Event•Teil 2 / 10Spurgeon-Konferenz 2014
Generierte Mitschrift
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Einführung in Ziel und Vorgehen
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen!
And I will do the best to do the same to you. This evening we are going to begin to get into the Book of Galatians, and our plan during der Konferenz ist es, zwei Dinge parallel zu machen.
We will look at Galatians, its message and its structure. On the other hand, I want to draw attention to some of the methodology of how to use the book.
So I may stop off for a little excursion into some methodology at various times in the talk. Let’s start then by thinking a little bit more about expository preaching. What are the distinctives of exposition?
Eigenschaften der Ausbildung, dass ich sagen muss, es gibt drei Nischen sind, die wir wissen wollen.
Drei Kennzeichen auslegender Predigt
Firstly, in expository preaching, we are concerned with one basic passage of the Bible. Our first task is an exegetical task. So when we sit down to study the passage, we want to ask ourselves: What does the text say?
Also, wenn wir uns hinsetzen, um diesen Text zu studieren, fragen wir uns: Was will dieser hier sagen? Und das führt uns dazu, andere Fragen zu stellen. As we understand what it says, we'll start to say: Why does it say it like this? Und während wir dann fragen, was es sagt, werden wir anfangen zu fragen, warum, oder warum sagt es das in der Art und Weise? Warum sagt es das hier, an diesem Punkt in diesem Buch?
Und so, während wir uns auf diese eine Grundpassage ausrichten, ist die zweite Distinktion, dass wir den Text in seinen Kontext setzen. Denn die zweite Sache, die wir tun, ist: Ist das richtig, wie ihr kommt jetzt hierher?
Every text has a context in the book of which it is a part, and every book has its context in the Bible as a whole. We'll think more about this later in the conference, but the book context is the literary and historical context, schriftlicher und auch der historischen Hintergrund ist. Und der biblische Kontext ist der theologische Kontext. How does this fit into the whole message of Scripture?
Now, it's really important to set the text in its context; otherwise, you can make the Bible mean anything. So I can show you in the Bible that it says there is no God. It's there on the page in the Bible. But when you set it in its context, Psalm 14,1 says: The fool says in his heart, there is no God. And all the people who distort the Bible do so by taking it out of its context.
Wir sind uns einig mit einer Grundpassage, wir wollen den Text in seinen Zusammenhang setzen, und der dritte Punkt von expository preaching ist dies, dass es uns wichtig ist, die „Lives of the Hearers“.
Vom Verstehen zur Anwendung
Preaching is always with a view to changing life, and of course it is possible to teach the Bible without that concern. Man kann natürlich auch die Bibel lehren, ohne dieses Ziel zu haben.
Wir haben in England einen Witz über diese Überlegung. Der Witz geht folgendermaßen: What is the definition of a lecture? The process by which material is transferred from the lecturer's notes to the students' notes without passing through the mind of either party. Der Prozess, die Notizen von dem Professor vorne auf die Notizen des Zuhörers zu bringen, ohne dass es durch irgendeinen Verstand durchgeht.
So könnte man die Bibel lehren. Maybe you've heard lectures like that. But preaching has a different dimension. Preaching addresses the mind in order to influence the heart, in order to activate the will. Expository preaching goes through the mind to the heart to activate the will. So the impact of expository preaching is never: Oh, that's interesting, I must write it in my notebook. But rather: I hear God speaking to my heart, and my life must respond to his word. Gottes Wort spricht zu meinem Herzen, und mein Leben muss antworten und sich dementsprechend verhalten.
Also, wenn wir uns diese drei Punkte der auslegenden Lehre anschauen, dann können wir sie zusammenfassen, jeweils mit einem Wort: Erstens, sagen, was der Vers sagt, oder bestimmen, was dieser Abschnitt sagt. Zweitens, erklären, warum dieser Abschnitt das sagt. Und die Antwort dazu wird immer der Bibeltext sein. Und drittens, apply the passage's purpose to your hearers. Und drittens, wende das Ziel der Passage auf deine Zuhörer an.
Also: bestimmen, erklären und anwenden. Und wenn du daran denkst, wenn du immer eine Bibelstelle vorbereitest, dann wirst du daran arbeiten wollen, sie richtig zu verstehen und richtig anzuwenden. Viele Prediger sind gut in der Exegese des Textes, aber nicht so stark in der Anwendung auf die Hörer, in dieser Verbindung zu unserem Leben. Und wir brauchen die Hilfe des Heiligen Geistes, um das gut zu machen.
Der Zusammenhang als Schlüssel zur Botschaft
Aber sehr oft ist es auch der Kontext, der die Anwendung gibt. Jedes Bibelbuch hat einen ganz bestimmten Sinn. Es wäre eine gute Übung, zum Beispiel in diese Übersicht der Bibel zu gehen, ganz am Anfang, wo die Liste der 66 Bücher ist, und zu fragen: Wie viele dieser Bücher könnte ich in einem Satz zusammenfassen, der die Botschaft des Buches sagt? Wo man innehalten und sagen könnte: Okay, zu wie vielen von diesen Büchern könnte ich einen Satz schreiben, um zu beschreiben, was der Inhalt dieses Buches ist? Was ist die Hauptaussage, diese Zielaussage des Buches Hiob oder Obadja?
Das ist sehr wichtig. Denn wenn du in den Himmel kommst und Obadja dir begegnet, dann ist es sehr, sehr wichtig, dass er keine peinliche Begegnung mit dir hat. Und wenn er fragt: Hast du mein Buch genossen?, dann wollen wir nicht, dass er sagen muss, dass du es nicht richtig verstanden hast. Dann wollen wir, dass er sagen kann, dass du sein Buch wirklich verstanden hast.
Alle Bibelbücher arbeiten darauf hin, ihre Aussage zu erkennen. Und das werden wir mit Galater in unserer Konferenz tun. Wir werden den Kontext anschauen und versuchen, ihn zu verstehen. Wir werden uns den Inhalt angucken und versuchen, ihn zu beschreiben. Und wir werden uns seine Bedeutung anschauen und versuchen, sie zu beschreiben. Dann werden wir uns die Anwendung anschauen und sehen, wie wir das in unserem Leben anwenden. Und die ganze Zeit fragen wir uns: Warum ist dieses Buch in der Bibel? Was würden wir nicht wissen, wenn wir den Galaterbrief nicht hätten? Und das wird uns dahinführen, dass wir mit der Aufgabe und mit dem Ziel dieses Buches arbeiten.
Aufmerksames Lesen als Methode
Warum ist das eigentlich schlimm? Der Schlüssel zu guter Predigt ist vorsichtiges Zuhören. So oft haben wir die Tendenz, in Bibelabschnitte hineinzurennen, und merken dabei, dass uns der Zusammenhang entgeht. Aber wenn wir uns in so ein Buch hineinbegeben, dann brauchen wir die Zeit, es wirklich sorgfältig auseinanderzunehmen.
In einem Buch wie Galater hören wir nur eine Seite eines Telefonats. Wenn wir den Galaterbrief lesen, ist es so, als würden wir nur einer Seite einer Unterhaltung auf einem anderen Telefon zuhören. Paulus antwortet den Galatern, und in dieser Antwort können wir beginnen zu verstehen, wo sie falsch lagen. Wir können es verstehen und davon profitieren, wenn wir den Grund für den Brief verstehen.
Wenn ich also zu so einem Abschnitt komme, zu einem Brief wie diesem hier, dann suche ich mir zwei Dinge. Normalerweise nehme ich ein Blatt Papier und falte es oder teile es in zwei Bereiche. Auf die eine Seite schreibe ich Überraschungen, und auf die andere Seite Schwierigkeiten. Dann arbeite ich mich mit diesen beiden Dingen durch die Verse.
Was ist hier in diesem Abschnitt, das mich überrascht? Wo ich sage: So hätte ich es nicht gesagt. Warum sagt er das zu diesen Leuten? Die Überraschung bringt einen dazu, über den Zweck nachzudenken. Überraschungen sind allerdings nur dann echte Überraschungen, wenn sie einen wirklich überraschen. Man setzt sich nicht hin und sagt: Ich muss in diesem Abschnitt sechs Überraschungen finden. Nein, man notiert einfach, wenn einem etwas auffällt: Das ist aber seltsam, nicht wahr? Warum sagt er das?
Und dann gibt es in meiner anderen Spalte, die meistens voller ist, die Schwierigkeiten.
Überraschungen, Schwierigkeiten und die Melodie des Buches
Und dann kommt in diesem anderen Teil auf diesem Blatt, der normalerweise viel voller ist, die Schwierigkeit. Ich verstehe nicht die Verbindung zwischen diesen Versen und dem Train of Thought. Warum bringt er plötzlich diese Methode, diese Wörter?
On the passage, because I don't know about you, I find that particularly in the New Testament epistles it can just sort of wash over me. You know: “Blessed be the God and Father of our Lord Jesus Christ, he has begotten us to a new hope.” Ja, Herr Lord Jesus Christ! And it just cascades over you. And you think: wonderful, wonderful, but what was that all about?
So we need tools that make us focus. Die Schwierigkeiten und Überraschungen sind eine Weise, das zu tun. Keep on questioning the text. Don't assume that you already know what it says. Dig deeper into it, ask the questions. Gradually you will begin to see what the major theme tune is.
Now, I call this the melodic line or the theme tune of the book. Ich nenne das so diese Zylenmusik oder diese melodische Linie oder die Melodie dieses Rituals. The theme tune is the melody that plays all the way through, diese Melodie, die den ganzen Brief hindurch spielt. Und das hilft uns, die Distinktivkontribution des Buches zu sehen, die die ganze Bibel. Und das hilft uns, die Einzigartigkeit der Aufgabe dieses Briefes im Kontext der ganzen Lieder zu sehen.
You know how in a piece of music like a symphony often there is a theme that recurs several times. So wie in einer Symphonie, wo es so einen Abschnitt, so ein Musikabschnitt, so ein Thema gibt, das immer wieder aufkommt. Und die Wiederholung lässt sich die Hauptaussage erinnern. Also diese Melodie wird an verschiedenen Stellen wieder aufgebaut, aber sie wird das ganze Buch zusammenfassen.
Well, it helps us to relate the parts to the whole, and it gives us confidence that when we are applying the Scripture, we're using it for the right purpose. We're working with the pastoral intention of the original Text, dem gewollten Ziel des Textes. Und es ermöglicht uns, Parallelen zu ziehen, die heute zu uns related sind. Es ermöglicht uns, dass wir dann Parallelen ziehen können zu unserem Report. Es ermüht uns, uns und unsere Hörer zu dig deeper into the text and not just to read it on the surface.
So we do this by careful observation, and in a New Testament letter like Galatians we can go to the start of the letter and the end of the letter, and you will usually find that at the beginning and at the end are the major themes that the letter is concerned with. Am Anfang oder am Ende dieses Thema finden, worum es in diesem Brief geht.
Der Anfang und das Ende des Briefes
So as we now get into Galatians, let's do that. We're going to read chapter one, verses six to nine, and then we'll read chapter six, verse eleven to the end. But then we're at six, eleven to eighteen. So, thank you. 1. Korinther 1,6-9
Galater 1,6-9
Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium. Es gibt jedoch kein anderes. Nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium des Christus verkehren wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht. Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, was ihr empfangen habt, der sei verflucht.
Galater 6,11-18
Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch geschrieben habe mit eigener Hand. Alle, die im Fleisch wohl angesehen sein wollen, nötigen euch, dass ihr euch beschneiden lasst, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, dass ihr euch beschneiden lasst, damit sie sich eures Fleisches rühmen können.
Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschnittensein noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung. Und über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen, und über das Israel Gottes.
Hinfort mache mir niemand weitere Mühe, denn ich trage die Malzeichen des Herrn Jesus an meinem Leib. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist. Amen.
Also, da ist der Anfang und das Ende vom Brief. Und wir sehen da: Das ist eine ganz starke, stark ausgedrückte Ansicht des Apostels, und er ist sehr, sehr klar über die Werte und die Lehre, die er weiterkommunizieren will.
Wer die Galater waren und warum der Brief entstand
Bevor wir uns damit etwas genauer befassen, sollten wir zunächst eine grundlegende Frage stellen: Wer waren diese Galater, an die dieser Brief geschrieben wurde? In Vers 2 heißt es, dass er an alle Gemeinden in Galatien gerichtet ist.
Galatien war das Gebiet, das wir heute als die nördliche Türkei bezeichnen würden. Aus der säkularen Geschichte wissen wir jedoch, dass das Römische Reich im Jahr 25 n. Chr. eine neue Provinz schuf, zu der auch der südliche Teil Kleinasiens gehörte. Dazu zählten Städte wie Ikonium, Lystra und Derbe. Dieses Gebiet wurde ebenfalls als Galatien bezeichnet.
Aus der Apostelgeschichte in den Kapiteln 13 und 14 wissen wir, dass dies die Städte waren, die Paulus besuchte. Dort wurde durch die Verkündigung des Evangeliums Gemeinde gegründet. Durch die Lehre und die Predigt des Evangeliums entstanden Gemeinden.
Obwohl es unterschiedliche Meinungen darüber gibt, welches Gebiet genau gemeint ist, glaube ich, dass die biblischen Gelehrten heute davon ausgehen, dass Paulus sich auf diese Gemeinden aus der Apostelgeschichte bezieht: Antiochia, Ikonium, Lystra und Derbe. Die meisten biblischen Ausleger gehen davon aus, dass es die Städte Antiochia, Ikonium, Lystra und vielleicht auch Derbe sind, also Teil dieses erweiterten Gebiets von Galatien, in dem Paulus auf seiner ersten Missionsreise tätig war.
Nachdem er diese Gemeinden gegründet hatte, scheint es so gewesen zu sein, dass Gruppen jüdischer Gläubiger kamen, die die Gemeinden dazu bringen wollten, bessere Christen zu werden, indem sie jüdisch wurden. Wir werden das später noch genauer sehen. Die Methode, die sie dabei anwandten, bestand darin zu behaupten, Paulus sei als Botschafter nicht zuverlässig. Paulus sei nicht wirklich vertrauenswürdig als Gesandter.
Die Gemeinde in Jerusalem hatte ebenfalls eine besondere Bedeutung. Dort befand sich gewissermaßen die Muttergemeinde. Paulus scheint ein sehr ambivalentes und schwieriges Verhältnis zur Jerusalemer Gemeinde gehabt zu haben. Und offenbar hielten die Jerusalemer Gemeinde oder zumindest einige Personen dort Paulus in seiner Betonung für sehr irrtümlich.
Die Frage lautete: Wie jüdisch muss man sein, um Christ zu sein? Ich möchte Dr. Paul Barnett zitieren, einen Experten für das erste Jahrhundert. Dr. Barnett sagt, dass in jener Zeit viele Heiden zu Gottesfürchtigen wurden. In dieser Zeit gab es viele Heiden, die begannen, Gott zu fürchten. Sie besuchten die Synagogen und wollten zu Gottes Bundesvolk gehören.
Das war natürlich noch bevor das Evangelium zu den Heiden kam. Und selbst damals war die jüdische Haltung gespalten. Einige sagten, es gehe nur um moralische Fragen: Wenn man versuche, nach den Zehn Geboten zu leben, dann sei das ausreichend. Andere bestanden jedoch darauf, dass die Beschneidung der einzige Weg sei, Mitglied von Gottes Volk zu werden, und damit der einzige Zugang zur Gerechtigkeit vor Gott.
Es sieht so aus, als hätte Paulus in seinem früheren Leben genau das gepredigt. Er sagt in Kapitel 5, dass ihm vorgeworfen wird, er predige immer noch die Beschneidung.
Als er nun zu diesen Gemeinden in Galatien kam, verkündete er etwas anderes. Der Zugang zu einer Bundesbeziehung mit Gott hat nichts mit der Beschneidung zu tun. Er beruht allein darauf, in Christus zu sein, in dem Christus, der für unsere Rechtfertigung gekreuzigt und wieder auferweckt wurde.
Heiden kommen also durch den Glauben an Christus in eine Beziehung mit Gott. Das äußere Zeugnis dafür ist die Taufe. Und gemäß der Apostelgeschichte rief diese Verkündigung von Anfang an Feindschaft hervor. Als Paulus sie verlassen und nach Antiochia zurückgekehrt war, nahm diese Feindschaft noch zu.
Offenbar erhielten die örtlichen Gegner des Paulus Gesandte aus Jerusalem. Diese erklärten, dass das beschneidungsfreie Evangelium des Paulus nicht akzeptabel sei und dass diese Heiden, wenn sie wirklich Christen sein wollten, beschnitten werden müssten. Wenn man es selbst sagt, dann rufen sie dich dazu auf, beschnitten zu werden.
Nun, ganz kurz eine Pause: Das ist nicht die Frage in unseren Kirchenbüchern. Das ist zwar eine ziemlich offene Frage, aber wir haben keine Schlangen von Gläubigen, die sich fragen, ob sie beschnitten werden sollten. Deshalb dürfen wir das hier nicht als ein oberflächliches Thema behandeln und es dabei belassen.
Andernfalls betrachten wir zwar den historischen und literarischen Kontext, aber es gibt auch einen theologischen Kontext, der für uns heute gilt. Deshalb habe ich ständig diese Frage im Kopf: Was bedeutet das für uns heute? Nun wollen wir zusammenfügen, was wir beobachten, wenn wir uns Galatien ansehen. Dabei müssen wir hier mit unseren Fingern durch die Seiten gehen.
Erste Beobachtungen am Konflikt in Galatien
Das Spannende an Vers 6 ist, dass es dort nichts Spannendes im Sinne von etwas Positivem gibt, was Paulus über die Gemeinde in Galatien zu sagen hätte. Paulus findet fast immer einige gute Dinge, die er über die Gemeinden sagen kann, an die er schreibt. Meistens findet er etwas Positives, das er über eine Gemeinde sagen kann. Aber hier ist das nicht der Fall.
Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell vom Evangelium abwendet. Er geht hier sehr direkt vor und spricht die Menschen unmittelbar an. Und offensichtlich ist er dabei sehr emotional involviert. Am Ende von Vers 6 sagt er, dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet, was aber gar kein anderes ist, oder besser gesagt: was überhaupt kein Evangelium ist. Er sagt also, dass ihr euch vom wahren Evangelium abwendet, weil das Evangelium in den Gemeinden verfälscht wird. Und das sehr schnell, schon kurz nach ihrer Bekehrung, beginnen sie, davon abzuweichen.
Nun wollen wir das etwas genauer betrachten. Ein paar diagnostische Fragen helfen uns dabei, uns in die Situation hineinzuversetzen und zu verstehen, warum dieser Brief überhaupt geschrieben wurde. Was ist ursprünglich geschehen? Kapitel 4, Vers 13. Er sagt, dass es wegen einer Krankheit war, dass er ihnen zuerst das Evangelium verkündigt hat. Hier sagt er: Ihr wisst aber, dass ich in der Schwachheit meines Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. Wir wissen nicht, was diese Krankheit oder diese Schwachheit im Fleisch genau war, aber Paulus macht deutlich, dass sie ihn nicht schlecht behandelt haben. Das ist der Punkt: Sie haben ihn nicht schlecht behandelt.
Im zweiten Teil von Vers 14 heißt es: „Ihr habt mich aufgenommen wie einen Engel Gottes, ja wie Christus Jesus selbst.“ Und nun sagt er: Was ist aus eurer ganzen Freude geworden? In Vers 15 heißt es: „Wenn es möglich gewesen wäre, hättet ihr eure Augen ausgerissen und sie mir gegeben.“ Wenn es euch möglich gewesen wäre, hättet ihr eure Augen ausgerissen und sie mir gegeben. In Vers 16 heißt es: Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?
Das ist also das, was vorher geschehen ist. Paulus wurde herzlich aufgenommen. Sie haben sich um ihn gekümmert. Sie hätten ihre Augen herausgerissen, wenn sie es hätten tun können. Viele glauben, dass diese Krankheit, diese Schwachheit im Fleisch, eine Krankheit war, die Paulus mit seinen Augen hatte. Und wenn das wirklich so gewesen wäre, dann hätten sie ihm vielleicht sogar ihre eigenen Augen gegeben, so sehr haben sie ihn geliebt.
Die Entwicklung des Irrwegs
Let's go on putting the evidence together. What happened originally? Kapitel 3, Vers 1: Oh, you foolish Galatians, who has bewitched you? Oh, ihr unverständlichen Galater, wer hat euch verzaubert?
What has happened to them? Well, he says in Vers 2, I have a question I want to ask you: Did you receive the Spirit by observing the law or by believing what you heard? So they have begun by receiving the Spirit. That must mean that they are genuinely converted, that they are real Christians, dass sie sich bekehrt haben, dass sie wirklich Christen sind.
Vers 4 spricht davon, dass sie gelitten haben, wer sagen will. Vers 5 spricht davon, dass sie gesehen haben, dass Gott Wunder gewirkt hat unter ihnen. Und Pauls Frage ist: War das durch das Gesetz oder durch Glauben? Sie haben so einen guten Anfang.
4,6-4,6: „You are sons, weil ihr nun Söhne seid, Gott sent the Spirit of his Son into our hearts to call him Abba Father, so you are no longer a slave but a son.“ So he is absolutely convinced that they are genuine Christians. Er ist absolut davon überzeugt, dass sie wirklich wiedergeborene Christen sind.
Also, was ist hier los? Er sagt in 3,1: „Du musst bewitscht sein, dass jemand ein Zauber über dich hat.“ Er ist überrascht, dass sie so vom Evangelium weggehen. „You are observing special days and months and seasons and years.“ Ihr beachtet Tage, Monate, Zeiten, Jahre. Now those are all Jewish things, special days and months and festivals. Mir geht es speziell um jüdische Dinge, Tage, Monate, Feste.
And he says in Vers 11: If that's what you're going back to, then all my efforts have been wasted. Und dann in Kapitel 5, Vers 2: Ich, Paul, sage euch, wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen, weil das euch dann in Vers 3 verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Und Vers 4: Wenn du versuchst, durch das Gesetz gerecht werden zu wollen, dann bist du losgetrennt von Christus.
So we can see what's happening, can't we now? Also, wir können noch sehen, was hier passiert. But there's one other question: How has it happened? Aber wir können noch die andere Frage stellen: Wie ist das passiert?
Die Motive der Gegner
Kapitel 5, Vers 10: Der, der euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei. Ein Mann, der eine Gruppe von Menschen anführt, die das Evangelium angreifen. Paulus beschreibt sie in 5,12 als Agitatoren oder Unruhestifter. Und in Kapitel 5, Vers 12 spricht er sie als die Verwirrenden an.
Und es scheint, als wäre ihr Vorgehen zum Teil Schmeichelei und zum Teil Feindseligkeit gewesen. So sanft und verführerisch war es?
Kapitel 4, Vers 17: Sie eifern um euch in Ekelheit, nicht in Ekelheit, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert. Und weil sie nicht auf diese falschen Lehrer reagieren, gibt es Angriff und es gibt Feindlichkeit. Und deswegen wird Paulus der Feind. Das ist der Grund, warum sie in der Gefahr sind, dass sie ihren Frieden im Evangelium verloren haben. In der Gefahr stehen sie auch, ihre Freiheit und Anerkennung zu verlieren und dass sie zurück in das Gefängnis des Gesetzes gehen.
Also, das, was ich jetzt in ein paar Minuten gemacht habe, braucht lange Zeit, um durch diesen Brief hindurchzugehen und das aufzuschauen. Aber ihr seht, das ist die Art von Arbeit, die man tun muss, damit man ein Gefühl dafür bekommt, worum es in dem Brief geht. Alle Antworten stehen im Text, wir müssen nur hart daran arbeiten. Arbeitet den Text durch und schreibt die Dinge auf, die euch diese Antworten geben. Alles, was euch hilft, euch an den Platz der galatischen Leser zu versetzen.
Das bedeutet, der Weg in so ein Buch hinein ist, zu lesen, zu lesen und noch einmal zu lesen. Und wenn wir das so machen, werden wir bei der dritten Lektüre merken, dass alles viel mehr Sinn ergibt. Und was wir merken, nach dem dritten Mal, ist, dass alles mehr und mehr Sinn macht. Und wenn wir es dann so gelesen haben, können wir von dem Buch zurücktreten und sehen, was die großen Strukturen sind. Und wenn wir es dann so gelesen haben und ein paar Dinge gesehen haben, dann können wir einen Schritt zurück tun und diese größten Strukturen erkennen.
Die große Gliederung des Briefes
Und eigentlich sprechen alle Kommentatoren davon, dass es drei Hauptteile gibt. Interessant ist dabei, was nicht ganz der normalen Einteilung entspricht, aber in diesem Fall gut zur Kapitelaufteilung passt.
Die Kapitel 1 und 2 handeln von Paulus und seinem Apostelamt. Die Kapitel 3 und 4 sind eine Darstellung von Paulus und seinem Evangelium, also von Paulus und dem Evangelium. Die Kapitel 5 und 6 sind die praktische Auslegung der Freiheit durch das Evangelium.
Galater 5 und 6 geht es um die praktische Anwendung der Freiheit im Evangelium.
Also sind die ersten beiden Kapitel Biografie und Geschichte, die dritten und vierten Kapitel das theologische Herz dieses Briefes, und die Kapitel 5 und 6 die praktische Anwendung dieses Briefes.
Der Schluss als Auslegungsschlüssel
Now, it is helpful at this stage to keep that in mind as the general structure. But I want to end this evening by going to the end of the letter. We will go to chapter six, verses eleven to eighteen. You are doing very well; I do not see anybody asleep yet, and I think I am still awake myself.
Galater 6,11-18.
This is written as the first comment on the Galatians, as the one who wrote this letter to the Galatians. And it is a comment written by the Apostle Paul himself. At this point, the letter is concluded. Both from the Scriptures and from experience, Paul takes the pen into his own hand in verse eleven, und in Vers elf nimmt Paulus den Stift in seine eigene Hand und schreibt einen abschließenden Abschnitt von ungefähr hundert Worten, in dem er noch einmal das Hauptthema des Briefes unterstreicht und wiederholt. Er schreibt es in großen Buchstaben.
Possibly because of his eyesight problems, but he is writing it in his own hand so that everybody will know it has apostolic authority. So it is a very urgent personal appeal.
Now, in studying this letter, there is everything to be said for starting with this paragraph. You see, if we can grasp Pauls purpose in these closing verses, then as we wrestle with the more difficult parts of the centre of the letter, it will give us focus and perspective, and a way of dealing with them. Dann hilft uns das, dass wir eine Ausrichtung im Blick und eine Richtung haben, während wir den Rest des Briefes lesen. Es gibt uns einen Schlüssel für den Rest des Briefes.
And any interpretation of Galatians which is not in accordance with this paragraph is going to be wrong. Würde ich nicht mehr falsch sein. Also würde ich sagen, dieser Abschnitt hier ist so der Schlüssel, der uns den Brief eröffnet.
Also, it is already very exciting when we see that only in chapter six, verse twelve, the true reason for the difficulties is shown to us.
Der eigentliche Streitpunkt
Look at verse twelve. Those who want to make a good outward impression are trying to compel you to be circumcised. There we have it; that is the real issue.
Of course, we know this from earlier in the letter, or because we have read an introduction to a commentary. But Paul’s letter is a real letter, and like most real letters, the readers would know what he is talking about. Still, you have to read right through to the end to be really clear about what made Paul so angry.
What we learn from this section is not so much what happened, but why it happened. If we ask these why questions, then we come to the surface of the text. We must of course also ask what happened, but we must go deeper still and ask why. Why was circumcision so attractive to some of these Christians? It is not naturally attractive. It would not normally be appealing. It would be painful. It would be shameful, full of shame, because the Greek world regarded it as a disgraceful thing. And yet these Gentile Christians in Galatia are responding to this pressure. So we must ask the question: why? If we want to apply this passage today, we must also ask why.
Verse twelve gives us a very helpful clue. They wanted to make a good impression in the flesh, that is, outwardly. Circumcision may have been a stigma in Greek culture. It certainly was not among the Jews. And what a man does with that depends on whom he wants to impress. In this case, some of the Galatians were so impressed by the teachers from Jerusalem, so influenced or so enthusiastic about these teachers who had come from Jerusalem, the mother church, that they said, in effect, this is how things are done.
So what was a stigma in one culture became a mark of commitment, as far as the Jews were concerned. If then you wanted to be impressive to these original Jewish Christians, then you would respond to their appeals and their pressure. And there was kudos in it for the teachers, too. They also gained something from it. They could count the number of students who had been circumcised, those who had supposedly truly turned. That was a number they could boast about.
An Australian scholar says the following about this in his commentary: the Jews wanted ecclesiastical statistics. So many circumcisions per year was something to be proud of. And Alan Cole goes on to draw the obvious parallel with baptisms in the church today.
Der Druck von außen und die Furcht vor Verfolgung
Now, surely the voice of these Jewish hearers, these Jewish teachers, is heard in Acts, Kapitel 21. Ihre jüdischen Lehrer. Ja, schauen Sie mit mir nur auf diese letzte Stelle, Apostelgeschichte 21,20. Als Paulus schließlich nach Jerusalem kommt, bevor er verhaftet wird, sagen sie zu Paulus in Vers 20: „Du siehst, Bruder, welche große Zahl von Juden gläubig geworden ist, und alle sind eifrige Anhänger des Gesetzes.“
You see, that's what was happening in the Jewish churches at this time. They are still zealous for the law, and they want to make the gentile churches zealous for the law as well. It's a passport to acceptance with mother church if you are circumcised. And that's why they want to make a good outward impression, to show that they are having control over these new churches.
But there's another thing that Paul says here. In der zweiten Sitzung, in Vers 12, in Vers 6, was Paulus hier gerade in Vers 12 sagt, ist: The only reason they do this is to avoid being persecuted for the cross of Christ. See, these Jewish teachers were persecuting the new faith in a way that Paul, of course, had been an great persecutor originally. Bis wir diese jüdischen Gelehrten haben, haben die Christen verfolgt. Paulus war ja früher ein Verfolger.
If you read the account of his missionary journey in Acts, you'll find that he was persecuted in every city. Und wenn wir die Geschichte von Paulus’ Missionsreisen lesen, dann wurde er in jeder Stadt verfolgt. And he warned his churches there that we must go through many hardships to enter the kingdom of God. But you wouldn't be persecuted by the Jews if you became a Jew, and so you see it was a way of avoiding that opposition.
Die Antwort des Apostels und die Mitte des Evangeliums
But in the remaining verses, Paul demolishes these arguments. He says that they are inconsistent, because they do not keep the whole law. He says that they are boasting in the flesh rather than in the cross of Christ. And he says that they are unbeständig, weil sie das Gesetz ja sowieso nicht ganz halten, putting circumcision into a place that it should never require, never have, never. Do you see what Jesus offers is so much greater than what they are offering, which is why he can say neither circumcision nor uncircumcision means anything.
Bringt irgendetwas! Vers 15. What counts is a new creation? Well, there's not time to look at that in more detail this evening. But do you see how this now opens up the whole letter to us? Wir beginnen zu verstehen, why it's here, was die immediate issue ist, die Paul adressiert, how he feels about it. He is very intensely emotional about it, wie er sich also, welche Gefühle er darüber hat. Er ist sehr emotional, was das Thema hier angeht. And we begin to see why he calls it another Gospel that is no Gospel at all.
Now we can't yet draw the line to us and say, well, for us this means this. We haven't got that far yet in the process. But tonight we have begun the process. We have begun to look at the historical and literary context and, God willing, as we come tomorrow to look at these opening chapters again in a bit more detail, we shall see how these strands come in einem integrierten Weg. Da werden wir sehen, wie diese Stränge zusammenkommen in einer zusammenfassenden Art und wie dieser Brief, der ausgestattet ist, uns zu dieser Überzeugung zu bringen, die Paulus auch hat.
Und, und, und, und, und, das ist Vers 14, Vers 14, aber es sei ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. Und das ist das Thema: Beschneidung oder Kreuz, Gesetz oder Gnade, Sklaverei oder Freiheit, versklavt oder frei. Das ist es, wofür Paul in dieser Letter kämpft, warum kämpft, dafür kämpft Paul uns in diesem Leben.
Gebet und Schlussbitte
Willkommen zu dem Brief an die Galater. Lass uns beten.
Vater, wir danken dir für diesen wunderbaren Brief. Und wir danken dir, dass dieser Brief aufgeschrieben wurde, damit wir daraus lernen können. Wir beten, dass wir ihn besser verstehen, wenn wir uns danach sehnen und danach trachten, ihn besser zu verstehen. Hilf uns, ihn zu begreifen, und lass dein Wort uns erfassen.
Herr, bitte vergib uns, wenn wir etwas an die Stelle des Kreuzes oder der Gnade Christi setzen. Vergib uns, wenn wir Kompromisse mit dem Evangelium eingehen, weil wir nach außen hin einen guten Eindruck machen und Menschen gefallen wollen.
Der Brief zeigt uns das Herz dieser wunderbaren Botschaft, die uns in Jesus Christus gegeben ist. Und so betet er, dass die Welt mit all ihrem Druck für uns gekreuzigt sein möge. Deshalb beten wir, dass die Welt mit all ihrem Druck, der auf uns zukommt, für uns gekreuzigt sein wird und dass wir der Welt gekreuzigt sind.
