Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 547: Rettung ist schwer – Teil 1
Einführung in das Thema Reich Gottes
Starten wir kurz mit einem Thema, das wir bereits kennen: das Reich Gottes.
In Lukas 13, Verse 18-21 heißt es: Er sprach aber: „Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen? Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf. Es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.“
Dann sprach er erneut: „Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mischte, bis es ganz durchsäuert war.“
Da wir uns mit diesen Bildern ausführlich in den Episoden 287 und 288 beschäftigt haben, möchte ich hier nicht viel dazu sagen. Wichtig ist nur, dass wir verstehen: Das Gottesreich, also seine Herrschaft, ist von Anfang an auf Wachstum ausgelegt.
Es mag ganz klein beginnen, wie ein Senfkorn oder ein kleiner Klumpen Sauerteig, aber es wird nicht klein bleiben. Es wird zu einem Baum beziehungsweise zu einem durchsäuerten Teig werden.
Die Bedeutung des Wachstums des Reiches Gottes
Und deshalb ist es für Jesu Zuhörer von eminenter Bedeutung, dass sie Jesus ernst nehmen. Es mag sein, dass Jesus als Mensch und Rabbi nicht viel hergemacht hat, noch weniger seine Jünger.
Es mag auch seltsam klingen, dass Gott als Ausgangspunkt für sein weltweites Reich nicht Rom, sondern Jerusalem gewählt hat. Aber egal, wie es klingt und was man von Jesus hält – wir wissen heute, dass er Recht behalten hat. Das Reich Gottes hat sich bis an die Enden der Erde ausgebreitet.
Heute sind Jesus und seine Lehren auf der ganzen Welt bekannt. Sie durchdringen mit ihren Themen wie Liebe, Barmherzigkeit, Wahrheit, Frieden und Gerechtigkeit jede Nation dieser Welt. Seitdem das Senfkorn in Jerusalem gepflanzt wurde, ist es mächtig gewachsen.
In der Antike hätte niemand gesungen „All you need is love“. Und obwohl das stimmt, prägt Jesus seit zweitausend Jahren mit seinen Lehren die Welt.
So ist doch die persönliche Begegnung mit Gott, also die Rettung von Menschen, der eigentliche und wichtigere Kern des Reiches Gottes.
Die persönliche Rettung als Kern des Reiches Gottes
Was nützt es, dass wir als Frucht des Christentums die Segnungen der modernen Wissenschaft genießen, sowie Menschenrechte, Armenspeisung und Religionsfreiheit? Was nützt das, wenn wir in Ewigkeit verloren gehen? Natürlich nichts.
Deshalb lohnt es sich, den Begriff des Reiches Gottes nun wieder etwas einzuschränken. Das Reich Gottes ist die Herrschaft Gottes über die Menschen, die an ihn glauben.
Dazu stellt jemand eine Frage in Lukas 13, Verse 22-24: „Und er zog lehrend durch Städte und Dörfer und reiste nach Jerusalem. Da sprach jemand zu ihm: Herr, sind es wenige, die gerettet werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzukommen. Denn viele, sage ich euch, werden hineingehen wollen und werden es nicht können.“
Die Frage nach der Zahl der Geretteten
Die Eingangsfrage ist simpel: Herr, sind es wenige, die gerettet werden? Wir müssen den Hintergrund dieser Frage ein wenig verstehen.
Das typische Verständnis eines Juden war, dass bis auf wenige Ausnahmen fast alle Juden nach der Auferstehung an Gottes Segnungen teilhaben würden. Die Ausnahmen waren jene, die wirklich schlimme Dinge getan hatten. Neben diesem typischen Verständnis gab es jedoch auch Leute, die anders dachten. Ihre Stimme hören wir vielleicht im vierten Buch Esra, das gegen Ende des ersten Jahrhunderts geschrieben wurde.
Dort lesen wir in 4. Esra 8,1.3: „Diese Welt hat der Höchste um vieler Willen geschaffen, aber die zukünftigen nur für wenige. So ist auch diese Welt geordnet: viele sind geschaffen, wenige aber gerettet.“
Die Frage „Herr, sind es wenige, die gerettet werden?“ wird vor diesem Hintergrund gestellt. Einerseits besteht die Erwartung, dass es viele, eben fast alle, sein werden, die Gott segnen wird. Andererseits schwingt schon auch eine gewisse Unsicherheit mit.
Deshalb wird dieser Jesus aus Nazaret gefragt. Immerhin ist er als Prediger immer für eine Überraschung gut.
Die Antwort Jesu auf die Frage nach der Rettung
Und die gibt es in der Tat. Die Antwort Jesu könnte kaum drastischer sein.
Lukas 13,24: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen; denn viele, sage ich euch, werden hineingehen wollen und werden es nicht können.“
Das ist einer der wenigen Verse im Neuen Testament, die mich immer noch einschüchtern, wenn ich sie beim Auswendiglernen wiederhole. „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen.“ Warum? „Denn viele, sage ich euch, werden hineingehen wollen und werden es nicht können.“
Wenn wir weiterlesen, wird deutlich, dass Jesus hier besonders seine Zeitgenossen im Blick hat. Sie sind es, die seine Predigten gehört und Zeit mit ihm verbracht haben, aber sie haben diese Chancen nicht genutzt. Und irgendwann kommt für jeden der Moment, an dem es zu spät sein wird.
Die Herausforderung der engen Pforte
Aber zurück zu dem, was Jesus sagt: Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen. Der Schritt ins Reich Gottes ist nicht einfach. Es ist eben nicht leicht, gerettet zu werden.
Das wird gern behauptet, und ich denke dann immer reflexartig an diesen Vers hier. Jesus behauptet gerade nicht, dass es leicht ist, gerettet zu werden. Er sagt: Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen.
Achtung, hier geht es nicht um Werksgerechtigkeit. Jesus sagt nicht: Tu gute Werke und häng dich da völlig rein, damit du gerettet wirst. Anstrengen soll ich mich beim Hören auf die Worte Jesu, beim Nachdenken über das Evangelium und beim Abwägen, ob ich bereit bin, den Preis der Nachfolge zu bezahlen.
Es geht um die bewusste Entscheidung, mich auf die Seite Gottes zu stellen, Jesus als Retter anzunehmen und so weiter. Die enge Pforte ist die enge Pforte des Zerbruchs. Sie ist eng, weil kein Raum bleibt für Selbstgerechtigkeit und Nationalstolz.
Ich muss begreifen, dass ich mich selbst nicht retten kann. Und ich muss verstehen, dass nur Jesus mich retten kann. Ich muss raus aus der Idee, dass es um meine guten Werke oder meine nationale Identität geht. Oder, um es moderner auszudrücken, dass es um Selbstoptimierung, Individualität oder Spiritualität geht.
Durch die enge Pforte geht nur der, der alle Hoffnung auf Jesus setzt. So wie Paulus es ausdrückt, wenn er schreibt in Römer 10,12-13: "Denn es ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche, denn derselbe ist Herr über alle und reich für alle, die ihn anrufen." Dann folgt dieses Zitat aus dem Alten Testament: "Denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden."
Die Bedeutung der Entscheidung und Gemeinschaft
Die enge Pforte ist deshalb eng, weil sie mit wichtigen Fragen verbunden ist. Will ich ein Nachfolger Jesu werden? Will ich ihm gehorchen? Will ich ihm mein Leben weihen? Will ich Gottes Urteil über mein Leben akzeptieren und Gott um Gnade anflehen, weil ich nur noch auf das vertraue, was Jesus am Kreuz getan hat? Diese Fragen machen die Pforte zum ewigen Leben eng.
Und es kommt noch schlimmer: Diese Fragen beantworte ich nicht allein vor der Pforte. Ich stehe immer als Teil einer Gemeinschaft davor – als Teil einer Familie, einer Religionsgemeinschaft, eines Clans oder einer Peergroup. Und das macht die Situation leider auch kompliziert.
Abschluss und Ermutigung
Was könntest du jetzt tun?
Denke darüber nach, was der Gedanke, dass Rettung schwer sein könnte, bei dir auslöst.
Das war's für heute. Menschen brauchen Ermutigung. Schreibe heute noch zwei ermutigende SMS, gern an Leute, die nicht so im Vordergrund stehen.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
