Zum Inhalt

Gerichtspredigt: Grausamer Gott

auch im NT?
11.11.2022

Einleitung: Die Frage nach Gottes Wesen im Alten und Neuen Testament

Hallo zusammen! Es lag mir schon lange auf dem Herzen, heute diesen Beitrag zu machen. Doch viele Monate war ich mir nicht sicher, ob das wirklich gut ist.

Worum geht es heute? Die klassische Frage, die du wahrscheinlich schon oft gehört hast, lautet: Warum ist der Gott des Alten Testaments so grausam? Viele denken dabei zum Beispiel an die Sintflut, die Kananeerkriege oder den Blutbeutel. Es gibt auch Antworten darauf.

Aber wie sieht es eigentlich mit dem Neuen Testament aus? Im Neuen Testament siehst du Gottes Liebe deutlicher und stärker. Doch wenn du mich fragst – und das klingt jetzt vielleicht absurd, ich begründe es gleich Schritt für Schritt – ist Gott im Neuen Testament tatsächlich grausamer als im Alten Testament. Ein besseres Wort dafür wäre vielleicht „drastischer“.

Ich gebe dir natürlich gleich konkrete Beispiele. Es ist so, als ob die Dinge, die im Alten Testament schon da waren – die Liebe und das Positive, aber auch die Gerechtigkeit, die Konsequenzen und das, was wir manchmal als negativ erleben – im Neuen Testament noch deutlicher und klarer sichtbar werden.

Natürlich ist es der gleiche Gott im Alten Testament wie im Neuen Testament. Es ist derselbe Gott. Lass dir da bitte keine unbiblischen Irrlehren auftischen, sondern sei dir dessen ganz sicher. Es heißt auch, dass der Gott des Neuen Testaments derselbe ist, den du vorher schon im Alten Testament kennengelernt hast. Das sollte uns nachdenklich machen.

Wir haben es schlicht und ergreifend mit dem gleichen Wesen zu tun wie im Alten Testament. Jedenfalls sollte das stimmen, was ich dir gleich sage: Das, was wir von Gott im Neuen Testament sehen, ist drastischer und in Anführungszeichen „dunkler“, als dir und mir manchmal lieb ist.

Wenn das stimmt, welche Folgen hat das für dich und mich? Was machen wir jetzt damit? Ich denke, grundsätzlich haben wir drei Möglichkeiten.

Möglichkeit eins: Jemand könnte sich vom Christentum abkehren. Das ist immer eine Option, niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Aber wenn du es mal durchdenkst, was soll das eigentlich bringen? Ich sehe das so: Entweder Gott ist real, das Neue Testament ist zuverlässig, Jesus ist wirklich auferstanden und das Christentum ist wahr. Oder eben nicht.

Daran ändert dann meine Meinung auch nichts. Ob mir bestimmte Teile davon gefallen oder nicht, macht keinen Unterschied. Dann könnte ich mich auch abkehren, aber das bringt nichts. Im Gegenteil, vielleicht sollte ich dann erst recht Christ werden – mehr dazu gleich.

Möglichkeit zwei: Das ist heute wahrscheinlich die beliebteste Option. Ich ignoriere es einfach. Ja, ich kann einfach weiter behaupten, der Gott des Alten Testaments sei böse, archaisch und überholt. Oder dass er sich geändert hat und jetzt nur noch Liebe ist – reine Liebe, nichts als Liebe, und niemand hat je etwas zu befürchten.

Ich ignoriere es einfach, schiebe es weg, verdränge es.

Möglichkeit drei: Wir bejahen das, was Jesus sagt, und wir tun das, was heute in unserer postmodernen, hedonistischen Gesellschaft kaum jemand tun will: Wir akzeptieren Dinge in Demut und stellen uns der Realität so, wie sie ist. Als Erwachsene, als reife Menschen. Auch wenn das bedeutet, dass wir unser Bild in manchen Teilen korrigieren müssen und das vielleicht nicht immer angenehm ist.

Denn, weißt du, es ist Gott, von dem wir hier sprechen. Du kannst Gott nicht in eine Schublade stecken, die zuschließen und dem ganzen Schrank den Rücken kehren. Es ist Gott, von dem wir reden. Behalte das mal im Hinterkopf für gleich.

Persönliche Motivation und gesellschaftliche Herausforderungen

Jedenfalls habe ich mit diesem Beitrag hier lange gezögert. Da steckt auch Menschenfurcht bei mir drin, ja? Was ist, wenn ich für dieses Thema jetzt Kritik bekomme und Leute sagen, „Uh, darüber darf man nicht sprechen“? Soll ich es dann lassen?

Über die Monate ist mir jedoch klarer geworden – ähnlich wie bei den Lebensrechtthemen, den ganzen Pro-Life-Themen –, dass entscheidend nicht so sehr die Reaktionen sind, sondern ob es wahr ist und ob es dir und anderen helfen kann.

Es ist ja nun wirklich nicht so, als ob ich morgens aufstehe und überlege: „Hm, was kann ich heute machen, damit Leute sich möglichst schlecht fühlen? Wie kann ich heute am meisten Kontroverse hervorrufen?“ Ich mag Kontroverse nicht. Ich mag die Hysterie nicht, ich mag die Konfrontation nicht. Ich gehe darin nicht auf, das ist aufreibend für mich, sehr aufreibend.

Aber ich mache all das hier nicht aus Langeweile oder weil ich einen Beliebtheitswettbewerb gewinnen will. Da wollen wir uns keine Illusionen machen. Ich mache diese Videos, weil ich eines Tages nicht mehr da sein werde. Deshalb all diese Übersichten, biblischen Entscheidungshilfen, Hörbücher und Online-Kurse – weil das das ist, was von mir bleiben wird.

Weißt du, in der ersten Hälfte meines Lebens habe ich mehr Schaden als Gutes hinterlassen, und das weiß ich. Jetzt versuche ich, es anders zu machen. Deshalb ist all das hier auch gratis, dank der Hilfe von so vielen Unterstützern.

Ich will mehr Segen als Schaden hinterlassen und mit dem, was Gott mir gegeben hat, auch dir ein Segen sein. Und mit deiner, eurer und Gottes Hilfe ist das möglich.

Weißt du, wenn ich sterbe, will ich nichts mitnehmen.

In den nächsten Monaten werde ich hier bibeltreue Beiträge und Materialien für Gemeinden, Jugendstunden, Konfirmanden, Religionsunterricht und mehr veröffentlichen – Materialien, die du wahrscheinlich so noch nie gesehen oder gehört hast. Sie sollen dir helfen, den Gott der Bibel besser kennenzulernen und ihm in einer lebendigen Beziehung nachzufolgen.

Drück gern die Glocke unter diesem Video, dann siehst du das auch.

Deshalb geht es heute genau um Gott, um den biblisch-christlichen Gott. Ich will einen Moment nehmen, um das Problem zu erklären, und dann starten wir direkt mit den konkreten Beispielen.

Die Gefahr eines verzerrten Gottesbildes

Weißt du, es gibt eine Tendenz in der heutigen Christenheit und in der Gesellschaft allgemein, Gott zu verharmlosen und ihn niedrig zu halten. Es ist, als wollten wir Gott irgendwie zähmen oder domestizieren. Dabei versuchen wir, Gott so zurechtzustutzen, wie er uns angenehm ist. Das ist ein großes Problem.

Ich gebe dir nur zwei Beispiele: In den letzten Jahren hat die EKD, die Evangelische Kirche in Deutschland, durch Grundlagentexte und medienwirksame Vertreter Folgendes gesagt: a) Vielleicht ist Gott doch nicht allmächtig, und b) vielleicht ist Jesus gar nicht auferstanden. Es sei ja gar nicht so wichtig, ob er auferstanden ist oder nicht.

Warum ist das ein Problem? Weil ein Wesen, das nicht allmächtig ist, nun mal nicht der biblisch-christliche Gott ist. Und irgendein wohlmeinender, harmloser Wanderprediger, der vor zweitausend Jahren gestorben ist und bis heute tot bleibt, ist nicht der Jesus des Neuen Testaments. Dieser Jesus wird kommen, um die Lebenden und die Toten zu richten. Das ist ein großes Problem.

Das ist genau das, was die Bibel „sich ein Bild von Gott machen“ nennt. Und das ist das zweite der zehn Gebote: Du sollst dir kein Bild machen. Stattdessen sollst du Gott Gott sein lassen. Du sollst akzeptieren, dass er ist, wie er ist, ohne ihn zurechtstutzen oder dir umzuwünschen. Du sollst nichts aus ihm machen, was er nicht ist.

Das ist das zweite Gebot. Ich denke, es ist das am zweitmeisten übertretene Gebot und zugleich das, worüber wir am wenigsten sprechen. Diese Gefahr, ein falsches Gottesbild zu haben, ist meiner Meinung nach die größte Gefahr der Christenheit in westlichen Ländern.

Es ist auch ganz logisch: Wenn du aus den Grundlagen nur das herausnimmst, was dir gefällt, und das ablehnst, was dir nicht gefällt, wer hat dann am Ende das letzte Wort? Du. Wem folgst du dann letztlich? Dir selbst.

Weißt du, wenn du aus der Bibel nur das herausnimmst, was du sowieso schon glaubst, und alles andere links liegen lässt, wozu brauchst du dann überhaupt eine Bibel?

Ich habe es vor kurzem in einer Predigt gesagt: Die wichtige Frage ist gar nicht so sehr, ob Gott in unserem Team spielt, sondern ob wir in Gottes Team spielen. Die Frage ist einfach: Willst du, dass Gott den Weg segnet, den du sowieso gehst? Oder willst du den Weg gehen, den Gott segnet?

Das ist ein Unterschied. Manche Leute in heutigen Kirchen im Westen können sich eher vorstellen, dass Gott seine Meinung ändert, als dass sie ihre Meinung ändern.

Dazu heißt es in der Bibel in Sprüche 3: Halte dich nicht selbst für klug, sondern fürchte den Herrn.

Wenn wir das nicht tun, sind wir an der gleichen Stelle wie die Pharisäer und Sadduzäer zu Jesu Zeiten. Dann ist es nur noch ein bloßes Lippenbekenntnis, wenn wir sagen: „Der Herr ist mein Hirte“, während in Wahrheit wir selbst unser eigener Hirte sind.

Das Problem ist seit dem Sündenfall immer wieder das Gleiche: Wir wollen keine Autorität über uns haben, keine Autorität, die über uns steht. Wir wollen das letzte Wort haben und uns nicht belehren lassen.

Ganz ernsthaft: Ich kann am Sonntagvormittag oder Sonntagabend brav beten: „Dein Wille geschehe“, und dann die nächsten sechseinhalb Tage alles ignorieren, was sein Wille auch ist.

Um herauszufinden, was der neutestamentliche Gott will, müssen wir ihn kennenlernen – genauso wie damals, als ich meine Frau kennengelernt habe.

Am Anfang hat man zahlreiche Vorstellungen im Kopf, wie jemand wohl sein könnte. Vielleicht auch Wünsche, wie jemand hoffentlich ist oder hoffentlich nicht ist. Diese losen Ideen müssen wir im Laufe der Zeit ablegen.

Warum? Weil du sonst nie den wirklichen, echten Menschen kennenlernst. Sonst steht immer dein Bild von der Person zwischen euch. Das blockiert eine echte Beziehung.

Am Ende hast du nur eine Beziehung mit einem Schnappschuss oder einem Profilfoto der Person. Oder mit deiner eigenen Fantasie von ihr – aber nicht mit ihr selbst in Farbe und 3D.

Macht das soweit Sinn? Es ist sehr wichtig, den biblischen Gott jetzt kennenzulernen.

Denn eines macht Gott kristallklar: Du wirst eines Tages vor ihm stehen. Entweder er kommt zu dir, oder du kommst zu ihm. Aber es wird passieren.

Ich werde eines Tages auch vor ihm stehen, und die anderen, die das mit dir jetzt hören, ebenfalls. An Gott führt kein Weg vorbei. Noch einmal: An Gott führt kein Weg vorbei.

Du hast einen verbindlichen Termin mit Gott, und das wird stattfinden. Ich persönlich möchte vorbereitet sein, und ich wünsche mir, dass du vorbereitet bist.

Die ernste Realität des Gottesbegegnungstermins

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, welche die gruseligste Stelle in der gesamten Bibel ist? Also die wirklich schlimmste Stelle? Ich finde, es ist die, in der Jesus sagt, dass es manche Menschen gibt, die irgendwie davon ausgehen, sie wären vorbereitet, Gott zu begegnen – aber es sind nicht wirklich vorbereitet.

Noch einmal: Die gruseligste Stelle in der Bibel ist die, in der Jesus sagt, es gibt Menschen, die denken, sie seien vorbereitet, aber in Wirklichkeit sind sie es nicht.

Ich möchte verhindern, dass Gott zu dir sagt: „Ich kenne dich nicht.“ Dass Gott zu dir sagt: „Ja, du bist vielleicht in der Gemeinde, aber der Gott, nach dem du dein Leben ausrichtest, hat mit mir nicht viel zu tun.“ Dass Gott zu dir sagt: „Ja, du singst im Chor und bist bei der Gemeindefreizeit dabei, aber das bedeutet nur, dass die anderen aus der Gemeinde dich kennen. Ich kenne dich nicht.“ Oder dass Gott zu dir sagt: „Ja, du zahlst vielleicht Kirchensteuer, aber das heißt nur, dass das Finanzamt dich kennt, nicht ich.“ Oder dass Gott zu dir sagt: „Ja, andere halten dich für einen Christen, aber du bist nie von neuem geboren worden.“

Ich will verhindern, dass Gott zu dir sagt: „Ja, du bist christlich aufgewachsen, aber du und ich, wir haben keine lebendige Beziehung miteinander. Ich kenne dich nicht.“ Das sind die schlimmsten Worte der Bibel, weil Jesus sie ausgerechnet zu denen sagt, die denken, sie würden unter Jubelrufen jetzt ins Paradies eingehen.

Wie soll man sich darauf vorbereiten, ganz grundsätzlich? Wie sollen wir unser Leben daraufhin leben, Gott zu begegnen, solange wir keine richtige Vorstellung davon haben, wie dieses Treffen aussehen wird?

Vor ein paar Jahren habe ich zum Beispiel einen Hundertkilometerlauf gemacht. Davor war ich manchmal in der Sporthalle, im Fitnessstudio, und habe irgendwie trainiert. Doch ein paar Wochen vorher wurde mir klar: Achte grüne Neune, das, was ich trainiere, passt überhaupt nicht zu dem, was ich vorhabe mit dem Hundertkilometerlauf.

Ich kann nicht einfach Muskelaufbau machen oder meinen Oberkörper trainieren, wenn ich eigentlich meine Beine trainieren muss. Und ich muss abnehmen, viel leichter und schneller werden. In dem Moment wurde mir so klar, dass der Weg, den ich eingeschlagen hatte, überhaupt nicht zu meinem Ziel passte.

Und die Sache ist: Wir existieren ewig. Wir haben die Ewigkeit vor uns. Die Frage ist, ob wir diese Ewigkeit mit oder ohne Gott verbringen – im Licht oder in der Dunkelheit, im Himmel oder in der Hölle. Das ist die entscheidende Frage.

Es ist fahrlässig, ja, extrem fahrlässig, das nicht ernst zu nehmen. Und das heißt, ernst zu nehmen, wer diese Entscheidung trifft – und das ist Jesus Christus, der Gott des Neuen Testaments.

Deshalb lerne diesen Gott besser kennen, so wie er wirklich ist. Und der Punkt ist: Er kann anders sein, als du dir das vielleicht vorstellst.

Gottes Anspruch und Realität im Neuen Testament

Es gibt eine sehr bedeutungsvolle Stelle in der Bibel, die sich gut für eine eigene Predigt eignet. Dabei geht es darum, dass Joshua und die Israeliten gerade das gelobte Land betreten – der Moment, auf den über vierhundert Jahre Geschichte hingesteuert haben.

Und dann heißt es: „Und es geschah, als Joshua bei Jericho war, dass Joshua seine Augen aufhob.“ Das ist eine biblische Redewendung, die bedeutet, wie wenn man am Tag ein zweites Mal aufwacht. Und da stand ein Mann ihm gegenüber, mit seinem Schwert in der Hand.

Joshua näherte sich ihm und fragte: „Bist du für uns oder für unsere Feinde?“ Man merkt schon, dass Joshua den Mann auf seine Ebene herunterziehen will, mit dem, was ihn gerade beschäftigt. Am liebsten möchte er natürlich, dass der Mann in Josuas Team ist, so wie es Joshua am besten gefällt.

Doch dann antwortet der Mann: „Nein, nein, sondern ich bin der Befehlshaber der Armee des Herrn, ich stehe auf Gottes Seite.“ Und das ist der Punkt: Lerne Gott kennen. Gott kann anders sein, als du denkst.

Manchmal bekomme ich Kommentare oder Leserbriefe, in denen Leute fragen: „Markus, du redest offener und klarer. Du sprichst mehr über das Jenseits, das jüngste Gericht und die Hölle als die meisten Prediger und Lehrer. Warum machst du das?“ Die Antwort ist: Ich mache das aus zwei Gründen.

Grund eins: Weil Jesus das tut. Jesus spricht mehr über die Hölle und Verdammnis als jeder andere in der Bibel. Wenn man es nachzählt, redet er sogar mehr über Verdammnis als über Erlösung. Nirgendwo in der Bibel findest du so viel über die Hölle geschrieben wie bei Jesus in den Evangelien.

Der zweite Grund ist: Ich mache das, weil viele andere es nicht tun. Mir ist das damals sehr aufgefallen. Mein Hintergrund ist folgender: Ich bin als Atheist unter Atheisten aufgewachsen. Bis ich im jugendlichen Alter war, hatte ich keine zwei Kirchen von innen gesehen und noch nie mit einem bekennenden Christen ein Wort gewechselt.

Als ich damals zum ersten Mal mit Christen zusammen die Adventszeit beging und Weihnachten feierte, haben alle immer gesagt, dass es eine gute Nachricht sei, dass Jesus geboren wurde. Okay! Aber zumindest mir hat damals kaum jemand gesagt, warum das eigentlich eine gute Nachricht ist.

Oder Christen haben von Erlösung gesprochen und dass Jesus der Erlöser ist. Okay, aber kaum jemand hat darüber geredet, wovon wir eigentlich erlöst sind. So wurde meine Frage immer größer: „Ja schön, Jesus ist der Erlöser, aber wovon denn eigentlich?“

Ich hatte das Gefühl, als ob man ins Kino kommt und der Film ist schon zur Hälfte vorbei. Man bekommt nur noch die zweite Hälfte mit. Es schien, als gäbe es noch eine andere erste Hälfte, ohne die die zweite Hälfte, die ich immer mitbekommen habe, gar nicht so viel Sinn gemacht hätte. Aber über diese erste Hälfte hat kaum jemand gesprochen. Und wenn doch, dann nur in kryptischen Andeutungen.

So ist es heute wieder. Es hat einfach eine Schlagseite, wenn wir immer nur vom lieben und nur vom lieben Gott sprechen. Ganz oberflächlich merkt man das daran, dass manche Leute völlig verwirrt sind, sobald mal etwas wirklich Negatives passiert. Dann fragen sie: „Wie kann das sein? Wie kann ein liebender Gott Leid zulassen? Er ist doch ein lieber Gott.“

Dazu habe ich dir vor kurzem mein eigenes Video aufgenommen. Du kannst gern die Glocke unter diesem Video drücken, dann wird dir das auch angezeigt.

Genauso hat es eine Schlagseite, wenn wir als Menschen Leid, Unrecht und Unheiligkeit in die Welt bringen – das, was die Bibel Sünde nennt – und sobald wir Christen das bemerken, sofort, ohne zwischendurch Luft zu holen, den Zuckerschleim der Vergebung darüber gießen. Das führt dazu, dass wir Gottes Zorn unter den Teppich kehren und totschweigen.

Das führt dazu, dass wir Gott selbst den Mund zuhalten, wie einem Hund, dem man das Bellen abgewöhnen will. Dabei bellt der Hund vielleicht, um dich vor etwas sehr Gefährlichem zu warnen.

So kommt unsere Gesellschaft dazu, dass unser Gottesbild häufig Schlagseite hat, einseitig und zensiert ist. Damit ist unser Gottesbild unvollkommen und häufig einfach falsch. Etwas, das zensiert ist, kann niemals wahr sein.

Ein zensiertes Gottesbild kann sehr wohl dazu führen, dass wir unser Leben nach etwas ausrichten, das einfach nicht real ist.

Also zusammengefasst: Du kannst auf beiden Seiten vom Pferd fallen. In vielen heutigen Kirchen wird nur noch von der Liebe Gottes gesprochen. Das ist auch nicht falsch, aber es ist nicht die ganze Wahrheit. Es gibt eine andere Seite, und diese ist ebenfalls wahr.

Die Reaktion der Kirche auf Gottes Zorn

Vor wenigen Jahren gab es eine Facebook-Gruppe von landeskirchlichen Pfarrern und Theologen, in der ich Mitglied war. Diese Gruppe war keine kleine Runde, sondern die offizielle, große Facebook-Gruppe.

Eines Tages habe ich dort gepostet: Wusstet ihr, dass Gott auch im Neuen Testament noch zornig werden kann? Vom Alten Testament kennen wir das ja, aber wenn ich das Neue Testament lese, dann wird Gott auch dort zornig – sogar fürchterlich zornig. Ich glaube, dass Gott auf diese Gesellschaft sehr zornig ist. Wir Prediger sollten den Menschen mehr davon erzählen.

Das Resultat war keine Nachfrage wie: „Ah, interessant, wo nimmst du das her?“ Es gab auch keine Diskussion à la „Oh, das sehen wir vielleicht anders, lass uns austauschen.“ Stattdessen wurde ich direkt und postwendend aus der Gruppe ausgeschlossen und bis zum heutigen Tag blockiert.

Krass, oder? Nach dem Motto: Das wollen wir nicht hören, das darfst du nicht sagen, hier ist nur der liebe Gott erlaubt. Das erinnert an das Buch Jeremia, wo die Oberen des Volkes erst sagen, sie wollen hören, was Gott sagt. Doch als eine unangenehme Nachricht kommt, reagieren sie sofort: „Nein, nein, das hat Gott nicht gesagt, so etwas würde Gott nie tun.“

Mit der Rückfrage: Darf Gott denn nur das sagen, was wir zulassen? Darf Gott nur das tun, was uns zusagt? Das hat eine ganz gefährliche Schlagseite.

Deshalb möchte ich dir jetzt ein paar Punkte zeigen, über die meiner Meinung nach zu wenig gesprochen wird, die aber trotzdem real sind. Dieser Beitrag wird deshalb eine Schlagseite haben, er wird auch schief sein.

Warum? Weil ich versuchen will, das häufig sehr einseitige Bild, das uns vom zahnlosen, lieben Opergott ohne Persönlichkeit gezeichnet wird, mit deiner Erlaubnis ein kleines Gegengewicht zu bilden. Dieses Gegengewicht soll das Bild ein wenig gerade rücken.

Alles geschieht mit der Absicht: Hinterfrage dich selbst, baue dir kein eigenes Gottesbild, sondern gehe auf Gott zu – so, wie er ist. Mit Gott ist nicht zu spaßen.

Beweggründe und Ziel des Beitrags

Zwei Sachen noch.

Erstens: Ich hoffe, du kannst sehen, dass ich diesen Beitrag nicht mache, um dich zu schocken oder weil ich eine Kontroverse provozieren will. Nein, sondern weil ich den Eindruck habe, dass manche es brauchen, aus ihren realitätsfernen Tagträumen wachgerüttelt zu werden. Ich sage das aus einer konstruktiven Sorge.

Weißt du, wenn wir ein falsches Gottesbild haben und uns daran ausrichten, dann kann es sehr schnell passieren, dass wir für die Ewigkeit in die falsche Richtung laufen. Und das macht mir Sorgen. Denn wenn ich mir keine Sorgen mehr um dein und euer ewiges Schicksal mache, dann solltet ihr anfangen, euch Sorgen um mein ewiges Schicksal zu machen.

Bevor ich dir jetzt konkrete Beispiele aus dem Neuen Testament zeige, danke ich dir schon mal, dass du dir die Zeit genommen hast, all dem bis hierhin zu folgen. Hilf gern mit, dass mehr Menschen solche Beiträge zu sehen bekommen. Am einfachsten geht das, indem du die Glocke unter diesem Video drückst. Mit jedem, der die Glocke drückt, bekommt YouTube nämlich ein internes Signal, dass das hier ein wertvoller Beitrag ist. Daraufhin empfiehlt YouTube mehr Christen, diesen und ähnliche Beiträge zu schauen.

Deshalb drück gern die Glocke und hab dabei immer vor Augen: Es geht darum, Gott Gott sein zu lassen. Es kann und darf sein, dass Gott anders ist, als wir ihn uns manchmal wünschen.

Und alles, was jetzt kommt, steht in deinem Neuen Testament. Es ist also für Christen geschrieben, für dich und für mich.

Lass uns kurz beten:

Großer Gott, ich danke dir jetzt einfach, dass wir heiligen Boden betreten dürfen. Ich danke dir für den Mut der Leute, die das jetzt sehen und hören. Ich bitte dich, dass du uns segnest, dass du uns jetzt mit Erkenntnis und Demut segnest und dass wir dich einfach besser kennenlernen dürfen, so wie du bist. Bitte öffne uns jetzt die Schrift und führe uns immer näher zu dir und zu deinem Herzen. Amen.

Erste Beispiele: Wohlstandsevangelium und Leid im Leben der Christen

Fangen wir mit einem oberflächlichen Beispiel an. Vielleicht hast du schon vom sogenannten Wohlstandsevangelium gehört. Dieses Evangelium besagt viele Dinge. Demnächst erscheint dazu auch ein ausführlicher Beitrag. Du kannst gern die Glocke unter diesem Video drücken, dann wirst du ihn sehen.

Im Wesentlichen geht es beim Wohlstandsevangelium darum, dass es dir als Christ – in Anführungsstrichen – im Leben besser gehen soll. Dahinter steckt noch mehr, aber wir lassen es hier kurz stehen. Es lautet sozusagen: Als Christ kommst du besser durchs Leben als als Nichtchrist.

Ich denke schon, dass es stimmt, dass wir mit Gottes Prinzipien viele Bereiche unseres Lebens deutlich besser gestalten können. Zum Beispiel das Thema Ehe oder auch das Thema Finanzen und Geld. Aber dass es Christen grundsätzlich besser geht? Das glaube ich nicht.

Schau mal in die Bibel. Dort ist ausdrücklich die Rede davon, dass es Christen schlecht gehen wird. Zum Beispiel in Matthäus 10, wo Jesus sagt: „Weil ihr euch zu mir bekennt, werdet ihr von allen gehasst werden.“ Es geht also nicht nur um Hass, sondern auch darum, dass die Zugehörigkeit zu Jesus der Grund für diesen Hass ist.

Oder in Matthäus 24 sagt Jesus: „Man wird euch bedrängen, man wird euch misshandeln, man wird euch töten. Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr zu mir gehört.“

In Johannes 15 heißt es: „Wenn euch die Welt hasst, dann wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“

Und in Lukas 6 sagt Jesus: „Wie glücklich seid ihr, wenn die Menschen euch hassen, wenn sie euch ausstoßen und eure Namen in den Schmutz ziehen, weil ihr zum Menschensohn, also zu Jesus, gehört.“

Paulus schreibt dazu: „Bis jetzt sind wir für die ganze Welt wie der letzte Dreck geworden, ein Abschaum für alle.“

Ich war in den letzten Jahren manchmal in Gemeinden, vielleicht kennst du solche auch, wo man als Besucher den Eindruck gewinnen kann, dass Gott vor allem derjenige ist, der uns helfen soll, mit unseren – ich sage es jetzt mal ganz gemein – Erste-Welt-Problemchen klarzukommen. Gott wird dort irgendwie als emotionale Krücke für Leute gesehen, die mit ihrem Leben überfordert sind. Sozusagen wie ein Taschentamagotchi oder ein Tagebuch, das immer da ist und aufmerksam für jedes kleine Detail meines Alltags sorgt.

Was steht dagegen im Neuen Testament?

Im Neuen Testament sagt Jesus zu zwei Menschen, die einen Konflikt miteinander haben und ihn bitten, diesen Konflikt zu lösen: „Wer hat mich als Richter in Erbstreitigkeiten über euch gesetzt?“

Ganz krass heißt es dazu im Kolosserbrief: „Richtet eure Gedanken nach oben und nicht auf irdische Dinge.“

Jesus stellt Ansprüche an seine Nachfolger

Themenzusammenhang Nummer zwei: Jesus.

Eine Sache, die man zum Beispiel beim Lesen des Neuen Testaments sehen kann, ist, dass Jesus Ansprüche stellt. Er ist jemand, der sagt: Ja, ich habe einen gewissen Anspruch und auch einen Anspruch an dich. So sagt er zum Beispiel: „Wenn ihr mich liebt, dann haltet meine Gebote, haltet meine Anweisungen.“

Ansprüche, die an uns Christen gestellt werden, finden sich zum Beispiel im Jakobusbrief: „Drängt euch nicht danach, Lehrer zu sein. Ihr wisst ja, dass wir als Lehrer ein strengeres Gericht zu erwarten haben.“ Mehr dazu gleich.

Oder im zweiten Johannesbrief, wo es heißt: „Keiner, der über das hinausgeht, was Christus gelehrt hat, wird Gemeinschaft mit Gott haben.“ Und darum geht es ja: Gemeinschaft mit Gott zu haben. Diese Gemeinschaft hat den Anspruch, nicht über das hinauszugehen, was Christus gelehrt hat.

Ein anderer Punkt, der mir auch persönlich ein bisschen nahe liegt, ist das Thema „Jesus kommt zu spät“. Ich erkläre es kurz. Vielleicht hast du das schon aus deinen eigenen persönlichen Lebenserfahrungen gesehen.

Ich zum Beispiel befand mich in einer Zeit, in der ich enorme finanzielle Probleme hatte und immer die Hoffnung hatte, dass sich das irgendwie am nächsten Tag oder in der nächsten Woche klären müsste. Es musste sich klären, tat es aber nicht. Ich hoffte wirklich, dass irgendein Wunder geschieht, dass Gott eingreift oder so etwas in der Art. Aber es passierte nichts.

Für mich war das damals sehr ernst. Doch das ist ein Witz, ein absoluter Witz, verglichen mit dem, was weltgeschichtlich passiert ist. Einfach ein paar Beispiele:

Schaut man sich zum Beispiel Zeiten an, in denen Jesus nicht gekommen ist, obwohl Menschen gesagt hätten: „Jesus, bitte komm wieder, bevor uns dieses große Unheil befällt“, so etwa im 17. Jahrhundert. Die Kriege beim Übergang von der Ming-Dynastie zur Qing-Dynastie forderten über 25 Millionen Menschenleben.

Oder hier bei uns in Mitteleuropa im Jahr 1315: Es gab Überschwemmungen, Hungersnöte und die Pest. Zwei Jahre später, 1377, erlebte Europa die vielleicht härteste Bevölkerungsreduktion, die es je gab – bis zu 25 Prozent. Nur zur Größenordnung: Der Zweite Weltkrieg reduzierte die Bevölkerung in Europa um ungefähr drei Prozent, hier waren es 25 Prozent.

Oder zum Beispiel im 13. oder 14. Jahrhundert die mongolischen Invasionen, die etwa 60 Millionen Menschen das Leben kosteten. Menschen beteten damals: „Jesus, bitte komm wieder, bitte komm wieder!“

Oder das Jahr 536 in unseren christlichen Gegenden: In Mitteleuropa, im Großraum der heutigen Türkei, aber auch weltweit fielen die Temperaturen drastisch. Es gab Hungersnöte, die sogenannte justinianische Pest und die gotischen Kriege, sodass in den Jahren darauf bis zu 100 Millionen Menschen starben, die sonst am Leben geblieben wären.

Wie viele haben da gebetet: „Herr, bitte komm wieder, lass es enden!“ Und das sind noch nicht einmal die Katastrophen des 19. und 20. Jahrhunderts mit Massenmördern wie Leopold, Stalin, Hitler, Mao und vielen mehr.

Wir sprechen auch nicht davon, dass im 21. Jahrhundert jeden Tag auf der ganzen Welt mehr gesunde Menschen absichtlich im Mutterleib getötet werden als alte und kranke Menschen am selben Tag eines natürlichen Todes sterben. Viele von uns fragen sich: „Jesus, wann kommst du wieder?“ Aber er ist noch nicht wieder da. Und es könnte noch eine ganze Weile dauern, bis er kommt.

So war es zum Beispiel in Johannes 11 bei der Auferweckung von Lazarus: Jesus kommt augenscheinlich viel zu spät. Dort heißt es, obwohl Jesus wusste, dass Lazarus, sein Kindheitsfreund, schwer krank war, wartete er noch zwei Tage. Als er in Bethanien ankam, erfuhr Jesus, dass Lazarus schon vier Tage im Grab lag.

Eine andere Sache, die man im Neuen Testament findet, ist, dass Jesus sich manchmal nicht zu den Menschen stellt. Wir haben manchmal das Bild von Jesus, der immer und zu jeder Zeit jedem zugewandt ist. Ich glaube, das stimmt auch, aber nicht immer.

Jesus sagt dazu: „Wer sich nicht zu mir und zu meinen Worten bekennt, zu dem werde auch ich mich nicht bekennen, sobald ich wiederkomme.“

Ein weiteres Beispiel: Du kennst vielleicht die Bilder von diesem allgütigen Jesus. Der echte Jesus ist nicht immer so. Hier ein paar Beispiele aus dem Neuen Testament:

In Markus 3 ist ausdrücklich die Rede davon, dass Jesus die Pharisäer der Reihe nach zornig ansieht. Als Reaktion darauf heißt es in Lukas 13, als er das sagte, schämten sich alle.

Oder in Matthäus 15, nachdem die pharisäischen Abgesandten aus Jerusalem gekommen waren und es am See von Nazareth eine Auseinandersetzung darüber gab, was rein ist, was unrein macht, was Gottes Gebote sind und was menschliche Tradition ist. Danach sagen die Jünger zu ihm: „Weißt du eigentlich, dass das unter den Pharisäern ein Skandal war, was du gemacht hast, was du ihnen gesagt hast?“

Also der allgütige Jesus, der keine Gefühle verletzen und niemandem zu nahe treten will? Ich glaube das nicht.

Schaut man zum Beispiel in die Bibel, ist mehrfach die Rede davon, dass Jesus Menschen beschimpft. Ein paar Beispiele:

In Matthäus 7 sagt er Menschen: „Ihr seid böse.“ Stell dir einfach mal vor, du gehst heute zu einem Prediger, schaust dir ein YouTube-Video an oder besuchst einen Gottesdienst, und der Sprecher sagt: „Ihr seid böse.“ Das musst du dir erst mal vorstellen.

Oder in Lukas 11, wo einer der Gesetzeslehrer zu ihm sagt: „Rabbi, du greifst uns damit an, mit dem, was du sagst.“ Und Jesus ihm quasi droht und erwidert: „Ja, wehe auch euch, Gesetzeslehrer!“

Oder wie Jesus zum Beispiel schwer genervt ist von Menschen um ihn herum, wenn er sagt: „Was seid ihr nur für eine ungläubige und verdorbene Generation!“ Er beschwert sich massiv und fragt: „Wie lange soll ich eigentlich noch bei euch sein und euch ertragen?“

Oder wie Jesus seinen eng vertrauten Petrus, den Chef der zwölf Apostel, „Satan“ nennt. Oder wie Jesus seinen Zuhörern sagt: „Ihr Nattern und Giftschlangenbrut, wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entkommen?“

Von der sogenannten Tempelreinigung, von der es wahrscheinlich sogar zwei gab, haben wir noch gar nicht gesprochen.

Auch sehr bemerkenswert, was im Neuen Testament steht: Nach dem Motto „Jesus steht über allen und wird über allen stehen“, heißt es im ersten Korintherbrief: „Christus muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.“

Und im Philipperhymnus heißt es: „Von dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt, von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.“

Ich habe mich immer gefragt, wenn ich den Text gelesen habe: Heißt das jetzt freiwillig oder heißt das auch unfreiwillig?

Gottes Zorn und Konsequenzen im Neuen Testament

Themenzusammenhang: Drei Gott, ja Gott, der liebe Gott – vielleicht ist Gott im Neuen Testament nicht immer nur lieb.

In Apostelgeschichte 8 wird von jemandem gesprochen, der schon zum Glauben gekommen war. Doch es wird gesagt: „Du hast kein Anrecht“, also wir reden von jemandem, der bereits gläubig war. Es heißt, diese Person habe keinen Anteil am Heiligen Geist, weil ihr Herz in Gottes Augen nicht richtig ist. Zu dieser Person, die auch schon getauft wurde, wird gesagt: Kehre um von deiner Bösartigkeit und bitte Gott, dass dir die Gedanken deines Herzens vergeben werden können.

Im Alten Testament ist immer wieder die Rede davon, dass Gott Menschen verlässt. Ein spannender Gedanke ist, dass, wenn Menschen Gott immer wieder verlassen, auch Gott irgendwann sie verlässt. Das kennen wir aus dem Alten Testament, aber man findet es auch im Neuen Testament. Zum Beispiel in Apostelgeschichte 14, wo es heißt, dass Gott in der Vergangenheit die nichtjüdischen Völker ihre eigenen Wege gehen ließ.

Oder in Apostelgeschichte 7, wo es um das goldene Kalb geht: Da wandte sich Gott von ihnen ab und überließ sie ihrem Schicksal. Besonders spannend ist auch das Matthäusevangelium. Dort, nach einer Stelle, in der es um Reinheit, Unreinheit, Tradition und Gottes Willen geht, sagt Jesus zu den Jüngern: „Lasst die Pharisäer, lasst sie in Ruhe.“ Ich übersetze das mal etwas frei: „Ihr kommt nicht zu ihnen durch, sie sind nicht rettbar.“ Ja, Gott verlässt Menschen. Er ist also ein Gott, der so etwas tun kann.

Ein großer Punkt dabei ist: Gott kann zornig werden. Zum Beispiel beim Tod von Herodes. Es wird berichtet, dass an einem bestimmten Tag die Beilegung eines Streits verkündet werden sollte. An diesem Tag zog Herodes ein königliches Prachtgewand an und nahm auf der Tribüne des Theaters Platz. Er hielt eine feierliche Ansprache. Das Volk reagierte darauf mit den Worten: „So spricht Gott und nicht ein Mensch.“ Herodes wollte sich selbst zu Gott machen. In diesem Augenblick schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er sich als Gott verehren ließ. Er verendete, von Würmern zerfressen.

Du siehst also: Gott kann Menschen töten. Denk zum Beispiel an Hananias und Saphira. Was ist das? Das ist folgende Begebenheit: Ein Mann namens Hananias verkaufte zusammen mit seiner Frau Saphira ein Grundstück. Hananias beschloss heimlich, einen Teil des Geldes für sich zu behalten, mit Einverständnis seiner Frau. Den Rest brachte er den Aposteln. Später sagte er den Aposteln, es sei das ganze Geld – er wollte sich als großzügigen Spender darstellen. Doch Petrus durchschaute ihn.

Petrus fragte: „Warum hast du es zugelassen, dass der Satan von dir Besitz ergreift? Warum hast du den Heiligen Geist belogen und einen Teil des Geldes unterschlagen? Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen, es war dein Eigentum. Auch nach dem Verkauf hättest du das Geld behalten können. Wie konntest du dich nur darauf einlassen, die Apostel anzulügen?“ Du hast nicht Menschen belogen, du hast Gott belogen.

Nach diesen Worten brach Hananias tot zusammen. Alle, die davon hörten, waren entsetzt. Einige junge Männer hüllten den Toten in ein Tuch und trugen ihn hinaus, um ihn zu begraben.

Etwa drei Stunden später kam seine Frau Saphira, sie wusste noch nicht, was geschehen war. Petrus fragte sie: „Ist das die ganze Summe, die ihr für euren Acker bekommen habt?“ Sie antwortete: „Ja“, was natürlich nicht stimmte. Da erwiderte Petrus: „Warum habt ihr beide beschlossen, den Geist des Herrn herauszufordern? Sieh doch, die Männer, die deinen Mann begraben haben, kommen gerade zurück. Sie werden auch dich hinaustragen.“ Im selben Augenblick fiel Saphira tot vor ihm zu Boden. Die jungen Männer trugen sie heraus und begruben sie neben ihrem Mann.

Das steht im Neuen Testament. Das heißt: Im Neuen Testament tötet Gott Menschen. Gott ist ein Gott, der so etwas tun kann. Das ist etwas, was wir einfach anerkennen müssen. Gott ist nicht immer nur der liebe Kuschelgott.

Deshalb wird den Christen im Neuen Testament – das ist etwas, was für Christen geschrieben ist, wie du und mich – folgendes geschrieben: „Passt auf, dass niemand euch mit leeren Worten täuscht.“ Warum? Wegen dieser Dinge kommt Gottes Zorn auf die Menschen, die ungehorsam sind.

Oder Jesus sagt: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.“ Das ist schön, ja. Aber es heißt auch: „Wer nicht an den Sohn glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ Das heißt, der Zorn Gottes ist schon da.

Im 1. Thessalonicherbrief heißt es: „So wartet ihr nun auf seinen Sohn, auf Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der für alle sichtbar vom Himmel kommen wird.“ Er allein, nur Jesus, rettet uns vor Gottes Zorn im kommenden Gericht. Gott ist jetzt zornig, und dieser Zorn wird sich in einem Gericht entladen.

Johannes der Täufer sagt an einer anderen Stelle: „Wer hat euch gesagt, dass ihr vor dem kommenden Zorn entkommen könnt?“ Ja, es gibt diesen Zorn, und du kannst nicht automatisch davon ausgehen, dass du ihm entkommst.

Die Kernstelle dazu steht im Römerbrief: „Doch du bist starrsinnig, du bist nicht bereit, deine Einstellung zu ändern. So lädst du dir selbst immer mehr Zorn auf bis zum Tag des Zorns, an dem Tag wird offenbar, dass Gottes Urteil gerecht ist.“

Das heißt also: Wenn wir heutzutage sündigen – und das meint nicht unbedingt Christen, sondern alle Menschen –, bringen wir noch mehr Leid, Ungerechtigkeit und Unheiligkeit in die Welt. Damit stapeln wir Gottes Zorn und laden ihn noch mehr auf. Das muss uns klar sein. Deshalb ist Gott zu fürchten.

Paulus schreibt: „Wenn ich Gottes gute Nachricht verbreite, kann ich mich deswegen nicht rühmen, ich muss sie verkündigen.“ Er sagt: „Wehe mir“, wenn ich es nicht tue.

An einer anderen Stelle heißt es: „Nun, weil wir also gemeint sind, wir alle Christen, wissen wir, wie sehr der Herr zu fürchten ist. Deshalb versuchen wir, Menschen zu überzeugen.“ Vor Gott sind wir völlig offenbar – und hoffentlich auch vor eurem Gewissen. Das heißt, wir wissen, wie sehr Gott zu fürchten ist, und deswegen wollen wir Menschen helfen, beim jüngsten Gericht freigesprochen zu werden.

Im Hebräerbrief heißt es: „Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Noch einmal: Das steht im Neuen Testament, nicht im Alten.

Jesus sagt dazu ganz klar und mehrfach: „Fürchtet vielmehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“ Deshalb sagt Jesus auch ganz am Anfang des Neuen Testaments: „Wenn deine rechte Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab und wirf sie weg. Es ist besser, verstümmelt zu sein, als unversehrt in die Hölle zu kommen.“ So ernst nimmt Jesus das.

Deshalb heißt es auch im 1. Petrusbrief: „Fürchtet Gott, fürchtet Gott.“ Gott könnte sehr wohl, wenn er will, wie er es damals schon bei der Sintflut getan hat, alles vernichten.

Im Römerbrief heißt es: „Begreifst du denn nicht, dass Gott dich mit seiner Güte zur Umkehr bringen will?“ Gott müsste das nicht tun.

Mir wurde das vor ungefähr zwei Jahren richtig klar, als mir auffiel, dass es in der ganzen Bibel, in allen 31 Versen, keinen einzigen Vers gibt, der davon spricht, dass es eine zweite Chance für gefallene Engel gibt.

Im ganzen Alten Testament und im Neuen Testament – das Hauptthema ist ja, dass Gott den Menschen eine zweite Chance gibt. Für Engel ist das nicht so.

Da wurde mir noch einmal umso mehr klar, wie wenig selbstverständlich das ist.

Schau dazu mal in den 2. Petrusbrief, wo es heißt: „Gott hat nicht einmal die Engel verschont, die sich gegen ihn vergangen hatten, sondern hat sie bis zum Tag des Gerichts mit Finsternis gefesselt und in den Höhlen des Abgrunds verwahrt.“

Falls du mehr wissen möchtest über das jüngste Gericht, über Engel und Dämonen und wie das letztendlich bei denen aussieht und was Gott mit ihnen vorhat, dann drück gerne die Glocke unter diesem Video. Ich überlege sehr, dazu eine eigene Videoserie zu machen.

Das Ende der Welt und das Jenseits

Und Themenzusammenhang vier von vier: Das Jenseits und das Ende der Welt.

Zum Ende der Welt heißt es im 2. Petrusbrief: Der Tag, an dem der Herr sein Urteil spricht, wird so plötzlich und unerwartet sein wie ein Dieb. Krachend werden dann die Himmel zerbersten, die Elemente werden sich auflösen und im Feuer verglühen, und die Erde wird verbrennen mit allem, was auf ihr ist. Das bezieht sich darauf, wenn Gott ganz am Ende der Zeit die Welt neu machen wird. Wir würden heute sagen, das Universum wird neu erschaffen.

Aber was kommt vorher? Um das zu verstehen, müssten wir jetzt tief in die Offenbarung eintauchen, neben anderen biblischen Büchern. Wusstest du, dass in der Bibel steht, dass die Hälfte der Menschheit sterben wird? Schau dir die Bibelstellen selbst an.

Zuerst ist die Rede davon, dass von vier Vierteln ein Viertel getötet wird, in Offenbarung 6. Dann, von den verbleibenden drei Vierteln, wird ein Drittel getötet, also bleibt nur noch die Hälfte übrig, in Offenbarung 9. Das heißt, wenn in diesen beiden Versen die Hälfte der verbliebenen Menschheit stirbt, kannst du dir vorstellen, wie viele im Laufe der Offenbarung und bis dahin noch sterben werden.

Und wo wir schon bei den letzten Dingen sind: Was ist mit der Hölle? Ich könnte jetzt viel erzählen, wie die Hölle, die Unterwelt und mehr in der Bibel beschrieben sind, was es mit dem Feuerofen auf sich hat und mit dem Heulen und Zähneklappern. Das machen wir auch in einem separaten Video. Drücke gern die Glocke unter diesem Video und schreibe einen Kommentar, dann weiß ich, wie viele von euch das interessiert.

Aber schau noch einmal rein in Matthäus 25, wo Jesus sagt: Dann wird er denen – also Jesus redet von sich selbst – an seiner linken Seite sich zuwenden und sagen: „Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten, geht ins ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist.“

Von wem ist das ewige Feuer bestimmt? Antwort: Von Gott. Gott hat das bestimmt. Gott hat die Hölle geschaffen und bestimmt sie für den Teufel und seine Engel. Gott ist ein Gott, der die Hölle erschaffen hat. Die Hölle ist ein Ausdruck von Gott. Das ist wichtig zu verstehen. Nicht, dass es so ein Missverständnis ist oder irgend so ein mittelalterliches Ding, und so weiter und so fort. Eigentlich ist Gott immer nur Friede, Freude, Eierkuchen. Nein, Gott ist ein Gott, der die Hölle erschaffen hat.

Und wer kommt in die Hölle? In Offenbarung 20 heißt es, dass die, die vor dem weißen Thron auferweckt werden, nach ihren Taten gerichtet werden. Das heißt, Menschen, die sich mit ihren eigenen Taten die Hölle verdient haben, kommen in die Hölle. Es könnte sehr gut sein, dass die Mehrzahl der Menschen in die Hölle gehen.

Schau dazu einfach mal in Matthäus 7, ganz am Anfang des Neuen Testaments, wo Jesus sagt: „Geht hinein durch die enge Pforte, denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.“ Und in Matthäus 8, nur wenige Verse danach, sagen selbst Dämonen, die ja gefallene Engel sind, zu Jesus: „Bist du gekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?“ Sie wissen, dass das passieren wird, dass sie durch Jesus mitwirken und Schmerzen und Qual erfahren werden.

Damit sind wir bei der zweitschlimmsten Stelle in der Bibel, die zweitschlimmste Stelle. Bist du bereit? Sie steht in Offenbarung 14, wo es heißt, Jesus schaut zu, wie Menschen im Jenseits gequält werden. Also Jesus, das liebe kleine Jesulein, das zur Adventszeit immer so harmlos und speckig in einer Krippe liegt – das ist das, was von Jesus im letzten Buch der Bibel steht: Er schaut zu, wie Menschen im Jenseits gequält werden.

Da heißt es nämlich: „Und ein dritter Engel folgte ihnen und sprach mit großer Stimme: Wenn jemand das Tier angebetet hat – das wäre jetzt ein ganz anderes Thema – und sein Bild und das Zeichen an seine Hand und an seine Stirn nimmt, der wird den Wein des Zornes Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt wird in den Kelch seines Zorns, und er wird gequält werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.“ Das ist Jesus.

Damit sind wir bei der schlimmsten Stelle der Bibel, wo es um Leute geht, die denken, sie kommen in den Himmel, es aber trotzdem nicht tun. Das ist so wichtig, dass der Herr sogar mehrfach darüber redet. Er sagt in der Bergpredigt schon: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: „Herr, Herr“, in das Himmelreich kommen. Viele werden zu mir sagen an dem Tag: „Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan?“ Und dann werde ich, sagt Jesus, ihnen bekennen: „Ich habe euch nie gekannt, weicht von mir, ihr Übeltäter.“

Also Leute, die christlich engagiert sind im positiven Sinne, und trotzdem sagt Jesus: Wir haben überhaupt keine Beziehung miteinander, ich kenne euch nicht. So weit erst mal mit den Bibelstellen.

Siehst du, wenn Leute sagen: „Mein Gott würde so etwas niemals tun, mein Gott würde niemals Menschen in die Hölle verurteilen“, dann haben sie Recht – weil ihr Gott so etwas gar nicht kann. Ihr Gott existiert ja gar nicht. Er ist nur eine Einbildung, eine fiktive Gottheit, die sie sich selbst gemacht haben, damit sie zu ihm passt. Das ist genau das, was im zweiten Gebot gemeint ist: sich ein eigenes Gottesbild machen und das dann anbeten. Das nennt man früher Idolatrie oder in manchen älteren Bibelübersetzungen auch Götzendienst.

Aber genau von denen, von Menschen, die so etwas tun, ist die Rede, denn es heißt: Menschen, die das tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Und der eine wahre Gott, der Gott des Neuen Testaments und der Gott Jesu Christi, er konnte die Hölle schaffen, und er hat die Hölle geschaffen.

Wir haben es ja gerade gehört: Für Engel gibt es keine zweite Chance. Aber für Menschen, für dich und mich, gibt es noch die Chance zur Buße, Reue und Umkehr und die Chance zu echter Vergebung. Das ist ein zeitlich begrenztes Angebot, aber es gibt sie.

Schlussfolgerungen und Handlungsaufforderung

Was machen wir jetzt damit? Die dauerhafte Antwort von uns Christen sollte sein, wie es im Judasbrief heißt: Rettet andere, indem ihr sie aus dem Feuer herausreißt. Das ist die Antwort.

Wir Christen wollen uns bemühen, anderen die gute Botschaft weiterzugeben. Und in diesem Moment – was bedeutet das für dich, der du das jetzt hörst, oder für dich, die du das gerade hier anschaust? Zunächst einmal: Lass es sacken. Das ist eine große Sache, über die wir heute gesprochen haben, und es ist gut, dass du es jetzt gehört hast.

Warum ist das gut? Weil es dir in deinem Christsein hilft. Ich bin überzeugt davon, dass die meisten Probleme, die in der Geschichte des Christentums entstanden sind, darauf beruhen, dass Menschen ein falsches Gottesbild haben. Das gilt für die Dogmatik, also was Menschen glauben, aber auch für die Ethik, also wie sie sich verhalten.

Ich bin überzeugt, dass das richtige Gottesbild uns als Christen in unserem Glauben enorm hilft. Und wenn du mir eine letzte Anmerkung erlaubst: Das, was du jetzt gehört hast, ist nicht das Ende der Geschichte. Gott ist die Gerechtigkeit in Person, und er kann der Sünde nicht gleichgültig gegenüberstehen – das geht von seinem Wesen her gar nicht.

Aber denk mal an den Vers, den wir eben gehört haben: Es ist Gottes Gnade, die dich zur Umkehr ruft. Deshalb sind diese Dinge, die du gerade gehört hast, zwar wahr, aber es gibt mehr. Gott tut mehr.

Was Gott für schuldige Sünder wie dich und mich getan hat, erfährst du im Bibelfit Versöhnungsleitfaden. Dort habe ich die gute, wirklich gute Nachricht so auf den Punkt gebracht, dass sie konkret und greifbar ist. Du kannst sie in wenigen Minuten auch anderen Menschen erklären. Hunderte Menschen vor dir haben sich diesen Leitfaden schon heruntergeladen. Du kannst ihn gern kostenlos mitnehmen. Der Link ist unter diesem Video.

Gott hat Gutes für dich im Sinn. Aber damit du verstehst, warum etwas gut für dich ist, musst du erst einmal verstehen, in welcher Lage du tatsächlich bist und mit wem du es wirklich zu tun hast: mit dem allmächtigen Gott, den du nicht zähmen kannst, den du nicht an die Leine legen kannst und den du auch nicht in die Tasche stecken kannst.