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Der Dreieine in seinem Heilsplan

21.02.2026
SerieTeil 3 / 4E21 Regionalkonferenz Südwest 2026
Du bist nicht nur irgendwie gerettet: Vater, Sohn und Geist setzen alles daran. Die Frage ist nicht, ob Gott genug tut – sondern ob du seine freie Liebe wirklich annimmst.

Einleitung und Hinführung zum Predigttext

Ich hatte mit meiner Vorbereitung für heute begonnen und wollte gerne Galater 4,4-7 mit euch teilen. Dann kam mir doch noch einmal die Idee: Okay, wir haben zwar über dreißigtausend Verse in der Bibel, aber frag lieber doch mal den Redner, der nach dir kommt, was er für einen Predigttext machen möchte.
Ich schreibe Simon über: Was willst du eigentlich predigen? Er schreibt zurück: Ja, ich wollte über Galater 4,6a predigen. Ich dachte: Nee, oder?
So dass wir jetzt einen anderen Text miteinander lesen dürfen, nämlich Titus 3,4-7. Diesen möchte ich gerne als zentralen Text mit euch teilen.
Wir haben heute schon einiges gehört über die Dreieinigkeit in Bezug auf ihr Wesen. Das nennt man in der Theologie die ontologische Dreieinigkeit. Und jetzt, ihr Lieben, wollen wir die Dreieinigkeit betrachten mit Blick auf den Heilsplan Gottes. Das nennt man für gewöhnlich die ökonomische Trinität.
Lasst uns also jetzt den Dreieinen in seinem Heilsplan betrachten. Wir lesen Gottes Wort mit Ehrfurcht und Freude:
Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Rettergottes erschien, errettete er uns nicht aus Werken, die in Gerechtigkeit vollbracht wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit, durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens.
Das ist Gottes Wort an uns. Amen.

Der eine Satz, der alles zusammenfasst

Wir sehen in diesen Versen jede Person der Gottheit. Zu Beginn in Vers vier den Vater, dort nennt Paulus ihn unseren Rettergott. Dann sehen wir auch Gott den Heiligen Geist in Vers fünf, dass wir durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes errettet wurden. Und in Vers sechs sehen wir auch den Sohn. Denn es heißt hier: Durch Jesus Christus.
Ihr Lieben, es wird nicht nur jede Person der Gottheit genannt, sondern wir sehen hier jede Person der Gottheit handelnd, aktiv, etwas bewirkend. Und wenn wir uns das vor Augen halten, bei der schieren Majestät unseres unausforschlichen Gottes, dann ist ja die Frage: Was ist in Gottes Augen so bedeutsam, dass Gott sich dieser Sache wirklich in seiner Ganzheit als Vater, Sohn und Geist widmet? Was ist so gewaltig, dass es das Wirken Gottes in seiner ganzen Dreieinigkeit benötigt?
Die Antwort finden wir hier im Text. Die Verse vier bis sieben sind im griechischen Original und auch in der Elberfelder ein einziger Satz von der Länge ungefähr vergleichbar mit dem Vaterunser. Es ist nur ein Satz, er hat einige Nebensätze. Aber wenn wir den ganzen Satz herunterbrechen und nur den Hauptsatz oder das Hauptverb sehen, dann bleiben in Vers fünf diese Worte übrig: Er hat uns errettet. Das ist der Hauptsatz. Er hat uns errettet.
Wenn wir also fragen: Was ist in Gottes Augen so bedeutungsvoll, dass er nicht ein paar seiner Engel dahinsendet oder einfach der Vater dem Sohn sagt: Kümmere du dich mal darum? Was ist so bedeutsam in den Augen unseres Gottes, dass er als Vater, Sohn und Geist diese Sache umsetzen möchte? Ihr Lieben, dann ist die Antwort auf diese Frage nicht irgendeine Sache, auf die wir jetzt zeigen könnten, so nach dem Motto: Das ist in Gottes Augen so bedeutsam. Denn es geht nicht um irgendetwas, wo wir von uns weg zeigen könnten. Es geht hier um uns. Es ist persönlich. Er hat uns. Er rettet.
Was hier steht, was uns das Handeln unseres dreieinigen Gottes zeigt, betrifft uns heute hier, und es gilt für uns heute hier. Gott hat unsere Errettung zu seiner hoheitlichen Angelegenheit erklärt. Und was Gott uns hier zeigt, ist, wie er uns errettet hat als Vater, Sohn und Geist.

Ein Bild von Rettung und die Frage nach Gottes Handeln

Ich sah einmal ein Video, in dem ein junger Mann auf einen Polizisten zuging. Der junge Mann fragte den Polizisten: Erinnern Sie sich daran, dass Sie einmal einen fünfjährigen Jungen kurz vor dem Ertrinken aus einem Pool gerettet haben? Und der Polizist ahnte schon, wer vor ihm stand, und ihm kamen sofort die Tränen.
Der junge Mann war mit seiner kleinen Tochter dort, und er sagte: Du bist der einzige Grund, warum ich heute noch lebe. Dieses Wiedersehen fand neunzehn Jahre nach dem eigentlichen Ereignis statt. Und dennoch war dieser junge Mann so tief bewegt von dieser Rettung, dass es ihn zu Tränen rührte und ihn zutiefst dankbar machte.
Da ist eine Rettung passiert. Aber der Polizist hat sich bei dieser Rettung nicht in Gefahr begeben. Für ihn war der Pool keine Gefahr. Der Polizist hat sich bei dieser Rettungsaktion auch nicht verletzt. Und diese ganze Rettungsaktion, vom ersten Gedanken daran bis zum fertigen Rettungswerk, war vielleicht insgesamt sechzig Sekunden lang.
Wie ist das mit deiner und meiner Errettung? Gelinde gesagt ist es mit unserer Errettung durch den dreieinigen Gott etwas anders. Und das wollen wir uns jetzt miteinander anschauen.
Drei Punkte möchte ich mit euch teilen. Der erste ist das Evangelium und die Rollen der Trinität, zweitens das Evangelium und die Einheit der Trinität und der letzte Punkt das Evangelium und die Herrlichkeit der Trinität. Die Rollen der Trinität, die Einheit der Trinität und die Herrlichkeit der Trinität im Evangelium, in unserem Heilsplan.

Das Evangelium und die Rollen der Trinität

Wir haben es bei Gott mit einem Wesen zu tun, das in sich selbst glückselig genannt wird. So heißt es in 1. Timotheus 1,11, da ist die Rede von dem Evangelium des seligen Gottes. Das bedeutet: Gott ist in sich selbst nicht bedürftig, sondern überfließend. Er ist glücklich. Gott lebt quasi in seinem eigenen, heilen, überfließenden Garten Eden.
Und wenn Gott so sehr in sich selbst zufrieden ist, was bewegt ihn dann dazu, von sich selbst wegzuschauen, sozusagen die Tür zu öffnen und hinaus in die Finsternis zu schauen, wo verlorene Rebellen auf dem Weg in ihre ewige Verdammnis sind? Die Antwort finden wir hier.
Im ersten Punkt: Das Evangelium und die Rollen der Trinität.
Die Antwort finden wir beim Vater, denn hier ist die Rede davon, in Vers 4: „Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Rettergottes erschien, so rettete er uns.“ Also, wenn wir die Rollen der Trinität im Heilsplan betrachten, dann sehen wir hier zuerst Gott den Vater. Und wir sehen, was ihn zur Errettung veranlasst: Güte und Menschenliebe.
Und es beginnt hier ja mit einem „Aber“. Dieses „Aber“ knüpft an Vers 3 an, denn da wird unser Zustand vor unserer Errettung beschrieben. Dort heißt es: „Denn einst waren auch wir unverständlich, ungehorsam, irregehend, wir dienten mancherlei Begierden und Vergnügungen, führten unser Leben in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend.“ Das sind wir abseits der Gnade Gottes.
Und, ihr Lieben, sogar der schon seit jeher religiöse Paulus redet hier im „Uns“-Ton, im „Wir“-Ton, weil er genau wusste: Selbst sein religiöser Eifer entpuppte sich als ein Eifer für sich selbst statt für Gott. Also das ist quasi, was wir mitbringen in diese Beziehung mit Gott.
Und dann heißt es: „Aber Gott.“ Gott hat uns trotz dessen, wie wir waren, seine Güte und Menschenliebe zugewandt. Das ruht in ihm selbst und kommt aus ihm selbst.
Aber nicht nur das: Auch in unserem Text sehen wir, Gott hat uns nicht wegen unserer Taten errettet. Also, wir haben hier einen Kontrast. Zuerst sagt Paulus: Trotz dessen, wie dein Leben ohne Gott war, hat Gott darüber hinweggesehen. Und übrigens auch nicht deswegen, was deine Taten für Gott angeht. Gott ist völlig frei von allen Taten. Er ist frei in seiner Liebe, sich selbst zu geben. Und das meint die Aussage in Vers 5: „Er hat uns errettet, nicht aus Werken, die in Gerechtigkeit vollbracht wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit.“
Gott macht hier also klipp und klar: Unsere schlimmsten Taten konnten seine Liebe nicht von uns zurückhalten, und unsere besten Taten sind nicht der Grund dafür, warum er sich uns zugewandt hat. Gottes Liebe ist eine freie Liebe.
Insofern sehen wir hier den Beweggrund dafür, dass Gott sich uns als Vater zugewandt hat: Es ist seine eigene Güte, seine Menschenliebe. Und wir sehen hier: Er hat uns errettet. Gott der Vater, er hat uns errettet.
Es ist aber noch so viel mehr, was die Bibel darüber sagt, wie Gott der Vater an uns gehandelt hat. Lasst mich euch nur eine kurze Auflistung geben, und das mache ich bei jeder Person. Und die Frage, die wir uns dabei stellen sollten, ist: Ist es mein Eindruck, dass Gott das Mindestmaß geben wollte, um mich zu erlösen, oder ist mein Eindruck eher, dass Gott so viel wie möglich geben wollte, um mich sein zu nennen?
Also: Der Vater rettete uns, wie gerade gesehen. Der Vater plante unser Heil. Epheser 1,10. Der Vater erwählte uns vor Grundlegung der Welt. Der Polizist, der war in der Nähe, der hörte irgendwelche verdächtigen Geräusche, und da ist der Rettungsplan entstanden. Der Rettungsplan für dich ist entstanden, bevor die Uhr getickt hat, vor Grundlegung der Welt. Der Vater gab seinen Sohn für uns. Johannes 3,16. Der Vater bestrafte seinen Sohn anstelle von uns. Siehe Jesaja 53. Der Vater nahm uns an als seine Kinder. Epheser 1,5. Der Vater segnete uns mit jedem geistlichen Segen. Epheser 1,3. Der Vater berief uns in seine Gemeinschaft. 1. Korinther 1,9. Der Vater schenkte uns ewiges Leben. 1. Johannes 5,11. Der Vater bewahrt uns durch seine Liebe. Johannes 10,29. Der Vater hört, wenn wir beten. Matthäus 6,6. Der Vater versorgt uns. Matthäus 6,32-33. Der Vater erzieht uns in seiner Liebe. Hebräer 12,6. Der Vater vergibt uns. Epheser 4,32. Der Vater tröstet uns in aller Bedrängnis. 2. Korinther 1,3-4. Der Vater macht uns zu Erben seines Reiches.
Wenn du ein Kind Gottes bist, wenn du an Christus glaubst, dann ist die Botschaft davon: Siehe doch, wie sehr der Vater dich lieb hat.

Das Werk des Sohnes

Wir sehen im Text aber auch den Sohn, denn es heißt hier, wenn auch nur mit wenigen Worten beschrieben: „Er errettete uns“, dann in Vers 6: „durch Jesus Christus“.
Unsere Errettung erfolgte durch Jesus Christus, durch und nur durch ihn, allein durch ihn. Unsere Errettung vollzog sich nicht durch uns. Unsere Errettung vollzieht sich ja auch nicht durch die Kirche. Unsere Errettung vollzieht sich auch nicht durch unsere Heiligung. Er hat uns errettet durch Jesus Christus. Er ist das Mittel, er ist vielmehr der Mittler. Jesus ist also der Vollbringer dieser Errettung. Der Vater ist der Ursprung unserer Errettung, Jesus ist der Vollbringer unserer Errettung.
Und was tut alles der Sohn für uns? Der Sohn wurde Mensch für uns, Johannes 1,14. Er lebte ohne Sünde für uns, um sich für uns zu heiligen, Hebräer 4,15. Der Sohn offenbart den Vater für uns, Johannes 14,9. Der Sohn trug unsere Sünden am Kreuz, 1. Petrus 2,24. Der Sohn starb für uns, schmeckte den Tod für uns, Römer 5,8. Der Sohn vergoss sein Blut für uns, Matthäus 26,28. Der Sohn gab das perfekte Vorbild ab für uns, 1. Petrus 2,21. Der Sohn befreite uns von der Macht der Finsternis, Kolosser 1,13-14. Der Sohn versöhnte uns mit Gott, 2. Korinther 5,18-19. Der Sohn rechtfertigte uns durch den Glauben, Römer 5,1. Der Sohn besiegte den Tod für uns, 1. Korinther 15,55-57. Der Sohn sitzt jetzt zur Rechten Gottes für uns, Römer 8,34. Der Sohn tritt für uns beim Vater ein, Hebräer 7,25. Der Sohn ist unser vollkommener Hoherpriester, der für uns lebt, Hebräer 4,14. Der Sohn bereitet Wohnungen für uns vor beim Vater, Johannes 14,3. Der Sohn schenkt uns seinen Frieden inmitten des Unfriedens dieser Welt, Johannes 14,27. Der Sohn wird uns zu sich holen und uns verherrlichen, Kolosser 3,4.
Das ist alles, was der Sohn für uns getan hat, tut und tun wird. Und, ihr Lieben, unzweifelhaft ist das, was den Sohn am meisten kostete, sein Kreuzestod auf Golgatha. Dort wurde er für mich und meine Sünden gewissermaßen zum Blitzableiter des Zornes Gottes gegen meine Sünden. Sie lagen auf ihm, sie wurden auf ihn gelegt, er wurde dafür bestraft. Er trat in die Gottesferne, die ich verdient habe, die wir verdient haben. Und so hat er es auch vollbracht. „Es ist vollbracht“, sagte er. Er ist der Vollbringer.
Die Botschaft davon ist: Siehst du, wie sehr Jesus Christus dich lieb hat?

Das Wirken des Heiligen Geistes

Wir sehen hier im Text auch den Heiligen Geist. So heißt es hier in Vers 5, dass er uns errettete durch die Waschung, oder durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes. Und dann heißt es noch einmal in Vers 6 von dem Heiligen Geist, dass Gott ihn reichlich über uns ausgegossen hat.
Gott errettete uns durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung. Die Frage ist natürlich: Was genau ist hiermit gemeint? In manchen Übersetzungen steht, dass Gott uns rettete durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, also quasi als zwei getrennte Akte: das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung des Heiligen Geistes. Im Griechischen ist ja nur ein Dia, und da auch die Handlungen von Wiedergeburt und Erneuerung miteinander verbunden sind, glaube ich, dass es besser wäre, dies als Einwirken zu bezeichnen. Sozusagen: Wir sind durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes errettet.
Der Heilige Geist tut sozusagen beides. Es ist sein heilsames, reinigendes Wirken, die Wiedergeburt und die Erneuerung. Und es erinnert an eine Stelle im Alten Testament, nämlich Hesekiel 36. Dort ist Israel vor Hesekiel wie ein Feld voller Totengebeine, ein absolut hoffnungsloser Anblick. Da ist quasi nichts mehr übrig, nur noch die Knochen. Da ist kein Leben, da ist noch nicht einmal irgendein Ansatz von Leben. Und Gott spricht seinen Geist da hinein, und auch da passiert dieser zweifache Akt: Zuerst werden diesen Knochen Leben eingehaucht, und dann fängt es an, Sehnen und Fleisch um diese Knochen zu legen, und sie werden lebendig gemacht. Sie werden wieder ganz hergestellt zu einem gesunden Körper.
Das bedeutet: Der Geist vollzieht die Rettung an uns, indem er uns zuerst geistlich lebendig macht durch die Wiedergeburt und dann anfängt, uns zu heiligen, uns zu erneuern, durch sein fortlaufendes Wirken. Das ist es, was der Geist mit uns macht. „Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts“, sagte Jesus in Johannes 6,63. Ohne den Geist sind wir aufgeschmissen. Das Fleisch nützt nichts, der Geist ist es, der lebendig macht.
Und auch beim Geist Gottes sehen wir so viel, was er dazu beiträgt, dass unsere Errettung uns geschenkt werden kann. Der Geist zeugte Christi menschliche Natur in der Jungfrau Maria, Matthäus 1,18. Also auch das sozusagen: Wie bei der ersten Schöpfung das Brüten des Geistes über den Wassern, so brütete der Geist über Maria und erzeugte Christus, den Beginn der neuen Schöpfung für uns. Jesus hat das nicht nötig.
Der Geist erfüllte Christus mit seiner Kraft für seinen Dienst, Lukas 4,14. Der Geist bewirkt die Wiedergeburt in uns, haben wir eben gesehen. Der Geist ist es, der uns von Sünde überführt, damit wir nicht blind dafür bleiben, siehe Johannes 16,8. Der Geist wohnt in uns, 1. Korinther 6,19. Der Geist versiegelte uns für den Tag der Erlösung, Epheser 1,13-14. Der Geist schenkte uns neues Leben, Römer 8,10-11. Der Geist macht uns zu Kindern Gottes, Römer 8,15-16. Der Geist leitet uns in alle Wahrheit, Johannes 14,26. Der Geist führt uns im Leben, Römer 8,14. Der Geist gibt uns Kraft, um Zeugen zu sein, Apostelgeschichte 1,8. Der Geist hilft uns beim Gebet, Römer 8,26. Immer wenn wir beten, betet er in uns, durch uns.
Der Geist wirkt geistliche Gaben in uns, 1. Korinther 12,7-11. Der Geist bewirkt seine Frucht in uns, Galater 5,22-23. Der Geist heiligt uns, 2. Thessalonicher 2,13. Der Geist erneuert unser Denken, Titus 3,5. Der Geist führt uns in die Freiheit, 2. Korinther 3,17. Der Geist stärkt unseren inneren Menschen, Epheser 3,16. Der Geist bewahrt uns im Glauben, Judas 20-21.

Die Einheit des göttlichen Handelns

Im Gegensatz zu der durchaus bedeutsamen Errettung des Jungen durch den Polizisten müssen wir sagen: Unsere Errettung ist von allen Rettungsgeschichten in der Geschichte die am längsten geplante gewesen. Sie ist die am präzisesten ausgeführte Errettung, denn jeder Tag des Wirkens Gottes war schon in seinem Buch niedergeschrieben, mit perfekter Präzision festgehalten und ausgeführt.
Unsere Rettung war auch die liebevollste von allen. Unsere Errettung war auch die schmerzhafteste von allen. Unsere Errettung ist auch die weitreichendste Errettung der Geschichte, denn sie hält an bis in Ewigkeit. Unsere Errettung ist, kurz gesagt, die herrlichste Errettung, die man sich nur wünschen kann, und wir haben diese Errettung erfahren. Sie ist unser. Er hat uns errettet.
Wenn David darüber staunt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?, dann können wir nur umso mehr staunen: Wer bin ich, dass du mir das schenkst und dich mir so zuwendest, Gott?
Insofern sehen wir die Dreieinigkeit im Heilsplan in ihren unterschiedlichen Rollen. So sagen Joel Beeke und Paul Smalley Folgendes: Das Evangelium ist im Wesentlichen trinitarisch. Jedes Mitglied der Dreifaltigkeit erfüllt eine unverzichtbare Funktion für unsere Erlösung. Ohne Gott, den Vater, gäbe es niemanden, der den Sohn und den Heiligen Geist in die Welt senden, das Opfer des Sohnes annehmen oder die vom Heiligen Geist bewegten Gebete der Erlösten erhören könnte. Ohne den Gehorsam und die Leiden des Sohnes Gottes könnte niemand Gottes Fluch entkommen oder Gottes Segen im Heiligen Geist genießen. Ohne das erneuernde Wirken und die innewohnende Gegenwart Gottes des Heiligen Geistes würde niemand von Christi Erlösungswerk profitieren oder die Gewissheit haben, mit Gott als sein Kind versöhnt zu sein. Ohne den göttlichen Geist könnte Gott nicht in den Herzen der Erlösten wohnen, um sie mit dem Vater und dem Sohn zu verbinden. Ohne die Dreifaltigkeit verschwindet das Evangelium.
Der Vater ist der Ursprung unseres Heils, der Sohn der Vollbringer und der Geist der Vollender.
Wir sehen aber nicht nur die unterschiedlichen Rollen im Heilsplan, im Evangelium, wir sehen auch die Einheit der Trinität. Und das ist der zweite Punkt: die Einheit der Trinität.
Opera Trinitatis ad extra sunt indivisa. Das ist ein ganz wichtiger Satz, auch wenn ihn keiner versteht, ich auch nicht. Aber es gibt ja Bücher, die uns das sonst übersetzen, gnädigerweise zumindest heutzutage. Früher wurden die lateinischen Begriffe einfach stehen gelassen, in der Erwartung, dass du sie verstehst. Egal, es bedeutet auf Deutsch: Die äußeren Werke der Dreieinigkeit sind ungeteilt.
Sie sind ungeteilt, gerade weil Gott ein Wesen ist und weil Gott in sich selbst verschlungen ist, eine Person in der anderen existiert, sozusagen Gott sich selbst durchdringt. So sehen wir es auch hier im Text: Da steht nicht, Gott tat das, Jesus tat dieses und der Heilige Geist tat jenes. Nein, ihr seht hier im Text eine Verbindung. Genau das, was ich gerade gesagt habe. Da heißt es: Er, Gott, hat uns errettet durch die Erneuerung des Heiligen Geistes durch Jesus Christus. Gott rettet durch den Geist, durch den Sohn.
Ein zweites Beispiel haben wir auch hier im Text. Es heißt nicht: Gott ist unser Retter und Jesus ist unser Opferlamm. Das wäre als Aussage richtig. Aber wir sehen hier zuerst: unser Retter Gott. So wird Gott der Vater adressiert. Und dann aber wird im Text in Vers 6 Jesus Christus unser Retter genannt. Der Vater ist der Retter, er rettet durch seinen Sohn, und Jesus ist unser Retter.
Das sehen wir auch an vielen anderen Schriftstellen. 2. Korinther 5,19: Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst. Gott war in Christus. Oder Jesus spricht in Johannes 14,17-18 vom Heiligen Geist, dass er ihn senden wird. Und dann sagt Jesus in Vers 18: Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch. Zuerst sagt er: Ich sende euch meinen Geist, weil ich zum Vater gehe. Und dann sagt er: Ich komme zu euch. Durch den Geist Gottes kommt Christus zu uns.
Oder Epheser 1,3-5: Dort heißt es nicht einfach, der Vater hat uns auserwählt, sondern in Christus hat er uns auserwählt. Und viele andere Stellen könnte man nennen. Und das ist super wichtig, ihr Lieben.
Wir sehen eine Einheit Gottes im Rettungsplan. Oder anders gesagt: Gott, Vater, Sohn und Geist waren sich von Ewigkeit her in jedem Moment perfekt einig in dem Wunsch und Willen, dich zu erretten.
Ich hatte eine Zeit lang Schwierigkeiten mit Gott, weil ich das missverstanden habe. Ich dachte wirklich, Gott ist eigentlich der Richter, der meine Sünden hasst, der auf mich als Sünder zornig ist und der mich verdammen würde, wenn dann nicht Jesus rechtzeitig zu meiner Hilfe springen und sich zwischen den Vater und mich stellen würde, damit der Vater mich dann ab jetzt wegen Jesus toleriert. Und das war für mich wirklich wie ein Gift, das meine Seele durchdrungen hat und mich teilweise davon abgehalten hat, überhaupt beten zu können. Ich dachte, der Vater will mich doch eigentlich nur aus dem Grund, weil Jesus mich rechtzeitig gerettet hat. Ansonsten hätte er mich in die Hölle geworfen.
Aber ihr Lieben, wir sehen hier in diesen Aussagen: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst. Und es heißt auch in Johannes 3,16: So sehr hat Gott, der Vater, die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab.
Das bedeutet: Der Vater liebt dich nicht, weil Christus für dich gestorben ist, sondern Christus ist für dich gestorben, weil der Vater dich liebt, seit jeher geliebt hat. Und das ist so befreiend. Dieser Gott ist sich völlig einig in dem Wunsch und Willen, dich zu retten, als sein Kind.

Die Herrlichkeit Gottes im Evangelium

Und damit komme ich zum letzten Punkt, dem dritten Punkt: das Evangelium und die Herrlichkeit der Trinität.
Es ist nicht nur so, dass Gott uns durch das Evangelium rettet. Es ist auch so, dass Gott sich selbst durch das Evangelium offenbart. Das sehen wir auch hier im Text. In Vers 4 heißt es ja nicht: Als aber Gott damit anfing, seine Güte und Menschenliebe sozusagen den Menschen zuzuwenden. Sondern es heißt hier: Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes erschien. Sie war also nur zuvor verborgen und ist dann erschienen. Sie war vorher schon da. Es gab da keinen bestimmten Punkt, an dem Gott anfing, uns zu lieben.
Diese Retterliebe ist also natürlich für Gott. Sie ist nicht von außen Gott auferlegt. Sie ist nichts, was seinem Wesen nicht entspricht, sondern seine Retterliebe und das Evangelium sind ein Ausdruck dessen, wer er ist. So heißt es, wie schon gesagt, in 1. Timotheus 1,11, da redet Paulus von dem Evangelium der Herrlichkeit des seligen Gottes. Es ist das Evangelium der Herrlichkeit Gottes. Sozusagen durch das Evangelium leuchtet die Herrlichkeit Gottes, also die Ausstrahlung dessen, wer er ist, hervor.
Oder in 2. Korinther 4,4: Da ist die Rede von dem Lichtglanz des Evangeliums, von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Ebenbild ist. Hier haben wir es übrigens wieder: Zuerst das Evangelium der Herrlichkeit Gottes, und hier ist die Rede von dem Evangelium der Herrlichkeit von Christus, der das Ebenbild oder das Bild Gottes ist. Das bedeutet: Unser Heil, das Evangelium, ist eine Ausstrahlung dessen, wer Gott in seinem tiefsten Innern ist. Und das ist zutiefst ermutigend.
Das ist zutiefst ermutigend. Das bedeutet, Gott musste sich nicht verbiegen, um dich zu retten. Das bedeutet, Gott musste sich nicht selbst beherrschen oder zusammenreißen, um dich zu retten.
Lass mich euch ein Beispiel aus dem Alltag geben: Wenn es zu Hause der Fall ist, dass der Müll voll ist, dann kann es sein, dass ich den Satz höre von meiner Frau: „Schatz, bringst du bitte den Papiermüll raus?“ Dann sage ich: „Okay.“ Aber dann, ein paar Minuten später: „Schatzi, der Biomülleimer ist auf und er stinkt, kannst du ihn auch rausbringen?“ Dann sage ich: „Okay, mhm, kann ich gerne machen.“ Und dann noch am selben Tag: „Du, Schatzi, Papier und gelbe Säcke werden morgen abgeholt, kannst du die bitte noch rausfahren?“ Und ich sage ...
Und die Sache ist die, und das will ich damit sagen: Müll rausbringen ist leider, muss ich gestehen, nicht ein Ausdruck meines innersten Wesens. Wenn es hart auf hart kommt und immer mehr Bitten an mich gerichtet werden, dann stelle ich eher fest, dass da ein innerer Unmut in mir wächst. Und der zeigt sich dann vielleicht irgendwann auch mal in einem Gesichtsausdruck, der nicht von der Liebe Christi zu seiner Braut geprägt ist.
Siehst du Gott manchmal so in seiner Haltung zu dir? Ich glaube, das würde unserem Gott schmerzen. Ich glaube, das wäre ein Unrecht gegenüber unserem wunderbaren Gott. Denn das Evangelium ist das Evangelium der Herrlichkeit Gottes. Und wenn Gott uns geliebt hat, als wir Sünder waren, wie viel leichter ist es ihm heute, da wir an seinen Sohn glauben und ihn bei aller Unvollkommenheit auch lieb haben, bei uns zu bleiben, uns treu zu sein, uns zu bewahren und letztendlich alles zu tun, was wir heute gehört haben.
Gottes letztendliches Ziel, mit dem allen, mündet in meinem persönlichen Lieblingsvers aus der Bibel. Wozu das alles letztendlich? Und wir können natürlich richtigerweise antworten: Zur Verherrlichung Gottes. Ja, das ist richtig. Aber wie wird Gott verherrlicht? Was betrachtet Gott als das maximale Sichtbarwerden seiner Vortrefflichkeit, Exzellenz und Schönheit?
Das sehen wir in Johannes 17 im letzten Vers. Dort betet Jesus vor seinen Jüngern und mit Blick auf seine Jünger sagt er: Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan, und ich werde ihn ihnen kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.
Kein Vers in der ganzen Bibel fordert mehr Glauben von mir ab als dieser, weil Jesus hier sagt: Das alles ist vollbracht, oder ich vollbringe es, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.
Wenn Gott ein seliger Gott ist, dann bedeutet das, dass Gott sich selbst genug ist. Sozusagen: Die Liebe, die Gott in sich hat, ist genug, um Gott zu füllen. Wenn wir nur einmal darüber nachdenken, was Menschen alles in dieser Welt haben können und dennoch unzufrieden sind, immer noch nicht erfüllt sind. Was können Menschen, diese kleinen Würmchen im Gegensatz zu Gott, was können die alles haben und sind dennoch quasi nicht erfüllt?
Was braucht es sozusagen, damit Gott selig ist, zur Fülle gebracht ist? Und es klingt banal, aber es fasziniert mich: Gott genügt sich selbst. Diese Liebe ist so füllend in der Gottheit, dass es im Wort Gottes heißt: Denn Gott ist die Liebe. Seine Liebe reicht genau so weit wie sein Wesen, denn er ist die Liebe. Und Jesus sagt hier: Damit diese Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.
Es ist, als würde Gott letztendlich uns hineinziehen wollen in dieses heilige, selige Leben der Dreieinigkeit. Er macht uns nicht zu Göttern. Wir werden keine Götter. Wir sind nicht geschaffen, um angebetet zu werden. Aber dieser Vers zeigt uns: Wir sind geschaffen, um mit der Liebe des dreieinigen Gottes geliebt zu werden.
Und ihr Lieben, das ist für mich die Garantie, dass seine Liebe ewig genug für mich sein wird. Wenn sie genug für ihn ist, der die Ewigkeit bewohnt, dann weiß ich, dass dieser Weg, dieser ewige Weg durch das herrliche Land der Dreieinigkeit im himmlischen Jerusalem, kein Ende haben wird. Um es mit Daniels Anfangsillustration zu sagen: Es wird immer einen noch größeren und noch herrlicheren Wasserfall dahinter geben, den wir entdecken dürfen.
Wenn Gott so ein Interesse und so eine Hingabe hat, mit uns zu sein, dann möchte ich mir aus dieser Betrachtung sagen: Warum bin ich denn so zögerlich darin, meinen Gott mehr kennenzulernen und mehr in ihn einzudringen durch das, was er mir in seinem Wort sagt und was er mir durch seinen Geist in mein Herz schreiben möchte? Warum gehe ich so wenig in meinem Kämmerlein auf die Knie und verharre dort mit der Bitte: Herr, lass mich dich erkennen, meine Seele dürstet nach dir, Herr, mehr von dir!
Lasst uns doch tun und so in der Anbetung unseres Gottes wachsen. Wenn Gott sich so sehr für dich hingegeben hat, dann wisse dich heute eingeladen, dich auch so in der Beziehung zu ihm hinzugeben. Amen.
Lasst uns aufstehen und gemeinsam beten:
Unser Vater, du hast uns durch Jesus Christus, deinen Sohn, durch die Waschung des Heiligen Geistes gerettet, und du hast nicht so wenig wie möglich getan, um uns zu retten. Sondern wir sehen, Herr, und wir können nur bekennen und bestätigen: Du hast alles gegeben, was es gibt. Vater, du hast deinen Sohn gegeben, um für uns zu sterben, und gibst uns nun deinen Geist, um in uns zu leben, dass er bei uns bleibe bis in Ewigkeit.
Mögen wir dich dafür rühmen, und möge dieser Blick auf dich und deine Liebe uns dahin ziehen, dass wir den innigsten Wunsch haben, deine Liebe zu erwidern, deine Liebe in diese Welt hinauszuspiegeln und auch da, wo nötig, mit jeder Sünde, mit jedem Kompromiss, der dich betrübt, augenblicklich zu brechen. Denn deine Liebe ist kostbarer als das Leben, und dafür danken wir dir. Amen.