Serie•Teil 8 / 20Meschede 2017 - Hebräer
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Einführung in den ernsten Warntext
Also, der Satz heißt kurz gesagt, wenn ich ihn jetzt ein wenig abkürze: Denn es ist unmöglich, solche, die abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern. Das ist der Hauptgedanke.
Denn es ist unmöglich, solche, die abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern. Die all das erlebt haben, gesehen haben und wiedergeboren waren usw. und abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, sie, die sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz schlagen und ihn an den Pranger stellen.
Die Warnung vor dem endgültigen Abfall
Also, ein ganz ernster Satz. Schauen wir uns diesen Satz noch einmal genauer an: Welche Leute sind gemeint? Wer ist es denn, der nicht zur Buße erneuert werden kann? Das lesen wir dann in Vers 4: die, die einmal erleuchtet wurden, die einmal das Licht des Heiligen Geistes bekommen haben. Es geht um innere Erleuchtung.
Es gibt Leute, die sagen: Ja, aber die waren doch nicht wiedergeboren. Doch, die waren wiedergeboren. Das Wort für „erleuchtet werden“ wird genau im Hebräerbrief, in Kapitel 10, im selben Brief, für solche erwähnt, die zum Glauben gekommen sind.
Hebräer 10,32:
Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, viel Leidenskampf erduldet habt.
Da ist eindeutig die Erleuchtung gemeint, die Wiedergeburt. Die waren nicht nur ein bisschen angeleuchtet, sondern sie hatten innerlich Licht bekommen. Und dann haben sie für Christus gelitten. Es geht um Wiedergeborene.
Sie waren erleuchtet worden. Sie hatten die himmlische Gabe geschmeckt. Was ist die himmlische Gabe? Nun, das muss das sein, was man bekommt, wenn man zum Glauben kommt. Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wer da ist, der zu dir spricht, dann würdest du ihn gebeten haben, dir lebendiges Wasser zu geben.
Johannes 4,10:
Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Die himmlische Gabe ist er selbst. Das Heil, die Rettung, die der Messias bringt, das ewige Leben. Die himmlische Gabe ist das, was Gott dem Gläubigen gibt: Vergebung der Sünden, Rettung vor dem Verderben, vor dem ewigen Verderben.
Sie hatten die himmlische Gabe geschmeckt. Was heißt „geschmeckt“? Manche sagen, geschmeckt heiße, sie hätten nur ein bisschen genippt oder ein wenig davon gekostet. Nein, das Wort „schmecken“ wird hier im übertragenen Sinne verwendet für erfahren, erleben.
Wir haben dasselbe Wort auch in Hebräer 2,9:
Denn den, der ein wenig unter die Engel erniedrigt worden ist, Jesus, sehen wir wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte.
Als er den Tod geschmeckt hat, hat er nicht ein bisschen daran gekostet, sondern er hat ihn bis zum Letzten erfahren. Er hat den Tod bis zum Letzten erlebt. Den Tod schmecken heißt den Tod erleiden.
Auch in Johannes 8,52 kommt es vor:
Johannes 8,52:
Die Juden sprachen zu ihm: Jetzt erkennen wir, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit.
Den Tod schmecken heißt den Tod erfahren. Und wenn jemand mein Wort bewahren will, wird er den Tod nicht schmecken. Natürlich geht es hier um den ewigen Tod, also um das Nicht-Erfahren des ewigen Todes. Schmecken heißt also erfahren. Es wird im übertragenen Sinne so verwendet.
Jesus schmeckte den Tod, indem er ihn völlig erlitt. Und einmal hat der Jesus gesagt: Es sind etliche hier, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Menschensohn in seinem Reich kommen sehen. Also: den Tod nicht schmecken heißt den Tod nicht erfahren.
Und wenn hier steht, sie haben die Gabe geschmeckt, dann heißt das: Sie haben die Gabe erfahren. Das heißt, sie haben sie wirklich bekommen: das Leben, das Heil, die Vergebung.
Dann weiter in Hebräer 6: Das Nächste ist, dass sie „teilhaftig geworden sind oder Teilhaber des Heiligen Geistes geworden sind“. Sie haben den Heiligen Geist bekommen. Wenn man teilhaftig wird, dann heißt das, man bekommt es, man wird ein Teilhaber.
Dasselbe Wort wird auch in Kapitel 3, Vers 1 verwendet. Dasselbe griechische Wort: Da nennt er die Christen heilige Brüder, die teilhaftig am himmlischen Ruf sind. Das heißt, sie haben den Ruf bekommen. Wenn man ein Teilhaber wird, dann gehört man dazu.
Kapitel 3, Vers 14:
Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten.
Teilhaber des Christus werden heißt, dass man Christ wird, dass man zu Christus gehört. Also: Wenn jemand den Heiligen Geist nur ein bisschen hört oder ein bisschen etwas erlebt, weil er ein Wunder durch den Heiligen Geist erlebt hat, dann ist er noch nicht Teilhaber des Heiligen Geistes. Einer, der nur ein Mitläufer unter den Christen ist, ist keiner, der ein Teilhaber des Heiligen Geistes ist. Wer den Geist Gottes nicht hat, der gehört nicht ihm, der gehört nicht dem Herrn Jesus.
Römer 8,9:
Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.
Also: Teilhaber des Heiligen Geistes heißt Christ geworden. Der Heilige Geist wirkt am Ungläubigen, aber ein Teilhaber des Heiligen Geistes ist der Ungläubige nicht. Ein Gläubiger ist ein Teilhaber des Heiligen Geistes.
Nächstes: „Und das edle Wort Gottes geschmeckt haben.“ Hier wieder dasselbe Wort. Schmecken heißt erfahren. Sie haben das edle Wort Gottes erfahren. Sie haben also das angenommen, was das Wort Gottes sagt, und dann auch die Wirkungen des Wortes Gottes erlebt.
Und die Kräfte der zukünftigen oder kommenden Weltzeit geschmeckt haben. Was heißt das? Nun, das waren die Wunderkräfte. In der ersten Christenzeit haben die Christen sehr viel Wunderkräfte erlebt, erfahren, und so haben sie auch etwas von der anderen Welt gemerkt. Aber die, die zum Glauben gekommen sind, die haben in sich die Kraft erfahren. Da hat Gott ein Werk in ihnen getan. Sie haben ewiges Leben bekommen, das Leben der Ewigkeit, das zukünftige Leben, das Leben des Herrn Jesus. Sie sind von Neuem geboren worden. Das waren Kräfte der zukünftigen Weltzeit.
Wenn ihr nicht von Neuem geboren werdet, könnt ihr das Reich Gottes nicht sehen. Diese Menschen wurden von Neuem geboren. Sie haben durch die Wiedergeburt und auch nach der Wiedergeburt die Kraft Gottes und der zukünftigen Welt erfahren.
Solche Leute, wenn solche dann abgefallen sind, das heißt, wenn solche wieder zurückgegangen sind ins Judentum, dann sagt er: Dann ist es unmöglich, solche wieder zur Buße zu erneuern. Rückkehr ins Judentum kommt einem Kreuzigen des Sohnes Gottes gleich. Er sagt, als solche, die den Sohn Gottes für sich aufs Neue kreuzigen, ihn ans Kreuz schlagen, wie wenn sie den Sohn Gottes, den sie als Sohn Gottes erkannt haben, nochmals kreuzigen.
Das heißt, sie haben sich verhärtet. Und sie stellen sich dazu und sagen: Nein, Jesus ist nicht der Sohn Gottes, der gehört ans Kreuz, das ist ein Verbrecher, der ist nur der Jesus von Nazareth. Früher habe ich ihn als Sohn Gottes erkannt, aber jetzt kreuzige ich ihn wieder, diesen, den ich als Sohn Gottes erkannt hatte. Das heißt, ich kehre gleichsam ins Judentum zurück und sage Nein zu Christus.
Und er sagt: Für solche ist es unmöglich, wieder zur Buße zu erneuern. Für wen ist es unmöglich? Wer ist der, dem es nicht möglich ist, sie zur Buße zu erneuern? Bitte, für wen? Wem ist es unmöglich? Lies mal den Text, Vers 3, Vers 4: Denn es ist unmöglich, diejenigen, die das und das und das erlebt haben und dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, sie, die sich selbst den Sohn Gottes wieder ans Kreuz schlagen und ihn an den Pranger stellen.
Es ist jemand, der sie zur Buße erneuern muss. Das ist nicht er selber. Sonst hätte er gesagt: Es ist unmöglich, dass sie sich selber zur Buße erneuern. Das sagt er aber nicht. Er sagt: Es ist unmöglich, diese zur Buße zu erneuern. Irgendwer anders soll sie zur Buße erneuern. Wer ist das? Der Heilige Geist, Gott selber. Für Gott ist es unmöglich, solche Menschen wieder zur Buße zu erneuern.
Wieso ist es für Gott unmöglich? Gott ist doch alles möglich. Da muss man den Zusammenhang beachten. Sie sind Menschen, die den Sohn Gottes kreuzigen. Was kann Gott tun, wenn ein Mensch sagt: Jesus gehört ans Kreuz, er ist ein Verbrecher? Was kann Gott jetzt tun, um den zur Buße zu erneuern? Er kann ihn nur rufen.
Ich habe hier notiert: Vers 7 und 8 ist eine Hilfe, das zu verstehen. Er sagt: Denn warum ist es unmöglich? Jetzt kommt die Begründung: Denn ein Land, das den häufigen Regentrank und nützliches Pflanzengewächs hervorbringt, bekommt Segen von Gott; dasjenige aber, das Dornen und Disteln trägt, ist verwerflich und einem Fluch nahe. Ende eines solchen Landes ist das Verbrennen.
Da ist ein Bauer, der hat ein Land, und das Land bringt nicht das hervor, was er eigentlich will, sondern nur Dornen und Disteln. Dann gibt er ihm eine zweite Chance, eine dritte Chance usw. Und es bringt nur Dornen und Disteln. Und er denkt sich: Vielleicht mehr Wasser. Dann gibt er mehr Wasser, und es bringt nur noch mehr Dornen und Disteln. Was macht der Bauer? Der Bauer sagt: So, wir machen jetzt eine Radikalkur, wir lassen das Feuer drübergehen, wir verbrennen alles.
Genau das ist hier der Gedanke. Der Bauer ist Gott, und das Land ist der Mensch. Gott hat keine Chance, aus diesem Menschen Frucht hervorzubringen. Der bringt nur Dornen und Disteln. Dann sagt er: Okay, dann lasse ich das Feuer drübergehen. Wieso? Er hat keine andere Wahl, er kann nichts machen.
Und jetzt denken wir an Israel. Da ist das Volk Israel, da sind jetzt Menschen, die kamen zum Glauben. Und jetzt gehen sie wieder zurück ins Judentum und wenden sich wieder den jüdischen Opfern zu und sagen: Jesus ist ein Verbrecher, der gehört ans Fluchholz. Ja, was soll Gott jetzt noch tun?
Es geht hier nicht um die Frage, ob jemand, der zurück will, noch zurück darf. Das ist ja sowieso klar, dass jemand, der zurück will, zurück darf. Gott wartet ja darauf, dass sie zurückkommen. Es geht um das, was Gott jetzt noch tun kann. Es geht darum, welche objektiven Mittel Gott noch hätte, um solche Abgefallenen zu neuerlicher Sinnesänderung zu bringen.
Was könnte nun ihren Gesinnungswandel noch bewirken? Mehr Licht, mehr Gabe, mehr Heiliger Geist, mehr Wort Gottes, mehr Kräfte der ewigen Welt? Das hilft nichts mehr. Wieso? Das haben sie schon alles gehabt. Die haben schon das Licht, die haben schon die Gabe geschmeckt, die haben schon den Heiligen Geist bekommen, die haben schon das Wort Gottes geschmeckt, die haben schon die Kräfte der zukünftigen Welt geschmeckt und haben dann Nein gesagt.
Gott hat keine Karten mehr in der Hand, versteht ihr? Gott hat seine besten Karten ausgespielt in Israel. Und jetzt sagen sie zum Schluss Nein, wir gehen doch zurück ins Judentum. Jetzt hat Gott nichts mehr in der Hand. Was soll er tun? Da kommt das Feuer. Und es kam ja, das Feuer kam ja, das Gerichtsfeuer.
Nachdem Gott so lange gewirkt hat in Israel, so viel getan hat, dann waren Menschen zum Glauben gekommen. Ein Teil von Israeliten kam zum Glauben, hat das Licht bekommen, die himmlische Gabe geschmeckt, den Heiligen Geist bekommen, das Wort Gottes geschmeckt, die Kräfte der zukünftigen Welt bekommen. Und jetzt gehen sie wieder zurück zum Judentum.
Ja, wenn jetzt Gott noch mehr Wunder tut, das hilft jetzt nicht mehr. Und noch mehr Heiligen Geist ausschütten, das hilft auch nichts mehr. Und noch mehr Licht und noch mehr himmlische Kräfte oder himmlische Dinge, noch mehr Wort Gottes, das hilft nichts mehr. Die kennen schon das Wort Gottes und haben schon Nein gesagt. Jetzt kommt nur noch das Gericht.
Es ist für Gott unmöglich, nachdem er alle Trümpfe ausgespielt hat. Er hat nichts mehr in der Hand. Er wollte gerne. Bitte, es geht nicht um die Frage, ob einer, der mal abgefallen ist und dann merkt: Was habe ich getan? Oh Schreck, ich möchte wieder zurück, dass der nicht zurückdürfe. Ich habe schon Christen gehört, die haben das gelehrt. Nein, die haben gesagt: Du bist abgefallen, du darfst nicht mehr zurück. Wie bitte? Ist das die Lehre der Bibel? Wer Buße tut, der ist schon längst zur Buße erneuert. Wer diese Gesinnung hat: Ich habe gesündigt, ich möchte zurück, der ist schon längst zur Buße erneuert. Die Buße ist schon da.
Jetzt ist die Frage: Kann man ihn wieder annehmen? Wird Gott ihn annehmen? Natürlich wird Gott ihn annehmen. Es geht nicht um die Frage, ob Gott ihn annimmt. Es geht um die Sache, dass es Gott unmöglich ist, solche Menschen zur Buße zu erneuern, dass sie zur Besinnung kommen. Gott hat nichts mehr in der Hand. Das ist der Gedanke hier. Habt ihr Fragen dazu?
Erleuchtet. Das heißt dann im Endeffekt: Man könnte ja dann, wenn man das so wörtlich nimmt, sagen, ja, es kursieren ja so viele Gedanken unter den Menschen, dass man das auf unser heutiges Perfekt, nach dem, was wir heute darunter verstehen, einlassen könnte. Wenn ein Sünder erfahren hat, eine Zeit lang in dieser Gnade gelebt hat, dann sich wieder umkehrt, sozusagen wieder der Sünde zuwendet, dann ist Ende für ihn, so nach dem Motiv. Aber es ist ja nicht so, dass Gott dann am Ende mit den Nötigkeiten ist. Er nutzt ja die Nötigkeit des Verbrennens, damit es hier sozusagen nicht so ist, dass er sagt: Jetzt ist vorbei.
Nun, hier in dem Fall ist es verbrennendes Gericht. In dem Fall war das Verbrennen tatsächlich das Ende. Heute sind wir nicht in der gleichen Situation. Es geht hier nicht um die gleiche Situation. Wenn jemand heute Christ wird, zum Glauben kommt und dann lernt er ein schönes Mädchen kennen, die ist ungläubig, und dann lässt er den Glauben und lebt mit der Freundin zusammen. Und nach drei Jahren merkt er, dass er unsinnig Mist gebaut hat, wie man so sagt, und dass er Gott verunehrt hat und dass er gesündigt hat, und er will wieder umkehren. Ja, klar, jetzt kann er umkehren. Da geht es nicht darum, dass Gott keine Mittel mehr hat. Da gibt es ja noch genug. Es ist nicht dieselbe Situation wie dort.
Dort in Israel hat Gott offensichtliche Wundertaten getan, und er hat in mächtiger Weise durch den Heiligen Geist gewirkt. Das Evangelium wurde diesen Menschen verkündigt, den Israeliten verkündigt. Die haben den Messias angenommen. Und wenn jetzt davon einige zurückgehen, dann ist es für Gott unmöglich, sie zur Buße zu erneuern. Für den, der bewusst Nein sagt, der wird nicht gezwungen, und den lässt Gott noch beten. Gott lässt ihn gehen, und Gott hat keine Mittel mehr, ihn zur Sinnesänderung zu bringen.
Der Hebräerschreiber zeigt jenen Christen, wie ernst es ist, dass sie diesen Gedanken gleich aus dem Kopf schlagen, wie ernst es wäre, zurückzugehen ins Judentum. Er sagt: Was wollte dann? Dann kommt nur noch das Gericht, dann gibt es nur noch ein Warten des Gerichts. In Kapitel 10 sagt er ähnlich: Wer das eine Opfer verwirft und wieder zu den jüdischen Opfern geht, für den gibt es kein Opfer mehr. Wieso? Ja, das einzige, das gültig wäre, will er nicht, und die Stiere und die Schafe und die Ziegen, die können ihn nicht retten. Da gibt es nur noch ein Warten auf das Gericht, und es kam ja dann. Auch dort ist genau derselbe Gedanke.
Erklär noch ein bisschen. Ja, da waren ja welche, die sich aufgelehnt haben. Und da waren welche, die an Gott festgehalten haben, die geglaubt haben, und welche, die nicht geglaubt haben. Und die sind ja auch dann teilhaftig geworden an dem Heiligen Geist, das heißt, es lief auch vor Mangel, wie es geschehen hat. Da ist schon eine Parallele. Diese Israeliten, die hier rebellisch sind und nicht wollen, nur der Unterschied ist der: Dort kam nicht das Gericht in dem Sinne, dass sie verloren waren. Na gut, man kann sagen, sie durften nicht ins Land, und wenn sie nicht ins Land durften, haben sie das Ziel nicht erreicht. Doch, doch, doch, doch, es ist eine Parallele. Sie haben das Ziel nicht erreicht. Es ist schon eine Parallele: Abfall für jene in der Wüste und hier der Abfall.
Es geht um Verhärtung, oder? Damals waren sie ja verhärtet. Wieso waren sie verhärtet? Die haben so oft Gott erlebt, vierzig Jahre haben sie gesehen. Also die einen haben sich am Anfang schon verhärtet, aber andere haben sich erst später verhärtet, haben lange Zeit gesehen, dass Gottes Wirken da war, und dann haben sie sich verhärtet. Und er sagt: Verhärtet eure Herzen nicht, denn die, die ihre Herzen verhärtet haben, die haben das Ziel nicht erreicht. Doch, der Gedanke ist schon derselbe. Es war eine ganz ernste Zeit damals, und diese Zeit muss man hier einberechnen. Man stand unmittelbar vor der Prüfung. Das Volk Gottes stand unmittelbar vor einer ganz, ganz großen Prüfung. Es gab dann eine Verfolgung.
Bitte. Wir sind ja auch von der Wüste teilhaftig geworden, also wir haben Manna gegessen. Das kam ja kaum von oben. Also sind wir auch teilhaftig geworden, das heißt, des Geistes. Hier des Geistes nicht, aber des Manna. Und insofern haben sie auch eine himmlische Gabe bekommen, nämlich das Manna. In dem Sinn waren sie ja echt. Diese Israeliten, die da ausgezogen sind, waren Israeliten, sie gehörten zum Volk Gottes, und sie haben aber das Ziel nicht erreicht, sind also klar Abgefallene.
Gut, Lektion für mich jetzt: Hier habe ich drei Lektionen, zwei Lektionen sollen das sein, nicht drei?
Erstens: Wir hindern Gott am Wirken, wenn wir träge geworden sind und nicht mehr genau auf Gottes Wort achten. Das ist noch von Kapitel 5 her. Er sagte: Ihr seid träge geworden, ihr solltet wieder zurückkehren und wieder fleißig auf das Wort Gottes achten. Wir hindern Gott am Wirken, wenn wir träge sind und nicht genau auf Gottes Wort achten. Und viele Menschen heute achten nicht mehr auf Gottes Wort, oder viele Christen auch. Sie hindern Gott!
Und das Zweite ist: Wenn wir im Glaubensleben vorwärtskommen wollen, dann werden wir uns vom Heiligen Geist zeigen lassen müssen, wo ihm etwas nicht gefällt und wo wir Buße tun müssen. Es geht hier noch nicht um Abfall, aber er warnt sie, er könnte dorthin kommen. Er hat Sorge um sie. Sie sind noch nicht so weit, und das wird er auch in den nächsten Versen gleich sagen. Aber trotzdem beten wir, dass wir auch sensibel bleiben für Gottes Wort und Gottes Wirken, dass wir uns nicht verhärten.
Zum Thema Abfall, ja, das mit dem Abfall lasse ich jetzt mal aus. Gehen wir weiter.
Hoffnung, Geduld und die Zusage Gottes
Vers 9: Er hat jetzt Hoffnungszeichen. In Kapitel 6, Vers 9 lesen wir: Und Vers 10: Wir sind aber bezüglich euch, Geliebte, von Besseren überzeugt und von dem, was mit dem Heil zu tun hat, wenn wir auch so sprechen. Denn Gott ist nicht ungerecht, euer Werk zu vergessen und die Arbeit der Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt. Ihr dientet und dient den Heiligen.
Er sagt jetzt: Ich sehe aber in eurem Leben grosse Hoffnungszeichen, dass bei euch noch nicht dieser Zustand erreicht ist. Bei euch ist der Zustand besser. Ihr seid gerettet, ihr seid noch im Heil, oder ihr seid noch auf dem Weg zum Heil, zum ewigen Himmel. Er sagt: Ich bin überzeugt von Besserem und von dem, was mit dem Heil zu tun hat, zum ewigen Heil, zum zukünftigen Heil. Wenn wir auch so ernst sprechen, denn Gott ist nicht ungerecht. Gott denkt an das, was bei euch vorhanden war. Gott sieht die Werke, die Frucht des Glaubens. Das waren Werke der Liebe, Arbeit der Liebe, sagt er hier, euer Werk als Frucht des Glaubens. Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt. Ihr dientet den Heiligen, und ihr dient ihnen immer noch. Also, es gibt gute Zeichen in eurem Leben.
Vers 11: Jetzt deine Aufforderung: Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Fleiss beweise hin zur vollen Gewissheit der Hoffnung bis zum Ende, also hin bis zu dem Zeitpunkt, wann eure Hoffnung in Erfüllung gehen wird, dann an jenem Tage. Also, sie sollen jetzt weiterhin fleissig bleiben. Und jetzt lesen wir noch Vers 12: Damit ihr nicht träge werdet, aber Nachahmer derer, die durch Glauben und Geduld die Verheissungen erben.
Sagt er: Schaut, was ihr braucht, ist also fleissig sein und nicht träge werden, sondern diejenigen nachahmen, die durch Glauben und Ausharren und Standhaftigkeit, Geduld die Verheissungen, das Verheissene, erben. Also, er weist auf die Verantwortung der Leser hin. Um die Verheissungen zu erben, braucht es Glauben und Standhaftigkeit, Geduld nennt er das hier. Das Wort für Geduld heisst auch so viel wie Standhaftigkeit, Ausharren, Geduld, dranbleiben.
Dann bringt er ein Beispiel, Vers 13: Denn als Gott dem Abraham Verheissung gab, schwor er, da er nicht die Möglichkeit hatte, bei einem Grösseren zu schwören, schwor er bei sich selbst und sagte: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen und sehr werde ich dich mehren. Und nachdem er auf diese Weise geduldig gewesen war, erlangte er die Verheissung. Denn Menschen schwören ja bei einem Grösseren, und der Eid zur Bestätigung ist ihnen ein Ende allen Widerspruchs.
Weshalb Gott, da er den Erben der Verheissung auf nachdrücklichere Weise die Unverrückbarkeit seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eide ins Mittel trat, damit wir durch zwei unverrückbare Dinge, bei denen es Gott unmöglich war zu lügen, einen starken Trost hätten, die wir flüchteten oder Zuflucht nahmen, um die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen und festzuhalten, und so weiter.
Also, worum geht es hier? Ich habe das hier versucht, in ein paar Sätze aufzuteilen, dann haben wir den Gedankengang ein bisschen besser. Ich weiss, es ist ein langer Satz. Das ist typisch für Paulus, dass er lange Sätze macht. Es gibt hier ein Beispiel von Abraham. Er denkt zurück an den Mann, von dem all die Juden reden. Das ist ja der Glaubensvater aller Juden, der Abraham, der Stammvater. Wie war das bei ihm denn?
Nun, als Gott Abraham Verheissung gab, hat er geschworen. Weiss jetzt jemand, wo das war, zu welcher Gelegenheit hat Gott geschworen, wo hat Gott gesagt: Ich schwöre bei mir selbst, weil du dieses getan hast, werde ich dich segnen und reichlich segnen, deinen Samen mehren? Wo im Leben Abrahams war das? Als er Isaak opferte. Weil du das getan hast. Das war ja so: Gott sagt zu dem Abraham, gleichsam, gell Abraham, du glaubst mir? Der Abraham: Ja, ja, ich glaubte schon. Aha, du hast jetzt einen Sohn bekommen? Ja, einen Sohn bekommen, weil ich geglaubt habe. Und du glaubst nur mir? Dass ich alles, was ich dir verheissen habe, dass ich das zur Erfüllung bringen werde? Ja, ja, natürlich, ich glaube dir. Okay. Oder glaubst du nicht ein bisschen an den Isaak? Vertraust du auf Isaak und auf mich? Mach mal die Sache klar, damit ganz klar ist, dass du nur auf mich vertraust und auf niemanden anderen. Gib mal den Isaak wieder zurück. Versteht ihr?
Gott sagt zu Abraham: Geh auf den Berg, geh in das Land Moria zu einem Berg, den ich dir zeigen werde, und opfere dort deinen Sohn zum Brandopfer. Es war nicht missverständlich, es war sehr klar, was Gott hier geboten hat: seinen eigenen Sohn opfern als Brandopfer. Und jetzt war Abraham gefordert. Jetzt musste er überlegen, was heisst das jetzt in Bezug auf Glauben? Und er glaubte, dass Gott, er sagt: Gott hat gesagt, in Isaak wirst du eine Nachkommenschaft bekommen. Und jetzt sagt Gott, den Isaak soll ich töten. Und jetzt hat er eins plus eins zusammengezählt. Wenn Gott gesagt hat, in Isaak wird die Nachkommenschaft bekommen, aber der Isaak hat noch keine Kinder, und jetzt sagt Gott, ich soll den Isaak töten, was will Gott dann tun? Was war seine logische Schlussfolgerung? Da wird Gott ihn wieder auferwecken aus den Toten. Es geht gar nicht anders. Es gibt gar keine andere Möglichkeit, ganz logisch, nein. Er sagte: In Isaak wird der Same genannt werden.
Also genau das hat er getan. Er geht hin und er rechnet damit, dass Gott ihn auferwecken wird. Nun, Gott hat es nicht so weit kommen lassen. Gott hat seinen Glauben gesehen, und Gott war fasziniert von dem Glauben und hat gesagt: Und als das dann geschah und der Engel abgestoppt hat, dann sagt Gott: Weil du das getan hast, weil du deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast, deswegen werde ich dich reichlich segnen, und ich schwöre das bei mir. Kannst du vorlesen: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr, weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verschont hast. Darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren wie die Sterne am Himmel usw.
Jetzt gehen wir zurück zum Hebräer 6. Als Gott dem Abraham Verheissung gab, schwor er. Und dann lesen wir: Gott schwor, weil er den Erben der Verheissung, dem Abraham, nachdrücklich zeigen wollte, dass er ihnen das Erbe mit Sicherheit geben würde. Gott hat gesagt: Weisst du, ich kann dir auch einfach ein Versprechen geben, aber um dir sicherzumachen, dass es nicht einfach nur ein Versprechen ist, sondern um klarzumachen, dass ich dir das hundertprozentig gebe, gebe ich dir zusätzlich noch einen Schwur. Und ich schwöre bei mir selbst, und bei etwas Höherem kann man nicht schwören. Er wollte nachdrücklich zeigen, dass er ihnen das Erbe mit Sicherheit geben würde. Und das tat Gott übrigens.
Vers 17, Vers 18: Damit wir durch zwei unverrückbare Dinge, bei denen es Gott unmöglich war zu lügen, einen starken Trost hätten. Er tat das, damit wir, das heisst die Hebräerchristen, einen starken Trost hätten in Bezug auf die Hoffnung, auf das Erbe, dass wir das Erbe ganz sicher bekommen, diese Hebräerchristen.
Vers 18: Damit wir durch zwei unverrückbare Dinge, bei denen es Gott unmöglich war zu lügen. Welche zwei Dinge? Welche zwei Dinge waren es damals, bei denen es Gott unmöglich war zu lügen? Was hat die Verheissung so sicher gemacht? Oder was hat die Hoffnung so sicher gemacht, das, was sie bekommen sollte? Zwei Dinge: Die Verheissung durch den Eid. Verheissung, das Wort, und die Bestätigung durch den Eid. Zwei Dinge. Wenn Gott sagt, ich halte mein Wort, dann ist das sicher. Und wenn Gott sagt, ich schwöre, dann ist es doppelt sicher. Zwei Dinge. Er kann nicht lügen bei seinem Wort, und er kann nicht lügen bei seinem Eid.
Damit wir einen starken Trost hätten, die wir flüchteten und Zuflucht nahmen, um die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen. Gott tat dies, damit die Hebräerchristen Mut und Trost hätten in Bezug auf ihre Hoffnung. Jetzt sagt mir bitte, wo ist die Verbindung zwischen Hebräerchristen und Abraham? Er spricht doch von Abraham, und Gott hat doch dem Abraham geschworen. Wieso jetzt die Hebräerchristen?
Gott schwört dem Abraham etwas, damit 2000 Jahre später die Hebräerchristen Mut und Trost haben. Wo ist die Verbindung? Der gleiche Gott. Und? Der gleiche Gott und das gleiche Volk. Der gleiche Gott und das Volk von Abraham. Die Nachkommen Abrahams waren ja die Hebräerchristen. Der Hebräerbrief ist ja genau an die Nachkommen Abrahams geschrieben. Und jetzt ist die Frage: Man nennt die Nachkommen Abrahams übrigens Israeliten. Und jetzt ist mir die Frage: Was ist denn die Hoffnung der Israeliten? Was ist die Zukunft Israels? Wo ist die Zukunft Israels zu finden?
Ganz genau dort, wo die Zukunft der Hebräerchristen zu finden ist, und nicht dort, wo die Zukunft der anderen Hebräer zu finden ist. Versteht ihr? Nicht die Zukunft der ungläubigen Israeliten, die haben keine Zukunft. Nur die gläubigen Israeliten haben eine Zukunft, nur die. Und dann ist die Zukunft genau dort, wo alle Christen hinkommen. Die Zukunft Israels ist exakt am gleichen Platz, wo alle Christen hinkommen. Er spricht von dem Heil, er spricht von einer Hoffnung, er spricht von einem himmlischen Ruf, er spricht von einer himmlischen Stadt, er spricht später dann noch von einem himmlischen Heiligtum und so weiter, wo der Herr Jesus hineingegangen ist. Dort ist die Zukunft Israels und nirgends auf der Erde, wenn das heute Christen doch verstehen würden. Der Hebräerbrief ist die Antwort auf die Frage der Zukunft Israels. Es gibt keinen besseren Brief im ganzen Neuen Testament.
Die Zukunft Israels ist am selben Ort, wo die Zukunft der Christen ist. Damit wir einen starken Trost hätten, die wir unsere Zuflucht genommen haben, die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen.
Vers 19 und 20: Ich habe hier noch einen Satz auf der Folie, den man nicht noch vorlesen möchte. Das Hoffnungsgut Israels war das Hoffnungsgut der Hebräerchristen. Von Anfang hatte er dieses Hoffnungsgut im Auge, dieses und kein anderes. Die Zukunft dieses Volkes war die Zukunft der Hebräerchristen.
Weiter Vers 19: Welche Hoffnung wir als einen Anker der Seele haben, einen sicheren und festen, der in das Inwendige hinter den Vorhang hineingeht, wo als Vorläufer für uns hineinging Jesus, nach der Ordnung Melchisedecks hoher Priester geworden in Ewigkeit.
Er sagt, dort an dem Ort, wo unser Hoffnungsgut liegt, dort ist der Herr Jesus hingegangen, hinter den Vorhang. Und wo ist das hinter dem Vorhang? Das ist das Jenseits. Erinnert ihr euch, das Heiligtum ist vorne, da ist der Schaubrotisch und die Leuchter und der Rauchopferaltar, dann kommt der Vorhang, und hinter dem Vorhang ist die Bundeslade, die Gegenwart Gottes. Und das Bild ist jetzt der hintere Raum, das Allerheiligste, das ist der Himmel, wo der Herr Jesus hingegangen ist, hinter dem Vorhang.
Der Herr Jesus als Vorläufer ist in den Himmel hinter den Vorhang gegangen, dort, wo der Hohepriester einmal im Jahr hinein verschwindet. Dort ist der Herr Jesus hingegangen, ins Jenseits, in den Himmel. Also, das Hoffnungsgut der Hebräer ist gewiss, weil der Herr Jesus als Vorläufer und als Priester dort hinten hingegangen ist. Priester nach der Ordnung Melchisedecks. Und jetzt ist er wieder beim Thema. Wir haben ja schon gesagt: Wer ist jetzt dieser Melchisedeck, bitte erklär mir endlich den Melchisedeck. Morgen.
Es sind Fragen noch zu dem Text in Kapitel 6. Mir ist es ganz wichtig, dass man versteht, dass die gleiche Hoffnung der Hebräerchristen die Hoffnung Israels ist. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil viele Christen das heute nicht verstehen. Die meinen, es sind zwei verschiedene Orte, zwei verschiedene Hoffnungen, zwei verschiedene Zukunftsgüter. Nein, es ist nur einer. Es gibt nur ein gemeinsames Erbe dort.
Schliessen wir. Wir können wieder eine Gebetsgemeinschaft machen.

