Zum Inhalt

Richter 13, 1-25

Richter 13,1-2531.08.2014
SerieTeil 7 / 8Bielefeld 2014 - Das Buch der Richter
Simson ist stark – und doch scheitert er an seinen Blicken. Die eigentliche Frage: Wie bleibst du geistlich klar, wenn religiöse Weltlichkeit dich langsam einholt?

Einführung in die Gestalt des Richters

Wir möchten das Kapitel 13 im Richterbuch aufschlagen. Richter 13,1.
Wir wollen heute von Simson lernen, wir wollen uns aber auch von Simson warnen lassen. Ich darf am Anfang vier zusammenfassende Charakteristika, also vier Punkte über das Leben Simsons, sagen.
Erstens: Simson war ein außerordentlich begabter Richter, aber einer, der viel zu Fall kam. Er hatte übernatürliche Kraft. Viermal lesen wir, dass der Heilige Geist über ihn kam. Aber der Besitz geistlicher Gnadengaben ist keine Garantie dafür, dass wir einen heiligen Wandel an den Tag legen. Viele weniger Begabte können heiliger leben als Hochbegabte, als ein Hochbegabter wie Simson. Viele können disziplinierter leben und Christus ähnlicher werden als so Hochbegabte wie Simson. Eine Gnadengabe zu haben, ist also kein Schutz davor, dass wir fallen. Manchmal denken wir, wenn wir besonders begabt sind, dann seien wir auch gleich heilig. Das ist nicht der Fall. Auch bei den Korinthern war das nicht so. Dort gab es viele Gnadengaben, aber auch viele Mängel. Also: ein außerordentlich begabter Gläubiger, der aber fiel.
Zweitens: Simson war ein Befreier Israels, der aber die Knechtschaft Israels nicht beendete. Ein Befreier Israels, der Israel nicht wirklich von den Philistern befreite. Er endete selbst als Gefangener seiner Feinde, und als dieser Befreier starb, war Israel von den Philistern nicht weniger geknechtet als vorher, als er anfing. Es waren viele spektakuläre Feuerwerke, die Simson an den Tag legte, aber letztlich wurde doch nicht so viel erreicht.
Drittens: Simson war ein Starker, der eigentlich schwach war. Ein Starker, glänzend, stark wie die Sonne – so heißt sein Name. Der, der so stark ist wie die Sonne, der sonnengleiche Simson, hatte aber eine große Schwäche. Seine Schwäche waren seine Augen. Gestern haben wir von Jephtha gehört, der hatte eine Stärke und eine Schwäche zugleich, und das war sein Mund. Simson hatte eine riesengroße Schwäche, und das waren seine Augen. Er schielte mit seinen Augen nach den Frauen der Philister, und das war dann sein Verhängnis. Es mangelte ihm an Selbstbeherrschung, er hatte keine Kraft über seine eigenen Lüste. Wer will denn ernsthaft gegen die Philister kämpfen, wenn er in die Philisterinnen verliebt ist? Schon schwierig, oder? Wie wollen wir die Weltlichkeit bekämpfen, wenn wir in die Welt verliebt sind? Das geht nicht. Eines Tages wacht man dann auf und stellt fest, dass man an die Sünde gefesselt ist und keine Kraft mehr hat, loszukommen. Das war bei Simson so. Simson fällt genau in die Sünden, von denen er eigentlich Israel hätte befreien sollen. Die Israeliten, was haben sie gemacht? Sie haben sich mit Kanaaniterinnen verheiratet, mit Frauen fremder Völker, und die Frauen mit Männern fremder Völker. Und er selbst fällt genau in diese Sünden. Und die Frauen treiben ihn. Er lässt sich drängen und treiben von den Frauen, aber nicht zum Guten, wie das damals bei Othniel war mit seiner Frau, die ihn zum Guten gedrängt hat. Die Frauen werden ihm zum Verhängnis.
Viertens: Simson ist ein Wunder der Gnade Gottes. Man kann nur staunen, dass der Herr Simson so verwendet hat. Und manchmal denke ich mir, man kann eigentlich auch nur staunen, dass der Herr uns verwendet. Was wäre, wenn Gott warten würde, bis wir vollkommen sind? Dann gäbe es überhaupt niemanden, der im Reich Gottes dienen kann. Der Herr gebraucht unvollkommene Gefäße. Und wenn der Herr bereit ist, mich zu verwenden, wo ich doch so unvollkommen bin, wer bin ich, dass ich kritisieren könnte? Wer bin ich, dass ich Simsons Unvollkommenheit kritisieren könnte? Wer bin ich, dass ich Gott kritisieren könnte, dass er Simson in seiner Unvollkommenheit gebraucht hat? Das ist Gnade. Der Gott der Gnade gebraucht uns oft trotz unserer Fehler. Das sind hier Lektionen, die wir lernen können. Gleichzeitig ist das eine große Ermutigung. Oft ist man enttäuscht über sich selbst. Wenn man so auf sich selbst schaut, findet man so viele Fehler. Und wenn man dann vielleicht noch betet: Herr, zeige mir meine Fehler, dann wird es ganz schlimm. Dann zeigt uns der Herr unsere Fehler, und wir würden am liebsten im Boden versinken. Aber der Herr gebraucht uns trotz unserer Fehler, und das ist eine große Ermutigung.
Simson steht in Hebräer 11 unter den Glaubenshelden. Das habe ich schon erwähnt, am ersten Abend.
 Richter 13,1: Und die Söhne Israels taten weiter, was böse war in den Augen des Herrn, da gab sie der Herr vierzig Jahre in die Hand der Philister.

Das Volk unter dem Druck der Philister

Die Philister, ein bisschen etwas zu den Philistern: Die Philister waren ein Seevolk. Sie kamen also vom Meer her, vom Westen, an die Küste des israelitischen Landes. Sie kamen erst, nachdem Joshua die großen Kriege geschlagen hatte. Vorher waren sie nicht da. Als Joshua gegen die Kanaaniter kämpfte, gab es keine Philister. Die Philister kamen erst nachher.
Sie waren sehr zivilisiert. Ich muss sagen, damit ihr mich richtig versteht: Es gab schon ein paar ganz kleine Gruppen zur Zeit von Abraham. Da gab es ein paar Philister, aber das war eine unbedeutende Gruppe. Die eigentliche Macht der richtigen Philister kam viel später. Dort war Abimelech König, dieser Kleine bei Gaza und Ascalon usw. Aber die wirklich bedeutende Gruppe der Philister kam also viel später.
Das war ein zivilisiertes Volk, sie hatten eine eigene Haartracht. Und sie drangen mehr und mehr ins Landesinnere ein. Sie kamen von der Küste her und drangen mehr und mehr in den Osten vor. Schließlich gaben sie diesem Land den Namen, den es heute noch hat: Palästina, Philisterland.
Diese Philister werden hier ganz besonders gekennzeichnet in diesem Abschnitt. Wir werden das immer wieder lesen, auch bei David immer wieder. Wie heißen die Philister? Das sind die Unbeschnittenen. So heißen sie: die unbeschnittenen Philister. Die Ammoniter nicht, und die Moabiter waren auch unbeschnitten, aber sie werden nicht unbeschnitten genannt. Das ist interessant für uns, und das ist wichtig, weil das etwas von den Philistern kennzeichnet. Das hilft uns auch zu sehen, was das für ein Feind ist.
Wir haben ja gesagt, wir wollen im Buch der Richter auch finden: Wo sind unsere Feinde? Diese Philister waren religiöse Leute, aber unbeschnitten. Viele Völker praktizierten die Beschneidung in jener Zeit, aber in Israel war die Beschneidung von ganz besonderer Bedeutung. Israel gab diesem Ritus die Bedeutung, dass Gott hier einen Bund mit Israel geschlossen hat. Wir haben schon davon gesprochen: Nicht durch Fleisch, nicht durch eigene Kraft, nicht durch eigene Weisheit sollen die Nachkommen kommen.
Die Beschneidung war ein Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens. Abraham glaubte Gott, und Gott rechnete es ihm zur Gerechtigkeit. Und als Siegel der Gerechtigkeit empfing er das Zeichen der Beschneidung. Gott machte einen Bund mit Abraham und mit seinen Nachkommen. Und sie wandelten dann alle in den Fußstapfen ihres Vaters Abraham, sie wandelten im Glauben.
So war also die Beschneidung ein ganz wichtiges Zeichen: Gott rechtfertigt aus Glauben, nicht aus eigener Kraft, nicht aus eigener Gerechtigkeit. Gott ist es, der aus dem Tod das Leben schafft. Gott bringt eine Bundesbeziehung. Der Bund besteht aus Gnade mit seinem Volk. Es ist ein Gnadenbund, ein Verheißungsbund mit Abraham. Er hat dem Abraham etwas verheißt, rein aus Gnade. Und die Philister werden jetzt Unbeschnittene genannt. Warum? Nun, sie hatten keine Glaubenserfahrung, keine persönliche Glaubenserfahrung mit Gott. Sie waren fremd dem Leben Gottes, sie waren fremd hinsichtlich der Verheißung. Also sie hatten keine Verheißungen, waren nicht in diesem Verheißungsbund mit Abraham. Sie standen außerhalb des Bundesgottes.
Aber sie waren sehr, sehr religiös. Oh, die hatten ihren Gott Dagon, der schaute aus wie ein Fisch. Kennt ihr den Dagon? Die Israeliten staunten, dass die Philister einen Götzen anbeten. Der Götze sah aus wie ein Fisch, und die Philister haben einen Fisch angebetet, also aus Stein natürlich gebaut. Und ganz religiös waren sie, aber sie waren nicht wiedergeboren. Das Wichtigste, das Eigentliche, fehlte ihnen.
Und es ist eine große Gefahr, wenn die Philister langsam so heranrücken, vom Westen her und gegen Osten, und das Land mehr und mehr durchdringen. Genau das wollten sie. Sie wollten das heilige Land durchdringen, bis das ganze Land Philisterland heißt, Palästina, bis man keinen Unterschied mehr merkt zwischen dem Volk Gottes und den Philistern. Die hatten kein Problem damit, Israelitinnen zu heiraten. Kein Problem: Wir vermischen uns mit den Israeliten und kriegen sie so auf unsere Seite.
Nun, diese Gefahr gibt es immer schon im Christentum auch. Schon sehr früh im Christentum gab es diese Gefahr, dass sich unbemerkt Christen mit dem heidnischen, weltlichen, religiösen Weltlichen vermischen. Die erste Generation, die ist aus dem Wort Gottes geboren, die ist wiedergeboren, die kennt den Herrn aus eigener Erfahrung. Die zweite Generation, die ist noch religiös und brav. Und die dritte Generation nicht mehr so, die vermischt sich ganz mit der Welt. Der Tod schleicht sich ein, keine lebendige Beziehung mit Gott mehr. Das ist die Bedeutung hier der Philister: die Gefahr, hier ist der Feind eine religiöse Weltlichkeit, die sich einschleicht und das Volk Gottes unbemerkt mehr und mehr und mehr durchdringt. Fleischliche Religion könnten wir sagen, fleischliche Religion.
In Philipper 3,2 da lesen wir, dass Paulus sagt zu den Christen dort in Philippi: Gebt Acht auf die Hunde, gebt Acht auf die bösen Arbeiter, gebt Acht auf die Zerschneidung. Denn wir sind die wahre Beschneidung, die wir im Geist Gott in Verehrung dienen und uns in Christus Jesus rühmen und unser Vertrauen nicht auf Fleisch setzen.
In Jeremia 9 haben wir einen interessanten ähnlichen Vers über das Fleisch und über diese fleischliche Religion. Jeremia 9,22. Ich lese das vor: So spricht der Herr: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen, Einsicht zu haben und mich zu kennen, dass ich der Herr bin, der Gnade und Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen, spricht der Herr.
Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da werde ich alle, die an der Vorhaut beschnitten sind, heimsuchen: Ägypten, Juda, Edom, die Söhne Ammon und Moab und alle mit geschorenen Haarrändern, das sind die Philister, mit geschorenen Haarenden, die in der Wüste wohnen. Denn alle Völker sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel hat ein unbeschnittenes Herz.
Merkt ihr etwas? Da haben die Israeliten zwar die Beschneidung, aber hier sind die Israeliten schon so weit abgefallen, dass sie äußerlich noch beschnitten waren, aber das Herz war nicht mehr beschnitten. Da war die Welt so weit in Israel eingedrungen, dass Gott hier ein Gericht sprechen musste.
Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, sondern dass er mich kennt. Darum geht es: persönlich den Herrn kennen. Also die Beschneidung ist ein Zeichen für die, die sich nicht auf Menschen verlassen, die sich nicht auf menschliche Kraft verlassen, sich nicht auf menschliche Religion verlassen, sich nicht auf menschliche Möglichkeiten verlassen, sondern die ihr ganzes Vertrauen auf den Herrn setzen. Der ist unsere Gerechtigkeit, der Herr. Er ist unsere Rettung, für ihn allein.

Die religiöse Welt als eigentlicher Gegner

Darf ich noch etwas über die Philister erzählen? Die Philister kämpften ja weiterhin gegen die Israeliten. Und da gab es wieder einmal eine Schlacht, in 1. Samuel 4, zwischen den Israeliten und den Philistern. Die Israeliten dachten sich: Ha! Wir nehmen die Bundeslade mit in den Kampf.
Die Bundeslade, in der die Gesetztafeln Gottes waren, also die zehn Gebote, die nahmen sie auf die Schulter. Die Priester gingen mit der Bundeslade in den Krieg. Und sie haben offenbar abergläubisch gedacht: Wenn die Bundeslade dabei ist, dann werden wir die Philister sicher besiegen. Was soll das? Ich denke mir, Gott muss gedacht haben: Was macht ihr da? Was macht ihr da? Er sollte gegen die Philister kämpfen, und er nimmt die Bundeslade mit in den Kampf?
Sie dachten, das sei ein guter Talisman, ein gutes Mittel, so ein Symbol, das uns hilft, wenn wir im Krieg sind. Das war Aberglaube, religiöser Aberglaube. Die Israeliten nahmen also die Bundeslade mit. Und was geschieht? Gott gibt den Philistern den Sieg. Gott lässt es zu, dass die Philister die Israeliten besiegen, weil sie nicht auf Gott vertraut haben, sondern auf die Bundeslade im Kampf.
Und dann ist die Bundeslade in den Händen der Philister. Tja, aber weil die Bundeslade in den Händen der Philister war und weil die Bundeslade ein Symbol für den lebendigen Gott war, stand der Ruf Gottes auf dem Spiel. Jetzt achtete Gott darauf, dass sein Ruf nicht geschädigt wird.
Und was war jetzt? Jetzt stellten die Philister die Bundeslade in ihrem Tempel auf. Und im Tempel war der Fisch, der Dagon, dieser Götzenfisch. Da steht also die Bundeslade, und da steht der Götzenfisch. Und am nächsten Morgen stehen die Leute auf, gehen in den Tempel, und was sehen sie? Da liegt der Fisch Dagon kaputt vor der Bundeslade.
Gott wollte zeigen, wer der wahre Gott ist. Nicht der Dagon, sondern der Gott, der für die Bundeslade steht, der Gott der Israeliten. Na, was soll man machen, wenn der Gott hingefallen ist, wenn dein Gott hingefallen ist und am Boden liegt, kaputt? Was machen wir da?
Die Philister dachten mit ihrer menschlichen Kraft: Kein Problem. Sie setzten alle Kräfte ein, alle religiösen Kräfte, die sie nur hatten, und hoben den Fisch, ihren Gott, wieder auf. Sie flickten ihn wieder zusammen und stellten ihn erneut hin, mit ihrer menschlichen Weisheit und mit ihrer menschlichen Kraft. Dann stand der Götzenfisch wieder da. Dann warfen sie sich wieder hin, verehrten ihn, huldigten ihm und beteten ihn an. Danach gingen sie wieder nach Hause.
Am nächsten Morgen kommen sie wieder in den Tempel, und da liegt ihr Gott schon wieder am Boden. Und diesmal ohne Kopf, kopflos und ohne Hände. Dieser Fisch hatte nämlich Hände. Jetzt liegt der Gott aber ohne Kopf und ohne Hände da. Was soll man machen, wenn jemand, wenn ein Gott ohne Kopf und ohne Hände am Boden liegt? Na ja, dann haben sie wieder ihre Hände und ihr Hirn benutzt und dem Gott erneut aufgeholfen. Sie haben ihn wieder zusammengeflickt. Dann haben sie ihn wieder hingestellt, und dann haben sie sich wieder vor ihm verneigt, ihn gehuldigt und angebetet. Und dann gingen sie wieder nach Hause.
Was ist das? Das ist Religion. Das ist Religion. Man macht mit eigener Kraft und mit eigener Weisheit seinen Gott so zurecht, wie er einem passt. Und diesen Gott betet man an.
Ich kenne eine Frau, die uns gesagt hat: Ja, ich bin auch religiös, ich bin auch Christ. Da habe ich gesagt: So, ja. Da sagt sie: Ja, mein Gott, der wohnt auch in mir. Da sage ich: Aha, ja, der wohnt in mir. Was ist das für ein Gott? Da sagt sie: Ja, das ist mein Gott, ich weiß, wie Gott ist, das ist einfach so Gott, wie ich ihn mir vorstelle. Die hat sich ihren eigenen Gott gebastelt, und diesen eigenen Gott hat sie angebetet. Das war aber ein Götze, und sie hat es nicht gemerkt. Sie hat gemeint, sie sei auch Christ, aber sie war gar kein Christ.
Die Religion der Philister war letztlich eine Anbetung des Menschen und seiner Weisheit und seiner Kraft. Und das waren die Feinde der Israeliten, die hier kamen. Die schwere Lektion für die Philister: Die Philister waren es, die große Sachen hervorgebracht haben. Die Philister waren sehr stark. Und es gab sogar sehr starke Leute, sie haben die größten Menschen hervorgebracht, die es damals gab.
Da gab es einen Mann, der war drei Meter groß, der hieß Goliath. Er war auch ein Philister, und stark war er auch. Die größten Menschen, die je den israelitischen Boden betreten hatten, waren Philister. Und der König Saul, der war auch groß. König Saul war einen Kopf größer als alle anderen Israeliten. Und die Israeliten dachten sich: So müssen wir einen König machen. Ein Mann, der größer ist als wir alle. Sie sahen die Körpergröße von Saul und sagten: Das ist ein richtiger König, ja.
Aber dann sah Saul den Goliath, und dann fing Saul zu zittern an. Saul meinte, er sei ein Großer. Aber welcher Große steht da vor mir, mit dem Riesenhelm? Und welches riesige Hirn unter diesem riesigen Helm?
Und weil das die Philosophie der Philister war, große Kraft, große Weisheit, deshalb war ihnen Simson ein Rätsel. Denn Simson war nicht wie Goliath. Simson war kein Riese, das war ein ganz normaler Israelit. Aber der war so stark. Wo hatte denn Simson seine Kraft her? Das war das große Rätsel der Philister.
Gerade diese religiösen Philister, die so die Kraft anbeteten und die Weisheit, die standen hier vor einem Rätsel. Er hat eine Kraft, die man nicht verstehen kann. Worin liegt das Geheimnis dieser Kraft? Sie wollten unbedingt das Geheimnis der Kraft herausfinden, und deshalb mussten sie alle Tricks anwenden, um nur darauf zu kommen, wo das Geheimnis der Kraft von Simson liegt. Warum wollten sie das wissen? Um diese Kraft zu besiegen.
Der nicht wiedergeborene Mensch ist eigenartig. Er glaubt nicht an die übernatürliche Kraft Gottes. Und wenn er sie irgendwo sieht, dann möchte er sie besiegen, dann möchte er sie zerstören. Um alles in der Welt muss die übernatürliche Kraft Gottes zum Stillstand gebracht werden. Deshalb ist die Geschichte von Simson und den Philistern so wichtig.

Die Geburt und Weihe des Befreiers

Wir wollen jetzt lesen: Es war ein Mann aus Zorha, vom Geschlecht der Daniter. Sein Name war Manoah, und seine Frau war unfruchtbar und gebar nicht.
Tja, das war eine große Not in dieser Familie. Wenn eine israelitische Frau kein Kind bekommt, war das furchtbar. Die Frauen wollten das Volk Gottes vermehren, und sie wollten viele Kinder haben. Und diese Frau hatte kein Kind. Das war eine große Not.
Vers 3: Und der Engel des Herrn erschien der Frau und sagte zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast nicht geboren, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
Jetzt kommt Gott selbst herab in der Form dieses Engels des Herrn, und er beginnt jetzt die Vorbereitung zur Erziehung des zukünftigen Befreiers Israels aus der Hand der Philister. Dieser Mann, der hier jetzt geboren werden sollte, der sollte die Philister herausfordern. Der sollte eine übernatürliche Kraft Gottes kennenlernen und haben. Denn wie sonst kann man die Philister besiegen, wenn nicht durch übernatürliche Kraft? Die Philister kann man nur besiegen durch übernatürliche Kraft. Die religiöse Welt kann man nur besiegen durch ein Offenbaren der übernatürlichen Realität Gottes. Wenn du mit einem religiösen Menschen zu tun hast, wirst du ihn nur überzeugen, wenn du ihm etwas zeigen kannst von der übernatürlichen Realität der Kraft Gottes in deinem Leben.
Vers 4: Und nun hüte dich und trink weder Wein noch starkes Getränk und iss nichts Unreines.
Also, der Engel des Herrn erscheint der Frau von Manoah und sagt ihr, sie soll nichts Unreines essen. Wahrscheinlich ist er deshalb der Frau erschienen, weil sie die Frau ist. Die Hauptaufgabe der Frau war, sich jetzt zu bewahren, denn dieses Kind, das sie bekommen wird, sollte ein Gottgeweihter sein von Geburt an. Die Gottgeweihten in Israel hießen Nasir, Nasiräer. Und die Nasiräer durften keinen Wein trinken, keine Trauben essen, keine Rosinen essen. Die durften nichts Unreines anrühren. Die durften auch keine Toten anrühren, keine Knochen anrühren. Die waren ganz besonders für Gott geweiht. Da gab es ganz bestimmte Gesetze für diese Gottgeweihten, die Nasiräer. Und der Engel erklärt der Mutter, bevor sie das Kind noch bekommt, was sie zu tun hat.
Nun, dieses Gottgeweihtsein, das heißt, Gott sagt: Dieses Kind, das ich dir geben werde, wird ein Kind sein, das lassen wir unberührt. Das Nasir-Gelübde gab es bei den Israeliten, dass man ein Gelübde ablegt, dass man sich dem Herrn weiht. Das war auch so. Man ist ein Zeichen der Hingabe an den Herrn und sagt: Herr, nur für dich soll ich da sein. Aber bei diesem Simson sollte das von Geburt an sein. Übernatürliche Kraft des Heiligen Geistes sollte er bekommen, und das erfordert eine besondere Weihe an Gott. Das heißt, dass man sich ganz besonders Gott hingibt. Und das sollte mit Simson geschehen.
Also, lange bevor er schon geboren wird, wird gesagt: Dieses Kind, das hier geboren wird, wird unberührt bleiben. Unberührt von einer Schere. Die Schere, man hatte schon Scheren damals und konnte Haare schneiden. Bei den Männern hat man die Haare geschnitten. Das hat Gott so gewollt. Bei Frauen hat man das nicht gemacht, aber bei Männern, bei den Nasiräern, bei denen, die von Gott geweiht waren, wurden die Haare nicht geschnitten. Warum? Unberührt von Menschen sollen sie bleiben. Und auch die Haare sind ein Zeichen der Unberührtheit der Natur, unberührt von menschlichen Mitteln, von menschlicher Kraft. Nur Gott soll an diesem wirken dürfen. Deshalb das Zeichen der langen Haare. Kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen. Keine menschliche Kraftanstrengung darf sich in diesen Menschen einmischen. Er muss naturbelassen bleiben. Hände weg, sein Haar soll nur für Gott wachsen!
Wenn man damals zu jener Zeit ein Gelübde ablegte, hat man in der Zeit, wo man das Gelübde hatte, die Haare wachsen lassen. Wenn das Gelübde fertig war, dann hat man die Haare geschnitten. Bei Simson sollte es aber nie fertig sein. Der sollte sein ganzes Leben lang ein Gottgeweihter bleiben. Das heißt, die Haare sollten sein ganzes Leben lang wachsen und nie abgeschnitten werden, im Gegensatz zu den fleischlichen Philistern, die alle kurze Haare hatten, diese Unbeschnittenen mit ihrer menschlichen Weisheit und mit ihrer menschlichen Kraft.
Ja, das ist interessant, hier können wir etwas lernen. Wenn wir dem Herrn dienen, dem Herrn Jesus heute, wir haben nicht dieses Nasir-Gelübde, wir machen das nicht. Aber wir haben eine geistliche Hingabe. Das heißt, Gott will jedem Gläubigen sagen: Du sollst mir von deiner Wiedergeburt an gehören, nur mir alleine, ganz mir geweiht. Nichts aus eigener Kraft, nichts aus eigener Weisheit, nur das, was ich durch dich wirke, das wird Ewigkeitswert haben. Daher hat Jesus gesagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun, nichts, was für die Ewigkeit Wert hat. Er sagt: Ihr solltet mir ganz gehören, so wie Simson. Dann werde ich meine Kraft durch euch wirksam werden lassen. Wenn ihr nicht mit eigener menschlicher Weisheit und menschlicher Kraft da hinein pusht, dann werde ich durch euch wirken können.
Vers 5: Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen; denn ein Nasir Gottes soll der Knabe sein von Mutterleibe an, und er wird anfangen, Israel aus der Hand der Philister zu retten.
Hier heißt es: Er wird anfangen. Erwarten wir nicht zu viel von Simson. Er wird nur anfangen, die Israeliten aus der Hand der Philister zu retten. Er wird es nicht vollenden. Nur beginnen. Viele Jahre später sollte einer kommen, der sollte die Philister besiegen: David. Nicht nur den Goliath, alle Philister. David, 2. Samuel 8,1: Und es geschah, da schlug David die Philister und demütigte sie, und David nahm die Zügel der Herrschaft aus der Hand der Philister. 2. Samuel 8,1.
Ja, aber Simson begann. Simson begann mit der Befreiung, zum Unterschied. Mit der Befreiung aus der Hand der Philister.
Hier könnten wir vielleicht ein bisschen eine Pause machen. Vielen Dank.

Die Reaktion des Vaters und die Begegnung mit dem Geheimnisvollen

Vers 6, Richter 13,6
Und die Frau kam und sagte zu ihrem Mann: Ein Mann Gottes ist zu mir gekommen, und sein Aussehen war wie das Aussehen eines Engels Gottes, sehr furchtgebietend. Und ich habe ihn nicht gefragt, woher er sei, und seinen Namen hat er mir auch nicht gesagt. Er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Und nun trinke weder Wein noch starkes Getränk und iss nichts Unreines, denn ein Nasir Gottes soll der Knabe sein von Mutterleib an bis zum Tag seines Todes.
Da flehte Manoah zu dem Herrn und sagte: Bitte, mein Herr, der Mann Gottes, den du gesandt hast, möge bitte wieder zu uns kommen und uns lehren, was wir tun sollen mit dem Knaben, der geboren werden soll. Manoah ist demütig genug zu beten: Herr, zeige es mir auch. Er war ein guter Vater, ein guter Leiter seiner Familie. Er musste wissen, was in seiner Familie vor sich geht, und er bittet den Herrn: Herr, wenn du meiner Frau erschienen bist und ihr das gesagt hast, sag es mir auch.
Und Gott hörte. Vers 9: Und Gott erhörte die Stimme Manoas, und der Bote Gottes kam wieder zu der Frau, als sie auf dem Felde saß. Und Manoah, ihr Mann, war nicht bei ihr. Da eilte die Frau und lief und berichtete es ihrem Mann. Und sie sagte zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der an jenem Tag zu mir gekommen ist. Und Manoah machte sich auf und ging seiner Frau nach, und er kam zu dem Mann und sagte zu ihm: Bist du der Mann, der zu der Frau geredet hat? Und er sagte: Ich bin es.
Und Manoah sagte: Wenn nun dein Wort eintrifft, was soll die Weise des Knaben sein und sein Tun? Und der Engel des Herrn sagte zu Manoah: Von allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich enthalten. Von allem, was vom Weinstock kommt, soll sie nicht essen, und Wein und starkes Getränk soll sie nicht trinken, und aller Art Unreines soll sie nicht essen. Alles, was ich ihr geboten habe, soll sie halten.
Manoah sagte zu dem Engel des Herrn: Dürften wir dich bitte aufhalten und vor dir ein Ziegenböcklein zubereiten? Und der Engel des Herrn sagte zu Manoah: Wenn du mich auch aufhieltest, ich würde nicht von deinem Brot essen. Willst du aber ein Brandopfer opfern, so opfere es dem Herrn. Denn Manoah wusste nicht, dass es der Engel des Herrn war.
Und Manoah sagte zu dem Engel des Herrn: Wie ist dein Name, dass wir dich ehren, wenn dein Wort eintrifft? Also Manoah möchte hier den Namen des Engels erfahren, den Namen dieser wunderbaren, interessanten Person. Der Name steht immer für das Wesen, der Name steht für die Person. Er fragt damit also: Was bist du für ein Wesen? Was bist du für eine Person? Erklär mir das, zeig dich mehr, ich möchte dich kennenlernen. Er ahnte etwas von dem Göttlichen an dieser Person, aber erkannte sie nicht.
Vers 18: Und der Engel des Herrn sagte zu ihm: Warum fragst du nach meinem Namen? Er ist ja wunderbar. Man könnte auch übersetzen: Er ist ja außergewöhnlich. Ja, wie hätte der Engel des Herrn Manoah die Geheimnisse Gottes, der Person Gottes, erklären können? Das kann man nicht. Gott kann diesem Menschen sein Wesen nicht kundtun. Das ist etwas Geheimnisvolles, etwas Wunderbares. Wunderbar, sein Name heißt wunderbar. In Jesaja 9 lesen wir auch davon. Dadurch wird ausgedrückt, dass er weit über dem menschlichen Wesen steht. Wunderbar ist nur Gott.
Vers 19: Da nahm Manoah das Ziegenböcklein und das Speisopfer und opferte es dem Herrn auf dem Felsen. Er aber handelte wunderbar, und Manoah und seine Frau sahen zu. Er tat ein Wunder. Vers 20: Es geschah, als die Flamme vom Altar zum Himmel emporstieg, da fuhr der Engel des Herrn in der Flamme des Altars hinauf. Also vor den Augen von Manoah und seiner Frau fährt der Engel in der Flamme hinauf. Und jetzt wissen sie alles: Das ist niemand anderer als der Engel des Herrn gewesen. Sie sahen es, sie sahen die Kraft des übernatürlichen Gottes, die Kraft dieser herrlichen Person.
Ja, und es geschah, als die Flamme vom Altar zum Himmel emporstieg, da fuhr der Engel des Herrn in der Flamme des Altars hinauf. Und Manoah und seine Frau sahen zu und fielen auf ihr Angesicht zur Erde. Und der Engel des Herrn erschien Manoah und seiner Frau hinfort nicht mehr. Da erkannte Manoah, dass es der Engel des Herrn war. Ja, jetzt erst hat er es erkannt. Die Männer sind manchmal ein bisschen langsamer als die Frau, und die Frau hatte es vorher schon gesagt, dass es ein Mann Gottes war, dass es eine besondere Gottesperson war.
Vers 22: Und Manoah sagte zu seiner Frau: Wir werden gewisslich sterben, denn wir haben Gott gesehen. Nun, die Frauen sind manchmal ein bisschen logischer im Denken als die Männer. Manoah meint, er müsse jetzt sterben, weil er Gott gesehen hat. Aber da denkt die Frau nach: Das kann nicht sein, das kann nicht sein, das ist nicht logisch.
Vers 23: Seine Frau sagt zu ihm: Wenn es dem Herrn gefallen hätte, uns zu töten, dann hätte er nicht ein Brandopfer und ein Speisopfer aus unserer Hand angenommen, und er hätte uns dieses alles nicht gezeigt, noch uns zu jener Zeit dergleichen vernehmen lassen. Also hat seine Frau hier erstaunliche Einsicht, geistliche Einsicht. Dann hätte er unser Opfer nicht angenommen, wenn er uns getötet hätte. Geschwister, ich bin so froh, dass Gott das Opfer angenommen hat. Der alte Gott, der Herr Jesus, hat sich einmal für uns geopfert, und Gott hat sein Opfer angenommen, damit wir nicht sterben müssen in der Gegenwart Gottes. Gott selbst hat ein Opfer gebracht, denn der Herr Jesus hat an unserer Stelle das Opfer gebracht, damit wir frei ausgehen können.
Nun hier: Die Frau denkt sehr logisch. Vers 24: Und die Frau gebar einen Sohn, und sie nannte seinen Namen Simson. Sonnengleich, sonnig, glänzend, das heißt stark. Simson heißt stark wie die Sonne. Können Sie sich erinnern an Kapitel 5, den letzten Vers? Die Gottliebenden werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Kraft, stark wie die Sonne. Hier haben wir den Simson, stark wie die Sonne. Sie nannte seinen Namen Simson, und der Knabe wuchs heran, und der Herr segnete ihn.
Vers 25: Und der Geist des Herrn fing an, ihn zu treiben. Hier lesen wir zum ersten Mal vom Geist des Herrn. Hier sehen wir: Die Kraft, aus der Simson lebt, ist die Kraft des Geistes Gottes, die übernatürliche Kraft Gottes. Der Geist des Herrn fing an, ihn zu treiben, in Manachredan im Lagadan, dort zwischen Zorha und Eshtaol. Das ist im Süden. Damals waren die Daniten noch im Süden, später sind sie ja dann hinaufgezogen in den Norden. Und Simson ging nach Timna hinab, und er sah in Timna eine Frau von den Töchtern der Philister.
Ja, jetzt beginnt es mit Simson, jetzt beginnt das Elend. Als junger Mann hat er sich vom Heiligen Geist leiten lassen, und jetzt wird er ein bisschen älter und interessiert sich für die Frauen der Philister. Jetzt lässt er sich von den Frauen treiben, eigentlich lässt er sich von seinen Augen treiben, von seinen begehrlichen Augen. Die schönen Philisterinnen, das hat ihn innerlich gepackt, die schönen Philisterinnen.
Wir dürfen uns hier an dieser Stelle fragen, wir wollen ja viel lernen aus diesen Kapiteln: Wovon lasse ich mich treiben? Von dem Äußeren? Von den schönen Philisterinnen dieser Welt? Man muss vorsichtig sein, wenn man sich in die Philisterinnen dieser Welt verliebt. In der Bibel steht: Wundert euch nicht, wenn die Welt euch hasst. Das Wesen der Welt ist, wir haben von dem System der Welt schon gesprochen, am zweiten Abend, das Wesen der Welt ist, dass die Welt das Übernatürliche hasst. Johannes sagt in 1. Johannes 3,13: Wundert euch nicht, wenn die Welt euch hasst.
Ich möchte mich nicht in jemanden verlieben, der mich hasst. Das ist eine gefährliche Sache, oder? Wenn man sich verliebt in jemanden, der einen hasst, der könnte einen eines Nachts packen und fesseln und rufen: Viel ist da über dir, Simson!

Erste Taten und die innere Spannung seines Lebens

Kapitel 14 und 15 lesen wir sechs grosse Taten von Simson. Darf ich sie hier nennen?
In Kapitel 14 haben wir zuerst den Sieg über den Löwen, Verse 1 bis 9. Da lesen wir in Vers 6: Der Geist des Herrn kam über ihn. Also, das war eine gute Sache. Der Heilige Geist hat mit seiner Kraft den Löwen besiegt.
Zweitens werden 30 Philister besiegt. Sie müssen ihre Feierkleider abgeben, die Simson ihnen abgenommen hat. Das steht in Vers 19, also in den Versen 10 bis 20 in Kapitel 14. Da steht in Vers 19: Der Geist des Herrn kam über ihn. Auch das war eine gute Sache. Der Geist des Herrn ist dabei.
Drittens, Kapitel 15, Verse 1 bis 5: Da verbrennt er aus Rache an den Philistern, die ihm die Frau weggenommen haben, ein Feld mit Füchsen. Er jagt die Füchse durch das Feld, und das ganze Feld brennt. Da steht nichts davon, dass der Geist über ihm kam. Kein Geist ist erwähnt. Das war nicht vom Geist.
Viertens, in den Versen 6 bis 8 in Kapitel 15 rächt er sich für die Verbrennung seiner Frau und seiner Schwiegereltern. Er tut einen grossen Schlag gegen die Philister. Aber es steht nirgends, dass der Geist Gottes über ihm kam. Also war auch das nicht aus dem Geist.
Fünftens, in den Versen 9 bis 20 in Kapitel 15 zerreisst er die Stricke und hat dann einen Sieg über tausend Philister mit einem Eselskinnbacken. Mit so einem Knochen von einem Esel, mit einem Kinnbackenknochen, schlägt er tausend Philister. Und da lesen wir in Vers 14: Der Geist Gottes kam über ihn. Das war so im Geist, das war gut, ein grosser Sieg, tausend Philister besiegt.
Sechstens, in Kapitel 16, Verse 1 bis 3, reisst er das Stadttor von Gaza aus, weil ihn die Philister dort in der Stadt eingesperrt haben. Dann nimmt er einfach die Stadtpfosten und reisst sie aus. Er trägt sie ein Stück weiter auf den Berg hinauf. Da steht aber nichts davon, dass der Geist Gottes über ihm kam. Das war auch nicht aus dem Geist.
Dreimal lesen wir: Der Geist Gottes kam über ihn, in diesen Kapiteln 14 und 15. Und dreimal lesen wir gar nichts von dem Geist Gottes. Da tut er etwas aus sich selbst heraus, aus eigenem Antrieb, nicht aus der Führung Gottes.
Simson hatte zwei Besonderheiten. Erstens hatte er eine besondere Kraft, und zweitens hatte er ein besonderes Geheimnis. Wir werden uns heute Nachmittag noch näher damit befassen. Er hatte eine besondere Kraft und ein besonderes Geheimnis. Und beide Dinge, die Kraft und das Geheimnis, hängen zusammen. Das Geheimnis war, dass er niemandem gesagt hat, woher die Kraft kommt.
Die besondere Kraft war im Gegensatz zu der fleischlichen Kraft der Philister. Und das besondere Geheimnis war im Gegensatz zu der fleischlichen Weisheit der Philister. Er wusste etwas, was die Philister nicht wussten. Einmal hat er ihnen ein Rätsel aufgegeben. Er hat gesagt: Ich weiss etwas, was ihr nicht wisst. Ein Rätsel. Und sie konnten das Rätsel nicht lösen, bis sie eine Frau, seine Frau, die er gerade geheiratet hatte, betörten, überredeten, bedrängten und bedrohten. Die Frau hat dann versucht, Simson dieses Geheimnis, dieses Rätsel, zu entlocken. Und sie hat es geschafft. Er hat ihr das Rätsel gesagt, und sie hat es den Philistern weitergesagt.
Da hat man schon gemerkt: Das ist eine grosse Schwäche im Leben von Simson. Ja, und später war da noch das grosse Geheimnis: Woher hat er die Kraft? Woher kommt diese Kraft?
Zu jener Zeit bestand also die Gefahr, dass die Philister unbemerkt die Israeliten durchdringen, mit ihrer höheren Kultur, ihrer höheren Technologie und ihrer höheren Weisheit, bis das ganze Land von den Philistern regiert wird. Das war ihr Ziel. So würde dann kein Unterschied mehr bestehen zwischen Gottesvolk und der Welt.
Das ist interessant, die Parallelen zu heute sind frappierend. Wir leben heute auch in einer Zeit, in der es dem Feind gelingt, weltliches Denken ganz leise einzuschleusen unter die Gläubigen, unter die Kreise der Gläubigen, bis die Gläubigen weltlich denken. So wie die Philister schon religiös waren, klar religiös, ganz religiös, aber nicht mehr mit der übernatürlichen Kraft Gottes rechneten.
Das Erste, das unter Christen verloren geht, ist diese Sensibilität für die übernatürliche Kraft Gottes. Was uns von der weltlichen Kraft und Weisheit unterscheidet, das ist die göttliche Kraft und die göttliche Weisheit. Die Kraft des Heiligen Geistes und die Weisheit des Heiligen Geistes.
Israel hatte es nötig, etwas mehr von dieser Macht zu erfahren. Und durch Simson sollte das zutage treten. Durch Simson sollte gezeigt werden, dass etwas von der göttlichen, übernatürlichen Kraft und Weisheit Gottes real ist. Die Philister haben es gesehen. Das war das grosse Rätsel für sie: Woher hat der diese Kraft?
Und das ist oft das Erste, was unter uns Christen verloren geht: diese Sensibilität für die übernatürliche Macht Gottes, das Bedürfnis, dass Menschen durch die übernatürliche Kraft Gottes wiedergeboren werden. Und es besteht dann die Gefahr, dass Christen einschlafen, bei der zweiten Generation oder bei der dritten Generation, dass Christen einschlafen.
Und hier dürfen wir lernen: Es gibt einen grossen Unterschied zur Welt, und das ist die übernatürliche Kraft Gottes. Und wenn wir nicht mit dem Herrn leben und wenn wir nicht radikal Schnitte zur Welt ziehen, geht diese Kraft mehr und mehr verloren, schleichend. Das geschieht ganz langsam.
In 1. Korinther 2,6-8 lesen wir: Wir reden Weisheit, Weisheit aber unter den Reifen, eine Weisheit, die nicht eine Weisheit dieser Weltzeit ist, noch eine Weisheit der Fürsten dieser Weltzeit, die ausgeschaltet werden. Vers 7: sondern wir reden Gottes Weisheit, in einem Geheimnis, die verborgene Weisheit, die Weisheit, die Gott vor den Weltzeiten vorherbestimmte zu unserer Herrlichkeit. Vers 8: die keiner der Fürsten dieser Welt erkannt hat; denn hätten sie sie erkannt, dann hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Vers 14: Der natürliche Mensch nimmt die Dinge des Geistes Gottes nicht auf, denn sie sind ihm eine Torheit. Er vermag sie nicht zu erkennen, weil sie geistlich beurteilt werden.
Das heisst, der natürliche Mensch kann nichts anfangen mit dieser übernatürlichen Weisheit Gottes und mit dieser übernatürlichen Kraft Gottes. Es gibt eine übernatürliche Seite am Christentum, die für die Welt ein Rätsel ist. Was in dieser Welt klar herausgestellt werden muss, ist genau diese übernatürliche Seite des Christentums. Wir sollen nicht mit fleischlichen Mitteln kämpfen. Wir müssen lernen, mit übernatürlichen Mitteln zu kämpfen. Das geht über das Gebet.
Es gibt so viele Christen, die versuchen, mit irgendwelchen fleischlichen Mitteln gegen diese Welt anzukämpfen. Und es funktioniert nicht, weil die ganze Sache aus geistlicher Kraft und mit geistlichen Waffen geschehen muss. Wie sollen wir den Feind vertreiben? Epheser 6. Mit welchen Waffen? Er sagt hier: ein heiliger Wandel. Er sagt ja auch das Schwert des Geistes. Und er sagt: Betet zu allen Zeiten mit Gebet und Flehen und Dank und mit verschiedenen, allen möglichen Arten von Flehen für alle Heiligen. Im Beten kommt etwas von dieser übernatürlichen Kraft Gottes zum Zuge.
Eine übernatürliche Geburt von oben, eine Wiedergeburt, das versteht die Welt nicht. Die kann nichts damit anfangen. Die katholische Kirche fängt jetzt an, ganz fromm zu reden, so wie die Christen reden. Die nehmen die gleichen Begriffe. Früher war es so, da hat die katholische Kirche etwas anderes geredet, anders gesprochen, und es war ein ganz klarer Unterschied.
In Österreich war das unser grösster Feind, die religiöse Welt, die katholische Kirche. Und dann kamen sie: Komm, wir setzen uns zusammen. Wir machen zusammen. Da haben sie uns zu einem Gespräch eingeladen. Wir arbeiten nicht mehr gegeneinander. Zuerst, am Anfang, haben sie gegen uns gekämpft. Da haben sie gemerkt, sie können nichts erreichen.
Einmal hat der Pfarrer in der katholischen Kirche dem Missionar in Sankt Johann gesagt: Na, warten Sie, wir werden alle Hebel ansetzen, um Sie zunichte zu machen. Und der stand am Büchertisch da im Dorf, am Marktplatz. Er hat Bücher verteilt, hat verkündigt, und da kam dieser Priester und hat ihm gedroht. Er sagte: Das sind meine Schafe. Dann sagte der Missionar: Wenn sie überhaupt Schafe sind, dann sind sie Herrenschafe. Oh, und er hat getobt.
Wisst ihr, was geschehen ist? Ein paar Wochen später ist dieser Priester die Treppe hinuntergestürzt und war tot. Da hat der Herr eingegriffen. Übernatürlich. Das war vorbei.
Aber was macht die katholische Kirche jetzt? Jetzt kommen sie anders, jetzt kommen sie schleichend. Herr Korn, wir machen zusammen. Diese Zeit haben wir heute. Der Papst, habt ihr gehört vom Papst? Der ist so freundlich, so freundlich zu den Christen. Der macht da und da und da Verbindungen. Und man denkt sich: Ja, was gibt es denn das? Eine Erweckung innerhalb der katholischen Kirche? Nichts davon, das ist eine Taktik der Kirche. Auf diese Weise haben sie immer wieder gearbeitet.
Die Kirche ist aalglatt, die römische Kirche. Die will mit ihrer falschen Lehre die Gläubigen vereinnahmen. Die können nichts anfangen mit dem Wort Wiedergeburt oder mit der Sache der Wiedergeburt. Was aus Fleisch geboren ist, ist Fleisch, was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Verwundere dich nicht, wenn ich dir sage: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Die Welt ist aus dem Fleisch geboren und nicht aus dem Geist.
Und deshalb ist es so wichtig, dass wir Gläubige mit geistlichen Waffen vorangehen, auf geistliche Art und Weise. Der Herr möge uns Gnade dazu schenken. Wir müssen hier schliessen. Heute Nachmittag wollen wir fortsetzen: Richter 14 bis 16.