Einführung in das Gleichnis und seine Zielgruppe
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 582 vom klugen Verwalter, Teil 7.
Lasst uns ein letztes Mal auf das Gleichnis vom klugen Verwalter zurückkommen. Der Herr Jesus spricht das Gleichnis nicht zu den Pharisäern und Schriftgelehrten, sondern zu seinen Jüngern. Es ist also eine Lektion, die für uns als Gläubige von größtem Interesse ist.
Wenn der Herr Jesus das Gebot gibt: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon“, dann meint er damit uns. Wieder einmal sehen wir, dass Glaube im Sinn von Vertrauen sich im Leben zeigen muss, um von Gott als solcher ernst genommen zu werden.
Unser Glaube ist Beziehung, und Beziehung als Bindung an Christus wird real durch ein Leben im Gehorsam. Paulus würde deshalb von Glaubensgehorsam sprechen.
Treue im Umgang mit dem Materiellen als Prüfstein des Glaubens
Lukas 16,11-12:
„Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? Und wenn ihr mit dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben?“
Wenn wir im Kleinen, im Vergänglichen, im Materiellen und im Alltäglichen nicht treu sind, dann diskreditieren wir uns für das Eigentliche. Damit ist das himmlische, ewige und personalisierte Leben gemeint, das Gott für diejenigen bereithält, die ihn lieben.
Für meine Kritiker nur dieser Hinweis: Mir geht es nicht um Werksgerechtigkeit, sondern um Bundestreue. Echter Glaube bringt echte Frucht hervor, weil die Rebe am Weinstock bleibt.
Unser Lebensstil – und dazu gehört eben auch der gottesfürchtige Umgang mit dem ungerechten Mammon – ist die logische Frucht rettenden Glaubens. Die Behauptung „Ich glaube an Gott, aber ich führe ein Leben, das bewusst Gottes Gebote ignoriert“ – so etwas geht nicht.
Die Bedeutung von Loyalität und Vertrauen im Glauben
Vor diesem Hintergrund formuliert Jesus sein Prinzip: Wer Gott nicht im Kleinen vertraut und ihm dient, hat sich selbst als untauglich für die Verwaltung der ewigen Güter erwiesen.
Gott ist kein Narr. Er verschenkt keine ewige Verantwortung, kein himmlisches Erbe und keine tiefe Gemeinschaft mit sich selbst an Menschen, die hier und jetzt bewiesen haben, dass sie weder fähig noch willens sind, ihn zu lieben und ihm zu dienen.
Das bedeutet, dieses Leben ist der Ort, an dem Gott prüft, wen er in Ewigkeit bei sich haben will. Und zwar nicht nur als Gerettete, sondern als Erben, als Verwalter des Wahrhaftigen und als Teilhaber seiner göttlichen Natur.
Wem das Kleine zu viel ist, dem wird das Große nicht anvertraut. Wer die Prüfung nicht besteht, verfehlt den Zweck seines Daseins.
Die Unmöglichkeit, zwei Herren zu dienen
Wir müssen uns entscheiden, wem wir dienen beziehungsweise wem wir vertrauen.
In Lukas 16,13 heißt es: „Kein Haussklave kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“
Hier wird auf jeden Fall deutlich, worum es Jesus im Kern geht: Es geht um Loyalität. Es geht um die Frage, wem mein Herz gehört.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. An dieser Stelle wird der Mammon, also der Besitz, plötzlich personalisiert.
Was ich habe – und vor allem dann, wenn mir das, was ich habe, nicht genügt – kann mein Herz betören und mir zum Gott werden.
Die Herausforderung der Herzensentscheidung im Alltag
Der Habsüchtige ist ein Götzendiener, formuliert der Apostel Paulus. Und natürlich hat er damit Recht. Wer Gott in meinem Leben ist, zeigt sich daran, wem ich diene, an wem ich hänge und wen ich liebe.
Auf der Ebene Gottes muss ich im Leben eine Entscheidung treffen. Ich kann nicht zwei Herren dienen – das ist eine Unmöglichkeit. An dieser Stelle gilt natürlich auch: Ich muss keine willentliche Entscheidung für den Zeitgeist treffen. Oft reicht es, mitzuschwimmen, nicht nachzudenken und so zu leben, wie es in der jeweiligen Umgebung oder Peergroup üblich ist, in der ich mich bewege.
Die willentliche Entscheidung kommt erst ins Spiel, wenn es darum geht, Gott zu gehorchen. Diese Entscheidung muss jeder ganz bewusst treffen.
Bekehrung als Lebensstil und der Weg des Glaubens
Jesus spricht hier zu seinen Jüngern, weil dieses Gleichnis vom klugen Verwalter sie betrifft. Bekehrung bedeutet immer eine Hinwendung zu einem neuen Lebensstil.
Oder anders gesagt: Gott lädt uns auf eine Reise ein. Es ist der Weg des Glaubens, den wir im Gehorsam gehen sollen. Dieser Weg ist länger, als wir uns das vielleicht als junge Christen vorgestellt haben.
Je mehr alte Weggefährten auf der Strecke bleiben oder sich merkwürdig verhalten, je mehr ich selbst spüre, wie das Altwerden in meine Glieder fährt, desto deutlicher wird mir der Wert dieses Gleichnisses bewusst. Auch wenn die Gesellschaft sich immer weniger für Gott interessiert, dafür aber das Okkulte und Perverse gefeiert wird, wächst mein Bewusstsein für die Bedeutung dieses Gleichnisses.
Es weckt mein Gewissen und gibt meinem Leben wieder einen klaren Fokus.
Die zentrale Frage des Gleichnisses für das persönliche Leben
Es bewahrt mich davor, mich in meine kleine Welt aus christlichen Freunden, einem guten Glas Wein, meinen Büchern oder meinen Sorgen zurückzuziehen.
Das Gleichnis vom klugen Verwalter stellt mir die Frage: Ist Gott noch Gott in meinem Leben? Hänge ich noch an ihm? Liebe ich ihn noch? Diene ich ihm noch? Und mache ich mir noch Gedanken darüber, wie ich den ungerechten Mammon dafür einsetzen kann, das Reich Gottes zu bauen?
Ich stelle mir diese Frage genauso, wie ich mir jede Woche die Frage stelle, ob mein Herz noch an meiner Frau hängt. Ob ich sie noch intensiver lieben, sie mehr ehren und ihr mehr Gutes tun könnte. Und ob es irgendetwas oder irgendjemanden gibt, der sich zwischen uns drängt.
Glaube als Beziehung zu einer Person und nicht nur als Bekenntnis
Warum sind solche Fragen wichtig? Ganz einfach: Wir glauben nicht primär an ein Bekenntnis, sondern an eine Person. Wir lieben Jesus.
Ich weiß, man kann das Evangelium auf Worte reduzieren. Man kann einen Satz aufschreiben, den eine Person abnickt, um ihren Glauben an Gott festzumachen – sei es bei der Bekehrung oder bei der Taufe. Zum Glauben gehört natürlich immer auch ein Glaubensinhalt. Ich muss schon die richtigen Fakten kennen.
Aber, und das ist mir jetzt wirklich wichtig: Das Evangelium rettet nicht dadurch, dass wir theologischen Fakten zustimmen. Wer die gute Nachricht auf ein bloßes Zustimmen reduziert, verpasst das Eigentliche – die Bindung an Christus.
Das Wachstum des Glaubens und die Notwendigkeit der Neuausrichtung
Glaube an den Herrn Jesus – darum geht es. Und genau deshalb ist es wichtig, weil Glaube wachsen will.
Vertrauen in den Herrn Jesus darf und soll zunehmen. Das geschieht in dem Maß, wie wir ihn erkennen, ihm ähnlicher werden und immer mehr begreifen, wie die Gnade, die er gewährt, mich verändern will.
Glaube will nicht nur in seiner kindlichen Form bewahrt werden, sondern er will erwachsen werden – tragfähig und leidensfähig. Damit das gelingt, braucht es immer wieder Korrektur und Neuausrichtung.
Es braucht den Entschluss, an Gott zu hängen, ihn zu lieben und ihm zu dienen. Genau dabei hilft mir das Gleichnis vom klugen Verwalter.
Abschlussgedanken und praktische Anregung
Was könntest du jetzt tun? Stell dir folgende Frage: Will ich geistlich wachsen? Und wenn ja, woran würden meine Kinder oder Freunde das erkennen können?
Das war's für heute. Für das geistliche Leben lohnt es sich, Englisch zu lernen. Vielleicht ist das auch etwas für dich.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
