23.09.2026
Serie•Teil 3 / 3Der Judasbrief
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Einordnung und Auftakt
Die Tumatage 26.26
Der Judasbrief. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch – dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und statt Jesu Leben und Lehre gibt es ein paar Gedanken von seinem Halbbruder.
Vers 5: Ich will euch aber, obwohl ihr alles wisst – also nicht alles im universellen Sinne, sondern alles in dem Sinn, wie man mit Irrlehrern umgeht; das ist ja auch nicht kompliziert, die muss man aus der Gemeinde schmeißen –, ich will euch erinnern.
Und jetzt kommen Beispiele aus dem Alten Testament.
Es geht also nicht darum zu zeigen, an welcher Stelle die Irrlehrer theologisch falsch abbiegen. Es geht jetzt darum: Wie geht Gott mit solchen Leuten um?
Und du willst doch nicht, dass Gott mit dir auch so umgeht, oder? Das ist das Argument.
Gottes Handeln im Alten Testament als Warnung
Also, ich will euch aber erinnern, dass der Herr, also der Herr Jesus, nachdem er das Volk einmal aus dem Land Ägypten gerettet hatte, nur denkst du dir: Was ist denn hier? Stimmt, der Herr Jesus ist der, der das Volk Israel aus dem Land Ägypten gerettet hatte.
Und wenn du dich fragst, wo war das, dann sind wir wieder bei dem Engel des Herrn. Und ich möchte euch aus dem Buch Richter eine Stelle zeigen. In Richter 2,1, das ist dann ein bisschen später, da taucht dieser Engel des Herrn wieder auf.
Und noch mal: Wenn du mit dem Engel des Herrn nichts anfangen kannst, gib dir einfach mal meinen Vortrag dazu. Das ist eine kurze Predigt, damit du so ein bisschen eine Idee davon hast, wer das ist und wo der auftaucht.
Aber hier in Richter 2,1 nimmt der Engel Bezug auf 2. Mose 23. Und der Engel des Herrn kam von Gilgal herauf nach Bochim, und er sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt. Das ist die Idee. Und euch in das Land gebracht, das ich euren Vätern zugeschworen habe. Und ich sagte: Ich werde meinen Bund mit euch nicht brechen in Ewigkeit.
Also hier ist ein Engel, und dieser Engel ist Gott. Deswegen kann er von seinem Bund sprechen, den er mit dem Volk Israel geschlossen hat, den er nicht brechen wird. Er kann davon sprechen, dass er das Volk aus Ägypten heraufgeführt und in das Land gebracht hat. Und darauf nimmt Judas jetzt Bezug.
Er sagt: Im Alten Testament gibt es den Herrn Jesus ja schon, unter anderem als Engel des Herrn. Und er sagt: Ich will euch aber erinnern, dass der Herr, nachdem er das Volk einmal aus dem Land Ägypten gerettet hatte, zum zweiten Mal die vertilgte, die nicht geglaubt haben.
Also die Rettung ist des Herrn, aber die Vertilgung auch. Wir lesen das in 4. Mose 14. Das ist, wo dann Gott zu Mose spricht. 4. Mose 14,11 und dann auch noch Vers 12. Da heißt es: Und der Herr sprach zu Mose: Wie lange will mich dieses Volk verachten, und wie lange wollen sie mir nicht glauben bei all den Zeichen, die ich in ihrer Mitte getan habe? Ich will es mit der Pest schlagen und austilgen, und ich will dich zu einer Nation machen, größer und stärker als sie.
Worauf weist Judas hin? Er zeigt: Im Alten Testament ist Gnade oder Rettung kein Freibrief zum Sündigen. Wer einmal gerettet worden ist, der darf nicht aufhören, Gott zu vertrauen. Wenn er das doch tut, fällt er unter Gericht. Wer aufhört daran zu glauben, dass Gott ihn ins verheißene Land bringt, der wird gerichtet.
Und das ist eine Warnung. Achtung, da gibt es im Alten Testament Leute, die hat Gott gerettet und gerichtet. Pass auf, dass dir das nicht passiert.
Weitere Beispiele des Gerichts
Gibt noch andere Negativbeispiele. Da gibt es zum Beispiel in 1. Mose 6 Engel, Engel, die auf die Erde kommen und Frauen verführen. So heißt es hier in Vers 6: Und Engel, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Fesseln unter Finsternis verwahrt.
Also: Im Alten Testament gibt es Engel, die auf die Erde kommen, Frauen verführen, und ihr merkt schon: Bei diesen Irrlehrern da geht es viel um Sexualität. Es geht darum, wer darf mit wem. Und Judas macht klar: Hier gibt es himmlische Wesen, die haben ihren Herrschaftsbereich, also da, wo sie hingehören, nämlich im Himmel bei Gott, verlassen. Sie sind auf die Erde gekommen, haben wahrscheinlich die Gestalt von Menschen angenommen, Frauen verführt, und dafür hat Gott sie mit ewigen Fesseln – und „ewig“ ist hier ein qualitativer Begriff, also mit göttlichen Fesseln – gefesselt und unter Finsternis verwahrt. Also er hat sie weggeschlossen.
Ihr könnt das auch im zweiten Petrusbrief noch lesen. Die sind gerichtet worden. Gott hat diese Engel gerichtet, hat sie aus dem Verkehr gezogen und gesagt: Ihr seid so gefährlich, dass in der Folge von dem, was ihr tut, die Sintflut über die Erde kommt. Ich nehme euch aus dem Verkehr raus. Ihr seid nicht mehr im Spiel.
Gott richtet Engel. Warum? Weil sie grobe sexuelle Sünde begehen. So ist das bei Gott. Da wird jemand gerichtet. Und jetzt geht das noch weiter. Es gibt nicht nur Engel, es gibt Menschen, die an dieser Stelle sündigen. Vers 7: Wie auch Sodom und Gomorra. Genau das. Da gibt es diese Städte, die im Alten Testament von Gott zerstört werden. Das sind Sodom, Gomorra und dann gibt es zwei weitere, nämlich Adma und Zeboim. Und wenn ich mir anschaue, was das Problem dieser Städte war, dann war das sexuelle Sünde, dann war das Stolz und ein Mangel an Mitgefühl mit den Armen. Das ist das, wenn man das gesamte Alte Testament zu dem Thema liest.
Und diese sexuelle Sünde, die wird von Gott gerichtet, wie auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie sie, also wie diese Engel, Unzucht trieben und hinter fremdem Fleisch herliefen. Fremdes Fleisch, blöde Bezeichnung vielleicht, würde man heute nicht so sagen, ja, aber das ist alles das, wo du sagst: Gott stellt sich Sexualität vor, eingebunden in die Beziehung, in eine eheliche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, und alles andere ist fremdes Fleisch, so einfach. Da gibt es einfach Dinge, die sind natürlich und gut, und da gibt es Dinge, die sind nicht okay. Da sagt Gott: Das will ich nicht.
Und Sodom und Gomorra stehen dafür, wie auch diese Engel. Also egal, ob du jetzt sagst, ich schaue mir die Engel an oder ich schaue mir Sodom und Gomorra an, ich habe ein Beispiel. Ein Beispiel dafür, dass Gott straft.
Nochmal zurück: Judas argumentiert nicht über die Theologie und sagt, die Irrlehrer haben eine falsche Theologie gebracht. Er sagt: Schaut euch an, wie ernst Gott es ist im Alten Testament, wenn es um sexuelle Sünde geht. Wie ernst es ihm ist, wenn es darum geht, dass Menschen aufhören zu glauben und ihr eigenes Ding durchziehen. Gott ist kein Gott, der einfach nur Dinge laufen lässt.
Passt da auf: Egal, ob ich mir das Volk Gottes anschaue, die Engel Gottes anschaue oder die Heiden anschaue, es ist immer das Gleiche. Da, wo grobe Sünde ist, wird Gott richten. Und dahinter steckt die Warnung: Wenn du dich auf diese Typen einlässt, die da in deiner Gemeinde sind und die dir ein schlechtes Vorbild sind, wenn du die imitierst, dann rechne bitte damit, dass Gott dich auch richten wird.
Die sind ein Beispiel, indem sie die Strafe des ewigen Feuers erleiden. Und „ewig“ ist auch an dieser Stelle wieder ein qualitativer Begriff, weil wenn du heute da hinschaust, wo Sodom und Gomorra mal waren, da brennt es jetzt gerade nicht mehr. Also das Feuer ist vorbei, aber hier ist es qualitativ ein ewiges Feuer im Sinne von einem absoluten, endgültigen Gericht.
Die Warnung für die Gemeinde
Und jetzt die Übertragung: Das ist Gott, damit wir Gott richtig verstehen. Gott ist, und das muss man ganz deutlich sagen, gegen Sünde. Mit Gott ist es, wenn es um Sünde geht, nicht gut Kirschen essen. Er hat richtig etwas dagegen. Er ist bereit, Sünde zu bestrafen.
Und jetzt kommt die Übertragung in Vers 8: Ebenso aber. Also genau so, wie wir im Alten Testament diese negativen Vorbilder haben, gibt es jetzt in der Gemeinde die, die sich heimlich eingeschlichen haben. Ebenso beflecken auch diese als Träumende das Fleisch. Die Herrschaft aber verachten sie, Herrlichkeiten aber lästern sie.
Das sind im Wesentlichen zwei oder drei Punkte, die hier aufgezählt werden.
Erstens: Sie beflecken als Träumende das Fleisch. Es sind Leute, die, wenn man sich ihr Leben anschaut, sündigen. Und wenn man sie fragt: Warum machst du das?, dann kommen sie mit einer Ausrede, nach dem Motto: Ich habe das von Gott erlaubt bekommen, ich habe davon geträumt, ich habe davon eine Vision gesehen. Das ist für mich jetzt erlaubt, das ist nicht so schlimm. Und das ist natürlich großer Quatsch.
Ja, Träume und auch Visionen sind in der Bibel ein Mittel für göttliche Offenbarung, das stimmt. Aber nur weil sich jemand hinstellt und sagt: Ich habe da etwas geträumt, Gott hat mir da etwas offenbart, ich habe da so eine Art Sondervision, ich darf das, ist das noch lange überhaupt kein Argument. Das eine ist: Sie sündigen. Und wenn man sie darauf anspricht, merkst du, ihre Argumentation ist großer Quatsch. Das passt überhaupt nicht zusammen mit dem, was sonst in der Bibel steht.
Zweiter Punkt: Sie verachten Herrschaft und lästern Herrlichkeiten. Und der Begriff Herrschaft im Neuen Testament und auch in der Septuaginta bezieht sich im Allgemeinen nicht auf gemeindliche oder politische Anführer, sondern immer auf himmlische Autoritäten. Es geht hier um die Autorität des Herrn Jesus. Und es geht darum, dass diese Leute schlecht über Engel reden, und natürlich nicht über die guten Engel, sondern über die bösen Engel.
Ja, was sagen die? Die sagen so Sachen wie: Du mit deinem Teufel und mit der Angst davor, dass der Teufel in meinem Leben irgendetwas machen könnte, brauchst keine Angst haben. Die Dämonen, die bösen Engel und der Teufel, die können mir nichts anhaben. Sie sind in diese Richtung.
Und jetzt kommt der Judas und sagt: Seid vorsichtig. Die reden schlecht über den Teufel, die reden schlecht über die bösen Engel, die tun so, als wären sie an der Stelle immun gegen das Wirken des Bösen. Aber Vorsicht: Man redet nicht schlecht gegen den Teufel, das tut man nicht. Also wer sich hinstellt und sagt: Der Teufel kann mich mal, Vorsicht, Vorsicht, das ist biblisch nicht okay.
Und wir haben jetzt hier eine Geschichte, die insofern lustig ist, weil wir in Vers 9 nicht ganz genau wissen, woher sie kommt. Das ist ganz lustig. Aber hier heißt es: Michael aber, der Erzengel, wagte nicht, als er mit dem Teufel stritt und Wortwechsel um den Leib Moses hatte, ein lästerndes Urteil zu fällen, sondern sprach: Der Herr schelte dich.
Michael als Beispiel für Zurückhaltung
So, wie gesagt: Wir wissen an dieser Stelle, wenn wir diesen Begriff haben, nicht ganz genau, wo das herkommt. Das ist aber für das Argument nicht so wichtig, denn damit müsst ihr leben: Briefe sind situativ. Briefe werden in eine Situation, in eine Kultur hineingeschrieben, die wir in ihrer ganzen Breite nicht kennen. Wir wissen nicht alles, was im ersten Jahrhundert gedacht und geschrieben wurde. Wir können nur sagen: Das Argument ist klar.
Wir haben Irrlehrer, die schlecht über den Teufel reden, die sich lustig über ihn machen. Und wir haben eine Geschichte, in der Michael, immerhin einer der Erzengel, mit dem Teufel nach dem Tod von Mose um dessen Leib streitet. Der Teufel sagt: Ich möchte den Leib des Mose haben. Was ja irgendwie auch logisch ist: Mose ist ein Mörder, Mose versagt in der Wüste, er darf nicht mehr ins verheißene Land. Es ist also klar, dass der Teufel sagt: Den will ich haben.
Und jetzt kommt der Erzengel und sagt: Nein, den kriegst du nicht. Aber statt dass er, obwohl der Teufel da mit gezinkten Karten spielt und mit einer ganz bösen Intention, über den Teufel und über seine Motive ein lästerndes Urteil spricht, sagt er einfach nur: Der Herr schelte dich.
Okay, also wie gesagt: Wir wissen nicht ganz genau, wo das herkommt. Für alle, die da mehr wissen wollen: Sprecht mich an, ich habe mal versucht, das ein bisschen zu finden. Das ist aber sehr kompliziert. Wichtig ist für uns das Argument.
Das Argument lautet: Wenn ein Erzengel schon nicht in einer Situation, in der der Teufel sich total daneben benimmt, schlecht über den Teufel äußern darf, wie viel weniger darf das jemand, der einfach in der Gemeinde ein ganz normaler Gläubiger zu sein scheint? Das geht einfach nicht.
Das heißt: Immer dann, wenn du merkst, hier kommen Leute, die schlecht über die unsichtbare Welt reden, vor allem auch lästerlich über die dämonische Welt, überheblich und hochmütig, dann müssen bei dir alle Alarmglocken wirklich angehen. Das ist so ein typisches Zeichen dafür, dass du es mit einem Gottlosen, mit einem Verführer zu tun hast.
Das Zweite: Jemand sündigt, und du sprichst ihn darauf an, und er kommt mit irgendeiner fadenscheinigen Erklärung, dann müssen auch alle Alarmglocken angehen, okay? Und natürlich musst du selber aufpassen, dass du das nicht tust.
Das Wesen der Verführung
Wir bleiben noch ein bisschen bei den Gottlosen. Von ihnen heißt es dann: Diese aber lästern alles, was sie nicht kennen. Alles aber, was sie von Natur aus wie die unvernünftigen Tiere verstehen, darin verderben sie sich.
Also das, was sie nicht kennen, die unsichtbare Welt, darüber reden sie schlecht. Das, was sie kennen, also da, wo wir auf der gleichen Stufe stehen wie die Tiere, die normalen menschlichen Begierden, Essen, Trinken, Schlafen, Sexualität, bei diesen natürlichen Dingen, da verderben sie sich. Da verhalten sie sich dümmer als ein Tier.
Wenn es um Essen geht, wird daraus Fressen. Wenn es ums Trinken geht, wird daraus Saufen. Wenn es ums Schlafen geht, wird daraus Faulheit. Wenn es um Sexualität geht, wird daraus Perversion. Das heißt: Die Dinge, die sie natürlich können, überzeichnen sie völlig und verderben sich dadurch. Das ist das, was diese Irrlehrer tun.
Das war's für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über den Judasbrief nachzudenken. Wo spricht er in dein Leben hinein?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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