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Das Evangelium im gesamten Gottesdienst

2. Korinther 2,201.03.2013
Du willst Gott anbeten? Dann muss dein Blick weg von dir und hin zu Christus. Erst wenn das Kreuz im Zentrum steht, wird Lobpreis echt und nicht nur Stimmung.

Der Mittelpunkt des Gottesdienstes und die erste Eingrenzung des Themas

Guten Morgen zusammen! Ihr strahlt und seid frisch, das ist gut.
Das Evangelium ist im Zentrum des gesamten Gottesdienstes. Als wir die Themen so besprochen haben und es dann hieß: Christian, du kannst ja mal darüber sprechen, habe ich gedacht: Ja, das mache ich. Und als ich dann bei der Vorbereitung saß, habe ich gedacht: Eigentlich könnte man über dieses Thema eine ganze Konferenz machen. Und dann zu jedem Unterpunkt eine Einheit: das Evangelium im Zentrum des Gebets, das Evangelium im Zentrum des Gesangs, im Zentrum der Predigt, im Zentrum des Abendmahls, im Zentrum der Taufe, im Zentrum des Kindergottesdienstes, im Zentrum des Buchladens, im Zentrum des Kaffees, im Zentrum des Guten-Morgen-Sagens usw. usf.
Was ich sagen will, ist: Wenn ihr jetzt meint, ich kriege das erschlagen, den ganzen Gottesdienst, das Evangelium in allen Aspekten, dann muss ich euch enttäuschen. Ich habe mich auf zwei Dinge konzentriert. Das eine ist das Evangelium im Zentrum unseres Gesangs, wie wir es auch manchmal nennen: Lobpreis. Ich meine damit jetzt den Gesang. Und wenn noch Zeit ist, spreche ich vielleicht auch noch an das Evangelium im Zentrum des Kindergottesdienstes.
Lasst uns mal unsere Bibel nehmen: 1. Korinther 2,2, so als Ausgangstext, der uns in den folgenden Gedanken ein Stück weit leitet. Da schreibt Paulus an die Korinther: Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten.
Der ehemalige amerikanische Präsident Theodor Roosevelt war bekannt, oder ist bekannt dafür, dass er ein recht egoistischer oder egozentrischer Mensch war. Und in Amerika, wenn ihr mal Beerdigungen erlebt habt, vor allen Dingen Beerdigungen, so Staatsbegräbnisse, da gibt es dann immer so eine Musikkapelle, die dann auch noch aufspielt, und dann ist da noch eine Posaune am Grab. Das erregt sehr viel Aufmerksamkeit. Und die Tochter von Präsident Roosevelt hat über ihren Vater gesagt, weil er immer so viel Aufmerksamkeit erhaschen wollte: Mein Vater möchte auf jeder Hochzeit die Braut sein und auf jeder Beerdigung die Posaune am Grab.
Nun mag man darüber denken, was man will. Ich weiß nicht, ob ich auf jeder Hochzeit die Braut sein möchte. Ich glaube nicht. Mir war es schon genug, dass ich einmal Bräutigam war. Es war wunderbar. Aber was die Tochter damit aussagt und ausdrückt, ist, dass dieser Mann sehr gerne im Mittelpunkt des Geschehens stehen wollte.
Nun sagst du bei dir vielleicht: Ja gut, das ist irgend so ein Präsident, das geht mich nichts an. Aber ich glaube, und ich würde so weit gehen: Wir alle neigen dazu, gerne im Mittelpunkt stehen zu wollen. Vielleicht möchtest du nicht unbedingt bei jeder Beerdigung der Mittelpunkt sein. Das ist auch gut so. Aber wir haben es wahrscheinlich alle schon mal erlebt, dass wir zum Beispiel nach dem Gottesdienst festgestellt haben: Die Leute gehen an uns vorbei, und keiner grüßt uns. Vielleicht einige, aber nicht die, von denen wir es erwartet haben. Wir stehen nicht in dem Mittelpunkt, wie wir ihn uns vorstellen. Wir werden nicht so beachtet.
Oder du bist krank, und das Telefon ist so furchtbar still. Keiner ruft an. Und du denkst bei dir: Mensch, ist denn da keiner, der an mich denkt? Das ist ein Stück weit gut. Und wir haben gestern darüber gehört: Es gibt gewisse Bedürfnisse, die sind in sich nicht schlecht. Es ist gut, wenn auch wir uns umeinander kümmern. Aber wenn das uns dazu bringt, dass wir innerlich verbittert werden über die Gemeinde, die ja so lieblos ist und sich nicht bei uns meldet, dann haben wir etwas getan, nämlich uns selbst ein Stück weit angebetet und nicht Gott.

Die eigentliche Ausrichtung des Menschen und die Frage nach wahrer Anbetung

Unser Wesen ist durch die Verdorbenheit der Sünde so geprägt, dass wir uns selbst anbeten möchten. Wir sind egoistisch, menschenzentriert und ichzentriert im Denken. Gott aber hat etwas anderes mit uns vor. Das ist nicht die Bestimmung, die Gott für dein Leben hat.
Er schuf uns nicht, damit wir uns selbst anbeten. Er schuf uns auch nicht, weil er ohne uns nicht hätte existieren können, sondern er ist selbsexistent, er ist selbstgenugsam. Er schuf uns auch nicht, weil er Langeweile hatte. Vielmehr bestand von Ewigkeit her eine wunderbare Gemeinschaft zwischen Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Er brauchte uns Menschen nicht in erster Linie, um Gemeinschaft mit uns zu haben. Er schuf uns vielmehr, damit wir Gemeinschaft mit ihm haben, damit wir ihn anbeten. Das haben wir in diesen Tagen gehört. Wir sind geschaffen zum Preise seiner Herrlichkeit, wie es Epheser 1 sagt. Wir sind zu seiner Ehre geschaffen, Jesaja 43,7. Das heißt: Seine Ehre und seine Herrlichkeit sind das Wichtigste auf diesem Planeten.
Das ist etwas, was unserer gefallenen Natur ein Stück weit zuwider ist. Aber wenn wir durch den Heiligen Geist zu neuen Menschen geworden sind, dann haben wir auch dieses Verlangen, das zu tun, wozu Gott uns eigentlich geschaffen hat, nämlich ihn anzubeten.
Die Frage ist: Wie sieht diese Anbetung im Gottesdienst aus? Und wie ich eingangs sagte, möchte ich mich auf den Bereich des Gesangs, des Lobpreises, der musikalischen Anbetung konzentrieren.
Ich kann mich erinnern, dass vor einigen Jahren diese erste Lobpreiswelle über Deutschland kam. Wir kennen das ja, dass immer wieder verschiedene Wellen kommen. Diese Welle hat ziemlich lange Bestand. Eigentlich ist sie noch da; es ist Hochwasser. Mit dieser Welle kam in den Gemeinden hier und da viel Spannung auf.
Ich kann mich erinnern, dass auch in unserer Gemeinde das eine oder andere Gespräch darüber stattfand: Welche Bedeutung hat Lobpreismusik? Vor allen Dingen gab es auch einen kleinen Wettkampf. In manchen Diskussionen hatte man den Eindruck, da wird versucht, die Predigt gegen den Lobpreis auszuspielen. Dann gab es Stimmen, die sagten: Wir müssen wenigstens eine halbe Stunde singen, sonst kommen wir nicht in die Anbetung.
Man konnte mitunter den Eindruck bekommen, dass einige Menschen glauben, nur Gesang sei Anbetung. Und das ist nicht der Fall. Sondern im Gottesdienst kommen wir von A bis Z zusammen, um Gott anzubeten. Wir beten ihn an, schon wenn wir reinkommen. Unser ganzes Leben soll Anbetung sein. Aber im Gottesdienst ist es eine Anbetung als Gemeinschaft, und dazu gehört nicht nur der Gesang, sondern auch die anderen Elemente.
Wenn wir uns fragen, welche Gewichtung denn die Predigt zu all den anderen Dingen hat, dann schauen wir in die Bibel hinein und merken sehr schnell, dass im Gottesdienst die Predigt, das Wort Gottes, das zentrale Element ist. Das dürfen wir niemals untergraben. Die Predigt ist das Element.

Das Wort Gottes als Zentrum der Versammlung

Schauen wir uns zum Beispiel in 2. Mose 9 die Anbetungsversammlung im Alten Testament an. Ihr erinnert euch daran, dass das Volk Israel versklavt war. Gott sagt zu Mose: Geh zum Pharao und sag ihm: Lass mein Volk ziehen! Und dann gibt es diesen Zusatz: Warum? Damit sie mich anbeten. Lass mein Volk ziehen, damit sie mich anbeten.
Pharao will nicht. Gott sendet Plagen. Mose geht immer wieder hin: Lass mein Volk ziehen. Warum? Damit sie mich anbeten. Endlich ziehen sie, und sie beten Gott an. Wo tun sie das? Am Berg Sinai. Was ist das Zentrum dieser Anbetungsversammlung? Die zehn Gebote, das Wort Gottes. Gott spricht zu ihnen, und das ist der Mittelpunkt ihrer Anbetung.
Einige Bücher später, im fünften Mose, versammelt sich das Volk bei dem Jordan. Ihre Wanderung kommt endlich zum Ende, sie stehen unmittelbar vor dem verheissenen Land. Was stand im Mittelpunkt ihrer Versammlung, bevor sie über den Jordan gegangen sind? Im Mittelpunkt stand die Wiederholung des Gesetzes. Wir lesen Seite um Seite, wie gepredigt wurde, wie erklärt wurde und wie auch ausgelegt wurde.
Als Josua dann schliesslich das Volk in das gelobte Land brachte, versammelte er das Volk, Josua 8. Was war der Höhepunkt der Versammlung? War es der Gesang? Nein, es war nicht der Gesang, sondern es war die Wiederholung des Gesetzes. Josua 8,35: Es war kein Wort, das Mose geboten hatte, das Josua hätte nicht ausrufen lassen vor der ganzen Gemeinde Israel und vor den Frauen und Kindern und Fremdlingen, die mit ihm zogen.
Als sie aus dem Exil zurückkamen und sie sich wieder versammelten, was taten sie? Sie legten das Gesetz aus. Das Wort Gottes stand im Mittelpunkt der Versammlung.
Schauen wir ins Neue Testament. Die erste Gemeinde: Sie versammelten sich und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel. Was macht Paulus, als er dem Timotheus schreibt, dem jungen Pastor in Ephesus? Die Gemeinde war in einer sehr schwierigen Situation, und Paulus schreibt diesem jungen Bruder. Er gibt ihm einen Rat, und es ist mehr als ein Rat. Er sagt sogar: Ich ermahne dich inständig vor Gott und Jesus Christus, der da kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten: Predige das Wort, stehe dazu, sei es zur Zeit oder zur Unzeit, weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.
Das heisst, wenn wir uns in der Heiligen Schrift umsehen, dann stellen wir sehr schnell fest, dass in den Versammlungen, in den Gottesdiensten, das Wort Gottes zentraler Bestandteil war. Al Mola hat gesagt: Das Herz der christlichen Anbetung ist das authentische Predigen des Wortes Gottes.
Wir können uns die Frage stellen: Warum ist das Wort Gottes so zentral? Nun, zum einen wissen wir, dass durch die Predigt der Glaube kommt. Wie sollen sie glauben, wenn sie nicht gehört haben? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Das heisst, der Glaube überhaupt kommt durch das Wort, lebendig gemacht durch den Heiligen Geist. Das ist natürlich ein Grund, warum das Wort Gottes zentral ist.
Denken wir darüber nach: Wenn wir singen und wenn wir Gott anbeten im Gesang, dann singen wir und sprechen wir zu ihm, auch als versammelte Gemeinde. Bei der Predigt ist es anders. Da spricht Gott zu uns. Es ist andersherum. Wir müssen uns überlegen: Der lebendige Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, neigt sich herab, und er offenbart sich selbst durch sein Wort, indem er Menschen benutzt als Sprachrohr. Und er spricht zu dir. Er redet mit dir, er adressiert dich, er nimmt Kontakt mit dir auf durch das gepredigte Wort.
Das heisst, Gott spricht zu uns durch sein Wort. Und was bringt das und bewirkt das in uns? Wenn dieser lebendige Gott, dieser Schöpfer Himmels und der Erde, sich herabneigt und zu dir spricht, dann generiert das in dir etwas, und das ist Anbetung, das ist Lobpreis. John Stott hat gesagt: Zuerst muss Gott zu uns sprechen, bevor wir die Freiheit haben, zu ihm zu sprechen. Zuerst muss er erklären, wer er ist, bevor wir ihm eine angenehme Anbetung bringen.
Die Anbetung Gottes ist immer eine Antwort auf das Wort Gottes. Die Anbetung Gottes ist immer eine Antwort. Ich glaube, das müssen wir uns vergegenwärtigen, wenn wir einfach so beten und wenn wir so reinkommen und Lieder singen. Wir müssen wissen, wir beten Gott an als eine Reaktion auf sein Reden zu uns. Der herrliche Gott offenbart sich uns durch sein Wort, und wir stehen da und sagen: Gott, du bist heilig, du bist gross. Und das reflektieren wir in unserer Anbetung und auch in unserem Gesang.
Das heisst, auch der Lobgesang ist immer eine Antwort auf das Wort Gottes. Wir können unseren Lobgesang nicht trennen vom Wort Gottes, sondern im Gegenteil: Unser Gesang muss durchdrungen sein vom Wort Gottes, damit wir ihn anbeten. Das hat Folgen für unseren Gesang.

Merkmale eines biblisch geprägten Liedguts

Das Erste ist: Anbetungslieder müssen wortzentriert sein. Wenn wir das ernst nehmen, was uns die Schrift sagt, und wenn das Wort Gottes ein zentraler Bestandteil in den Versammlungen der Bibel ist, dann muss es das auch in unserer Versammlung sein. Und dann muss es das auch in unserem Gesang sein.
Das heißt: Unsere Chorusse, unsere Lieder, unsere Hymnen, alles, was wir singen, muss das Wort Gottes beinhalten. Sonst scheren wir aus. Das, was wir singen, ist ein Spiegel dessen, was wir glauben.
Wir singen zum Beispiel hier in der Gemeinde, wenn ich das mal, Sibylle, wenn du das mal einblenden darfst, so als ein Beispiel: Es gibt viele, viele, viele Chorusse und auch Lieder und Hymnen, aber bei der Vorbereitung ist mir dieser Chorus so in den Sinn gekommen:
Oh Gott, wer ist dir gleich? In dieser Welt, in dieser Welt, ja, wer kann messen sich mit dir, o Herr? Du allein hast keinen Anfang, du allein erschufst die Welt, nur in dir ist ewige Wahrheit, alle Weisheit kommt von dir, Herr, keiner ist dir gleich.
Und dann gibt es den Refrain: Denn du bist heilig, du bist heilig, nur du bist heilig, Herr, du bist heilig.
Und Vers 2 lautet dann: Oh Gott, wer ist dir gleich in dieser Welt, in dieser Welt, ja, wer kann messen sich mit dir, o Herr? Du allein bist ohne Sünde, jede Lüge ist dir fern, du, o Gott, wirst nie versucht, du allein bist ewig Herr, ja, keiner ist dir gleich.
Dieser Chorus ist gesättigt mit Wahrheiten über Gott. Er ist gesättigt mit theologischen Inhalten, ohne dass wir jetzt hinter jeder Zeile eine Bibelstelle angeben. Zum Beispiel besingt dieses Lied die Größe Gottes: „Oh Gott, wer ist dir gleich in dieser Welt?“ Eine rhetorische Frage: Keiner. Das heißt, wir erheben Gott an die höchste Stelle. Wir beten ihn an.
„Wer kann sich messen mit dir, o Herr?“ Du allein hast keinen Anfang. Die Ewigkeit Gottes hat keinen Anfang. Du allein erschufst die Welt. Du bist Schöpfer. Nur in dir ist ewige Wahrheit. Du bist wahrer Gott, du bist weise. Alle Weisheit kommt von dir. Dann singen wir im Refrain: Du bist heilig. Vers: Du allein bist ohne Sünde. Er ist rein. Jede Lüge ist dir fern. Er ist wahr. Du, o Gott, wirst nie versucht. Er ist erhaben.
Spüren wir, wie diese Wahrheit über Gott aus seinem Wort ihn groß macht? Und was macht sie mit dir? Sie macht dich ziemlich klein. Es ist ein gottzentriertes Lied.
Ich meine jetzt nicht, dass das das Lied ist, das wir hier jeden Sonntag singen. Das ist ein Beispiel. Das heißt: Anbetung und auch das, was wir singen, soll die Wahrheit, die Gott uns in seinem Wort offenbart, widerspiegeln. Und weil wir wissen, wie er ist, durch sein Wort, erzeugt das in uns Anbetung. Und du sagst in deinem Herzen: Amen, Gott, du bist groß, und ich bin klein.
Es geht nicht darum, dass wir Menschen verachtend sind, sondern wir sind Gott verherrlichend. John Piper hat mal ein wunderbares Beispiel gebracht. Er hat in einer Zeitung mal so eine Werbung gesehen: von einem Mann auf einem Berg, also einer Luftaufnahme mit ganz vielen Gebirgsmassiven um ihn herum. Und oben auf dem Gipfel steht ein kleiner Mann, also ein Mensch, und er ist sehr klein im Vergleich zu diesen vielen massiven Gebirgsmassen. Und er steht da so, und dann ist da irgendeine Werbeschrift. Und die Firmen benutzen diese Werbung, um unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Das heißt, der Mensch ist fasziniert davon, ein Stück weit klein zu sein im Gegensatz zu der Massivität des Gebirges. Das ist attraktiv, das wird sogar zur Werbung benutzt. Was das widerspiegelt, ist eigentlich das, wozu Gott uns geschaffen hat. Wir sind im Vergleich zu Gott viel kleiner. Er ist groß, und das macht ihn herrlich. Und wir finden Erfüllung darin, indem wir ihn anbeten.
Wir neigen dazu, manchmal Lieder wegen ihres Rhythmus und ihrer Melodie zu wählen, statt auf ihren Inhalt zu achten. Schöne Melodien können über oberflächliche Texte sehr schön hinwegtäuschen. Das heißt nicht, dass Melodie unwichtig ist. Es gibt auch Lieder mit wunderbaren Texten, aber mit einer grottenschlechten Melodie, und kein Mensch singt sie, weil man sie nicht singen kann. Melodie ist wichtig, keine Frage. Aber wichtiger ist noch der Text.
Wenn wir darüber nachdenken: Die Psalmen sind uns übermittelt, aber nicht die Melodien. Die Texte sind uns übermittelt, aber nicht die Melodien. Also soll Anbetung im Gottesdienst, auch im Gesang, Gott erheben und gesättigt sein mit den Wahrheiten aus seinem Wort.

Christus und das Kreuz als Mitte des Lobgesangs

Ein weiterer Gedanke ist, dass Anbetungslieder christus- und kreuzzentriert sein sollten. Und noch einmal: Das heißt nicht, dass in jedem Lied unbedingt das Kreuz vorkommen muss. In diesem Chorus war das Kreuz überhaupt nicht erwähnt, darum geht es nicht. Aber ich glaube, wir müssen uns darüber Gedanken machen, ob es wohl richtig ist, dass wir im ganzen Gottesdienst nicht einmal Christus und sein Kreuz erwähnen.
Warum? Wir haben auch in diesen Tagen gehört, dass die Bibel keine Ansammlung einzelner Bücher ist, sondern eine Geschichte, die auf das Ereignis hinweist, das ihren Höhepunkt in der Heilsgeschichte findet: im Tod Jesu Christi am Kreuz. Die alttestamentlichen Bücher sind nicht einfach nur für sich genommen interessante Historie, sondern sie sind ein Hinweis darauf. Es ist Prophetie auf Christus, sowohl durch gesprochenes Wort als auch durch Bilder und durch verschiedene Dinge, die auf Christus hinweisen. Und was nach dem Tod Jesu Christi am Kreuz kam, weist zurück auf den Tod Jesu Christi am Kreuz.
Das Kreuz steht für das, was Jesus Christus durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung für uns vollbracht hat. Die Schreiber im Neuen Testament haben immer wieder die Betonung auf das Kreuz gelegt. 1. Korinther 2,2 haben wir eingangs gelesen: Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. 1. Korinther 15,3: Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe, dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift. 1. Petrus 2,24: Der unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leib auf das Holz, damit wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit lebend, durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 1. Johannes 4,10: Darin besteht die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt hat seinen Sohn zur Versöhnung unserer Sünden.
Das sind nur einige Verse, die uns immer wieder das Kreuz und das, was Christus getan hat, vor Augen führen. Das Kreuz von Golgatha ist das Zentrum unseres Glaubens. Ohne das Kreuz wären wir nicht hier. Ohne das Kreuz wärst du nicht gerettet. Ohne das Kreuz wärst du verloren.
Jemand hat gesagt, das Kreuz ist die Narbe in einem Rad. Es dreht sich alles um das Kreuz, und die Speichen, das sind die anderen Dinge, die Eigenschaften Gottes, alles, was auch die Bibel uns offenbart, unser Leben. Es soll sich im Kreuz treffen. Nimmst du die Narbe heraus, dann bricht das Rad zusammen.
Die Frage ist: Manchmal habe ich auch gehört, Mensch, ihr singt zu viel vom Kreuz. Wir wollen das nicht tun, als würden wir einfach so eine Phrase dahersingen, sondern es soll widerspiegeln, welche Bedeutung das Kreuz in unserem Leben hat. Wenn das Kreuz so zentral ist, auch im Neuen Testament, nicht nur dort, sondern in der ganzen Bibel, dann müssen wir uns die Frage stellen: Warum soll es nicht auch zentral sein in unserem Gesang?
Warum ist das Kreuz so wichtig in der Anbetung? Zum einen: Durch das Kreuz haben wir Zugang zu Gott. Nur durch das Werk Jesu Christi am Kreuz haben wir unmittelbaren Zugang zum Vater. Das Kreuz ist der Garant dafür, dass du anbeten kannst.
Im Alten Testament waren es die Hohenpriester, die das Volk Gottes vor Gott repräsentierten. Einmal im Jahr ging der Hohepriester in das Allerheiligste und opferte dort. Dann kam Christus. Der Hohepriester ist auch ein Bild auf Christus, und nicht nur der Hohepriester, sondern auch das Opfer. Dann kam Christus, und er hat ein für alle Mal ein Opfer gebracht. Er ist unser Hoherpriester. Wir haben täglich Zugang zum Vater. Warum? Wegen dem Kreuz.
Ohne Jesus Christus und sein vollbrachtes Werk auf Golgatha kämen wir nicht zu ihm. Wir können fast sagen: Christus ist das Passwort. Hast du mal bei Aldi in einer Schlange gestanden? Wahrscheinlich schon. Und wenn ich eine neue EC-Karte von der Bank habe, dann schwitze ich immer schon, wenn ich noch zehn Meter vor der Kasse bin, weil ich Angst habe, ich habe den Pin vergessen. Ist euch das mal so gegangen? Dann hast du den Einkaufswagen voll, einige nicken.
Bei den vielen Passwörtern in unserer heutigen Welt, wenn du im Internet bist, weißt du gar nicht mehr, welches Passwort du wo benutzen musst und kannst. Dann stehst du an der Schlange, und die Schlange hinter dir wird immer länger und immer länger. Dann hast du endlich deine Sachen auf das Band gelegt, und dann sagst du: Ich zahle mit EC-Karte. Dann gibst du sie der Dame, und dann sagt sie: Den Pin bitte. Und dann fängst du schon an zu zittern, weil du den Pin schon vorher immer geübt hast: drei, vier, fünf, fünf, fünf, drei und so weiter. Dann tippst du einmal ein: falsch. Dann weißt du, du hast noch zwei Versuche. Dann sagst du: Okay, einer geht noch. Dann machst du es wieder, und dann falsch. Dann kannst du entscheiden, ob du so mutig bist und ein drittes Mal versuchst, weil dann ist sowieso alles vorbei. Und dann hast du vielleicht Glück oder auch nicht.
Ohne einen Pin, ohne den richtigen Pin, kommst du nicht durch. Geht nicht. Das ist nicht nur an der Kasse so, sondern überall. Du brauchst das Passwort. Das ist ein schwacher Vergleich, aber er hat ein Stück weit etwas Wahres in sich. Der Zugang zum Vater ist uns nur ermöglicht durch das eine Passwort. Und das ist Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist für unsere Sünden, der ein vollkommenes Opfer geworden ist. Warum wollen wir ihn dann nicht auch so zentral sein lassen in unserer Anbetung? Natürlich wollen wir das. Wir wollen ihn preisen und sagen: Danke, Gott, Jesus Christus, du bist der Zugang zum Vater. Deswegen ist das Kreuz zentral.
Unsere Annahme bei Gott hängt nicht von uns ab, sondern wir sind von Gott begnadet in dem Geliebten. Das war der eine Grund, warum das Kreuz zentral ist in unserem Gesang.

Die Wirkung des Kreuzes auf die Annahme und die Herrlichkeit Gottes

Das zweite: Durch das Kreuz ist unsere Anbetung angenehm vor Gott.
Wir wissen, dass Gott nicht mit jeder Anbetung zufrieden ist. Ganz im Gegenteil: Er verwirft sogar Anbetung, wenn sie nicht aus reinem Herzen kommt. Im Alten Testament haben wir eine Fülle von Stellen, in denen Gott sagt: Eure Anbetung ist mir ein Gräuel, ich kann sie nicht hören. Warum? Weil die Anbetung vom Volk zum Beispiel mit Götzendienst oder mit anderen Dingen verknüpft ist, mit Sündhaftigkeit, mit Ungehorsam, mit Unglauben und mit bösen Motiven.
Wir wissen: Wenn wir beten, wenn du mal ganz ehrlich bist und du betest, wenn du eine Gebetszeit mit Gott hast, dann schießen dir manchmal Gedanken ins Herz, bei denen du denkst: Das war nicht gut, das war selbstsüchtig. Hast du das mal erlebt? Da kommen wir an einen Punkt und merken, unser Opfer, unser geistliches Opfer, unser Gebet, unser Gesang: Wenn er nur von uns kommt, aus uns heraus und nur von uns, ist er nicht angenehm vor Gott. Wir brauchen das Kreuz zur Anbetung.
Wir brauchen ein Opfer. Es gibt nur ein angenehmes Opfer vor Gott, und das ist sein Sohn. Und er ist nur angenehm, weil er das ganze Gesetz erfüllt hat. Das heißt: Unsere Anbetung, losgelöst vom Kreuz, von Christus, kann niemals eine Anbetung sein, die angenehm ist vor Gott.
 1. Petrus 2,5
Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu Opfern geistlicher Opfer, die Gott wohlgefällig sind. Wie denn? Durch Jesus Christus.
Die Vortrefflichkeit unserer Anbetung, wie schön wir singen, wie gut wir Gebete formulieren, wie wir uns geben, in einigen Kreisen gehört da vielleicht das Händeheben dazu, in anderen heißt es, sich knien, in anderen heißt es einfach stehen oder wie auch immer: Um die Äußerlichkeit geht es nicht. Sondern unser Lobpreis wird vor Gott angenehm und akzeptabel nur durch Christus.
Lasst uns ihn anbeten und ihn hineinnehmen in das, was wir auch im Gesang ausdrücken.
Drittens: Das Kreuz ist wichtig in der Anbetung, weil wir durch das Kreuz Gott verherrlichen. Wir haben gesagt: Wir sind geschaffen, um Gott zu verherrlichen. Welches Ereignis verherrlicht Gott am meisten?
Wenn wir in der Anbetung sind, dann kommen wir manchmal in gewisse Konflikte. Es ist ja so, dass Gott sich in seinem Wort offenbart, auf der einen Seite als der Liebende, als der Gnädige, als der Barmherzige, als der Gütige. Wunderbar. Auf der anderen Seite offenbart sich Gott aber auch als der Reine, als der Heilige und als der Gerechte. Er sagt in 2. Mose 34,7, er lässt niemanden ungestraft. Das ist eine ganz andere Seite von Gott.
Wir versuchen häufig, eine Sache zu betonen und die andere auszublenden. Und ich glaube, auch ein Stück weit kommt das daher, dass wir vielleicht auch gewisse Gottesbilder haben und uns einiges nicht so angenehm ist, nämlich die Heiligkeit, die Gerechtigkeit und der Zorn Gottes. Darüber mögen wir ja gar nicht singen oder reden oder sprechen, weil das nicht so gut ankommt. Also betonen wir die Liebe und die Barmherzigkeit. Das mag ein Grund sein, warum wir ein bisschen Schlagseite haben.
Ein anderer Grund mag sein, dass wir auch gar nicht in unserem begrenzten Verstand alles unter einen Hut kriegen. Gott ist heilig und gerecht, zornig, er ist strafend, er fordert Versöhnung. Und auf der anderen Seite ist er Liebe, Barmherzigkeit, sanftmütig, gnädig. Wie kriegen wir das zusammen? Nur durch das Kreuz.
Das Kreuz bindet die Eigenschaften Gottes. Am Kreuz sehen wir die Gerechtigkeit Gottes. Wir sehen, dass er Strafe übt. Zur gleichen Zeit sehen wir die Liebe Gottes und seine Barmherzigkeit und seine Gnade. So finden wir nur im Kreuz die Herrlichkeit Jesu Christi.
Im Kreuz sehen wir, wie Gott heilig ist, denn er lässt Strafe auf die Sünde folgen, die seine Schöpfung verdorben hat. Und dies tut er, indem er seinen Sohn opfert. Wir sehen die Barmherzigkeit Gottes, indem er nämlich für uns einen Stellvertreter sucht und auch findet, der an unserer Statt verdammt wird. Wir sehen die Weisheit Gottes darin, dass er in einer ausweglosen Situation eine Lösung bereitet hat.
Das heißt: Wir beten Gott an, indem wir das Kreuz auch im Fokus haben.

Die himmlische Anbetung als Vorbild für die Gemeinde

Und dann: Warum ist das Kreuz, denke ich, auch wichtig in unserer Anbetung? Das Kreuz im Zentrum unserer Anbetung macht uns auch eins mit der Anbetung, die im Himmel stattfindet.
In Offenbarung 5,5 erscheint Jesus als der Löwe aus dem Stamm Juda und auch als das Lamm. Und wir sehen dort eine Versammlung von Engeln, von den Heeren der Engel und von den Ältesten, wie sie das Lamm anbeten. Sie könnten Christus anbeten wegen seiner moralisch guten Lehre, das könnten sie tun. Sie könnten Christus anbeten wegen seiner Heilungskraft, das könnten sie tun. Sie könnten Christus anbeten aufgrund seiner Schöpferkraft. Sie könnten ihn anbeten, weil er das Universum erhält. Das ist alles richtig, und wir tun es auch in unseren Gottesdiensten. Es sind alles richtige Aspekte. Aber interessanterweise tun die Engel das dort oben, im Himmel, nicht. Stattdessen verkündigen sie etwas anderes, Offenbarung 5,9-10: Und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel. Das ist das Lamm, das ist Christus. Warum denn? Du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.
Und in Vers 12 singen sie: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Preis und Ehre und Lob.
Es scheint so zu sein, als ob die himmlische Versammlung über das Geschehen am Kreuz nicht hinweg anbetet, sondern es steht im Zentrum. Obwohl es so viele andere Themen geben würde, über die sie das Lamm anbeten könnten, fokussieren sie sich auf dieses eine: nämlich dass das Lamm geschlachtet ist und dass das Blut vergossen ist zur Vergebung von Menschen, zur Rettung.
Sie hören nicht auf, das Lamm zu besingen, und ich glaube, wir sollten auch nicht aufhören, das Lamm Gottes zu besingen in Jesus Christus. Amen, Amen.
So viel zur Anbetung im Gesang.

Der Blick auf die Kinder und die Weitergabe des Evangeliums

Ein Minute haben wir noch, ein paar Minuten haben wir noch. In Josua 8 haben wir gelesen, dass Josua das Volk Israel versammelt hat und das Gesetz ihnen noch einmal vorgelesen hat. Interessanterweise tat er es in 8,35 vor der ganzen Gemeinde Israel und vor den Frauen und Kindern und den Fremdlingen, die mit ihnen zogen.
Daraus wird deutlich, dass auch die Kinder in der Unterweisung eine Rolle spielen. Sie sollen ebenfalls unterwiesen werden. Josua hat es getan, und wir sind aufgefordert, auch unsere Kinder mit dem Evangelium bekannt zu machen. Das gehört auch zum Gottesdienst. Wir nennen es hier Kindergottesdienst.
Ich kann dieses Thema jetzt nicht erschöpfend behandeln, aber ich möchte einfach die Zeit nutzen, um euch ein paar Denkanstöße zu geben. Vielleicht ist es für den einen oder anderen sowieso klar, andere sagen aber: Oh, da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht.
Die Bibel ist gottzentriert, und wir haben gesagt: christuszentriert und nicht menschenzentriert. Das ist die Grundlage. Wir sind geschaffen zur Widerspiegelung seiner Herrlichkeit. Häufig denken wir aber anders. Wir suchen in den Gleichnissen und in den Geschichten immer den Menschen.
Hast du mal so ein Gruppenfoto gesehen? Wenn du deine Schublade aufmachst und dein Einschulungsfoto siehst oder ein Gruppenfoto von irgendeiner Freizeit oder so, und du bist dabei, und du kriegst dieses Foto das erste Mal auf den Tisch: Wen suchst du zuerst? Du suchst dich, oder? Ich suche mich immer zuerst, gebe ich ehrlich zu. Aber wie gucke ich denn da aus, und wie sehe ich dann aus?
Aber so ist die Bibel nicht. Sie spiegelt Gott wider und nicht uns. Das ist ein Gruppenbild. Wir sind drauf, und das ist schön, aber in der Mitte ist Gott, und von ihm strahlt alles aus.

Biblische Geschichten als Hinweis auf Christus

Die Frage ist: Wie gehen wir auch mit den Berichten und Geschichten in der Bibel um, wenn wir sie unseren Kindern erzählen? Wir können ebenso vorgehen wie bei diesem Gruppenbild und den Fokus auf den Menschen legen.
Nehmen wir als Beispiel David und Goliath. Da ist David, und da ist dieser Riese Goliath. Alle zittern, aber David nicht. David kommt, nimmt einen Stein, schleudert ihn, und wirft den Stein. Er trifft den Riesen am Kopf, und der fällt tot um.
Dann kannst du den Kindern erzählen, und vielleicht denkst du selbst manchmal so, dass die Botschaft die ist: Es gibt Riesen in deinem Leben, aber du sollst so sein wie David. Du musst nur die Schleuder schwingen und mutig sein, und Gott wird dir helfen. Und schon hast du den Fokus auf den Menschen David gelegt, in der Weise, dass er ein Vorbild wird in dieser Kühnheit und in diesem Mut.
Und die Kinder gehen aus der Kinderstunde und sagen: Ich bin David, ich bin stark wie David. Und dann stehen sie in der nächsten Woche am Schwimmbeckenrand und haben Angst, hineinzuspringen. Dann erinnern sie sich: Ich bin David, und Gott ist mit mir, und ich springe hinein, und ich bin dabei.
Die Frage ist: Ist uns die Geschichte gegeben, um uns zu erklären, wer David ist und wie wir sein sollen? Ich glaube nicht, dass wir uns in dieser Geschichte mit David vergleichen sollen. Sondern wir sind die Soldaten Israels, die es ablehnten, Gott zu vertrauen. Da ist Gott, der sie aus der Sklaverei in das gelobte Land geführt hat. Gott hat sie durch Anfechtungen und Schwierigkeiten vor ihren Feinden gerettet und bewahrt.
Und nun stehen diese Israeliten, diese Soldaten, da, und sie müssten eigentlich wissen, dass der lebendige Gott, der ihnen in der Vergangenheit geholfen hat, auch heute noch bei ihnen ist. Aber statt Gott zu vertrauen, haben sie Angst. Sie vertrauen nicht.
Und so ist es auch in unserem Leben: Wir vertrauen Gott nicht. Dann kommt Gott und versorgt das Volk mit einem König, mit einem Krieger, mit einem David. Und David kommt, schleudert den Stein und tut das, was eigentlich das Volk hätte tun müssen an ihrer Stelle.
Dann lernen wir später, dass aus der Familie Davids ein König entstehen sollte. Das Volk dachte zuerst, es sei ein König, und sie dachten an ein Schwert und an eine Schleuder. Aber der König war ein anderer König, und er diente. Das heißt: Die Geschichte von David ist ein Bild auf Christus hin.
Dasselbe können wir mit der Geschichte von Noah und der Arche machen. Noah ist mutig, er baut, er ist fleißig und so weiter. Jetzt können wir zu den Kindern sagen: Hier, geh hinaus, bau, arbeite und mach. Aber ist es nicht vielmehr so, dass Gott sich in der Geschichte von Noah offenbart und sagt: Ich bin ein Gott, der Gericht übt, aber ich bin auch ein Gott, der Rettung bereitet, indem ich eine Arche baue und euch durch das Gericht des Wassers hindurchführe?
Und das ist ein Bild auf Christus, der rettet. Und so ist es, glaube ich, wichtig, dass wir uns darüber Gedanken machen, wie wir auch unseren Kindern in den Geschichten das Evangelium vermitteln, damit wir nicht menschenzentriert sind, sondern gottzentriert.

Ein praktisches Beispiel für kindgerechte Evangeliumsverkündigung

Ich habe leider vergessen, dass ich eine Bibel mitgebracht hatte. Die habe ich oben im Büro vergessen. Haben wir die im Buchladen? Das kann sein.
Das ist eine wunderbare Bibel, und ich würde sie euch empfehlen: die Gott hat dich lieb Bibel. Für alle, die vielleicht Kindermitarbeiter sind, oder du bist Pastor oder Ältester und sagst: Mensch, das wäre doch mal ein Gedanke, dass ich das auch mal in unser Kinderprogramm mit hineinnehme. Das ist eine Bibel, die sich genau dieses Thema zu eigen gemacht hat.
Super, Matthias, danke. Und ja, danke. Diese Bibel beschreibt diese Geschichten. Sie ist eine einfache, kindgerechte Bibel, und am Ende jeder Geschichte kommt immer dieser Satz: Und es sollte jemand kommen, der ein besseres Opfer ist.
Isaak trägt sein Holz auf den Berg zur Opferung. Abraham soll seinen eigenen Sohn opfern. Und kann ich vorlesen? Ja, vielleicht ist es gar nicht schlecht. Kennt ihr die Geschichte von Isaak? Abraham sagt zu Gott: Du sollst deinen Sohn opfern. Das war der einzige, das war der Sohn der Verheißung, und es war schwer für ihn. Und er war gehorsam.
Und dann lesen wir, dass Isaak das Holz auf seinen Rücken trug, den Berg hinauf. Er selbst musste das Holz tragen, das Mittel war, dass er geopfert wird. Und dann steht am Ende dieser Geschichte: Und viele Jahre später würde ein anderer Sohn einen anderen Berg hinaufsteigen und Holz für eine Opferung auf seinem Rücken tragen.
Könnt ihr euch erinnern? In Johannes lesen wir ja, dass Christus sein Kreuz trug. Er trug es. Wie Isaak würde auch er seinem Vater vertrauen und das tun, worum er ihn bat. Er würde sich nicht wehren und nicht weglaufen.
Wer war es? Gottes Sohn. Sein einziges Kind, das er so sehr liebte, das Lamm Gottes. Und so geht das durch diese Bibel hindurch. Ich kann euch nur empfehlen: die Gott hat dich lieb Bibel.

Schlussgebet und Bitte um eine Christus-zentrierte Gemeinde

Ich denke, wir wollen an dieser Stelle zum Abschluss beten und Gott auch bitten, dass er uns gnädig ist, damit wir auch in dem, wie wir ihn in unseren Versammlungen anbeten, Christus im Zentrum haben.
Herr Jesus, wir danken dir für dein vergossenes Blut auf Golgatha. Ohne deinen Opfertod wären wir nicht hier. Du hast uns von unserer Sünde befreit, und dafür danken wir dir.
Unser Wunsch ist, Herr, dass auch wir in unserer Anbetung das niemals aus den Augen verlieren. Wir wollen alle Aspekte deiner Herrlichkeit beschreiben und besingen. Du bist groß, du bist unser Schöpfer, du bist von Ewigkeit her, du bist gerecht, du bist heilig, du bist Liebe. Du bist barmherzig, und all das zeigt sich in deinem Sohn.
So wollen wir dich bitten, Herr, dass wir immer wieder daran erinnert werden, dass das Kreuz im Zentrum auch unseres Gottesdienstes ist. Und das soll geschehen, damit wir dich anbeten und verherrlichen, so wie du es dir vorgestellt hast.
Danke, dass du uns dabei gnädig bist. Amen. Amen.