Generierte Mitschrift
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Das Geheimnis, das Weihnachten trägt
und am 24., am Samstag, Heiligabend, ein sehr bedeutendes Fest: Weihnachten. Denn was wir an Weihnachten feiern, ist absolut einzigartig in der ganzen Geschichte des Universums. Es wirkt fast unfassbar, und deshalb schrieb Paulus dem Timotheus vom Geheimnis.
Wie einzigartig ist das Geheimnis, auf das sich unser Glaube gründet? Und dann sagt er: Gott, der zu uns kam als Mensch, von Fleisch und Blut; der als Sohn Gottes beglaubigt wurde durch Gottes Geist; und der den Engeln erschien in seiner Macht. Er wurde verkündet unter den Völkern, im Glauben angenommen, in aller Welt und im Himmel mit Herrlichkeit gekrönt.
Das Geheimnis des Glaubens beginnt also damit, dass Gott als Mensch in Fleisch und Blut diese Welt besucht. Das ist einfach der Hammer! Gott besucht die Welt, Gott wird Mensch. Das kommt uns so leicht über die Lippen in unserem christlichen Abendland. Aber das ist eine der gewaltigsten Botschaften schlechthin: dass Gott die Welt besucht.
Das ist der Gedanke, von dem das erste Kapitel spricht, das wir eben gehört haben, des Johannesevangeliums. Johannes schreibt hier vom Geschehen an Weihnachten nicht als Beobachter dessen, was in Nazaret, auf dem Feld bei den Hirten oder in Jerusalem bei Herodes geschah oder was man in Bethlehem sehen konnte. Er beschreibt die geistliche Dimension dieser Weihnachten, so dass es nicht nur ein Jude verstehen kann, der sofort irgendwie eine Vorstellung hat, wer der Messias sein muss, sondern dass es auch ein Grieche verstehen kann, in der damaligen Zeit, der von diesem Gedankengut geprägt war, und dass wir heute verstehen können, was für eine tiefe Bedeutung das hat, was an Weihnachten geschehen ist.
Zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest möchte ich mit euch heute diese faszinierende Beschreibung des Johannes genauer betrachten.
Der Ursprung vor aller Zeit
Wir sehen als Erstes: Jesus schuf die Welt. Johannes beginnt ganz am Anfang, bevor die Welt, also alles, was wir sehen, geschaffen war. Da heißt es, und das können ja noch viele auswendig: Am Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Das Wort wurde nicht geschaffen. Es ist ganz wichtig, eine ganz tiefe christliche Überzeugung: Das Wort wurde nicht geschaffen, es existiert einfach. Seit Ewigkeit. Der, der das Wort ist, war am Anfang bei Gott, und dieser Ort, wo das Wort ist, muss ein wunderbarer Ort gewesen sein. Oder ist er heute noch, zum Glück.
Denn Jesus bittet seinen Vater im hohepriesterlichen Gebet: Vater, gib mir, wenn ich wieder bei dir bin, von Neuem die Herrlichkeit, die ich schon vor der Erschaffung der Welt bei dir hatte. Muss ein wunderbarer Ort sein. Gib mir wieder neu die Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt geschaffen wurde. Und wenn wir von Welt sprechen, sprechen wir vom Universum, bevor das Universum gestaltet wurde.
Das Wort, das von Anfang an bei Gott war, ist Jesus, der einzige Mensch, der den Vater des Himmels je gesehen hat. Jesus sagte das selbst. Er sagt: Nur der eine, der von Gott kommt, hat den Vater gesehen. Das ist er, das Wort, von dem Johannes spricht.
Damit aber nicht genug: Dieses Wort hat die Welt erschaffen. Das ist vielen gar nicht bewusst. Die tiefste neutestamentliche Überzeugung ist: Jesus Christus hat die Welt erschaffen. Durch ihn, heißt es nämlich ganz deutlich, ist alles entstanden. Es gibt nichts, was ohne ihn entstanden ist, gar nichts. Das Wort, das Christus ist, ist der Erschaffer des Universums.
Diesen Zusammenhang beschrieb übrigens auch Paulus den Korinthern. Eine komplette Übereinstimmung im ganzen Neuen Testament über diesen Gedanken. Paulus schreibt den Korinthern: Es gibt nur einen Gott, den Vater, von dem alles kommt und für den wir geschaffen sind, und es gibt nur einen Herrn, Jesus Christus, durch den alles geschaffen wurde, durch den auch wir das Leben haben.
Wenn alles durch Jesus, durch sein Wort, erschaffen wurde, dann gehören wir alle ihm. Die Bibel spricht eindeutig von einem Schöpfer. Und offenbar konnte es unser Schweizer Fernsehen am Freitagabend nicht verkneifen, sich einfach über diesen Gedanken, dass Gott die Welt erschaffen hat, lächerlich zu machen. Sie haben einen Ausschnitt gebracht aus Amerika, wie man da die Kreationisten, wie sie da praktisch die armen Kinder darüber unterrichten, dass Gott die Welt erschaffen hat, und wie doch die Wissenschaft heute klar bewiesen hätte, dass alles durch Zufall entstanden sei, in der Weihnachtszeit.
Aber ich kann euch eins sagen: Ist Jesus nicht der Schöpfer des Himmels und der Erde, dann können wir auch die Weihnachten vergessen. Dann können wir auch die Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofsstrasse runterholen, dann gibt es nichts zu feiern, überhaupt nichts. Denn wenn Jesus nicht der Schöpfer der Welt ist, haben wir keinen Erlöser.
Er ist auch der, der weiß, was wir brauchen, damit wir richtig funktionieren. Denn jeder, der etwas herstellt, der etwas konstruiert, der weiß, wie es funktioniert. Und wenn an einer Maschine etwas kaputt ist, dann gehe ich zum Konstrukteur. Der soll mir das flicken, weil er das weiß. So machen wir das. Ich gehe mit der Nähmaschine nicht zum Bäcker, wenn da was kaputt ist, sondern ich gehe zum Konstrukteur, der die Baupläne hat.
Und wenn wir unser Leben in Ordnung bringen wollen, dann sind wir bei Jesus genau richtig. Jeder Mensch hat diese Anlaufstelle, und das ist die einzig richtige Anlaufstelle, wenn wir unser Leben in Ordnung bringen wollen.
Licht, das sich nicht verdrängen lässt
Dieses Wort, durch das Jesus alles erschaffen wurde, ist voller Leben und Licht. In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht der Menschen.
Johannes sagt das in aller Deutlichkeit. Das Kind in der Krippe war nicht einfach ein normaler Mensch, und es war auch nicht nur ein hochbegabtes Baby. Das wäre alles völlig untertrieben. Das Kind in der Krippe ist der Sohn Gottes, der von Anfang an existierte.
Dieses Kind hat uns erschaffen, und auch jeden, der damals an der Krippe stand, hat dieses Kind erschaffen. Er hat die ganze Welt gestaltet. Gott besucht die Welt. Das Wort, das von Anfang an war, wurde in Jesus Christus sichtbar, greifbar und fassbar.
Seien wir uns dessen bewusst, woher Jesus kommt. Und das ist eine Attacke gegen jedes Denken, das Jesus für einen normalen Menschen hält, der irgendwann in seinem Leben vom Heiligen Geist erfasst wurde, dann praktisch das Göttliche in sich trug und später wieder von diesem Göttlichen verlassen worden wäre, sodass er wieder ein normaler Mensch gewesen wäre. Es stimmt nicht. Es ist eine absolute Lüge. Jesus ist das Wort, das von Anfang an war, bevor alles geschaffen wurde.
In der Krippe liegt der Sohn Gottes, der die Welt erschaffen hat, und alles andere ist Lüge. Und eigentlich würde man erwarten, dass die Menschen sich über das Erscheinen des Schöpfers freuen und ihm einen großen Empfang bereiten, größer als den des Bundespräsidenten in Zürich und Winterthur. Vielleicht so wie am 22. Juni 2002, als der amerikanische Präsident George W. Bush Berlin besuchte.
Dort herrschte der Ausnahmezustand. Taucher überprüften die Kanalisation, 35 Gullydeckel, also auf Dialekt tolle Deckel, wurden verplombt, damit man sie nicht mehr öffnen konnte. Straßenlampen wurden ständig kontrolliert, Papierkörbe abmontiert, Polizeihunde durchsuchten unermüdlich jede Ecke nach Sprengstoff. Die Polizei war mit über 10.000 Beamten im Einsatz. Das Gelände rund um den Pariser Platz wurde durch ein 1,8 Kilometer langes Absperrgitter komplett abgeriegelt. Bush bekam eine gepanzerte Limousine bereitgestellt, und bevor er ausstieg, postierten sich Scharfschützen an allen Ecken. Sogar der Koch wurde überwacht, damit er ihn nicht vergiftet.
Das ist doch ein Empfang! Der mächtigste Mann der Welt wird richtig empfangen! Oder denken wir an den Auftritt von Robbie Williams in Benissimo. Man bekam ja den Eindruck, die Schweiz würde wegen des einen Liedes, das er sang, Kopf stehen. Menschen haben stundenlang gefroren, um ein Billett zu bekommen. Selbst Benny Thurnherr schien von diesem ganzen Rummel ganz etwas unangenehm berührt. Er meinte dann, als man ihn diesbezüglich befragte, man sollte vielleicht etwas nüchtern bleiben. Robbie Williams sei nicht Jesus, er sei ein normaler Mensch, hat er gesagt.
Wir sind also durchaus in der Lage, für Menschen große Empfänge zu gestalten. Aber bei Jesus war das ganz anders. Maria musste froh sein, dass sie überhaupt einen Platz fand, wo sie gebären konnte. An der Krippe trafen sich nicht die Großen dieser Welt, die sich die Hände schüttelten, die VIPs. Sondern die offenbar unscheinbaren, unbedeutenden Menschen standen um diese Krippe. Und es dauerte nicht lange, da mussten Maria und Joseph mit Jesus fliehen.
Man wollte Jesus nicht feiern und ehren, nein, man wollte ihn ermorden, den Schöpfer der Welt.
Die Entscheidung zwischen Finsternis und Wahrheit
Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können. Die Finsternis nahm dieses Licht nicht auf. Vielmehr versuchte die Finsternis, das Licht zu vertreiben. Aber sie vermochte es nicht, das Licht auszulöschen. So bleiben Finsternis und Licht nebeneinander bestehen bis zum heutigen Tag.
Aber was beschreibt Johannes eigentlich mit diesem Begriff Finsternis? Mit Finsternis beschreibt er die Knechtschaft der Menschen unter Sünde und Lüge. Die Sünde und die Lüge sind die Finsternis. Dieses Licht hätte die Kraft, die Finsternis zu besiegen und zu beseitigen, also Sünde zu vergeben und Lügen zu entlarven.
Schon im Alten Testament kündigte Gott dieses Licht an: Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. Schon sein Kommen wurde vorbereitet. Johannes der Täufer war von Gott beauftragt worden, die Menschen in Israel auf dieses Licht vorzubereiten. Sie wussten es ja, die Propheten hatten es angekündigt. Johannes erklärte ihnen, dass er selbst nicht das Licht sei, sondern dass der, der kommen wird, das wahre Licht ist.
Und dann kam der Tag, an dem das Licht in diese Welt kam. Und dann geschah das Tragische: Er war in der Welt, aber die Welt, die durch ihn geschaffen war, erkannte ihn nicht. Kaum jemand interessierte sich für dieses Licht. Die Menschen wussten gar nicht, was sie mit Jesus anfangen sollten. Und die, die es hätten wissen müssen, das Volk Israel, wollten ihn nicht. Er, Jesus, kam zu seinem Volk, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen.
Warum wollten die Menschen nichts von diesem Licht wissen? Warum interessieren sich so wenige Menschen für Jesus? Warum laufen alle vorbei, wenn sie am Stauffacher sind und sehen, dass wir die christliche Botschaft weitergeben? Warum weichen uns die Leute aus, warum wollen sie nichts von Jesus wissen?
Diese Frage beantwortet Johannes später in seinem Evangelium selbst, in Johannes 3,19: Das Licht ist in die Welt gekommen, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, weil ihr Tun böse war. Das kennen wir doch, oder? Das kommt uns bekannt vor. Wenn wir etwas angestellt haben, dann wollen wir nicht, dass es beleuchtet wird. Wir wollen, dass es im Dunkeln bleibt. Niemand soll das je erfahren.
Sie waren nicht bereit, ihr Leben zu verändern. Sie waren nicht bereit, sich von Jesus ausleuchten zu lassen, obwohl das für sie heilsam gewesen wäre. Paulus sagte das noch in eindrücklicher Weise im Römerbrief: Obwohl die Menschen genau wissen, dass die, die so handeln, also sündhaft handeln, nach Gottes gerechtem Urteil den Tod verdienen, lassen sie sich nicht von ihrem Tun abbringen. Im Gegenteil: Sie finden es sogar noch gut, wenn andere genauso verkehrt handeln.
Wir wälzen uns gern in der Sünde. Der Mensch wälzt sich gern in der Sünde. Er ist lieber in der Finsternis, als sich dem Licht auszusetzen. Und auch wenn es so ist, dass Menschen die Sünde und die Finsternis mehr lieben als das Licht, haben wir denselben Auftrag zu erfüllen wie damals Johannes der Täufer. Wir sollen auf das Licht hinweisen, denn Jesus sagt zu seinen Jüngern: Ihr seid das Licht der Welt.
Wir haben heute als Gemeinde Jesu, als Christen, dieselbe Aufgabe wie Johannes der Täufer, nämlich auf dieses Licht hinzuweisen. Ob die Menschen es hören wollen oder nicht, das ist nicht unsere Sache. Aber sie sollen wissen: Da gibt es ein Licht, das in ihrem Leben etwas verändern kann, und zwar etwas zum Positiven.
Das neue Leben als Geschenk
Der dritte Gedanke: Jesus schenkt das Leben.
Die Menschen empfingen Jesus nicht so, wie es sich gebühren würde. Und das ist leider bis heute so, im Gegenteil. Sie verachten und verspotten dieses Licht. Man macht sich auch heute problemlos lustig über Gott. Ich denke manchmal, ich habe heute Morgen wieder gedacht: Wie lange schaut Gott zu, wie wir ihn verspotten, wie er öffentlich beleidigt wird? Wie lange schaut Gott zu, wenn sich andere lächerlich machen über Menschen, die glauben, dass er die Welt erschaffen hat? Wie lange schaut er zu?
Jesus wird verachtet und verspottet. Als Paulus den Korinthern erklärte, wussten viele nicht, mit wem sie es eigentlich zu tun hatten. Er sagte, keiner von den Machthabern dieser Welt hatte etwas von dem Plan gewusst. Keiner von ihnen hat Gottes Weisheit erkannt. Sonst hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht kreuzigen lassen.
Und wenn die, die Jesus gekreuzigt hatten, auch die Römer oder auch die Juden, wenn sie wirklich begriffen hätten, wen sie ans Kreuz schlagen, dann wären sie in Sack und Asche zusammengebrochen. Sie hätten alles sofort abgeblasen, sofort. Sie waren verblendet.
Doch es gibt Menschen, die sich diesem Licht stellen. Sie haben begriffen, dass Jesus sie reich beschenken will, dass Jesus ihnen nichts wegnehmen will, sondern dass Jesus ihrem Leben eine ganz neue Dimension geben möchte. Sie sind bereit, ihre Sünden und ihre Lügen von diesem Licht ausleuchten zu lassen und darüber Buße zu tun. Sie laden das Wort, das Licht, Jesus Christus, in ihr Leben ein.
All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Das ist kaum zu begreifen. Was für ein großartiges Geschenk Gott uns damit macht! Wir dürfen Gottes Kinder sein. Auch das ist etwas, was wir, denke ich, nie so wirklich begreifen, was das heißt.
Ich möchte es an einem Beispiel von einem Vater erzählen. Er berichtet, wie sein jüngster Sohn es verstand, sein Recht, Kind zu sein, in Anspruch zu nehmen oder dem Ausdruck zu geben. Der Vater war sehr erfolgreich in seinem Beruf und konnte deshalb mit der Familie in eine neue Wohnung ziehen, eine sehr große Wohnung, und konnte diese Wohnung komplett neu einrichten.
Als er mit seinem jüngsten Sohn durch diese Zimmer lief, beobachtete dieser junge Knabe, vielleicht acht Jahre alt, jeden Gegenstand ganz entzückt. In seiner kindlichen Bewunderung blieb er immer wieder vor jedem neuen Stück stehen und sagte dann: Gehört das uns, Vater? Dann ging er zum Nächsten und sagte: Gehört das auch uns, Vater?
Das Kind fragte nicht: Ist das und das dein, Vater? Nein, er fragte: Ist das uns, Vater? Wer hat es gekauft? Der Vater. Gehört das uns? Gehört das und das uns?
Und für den Vater war das keine Beleidigung. Er befürchtete nicht, der Sohn wolle sich etwas Unrechtmäßiges aneignen. Im Gegenteil: Der Vater freute sich über die Selbstverständlichkeit, mit der sich sein Sohn ihrem Besitz, seinem Besitz, aneignete. Gehört das uns?
Wir sind Kinder Gottes, alles gehört uns. Wir können sagen: Vater, dieser Berg, gehört der auch uns? Gott sagt: Ja, der gehört uns. Vater, und diese schönen Blumen, gehören die auch uns? Ja, die gehören uns. Wir sind Kinder Gottes. Und der Himmelfater, die Herrlichkeit, gehört die auch uns? Ja, die gehört uns. Dir und mir. Wir beide werden in der Herrlichkeit miteinander sein. Wir sind Kinder Gottes, alles gehört uns. Gott gab uns das Recht dazu.
Dieses Recht kann man nicht erarbeiten. Das kann man nicht erzwingen. Das kann einem kein Mensch geben. Nichts aus eigener Kraft ist da erhältlich. Denn dieser junge Knabe, der seinen Vater fragt: Ist das uns?, der hat überhaupt nichts für seine Geburt getan. Das haben seine Eltern getan, er wurde nie gefragt. Und wir können nichts dazu tun, dass wir neues Leben bekommen. Das hat alles Gott getan.
Sie wurden es weder aufgrund ihrer Abstammung noch durch menschliches Wollen noch durch den Entschluss eines Mannes, sie sind aus Gott geboren worden. Hier werden Menschen neu geboren. Jesus beschenkt sie mit einem neuen Leben, mit dem ewigen Leben. Das ist die Weihnachten des Herzens.
Der Tag, an dem Jesus in dein Leben eintritt, an dem Tag wird dein Leben hell. Und an dem Tag ist eigentlich Weihnachten, weil dort dann der Sohn Gottes in deinem Herzen geboren wird. Das ist die wahre Weihnacht, und das ist das Weihnachtsfest, das du in deinem Leben erleben musst. Und sonst nützen dir hundert Weihnachtsfeiern nicht. Und du kannst zweihundert Jahre alt werden und zweihundertmal Weihnachtsfeiern: Wenn es nicht in deinem Herzen geschieht, ist alles nur Fassade.
Weihnachten geschieht nur in unserem Herzen, da, wo Jesus sein zieht, wo Jesus neues Leben schafft, wo Jesus das Licht in mein Leben hineinbringt. Der Schöpfer des Himmels und der Erde lebt in mir drin. Das ist die tiefste biblische Überzeugung.
Das Wort wird sichtbar
Nochmals will Johannes in aller Deutlichkeit sagen: Er, Jesus, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Das ist einfach unmissverständlich klar. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt.
Dieses Wort, das beim Vater war, wurde Mensch von Fleisch und Blut. Der Begriff Wort ist in diesem Zusammenhang gar nicht so einfach zu verstehen. Es ist ja nicht ein geschriebenes Wort, von dem hier Johannes spricht, das hier Mensch wird. Es ist auch kein ausgesprochenes Wort, das hier Mensch wird.
Die Grundbedeutung des griechischen Wortes Logos sagte damals auch den Philosophen mehr als das, was wir unter Sprache und Wort verstehen. Man fragte nämlich nach dem Logos, zum Beispiel dem Logos einer Pflanze. Also stellte man die Frage, wieso eine Pflanze sich immer gleich entwickelt, warum eine Rose immer eine Rose wird. Was für ein Prinzip steckt dahinter? Wer macht denn das? Wo ist denn der Logos, wo ist die Logik, die Intelligenz, die dahintersteckt? Welches Prinzip, welcher Vorgang, welche Gesetzmässigkeit wird hier gesetzt? Das ist der Logos. Man fragte nach dem, was dahintersteht, dass alles wird.
Und Johannes macht es nun für ein und alle Mal auch allen Philosophen ganz deutlich: Der Logos, das Wort, ist nicht ein Prinzip. Es ist nicht eine unpersönliche Kraft oder Intelligenz, sondern der Logos ist die Person Jesus Christus, die auf diese Welt gekommen ist. Das ist das Wort. Dass das für alle einfach klar ist: Wer das macht, dass die Pflanzen blühen, wer das macht, dass alles lebt, ist die Person Jesus Christus. Das ist der Logos, nach dem ihr sucht.
Es ist ein „Gott wurde Mensch“, finde ich faszinierend. Deutlicher könnte man es nicht sagen. Wer Jesus eingeladen hat und mit ihm lebt, der kann sich freuen, denn dieses Leben wird vom grossen Reichtum geprägt. Wir alle haben aus der Fülle seines Reichtums Gnade und immer neue Gnade empfangen. Wir empfangen von Gott durch Jesus Christus einen unbeschreiblichen Reichtum, Gnade um Gnade, oder man könnte auch sagen: Geschenk um Geschenk.
Es sind aber nicht die Geschenke, die uns in dieser Welt reich machen, sondern es sind die Geschenke, die uns für die Herrlichkeit reich machen. An die Quelle des Lebens angeschlossen, und Johannes zitiert einige Kapitel später, wie Jesus das ausdrückt, in einem Bild, das mir einfach gefällt. Dieses Wort gefällt mir extrem: Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heisst, Ströme von lebendigem Wasser fliessen. Ein wunderbares Bild für Leben.
Ströme lebendigen Wassers, nicht von der Kläranlage weg, nicht zehnmal gereinigtes und verklortes Wasser, sondern von der Quelle her Ströme lebendigen, gesunden Wassers. Da kommt Leben, da kommt Kraft. Gnade um Gnade, Geschenk um Geschenk. Jesus schenkt das Leben.
Die kommende Herrlichkeit und der Auftrag bis dahin
Dieser Abschnitt beendet Johannes folgendermaßen: Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt.
So schließt sich der Kreis. Das Wort, das von Anfang an war, besuchte die Welt und ist nun wieder zurück beim Vater, dort, wo es herkam.
Und der Tag wird auch kommen, an dem Jesus mit Macht und Herrlichkeit in Erscheinung treten wird. Das dürfen wir an Weihnachten nie vergessen, in der Adventszeit, denn wir warten ja nicht, bis das Kind in die Krippe kommt. Wir erwarten, dass Jesus in seiner Herrlichkeit in Erscheinung tritt. So lesen wir auch in der Offenbarung: Jesus wird wiederkommen, auf den Wolken wird er kommen, und alle werden ihn sehen, auch die, die ihn durchbohrt haben. Sein Anblick wird alle Völker der Erde in Schrecken und Trauer versetzen. Ja, Amen, so wird es sein, auch für alle, die über Jesus gespottet haben.
Wir werden allerdings behaupten, es gibt keinen Gott, der die Welt erschaffen hat. Sie werden erschrecken, wenn Jesus in seiner Herrlichkeit in Erscheinung treten wird. Sie werden komplett geschockt sein, weil sie dann realisieren, dass ihr Leben auf einer Lüge aufgebaut hat, nicht auf der Wahrheit.
Und dann steht noch ein Vers weiter: Ich bin das A und das O. Man müsste eigentlich sagen: Ich bin das A und das Z, weil Alpha und Omega Anfang und Schluss des Alphabets sind. Im Deutschen ist es halt anders. Ich bin der Ursprung und das Ziel aller Dinge, sagt Gott der Herr, der ist, der war und der kommt, der allmächtige Herrscher. Das ist unser Gott.
Und wenn du Jesus dein Leben anvertraut hast und Buße getan hast, dann bist du das Kind dieses Herrschers. Und wenn er kommt, kannst du sagen: Herr, ist das unser? Vater, ist das unser? Ja, das ist unser. Die ganze Herrlichkeit ist unser.
Und es hat sich gelohnt, dass du Jahr für Jahr in Kauf genommen hast, dass man dich belächelt, weil du sagst, dass du mich liebst. Das alles gehört jetzt uns. Freuen wir uns auf diesen wunderbaren Tag, an dem sichtbar wird, wer wir wirklich sind, nämlich Kinder Gottes, wenn Jesus auf dieser Erde erscheinen wird.
Und bis dahin wollen wir nicht müde werden, dieses Licht bekannt zu machen. Das ist nämlich unsere Aufgabe. Jesus sagt selbst: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Möge Gott schenken, dass sich noch viele, viele Menschen diesem Licht aussetzen und dieses ewige Leben und dieses Licht des Lebens bekommen.
Gebet und abschließende Anbetung
Amen, ich bete mit uns.
Ich möchte dir danken, Vater, für diesen wunderbaren Abschnitt. Man kann es fast nicht ausdrücken, wie hier alles ausgesagt wird, wie großartig das alles ist. Wir können uns nur immer ein wenig daran herantasten.
Aber es ist wunderbar, dass wir wissen, Herr Jesus, dass du da warst, bevor die Welt war, und dass du uns besucht hast. Dass du dich hinrichten ließest, weil du uns liebst, und dass du uns reich beschenkst mit neuem, ewigem Leben, wenn wir mit unserer Finsternis in dein Licht treten. Wenn wir uns ausleuchten lassen und uns von dir heilen und erlösen lassen.
Denn du bist für uns gestorben am Kreuz auf Golgatha, und wir glauben, Herr Jesus, dass du in der Krippe gelegen bist, du, der du von Ewigkeit hergekommen bist, und nun zur Rechten des Vaters sitzt. Du, der du kommen wirst in Herrlichkeit, sichtbar für die gesamte Menschheit.
Und wir beten dich an, dass wir deine Kinder sein dürfen, Kinder des Höchsten, vom Höchsten beschenkt. Wir preisen deinen wunderbaren Namen. Amen.

