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Die Frage nach der Auferstehung – Teil 6

Jesu Leben und Lehre | Episode 715
Lukas 20,27-3620.05.2026
SerieTeil 6 / 8Die Frage nach der Auferstehung
Was bleibt von Ehe und Familie nach dem Tod? Jesus sagt: Die neue Welt ist anders – ohne Sterben, ohne Verlust, ohne Ende.
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Die Begegnung mit den Fragenden und der Blick auf die kommende Welt

Episode 715: Die Frage nach der Auferstehung, Teil 6
 Lukas 20,27-36
Es kamen aber einige der Sadduzäer herbei, die einwenden, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn und sagten: Lehrer, Mose hat uns geschrieben, wenn jemandes Bruder stirbt, der eine Frau hat und kinderlos ist, dass sein Bruder die Frau nimmt und seinem Bruder Nachkommenschaft erweckt. Es waren nun sieben Brüder, und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos. Und der zweite und der dritte nahm sie. So ging es weiter, aber alle sieben hinterließen keine Kinder und starben. Zuletzt aber starb auch die Frau.
In der Auferstehung nun, wessen Frau von ihnen wird sie sein? Denn die sieben hatten sie zur Frau.
Und Jesus sprach zu ihnen: Die Söhne dieser Welt heiraten und werden verheiratet. Die aber, die für würdig gehalten werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der Auferstehung aus den Toten, heiraten nicht und werden nicht verheiratet. Denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind Engeln gleich und sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
Wir erinnern uns daran, dass Jesus den Sadduzäern vorwirft, sie würden weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennen. Lukas lässt diese Aussage weg. Dafür steigt er in seinem Bericht direkt ein in die Veränderungen, die sich mit der Auferstehung ergeben.
Lasst uns an dieser Stelle einmal mehr festhalten, dass es sich bei den in den Evangelien überlieferten Gesprächen des Herrn Jesus häufig um Kurzfassungen handelt. Genau das gibt dann den Evangelisten die Möglichkeit, ihre jeweiligen Schwerpunkte zu setzen.
Wenn wir den Text bei Lukas anschauen, dann fällt sofort auf, wie Jesus diese Welt, in der wir leben, von jener Welt unterscheidet, in der wir nach der Auferstehung leben werden.

Das Ende von Ehe, Tod und allem Belastenden

 Lukas 20,34: Und Jesus sprach zu ihnen: Die Söhne dieser Welt heiraten und werden verheiratet. Diese Welt ist die Welt, die wir erleben, wenn wir morgens die Augen aufschlagen. Hier heiratet man und wird verheiratet.
 Lukas 20,35: Die aber, die für würdig gehalten werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der Auferstehung aus den Toten, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet. Jene Welt und die Auferstehung aus den Toten gehören zusammen. Nicht alle Menschen sind würdig für jene Welt, aber wer einmal dort leben darf, der wird nicht mehr heiraten und auch nicht mehr verheiratet werden.
Im Jenseits wird es für die Gläubigen also eine Welt geben, in der sie leben, aber die Umstände werden sich dramatisch ändern. Wir wissen nicht, was sich alles ändern wird, aber klar ist: Es wird keine Ehe mehr geben. Und dann wird alles Negativ-Destruktive der Vergangenheit angehören.
 Offenbarung 21,4: Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen.
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Also keine Ehe, aber auch kein Tod, keine Trauer, kein Schmerz und keine Ungerechtigkeit.
Bleiben wir kurz beim Thema Tod.
 Lukas 20,36: Denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind Engeln gleich und sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
Die Ehe hat ein Ende, weil die Gläubigen in der Auferstehung nicht mehr sterben. Eine Ehe hält idealerweise tatsächlich, bis dass der Tod euch scheidet. Sie ist ein Ding für diese Welt und eben nicht für die Ewigkeit.
In dieser Welt kann ich sterben, und mit meinem Tod sterben auch alle Verpflichtungen, die ich in diesem Leben eingegangen bin, die klugen genauso wie die weniger klugen. Aber in jener Welt kann ich nicht mehr sterben. Es gibt den Tod ja nicht mehr, und weil es den Tod nicht mehr gibt, gibt es auch keine Ehe mehr. Genauso wenig wie das Thema Kindererziehung oder Fürsorge für alte Eltern. Familiäre Verpflichtungen finden in Gänze ein Ende.

Was die Gleichheit mit den Engeln bedeutet

In der Ewigkeit werden wir sein wie die Engel. Achtung, wir werden keine Engel sein. Wir sitzen dann nicht mit Flügelchen und einer Harfe auf einer Wolke. Wir werden den Engeln gleich sein. Und zwar, um den Zusammenhang der Aussage zu betonen: Wir werden den Engeln in puncto Ehe gleich sein.
Jesus greift hier auf das Denken seiner Zeit zurück. Die Juden dachten über Engel, dass sie weder Essen brauchen noch Ehen eingehen. Wenn Jesus hier die auferstandenen Gläubigen mit Engeln vergleicht, greift er natürlich auch eine Lehre der Sadduzäer an. Sie glauben ja gerade nicht, dass es Engel gibt. Jesus macht hier also ganz nebenbei deutlich, wie falsch sie liegen.
Als Söhne der Auferstehung sind die Gläubigen Söhne Gottes. Im hebräischen und biblischen Denken kann „Sohn“ Zugehörigkeit, Prägung oder Teilhabe ausdrücken. Söhne der Auferstehung sind Menschen, deren Existenz von der Auferstehung bestimmt ist. In der Bibel bezeichnet der Begriff Sohn Gottes jemanden, der zu Gott gehört und in einer besonderen Beziehung zu ihm steht. Von daher kann der Begriff je nach Zusammenhang auf Engel, das Volk Israel, den davidischen König beziehungsweise den Messias, auf Jesus sowie auf Gläubige angewandt werden.
Damit sagt Jesus nicht, dass Menschen erst durch die Auferstehung zur Familie Gottes gehören. Schon heute sind die gläubigen Kinder Gottes, aber diese Gotteskindschaft ist noch nicht vollendet. Die volle Herrlichkeit ist noch nicht sichtbar. Sie kommt erst mit der Auferstehung.
So heißt es in Römer 8,23: Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.

Die Gefahr einer falschen Auferstehungslehre und der Blick auf die Hoffnung

Kommen wir abschließend noch zu einem Gedanken, der sich bereits unter den ersten Christen als Irrlehre breitgemacht hat. Dabei handelt es sich um die Idee, dass die Auferstehung bereits geschehen sei.
 2. Timotheus 2,16-18
Die unheiligen leeren Geschwätze aber vermeide; denn sie werden zu weiterer Gottlosigkeit fortschreiten, und ihr Wort wird um sich fressen wie Krebs. Dazu gehören Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, dass die Auferstehung schon geschehen sei, und den Glauben mancher zerstören.
Während die Sadduzäer lehren, dass es keine Auferstehung geben wird, behaupten Hymenäus und Philetus, dass sie schon geschehen sei. Damit meinen sie wohl nicht, dass die Toten schon lebendig geworden sind. Für sie ist Auferstehung vielmehr ein rein geistliches Phänomen, im Sinne von: Wer Christ geworden ist, ist innerlich schon auferstanden, und mehr kommt auch nicht.
Warum ist das unheiliges leeres Geschwätz und eine Gefahr für den Glauben? Ganz einfach: weil es den Gläubigen die Hoffnung auf die leibliche Auferstehung raubt. Wer wie Hymenäus und Philetus aus der zukünftigen Auferstehung ein nur inneres Erleben macht, dem müssen wir widersprechen.
Der Herr Jesus ist leiblich auferstanden, und wir werden es ihm gleich tun. Heute haben wir bereits eine Anzahlung auf das ewige Leben, aber nach dem Tod geht es mit der Auferstehung dann richtig los.
Was könntest du jetzt tun? Lerne doch Lukas 20,35-36 sowie Römer 8,23 auswendig. Es sind gute Verse, um sich wichtige Aspekte der Auferstehung einzuprägen.
Das war's für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für die jungen Erwachsenen in deiner Gemeinde und bete für sie. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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