Serie•Teil 21 / 25Hebräerbrief
Generierte Mitschrift
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Der Blick auf das Wesen des Glaubens
Bibelwoche Hebräerbrief, Hebräer Kapitel elf, die Verse dreiundzwanzig bis vierzig.
Wer gestern da war, der weiß, worum es im elften Kapitel geht. Es geht darum, dass der Autor des Hebräerbriefes ein Glaubensvorbild an das nächste reiht. Und zwar möchte er etwas zeigen: Er möchte zeigen, wie Glauben aussieht. Deswegen beginnt dieses Kapitel, Kapitel elf, auch mit so etwas wie einer Definition von Glauben.
Ganz am Anfang, Kapitel elf, Vers eins, heißt es: Glaube ist ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Man sieht die Dinge, an die man glaubt, nicht. Warum? Weil sie nämlich noch in der Zukunft liegen, weil sie Teil unserer Hoffnung sind, die wir haben. Es sind Verheißungen Gottes. Und doch, obwohl wir sie noch nicht sehen, obwohl sie noch in der Zukunft liegen, prägen diese göttlichen Versprechen unser Leben in der Gegenwart.
Ich habe mal versucht, diesen Glaubensbegriff mit eigenen Worten zu definieren, den Glauben, der diese Glaubenshelden auszeichnet. Und ich glaube, das ist für die Glaubenshelden gelebte Loyalität im Vertrauen auf die Verheißungen Gottes. Gelebte Loyalität im Vertrauen auf die Verheißungen Gottes. Das heißt: Ich weiß, dass es Gott gibt. Ich weiß, dass er es gut mit mir meint. Und ich vertraue auf seine Verheißungen, auf die Versprechen, die er mir gegeben hat. Und ich bleibe ihm treu, loyal, und ich lebe so, dass sich Gott meiner nicht schämen muss, sondern sich an mir freuen kann.
Das ist Glauben. Das ist gelebte Loyalität im Vertrauen auf die Zusagen Gottes. Das ist Glaube. Und das Spannende an diesem Glauben ist: Man kann ihn sehen. Ich kann nämlich so tun, als sei dieses Leben hier, das ich führe, das eigentliche Leben. Und wenn ich das tue, wird man das an der Art sehen, wie ich meine Zeit und mein Geld einsetze. Und ich werde dann, wenn ich glaube, dass dieses Leben hier das eigentliche Leben ist, alles daransetzen, in diesem Leben anzukommen.
Ich lese gerade ein Buch, es gibt es leider nicht auf Deutsch, aber wer ein bisschen Englisch mag, dem sei das empfohlen. Es heißt Bold Love, harte Liebe, von Dan Allender. Und er bringt diese Problematik, von der ich eben gesprochen habe, mit zwei Fragen auf den Punkt. Er fragt:
Frage Nummer eins: Do I live for heaven?
Oder Frage Nummer zwei: Do I live demanding that life be like heaven?
Ich übersetze das mal: Lebe ich für den Himmel, also für die Ewigkeit? Oder lebe ich mit der Sehnsucht, dass dieses Leben hier auf der Erde sich schon wie Himmel anfühlt?
Das sind zwei spannende Fragen. Also: Wie lebe ich? Lebe ich mit einer Sehnsucht nach Ewigkeit, nach Himmel? Oder lebe ich mit dem Wunsch, dass dieses Leben hier auf der Erde sich schon möglichst nach Himmel anfühlt? Ich muss mich entscheiden, ich kann nicht beides leben.
Ich behaupte persönlich, dass niemand bereit sein wird, sich selbst zu verleugnen und ein hingegebenes, mutiges Glaubensleben zu wagen. Ein solches Leben, wie die Glaubenshelden es vorgemacht haben. Ich glaube, dass niemand dazu bereit ist, der nicht zutiefst davon überzeugt ist, dass die Ewigkeit bei Gott alles in den Schatten stellen wird, was ich mir hier auf Erden an Freude und Erfüllung vorstellen kann.
Sehnsucht nach der bleibenden Heimat
Und deshalb ist es so wichtig, dass wir, wenn wir Hebräer 11 lesen, Abraham und die Patriarchen zum Vorbild nehmen. Das, was ihr Leben ganz wesentlich auszeichnet, haben wir uns gestern angeschaut: Es ist Sehnsucht.
Ihr Leben ist von Sehnsucht geprägt, und zwar von einer Sehnsucht nach Gott, nach der Begegnung mit Gott, nach einem Ankommen bei Gott. Und das Bild, das der Hebräerbrief für diese Sehnsucht verwendet, ist das Bild einer Stadt.
Mir ist völlig klar, dass uns dieses Bild total fremd vorkommt. Wenn ich aus Berlin hier rausfahre, wird es noch fremder. Ich denke mir: Stadt, da will man raus, da will man nicht rein, da will man schon gar nicht hin. Für uns ist das ein schwieriges Bild. Aber wir begreifen natürlich auch, dass, wenn ich Nomade bin und so durch meine Wüste ziehe, von Weideplatz zu Weideplatz, eine Stadt für einen Nomaden ein gutes Bild für den Ort ist, an dem er am Ziel ankommt.
Und jetzt das Interessante: Keine irdische Stadt konnte den Patriarchen das geben, wonach sie sich sehnten. Diese tiefe Sehnsucht wurde auf dieser Erde nicht gestillt. Sie waren Pilger auf dem Weg zu der Stadt, und ich zitiere noch einmal aus Vers 10: deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.
Und der Clou: Wir sind es auch. Wir werden das später lesen, Hebräer 13,14. Da heißt es: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebräer 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
Diese Sehnsucht, die bei Abraham da war, bei Isaak da war, bei Jakob da war, diese Sehnsucht darf auch in uns stecken. Eine Sehnsucht nach der zukünftigen Stadt. Und diese bleibende Stadt, das himmlische Jerusalem, ist ein Bild für die intime Gemeinschaft mit Gott. Das wird uns noch weiter beschäftigen.
Halten wir an der Stelle einfach nur fest, dass es für Glaubensvorbilder völlig normal ist, sich nach Gott zu sehnen. Und dass sie durch ihr Leben ganz bewusst den Eindruck erwecken, hier, ich sage das mal ein bisschen salopp, nur auf der Durchreise zu sein. Dass sie sich hier nicht wirklich zu Hause fühlen.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ihr manchmal den Eindruck habt, das ist doch alles Mist, dann ist das ein guter Eindruck. Das stimmt, das ist die Wahrheit. Ein Leben im Glauben ist ein Leben, das nicht einfach nur die nächste gute Flasche Rotwein trinken will oder das nächste gute Essen oder den nächsten schönen Film oder den nächsten schönen Spieleabend. Du kannst so viel haben, und irgendwo bleibt etwas zurück, wo du merkst: Ich möchte etwas ganz anderes.
Ein Leben im Glauben, das ist ein Leben, das Gott begegnen möchte. Das ist die tiefste Sehnsucht, die im Herzen eines Gläubigen schlummert. Und das ist das, wo diese Welt immer ein Stück weit zu wenig, einfach zu wenig gibt.
Ein Leben im Glauben will nicht nur ein paar irdische Segnungen abgreifen: ein gutes Einkommen, eine schöne Ehe, vielleicht auch eine nette Gemeinde. Ein Leben im Glauben sehnt sich nach der ultimativen, endgültigen Begegnung mit dem lebendigen Gott.
Und da stehen wir in der Spannung. Heute dürfen wir erkennen, wie Gott ist. Wir dürfen zu seiner Freude leben. Wir dürfen ihm ähnlicher werden. Aber das ist nicht alles, was es gibt.
Der Apostel Johannes sagt einmal: Wir werden ihm gleich sein, und wir werden ihn sehen, wie er ist. Achtung: Wir werden keine Götter. Es geht hier darum, dass wir Menschen bleiben. Dieser, wie man so schön sagt, ontologische Unterschied zwischen Gott und Mensch bleibt erhalten. Aber soweit wir als Mensch ihm gleich werden können, all das, was uns heute noch so dramatisch von seiner Heiligkeit unterscheidet, das wird weg sein. Und dann werden wir ihn sehen, wie er ist. 1. Johannes 3,2.
Das ist der Moment, auf den wir hinleben. Ich bin durchaus ein Geburtstagmuffel, das gebe ich offen zu. Manche Leute freuen sich ja diebisch auf ihren Geburtstag. Ich stelle immer wieder fest, dass er einfach nur passiert, und lasse ihn auch oft nur passieren. Aber dieser Moment, dieses Sich-hinfreuen auf etwas, der Moment, auf den sich ein Gläubiger freut, das ist dieser Moment, in dem ich heraustrete aus diesem Leben und hineintrete in den Moment der Begegnung mit Gott.
Das ist der Moment, um den es geht. Dieser Moment, in dem wir Gott begegnen, vor ihm stehen, ihn sehen, wie er ist, und wissen, dass alles andere hinter uns liegt, dass alles geschafft ist, dass alles vorbei ist, dass wir am Ziel unserer Träume, unserer Sehnsüchte und auch in der Erfüllung aller Verheißungen Gottes angekommen sind.
Ein Leben zwischen Berufung und Verzicht
Aber bis dahin sind wir auch diese Pilger auf dem Weg. Wir sind auch Nomaden. Bis dahin gilt es, durchzuhalten und uns nicht von dem Weg abbringen zu lassen.
Einer, der uns dabei ein Vorbild sein kann, weil er die Höhen und Tiefen des Glaubenslebens ausgekostet hat, ist Mose. Mit ihm geht es jetzt weiter. Genau genommen geht es mit seinen Eltern weiter, denn schon sie zeigen uns, wie leicht Glaube in Konflikt mit gesellschaftlichen Vorgaben kommt.
Hebräer 11,23
Durch Glauben wurde Mose nach seiner Geburt drei Monate von seinen Eltern verborgen, weil sie sahen, dass das Kind schön war, und sie fürchteten das Gebot des Königs nicht.
Worum ging es zu der Zeit, als Mose geboren wurde? Das Volk Israel war in Ägypten. Damals waren männliche Kinder laut Anordnung des Pharao, wenn sie geboren wurden, in den Nil zu werfen. Sie sollten weg. Aber die Eltern von Mose weigern sich. Das war ein Risiko. Ein Pharao hatte die Macht, dich einfach umzubringen. Aber der Glaube, den sie hatten, gab ihnen die nötige Kraft.
Es war ein Sprung.
Vierzig Jahre später:
Hebräer 11,24
Inzwischen ist Mose geboren. Ich hoffe, dass ihr alle die Geschichte ein bisschen kennt. Er wird zwar in den Nil geworfen, aber in so einem Schiffchen, und dann von der Tochter des Pharao gefunden und dort adoptiert. Da heißt es dann:
Hebräer 11,24
Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, einen Sohn der Tochter des Pharaos zu heißen.
Diese Weigerung wird darin sichtbar, dass er nicht für immer in dieser Rolle als Adoptivprinz aufgeht. Er hätte ja einfach sagen können: Super, allen anderen geht es schlecht, die sind Sklaven, aber ich bin hier eigentlich ganz gut, sozusagen als Adoptivprinz in der High Society angekommen. Wenn ich jetzt einfach nur vergesse, wo ich herkomme, dann kann ich mir hier eigentlich ein schönes Leben machen. Das wäre die Idee. Das tut er aber nicht.
Als Mose sich für die Belange eines hebräischen Sklaven einsetzt und dabei so weit geht, dass er einen Ägypter erschlägt, identifiziert er sich in diesem Moment mit den Hebräern. Jetzt muss man sagen: Ein Mord war sicherlich keine kluge Art, seine Verbundenheit mit dem eigenen Volk herauszustellen. Aber es war in diesem Moment mindestens klar, auf welcher Seite er steht, nämlich auf der Seite der hebräischen Sklaven.
Und diese Form von Parteinahme war das Aus für seinen Status als Sohn der Tochter des Pharao. Warum? Ganz einfach: Ein Prinz verbündet sich nicht mit Sklaven. Wenn du das tust, bist du raus.
Vers 25
Und er zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben.
Diese Formulierung, den zeitlichen Genuss der Sünde, fand ich schon immer unglaublich gut. Warum? Sünde hat tatsächlich für den Moment etwas anzubieten, einen zeitlichen Genuss. Sünde ist tatsächlich, wenn sie in mein Leben eindringt, in dem Moment, wo sie kommt, attraktiv. Sie verspricht Befriedigung, Vergnügen, Lust, jedenfalls für eine Weile.
Es ist klar, dass Sünde auf Dauer immer kaputt macht. Aber trotzdem: Der Mensch muss sich im Leben entscheiden. Er muss sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen will. Auf der einen Seite steht das Volk Gottes, und auf der anderen Seite steht der zeitliche Genuss der Sünde. Ich kann im Leben nicht beides haben. Ich kann nicht sagen: Ich hätte gerne immer die Sünde, wenn sie kommt. Aber ich möchte natürlich auch ganz auf der Seite stehen, wo das Volk Gottes ist. Das geht nicht.
Mose macht uns das vor: entweder der zeitliche Genuss der Sünde oder das Volk Gottes. Du musst dich entscheiden. Ich kann nicht beides haben.
Und wie man hier auch sieht, das kann weitreichende Folgen haben. Es ist häufig nicht angenehm, sich auf die Seite der Gläubigen und damit gegen die Sünde zu stellen. Aber es lohnt sich natürlich.
So, jetzt ein kleiner Einschub: Es bleibt in der Geschichte völlig offen, an welche Art von Sünde der Autor hier denkt.
Nochmal zurück zu Mose. Wir wissen Folgendes: Es gab in seinem Leben einen Bruch. Da heißt es zum Beispiel in Apostelgeschichte 7,23. Das ist der Moment, in dem der Bruch beschrieben wird:
Als er aber ein Alter von vierzig Jahren erreicht hatte, kam es in seinem Herzen auf, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israel, zu sehen.
Also, es gibt diesen Moment. Er ist vierzig, er überlegt so ein bisschen, denkt: Ich bin doch eigentlich auch so ein Hebräer. Und in seinem Herzen kommt dieser Gedanke auf, nach diesen Israeliten zu schauen. Das ist tatsächlich die Vorgeschichte und vielleicht auch der Moment, wo sich Mose selber im Herzen mit diesem Volk identifiziert.
Der spannende Punkt, und auch das finden wir in Apostelgeschichte 7,25, ist dann, als er den Ägypter erschlägt. Da wollte er eigentlich den Israeliten etwas zu verstehen geben. Er wollte ihnen zeigen, Zitat: „dass Gott ihnen durch seine Hand Rettung gebe.“
Also Mose kommt nicht einfach mal so zu den Israeliten und sagt: Na ja, ich wollte immer mal schauen, wie es euch geht. So wie man vielleicht, wenn man im Urlaub einen Ausflug macht und sich die Aborigines anschaut: Wie leben die denn hier? Dass man mal nach draußen geht und sagt: Wir leben dann unsere Sklaven, das will ich mir auch mal anschauen. Sondern er kam ganz bewusst mit der Idee: Ich möchte sie retten.
Er sieht sich selber mit vierzig Jahren als Retter. Wie gesagt, er stellt sich nicht sonderlich geschickt an. Aber das ist das Entscheidende: Er hätte auch einfach und bequem am Königshof weiterleben können. Aber er tut das nicht.
Ich denke, dass der Glaube an Gott, denn er tut das ja aus Glauben, in ihm die Frage nach seiner persönlichen Berufung so eindeutig beantwortet hatte, dass er in dem Luxusleben am Hof einfach nicht mehr weiterleben wollte. Wenn das stimmt, dann ist der zeitliche Genuss der Sünde vielleicht gar keine spezielle Sünde, über die wir uns jetzt Gedanken machen müssen, was könnte das gewesen sein. Der zeitliche Genuss der Sünde ist einfach nur die Ruhe von ein paar Lebensjahrzehnten, die Mose hätte haben können, wenn er den Ruf Gottes für sein Leben ignoriert hätte.
Dann stellt sich schon die Frage: Wo passiert das heute eigentlich? Wo sind heute Christen für ein paar Jahrzehnte Ruhe und Wohlstand bereit, ihre Berufung zu ignorieren?
Die Entscheidung für die Schmach und die Belohnung
Ver 26: indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.
Es geht immer noch um Mose. Und indem er die Schmach des Christus ... Frage: Was ist damit gemeint, Schmach des Christus? Nicht zu viel Grammatik, gebt mir dreißig Sekunden: Schmach des Christus, das ist ein Genitiv des Christus. Und im Altgriechischen ist das so, dass man einen Genitiv qualitativ, also wie eine Qualität, übersetzen kann. Also statt Schmach des Christus könnte man auch übersetzen: eine Schmach wie der Christus.
Und das macht sehr viel Sinn. Denn so wie Jesus vom Volk Israel abgelehnt wurde, so hat auch Mose von seinem Volk Ablehnung erfahren. Ja, es ist einfach nur ein Vergleich. Die beiden gehören ja irgendwie zusammen. Er lebt eine Schmach wie der Christus. Er lässt sich bewusst auf ein Leben ein, in dem er abgelehnt wird. Beide, Jesus und Mose, retten das Volk, aber beide werden nicht gemocht.
Wer ein bisschen das Alte Testament liest, der staunt und schüttelt den Kopf, wie oft Mose von seinem eigenen Volk es richtig schwer gemacht wird. Wisst ihr, das geht bis zum Aufstand und zur offenen Rebellion gegen seine Leiterschaft. Und das ist zum Teil Familie, die sagt: Wir wollen das nicht, dass du das hier machst. Das ist total irre. Und dann merken wir: Das war bei Jesus nicht anders.
Und trotzdem, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung, trotzdem gibt Mose nicht auf. Warum ist das komplizierte, angefochtene Leben an der Spitze eines halsstarrigen Volkes so wertvoll? Oder darf ich es ein bisschen in unsere Zeit transportieren? Warum lohnt es sich, ein Leben zu investieren und Gemeinde Gottes zu bauen? Warum lohnt es sich, auf Luxus und Karriere und Titel und Anerkennung und Gesundheit und vielleicht einfach nur auf ein ruhiges Leben zu verzichten, um in unserer Gesellschaft, die definitiv kein ausgeprägtes Interesse an Gott mehr hat, trotzdem das Evangelium zu verkünden?
Warum lohnt sich das? Weil es uns immer Spaß macht? Weil Christen immer total nette, zuverlässige, warmherzige Menschen sind? Da muss man vorsichtig sein, wie ich das formuliere. Ja, weil man mit Dankbarkeit, Lob und Liebe als Leiter nur so überschüttet wird? Wohl eher nicht. Wer als Christ für Christus lebt, und da spielt es jetzt keine Rolle, ob du Gemeindeleiter bist oder ob du einfach treuer Zeuge Jesu in deiner Nachbarschaft bist, wer das tut, wird die Schmach des Christus tragen.
Paulus schreibt am Ende seines Lebens: Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden. Das ist die Realität. Du gehst hier raus und sagst: Hey, ich bin Christ, ich möchte das meinen Nachbarn sagen, ich möchte das am Arbeitsplatz leben. Ich möchte das mit meiner Familie vorleben, damit andere Leute das sehen und sich ein schönes Beispiel nehmen können. Du wirst wenig Leute finden, die klatschen und sagen: Hurra, auf dich haben wir gewartet. Das wird einfach nicht passieren. Du wirst die Schmach des Christus tragen.
Und trotzdem lohnt es sich, auf die Belohnung zu schauen. Ich kann eine ruhige Kugel schieben, mir tatsächlich keine Gedanken über meine Berufung machen und dieses Leben irgendwie rumkriegen. Es geht. Aber ich glaube nicht, dass es für den geht, der glaubt.
Mose war 40. 40 ist also zumindest für Männer, ich kann da bei Frauen nichts zu sagen, aber für Männer ist 40 so eine ganz merkwürdige Zahl. Da denkt man nach hinten und nach vorne plötzlich. Vorne denkt man nur nach vorn, und jetzt fängt man plötzlich an, sich umzudrehen und nach hinten zu schauen und zu überlegen: Wo stehe ich hier eigentlich gerade? Also das ist so der Moment. Mit 40 merkt Mose: Ich muss etwas ändern, das geht so einfach nicht weiter.
Und es würde mich tatsächlich nicht wundern, wenn unter uns auch einige sind, die sich die Frage stellen, ob das, was sie gerade leben, so wie sie sich im Leben eingerichtet haben, ob das wirklich das ist, wozu sie berufen sind. Man kann manchmal in so ein Leben hineinrutschen. Ja, Mose ist in so ein Leben reingerutscht. Plötzlich war er Prinz. Hat er sich nicht ausgesucht, war auch nicht schlecht. Aber er merkt: Das bin nicht ich. Und irgendwie entsteht in seinem Herzen diese Idee: Ich könnte eigentlich diese Israeliten retten. Das klappt am Anfang nicht gleich, das ist ja auch nicht der Punkt, ob alles gleich klappt, aber es ist diese Idee da.
Und es beeindruckt mich, weil ich merke: Es ist irgendwie nie zu spät mit Gott. Mose fängt dann richtig an mit 80. Da gibt es vielleicht noch mal einen Punkt, den habe ich noch nicht erreicht, da muss ich noch mal schauen, wie sich das dann anfühlt. Aber klar ist: Mose ist einer, der sagt: Hey, es lohnt sich, diesen Weg zu gehen, die Schmach des Christus zu tragen, weil es gibt eine Belohnung. Das, was Gott da für mich hat, das ist so wertvoll, das ist einfach super. Dafür lohnt sich alles, in diesem Leben einzusetzen.
Vers 27 und 28: Durch Glauben verließ er immer noch Mose Ägypten. Hier ist nicht seine Flucht nach Midian gemeint, sondern der ganze Prozess des Auszugs mit dem Volk Israel. Durch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren. Durch Glauben hat er das Passa gefeiert und die Bestreichung mit Blut ausgeführt, damit der Verderber der Erstgeburt sie nicht antastete.
Kurz zu diesem Verderber: Der Verderber, um den es hier geht, war ein Engel, der in Gottes Auftrag unterwegs war. Wir lesen in 2. Mose 12,23: Und der Herr wird durch das Land gehen, um die Ägypter zu schlagen. Sieht er dann das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, wird der Herr an der Tür vorübergehen und wird dem Verderber nicht erlauben, in eure Häuser zu kommen und euch zu schlagen. Also der Verderber ist ein Engel, den Gott ausschickt, um die Erstgeburt zu töten.
Hebr. 11,29: Durch Glauben gingen sie durch das Rote Meer wie über trockenes Land, während die Ägypter, als sie es versuchten, verschlungen wurden.
Kurzer Gedanke hierzu: Fällt euch das auf? Durch Glauben gingen sie. Wer ist denn sie? Alle Israeliten, oder? Also das Volk Israel. Das Spannende ist, wenn man das im Alten Testament nachliest, dann wirken die am Anfang in dieser Szene, wo es darum geht: Du hast hinter dir den Pharao mit seinen Soldaten und Streitwagen und vor dir das Meer, die wirken gar nicht so gläubig, sondern sie sind eigentlich entsetzt über die Ankunft der ägyptischen Armee. Sie klagen Mose an, und trotzdem steht hier, dass sie glauben.
Ich denke, man kann ihren Glauben daran sehen, dass sie sich beruhigen lassen. Sie hätten ja auch so, wie gelähmt vor Angst, einfach sich ihrem Schicksal hingeben können. Aber sie haben so viel Glauben, so viel Zutrauen in Gott, dass sie sich tatsächlich in das Meer hineinbegeben. Du musst dir ja mal vorstellen, du stehst vor so einem Meer und hast da so links und rechts so eine Wand Wasser und sagst: Ich soll da rein. Das ist ja auch mal ein Schritt, zu sagen: Das macht man ja nicht jeden Tag so, wir haben das schon fünfmal gemacht, kennen wir. Nein, das machst du einmal in deinem Leben und danach erst mal nicht mehr. Und von daher: Das ist ein Glaubensakt, und das wird hier beschrieben.
Ich denke, sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass Glaube auf Gottes Wort hin weitergeht und neue Wege wagt. Wenn man vor so etwas Neuem steht, dass man das sagt: Im Glauben kann man auch mal neue Wege wagen, Wege, auf denen wir dann erleben, wie Gott uns immer wieder rettet, manchmal auf ganz wundersame Weise. Ich glaube, bei Dietrich Bonhoeffer das mal gelesen zu haben, dass das Glauben uns dazu motiviert, immer einen Schritt in die Unsicherheit zu wagen. Und dann ist man dann da und schaut: Na, trägt das? Und dann merkt man: Boah, funktioniert ja. Und dann macht man den nächsten Glaubensschritt nach vorn und schaut: Oh ja, es funktioniert noch und geht. Und irgendwann bewegt man sich immer weiter weg von dem alten, etablierten Leben und ist tatsächlich in ein Glaubensleben gestartet.
Wenn wir zum nächsten Beispiel kommen, merken wir, dass die Wüstenwanderung übersprungen wird. Die Wüstenwanderung selber scheint keine Fundgrube für gute Beispiele zu sein, an denen man Glauben demonstrieren kann.
Hebräer Kapitel 11, Vers 30: Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage umzogen worden waren.
Also der Glaube hier zeigt sich daran, dass sich alle genau an die Anweisungen Gottes hielten. Und das, obwohl es einfach nur lächerlich ausgesehen haben muss. Könnt ihr euch vorstellen, sieben Tage lang ziehen erwachsene Männer jeden Tag einmal um die Stadt herum, ohne auch nur den leisesten Versuch zu machen, die Stadt anzugreifen? Mitten in diesem Zug ist die Bundeslade, da gibt es dann sieben Priester, die blasen so ein bisschen auf ihre Widderhörner, das war's. Und am siebten Tag machen wir das sieben Mal, und dann gibt es Kriegsgeschrei, und dann fällt die Mauer ein, und dann nehmen wir Jericho ein. Hey, versteht ihr ja? Manchmal kann Glaube, den wir leben, für Zuschauer ganz schön merkwürdig aussehen.
Eine Familie kommt in Jericho mit dem Leben davon. Eine Familie, da heißt es in Vers 31: Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um, da sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.
Verzeiht mir, dass ich ein bisschen voraussetzen muss, dass ihr die Geschichten kennt, ich kann das nicht alles erklären. Wenn ihr jetzt sagt, ich weiß nicht genau, worum es geht, dann wird es Zeit, mal wieder das Alte Testament zu lesen oder zu hören. Also nochmal: Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um, da sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.
Rahabs Glaube drückt sich ganz spannend in einem Gespräch mit den Spionen so aus. Sie sagt in Josua 2,9: Ich habe erkannt, dass der Herr euch das Land gegeben hat und dass der Schrecken vor euch auf uns gefallen ist, so dass alle Bewohner des Landes vor euch mutlos geworden sind.
Also das ganze Volk, in dem Fall in Jericho, hatte vom Zug Israels durch das Schilfmeer gehört, hatte den Sieg Israels über die amoritischen Könige, da gab es zwei Stück, Sihon und Og, die hatten diesen Sieg aus der Ferne miterlebt, hatten angefangen sich zu fürchten, aber interessanterweise hat nur Rahab angefangen zu glauben. Und sie ist die einzige, die in dem Gott Israels den einzig wahren Gott erkennt. Sie sagt dann in Vers 11, Josua 2,11: Denn der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf der Erde.
Was mich fasziniert an der Beschreibung hier: Die Einwohner Jerichos werden als Ungehorsame beschrieben. Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um. Ein Ungehorsamer ist etwas anderes als ein Gottloser. Wenn man ungehorsam ist, dann kann man das nur sein, weil man ein bestimmtes Gebot oder eine Erwartung Gottes nicht erfüllt. Und mir scheint, dass Gott von allen in Jericho erwartet hätte, dass sie wie Rahab eins und eins zusammenzählen und gläubig werden. Das ist total spannend, dieser Gedanke, dass Gott sich irgendwann hinstellt und sagt: So, das hat jetzt nichts mit Gottlosigkeit, das ist Dummheit, das ist ungehorsam, da hätte sie mal checken müssen.
Wer jetzt ein bisschen mitdenkt, weiß: In Römer 1 gibt es so ein ähnliches Argument, wo Paulus auch sagt, also eigentlich müsste sich jeder bekehren, der braucht nur mal in den Wald zu gehen und sich die Schöpfung anschauen und sich die Frage stellen, wo das alles herkommt. Das müsste doch eigentlich reichen, eins und eins zusammenzählen und dann checken, dass es da einen Gott geben muss.
Ja, Hebräer 11, die Verse 32 bis 35: Und was soll ich noch sagen? Die Zeit würde mir fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon, Barak, Simson, Jephtha, David und Samuel und den Propheten, die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeiten wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampf stark wurden, der Fremden Heere zurücktrieben, Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung wieder.
Eher eine Auferweckung, die sind ja danach wieder gestorben. Alles positive Beispiele. Du bist gläubig, es geht gut voran. Aber es gibt natürlich auch Glaubensvorbilder, die ein bisschen mehr zu leiden hatten, und deswegen von 35b bis 38 die Kehrseite der Medaille. Wenn du denkst, die Glaubenshelden gehen immer irgendwie so als Sieger vom Platz, tun sie irgendwie, aber das kann ganz komisch aussehen.
Vielleicht wollt ihr wissen, was ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Also, ich bin ein Geburtstagsmuffel und ein komischer Kauz. Ich habe mir ein Buch schenken lassen. Ich werde dir sagen, das ist nicht komisch. Doch, das Buch wurde nämlich 1833 gedruckt. Und es ist eine deutsche Übersetzung, also deutsch, man muss dazu sagen, in Amerika gedruckt, 1833. Das heißt, von Leuten, die ausgewandert sind nach Amerika, das sind so Leute, die wir heute Amish bezeichnen würden oder Mennoniten, und es ist die deutsche Übersetzung eines Buches, das heißt im Original Fox Book of Martyrs, also die Geschichte der christlichen Märtyrer, zusammengestellt von einem Herrn Fox.
Das heißt, du hast 900 Seiten, kleinste Schrift, zweispaltig, wie Menschen für Menschen vom Anfang bis etwa so Mitte des siebzehnten Jahrhunderts umgebracht wurden. Kannst du sagen, warum interessiert dich so ein Buch? Mich interessiert so ein Buch, weil es mir zeigt, dass Menschen bereit waren zu leiden. Ich habe großen Respekt vor unserer Zeit. Ich glaube wirklich, dass unsere Zeit eine Zeit ist, die es geschafft hat, im großen Stil Menschen vom Glauben wegzuverführen. Und ich brauche Vorbilder, ich brauche Leute, die mir zeigen, was es heißt, sein Leben bis zum letzten Atemzug wirklich auf diese Karte Jesus zu setzen.
Und dieses Buch von Fox, dieses Buch von Matthäus, ich wollte das nicht englisch lesen, also habe ich geschaut: Gibt es sowas auf Deutsch? Gibt es natürlich nicht. Ja, doch, eins gab es halt schon ein bisschen älter, und das habe ich mir von meiner Familie schenken lassen. Und das ist spannend, also Frakturschrift und altes Deutsch, logischerweise alles ein bisschen komischer, aber es ist spannend. Ich habe heute die ersten 15 Seiten gelesen, das fängt natürlich an mit dem Tod der ganzen Apostel und dann die erste, zweite, dritte Verfolgungswelle durch die römischen Kaiser, und du denkst dir: Das ist nicht wahr. Das ist einfach nicht wahr.
Manches weiß man ja, dass Nero irgendwelche Leute da in Tücher gepackt hat, die dann eingewachst oder als lebendige Fackeln zur Beleuchtung seines Gartens verwendet hat. Oder dass man Leute von wilden Tieren hat einfach zerreißen lassen. Aber dann liest du mittendrin so einen, der da geröstet wird, auf dem Grill liegt. Ja, und während er quasi von der einen Seite angeröstet wird, noch so viel ich weiß nicht, wo man das hernimmt, noch so viel Mut, Standhaftigkeit und Witz besitzt, dass er noch einen Spruch macht, ob der Kaiser ihn jetzt nicht mal umdrehen möchte, weil er auf der anderen Seite noch nicht ganz gar ist, denkst du dir: Was sind das für Typen?
Wisst ihr was? Das sind die Typen, denen wir im Himmel begegnen werden. Es sind die Typen, die wahrscheinlich schmunzeln, wenn sie über unser Leben hören und sagen: Was war dein größtes Problem? Du hast nicht den Ausbildungsplatz gekriegt, den du haben wolltest, du bist als Single durchs Leben gegangen, ey, ich kann dir von ein paar Problemen erzählen, wollen wir uns mal kurz zusammensetzen, ich erzähle dir ein bisschen was, was ich durchgemacht habe. Und deswegen brauche ich sowas. Ich möchte nicht, dass ihr das lest, einfach nur: Ich bin komisch und das hat sich jetzt ergeben, weil ich es heute gerade geschenkt bekommen habe und es immer noch so toll finde, ein dicker Schinken in Leder eingebunden, ganz tolle Erscheinung.
Hier kommen solche Typen, Hebräer 11,35-38: Andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen, besser im Vergleich zu der toten Auferweckung, die vorher genannt wurde; die führt ja wieder zum Tod, ihre bessere Auferstehung führt direkt ins ewige Leben. Andere wurden durch Verhöhnung und Geißelung versucht, dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, starben den Tod durch das Schwert, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, Mangel leidend, bedrängt, geplagt, sie, deren die Welt nicht wert war. Sie irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und in Klüften der Erde, Ausgestoßene, deren die Welt nicht wert war.
Wisst ihr, was das heißt? Sie waren zu wertvoll für diese Welt. Man hielt sie für Schwätzer und für Ketzer, aber man hat sich geirrt. Man hat sich an ihnen abgearbeitet, sie auf jeden nur möglichen Weg verfolgt und umgebracht, weil man dachte: Diese Typen sind nichts wert. Aber in Wirklichkeit war es genau andersherum. Die Welt war ihrer nicht wert. Die Welt hatte sie nicht verdient. Das waren Leute, die alles gegeben haben. Es sind die Leute, wo wir in der Ewigkeit auf die Knie gehen und sagen: Boah, Hammer!
Und trotzdem, jetzt kommt Vers 39: Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt. Wir reden hier über die Gläubigen des Alten Testaments, alles, was vor Pfingsten gelebt hat und gläubig war. Und über die heißt es: Sie haben die Verheißung nicht erlangt. Die Gläubigen des Alten Testaments hatten einen Glauben auf eine geistliche Realität hin, die ihnen selbst bis zum Ende ihres Lebens verwehrt bleiben sollte. Sie suchten aber ein himmlisches Vaterland. Sie suchten eine Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist, aber sie konnten diese Realität nicht finden.
Erst mit dem Anbruch des neuen Bundes gibt es für Gläubige einen Zugang zum himmlischen Jerusalem, einen Zugang zum Thron Gottes, eine Qualität von Leben mit Gott und eigentlich muss ich sagen: eine Qualität von Leben Gottes in mir, die allen vorher lebenden Gläubigen verwehrt war. Durch den Glauben an Jesus betreten wir die Stadt Gottes, das himmlische Jerusalem. Durch den Glauben sind wir Himmelsbürger, wir besitzen das Bürgerrecht im himmlischen Vaterland, nach dem sich die Patriarchen gesehnt haben. In Christus sind wir, und ich zitiere aus Kolosser 2,10: In Christus sind wir zur Fülle gebracht. Was wir in Christus haben, mehr geht nicht.
Frage: Warum hat Gott die Gläubigen des Alten Testaments, die doch so eine Sehnsucht hatten, warten lassen? Und die Antwort in unserem letzten Vers, Vers 40: da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat. Wow. Diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt, da Gott für uns, wir sind die Gläubigen des neuen Bundes, etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet werden.
Das ist der Grund. Die Gläubigen vor Pfingsten waren gläubig, und sie waren durch ihren Glauben gerettet, aber sie waren noch nicht vollendet. Sie waren nicht Teil des neuen, besseren Bundes. Sie konnten die in Christus für jeden Gläubigen des neuen Bundes erlebbare Vollendung noch nicht erleben. Wir haben das gelesen, Hebräer 10,14, letztes Jahr: Wir sind für immer vollkommen gemacht, und zwar durch das Opfer Jesu. Wir haben eine den Alten, also den Patriarchen, den Gläubigen, die in dieser Zeit des alten Bundes gelebt haben, unbekannte Gewissheit unserer Errettung, unserer Rechtfertigung und unserer Erlösung.
Ich hoffe, dass euch das klar ist: Rettung von Sünden ist für uns sonnenklar. Wir haben den Heiligen Geist, mit dem Gott uns als Söhne leitet, wir sind Familie, wir haben einen einzigartigen Zutritt zum Allerheiligsten. Durch Jesu Blut, das ist Exklusivität pur. Wir sind Erben und Miterben Christi, das heißt, wir erwarten nicht nur Auferstehung und einen neuen Himmel und eine neue Erde, sondern der wird uns auch gehören. Wir haben ewiges Leben. Warum? Weil wir durch den Heiligen Geist von Neuem geboren sind. Wir haben dieses neue, fleischerne, dieses gereinigte Herz, auf das Gott seine Gebote schreibt. Wir haben das.
Und all das, was ich jetzt gesagt habe, und es ist wahrscheinlich noch mehr, was man sagen könnte, das ist das Bessere, das Gott für uns vorgesehen hatte. Das alles gab es im alten Bund nicht. Und deshalb mussten die Patriarchen und all die anderen Glaubensvorbilder warten. Erst mit dem Anbruch des neuen Bundes, erst seit dem Kreuz, der Auferstehung und Pfingsten, wird auch für die Gläubigen des Alten Bundes der Weg ins himmlische Jerusalem aufgetan. Sie sollten vollendet werden.
Gott hält seine Versprechen, aber der Hammer ist nicht ohne uns. All die Vorbilder des Alten Bundes sind uns im Glauben vorangegangen, aber sie sind mit uns vollendet worden. Und das ist ein wichtiger Punkt. Ihr wisst noch, worum es im Hebräerbrief geht: Leute überlegen sich, sollten wir vielleicht zu diesem alten Bund zurückkehren? Und jetzt kommt der Hebräerbriefschreiber und sagt: Was für ein unsinniger Gedanke! Die größten Helden des alten Bundes haben sich sehnsüchtig danach ausgestreckt, endlich das zu erleben, was wir erleben. Wenn wir Jesus haben, die haben sich danach ausgestreckt, durch Jesus vollendet worden zu sein.
Wie dumm ist es dann, zurückzugehen zum Gesetz, von dem es an anderer Stelle in Hebräer 7,19 heißt, dass es nichts zur Vollendung gebracht hat. Wie dumm ist dieser Gedanke, ins Judentum zurückzudriften, wenn alle die, die im Judentum gläubig waren, sagen, die wollen hervorkommen, die wollen zu uns, die wollen das, was wir haben. Wie blöd, das alles aufzugeben! Wie blöd! Amen.
Wenn Glaube sichtbar wird und wenn er kostet
Hebräer 11,30 Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage umzogen worden waren.
Der Glaube zeigt sich hier darin, dass sich alle genau an die Anweisungen Gottes hielten, und das, obwohl es einfach nur lächerlich ausgesehen haben muss. Könnt ihr euch vorstellen, dass erwachsene Männer sieben Tage lang jeden Tag einmal um die Stadt herumziehen, ohne auch nur den leisesten Versuch zu machen, die Stadt anzugreifen? Mitten in diesem Zug ist die Bundeslade, dazu kommen sieben Priester, die ein wenig auf ihren Widderhörnern blasen, und das war’s. Und am siebten Tag machen wir das sieben Mal, dann gibt es Kriegsgeschrei, dann fällt die Mauer ein, und dann nehmen wir Jericho ein. Versteht ihr?
Manchmal kann der Glaube, den wir leben, für Zuschauer ganz schön merkwürdig aussehen.
Eine Familie kommt in Jericho mit dem Leben davon. In Vers 31 heißt es: Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um, da sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.
Verzeiht mir, dass ich ein bisschen voraussetzen muss, dass ihr die Geschichten kennt. Ich kann das nicht alles erklären. Wenn ihr jetzt sagt: Ich weiß nicht genau, worum es geht, dann wird es Zeit, mal wieder das Alte Testament zu lesen oder zu hören.
Also noch einmal: Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um, da sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.
Rahabs Glaube drückt sich ganz spannend in einem Gespräch mit den Spionen aus. Sie sagt in Josua 2,9: Ich habe erkannt, dass der Herr euch das Land gegeben hat und dass der Schrecken vor euch auf uns gefallen ist, sodass alle Bewohner des Landes vor euch mutlos geworden sind.
Also das ganze Volk, in diesem Fall in Jericho, hatte vom Zug Israels durch das Schilfmeer gehört. Es hatte den Sieg Israels über die amoritischen Könige gehört, da gab es zwei Stück, Sihon und Og. Sie hatten diesen Sieg aus der Ferne miterlebt und hatten angefangen, sich zu fürchten. Aber interessanterweise hat nur Rahab angefangen zu glauben. Und sie ist die einzige, die in dem Gott Israels den einzig wahren Gott erkennt. Sie sagt dann in Vers 11, Josua 2,11: Denn der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf der Erde.
Was mich an der Beschreibung hier fasziniert: Die Einwohner Jerichos werden als ungehorsam beschrieben. Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungehorsamen um. Ein Ungehorsamer ist etwas anderes als ein Gottloser. Wenn man ungehorsam ist, dann kann man das nur sein, weil man ein bestimmtes Gebot oder eine Erwartung Gottes nicht erfüllt. Und mir scheint, dass Gott von allen in Jericho erwartet hätte, dass sie wie Rahab eins und eins zusammenzählen und gläubig werden.
Das ist total spannend, dieser Gedanke, dass Gott sich irgendwann hinstellt und sagt: So, das hat jetzt nichts mit Gottlosigkeit zu tun, das ist Dummheit, das ist Ungehorsam, da hätte man mal checken müssen.
Wer jetzt ein bisschen mitdenkt, weiß, dass es in Römer 1 ein ähnliches Argument gibt, wo Paulus auch sagt: Eigentlich müsste sich jeder bekehren. Man braucht nur mal in den Wald zu gehen und sich die Schöpfung anzuschauen und sich die Frage zu stellen, wo das alles herkommt. Das müsste doch eigentlich reichen, eins und eins zusammenzählen und dann checken, dass es da einen Gott geben muss.
Zeugnisse von Sieg und von Leiden
Ja, Hebräer 11, die Verse 32 bis 35:
Und was soll ich noch sagen? Die Zeit würde mir fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon, Barak, Simson, Jephtha, David und Samuel und den Propheten, die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampf stark wurden, die Heere der Fremden zurücktrieben, Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung wieder.
Eher eine Auferweckung, denn sie sind ja danach wieder gestorben. Das sind alles positive Beispiele. Du bist gläubig, es geht gut voran.
Aber es gibt natürlich auch Glaubensvorbilder, die ein bisschen mehr zu leiden hatten. Und deswegen ist ab Vers 35b bis 38 die Kehrseite der Medaille. Wenn du denkst, die Glaubenshelden gehen immer irgendwie als Sieger vom Platz, dann tun sie das irgendwie, aber das kann ganz komisch aussehen.
Vielleicht wollt ihr wissen, was ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Also, ich bin ein Geburtstagsmuffel und ein komischer Kauz. Ich habe mir ein Buch schenken lassen. Ich werde dir sagen: Das ist nicht komisch. Doch, das Buch wurde nämlich 1833 gedruckt. Es ist eine deutsche Übersetzung. Also deutsch, man muss dazu sagen: in Amerika gedruckt, 1833. Das heißt, von Leuten, die ausgewandert sind nach Amerika. Das sind so Leute, die wir heute Amish bezeichnen würden oder Mennoniten.
Es ist die deutsche Übersetzung eines Buches, das im Original „Fox Book of Martyrs“ heißt, also die Geschichte der christlichen Märtyrer, zusammengestellt von einem Herrn Fox. Das heißt, du hast 900 Seiten, kleinste Schrift, zweispaltig. Wie Menschen für Menschen vom Anfang bis etwa Mitte des siebzehnten Jahrhunderts umgebracht wurden.
Kannst du sagen, warum interessiert dich so ein Buch? Mich interessiert so ein Buch, weil es mir zeigt, dass Menschen bereit waren zu leiden. Ich habe großen Respekt vor unserer Zeit. Ich glaube wirklich, dass unsere Zeit eine Zeit ist, die es geschafft hat, im großen Stil Menschen vom Glauben wegzuverführen. Und ich brauche Vorbilder. Ich brauche Leute, die mir zeigen, was es heißt, sein Leben bis zum letzten Atemzug wirklich auf diese Karte Jesus zu setzen.
Und dieses Buch von Fox, dieses Buch von Matthäus, ich wollte das nicht englisch lesen. Also habe ich geschaut: Gibt es so etwas auf Deutsch? Gibt es natürlich nicht. Ja, doch, eins gab es schon, ein bisschen älter, und das habe ich mir von meiner Familie schenken lassen. Und das ist spannend. Also Frakturschrift und altes Deutsch, logischerweise alles ein bisschen komisch, aber es ist spannend.
Ich habe heute die ersten 15 Seiten gelesen. Das fängt natürlich an mit dem Tod der ganzen Apostel und dann der ersten, zweiten, dritten Verfolgungswelle durch die römischen Kaiser. Und du denkst dir: Das ist nicht wahr. Das ist einfach nicht wahr.
Manches weiß man ja, dass Nero irgendwelche Leute da in Tücher gepackt hat, die dann eingewachst oder als lebendige Fackeln zur Beleuchtung seines Gartens verwendet wurden. Oder dass man Leute von wilden Tieren einfach hat zerreißen lassen. Aber dann liest du mittendrin so einen, der da geröstet wird, auf dem Grill liegt. Und während er quasi von der einen Seite angeröstet wird, hat er noch so viel Mut, Standhaftigkeit und Witz, dass er noch einen Spruch macht, ob der Kaiser ihn jetzt nicht mal umdrehen möchte, weil er auf der anderen Seite noch nicht ganz gar ist.
Da denkst du dir: Was sind das für Typen? Wisst ihr was? Das sind die Typen, denen wir im Himmel begegnen werden. Es sind die Typen, die wahrscheinlich schmunzeln, wenn sie über unser Leben hören, und sagen: Was war dein größtes Problem? Du hast nicht den Ausbildungsplatz gekriegt, den du haben wolltest? Du bist als Single durchs Leben gegangen? Ey, ich kann dir von ein paar Problemen erzählen. Wollen wir uns mal kurz zusammensetzen? Ich erzähle dir ein bisschen was, was ich durchgemacht habe.
Und deswegen brauche ich sowas. Ich möchte nicht, dass ihr das lest, einfach nur: „Ich bin komisch, und das hat sich jetzt ergeben, weil ich es heute gerade geschenkt bekommen habe und es immer noch so toll finde.“ Ein dicker Schinken, in Leder eingebunden, ganz tolle Erscheinung.
Hier kommen solche Typen: Hebräer 11,35-38. Andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen. Besser im Vergleich zu der toten Auferweckung, die vorher genannt wurde. Die führt ja wieder zum Tod, ihre bessere Auferstehung führt direkt ins ewige Leben.
Andere wurden durch Verhöhnung und Geißelung versucht, dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, starben den Tod durch das Schwert, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, mangelnd, bedrängt, geplagt. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und in Klüften der Erde. Ausgestoßene, deren die Welt nicht wert war.
Wisst ihr, was das heißt? Sie waren zu wertvoll für diese Welt. Man hielt sie für Schwätzer und für Ketzer, aber man hat sich geirrt. Man hat sich an ihnen abgearbeitet, sie auf jede nur mögliche Weise verfolgt und umgebracht, weil man dachte: Diese Typen sind nichts wert. Aber in Wirklichkeit war es genau andersherum. Die Welt war ihrer nicht wert. Die Welt hatte sie nicht verdient. Das waren Leute, die alles gegeben haben. Es sind die Leute, vor denen wir in der Ewigkeit auf die Knie gehen und sagen: Boah, Hammer!
Die Vollendung im neuen Bund
Und trotzdem, jetzt kommt Vers 39: Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt.
Wir reden hier über die Gläubigen des Alten Testaments, also über alle, die vor Pfingsten gelebt haben und gläubig waren. Und über sie heißt es, dass sie die Verheißung nicht erlangt haben.
Die Gläubigen des Alten Testaments hatten einen Glauben auf eine geistliche Realität hin, die ihnen selbst bis zum Ende ihres Lebens verwehrt bleiben sollte. Sie suchten ein himmlisches Vaterland. Sie suchten eine Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Aber sie konnten diese Realität nicht finden.
Erst mit dem Anbruch des neuen Bundes gibt es für Gläubige einen Zugang zum himmlischen Jerusalem, einen Zugang zum Thron Gottes, eine Qualität von Leben mit Gott und, eigentlich muss ich sagen, eine Qualität von Leben Gottes in mir, die allen vorher lebenden Gläubigen verwehrt war.
Durch den Glauben an Jesus betreten wir die Stadt Gottes, das himmlische Jerusalem. Durch den Glauben sind wir Himmelsbürger. Wir besitzen das Bürgerrecht im himmlischen Vaterland, nach dem sich die Patriarchen gesehnt haben.
In Christus sind wir, und ich zitiere aus Kolosser 2,10: In Christus sind wir zur Fülle gebracht. Was wir in Christus haben, mehr geht nicht.
Frage: Warum hat Gott die Gläubigen des Alten Testaments, die doch so eine Sehnsucht hatten, warten lassen? Und die Antwort in unserem letzten Vers, Vers 40: da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat. Wow!
Diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt, da Gott für uns, wir sind die Gläubigen des neuen Bundes, etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet werden. Das ist der Grund.
Die Gläubigen vor Pfingsten waren gläubig, und sie waren durch ihren Glauben gerettet, aber sie waren noch nicht vollendet. Sie waren nicht Teil des neuen, besseren Bundes. Sie konnten die in Christus für jeden Gläubigen des neuen Bundes erlebbare Vollendung noch nicht erleben.
Wir haben das gelesen: Hebräer 10,14, letztes Jahr. Wir sind für immer vollkommen gemacht, und zwar durch das Opfer Jesu.
Wir haben eine, den Alten, also den Patriarchen, den Gläubigen, die in dieser Zeit des alten Bundes gelebt haben, unbekannte Gewissheit unserer Errettung, unserer Rechtfertigung und unserer Erlösung. Ich hoffe, dass euch das klar ist.
Rettung von Sünden ist für uns sonnenklar. Wir haben den Heiligen Geist, mit dem Gott uns als Söhne leitet. Wir sind Familie. Wir haben einen einzigartigen Zutritt zum Allerheiligsten, durch Jesu Blut. Das ist Exklusivität pur.
Wir sind Erben und Miterben Christi. Das heißt, wir erwarten nicht nur Auferstehung und einen neuen Himmel und eine neue Erde, sondern der wird uns auch gehören. Wir haben ewiges Leben. Warum? Weil wir durch den Heiligen Geist von Neuem geboren sind. Wir haben dieses neue, fleischerne, dieses gereinigte Herz, auf das Gott seine Gebote schreibt. Wir haben das.
Und all das, was ich jetzt gesagt habe, und es ist wahrscheinlich noch mehr, was man sagen könnte, das ist das Bessere, das Gott für uns vorgesehen hatte. Das alles gab es im alten Bund nicht.
Und deshalb mussten die Patriarchen und all die anderen Glaubensvorbilder warten. Erst mit dem Anbruch des neuen Bundes, erst seit dem Kreuz, der Auferstehung und Pfingsten, wird auch für die Gläubigen des Alten Bundes der Weg ins himmlische Jerusalem aufgetan. Sie sollten vollendet werden.
Gott hält seine Versprechen, aber der Hammer ist nicht ohne uns. All die Vorbilder des Alten Bundes sind uns im Glauben vorangegangen, aber sie sind mit uns vollendet worden. Und das ist ein wichtiger Punkt.
Ihr wisst noch, worum es im Hebräerbrief geht: Leute überlegen sich, sollten wir vielleicht zu diesem alten Bund zurückkehren? Und jetzt kommt der Hebräerbriefschreiber und sagt, was für ein unsinniger Gedanke!
Die größten Helden des alten Bundes haben sich sehnsüchtig danach ausgestreckt, endlich das zu erleben, was wir erleben. Wenn wir Jesus haben, die haben sich danach ausgestreckt, durch Jesus vollendet worden zu sein. Wie dumm ist es dann, zurückzugehen zum Gesetz, von dem es an anderer Stelle in Hebräer 7,19 heißt, dass es nichts zur Vollendung gebracht hat?
Wie dumm ist dieser Gedanke, ins Judentum zurückzudriften, wenn alle die, die im Judentum gläubig waren, sagen: Die wollen hervornehmen, die wollen zu uns, die wollen das, was wir haben. Wie blöd, das alles aufzugeben! Wie blöd! Amen!
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