Serie•Teil 14 / 64Apostelgeschichte
Generierte Mitschrift
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Die Frage nach dem Ursprung des Glaubens
Wir lesen wieder Apostelgeschichte 8. Und es geht darum, dass wir nicht irgendwie sehr persönlich an Jesus glauben, jeder für sich allein oder so als kleines Grüppchen für uns Glauben definieren, was das dann auch immer bedeutet, sondern dass wir Teil werden einer Tradition, Teil einer weltweiten Jesusbewegung, die in Jerusalem ihren Anfang genommen hat.
Wer diesen Blick zurück zu den Ursprüngen nicht ernst nimmt, der steht in der Gefahr, dass er alte Denkmuster, die er aus seinem Heidentum zum Beispiel mitgebracht hat, wo er noch nicht geglaubt hat, dass er diese Denkmuster unreflektiert in seinen neuen Glauben einfach mit hineinmischt. Und weil ich nicht genug nachgedacht habe, woher mein Glaube kommt, komme ich am Ende zwar vielleicht getauft bin und irgendwie glaube, aber doch in einer Form von Gottesdienst an, die eigenwillig ist, die selbstgemacht ist, die vielleicht, man nennt das da noch synkretistisch ist, wo ich verschiedene Religionen zusammenmische.
Und wenn man mich fragt: Bist du gläubig?, sage ich: Ja, klar. Bist du getauft? Ja. Gehst du zum Gottesdienst? Ja. Aber wenn man tiefer bohrt, merkt man: Da fehlt etwas. Da fehlt ein tiefes Verständnis von Glauben.
Also zwei Gefahren stellt uns Lukas hier mit diesen zwei großen Erzählungen vor. Einmal die Gefahr Stephanus: Ich denke zu klein von Gott, zu statisch von Gott. Gefahr Nummer zwei, das, was wir uns heute anschauen: Ich denke, dass ich mit Gott alles machen kann, Hauptsache ich glaube, in Anführungs- und Schlusszeichen.
Schauen wir uns die zweite Gefahr also an.
Ein Gebiet zwischen zwei Welten
Philippus ist auf seiner Flucht in einer Stadt in Samaria gestrandet. Samaria ist ein Gebiet. Südlich davon liegt Judäa, dort liegt Jerusalem. Nördlich davon liegt Galiläa.
In Samaria wohnten die Samariter. Die kennen wir aus der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Es war ein Mischvolk, also nicht wirklich Juden. Sie hatten einen Glauben, der irgendwie jüdisch war und dem jüdischen Glauben ähnelte. Sie glaubten an die fünf Bücher Mose, den Rest des Alten Testaments aber nicht. Sie hatten einen Berg, auf dem ein Tempel stand: den Berg Garizim. Man muss sagen: stand, denn der Tempel ist etwa hundert irgendwas vor Christus von den Juden einfach plattgemacht worden. Das hat nicht unbedingt zur Völkerverständigung beigetragen zwischen Juden und Samaritern, keine Frage. Die konnten also nicht wirklich gut miteinander.
Wir wissen, dass die Samariter, weil sie irgendwie jüdisch waren, an einen Messias glaubten. Woher wissen wir das? Wir wissen das, weil es ein ganz bekanntes Gespräch gibt zwischen Jesus auf der einen Seite und einer Samariterin auf der anderen. Aus Johannes 4 möchte ich euch ein paar Verse vorlesen. Da heißt es in Johannes 4,25:
Jesus spricht mit der Frau am Jakobsbrunnen. Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus genannt wird. Wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen.
Vers 26:
Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet.
Aha, was passiert jetzt?
Vers 28:
Die Frau nun ließ ihren Wasserkrug stehen, ging weg in die Stadt und sagte zu den Leuten: Also hier ist eine Samariterin, die auf den Messias wartet. Jesus sagt: Ich bin es. Sie lässt den Wasserkrug stehen, sie geht in ihre Stadt, sie redet zu anderen Samaritern.
Vers 29:
Kommt und seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Dieser ist doch nicht etwa der Christus?
Sie gingen aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.
Vers 39:
Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritern an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
Also, wir haben hier mindestens eine Stadt in Samaria, wo schon einmal Jesusglaube angefangen hatte. Und Philippus erlebt jetzt genau dasselbe an dem Ort, wo er hinkommt.
Erfolg, der noch nicht das Ziel ist
Wir lesen wieder Apostelgeschichte 8, und da heißt es jetzt ab Vers 4:
Die Zerstreuten nun gingen umher und verkündigten das Wort. Philippus aber ging hinab in eine Stadt Samarias und predigte ihnen den Christus. Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde, indem sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. Denn von vielen, die unreine Geister hatten, fuhren sie aus, mit lauter Stimme schreiend. Und viele Gelähmte und Lahme wurden geheilt. Und es war große Freude in jener Stadt.
Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sie sich taufen, sowohl Männer als auch Frauen.
Ist toll, oder? Philippus kommt, predigt, die Leute werden gläubig, und sie lassen sich taufen. Eigentlich müsste man sagen: Alles super. Es gibt nur ein kleines Problem.
Vers 14:
Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten. Und jetzt werden wir aufmerksam, denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
Und für uns mag das jetzt nicht so das Drama sein, aber hier werden Menschen gläubig, getauft, und sie bekommen nicht den Heiligen Geist. Hier stimmt etwas nicht. Bitte denkt nicht, es ist unwichtig, ob ich den Heiligen Geist habe.
In Römer 8 wird Paulus sagen, dass der, der den Geist Gottes nicht hat, nicht sein ist. Römer 8,9.
Im Epheserbrief lesen wir am Anfang, Epheser 1,13-14, dass der Heilige Geist Gottes die Anzahlung ist, die er jedem Gläubigen gibt, damit wir wissen: Wir gehören wirklich dazu. Er ist unsere Anzahlung auf die Ewigkeit, damit wir ganz sicher sein können, dass wir wirklich ans Ziel kommen.
Woran man echten Geistbesitz erkennt
Lustige Stelle aus Apostelgeschichte 19 ganz am Anfang: Da trifft Paulus auf Johannesjünger, also auf Leute, die früher mit Johannes dem Täufer zu tun hatten und von Johannes dem Täufer getauft wurden. Jetzt sind sie irgendwie in die Nähe der Christusbewegung gespült worden.
Was er sie fragt, ist etwas, das ich unglaublich gerne manchen Theologen fragen würde. Er fragt sie nämlich: Wann habt ihr den Heiligen Geist empfangen? Er fragt sie nicht nach einem Bekenntnis, nicht nach ihrer Lebensgeschichte. Wann habt ihr den Heiligen Geist empfangen?
Die Frage ist gut, weil wir wissen, dass der Heilige Geist zur Standardausstattung des neuen Bundes zählt. Wenn der neue Bund im Alten Testament beschrieben wird, in Hesekiel 36, dann wird er beschrieben als ein Bund, der sich dadurch auszeichnet, dass Gott sagt: Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben, und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben, und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben.
Das ist neuer Bund. Und deswegen ist die Frage auch an euch total gerechtfertigt: Sag mal, wann habt ihr denn den Heiligen Geist gekriegt?
Und wenn du die Frage nicht beantworten kannst, wenn du getauft bist, aber nicht weißt, ob du den Heiligen Geist hast, oder du hast ihn vielleicht nicht, dann wird diese Geschichte der Samariter für dich total spannend.
Jetzt wird der eine oder andere denken: Ja, woher weiß ich denn, dass ich den Heiligen Geist habe? Kriegt man da so einen blauen Punkt auf der Stirn? Fährt mein Auto dann nur noch fünfzig in der Stadt?
Und man könnte da ein eigenes Thema darüber machen, das will ich nicht machen. Ich möchte euch einen kleinen Vers zeigen, einen einfachen Test, woran ich entscheiden kann, und das kann nur ich für mich selber machen, das kann kein anderer, woran ich entscheiden kann, ob ich den Heiligen Geist habe.
Der Heilige Geist bewirkt nämlich etwas in mir. Da heißt es in Galater 4,6, und die Stelle finde ich so total schön: Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!
Wenn du den Heiligen Geist hast, dann kannst du das in dir drin spüren. Du kannst es wissen, wenn es in dir ein intimes Rufen nach Gott gibt, nicht nur ein intellektuell verstandenes Wissen, dass Gott mein Vater ist. Das kann jeder.
Aber wenn du in dich hineinhorchst und merkst, da gibt es in mir mehr, da gibt es in mir eine innere Realität, eine tiefe, persönliche, intime Beziehung mit seinem Vater im Himmel, etwas, was du nicht machen kannst, weil dein menschlicher Geist dazu nicht in der Lage ist, was aber in dem Moment passiert, wo der Geist Gottes in dir Wohnung nimmt, dann, wenn du sagst: Hey, ja, das ist bei mir so, dann traue dich auch zu sagen: Ich habe den Heiligen Geist.
Ein Glaube, der nur Oberfläche bleibt
So, es gäbe viel dazu zu sagen. Das will ich nicht, weil wir uns ja das Problem der Samariter anschauen wollen. Denn sie sind getauft und haben den Heiligen Geist nicht. Sie haben genau diese Erfahrung zum Beispiel einfach gar nicht. Woran kann das liegen?
Ich sage mal, woran es nicht liegt: Es liegt nicht an Philippus. Es liegt nicht daran, dass Philippus ein so schlechter Evangelist war, dass sie es einfach nicht verstanden haben. Das weiß ich, weil wir noch eine Geschichte mit Philippus lesen. Da redet er mit einem Kämmerer aus Äthiopien, und er macht alles richtig. Er kennt das Evangelium, kann es erklären, und Leute kommen durch ihn im Allgemeinen zum Glauben.
Frage: Warum funktioniert das irgendwie bei den Samaritern nicht? Und wenn wir uns das anschauen, gehen wir noch einen Schritt weiter und fragen uns: Wovon waren die Samariter eigentlich beeinflusst? Sie haben auf der einen Seite diesen irgendwie jüdischen Glauben, aber in dieser Stadt kam etwas anderes hinzu. Diese Leute waren zusätzlich noch beeinflusst von einer anderen Quelle, so will ich das mal sagen. Und die schauen wir uns an in Apostelgeschichte 8, ab Vers 8.
Da hieß es: Und es war große Freude in der Stadt. Jetzt schauen wir uns die Stadt genauer an. Ein Mann aber mit Namen Simon befand sich vorher in der Stadt. Der trieb Zauberei. Und mit Zauberei ist jetzt nicht so ein Zauberer gemeint im Varieté oder im Zirkus. Sondern hier geht es um so einen Hexenmeister, hier geht es um heidnisch-okkulte Praktiken, hier geht es um Zauberformeln, hier geht es um Dunkles, um dunkle Magie.
So, ein Mann aber mit Namen Simon befand sich vorher in der Stadt. Der trieb Zaubereien und brachte das Volk von Samaria außer sich, indem er von sich selbst sagte, dass er etwas Großes sei, oder ein Großer sei. Dem hingen alle vom Kleinsten bis zum Größten an und sagten: Dieser ist die Kraft Gottes, die man die Große nennt.
Also wir merken: Dieser halbe jüdische Glaube wird hier eben mal weggeschwemmt von okkulten Erfahrungen, von Zauberei, von heidnischen Praktiken. Und die sind alle total begeistert, dass sie diesen Simon haben. Ich muss da manchmal dran denken, wie ein halbes Christentum in Deutschland von ähnlich okkulten Erfahrungen weggeschwemmt wird und Leute sich immer danach sehnen, etwas zu erleben.
Also sie hingen ihm an, weil er sie lange Zeit mit den Zaubereien außer sich gebracht hatte.
Begeisterung ist noch keine Rettung
Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sie sich taufen, sowohl Männer als auch Frauen, auch Simon.
Auch Simon selbst glaubte, und als er getauft war, hielt er sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und großen Wunder sah, die geschahen, geriet er außer sich.
Ey, das ist doch super, das klingt nach einer absoluten Erfolgsgeschichte. Philippus kommt, predigt das Evangelium, vorher war er so ein großer Zaubermeister, es war Aberglaube, und jetzt wird sogar die Speerspitze der dunklen Mächte, Simon, gläubig und wird getauft und ist begeistert. Das ist eigentlich super, was wünscht man sich denn mehr?
Und doch ist irgendetwas nicht richtig. Irgendwie reicht es nicht, und ich hoffe, dass sich jetzt eure evangelikalen Nackenhaare ein bisschen aufstellen: Irgendwie reicht es nicht, einfach nur gläubig zu sein, getauft zu sein und begeistert zu sein. Das reicht nicht. Und ich weiß nicht, wie es euch damit geht, wenn ich das sage.
Ich sage das noch einmal: Es reicht nicht, um gerettet zu werden, den Heiligen Geist zu bekommen, Teil des neuen Bundes zu sein, wenn du gläubig bist, getauft bist und begeistert bist. Es reicht deshalb nicht, weil es Glauben gibt, der eigentlich den Namen nicht verdient, aber er wird halt trotzdem Glauben genannt. Man müsste in der Bibel eigentlich immer Anführungs- und Schlusszeichen setzen. Es gibt Glauben, der ist eigentlich kein richtiger rettender Glaube.
Warnungen vor einem bloßen Bekenntnis
Mich erinnert das an Johannes, Kapitel 2, nach der Reinigung des Tempels, Johannes 2, ab Vers 23. Da passiert so etwas Ähnliches.
Als Jesus aber zu Jerusalem war, am Passa, auf dem Fest, glaubten viele an seinen Namen, als sie seine Zeichen sahen, die er tat. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis gebe von dem Menschen; denn er selbst wusste, was in dem Menschen ist.
Weisst du, was hier steht? Hier steht, die Menschen glauben an Jesus, aber Jesus glaubt nicht an die Menschen. Warum? Weil er weiss, was in dem Menschen ist. Er weiss, was von dieser Sorte Begeisterungs- oder Groupie-Glaube ist. Ja, es ist toll, die Zeichen, ja, super. Er weiss genau, was davon zu halten ist. Und deswegen glauben sie an ihn, aber er nicht an sie. Das ist ein Glaube, der nicht rettet.
An anderer Stelle beschreibt Jesus einen Glauben. Dann benutzt er das Bild eines Sämanns, der den Samen ausstreut, nämlich das Wort Gottes. Und dann spricht man vom vierfachen Ackerfeld. Da gibt es also Samen, Wort Gottes, der fällt auf einen Boden. Da ist unten Stein und so eine kleine Schicht Erde drüber. Und da fällt der Same drauf und treibt sofort aus. Dann geht die Sonne auf, und weil der Same keine tiefe Wurzel hat und die Feuchtigkeit ihm entzogen wird, verdorrt er.
Und dann fragt man Jesus: Was bedeutet dieses Gleichnis? Was sind das für Leute, die du damit meinst? Und in Lukas 8,13 – wir hatten den Vers schon miteinander, aber ich möchte ihn trotzdem wiederholen – sagt er dann: „Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen.“ Begeisterung, hippipura! „Und diese haben keine Wurzel. Für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.“
Es ist ein Glaube, der keine Widerstandskraft hat. Es ist ein Glaube, der keinen Tiefgang hat. Und wird es schwierig oder unangenehm, zu diesem Glauben zu stehen, machen andere von aussen Druck, dann gebe ich den Glauben wieder auf.
Wenn Glaube nur noch Behauptung ist
Und es gibt noch eine Art von Glauben, die nicht rettet. Im Jakobusbrief, Kapitel 2, fragt Jakobus so ein bisschen. Das ist eigentlich eine rhetorische Frage. Jakobus 2,14: Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke?
Sag mal, was ist ein Glaube wert, der eigentlich nur ein Lippenbekenntnis ist, und du schaust in das Leben von so jemandem hinein und siehst rein gar nichts von diesem Glauben? Hat so ein Lippenbekenntnis einen Wert?
Und Jakobus wird nicht müde, vor einem solchen Glauben zu warnen. Vers 17: So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.
Vers 21: Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden? Und denken Sie mal: Hallo, ist Abraham nicht der, den man überall als Vorbild dafür nimmt, dass es aus Glauben geht? Aber Jakobus schaut tiefer und sagt: Ja, natürlich ist die Gerechtigkeit aus Glauben, aber dieser Glaube ist doch nicht ein Glaube an den großen Kürbis von Charlie Brown, sondern das ist doch ein Glaube, der eine Wurzel in Gott hat und sich in meinem Leben widerspiegelt.
Und deswegen sagt Jakobus: Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf den Opferaltar legte? Und er kann dann unglaublich pointiert sagen: Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und der Glaube aus den Werken vollendet wurde.
Wow, er geht sogar noch einen Schritt weiter in Vers 24: Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein. Jetzt wisst ihr, warum Luther mit dem Brief ein Problem hatte. Aber es ist logisch: Nicht jede Art von Glauben, nicht behaupteter Glaube, nicht Glaube, der nur auf Begeisterung aufgebaut ist und keinen Tiefgang hat, nicht ein Glaube, der so ein Groupie-Glaube ist – das ist kein wirklicher Glaube, der retten kann.
Das Herz hinter der religiösen Fassade
Und deswegen können wir, wenn wir das einmal verstanden haben, dass manchmal Glaube draufsteht, aber kein Glaube drin ist, uns jetzt die Frage stellen: Was rettet uns davor, einen solchen halben Glauben zu haben? Einen Glauben, bei dem Gott sagt: Das ist mir zu wenig, um dir den Heiligen Geist zu geben?
Was rettet uns davor, einen solchen Glauben zu haben? Und wir werden uns an dieser Stelle noch einmal mit Simon beschäftigen müssen, mit Simon, der in Samaria ist, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt, in dieser Stadt. Einer ist, der auch zu denen zählt, die merken: Wir haben ein Problem.
Wie reagiert Simon auf die Ankunft der Apostel? Die Apostel kommen ja von Jerusalem, legen die Hände auf, und plötzlich gibt es den Heiligen Geist. Vers 17: Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.
Und was macht jetzt, nachdem das Problem beseitigt war, der gute Simon? Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld und sagte: Gebt auch mir diese Macht, dass der, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt.
Und jetzt kannst du denken, das ist ein lustiges Missverständnis. Aber was diese Bitte hier tut, ist: Sie offenbart das Herz von Simon. Er ist äußerlich gläubig und getauft und begeistert, aber er hat überhaupt nicht verstanden, worum es beim Christsein eigentlich geht. Er hat sich von seinen alten heidnischen Vorstellungen noch gar nicht abgewandt, er hat sie nur christlich angestrichen.
Als Zauberer bist du mit dunklen Mächten vertraut. Du hast dich vor kurzem noch feiern lassen als die große Kraft Gottes. Und jetzt merkst du: Na ja, es gibt da andere, die Apostel, das sind anscheinend so die Obermagier von so einer anderen spirituellen Powersekte, ja, den Christen. Und du denkst dir: Okay, ja, ich möchte hier ins Geschäft einsteigen. Das ist das ganz Normale, was hier kommt.
Und du weißt genau, was es braucht, um ins Geschäft einzusteigen. Du machst das, was du immer gemacht hast: Du legst genug Geld auf den Tisch. Und du bringst damit voll zum Ausdruck: Ich habe überhaupt nicht verstanden, was dieser Glaube, der mir da begegnet ist, inhaltlich bedeutet. Ich übertrage einfach meine alten Konzepte. Es geht um Macht, es geht um dunkle Mächte, und diese Macht, das ist der Heilige Geist. Es geht darum, diese Mächte zu beherrschen, und das tun die Apostel. Und ich möchte auch jemand werden, der das kann. Und alles hat doch seinen Preis, oder?
Er hatte das Evangelium gehört, er hatte das Evangelium vom Reich Gottes gehört, aber er ist nicht zu einem rettenden Glauben durchgedrungen.
Umkehr statt religiöser Anpassung
Und wir sehen, wie Petrus darauf reagiert, Vers 20: Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben. Freunde, du bist überhaupt nicht gerettet. Behalte dein Geld, dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei.
Was bildest du dir denn ein? Was denkst du denn, wie Christsein funktioniert? Du hast weder Teil noch Recht an dieser Sache. Denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Dieser Mensch ist auf dem Weg ins Verderben. Gott spielt in seinem Leben nicht die Rolle Gottes, sondern er spielt mit Gott. Er denkt in seinen alten Kategorien, und er möchte Gott einfach nur benutzen.
Und jetzt sagt Petrus etwas zu ihm. Was muss jemand tun, der merkt: Ich habe mir hier einen Glauben angewöhnt, der eigentlich mehr geprägt ist von dem, woher ich komme, von meinem alten Denken, als von dem, was Gott eigentlich möchte? Was muss ich tun, wenn ich merke, ich habe vielleicht auch nicht den Heiligen Geist bekommen? Ich bin vielleicht auch nur so einer, der mitgeschwommen ist, der äußerlich dazugehört.
Und Petrus sagt, Vers 22: Tu nun Buße über deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir etwa der Anschlag deines Herzens vergeben werde. Tu Buße, ganz einfach. Hätte er viel früher tun sollen, hat er aber nicht. Er ist in einen halben Glauben, in einen Pseudoglauben, reingerutscht.
Tu Buße, Vers 23, denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle und in Banden der Ungerechtigkeit bist. Voll bitterer Galle, in Banden. Du bist ein Sklave der Sünde, du bist da nie rausgekommen, du bist nie von Jesus wirklich freigemacht worden. Du bist eigentlich noch verloren.
Die falsche Art, Hilfe zu suchen
Und jetzt sagt Simon etwas, und das klingt gut, aber ich glaube, es ist total böse. Simon aber antwortete und sprach: Bittet ihr für mich, den Herrn, damit nichts über mich komme von dem, was ihr gesagt habt.
Er hat Angst, logisch. Was hätte er tun sollen? Was wollte Petrus? Petrus sagte: Tut Buße. Jetzt zerbrich doch endlich vor Gott und gib zu, dass in dir ein vom Neid zerfressenes Herz steckt, das dich eigentlich in jede Sünde hineintreibt, die du möchtest. Jetzt zerbrich doch bitte endlich vor Gott, tu Buße!
Das Einzige, was er kann, ist, er kann sagen: Bittet ihr für mich. Das klingt so fromm, aber es ist so falsch, weil ein anderer mich nicht retten kann. In seiner alten Vorstellung konnten natürlich die Obermagier, die, die die Mächte beherrschten, die, die die Zaubersprüche kannten, die wussten, wie man das okkulte Ritual durchführen muss, die hatten Macht. An die musste ich mich wenden.
Und aus diesem Denken heraus sagt er jetzt: Bittet ihr für mich. Und was er überhaupt nicht versteht, ist, dass der Gott, mit dem wir es zu tun haben, dich persönlich bittet: Lass dich retten. Du musst dich nicht an Heilige wenden, an Apostel wenden, an irgendwelche Kirchenleute wenden. Du musst persönlich vor Gott erscheinen. Du musst persönlich auf die Knie gehen. Du musst sagen: Herr, ich habe ein Problem, und du bist mein Retter. Ich möchte Buße tun, ich möchte dich als meinen Herrn aufnehmen, bitte, Herr, rette mich!
Und dieser Simon kommt überhaupt nicht aus diesem Denken heraus, und wir wissen auch nicht, was aus ihm geworden ist.
Zurück zum Ursprung des Glaubens
Wie schaffe ich das, dass ich nicht einen Glauben entwickle, der mehr geprägt ist von dem, was ich früher geglaubt habe, von meinen alten Denkmustern, also von dem, was Gott möchte? Wie komme ich zum Original?
Die Antwort steckt hier in der Geschichte. Was mussten die Samariter tun, um den Heiligen Geist zu bekommen? Sie mussten die Apostel von Jerusalem zu sich kommen lassen. Sie mussten es zulassen, dass die Apostel ihnen die Hände aufgelegt haben und ihnen den Heiligen Geist vermittelt haben. Warum? Weil es ein Problem gab.
Und das ist der letzte Punkt: Johannes 4,22. Noch einmal das Gespräch Jesu mit der Samariterin. Jesus beschreibt den Glauben der Samariter und sagt da: Ihr betet an, was ihr nicht kennt. Wir beten an, was wir kennen; denn das Heil ist aus den Juden.
Die Samariter glauben irgendwie an den Gott der Bibel, aber Jesus sagt: Ihr kennt ihn nicht wirklich, ihr wisst nicht, wer Gott ist. Und wir wissen, dass es diese Feindschaft gab zwischen den Samaritern auf der einen Seite und den Juden auf der anderen Seite. Und Jesus sagt: Das Heil kommt aus den Juden.
Und was Gott von den Samaritern verlangt, ist, dass sie ihren Antisemitismus herunterschlucken und dass sie zugeben, dass Gott in der Geschichte nicht durch sie und durch ihre Interpretation des jüdischen Glaubens gehandelt hat, sondern durch das Volk der Juden, durch den Tempel, die Opfer, den Hohenpriester, durch alles das, was das Alte Testament uns da zeigt. Dadurch hat Gott gehandelt, und dadurch hat Gott seinen Messias in die Welt gebracht.
Wenn die Samariter glauben wollten, so wie Gott es sich vorstellt, einen Glauben mit Heiligem Geist, wenn sie Teil werden wollten des neuen Bundes, wenn sie wahres Christentum erfassen wollten, mussten sie sich mit dem Original auseinandersetzen. Und dieses Original hat eine jüdische Vergangenheit.
Die abschließende Frage an das eigene Leben
Jetzt die Frage: Was hat das mit uns zu tun?
Ich möchte am Ende dieser Predigt eine Frage stellen. Es ist die Frage: Wie geht es dir mit deinem Glauben? Reicht es dir, irgendwie an Jesus zu glauben, vielleicht getauft zu sein, dich von dem genialen Lobpreis, von Gebetserhörungen und vom Gottesdienst begeistern zu lassen? Oder möchtest du so glauben, wie die Apostel das vorgelebt und festgelegt haben?
Wenn du sicherstellen möchtest, dass dein Glaube nicht so ein Mischmaschding ist, das weder Fisch noch Fleisch ist, dann wirst du dich mit der Frage beschäftigen müssen: Wo kommt mein Glaube her? Wie ist dieser Gott? Wie ist dieser Gott Israels? Und kenne ich ihn wirklich?
Und ich möchte euch am Ende auch mit dieser Frage entlassen. Ich möchte dir die Frage stellen: Kennst du Gottes Vorstellung davon, was Glauben ist? Hast du dich tief hinein in die Herkunft deines christlichen Glaubens hineingebohrt, weil du sagst: Ich möchte Gott kennen? Ich möchte nicht, dass Jesus einmal zu mir sagt: Du kennst mich eigentlich gar nicht.
Ich möchte mein Leben um dieses Zentrum wahren Christseins aufbauen. Dieses Zentrum besteht darin, dass ich Gott besser und besser und besser kennenlernen möchte, ihm näher und näher kommen möchte. Wenn du sagst: Ja, das ist so, dann wirst du jemand sein, der sich viel mit der Bibel beschäftigt. Dann wirst du sagen: Ich möchte die Geschichte meines Glaubens nach hinten nachvollziehen. Ich möchte wissen, wie Gott ist.
Und wenn du merkst, das ist bei mir nicht so, mir reicht das, was ich habe, und für mich ist dieses ganze Nachdenken über Gott vielleicht eher störender Ballast. Ich will eigentlich mein altes Leben mit meinen alten Prioritäten weiterführen. Ich möchte aber trotzdem, wie Simon, nicht verloren gehen, mich aber auch nicht an Gott verlieren. Wenn das so ist, dann möchte ich dir sagen: Pass auf. Es gibt diese Geschichte. Es gibt Menschen, die haben zu wenig nachgedacht über das, was sie glauben, und sind am Ende am Ziel vorbeigegangen. Das wäre total schade. Pass auf, dass dir das nicht passiert.
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