf.
Letzten Sonntag früh nach dem Gottesdienst kam Svetlana mit Maria zu mir unten im Foyer und sagte, Maria habe das Evangelium gehört, und sie möchte beten und Jesus als ihren Herrn annehmen. Svetlana und ich haben mit ihr gebetet. Jesus richtet seine Herrschaft auf.
Am Mittwoch kam Gunnar auf mich zu. Ich habe dich gefragt, ob ich dich erwähnen darf. Gunnar kam auf mich zu und sagte, ich habe ihn erst nicht erkannt, er sagte, ich sehe jetzt anders aus, weil ich einen Neuanfang gemacht habe, ich lebe jetzt wieder mit Jesus. Jesus richtet seine Herrschaft auf. Halleluja, preist den Herrn dafür!
Und wenn du heute hier sitzt, was meinst du, warum du hier sitzt? Weil Jesus dich aus der Umklammerung Satans befreit hat und dich in sein Reich gestellt hat. Jesus ist aktiv, er richtet seine Herrschaft auf. Das tut Jesus. Die Herrschaft, Macht und Gewalt Satans, die bröckelt. Das Werk von Jesus schreitet voran. Bekehrung um Bekehrung richtet er sein Reich auf, indem er sich sein Volk sammelt, und er vernichtet dabei alle Herrschaft und Macht und Gewalt.
Das hat schon der König David prophetisch vorhergesagt. Das ist das, was Paulus hier in den Versen 25 bis 27 zitiert. Denn dort heißt es über Jesus: Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße legt. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn alles hat er unter seine Füße getan.
Ihr Lieben, Jesus Christus ist der Herr über alle Dinge. Nichts und niemand kann ihm widerstehen. Er muss herrschen, und er wird herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße legt. Alle Feinde unter seine Füße legt. Alles Schlechte, alles Böse wird besiegt werden, alles Unrecht wird gerichtet werden, alles, was Gott entgegensteht, wird vernichtet werden.
Trost, Heiligung und Sendung
Ganz ehrlich: Ist das nicht tröstlich? Ist das nicht ermutigend? Wenn wir von all den bösen Dingen in der Welt hören, ist es nicht ermutigend zu wissen: Das wird nicht siegen, sondern vernichtet werden.
Die Terrorregime dieser Welt werden vernichtet werden. Lüge und Betrug wird es nicht mehr geben. Hass, Neid und Leid werden der Vergangenheit angehören. Das Gute, die Liebe, wird triumphieren. In dieser Gewissheit dürfen wir leben. Und diese Gewissheit sollte unser Leben prägen.
Wir müssen uns nicht mit den Mächten dieser Welt arrangieren. Wir müssen keine faulen Kompromisse machen. Nein, Jesus möchte seine Herrschaft in uns aufrichten. Er möchte auch das Böse in uns vernichten. Er wird es vernichten.
Dazu hat Gott uns in seiner großen Liebe und Weisheit seinen Heiligen Geist gesandt. Er lebt in uns, in allen, die zu Jesus Christus gehören. Und der Heilige Geist hat ein großes Werk: das Werk der Heiligung. Das ist nichts anderes als das Vernichten des Bösen. Er vernichtet das Böse in dir.
Du kannst dich dagegen stemmen. Du kannst der Sünde Raum geben in deinem Leben und den Geist so dämpfen. Oder du kannst Gott zu dir reden lassen, indem du dich für sein Wort öffnest, indem er dir Korrektur zusprechen kann und Ermutigung, indem er dir deine Sünden aufzeigt und zeigt, wie du leben sollst.
Du spielst dabei eine Rolle. Du hast dabei eine Rolle zu spielen. Aber Gott wirkt in dir. Und wenn du ihn lässt, wird er immer mehr das Böse in deinem Leben vernichten. Und letztendlich wird er das sowieso tun.
Wenn du dich jetzt noch an irgendetwas klammerst, wenn du noch irgendetwas festhältst, irgendeine Lieblingssünde, die du noch nicht gehen lassen willst, dann wird Gott irgendwann deine Hand öffnen und sie dir wegnehmen. Denn er wird alles Böse vernichten.
Ihr kennt das, wenn so ein kleines Kind gesagt bekommt: Lass das mal und mach jetzt das. Manchmal klammern sich kleine Kinder an das Falsche. Dann gehen die Eltern hin, machen die Hände auf und nehmen dem Kind das weg. Und das Kind schreit, und es ist alles Drama. Es hat dem Kind letztendlich nichts genützt. Es ist einfach nur alles ein bisschen schwieriger gewesen.
So kann es in deinem Leben auch sein. Oder du kannst einfach deine Hände aufmachen und es loslassen. Das hat ohnehin keinen Bestand. Und du kannst dich auf Jesus einlassen, ihm nachfolgen, tun, was er sagt, dem Heiligen Geist Raum in deinem Leben geben und dich verändern lassen.
Er wird alles Böse in uns vernichten. Er wird seine Herrschaft in uns aufrichten. Und am dritten sehen wir, am vierten sehen wir, dass er nicht nur die Herrschaft in uns aufrichtet, sondern auch durch uns aufrichtet.
Wie baut Jesus sein Reich? Indem er Menschen hineinruft. Wie ruft er Menschen in sein Reich hinein? Durch uns. Wir sind seine Botschafter, wir sind Gesandte an Christi statt, damit wir den Menschen zurufen: Lass dich versöhnen mit Gott!
Und so dürfen wir mithelfen, dass dieses Reich gebaut wird. Mensch um Mensch kommt unter den Herrschaftsbereich Gottes, bis die Vollzahl derer, die gerettet werden, gerettet ist, ins Reich hineingekommen ist. Und dann kommt das Ende.
Dann hat Jesus wiederhergestellt, was Adam verloren hatte: Gottes Volk gesammelt, das unter Gottes guter Herrschaft leben wird. An einem Ort, an dem Gottes Segen überall ist und das Böse keinen Raum hat. Es soll sein wie im Paradies, nur noch besser.
Denn da, wo Adam versagt hat, da, wo Adam sich von Gott abgewandt hat, wird Jesus nicht rebellieren, sondern Gott alle Ehre geben. Das ist doch die Zusage, die wir haben: dass er Gottes Reich aufrichten wird und dann den letzten Feind, den Tod, noch besiegen wird. Und dann wird er Gott dem Vater alles untertänig geben, damit Gott sei alles in allem.
Hier ist der perfekte Adam: nicht die Rebellion gegen den Vater, sondern das Werk des Vaters tun, es ihm übergeben und sich unter ihn stellen. Als unser Herr und wir mit ihm, denn dann werden wir von den Toten auferstehen, in der Gegenwart des Herrn mit ihm leben und die gute Herrschaft des Vaters genießen, ein Leben lang, ein ewiges Leben lang.
Schluss und Gebet
Spielt es eine Rolle, dass Jesus auferstanden ist? Und was für eine!
Wollen wir Gott dafür loben und preisen, dass der Herr lebt und regiert, sein Reich aufrichtet und eines Tages auch uns zu neuem Leben erweckt?
Lasst uns das tun, ich bete:
Lieber Herr Jesus, wir preisen Dich als unseren lebendigen Herrn. Danke, dass Du lebst, und danke, dass Du nicht passiv zur Rechten des Vaters sitzt, sondern ganz aktiv wirkst. Danke, dass Du durch Deinen Geist in Menschen wirkst. Danke, dass Du Menschen auch heute noch rufst. Danke, dass Du bei uns bist, alle Tage.
Danke, dass Du das Böse in dieser Welt vernichtest. Danke, dass Du Dein Reich baust, indem Du Menschen zu Dir hin bekehrst. Danke für die Menschen, die in den letzten acht Tagen Ja zu Dir gesagt haben.
Ich möchte Dich darum bitten, dass das, was sie gesagt haben, wirklich nicht nur eine kurzfristige Willensbekundung war, sondern das Werk Deines Geistes in ihren Herzen. Dass sie wirklich neues Leben in Dir haben und dass ein Reich gewachsen ist, weil mehr Menschen unter Deine Herrschaft gekommen sind.
Herr, ich möchte Dich bitten für uns, dass Du in uns immer mehr Raum einnimmst, dass Du in uns immer mehr das Böse vernichtest und Deine Herrschaft aufrichtest.
Und ich möchte Dir danken, dass Du uns eines Tages von den Toten auferstehen lassen wirst, hinein in Deine Herrlichkeit. Herr, gib uns diese Perspektive, gib uns diesen Fokus, auf dass wir für Dich leben. Denn Du bist Herr, und deshalb preisen wir Dich.
Amen.
